Aufruf
08.09.2009 | 07:00 136

Für einen Abzug

Bundeswehr 25 Künstler und Intellektuelle rufen im Freitag auf: In Afghanistan müssen zivile Aufbauorganisationen innerhalb von zwei Jahren an die Stelle der Bundeswehr treten

„Unsere Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt“ – mit diesem Satz wird das wachsende Engagement der Bundeswehr in Afghanistan gerechtfertigt. Ende des Jahres werden annähend 4.500 deutsche Soldaten im Rahmen der ISAF-Truppen der NATO Dienst tun, mitsamt Tornado-Flugzeugen, Panzern und Geschützen. Am Hindukusch wird Krieg geführt. Der Gegner ist keine Armee, sondern eine Kultur. Darum ist dieser Konflikt mit einer Verstärkung des militärischen Engagements nicht zu lösen. Sondern nur durch ein langfristiges entwicklungspolitisches Engagement.

Deutschland hat sich in diesen Krieg verwickeln lassen. Nun hat unser Land eine Verantwortung übernommen, der wir nicht ausweichen wollen. Die deutschen Truppen können nicht unverzüglich abgezogen werden. Wir brauchen einen klaren, transparenten Zeitrahmen für einen solchen Abzug: Im Laufe der kommenden zwei Jahre soll Deutschland seine militärische Präsenz in Afghanistan beenden. Diese Zeit muss für einen Übergang zum nicht-militärischen Engagement genutzt werden. Schritt für Schritt muss sich die Bundeswehr zurückziehen und müssen zivile Aufbauorganisationen an ihre Stelle treten.

Daniela Dahn (Schriftstellerin), György Dalos (Schriftsteller), Dietmar Dath (Schriftsteller), Thomas Dörschel (Virginia Jetzt), Gretchen Dutschke-Klotz (Aktivistin), Jürgen Flimm (Regisseur), Peter Hamm (Schriftsteller), Christoph Hein (Schriftsteller), Inga Humpe (Musikerin), Elfriede Jelinek (Schriftstellerin), Marianne Koch (Ärztin), Friedrich Küppersbusch (Journalist), Sarah Kuttner (Moderatorin), Dirk von Lowtzow (Tocotronic), Thomas Ostermeier (Regisseur), Tim Renner (Musikmanager), Harry Rowohlt (Übersetzer), Horst Eberhard Richter (Psychoanalytiker), Charlotte Roche (Moderatorin), Ruben Jonas Schnell (Medienunternehmer), Friedrich Schorlemmer (Theologe), Katharina Thalbach (Schauspielerin), Martin Walser (Schriftsteller), Roger Willemsen (Publizist), Feridun Zaimoglu (Schriftsteller)

Afghanistan_Bild-im-text_NEU.jpg

Fotos: dpa (17), getty images, Franziska Sinn, Martin Kunze, Florian Kolmer, SZ-Photo, laif, Dirk Pudwell, Edward Beierle

Kommentare (136)

mh 08.09.2009 | 11:56

ein manifest wäre zeitgemäßer gewesen. aber das hat wohl der theologe zu verantworten..

wichtig wäre mE die generelle forderung nach einer zeitschiene. ob das nun 2 oder 4 jahre sind, sei dabei mal dahingestellt.

aber in den krieg ziehen, diesen als hilfsaktion tarnen und dann nicht sagen wollen, wann wir denn mit sterben helfen aufhören wollen .. hat so n geschmäckle, wie die verfressenen schwaben sagen.

mfg
mh wenn die inga doch nur so schön singen könnte wie se tolle haare hat. da wären wir alle friedlich..^^

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sachichma 08.09.2009 | 12:02

"Bewaffnete Aufbauhelfer" ist das Credo der Grünen und dann stelle ich mir solche strammen Burschen wie Rubert Nedeck vor... Seit über 15 Jahren foto- und videographiere ich in "sozial instabilen" Gesellschaften, das einzige was ich gelernt habe ist: solange nicht alle beteiligten Konfliktparteien bereit sind ihre Waffen niederzulegen, brauchen sie auch keine Unterstützung!
Anarchie kann nur durch die Bevölkerung des jeweiligen (und betroffen) Landes kontrolliert werden. Migrationen, Verhinderung von Flüchtlingsströmen, militärisch verhindern zu wollen ist absurd (siehe Kosovo wo Obama wohl bald seine Raketenabwehrbasen errichten wird, Bonsteel Base) Jedenfalls, wenn Afghanen nicht bereit sind ihre Probleme selbst in die Hand zu nehmen, also selbst aktiv die korrupten Banden stoppen will, werden auch "Aufbauhelfer" sinnlos sein und alle finanziellen Mittel im Korruptions-Sumpf versickern lassen. Das ist die optimistische Version, die realistische sieht viel düsterer aus, aber das lassen wir erst 'mal...

tetenal 08.09.2009 | 12:34

"Der Gegner ist keine Armee, sondern eine Kultur." Dem Taliban kann doch gar nix schöneres passiern als wenn er sowas hören kann. Versteh ja dass man raus will aus dem Land, aber die Sachen so 100 Prozent verdrehn, da hörts aber auf. Gegen welche Kultur wird denn da gekämpft? Stimmt, fast vergessen, jeden tag ziehen die Raub und Mordbanden der Bundeswehr aus um Moscheen zusammenzuwalzn, Brücken zu sprengen, Schulen niederzureissen, während die Taliban die Frauen vor Vergewaltigungen schützn müssen, dafür sorgen dass sie züchtig gekleidet sind, nicht fummeln vor der Hochzeit (das heisst keinen Mann direkt angucken oder sogar Händchen halten), weil man ihnen sonst ein bisschen den Rücken auspeitschn muss. Die Humanität die von den B-Promis hier getönt wird, brauchen zumindest die Frauen in Afghanistan nicht. Aber vermutlich ist das halt so, wenn nicht nur die Männer den krieg machen, sondern auch die Männer sich als Friendensaktivisten aufspielen (plus Mannfrauen wie die Jelinek oder Koch). Was bleibt ist die Männerperspektive. Und @ sachima: Toller Vorschlag, "setzt euch zusammen und redet doch bitte"! Da muss ich ja fast lachen bei der Gutmütigkeit. Ich schätze "die" Afghanen hätten das viele viele Jahre machen können vor 2001. Ging aber nicht, weil halt die mit den langen Bärten auch die mit den Gewehren waren... merke, die Bösen wollen halt einfach nicht immer reden.

mh 08.09.2009 | 13:35

nein. ich meinte, dass die forderung nach einer zeitschiene das generelle sein sollte und unterstrichen gehört.

der direkte zeitrahmen ist dabei erstmal das untergeordnete. die nennung führt nun doch zu folgendem:

reaktion a: das ist so gar nicht machbar. thema beendet
reaktion b: diese künstler haben nicht die fachkompetenz für eine einschätzung der lage, das sieht man ja am zeitrahmen.
reaktion c: das thema ist seit a schon längst erledigt.

etwas überspitzt, aber so läufts im groben immer und wieder. das thema, dass wir einen zeitrahmen brauchen, wird dabei gelant hinten runter fallen gelassen. zwei fliegen mit einer klappe. künstler mundtot, soldaten auch nur ohne mund.

mfg
mh wir beide müssen dringend an unserer kommunikation arbeiten. kann doch nicht jedesmal so ausschweifen

vomsehen 08.09.2009 | 13:54

Aber klar, Krieg für die Frauenrechte... Ganu so einfach ist das halt auch nicht. Erinnert sich noch jemand an RAWA? Die "Revolutionäre" Frauenorganisation aus Afghanistan, die im Land und auch von Pakistan für die Rechte Afghanischer Frauen kämpft? 2001 und 2002 wurden sie in deutschland von Grünen und SPD hofiert. Und ein paar Jahre später waren sie wwieder in deutschland, kein Interesse der Grünen und Roten diesmal, sondern von der Linken... Der Grund: RAWA sagt inzwischen, dass die Besatzung durch die selbsternannten Frauenretter längst kontraproduktiv und Teil des Problems ist. das wollen sich die GutkriegerInnen natürlich nicht anhören:

(www.rawa.org/neues_deutschland_de.htm

In Afghanistan kam es 1965 zu den ersten freien wahlen. Danach wurde die erste Ministerin ernannt, nur wenige Jahre nach Elisabeth Schwarzhaupts Aufstieg zur ersten bundesdeutschen Ministerin im Jahr 1961. In der "Demokratischen Republik Afghanistan", die sich 1978 nach Putsch und Aufstand gegen die blutige Khan-Diktatur durchsetzte, stand das Niveau der Frauenrechte dem in Europa kaum nach. Leider musste diese Regierung dem Antikommunismus weichen. Gerade die Grünen, die heute für die Frauen bomben, sammelten damals Geld für die Bewaffnung der islamistischen Banden gegen die Linksregierung. Es gab mal dieses schöne Bild, wo die Bundestagsabgeordneten Milan Horacek und Uli Fischer auf erbeuteten sowjetischen Panzern posierten. Dabei war die Ideologie der "Mudschaheddin" nicht so verschieden von der der heutigen Taliban. Das alles hat damals nicht interessiert. Hauptsache die "Kommunisten" bekämpft. Und heute tut man so, als sei die Situation vom Himmel gefallen.

miauxx 08.09.2009 | 18:27

"Deutschland hat sich in diesen Krieg verwickeln lassen." Wie bitte? Na jetzt hörts ja auf! Deutschland ist da also als Brunnenbohrer und Krankenhausbauer hingegangen und muss nun plötzlich auch schießen (neuerdings sogar so richtig auf Benzindiebe); ist also, huch, im Krieg ...
An sich ja ne schöne Idee immer, das mit den Prominenten, die sich für etwas einsetzen indem wir dann ihr Bild irgendwo sehen und darüber solche zahnlosen Forderungen stehen wie hier. Wer glaubt denn noch daran, dass Deutschland da als Samariter hingegangen ist und nun damit zu kämpfen hat, dass so viele dort das anders sehen. Das ist im Grunde ganz die offizielle Darstellung - einmal vom verwendeten Terminus "Krieg" abgesehen.
Ich bin reichlich enttäuscht von diesem Aufruf, der erschreckt niemanden!

Wie auch immer: Heute 17:00, also gleich, Berlin, Brandenburger Tor Antikriegskundgebung !

Joachim Petrick 08.09.2009 | 19:04

Hallo Diverse,
das ist ja schon einmal „Zunge mit Bild Zeigen“, statt der anhaltenden Angela Merkel Politk“Aff gan nit verstan!“

Wir sollten allerdings den Dienstherrn der Bundeswehr als Parlamentsarmee in Afghanistan, den Deutschen Bundestag, nicht aus seiner Fürsorgepflicht und Verantwortung entlassen, die politischen Versprechungen des zivilen Aufbaus der Gesellschaft in Afghanistan als de jure wie de facto Sichherheit für die dortige Zivilgesellschaft sowie die dort stationierten Truppenteile der Bundeswehr mit Klagerechten bewehrt endlich umfassend einzulösen
Zusätzlich die Geldsröme von Deutschland nach Afghanistan und zurück, vor „außer Kontrolle“ geratenen zweckentfremdeten Verwendungen bis hin zu Korruption und Abgeordnetenbestechung zu schützen.

Das setzt unser aller Forderung an den Deutschen Bundestag voraus, endlich die von der rotgrünen Bundesregierung unterzeichnete UNO- Konvention gegen Korruption und Abgeordnetenbestechung zu ratifizieren.

Darüberhinaus gitl es, an die kultur- wie systemübergreifende Praxis des KSZE Prozesses als Regionalkonferenz für Europa in Helsinki 1975 anzuknüpfen und auch hier den Deutschen Bundestag, wie die Bundesregierung nicht mit Aufforderungen zu verschonen, endlich, Anträge auf eine KSZE Konferenz in der Kaukasus Region Afghanistan/Pakistan, Iran, Usbekistan u.a. Anrainerstaaten zu fordern und zu fördern.

Siehe auch meine Freitags Frage und Blog Beitrag:

01.09.2009 um 15:35 Ist Bundeswehr- Afghanistan Einsatz die „Größte Anzunehmende Provokation „GAP“ unserer Demokratie

01.09.2009 um 16:36 Während sich der Deutsche Bundestag seit Jahren weigert, die von der rotgrünen Bundesregierung unterzeichnete UNO- Charta gegen Korruption und Abgeordnetenbestechung, zu ratifizieren, wird genau von diesem Bunestag das „Größte Anzunehmende Rad“ GAR“ durch den unbefristeten Bundeswehr- Einsatz in Afghanistan vor Ort und per Rücklauf von Geldern daheim an demokratiefern parteinahe Organisationen, Stiftungen angestossen!, oder? Wenn das nicht die „Größte Anzunehmende Provokation „GAP“ unserer Demokratie ist, was dann? Ich stimme für PRO

02.09.2009 um 01:13 Joachim Petrick
Ist Afghanistan Bundeswehreinsatz eine Provokation der Demokratie?
Ist der Bundeswehreinsatz in Afghanistan die "größte anzunehmende Provokation" (GAP) unserer Demokratie? Während sich der Deutsche Bundestag seit Jahren weigert, die von der rotgrünen Bundesregierung unterzeichnete UNO- Charta gegen Korruption und Abgeordnetenbestechung, zu r... >> mehr

24.08.2009 um 17:07 Joachim Petrick
[ 1 ]
"Raus aus der Angela Merkel "Aff- Kan Nit Verstan Politik"!
"Raus aus der Angela Merkel "Aff- Kan Nit Verstan Politik"!  Angela Merkels "Aff- kan nit verstan" Politik als Steinmeier Verschnitt "Schröderscher Aus- und Angabe" führt nicht etwa zu politschen Perpektiv- Entscheidungen im Bundeskanzleramt, geschweige denn in der CDU/CSU, sondern zur ... >> mehr

tschüss
JP

M1xP1yne 08.09.2009 | 19:18

@ tetenal

Bestenfalls unüberlegt, was Sie da schreiben.
Aber das Wichtigste dazu hat ja vomsehen schon geschrieben, und ich bin es leid, immer wieder die gleichen dumme Argumente und überlegten KOmmentare zu widerlegen. Das Sie das ganze nur aus der extremistisch feministischen Perspektive sehen, und auch noch persönlich werden, zeigt nur, welch Geistes Kind Sie sind.
Merke: Die "Guten" können halt nicht immer reden...

Joachim Petrick 08.09.2009 | 19:24

Ergänzte Fassung:

Hallo Diverse,
das ist ja schon einmal „Zunge mit Bild Zeigen“, statt der anhaltenden Angela Merkel Politk“Aff gan nit verstan!“

Wir sollten allerdings den Dienstherrn der Bundeswehr als Parlamentsarmee in Afghanistan, den Deutschen Bundestag, nicht aus seiner Fürsorgepflicht und Verantwortung entlassen, die politischen Versprechungen des zivilen Aufbaus der Gesellschaft in Afghanistan als de jure wie de facto Sichherheit für die dortige Zivilgesellschaft sowie die dort stationierten Truppenteile der Bundeswehr mit Klagerechten bewehrt endlich umfassend einzulösen
Zusätzlich die Geldsröme, Waffen- , Drogenhandel von Deutschland nach Afghanistan und zurück, vor „außer Kontrolle“ geratenen zweckentfremdeten Verwendungen bis hin zu Korruption und Abgeordnetenbestechung zu schützen.

Das setzt unser aller Forderung an den Deutschen Bundestag voraus, endlich die von der rotgrünen Bundesregierung unterzeichnete UNO- Konvention gegen Korruption und Abgeordnetenbestechung zu ratifizieren.

Darüberhinaus gitl es, an die kultur- wie systemübergreifende Praxis des KSZE Prozesses als Regionalkonferenz für Europa in Helsinki 1975 anzuknüpfen und auch hier den Deutschen Bundestag, wie die Bundesregierung nicht mit Aufforderungen zu verschonen, endlich, Anträge auf eine KSZE Konferenz in der Kaukasus Region Afghanistan/Pakistan, Iran, Usbekistan u.a. Anrainerstaaten zu fordern und zu fördern.

Das asymmetrischen Lohn- und Gehaltsgefälle zwischen Aufbauhelfer/innen privater, staatsnaher wie staatlicher Aufbauorganisationen per „Busch- Prämien“ in Afghanistan gegenüber den heimischen Einkommensverhältnissen vor Ort sollte sofort eingestelt werden.

Der Ersatz von Bundeswehreinheiten durch private Sicherheitsdienste wie die US- Privatarmee Blackwater mit garantierter Immunität trotz Vergehen, Übergriffen Verbrechen sollte unabdinglich ausgeschlossen sein!

Siehe auch meine Freitags Frage und Blog Beitrag:

01.09.2009 um 15:35 Ist Bundeswehr- Afghanistan Einsatz die „Größte Anzunehmende Provokation „GAP“ unserer Demokratie

01.09.2009 um 16:36 Während sich der Deutsche Bundestag seit Jahren weigert, die von der rotgrünen Bundesregierung unterzeichnete UNO- Charta gegen Korruption und Abgeordnetenbestechung, zu ratifizieren, wird genau von diesem Bunestag das „Größte Anzunehmende Rad“ GAR“ durch den unbefristeten Bundeswehr- Einsatz in Afghanistan vor Ort und per Rücklauf von Geldern daheim an demokratiefern parteinahe Organisationen, Stiftungen angestossen!, oder? Wenn das nicht die „Größte Anzunehmende Provokation „GAP“ unserer Demokratie ist, was dann? Ich stimme für PRO

02.09.2009 um 01:13 Joachim Petrick
Ist Afghanistan Bundeswehreinsatz eine Provokation der Demokratie?
Ist der Bundeswehreinsatz in Afghanistan die "größte anzunehmende Provokation" (GAP) unserer Demokratie? Während sich der Deutsche Bundestag seit Jahren weigert, die von der rotgrünen Bundesregierung unterzeichnete UNO- Charta gegen Korruption und Abgeordnetenbestechung, zu r... >> mehr

24.08.2009 um 17:07 Joachim Petrick
[ 1 ]
"Raus aus der Angela Merkel "Aff- Kan Nit Verstan Politik"!
"Raus aus der Angela Merkel "Aff- Kan Nit Verstan Politik"!  Angela Merkels "Aff- kan nit verstan" Politik als Steinmeier Verschnitt "Schröderscher Aus- und Angabe" führt nicht etwa zu politschen Perpektiv- Entscheidungen im Bundeskanzleramt, geschweige denn in der CDU/CSU, sondern zur ... >> mehr

15.07.2009 um 01:54 Sollte der Bundestag die UNO-Konvention gegen Korruption und Abgeordnetenbestechung ratifizieren?

tschüss
JP
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chatsundforen.zdf.de/ZDFforum/ZDFde/inhalt/10/0,1872,5241482,00/heute/F6537/

Hallo Frau Maier,
vielen Dank für Ihre zielführenden Hinweise im europäischen Ausland auf "Bürger/innen in Uniform", entsprechend dem Gründungsmythos der Inneren Führung der Bundeswehr durch Oberst Graf Baudissin, dem langsjährigen Direktor des Hamburger Instituts für Konflikt- und Friedensforschung..

tschüss
JP

Mittelstandskind Ost 08.09.2009 | 19:51

Demokratie, Terrorabwehr und Frauenbefreiung waren die Schlagwörter die auf den Fahnen des heiligen Afgahnistanfeldzugs gechrieben wurden. Aber jedem sollte klar sein das Fahnen nur zur Einlullung des Pöbels dienen.

Um die wahren Hintergründe des Krieges zu ergründen schließe ich mich der Sichtweise der RAWA (revolutionäre Vereinigung der Frauen Afgahnistans) an.

„Die USA marschierten in Afghanisten wegen ihrer geopolitischen, wirtschaftlichen und regionalen strategischen Interessen ein und um Afghanistan in einen starken Militärstützpunkt in der Region zu verwandeln. Da Afghanistan das Herz von Asien ist, würde es als guter Ausgangspunkt für die Kontrolle der umliegenden Länder wie Pakistan, China, Iran und vor allem der zentralasiatischen Republiken dienen. […]
Ein weiterer Grund für die Invasion in Afghanistan war, das Milliardengeschäft mit den Drogen in die Finger zu kriegen.[…] Die Opiumproduktion stieg um über 4400 Prozent. […]
Außerdem gibt es in Afghanistan große Vorkommen an Gas, Kupfer, Eisen und anderen Mineralien und Edelsteinen…“

(s. www.zmag.de/artikel/interview-mit-der-revolutionaeren-vereinigung-der-frauen-afghanistans )

Die Militäraktion ist eine geostrategisch, politisch und ökonomisch motivierte Langzeitintervention für die ein passender Legitimationsmantel aus Kulturkampf (Antiislamismus), Missionierungs- und Erlösungseifer (Demokratie, Frauenbefreiung, westliche Werte) und Bestrafung (11.September) gesponnen wurde.
Die Propaganda zu akzeptieren und sich noch vor den Karren spannen zu lassen (s. Grüne), also die Lügen der Macht zu glauben, lassen entweder auf Naivität oder Angst schließen.

Das deutsche Gemeinwesen spielt die löbliche Rolle eines Helfers und da wir dem großen Bruder bei einem großen Verbrechen (Mord, Raub, Freiheitsentzug etc.) behilflich sind, sollte man Deutschland einen Komplizen nennen. Wir alle die wir täglich dafür (oder zumindest nicht dagegen) eintreten dieses Gemeinwesen aufrecht zu erhalten sind sozusagen Komplizen des Komplizen, das entfernt uns vom eigentlichen Verbrechen, macht uns aber nicht minder schuldig.

Die BRD hat große irreversible Fehler (Krieg) gemacht. Ein Rückzug wäre ein weiterer Fehler, aber wahrscheinlich der kleinstmögliche. Eine Entschuldigung, der militärische Rückzug und Aufbauhilfe im Sinne des afahnischen Volkes wären das Mindeste an Wiedergutmachung.

Der Aufruf dieser Künstler und anderer Gutverdiener ist verständlich, aber wie immer elitär. Wie wäre es, wenn einfach erwähnt wird das die überwältigende Mehrheit der Deutschen gegen den Krieg sind
s. www.ftd.de/politik/international/:umfrage-deutsche-fuer-raschen-afghanistan-rueckzug/535422.html)
und das schon seit 2001.

Gruß MOST

Joachim Petrick 08.09.2009 | 19:51

Hallo Diverse,

siehe auch:

www.zdf.de/ZDFforum/foren/heute/F6537/msg2244217.php

Nötigt NATO mit Bundeswehr Schelte AngelaMerkel zum Einsatz der Luftwaffe?
 von: Joachim Petrick
 Erstellt am: 07.09.09, 15:01
 71 mal gelesen
Nötigt NATO mit Bundeswehr Schelte Merkel zum Einsatz der Luftwaffe?

Nötigt NATO mit der Bundeswehr Schelte, heillosen Kampfbomber Einsatz Leitung und Informationspolitik Bundesregierung zum Einsatz der Bundeswehr Luftwaffe in Afghanistan?

Sollte Verteidigungsminister Jung gegen sich selber Dizsiplinarverfahren anstreben?

Bundeswehr für Abzug aus Afghanistan von der NATO als Sündenbock präpariert?

Die militärische desolate Eskalation in Afghanistan schreitet neuerdings durch Befehle der Bundeswehr in Afghanistan voran!, dass sich sogar andere NATO-Partner über die Bundeswehr beklagen und Gerhard Schröder sich von dem Bundeswehr Einsatz in Afghanistan distanziert, die Rückkehr der Bundeswehr aus Afghanistan fordert!, oder?

Hat sich die Bundeswehr auf Gedeih Verderb ihres Rufes in Afghanistan der Luftherrschaft der US- Army im Rahmen der NATO- Truppenpräsenz in Afghanistan ausgeliefert, statt selber mit der Bundeswehr Luftwaffe zu operieren?
Ist die jetzige Schelte und prekäre Informationspolitik des NATO- Oberkommendierenden Generals der US- Streitkräfte in Afghanistan der Versuch, die Bundeswehr zum Einsatz der eigenen Bundeswehr Luftwaffe in Afghanistan zu nötigen?
Wird die Bundeswehr jetzt im Rahmen eines Abzugs Szenario der Barack Hussein Obama Adminstration als Sündenbock präpariert, als der „alte“ „hässliche Deutsche“ in der Welt vorgeführt?, während Bundesverteidigungsminister Josef Jung propagandistisch haltlose Positionen einnehmend in Duldungsstarre gegenüber der desolat eskalierenden Lage der Bundeswehr in Afghanistan verharrt?

Ist der Bundeswehreinsatz in Afghanistan die „größte anzunehmende Provokation" (GAP) unserer Demokratie?, statt der Taliban?

Während sich der Deutsche Bundestag seit Jahren weigert, die von der rotgrünen Bundesregierung unterzeichnete UNO- Charta gegen Korruption und Abgeordnetenbestechung, zu ratifizieren, wird genau von diesem Bundestag das „Größte Anzunehmende Rad“ GAR“ durch den unbefristeten Bundeswehr- Einsatz in Afghanistan vor Ort und per Rücklauf von Geldern daheim an demokratiefern parteinahe Organisationen, Stiftungen angestossen!, oder?
Wenn das nicht die „Größte Anzunehmende Provokation „GAP“ unserer Demokratie ist, was dann?

Sollte Bundesverteidigungsminister Jung gegen sich selber ein Dizsiplinarverfahren anstreben, weil er von anderen Ministerkollegen/innen in Bund und Land, beraten und verladen, seiner Fürsorgepflicht gegenüber Angehörigen der Bundeswehr in Afghanistan nicht im notwendigen Umfang nachkommen kann?

JP

Joachim Petrick 08.09.2009 | 22:32

Hallo Diverse,

siehe auch :

www.zdf.de/ZDFforum/foren/sendungen/frontal21/F4579/msg1839260.php

Die Bundeswehr in Afghanistan braucht zivlie Hilfe!
 von: Joachim Petrick
 Erstellt am: 25.10.08, 16:28
 3236 mal gelesen
Die Bundeswehr in Afghanistan braucht zivlie Hilfe!

Es geht hier nicht gegen die Bundeswehr sondern um die politische Verantwortung und Fürsorgepflicht gegenüber Angehörigen der Bundeswehr und der NGOs in Afghanistan. Es sind Militärs der Bundeswehr, die sich als Parlamenstarmee von der Bundesregierung, dem Deutschen Bundestag fühlen.
Militär kann nur ein Zeitfenster öffnen, offen halten. Veränderungen können nur zivile Kräfte ausgestalten, auf die Afghanistan nach wie vor zusammen mit den ausländischen Militär wie der Bundeswehr händeringend wartet!
Mein Vorschlag für eine Lösung:
Die von der Bundesregierung zugesagte versprochene zivile Aufbauhilfe in Afghanistan. Dreitausend Polizeiausbilder, Aufbau der Gerichtsbarkeit und deren Akzeptanz durch die Gesellschaft in Afghanistan wird forciert. Ausgebildete afghanische Polizeikräften erhalten von der Afghanischen Regierung gegen alle Einrede der War- Lords vor Ort und in der Regierung eine Einstellungsgarantie mit aufgebessertem Gehalt.
Die asymmetrische Vergütung von Arbeitskräften, NGO- Arbeitskräfte erhalten gigantisch aufgeblasene Busch- Zulagen zu Lasten der Steuerzahler der Völkergemeinschaft, die einheimischen Arbeitskräfte werden dagegen als Tagelöhner im Penny- Stockbereichbehandelt, wenn nicht gar von dem Aufbau in Afghanistan durch ausländische Kräfte ferngehalten.
Wie finden Sie meine Vorschläge?

Militärs der Bundeswehr fühlen sich als Parlamenstarmee von der Bundesregierung, dem Deutschen Bundestag beraten und verkauft.
Bundeswehr Afghanistaneinsatz haushaltspolitisch verschlüsselt, ohne Kosten- Transparenz !?
Wir erleben gegenwärtig in der Umschreibung des Auslandseinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan die reinsten Blütenmeere an Einfallsreichtum u. a. „Friedenseinsatz“, „Aufbauhilfe“ in assymmetrischer Gefahrenlage mit militärischem Charakter Prägung, bei niedrigen Kontakt Takten mit der einheimischen Bevölkerung, gähnender Langeweile, drohender Verwahrlosung, Verrohung der Gemüter in den hermetisch abgeriegelten Stammlagern der Bundeswehr im Norden Afghanistans. Was wird getan, dieses „ausgewilderte“ Bundeswehr Personal wieder „heil“ in unsere Zivilgesellschaft zurück zu führen?
Wehrtet den wilden Anfängen!
Erinnern wir uns“Es waren die ausgewilderten Khakibraunen Kolonialsoldaten des Deutschen Reiches, aus denen sich bruchlos vorrangig die SA der NSDAP rekrutierte“

Nur den Terminus Krieg, Verteidigungsfall am Hindukusch hören wir nicht, der wird strikt gemieden, wie das Weihwasser durch den Teufel?

Geschieht das nun aus Fürsorge unseres Verteidungsministers Jung für unsere Soldaten/innen, als Bürger/innen in Uniform am Hindukusch, oder geht es schlicht und ergreifend darum, auf „Deubel komme heraus“ einen bestimmten Versicherungsfall als Terminus zu vermeiden, der in den Haushalt des Verteidungsetats als Kriegsfall realiter einschlagend explodierend wie eine Kostenbombe zu Buche schlägt?

Werden anders herum gefragt, große Teile der Kosten für den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr ohne Kosten- Transparenz verschlüsselt in den allgemeinen Bundestaatshaushalt zu Lasten der Sozialen Systeme, der Sozialversicherung, eingebracht?
Gleichzeitig prosperiert die deutsche Rüstungsindustrie über den Rüstungstransfer in das Krisengebiet Afghanistan durch die Präsenz der Bundeswehr vor Ort und die fortschreitende Militarisierung in den Arainerstaaten Afghanistans!?
Bisher war gemäß Waffenlieferungskontrollgesetz, Außenwirtschaftsgesetz für deutsche Rüstungsfirmen die Lieferung in Kriegs- und Krisengebiete ausnahmslos verboten. Ist die Bundesregierung auch aus diesem Grund strikt dagegen, von Krieg in Afghanistan zu sprechen, um nicht gegen diese weiter bestehenden bundeseigenen Gesetze zu verstoßen?
Militärs der Bundeswehr, des Bundeswehrverbandes, beklagen unnötige Opfer unter den Bundeswehrangehörigen, fühlen sich als Parlamenstarmee von der Bundesregierung, dem Deutschen Bundestag beraten und verkauft. Die verprochene zivile Aufbauhilfe in Afghanistan bleibt weitgehend aus. Dreitausend Polizeiausbilder waren angesagt, eingetroffen sind gerade einmal knapp dreihundert. Ausgebildete afghanische Polizeikräfte werden von der Afghanischen Regierung, wenn überhaupt, nur zögerlich eingestellt und sträflich schlecht bezahlt, weil die Warlords der Regierung Kabuls in diesen Polizeikräften eine Gefährdung ihrer Macht und Politik in ihren angestammten Gebieten Afghanistans sehen.

Ich fürchte, es geht bei der Tolerierung des Drogenanbaus in Afghanistan, wenn nicht gar indirekt Förderung, durch die Interventionstruppen, um einen Angriff auf die Ressourcen der Sozialsysteme in den demokratischen Truppen- Entsender Staaten und Anrainerstaaten Afghanistans wie Pakistan, Usbekistan u. a..
Selbst Russland, der iran klagen schon über die Belastungen, die durch den Drogenanbau in ihren Sozial- Systemen, mit der Folge von Gefahrenlagen der Instabiltät in ihren Staaten, entstehen,

JP

Kleinempfaenger 08.09.2009 | 22:44

Im Prinzip find ich diesen Aufruf ok, nur sind die zwei Jahre wahrscheinlich zu wenig. Immerhin müsste man dann schon bald mit dem Truppenabzug beginnen, um einigermassen unhektisch im Zeitplan zu bleiben. Von einem stufenweisen Rückzug könnte dann keine Rede sein. Es würde eher nach Hals- über Kopf aussehen. Besser wären meiner Meinung nach mindestens 5 Jahre.
Das wichtigste ist allerdings das Bekenntnis, dass es auch mit mehr Waffen und Soldaten, bzw. Brücken und Brunnen im Sinne der angeblichen Ziele nicht mehr "besser" werden wird.

marsborn 08.09.2009 | 23:06

Sehr schön. Im Prinzip das, was die Kanzlerin heut in ihrer Erklärung gefordert hat: „klare Zeitvorgaben“ - zwei Jahre, und eine „Übergabestrategie“ mit zivilen Aufbaubrigaden Afghanistan an die (nicht vorhandene) Zivilgesellschaft zurückgeben. An wen richtet sich dieser Aufruf? Außer den wahlkampfheißen Linken, die den sofortigen Abzug wollen, koste es, was es wolle, wird wohl kaum jemand in Deutschland wiedersprechen! (Diskussion gibts nur im Detail: Reichen zwei Jahre; was wird aus der Region, wenn sie wieder sich selbst überlassen ist...) Sturm im Wasserglas der Wahlkampfredner? Oder linksmediale Nostalgie-Folkore: drei Dutzend "aufrechte" Intellektuelle gegen den Vietnam-, äh, Afghanistankrieg? Interessant wäre auch: Wer hat den Aufruf gestartet: Lud der Freitag gezielt diese Köpfe ein? Oder baten diese Köpfe den Freitag, hier veröffentlichen zu dürfen? (Wer schmückt wen? Kto kawo?) Heiteres déja vu...

Jakob Augstein 08.09.2009 | 23:25

Lieber Marsborn,

also die Bundeskanzlerin ist leider von 2 Jahren ganz weit entfernt. Da haben Sie was falsch verstanden. Fünf Jahre, mindestens, das ist ihr Horizont. Warum in dieser Zeit bewerkstelligt werden kann, was in den vergangenen acht Jahren nicht gelang - und was den Russen in zehn Jahren nicht gelungen ist - nämlich Afghanistan unter Konzrolle zu bekommen - das bleibt ihr Geheimnis.

Und zur Umfrage: Wir haben eine Reihe von Leuten, die wir respektieren gefragt, ob sie diesen Aufruf unterstützen.

Ihr JA

Joachim Petrick 08.09.2009 | 23:47

Hallo marsborn,
Ihre Frage:
"an wen richtet sich der Aufruf?"
finde ich entscheidend für den Erfolg dieses Aufrufs, wenn dieser mehr als ein Werbe- Gag auf der Jakobsleiter des Freitags ist.

Da sehe ich als Adressat eine gewisse Unschärfe in diesem Aufruf. deshalb schlage ich vor(s. o.)

"Vergesst den Deutschen Bundestag nicht als verantwortlichen Adressaten für den Einsatz der Bundeswehr als Parlamentsarmee in Afghanistan unter öffentlichen Druck zu setzen!

tschüss
JP

h.yuren 08.09.2009 | 23:53

der aufruf zielt gewiss in die richtige richtung. aber, wie most schon erwähnte, zu den gesichtern sollten die umfrage-ergebnisse kommen. immer wieder die umfragen zum krieg unterstreichen, vorzeigen und in erinnerung rufen. soweit ich weiß, ist die übergroße mehrheit der bevölkerung hierzulande gegen diesen krieg. das muss den "volksvertretern" möglichst täglich um die ohren gehauen werden, damit der wille der bevölkerung zum ausdruck gebracht wird. steter tropfen. hämmert es den betonköpfen in berlin ein! krieg ist kein mittel der politik mehr !

Joachim Petrick 09.09.2009 | 00:29

Hallo Mittelstandskind Ost,
geht es nicht auch um die sukzessive Militarisierung der ganzen Region, das Nabucco Pipeline Projekt zu sichern, den Iran wie dessen Anrainerstaaten unter Hochrüstungsdruck zu setzen?

"Das deutsche Gemeinwesen" als Adressat dieses Aufrufs in Verbindung als Aufruf an den Deutschen Bundestag und das Institut des Bundespäsidenten zu Protokoll unserer Geschichte wäre gut.

In diesem Sinne

tschüss
JP

Avatar
rainer-kuehn 09.09.2009 | 00:48

hallo herr yuren, ich stimme zu, aber nur so gesinnungsmäßig. warum sollen für die weltordnung, an der wir hier in deutschland so wunderbar partizipieren, nicht soldaten irgendwo kämpfen? selbst die soldaten sind doch gegen "den krieg" aufgrund ihrer politischen fehlbildung in offiziersseminaren. und bei jeder beerdigung ist das ganze volk, das sonst gegen den krieg ist, ganz stolz auf die gefallenen soldaten, für die lieber die anderen gefallen wären.
kurz: meine einzige gegenrede gegen ihren beitrag: krieg ist ein mittel der politik, und neu: der deutschen politik.
gegen ihren beitrag ist das andere polemisch, eher gegen den aufruf gerichtet. natürlich abzug, natürlich ende eingebildeten herrschafts- und ordnungsanspruches.
aber diese unsere wähler und nichtwähler machen das alles ohne protest mit. aufrufe sind was anderes - als wirksamer protest.

Joachim Petrick 09.09.2009 | 01:49

Anhang:

Hallo Diverse:

siehe auch :

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/raus-aus-der-angela-merkel-aff--kan-nit-verstan-politik

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/ist-afghanistan--bundeswehreinsatz-eine-provokation--der-demokratie

www.freitag.de/arena/debatte?id=656

blog.focus.de/metzger/archives/235?p=235=5

Xaver (21 Mai. 2007 - 21:16)
Hallo Herr Metzger,
Abgeordnetenbestechung ist seit 1994 (unter Kohl!) eine Straftat in Deutschland, auch der bestochene Abgeordnete macht sich strafbar (Quelle wikipedia: Abgeordnetenbestechung).
Herr Jürgen Gehb spricht einen wichtigen Aspekt an. Abgeordnete sind Teil der Legislative und sollten von der Exekutive und Justiz unabhängig sein (Gewaltenteilung). Ein schärfer formulierter Strattatbestand "Abgeordnetenbestechung" könnte die Gefahr in sich bergen, dass politisch missliebige Abgeordnete verfolgt werden.
Richtig ist, dass Deutschland die Uno-Konvention gegen Korruption nicht ratifiziert hat. Und
ich stimme Ihnen darin zu, dass in Deutschland Lobbyisten zu viel Einfluss auf die Politik haben. Den Hebel würde ich aber eher bei den Parteien ansetzen.
Nach meinem Eindruck läuft die Einflussnahme eher über die Machtzentren in den Parteien als über Abgeordnete. Diese nicken in Abstimmungen ab, was zuvor irgendwo ausgekungelt wurde.
Wie wäre es z.B. damit:
a) Parteien dürfen nur Spenden von eigenen Mitgliedern entgegen nehmen.
b) Nur natürliche Personen können Mitglieder von Parteien sein.

www.abgeordnetenwatch.de/klaus_ernst-650-5478--f203600.html#q203600

Von: Joachim Petrick
Sehr geehrter Herr Ernst,

da Sie mir trotz wiedeholter Anfrage meinerseits in der Wochenzeitung der Freitag ( www.freitag.de ) keine Antwort zu folgender Frage gegeben, frage ich Sie hier an dieser Stelle auf dieser Welle:
Sollte der Bundestag die UNO-Konvention gegen Korruption und Abgeordnetenbestechung ratifizieren?

Mit freundlichen Grüssen

Antwort von Klaus Ernst
6Empfehlungen
28.07.2009

Sehr geehrter Herr

Entschuldigen Sie bitte, dass es mit meiner Antwort etwas länger gedauert hat.

DIE LINKE hat einen Gesetzesentwurf zur Bekämpfung der Abgeordnetenbestechung erarbeitet (vgl. Drucksache 16/8979). Dazu gehört unter anderem auch die Forderung, die UN-Konvention gegen Korruption zu ratifizieren.

Darüber hinaus fordert DIE LINKE, dass Abgeordneten alle Nebeneinkünfte offenzulegen haben. Außerdem ist ein verbindliches Lobbyistenregister einzurichten, wo Lobbyisten sowie deren Auftraggeber mit Angabe der Aufwendungen geführt werden. So wird demokratische Willensbildung der Bürgerinnen und Bürger gestärkt.

In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass in Bundesministerien Mitarbeiter beschäftigt sind, die auf Gehaltslisten deutscher Konzernen wie der Deutschen Bank, BASF oder Daimler stehen. DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass diese Praxis beendet wird.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Ernst

Joachim Petrick 09.09.2009 | 02:01

Hallo marsborn,
siehe erläuternd auch meine Kommentare:

www.zdf.de/ZDFforum/foren/sendungen/frontal21/F4579/msg1831306.php
Afghanistaneinsatz der Bundeswehr ohne Kosten- Transparenz !?
 von: Joachim Petrick
 Erstellt am: 22.10.08, 00:41
 3230 mal gelesen
Afghanistaneinsatz der Bundeswehr haushaltspolitisch verschlüsselt, ohne Kosten- Transparenz !?

Wir erleben gegenwärtig in der Umschreibung des Auslandseinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan die reinsten Blütenmeere an Einfallsreichtum u. a. „Friedenseinsatz“, „Aufbauhilfe“ in assymmetrischer Gefahrenlage mit militärischem Charakter Prägung, bei niedrigen Kontakt Takten mit der einheimischen Bevölkerung.
Nur den Terminus Krieg, Verteidigungsfall am Hindukusch hören wir nicht, der wird strikt gemieden, wie das Weihwasser durch den Teufel?

Geschieht das nun aus Fürsorge unseres Verteidungsministers Jung für unsere Soldaten/innen, als Bürger/innen in Uniform am Hindukusch, oder geht es schlicht und ergreifend darum, auf „Deubel komme heraus“ einen bestimmten Versicheugsfall als Terminus zu vermeiden, der in den Haushalt des Verteidungsetas als Kriegsfall realiter einschlagend explodierend wie eine Kostenbombe zu Buche schlägt?

Werden anders herum gefragt, große Teile der Kosten für den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr ohne Kosten- Transparenz verschlüsselt in den allgemeinen Bundestaatshaushalt zu Lasten der Sozialen Systeme, der Sozialverisicherung, eingebracht?
Wer weiss da mehr?
Tschüs
JP

Re (2): Afghanistaneinsatz der Bundeswehr ohne Kosten- Transparenz !?
 von: Joachim Petrick
 Erstellt am: 30.04.09, 15:30
 524 mal gelesen
Hallo Rentner2005,
ich fürchte es geht in Afghanistan um die Veroppelung der globalen Finanzkrise mit der Aufrüstung und Militarisierung der dortigen Region unter dem Deckmantel eines fadenscheinig gewordenen UNO- Mandats?
Wenn Aussenminister Frank Walter Steimnmeier, angesichts von Opfern der Bundeswehr, pietetlos enthemmt wie ein Haupt- Feldwebel auf vorgeschobenem Feldposten klingt“Wir lassen uns durch Opfer von Bundeswehrangehörigen hier nicht von unserem Einsatz in Afghanistan abbringen, sollten wir in dieser Hinsicht alarmiert sein?
Der Waffenexport aus Deutschland in Krisen Regionen u. a. ist von 1998- 2003 um 70 % angstiegen mit dem Ergebnis, dass Deutschland hinter den US, Russland an dritter Stelle der Waffen Exporteure steht.
tschüss
JP

ichduersiees 09.09.2009 | 03:30

Äusserst lächerlicher und unbedachter Aufruf! Allein die Vorstellung dass nach einem Abzug der Soldaten innerhalb der nächsten zwei Jahre noch ein ziviles Engagement möglich wäre, zeugt doch von einer Naivität die ihresgleichen sucht. DIe ersten Opfer nach einem Abzug westlicher Soldaten(und damit wahrscheinlicher MAchtübernahme durch die TAliban, mindestens aber immer massiverer Terrorakte) werden Entwicklungshelfer sein( westliche wie auch Afghanen, da AFghanen die bei HIlfsorganisationen arbeiten als KOllaborateure gelten).

mahung 09.09.2009 | 03:42

@Urdulf

Von Armut im existenziellen Sinne kann sicher bei den von Ihnen als "Kulturzombies" bezeichneten Seelenlosen nicht die Rede sein. Auch im geistigen Sinne kann bei den meisten der Unterzeichnenden sicher nicht von Armut die Rede sein. Und da nehme ich meine geliebte Frau Kuttner und den Dirk von L. aus H. ausdrücklich nicht aus (und trotz "Feuchtgebiete" auch nicht meine liebe Frau Roche). Mir scheint ja fast, dass Sie, Ihr Stil legt dies nahe, direkt von SPON aus, die haben es nämlich gerade noch auf auf Ihrer Seite, herüber gewechselt sind, um die SPON-Forums-Kultur hier bei FREITAG.de einzuführen.

"Afghanen sind normale Menschen, die Freiheit und
ein modernes Leben lieben und ich finde es gut, wenn Deutschland ihnen dabei hilft."

Viele Mächte haben schon versucht den Afghanen zu "helfen". Im Stellvertretersinne wahlweise der graue dunkle Osten oder der farbenfrohe, frischluftige Westen mit seiner stets demokratischen und vor allem frauenbefreienden Grundattitüde. Den Afghanen selbst wart bei so viel ausländischer Beglückung ganz eigenartig zumute und sie vergaßen die Zeit - war es in den frühen Siebzigern - als Universitäten blühten, Frauen unverschleiert lebten und arbeiteten und Männer in mehr oder weniger geschmackvollen Westler-Anzügen rumliefen. So wie ihre Geschlechtsgenossen in der sog. zivilisierten Welt.

Dann kam der Russe, mit ihm der Amerikaner. Und es entstand der Mudschahedin bzw. Taliban. SPON-like verkürzt: elendes demokratiefeindliches Gezücht. Wer hat´s erfunden? Diesmal sicher nicht die Schweizer, oder vielleicht doch?

Die Soldaten sind dort - natürlich vornehmlich die deutschen - um zu zeigen, wie man humanitär militärisch interveniert. Sehr gelungen Das.

"Die afghanische Zivilbevölkerung hat die deutschen Soldaten bejubelt und ihnen sogar Geld zugesteckt aus Dankbarkeit für den Schlag mit den Tanklastern. "Unschuldige Zivilisten" laufen in so einem gefährlichen Gebiet nicht mitten in der Nacht um geklaute Tanklaster rum".

Ihre Betonung liegt auf "hat". Dem ist nichts hinzuzufügen. Der Rest ist wohl ziemlich, na ja, lächerlich. Der zuständige Minister weiß nicht mal was von bestätigten zivilen Opfern, aber Sie wissen von Jubel und zugestecktem Geld. Was angesichts der in diesem Land vorherrschenden Geldknappheit (bei der normalen Zivilbevölkerung jedenfalls) durchaus eine ganz, ganz große Geste wäre. Wahrscheinlich waren Sie am letzten Freitag dabei oder sind Satiriker des EULENSPIEGEL. Ich gebe Ihnen aber Recht, Wir, im Vergleich zu Afghanistan in einem Hochsicherheitstrakt sitzenden deutschen Oberlehrer, würden nie darauf kommen, einem im Schlamm steckenden Tanklaster seine Ladung abzuzapfen. Wir haben schließlich Bildung, Geld und Tankstellen. Und was wir nicht tun würden, würden DIE DA UNTEN wohl auch nicht tun. Schon gar nicht in der Region Kundus, wo das Tankstellennetz ähnlich gut ausgebaut ist wie in bspw. NRW ...

Apropos. Weil Sie es schon vorschlagen. Ich als mittelbar Betroffener. Wann marschiert endlich die Bundeswehr oder meinetwegen NEONAZAF-Schutztruppe in der Sächsischen Schweiz oder besser gleich der sächsischen Landeshauptstadt ein? Ich würde darum höflichst bitten! Nicht um Kulturzombies zu schützen, sondern mich.

Streifzug 09.09.2009 | 07:58

Dieser Aufruf ist nett gemeint allerdings abseits jeder Realität. In zwei Jahren steckt Deutschland tief in verschiedensten Formen militärischer Auseinandersetzungen und ist stark in das EU-Militärkonzept eingebunden.

Die Ursache der jetzigen Militäreinsätze, Ressourcensicherung und Machterhalt, werden im Gegenteil die Situation weiter verschärfen.

Die Art der Militäreinsätze hat bis dahin weiter unzählige zivile Opfer, Frauen und Kinder gefordert.

Das ganz ist eine Alibiveranstaltung um das Gewissen zu beruhigen, mehr ist es nicht und mehr kann es auch nicht sein.

kraij 09.09.2009 | 12:59

Naiver Aufruf, dem schliesse ich mich an.
Wenn raus dann doch ganz. BW inklusive aller ziviler Aufbauteams. Machen wir die Tür zu und lassen sich die afghanische Gesellschaft selbst heilen. Gehört natürlich ne ordentliche Portion Mut dazu aus der "Achse der Guten" auszusteigen. Im gleichen Atemzug verpflichtet sich die Bundesregierung jeglichen Handel mit Ländern in denen es noch zu Verstößen gegen die Menschnrechte kommt z.B. China, einzustellen. Aber ich schweife ab.
Wäre zumindest spannend zu sehen wie sich die "Talibankultur" weiterentwickelt.

Erstaunlicherweise scheint ein Großteil der Bevölkerung im Norden Afghanistans dies gerade nicht zu wollen.

Juvavist 09.09.2009 | 14:07

Dem Aufruf stimme ich abstrakt zu, geschichtlich und in Zusammenhängen denkend zu diesem Zeitpunkt aber nicht.
Mir wäre es auch lieber, die Bundeswehr könnte sich ohne weiteres aus dem Afghanistan-Schlamassel zurückziehen. -
Bereits als die Entscheidung unter Kanzler Schröder anstand und zustandekam, hatte ich erhebliche Zweifel und habe mich über die (zudem auch öffentlich geäußerten) Illusionen der meisten Politiker... oft sehr gewundert. (Schon die UdSSR hatte sich früher verrechnet.)
Allerdings war mir auch klar, dass das dezidiert friedlich gemeinte, minimale Engagement Deutschlands in Afghanistan ein Ausweichen der damaligen rot-grünen Regierung vor der drohenden Verwicklung Deutschlands in der Irak-Krieg gewesen ist, das kleinere Übel gleichsam und ein Zugeständnis gegenüber Bush.
Leider haben politische Entscheidungen dieser Art, wie man aber ahnen, ja wissen kann, unvermeidbare geschichtlich-politische Folgen.
Auch in dieser Angelegenheit ist nach der nun einmal vor Jahren (nach 11.09.) erfolgten Entscheidung Verantwortungsethik gefragt u n d Gesinnungsethik; Gesinnungsethik allein reicht politisch auch hier nicht aus.

Joachim Petrick 09.09.2009 | 14:08

Hallo kraij,
plädieren Sie nun für die "Achse des Guten"
oder für die
"Haxe des Guten?,
sind ja beide nicht von schlechten Eltern.

Afhanische Politiker und medienleute plädieren übrigens statt für NATO- Truppen im UNO- Auftrag für islamische Truppen aus den Anrainerstaaten zur Befriedung Afghanistans.
Wer hätte das gedacht!
Die Rettung der Bundesehr naht!?
tschüss
JP

ebertus 09.09.2009 | 14:31

"Im Laufe der kommenden zwei Jahre..."

ist Bushama-Taktik, schulterklopfendes Verstehen der doch so alternativlosen Sachzwänge. Was sollte denn in zwei Jahren anders sein, was nach sieben Jahren nicht mal auch nur halbwegs erkennbar ist? Schlimmer noch, was ohne Blackwater et al. - auf wessen payroll die Legionäre dann auch stehen mögen - selbst im Irak nicht funktionieren wird.

Erwartbar: Der Terror der angeblich "Bösen" wird uns hierzulande einholen, die entrüsteten Krokodilstränen dann in Strömen fliessen - und danach?

Ja, ab 05:45 wird zurückgeschossen...

Jakob Augstein 09.09.2009 | 14:42

Lieber juvavist,
mit der Moral ist es in der internationalen Politik so eine Sache. Ich selber glaube kaum, dass Moral in Wahrheit eine Rolle spielt. In meinem Bild dieses Politikbereichs spielen Interessen immer eine größere Rolle als Moral.
Am Ende sollte es aber vor allem darauf ankommen, was funktioniert - und dieser Afghanistan-Krieg funktioniert nicht. "Wir" gewinnen ihn nicht. Es ist darum schwer zu verstehen, was "wir" da eigentlich machen.
Der einzige einleuchtende Grund: Aus irgendeinem Stolz oder Machismo oder falsch verstandener Staatsraison wollen unsere Politiker in Deckung bleiben, keine Entscheidung fällen, sich hinter der internationalen Gemeinschaft verstecken. Motto: Wenn Frankreich und England abziehen, dann wir auch ...

Dabei haben Kanada und Holland bereits angekündigt, 2010 bzw 2011 abzuziehen. Ich sehe nicht, warum für Deutschland andere Maßstäbe gelten
sollen als für diese absolut respektablen Staaten.
Ihr JA

kraij 09.09.2009 | 14:44

Von mir aus soll das die Lösung sein @Joachim Petrick nur würde mich interessieren a) welche ernstzunehmenden afghanischen Politiker das sind, für welchen Teil des afghanischen Volkes sie sprechen und b) welches islamische Land bitte diese Truppen stellen sollen.
Bitte nur keine muslimischen Truppen schiitischer Glaubensauffassung, dann geht das fröhliche Gebombe der Taliban-Kulturkrieger nämlich in eine neue Runde.
Grundsätzlich denke ich nicht das Problem in der Konfession der Soldaten dort liegt. Ist eher ein Vorwand. Einigkeit unter den islamischen Staaten sehe ich auch nicht häufig und auch wegen ihrer Zimperlichkeit bezüglich dem Einsatz vom Polizei- bzw. militärischer Gewalt sind sie mir nicht gerade bekannt.

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klara 09.09.2009 | 15:37

S ist Krieg und ich begehre, nicht Schuld daran zu sein, Herr Gryphius und alle – reicht leider nicht. Damit kann man sich die Hände nicht in Unschuld waschen. Mit nahezu jedem Produkt, das man kauft, kann man Unrecht und Leid auf der Welt vergrößern. Und wer sagt mir, dass es für die Mädchen in Bangladesh besser ist, wenn ich kein T-Shirt mehr bei H kaufe? Wird sie dann arbeitslos, ihre Kinder verhungern lassen müssen – oder Revolutionärin?
Das ist ein Bild dafür, wie schwierig es ist, das Richtige zu tun - und das Falsche zu lassen. Da ist es nicht mal eben damit getan, dass man die eigene, mit dem Löffel gefressene Weisheit in die Gegend kotzt, ohne Rücksicht auf Verluste.

Nach dem Lesen vieler Kommentare hier habe ich das dringende Bedürfnis, meinem Ärger Ausdruck zu geben, Ärger und Befremdung angesichts einer durchscheinenden Selbstgerechtigkeit in Sachen Krieg und Frieden, die mir zuwider ist, und die noch nie zu irgendeinem Frieden geführt hat. Wer glaubt, alles (besser) zu wissen, verhindert von vornherein vernünftige Lösungen, machbare Schritte und Dialog. Es gibt keine reinen Menschen und keine reinen Taten. Es gibt kein Schwarz-Weiß. Niemand gehört nur zu den Guten. Dieses Absolutheitsgetue und „Haupt-sache-meine-Hände-bleiben-rein“ finde ich unerträglich.

Was ist Sache? „Wir“ – also unsere Soldaten, mit dem Mandat der von uns Deutschen gewählten Volksvertreter – befinden uns in Afghanistan, aus unterschiedlichen Gründen. Wahrscheinlich war das von vornherein falsch – und vermutlich dennoch mit nicht nur unsauberen Motiven erklärlich. Da war viel Angst, viel Irrationales – und ein ähnlich borniertes Beharren auf dem „Gutsein“ wie es einige „Linke“ hier zeigen. Also muss man gucken: War es (und was war) falsch – damals? Und was ist richtig – heute? Sofortiger Abzug der Soldaten? Was passiert dann?

Erstmal bleiben die anderen internationalen Truppen ja noch da, es gibt also nicht schlagartig weniger Krieg, weniger Tote, aber wir Deutschen hätten wenigstens nichts mehr damit zu tun,hätten keine eigenen Toten – und hätten auch keinen Einfluss mehr auf Entscheidungen. Will man das? Darf man das überhaupt wollen?

„Machen wir die Tür zu und lassen sich die afghanische Gesellschaft selbst heilen.“ Diese Forderung finde ich nicht nur unpolitisch, sondern auch so zynisch, dass mir die Spucke wegbleibt. Das widerspricht jeder Idee von Kommunikation, Völkersolidarität und auch Nachhaltigkeit. Das ist unmenschlich. Sowas in der Art könnte auch von der NPD kommen. Was für ein Menschen-Bild steht hinter einer solchen Aussage? Was soll das für ein Friedenshandeln sein, das den Terror sich selbst überlässt? Und dann auch noch hinterher zu schieben „Gehört natürlich ne ordentliche Portion Mut dazu aus der "Achse der Guten" auszusteigen.“ - unglaublich. Denn mit Mut hat das gar nichts zu tun,und mit "gut" noch weniger. Ich stelle mir vor, wie sich ein anonymer Kommentator die Hände reibt ob der Fehler seiner politischen Gegner, weil es so gut tut, hinter seinem Schreibtisch zu sitzen und recht gehabt zu haben, auch wenn dieses Rechthaben über Leichen geht, doch das ist ja da draußen, weit weg vom SChreibtisch, und der Kommentator trägt für nichts Verantwortung, nicht mal für seine billige Forderung. Denn er müsste für keine Konsequenz gerade stehen.

Wir haben angefangen mit militärischem „Engagement“ (Euphemismen gehören zum Krieg wie Tomaten zur Tomatensuppe) in Afghanistan, wie falsch das auch gewesen sein mag, jetzt kann man dort nicht einfach verschwinden und die Sache sich selbst überlassen. Das wäre feige und gemein. Im Gegenteil: Man muss Ent-Militarisierung und Dialog vorantreiben. Man muss dabei sein. Helfen. Mit jedem Mittel, das man hat und erübrigen kann. Das hat auch was mit Zeit zu tun. Mit Reden, Reden, Reden. Mit immer wieder Hinterfragen, was man wie mit wem tut und warum. Wenn man einen FEhler macht, oder wenn man - wohlmeinend, hoffe ich - das Falsche tut, um etwas Richtiges zu erreichen, muss man doch diesen Fehler einsehen, erkennen - und wieder gutmachen! Dann muss man es - besser machen! Jetzt werde ich glatt mal christlich: „Contritio cordis, confessio oris, satisfactio operis" (Zerknirschung des Herzens, Bekenntnis des Mundes, Genugtuung mit dem Werk).

Kurzum: Der Aufruf hier ist richtig.
Ausstieg aus dem Krieg – Ja. Ausstieg aus dem Friedensprozess – nein!

kraij 09.09.2009 | 16:45

Ja Klara, das war zynisch geschrieben und so sollte es auch herüber kommen. und wenn "Zynismus" und "Ironie" tropfen, betröpfeln sie anscheinend nicht jeden. So vermessen wie es von Ihnen ist meine Zeilen und damit mich in die Nähe der NPD zu rücken, so vermessen wäre es von mir Sie nach Ihren Zeilen als jammernden Gutmenschen hinzustellen.

Ich bin der Meinung das die gewälttätige Auseinandersetzung, in diesem konkreten Fall Krieg, immer als letztes Instrument herangezogen werden sollte aber ich würde sie niemals ausschliessen. Denn ich bin mir dessen bewusst auf Menschen treffen zu können die den Dialog nicht annehmen in ihrer Verblendung und wenn mein Freiheit bedroht wird habe ich das Recht mich auch offensiv zu verteidigen.

Die vorschnellen Verurteilungen und Tiraden gegenüber der Truppe in Afghanistan von Leuten im Land als auch von den Partnerländern, teilweise wurde sogar von Massaker an Zivilpersonen geschrieben, machen mich unendlich wütend.

Sie schreiben "Man muss Ent-Militarisierung und Dialog vorantreiben. Man muss dabei sein. Helfen. Mit jedem Mittel, das man hat und erübrigen kann. Das hat auch was mit Zeit zu tun. Mit Reden, Reden, Reden."

Das ist richtig .. solange der Dialog angenommen wird!
Nur denke ich das die Positionen der Taliban keine Basis für einen Dialog sind wie er von uns gesucht wird und wenn man meint das unsere Freiheit auch am Hindukusch verteidigt werden muss oder aus Solidarität den dort lebenden Menschen gegenüber Truppen dain verlegt, dann sollte man verdammt nochmal auch hinter ihnen stehen.

Schönen Tag noch

kraij 09.09.2009 | 16:46

ops - hier gehört es hin

Ja Klara, das war zynisch geschrieben und so sollte es auch herüber kommen. und wenn "Zynismus" und "Ironie" tropfen, betröpfeln sie anscheinend nicht jeden. So vermessen wie es von Ihnen ist meine Zeilen und damit mich in die Nähe der NPD zu rücken, so vermessen wäre es von mir Sie nach Ihren Zeilen als jammernden Gutmenschen hinzustellen.

Ich bin der Meinung das die gewälttätige Auseinandersetzung, in diesem konkreten Fall Krieg, immer als letztes Instrument herangezogen werden sollte aber ich würde sie niemals ausschliessen. Denn ich bin mir dessen bewusst auf Menschen treffen zu können die den Dialog nicht annehmen in ihrer Verblendung und wenn mein Freiheit bedroht wird habe ich das Recht mich auch offensiv zu verteidigen.

Die vorschnellen Verurteilungen und Tiraden gegenüber der Truppe in Afghanistan von Leuten im Land als auch von den Partnerländern, teilweise wurde sogar von Massaker an Zivilpersonen geschrieben, machen mich unendlich wütend.

Sie schreiben "Man muss Ent-Militarisierung und Dialog vorantreiben. Man muss dabei sein. Helfen. Mit jedem Mittel, das man hat und erübrigen kann. Das hat auch was mit Zeit zu tun. Mit Reden, Reden, Reden."

Das ist richtig .. solange der Dialog angenommen wird!
Nur denke ich das die Positionen der Taliban keine Basis für einen Dialog sind wie er von uns gesucht wird und wenn man meint das unsere Freiheit auch am Hindukusch verteidigt werden muss oder aus Solidarität den dort lebenden Menschen gegenüber Truppen dain verlegt, dann sollte man verdammt nochmal auch hinter ihnen stehen.

Schönen Tag noch

Avatar
sachichma 09.09.2009 | 17:20

> solche zahnlosen Forderungen

Hast Du ganz recht Miauxx, die hätten wenigstens mal laut fragen szollen wieviele Milliarden seit 2001 schon verpulvert wurden (Panzer, AWACS usw...)

Ist eigentlich alles zum lachen: da kommen ein paar Freaks, leben vollkommen easy in Hamburg und fliegen mit Fliegern in die Twin-Tower, - und die NATO geht nach Afghanistan. Mit dem ganzen Geld hätten wir hier viel mehr für Sicherheit sorgen können, sachichma....

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klara 09.09.2009 | 17:26

kraij, da habe Sie wohl gründlich missverstanden - tut mir Leid. Ich entschuldige mich für die NPD-Parallele - und weise zugleich den jammernden Gutmenschen vehement zurück ;-)

Ich weiß nicht, ob "unsere Freiheit auch am Hindukusch verteidigt" werden muss. Krieg bedeutet immer, dass es Interessen gibt, die nicht genannt werden - und dann entstehen solche Wortgebilde, bei denen man Mühe hat, Propaganda und Fiktion von Tatsachen zu unterscheiden. In deren Namen die Soldaten in den Tot und zum Töten geschickt werden. Auf allen Seiten.

Ich glaube auch nicht, dass man mit Leuten wie den Taliban "reden" kann. Ich fürchte aber, dass Lafontaine recht hat, wenn er meint, dass 10 minus 2 getötete Taliban = 20 Talibankämpfer ergeben können. Weil man diese Art von Hass nciht mit Gegengewalt bekämpfen kann. Das sind nur Versuche, von der eigenen Hilflosigkeit, der Ohnmacht in der Macht (des "Westens") sozusagen, abzulenken. Terror entsteht nicht einfach so. Aber Terroristen muss man bekämpfen, auch wenn die Welt nicht gerecht genug ist, alle Kulturen gleichberechtigt leben zu lassen. Es darf nicht sein, dass alle bluten und in Angst leben, weil einige den Hass zur Religion erheben. Was tun?

Erstmal ehrlich sein und sagen: Man weiß es nicht. Man weiß es nicht wirklich. Es ist wie bei so vielen Dingen: weder monokausal, noch ist "der Kapitalismus" als solcher Schuld, denn es gibt ihn nicht "als solchen".

Joachim Petrick 09.09.2009 | 17:37

Hallo kraij ,

vielleicht sollten wir Europäer uns davor hüten, militärisch zu eurozentrisch an die Konfliktherde unserer Einen Welt zu gehen, mehr mit der Symmetrie statt Asymmetrie in der Weltwirtschaft Konfliktherde austrocknen, für Rüstungskontrolle sorgen, den Waffenhandel international über Agenturen kontrollierend regulieren, die Einhaltung und Durchsetzung des Atomwaffensperrvertrages von 1957 auch von unseren Partnern USA, England, Frankreich, Russland, China, Indien, Pakistan einfordern, die Konfliktparteien vor Ort duch regionale KSZE- Prozesse in die Verantwortung nehmen

Matin Baraki (afghanischer Politikwissenschaftler) ist einer von den afghanischen Bürgern, die weltweit für den Einatz islamischer Truppen, von der UNO mandatiert, für die Befriedung Afghanistans plädieren.(s. Anhang).

tschüss
JP

Anhang:
PHOENIX RUNDE
Di, 08.09.09, 22.15 - 23.00 Uhr
 Fehler! Hyperlink-Referenz ungültig.
PHOENIX Runde (Quelle: PHOENIX)
Themenänderung
"Raus aus Afghanistan? - Zerreißprobe für die Nato"
Der Nato-Angriff auf die Tanklaster hat den Streit über die Militärmission in Afghanistan weiter angeheizt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich heute in einer Regierungserklärung hinter die Soldaten gestellt und den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr verteidigt. Zugleich wies sie die internationale Kritik am deutschen Einsatz in scharfer Form zurück. Trotzdem bleibt die Frage: Wie lange soll die Bundeswehr noch in Afghanistan bleiben?
Sendetermine
Mi, 09.09.09, 00.00 Uhr
Mi, 09.09.09, 09.15 Uhr
Mi, 09.09.09, 12.40 Uhr
Gaby Dietzen diskutiert in der PHOENIX Runde mit Ulrich Kirsch (Deutscher Bundeswehrverband), Ulrike Merten (SPD, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses), Andrew B. Denison (amerikanischer Publizist) und Matin Baraki (afghanischer Politikwissenschaftler).

Streifzug 09.09.2009 | 17:45

"Wir haben angefangen mit militärischem „Engagement“ (Euphemismen gehören zum Krieg wie Tomaten zur Tomatensuppe) in Afghanistan, wie falsch das auch gewesen sein mag, jetzt kann man dort nicht einfach verschwinden und die Sache sich selbst überlassen. Das wäre feige und gemein."

Erst gegen den Willen von 75% der Bevölkerung in einen Militäreinsatz, der zwangsläufig aufgrund seiner Struktur (low intensity conflict) stets zivile Opfer und ermordete Kinder nach sich zieht, ziehen und dann sagen: siehe oben. Hinterhältig.

Man kann viel rumreden, die Fakten sind eindeutig:

Wer solche Militäreinsätze, die erwiesenermaßen wegen Rohstoffsicherung und Machtinteressen geführt werden befürwortet, befürwortet den Mord an Zivilisten, Frauen und Kindern. Jeder Militärexperte wird es bestätigen. Viele Journalisten, die letztlich aus der gleichen Hand fressen die solche Militäreinsätze durchsetzt, sind da recht blind.

Wohin medial die Reise geht, kann man gut an solchen Artikeln in einer der größten deutschen Zeitungen nachlesen, in denen sogar fast im Klartext die entsprechenden Gruppierungen zum Fememord an Linken aufgerufen werden.

Anette Lack 09.09.2009 | 18:05

Tatsache ist: Seit langer Zeit ist bekannt, dass die angeblich friedlichen Einsätze der Bundeswehr und anderer Staaten in Afghanistan, nichts verbessert haben - bestenfalls marginal. Deutsche und ausländische Militärs, die vor Ort waren, haben dies mehrmals öffentlich geäussert. Es hat bloss keiner zugehört - oder wollte es nicht, weil wir dann hätten neu nachdenken müssen. Ich nehme mich da nicht aus, denn ich hatte die Informationen (s.o.). Nichthandeln aus Ratlosigkeit und, leider auch, Bequemlichkeit.

Das gilt offensichtlich für viele hier - es sei denn, sie hätten sich schon länger aktiv gegen diese Einsätze starkgemacht.

Und deswegen, wo wir schon beim Lateinischen (s.o.) sind: Si tacu isses... (Hättest Du geschwiegen...). Hier ist doch offensichtlich kaum einer besser als irgendein anderer, ob aus Bequemlichkeit, Desinteresse (nicht genügend informiert) oder Resignation. Was soll also die Nörgelei, wer an wem auch immer?

Hier ist ein Zeichen gesetzt worden mit dem Aufruf. Ich finde das sehr gut von der Redaktion des Freitag, und mutig von den Unterzeichnenden: Leute, die in der Öffentlichkeit stehen und auch von ihr abhängig sind, halten ihr Gesicht für ihre Überzeugung hin. Das ist mehr, als hier viele tun. Da ist es doch schnurzpiepe, ob das A, B oder C-Promis sind.

Ich kanns auch nicht mehr hören, wenn hier jede Handlung, die etwas BEWIRKEN soll, als "naiv" naiv abgetan wird. Da kann ich nur noch fragen: Und was machst DU?

Streifzug 09.09.2009 | 18:14

Der Aufruf bewirkt nichts und kann es auch nicht. Er ist naive Augenwischerei und verhindert durch das anvisierte Zeitfenster letztlich sogar das, was notwendig ist: ein sofortiges Ende.

Hier ist viel Augenwischerei im Spiel. Ein kleines verschämtes Lindenblatt als Alibifunktion.

"Nun hat unser Land eine Verantwortung übernommen, der wir nicht ausweichen wollen. Die deutschen Truppen können nicht unverzüglich abgezogen werden."

Dazu habe ich etwas weiter oben schon was geschrieben.

Bei strukturell unausweichlichem Mord an Zivilisten, Frauen und Kindern sollte es doch etwas konsequenter zur Sache gehen, oder nicht?

Anette Lack 09.09.2009 | 18:18

@Streifzüge:

Das kann sich aber nicht auf Kommentare im Internet beschränken! Sorry, aber mir platzt hier langsam der Kragen. Wir alle haben eine Verantwortung, und darum gehts mir. Ich kann mich doch nicht nur hinsetzen und sagen: Die sollen mal (damit meine ich nicht Dich.). Aber viele hier. Politik findet NICHT nur bei Wahlen statt.

Das fängt doch bei Aufrufen und Demos an! So hat es immer angefangen. Bitte werte doch nicht wichtige Instrumente der Demokratie ab.

Tell me: WAS. WILLST. DU.

Anette Lack 09.09.2009 | 18:25

@Streifzug:

"...verhindert durch das anvisierte Zeitfenster letztlich sogar das, was notwendig ist: ein sofortiges Ende."

Verhinderst Du das nicht auch indirekt: Indem Du Angela Merkel als Mörderin bezeichnest? Damit polarisierst Du, vielleicht nicht unbedingt hier, wir sind ja alle "links", irgendwie. Für mich ist das polemisch. Alle Soldaten sind Mörder übrigens auch. Was ist mit der Wehrpflicht usw.

Konsequent weitergedacht heisst das ja: Wir alle sind Mörder. Denn Angela Merkel ist eine von uns gewählte Kanzlerin.

Mich macht wütend, dass Du nur mit dem Finger auf andere zeigst. Es können doch nicht immer die anderen schuld sein!

kraij 09.09.2009 | 18:37

Dein Statement zu "Soldaten sind Mörder" trifft selbst nach Deiner Auffassung nur zu, wenn ein Handeln der Bundesregierung nach Richtlinien der Thinktank-analyse von Statement "Energiesicherheit 2050" bewiesen wäre.

Was soll ich sagen.. Die Analyse ist eine Alalyse mit Handlungsempfehlungen. MEHR nicht.. so abschäulich deren Inhalt und Rückschlüsse für Dich auch sein mögen. Solch eine Analyse findest du bestimmt auch bei anderen Institutionen oder politischen Gruppen.
Deine Definitionen beruhen, ich sage mal vorsichtig, auf einer bestimmten politischen Weltanschauung und selbst das mal vernachlässigend sind sie alles andere als absolut.

versuch mehr zu sehen als du sehen willst.
das gilt auch für die leute von der anderen seite des teiches ;)

Anette Lack 09.09.2009 | 18:40

Streifzug;

genau. Deswegen fühle ich mich ja so sch.... Und will irgendetwas machen. Da kann ich doch nicht hier an meinem Laptop bleiben!

Ich fühle mich mitschuldig, genau. Das meinte ich mit meinem Kommentar ganz oben. Das hier alle Dikutiererei, wer hier nun besser ist oder gerechter, überflüssig ist.

Übrigens bin ich auch nicht dafür, Taliban einfach so abzuknallen bwz. ihren Tod billigend in Kauf zu nehmen - wenn das noch ein "Friedenseinsatz" sein soll.

Anette Lack 09.09.2009 | 19:22

@Streifzug:

Ich muss auch weg... Nur das noch: Getötete Kinder in einem Krieg sind das Schlimmste. Aber diese Kinder haben auch Mütter und Väter, auch das könnten die "getöteten Zivilisten" sein. Und sie alle haben ein Leben. Das nicht weniger wert ist als unseres, weswegen wir es keinesfalls aufs Spiel setzen sollten. Darum geht es mir hier. Da sind mir auch die Zahlen, waren es nun wirklich 50,70, so egal. "Einer ist schon zuviel". Das passt auch hier.

Anette Lack 09.09.2009 | 19:22

@Streifzug:

Ich muss auch weg... Nur das noch: Getötete Kinder in einem Krieg sind das Schlimmste. Aber diese Kinder haben auch Mütter und Väter, auch das könnten die "getöteten Zivilisten" sein. Und sie alle haben nur ein Leben. Das nicht weniger wert ist als unseres, weswegen wir es keinesfalls aufs Spiel setzen sollten. Darum geht es mir hier. Da sind mir auch die Zahlen, waren es nun wirklich 50,70, so egal. "Einer ist schon zuviel". Das passt auch hier.

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gerhardhm 09.09.2009 | 19:51

Einerseits nochmal einen wichtigen Link zum deutschen "Bombenangriff" auf diese Tanker und die Reaktion der Verbündeten. Insbesondere der USA.
zmag.de/artikel/Ein-Dossier-der-Zivilen-Opfer-der-US-Luftangriffe-in-Afghanistan-Eine-Vollstaendige-Studie

Andererseit:
@Anna
Wenn überhaupt kommen wir hier nur noch mit ganz viel Naivität weiter. Zum Beispiel mit der Realisierung der Forderung, daß der Westen (jeder Einzelne!!! also) seinen Lebensstil grundsätzlich ändern muß. Im Sinne von Verteilungsgerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Solidarität, materieller Bescheidenheit,...
Meine Vorstellungskraft reicht allerdings, gebe ich zu, nicht aus, mir einen solchen weltweiten Wandel vorzustellen. Was könnte also heute ein für alle interessanter Beweggrund zu grundsätzlichen, für viele eben auch unbequemen Lebensänderungen sein? Ist der Westen auch nur ansatzweise bereit, auf seinen Wohlstand(bzw. was er dafür hält) zu verzichten? Bißchen viel Naivität in einem Kommentar. Ich weiß.
Die allseits bekannten Fakten zum Zustand der Erde sind deutliche Signale. Wer will die wirklich wissen? Immer weiter so. Nach uns die Sintflut, heißt die unausgesprochene Parole. Ich habe wahrscheinlich die mordbereite Eiseskälte jeglicher Machtpolitik immer noch nicht so recht begriffen.

Wir sitzen alle in einem verdammt kleinen Boot namens Erde. Einige scheinen zu glauben, es gäbe noch Ersatzboote für sie.

kraij 09.09.2009 | 19:52

hmm als die alliierten 45 dem naziregime ein ende bereiteten gab es auch zivile verluste. ich klammere hier einmal die bombenteppiche auf dresden etc aus. Die sind ein Thema für (Kriegsverbr.)
nur als gedankenanstoss...
haette man das regime weiter toben lassen sollen weil zivile verluste nicht hinnehmbar sind?

Es geht mir bei der Fragestellung um die Sache an sich, nicht um die Frage ob man gegen ein Land oder eine terroristische Verinigung Krieg führt.

ich weiss der vergleich wird womöglich hier zu protesten führen aber wenn man es auf das grundprinzip reduziert...

Urdulf 09.09.2009 | 20:46

@Mahnung
Danke für die umfangreiche Würdigung meines Beitrages.
Es gibt außer materieller und geistiger Armut auch noch seelische Armut.
Das mit Jubel und zugestecktem Geld hat ein Soldat vor Ort erlebt, dachte Sie lesen SPON.
usw. usf....

@Alle
Sehr erhellend für die Thematik ist auch mit Afghanen hier in Deutschland zu reden bevor man über die Köpfe der Betroffenen hinweg diskutiert. Ich habe dies getan und kann es nur weiterempfehlen.

ebertus 09.09.2009 | 21:02

Sofortiger Abzug!

Und wie bereits weiter oben gefragt:

"Was sollte denn in zwei Jahren anders sein, was nach (gut) sieben Jahren nicht mal auch nur halbwegs erkennbar ist?

Und noch einer...?

Wem bei Merkels Historie schlimmstenfalls noch die FDJ-Sekretärin einfällt, dessen/deren Geschichtsbild entspricht dem täglich vermittelten, dahingehend blindbefeckten medialen Mainstream. Mein Geschichtsbild schließt 2003-Merkel ein, ihre Nähe zu Bush und die Sympathie für die "Koalition der Willigen". Mit einer damalige Kanzlerin ständen wir heute vielleicht noch etwas weiter westlich, wären u.U. bereits mehr abgestumpft; und dürften das wirklich Krieg nennen, hätten den schon an der "Heimatfront".

Mehr derartige Artikel bitte:

www.politonline.ch/index.cfm?content=news=569

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rainer-kuehn 09.09.2009 | 21:14

Die SU ist bestimmt nicht, ja ja, die utopische Ordnungsmacht der Welt gewesen, aber wo sie - gegen falsche Freiheit, gegen gelogene Demokratie, und gegen gefährliche militärische Gegner (WIR) - sich einsetzte, war realpolitische Vernunft konstatierbar.
Man kann das sehen, wie man will (beliebig). Ich sehe es so (prinzipiell für die SU). - Ich weiß, daß man das in einer Demokratie nicht sagen sollte.

mahung 09.09.2009 | 22:26

@Urdulf

"Danke für die umfangreiche Würdigung meines Beitrages."

Keine Ursache. Immer wieder gern.

"Das mit Jubel und zugestecktem Geld hat ein Soldat vor Ort erlebt, dachte Sie lesen SPON."

SPON lesen: ja. SPON alles glauben: nein.

"Es gibt außer materieller und geistiger Armut auch noch seelische Armut."

Meinen Sie jetzt die Unterzeichner oder mich?

"Sehr erhellend für die Thematik ist auch mit Afghanen hier in Deutschland zu reden bevor man über die Köpfe der Betroffenen hinweg diskutiert. Ich habe dies getan und kann es nur weiterempfehlen."

Abgesehen mal davon, dass ich Ihnen das nicht so richtig abnehme, meinen Sie wirklich das der "Exil-Afghane" an sich "die Betroffenen" und deren Einstellungen und Lebenswirklichkeiten vor Ort wirklich allgemeingültig beurteilen kann oder will? Ich jedenfalls nicht. Kann mich noch gut an die Exil-Iraker erinnern, die George W. Bush und seine Invasion begrüßten und für absolut richtig hielten.

Janusz Biene 10.09.2009 | 01:31

Ich habe mir gerade die zweite Hälfte von "Hart aber fair" angetan. Ich habe mich dabei über fast alle Teilnehmer geärgert, aber eine oft wiederholte Äußerung ist besonders hängen geblieben:

Michelle Friedman, Ex-General Kujat, Staatsminister Erler und MdB Polenz haben in Variationen gefordert, dass die Deutschen den Soldaten mehr Anerkennung schenken und geschlossener hinter ihrer Armee stehen sollen. Die Soldaten würden schließlich ihren Kopf für uns hinhalten.

Leider verstehe ich nicht, warum ich die Bundeswehr am Hindukusch unterstützen soll. Ich respektiere das Leben der Soldaten in dieser einzigen Extremsituation. Mehr aber auch nicht. Warum?

1. Ich befürchte, dass die Soldaten ihr Leben umsonst riskieren. Sie halten nicht den Kopf für uns hin, nicht damit wir sicherer leben. Das impliziert dieser Begriff. Sie kämpfen stattdessen und vergrößern damit die Terrorgefahr.

2. Ich als Bürger und das deutsche Volk als Souverän haben mit der Entscheidung zur Entsendung der Bundeswehr nichts zu tun gehabt. Wir wurden nicht gefragt. Wir sind dagegen. Warum sollen wir die Bundeswehr also für ihren Einsatz lobpreisen?

Es ist wichtig, staatliche und wirtschaftliche Institutionen, immer kritisch zu hinterfragen, zu kritisieren. Es gibt für mich keinen Grund der Bundeswehr zu vertrauen, genauso wenig wie dem BKA und BND. Sie bringen mir nichts und ich kann nicht beurteilen, was sie machen.

Warum sie dann bedingungslos unterstützen? Die Forderung danach halte ich für Propaganda, für Volksverdummung. Blinde Unterstützung macht nur blind. Was meint ihr?

Was die Frage nach Abzug pro/kontra angeht bin ich unentschieden - aus verschiedenen anderen Gründen.

Joachim Petrick 10.09.2009 | 03:21

Hallo Janusz Biene,
ich glaube, es ist das schlechte Gewissen der Politiker/innen durch die parlamentarische Bank und Medienleute, die die Bundeswehr beraten und nach Afghanistan verladen, ihre Versprechen für den zivilen Aufbau in Afghanistan zur Entlastung der Bevölkerung und Bundeswehr vor Ort nicht eingelöst, nun Verdienstorden für Tapferkeit im Dienst von Bundeswehr Angehörigen kreieren und populistisch einen Beistand für die Bundeswehr in Afghanistan wie einen hohlen Zahn stilisieren.

JP

Joachim Petrick 10.09.2009 | 04:50

Hallo Wahlarena,
da habt ihr ja eine interessante Freitagsfrage der Woche in die Wahlarena gestellt.

Wie ist denn die eigentliche Wahl der Freitagsfrage der Woche in der und für die Freitags Community ausgegangen?

Persönlich interessiert mich, wie es da bei dieser Auswahl für meine Freitagsfrage der Woche ausgegangen ist:

01.09.2009 um 15:35 Ist Bundeswehr- Afghanistan Einsatz die „Größte Anzunehmende Provokation „GAP“ unserer Demokratie?

tschüss
JP

Anette Lack 10.09.2009 | 08:59

@kraji:

Vorab. Ich bin ein Sprachfanatiker. Sprache, frei nach Marx, bestimmt mit das Bewusstsein.

Und deswegen finde ich den Ausdruck "zivile Verluste" zynisch. Wir können uns nicht immer die Leben klarmachen, die hinter den Zahlen einer Katastrophe stecken - wie dann noch ruhig schlafen? Bei Kriegen aber sollten wir es. Bei Angriffen, die willkürlich sind, an denen wir mittels unseres Regierungsmandats beteiligt sind. Es klingt banal, aber wenn das Deine Tochter, Dein Sohn wäre, Deine Schwester...

Herzlich, Anna

Anette Lack 10.09.2009 | 09:07

Lieber GerhardHM;

danke, völlige Zustimmung. Ich musste mich auch schon als Aktivistin titulieren lassen (wg. Demoaufruf). Letztlich haben die Aktivisten, s. Greenpeace etc., etwas verändert.

Ihren Satz mit dem Boot hat meine Tochter (17) gestern ganz ähnlich gesagt: "Manche verhalten sich, als hätten sie noch eine zweite Erde in der Tasche." Womit die Leute motivieren? Ist das Gefühl, an EINER (guten) Sache mitzuwirken, anstatt allein vor der Glotze vs. Computer zu sitzen, nicht ein gutes? Der Grund, warum Leute Ehrenämter ausüben etc.? Das müssten wir einfach noch mehr vermitteln. Jugendliche erlebe ich da im Moment sehr ansprechbar (und zwar nicht nur meine Tochter, auch ihre Freunde und Bekannten.)

Herzliche Grüße, Anna (und, bitte bleib "naiv"!)

knorpeli 10.09.2009 | 10:26

Übrigens: Für einen baldigen Abzug sprechen gravierende verfassungsrechtliche, völkerrechtliche, strafrechtliche sowie völkerstrafrechtliche Bedenken (Jürgen Rose). Ihm stimme ich vorbehaltlos zu.
Die deutsche Armee ist (mal abgesehen von den materiellen und geopolitischen Interessen, die dort "verteidigt" werden) in Afghanistan hinein gestolpert, wie die Amerikaner in den Irak. Ohne Konzept, ohne die kulturellen und historischen Fakten zu reflektieren. Wer Wind sät, wird Sturm ernten; ein Sprichwort, das in diesem falle mal voll trifft. Wer glaubt, die Lage in diesem Land sei militärisch unter Kontrolle zu bekommen, hat z.B. von den USA in Vietnam und den Russen in Afghanistan nichts gelernt.
In der Tat halte ich es allerdings auch für sehr schwierig, jetzt (oder in 2 Jahren) aus dem Land zu gehen. Denn die notwendige zivile Hilfe wird unter dem, in den letzten Jahren geschürten, Hass leiden. Und mit jedem "Fehler", wie die Bombardierung der Tanklastzüge, wird dieser Hass wachsen. Trotzdem müssen alle Möglichkeiten erörtert und abgewogen werden.
Es gibt keine Alternative zu einem baldigen Abzug - außer wir, Deutschland, akzeptieren, dass Menschenblut für geostrategische Zwecke fliessen muss!

Im Übrigen sehe ich desöfteren auf der Straße vollverschleierte Frauen. Wann zieht endlich die Bundeswehr in diese Stadtviertel ein, und befreit diese Frauen aus ihrer Burka? Jaja, man kann jedes Thema auf vielerlei Art diskutieren........

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gerhardhm 10.09.2009 | 10:47

Liebe Anna, viele gibt es, die wollen die Welt retten. Dabei wäre viel gewonnen, sie würden sich selbst retten. Also wirklich zu sich selber kommen. Den eigenen Lebensgrund finden und annehmen können. Mit sich selbst zutiefst einverstanden und in Frieden mit sich und anderen leben können. Dann würden sie vielleicht verstehen, daß die Welt auf diese politische, wirtschaftliche, militärische, mediale... Weise gar nicht gerettet werden kann. Genau das beweisen wir uns tagtäglich.
Ich glaube, es kann keine intellektuelle Lösung unserer großen Probleme geben.(Der "kleinen" schon gar nicht.) Die wirkliche Lösung kann nur eine emotionale sein. Aus sehr gut bekannten und erklärbaren Gründen haben die meisten Menschen genau davor eine Riesenangst. Die Kräfte, das richtige Leben zu vermeiden, sind offensichtlich immer noch(?) die stärkeren.
Immerhin erinnern wir uns aber doch an manchen Feiertagen noch an früher schon mal erlebte Möglichkeiten.
Im übrigen bin auch ich nur einer von fast 7 Mrd. bzw. 80 Mill. Entsprechend groß und klein sind meine Verantwortung und meine Möglichkeiten. Und auch ich sollte mehr versuchen.

kraij 10.09.2009 | 14:38

Eines wird von Kommentaren wie diesen immer unberücksichtigt belassen. Eine zivile Hilfe wie zB zum Aufbau von Schulen, AUCH für Mädchen, wäre ohne die parallele Stationierung von Truppen überhaupt nicht realisierbar gewesen.

So ist Ihre Aussage überhaupt nicht haltbar.

Und dann immer dieses Gerede von Fehlern und geschürtem Hass. Fehler wurden so einige gemacht aber ... ("Und mit jedem "Fehler", wie die Bombardierung der Tanklastzüge, wird dieser Hass wachsen.")

Wo informieren Sie sich? Alles was ich an Interviews und Recherven von in und um Kunduz lese, aus welcher Quelle auch immer bestätigt den Rückhalt den die BW in der Bevölkerung, auch bezüglich dieses Bombardements hat.

Der letzte Absatz... ohne Worte

cms 10.09.2009 | 14:49

"Der Gegner ist keine Armee, sondern eine Kultur."
So sehr ich einige der Unterzeichner schätze, so wenig verstehe ich immer noch, warum die Taliban eine Kultur sein sollen.
Den zweiten Absatz halte ich für durchaus richtig, wenn ich mich auch Frage, ob der Zeitraum realistisch ist (ich kann das definitiv nicht beurteilen).
Was ich falsch finde, ist nur den Deutschen Abzug zu fordern. Warum an den Grenzen Halt machen? Ist das "Engagement" der anderen Staaten gerechtfertigter?

cms 10.09.2009 | 15:30

Lieber Janusz,
ich würde das so fast unterschreiben.

"Sie halten nicht den Kopf für uns hin, nicht damit wir sicherer leben."
Mir persönlich bringt es (zumindest subjektiv) rein gar nichts, wenn die Bundewehr in Afghanistan ist. Wenn es einen Grund geben sollte, dass sie dort ist, dann um der Afghanen willen.

Was die Forderungen nach mehr Unterstützung angeht: Blinde Unterstützung und das Zurückhalten von Kritik kann und darf in einer Demokratie nicht gewünscht sein. Nicht bei der Bundeswehr, nicht beim BND und noch nicht einmal was das Grundgesetz angeht. Wir müssen auf politischer Ebene meiner Ansicht nach immer alles hinterfragen.

Grüße,
CMS

skydreamer 10.09.2009 | 15:44

@Streifzug (hoffentlich kommt der Kommentar an die richtige Stelle)
Ihr Zitat:
"Erst gegen den Willen von 75% der Bevölkerung in einen Militäreinsatz, der zwangsläufig aufgrund seiner Struktur (low intensity conflict) stets zivile Opfer und ermordete Kinder nach sich zieht, ziehen und dann sagen: siehe oben. Hinterhältig."

Ich möchte an dieser Stelle klara nochmal verteidigen. Ich bin da ähnlicher Meinung wie sie, vor allem in der von Ihnen zitierten Passage. Deshalb meine Frage: Wie kommen Sie an solche Zahlen von 75% Ablehnung am Anfang des Konflikts? Ich hab hier eine ganz andere gefunden:
www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1078653/61-Prozent-der-Deutschen-Raus-aus-Afghanistan.html
Da steht 62% Zustimmung zum Bundeswehreinsatz vs. ein Drittel Ablehnung (2002!). Sogar die PDS hat bei der Entscheidung 2001 überlegt, (vereinzelt) dem Einsatz zuzustimmen:
www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,173685,00.html
Gerade deshalb wehre ich mich dagegen, jetzt panisch abzuziehen und Afghanistan sich selber zu überlassen, nur weil die Zustimmung in Umfragen umgeschlagen ist. Gerade diejenigen, die 2001 noch für einen Einsatz gestimmt haben und jetzt für einen Rückzug sind, sollten sich fragen, was für einen Bärendienst sie der Völkergemeinschaft (nicht vergessen, wir haben ein UN-Mandat!) damit erweisen wollen.
Das kommt mir ein wenig vor wie all die anderen typischen "Links-Attitüden": "Ja, bitte mehr staatliche Wohltaten für (fast) alle, aber bitte nicht von meinen Steuergeldern!"
Oder übertragen auf den Afghanistan-Konflikt: "Ja, lasst uns etwas tun für die Menschen-, insbesondere Frauenrechte in Afghanistan, aber bitte die Hände nicht schmutzig machen dabei."
Dann gehen wir lieber auf eine Friedensdemo und wählen die Linkspartei. Die wirds schon richten...

P.S.: Sorry für den Zynismus, der ist mir überkommen nach dem Lesen einiger Kommentare hier.

miauxx 10.09.2009 | 17:10

@cms

Glauben Sie etwa daran, dass es einzig um den Feind "Taliban" geht? Aber vielmehr, wenn es so ist und wir von einer homogenen Gruppe der "Taliban" reden können, warum sprechen Sie denen ab, eine Kultur zu sein? Damit formuliert sich nämlich eines der Hauptprobleme bezüglich "humanitären Engagements" des Westens: Die offenbar gänzliche Ignoranz bestehender kultureller und gesellschaftlicher Gegebenheiten in "solch rückständigen Gebieten".
"Die Taliban" sind nicht eine x-beliebige kriminelle Erscheinung, die man einfach mal mit Gewalt ausrotten muss. Sie haben ihre Geschichte, an der der Westen nicht ganz unschuldig ist, und auch bestimmte soziologische Begründungen. So lange das ignoriert wird, neuerdings sogar gegen besseres Wissen seitens führender Militärs, schafft der Westen dort nur eine exponentiell steigende Terrorgefahr anstatt sie zu bekämpfen.
An dieser Stelle möchte ich auch einmal zur Verteidigung der 'Linken' sagen, dass es sich bei ihrer "Raus-aus-Afghanistan-Rhetorik" nicht um neuerliches Wahlkampfgetöse handelt, wie es hier viele unterstellen, sondern das die Partei diese Linie eigentlich nie anders vertreten hat und sich die Argumentation auch nicht wesentlich verschoben hat. Schlimm genug, dass der Rest der parlamentarischen Landschaft eine Kriegskoalition bildet.

Joachim Petrick 10.09.2009 | 17:55

Hallo cms,

ganz nebenbei, die Anwort auf Ihre Bemerkung kennt nicht nur der Wind, ich kenne diese zum Teil auch.
Martin Walsr wird grollend wie andere anmerken“Lesen Sie denn nicht mein Werke, insbesondere den monetären Börsenteil?“
Hosrt Eberhard Richter hält es mit dem Trichter seiner unbescheidenen Bescheidenheit zur rechten Zeit:
“Jetzt habe ich erst einmal genug geredet. Was meinen Sie dahinten ja, der mit dem Bart. Sagen Sie doch auch mal was!“
Elfriede Jelinek wird sagen:
“Ich halte es hier in Wien mit und ohne Spleen außerhäusig kaum aus, wie sollte ich es da schaffen, den Literatur- Nobelpreis persönlich entgegen zu nehmen. Was soll ich hier kommentieren, gehen Sie mir doch am besten ab in eins meiner Theaterstücke“.
Roger Willemsen wird sagen
“Gute Bemerkung!, nächste Bemerkung! Ich habe Guantanmo Häftlinge interviewt. Meine veröffentlichten Interviews müssen Sie nicht unbedingt lesen, aber es würde der Debatte hier im Freitags Meinungsmedium nicht schaden.“
Gretchen Dutschke wird schreiben
“Vielen Dank!
Nett dass nicht alle nur nach Rudi fragen, endlich darf ich hier in Deutschland nach dem Jan Philipp Reemtsma, Wolfgang Kraushaar Desaster Halbe Dutschke Treppe, Heisse Rudi Bermuda Drei Ecke auch mal wieder als Gretchen was sagen.
Harry Rowohlt wird schreiben.
„Da sage ich nur Lindenstraße und lese weiter heiter literarische Evergreens statt Everglates vor“.
Marianne Koch wird schreiben:
„wenn ich mit über vierzig meinen medizinischen Doktor gemacht,, weil mir das mimische Flimmern in der Klapper Kiste zu langweilig wurde, werde ich ja wohl, Drei nach Neun, Schwarze Katze, einen Kommentar im Freitag zum Thema „Für Abzug“ oder wo geht es zur Dunstabzugshaube hinkriegen, wie er mir und Ihnen und vor allen Ihnen dahinten nicht gefällt.
Katharina Thalbach wird schreiben:
„Mein Name ist nicht nur Kommentar sondern Programm.
Fahren wir alle Unterzeichner/innen, die wir sind, nach Afghanistan in jedes Thal und lassen die Bäche unbeschossen fließen.
Worauf Sarah Kuttner dazwischen pfeifend schreibt:
“Okay Katti, ich zieh mir ne Kutte ohne n über. Dann wird alles gut!"
Darauf läßt Daniela Dahn sich zum Kommentare bitten:
“Kein Westen ohne Osten. KeinOstenohneWesten!“
Aber Frau Dahn, wo bleibt da der Norden Afghanistans, zu schweigen vom Süden?
„Lesen Sie mein nächstes Buch!“. „Huch“!
Worauf Jürgen Flimm Cristoph Hein zuraunt:
“Ob ich aus dem Werk idantisch ein Drama draus inszenieren kann?“
„Woher soll ich das wissenß“, schreibt postwendend Cristoph Hein, „mein geschmetterter Kommentar sind die zwanzijährigen Wurzeln im Freitag.“

Nur Friedrich Schorlemmer greift nicht etwa aus den Freitags Katakomben bidlhaft erschienen kommend zur Schorle, sondern bekennt menschlich, ich bin, angesichts diesen gewaltigen SPD- Themas „Außer Bild“ „Für Abzug“ ganz scholle, aber ich bleibe am Freitag dran und wann.

Die Bedeutenden Übrigen Unterzeichner/innen schreiben am besten hier im Freitag kommentierend für sich selbst.

tschüss
JP

BendlerBlogger 10.09.2009 | 19:49

Es ist extrem auffällig, dass sowohl unter den so genannten Intellektuellen, Künstlern und Experten so gut wie keiner jemals selbst eine Waffe in der Hand gehalten hat. Die Perspektive der Soldatinnen und Soldaten ist ihnen damit ebenso fremd wie den meisten Politikern, die über den Einsatz entscheiden. Genau diese Perspektive ist es, die fehlt - unabhängig davon, ob man den Einsatz befürwortet oder nicht. Die Soldatinnen und Soldaten haben in Deutschland keine Stimme - und genau das entlarvt auch diesen Aufruf als ein eitles, selbstbezügliches Statement meinungsreicher aber wissensloser Menschen, die es zwar gut meinen, aber nicht bereit sind, sich auf das Fremde, dass sich im Militärischen verbirgt, einzulassen. Das macht die Debatte so abstrakt.
bendler-blog.de/

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rainer-kuehn 10.09.2009 | 20:16

Ich finde diesen Aufruf - bei aller meiner Kritik - schon mal besser als meine 15 Monate bei der Bundeswehr, um die Waffen des Gegners kennenzulernen. Und etwas Richtiges vom warmen Schreibtisch aus gesagt ist besser als die Forderung, man solle selbst erst mal Kriegserfahrungen machen. Nein, soll keiner.
Soldat ist ein "aufzuhebender" Beruf.
Armee ist eine "aufzuhebende" Insitution.
Krieg ist ein "aufzuhebendes" Mittel der Bereicherung.

Joachim Petrick 10.09.2009 | 20:37

Hallo BendlerBlogger.
darf ich Sie an kritische Stimmen innerhalb der Bundeswehr erinnern(s. Anhang) und daran, dass aktuell Angehörigen/innen der Bundeswehr als Bürgern/inen in Uniform in Afghanistan entgegen ihrem Recht der Meinungsfreiheit öffentliche Meinungsbekundungen im Internet untersagt wurden.(s. aktuell buschntv von heute mit Jürgen Todenhöfer ( www.n-tv.de/busch/Letzter-Ausweg-Abzug-article497595.html ).

tschüss
Jp

Anhang:

Re (3): Es gibt bereits einen Tread über dieses Thema.
 von: Joachim Petrick
 Erstellt am: 04.09.09, 02:33
 1408 mal gelesen
Hallo realthink-munich,
ich glaube Sie wollen mich trotz des Ernstes der Lage und des Themas Bundeswehreinsat in Afghanistan veräppeln. Glauben Sie wirkich as ehem. Zeitsoldat in den Hochglanz Broschüren, die vom Bund finanziert herausgegeben werden, Kritische Äußerungen zu finden?
Allein das Stichwort"Bundeswehrverband/Kritik am Afghanistaneinsatz" macht sSie per Mausklick fündig:

Bundeswehrverband "alles andere als zufrieden"
Schlechte Noten für den Afghanistan-Einsatz
/Bernhard Gertz fand deutliche Worte für die Probleme des Afghanistan-Einsatzes. ]
Der Deutsche Bundeswehrverband hat den internationalen Einsatz in Afghanistan erneut scharf kritisiert. Der Verbandsvorsitzende Bernhard Gertz bemängelte vor allem das "ausgesprochene Missverhältnis" zwischen den geringen Ausgaben für den zivilen Aufbau und den hohen für den Militäreinsatz. Deutschland habe in den vergangenen Jahren rund 2,9 Milliarden Euro für die militärische Präsenz in Afghanistan ausgegeben, aber nur 950 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Landes. "Wir sind mit den Ergebnissen des zivilen Wiederaufbaus und der Stabilisierung alles andere als zufrieden", sagte Gertz in Berlin.
Zudem warf er der Bundesregierung vor, eine Mitverantwortung für die Verschärfung der Sicherheitslage zu tragen. Der Kampf gegen den Terror sei nur zu gewinnen, wenn man die Bevölkerung für sich gewinne und wenn in dem Land eine selbsttragende Sicherheitsstruktur entstehe. Zum wiederholten Mal warnte der scheidende Verbandsvorsitzende vor der Einschätzung, der Anti-Terror-Kampf am Hindukusch sei militärisch zu gewinnen.
Mangelhafte Ausbildung von Polizei und Armee
/inland/gertzkritik100-magnifier_pos-2.html/inland/gertzkritik100-magnifier_pos-2.html[Bildunterschrift: 157 Polizeiausbilder für ein ganzes Land - Gertz hält das für viel zu wenig. ]
Erhebliche Defizite sieht Gertz auch bei der Ausbildung der afghanischen Polizei. 157 Ausbilder seien für ein Land dieser Größe viel zu wenig. Notfalls müsse Deutschland daher über zusätzliche Kapazitäten bei der Bundespolizei nachdenken. Besser verlaufe zwar der Aufbau der afghanischen Armee. Doch von den 70.000 afghanischen Soldaten, die bis 2010 einsatzbereit sein sollten, würden bislang nur 37.000 gezählt. Davon seien höchstens 16.000 bereits einsatzbereit.
Zustimmung von Oppositionsparteien
Unterstützung erhielt der Bundeswehrverband von Oppositionspolitikern. Die sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Birgit Homburger, sagte: "Entscheidend ist, dass wir endlich vorankommen beim Aufbau der afghanischen Sicherheitsstrukturen, insbesondere im Bereich der Polizeiausbildung."
Der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin unterstrich das festgestellte Missverhältnis zwischen militärischen und zivilen Ausgaben für Afghanistan. Er erinnerte daran, dass seine Partei immer wieder eine Ausweitung der Mittel für den zivilen Aufbau Afghanistans gefordert habe: "Wir werden die Bundesregierung nicht aus ihrer Verantwortung entlassen und fordern eine sofortige Aufstockung um 100 Millionen Euro für den zivilen Aufbau."
Letzer großer öffentlicher Auftritt
Der 63-jährige Gertz gibt sein Amt Anfang nächsten Monats auf. Die Pressekonferenz in Berlin war sein letzter großer Auftritt in seiner 15-jährigen Amtszeit als Verbandschef. Der Bundeswehrverband ist eine Art Soldaten-Gewerkschaft, der die Interessen von mehr als 200.000 Soldatinnen und Soldaten vertritt.

Joachim Petrick 10.09.2009 | 20:50

siehe auch meinen Kommentar:

www.freitag.de/positionen/0937-kanzlerin-merkel-afghanistan-bundeswehr-luftangriff

Afghanistan | 10.09.2009 05:00 | Jakob Augstein

Kanzlerin im Krieg

Joachim Petrick schrieb am 10.09.2009 um 18:20

Lieber JA,
schreiben Sie sich stellvertretend für die inbeded Medien Zunft in Rage, die wider besseres Wissens jahrelang beim Thema Afghanistan wie Kosovo Einsatz in Duldungsstarre verfiel?
Auch gut und Dank für diesen Satz:
„Die Folgen von Nichthandeln werden uns genauso zugerechnet wie die Folgen von Handeln“, hat Angela Merkel im Bundestag gesagt. Dieser Satz ist eine Binsenweisheit, er ist scheinklug und einfältig. Aber, benutzt im politischen Geschäft, ist er noch mehr, nämlich eine zynische Lüge“.

Dabei kommt mir der Satz von Angela Merkel eher eilig scheiheilig, denn scheinklug vor, weil es um die Einnebelung der eigentlichen Spuren der Energie- Strategien des $, €, Yen- Sterling Pfund, Rubel Währungsraumes geht, die die Bundeswehr politisch beraten nach Afghanistan verladen und verraten

Wobei ich befürchte, dass dieser Satz Angela Merkels erst der Auftakt zu dem Versuch der Einnebelung durch Bagatellisierung ist, dem eine Kampagne der Lüge im Namen pathetisch vorgetragenen Schein- Patriotismus für Beistand, Ehrung und Anerkennung des Einsatzes der Bundeswehr in fernen wie nahen Regionen wie in Afghanistan folgen wird wie das missbrauchte Amen in der Kirche.

Ihr folgender Satz ist auch nicht schlecht gebrüllt:
„Mit Blick auf die Kriegspolitik dieser Regierung wäre man schon froh, sie würde sich den Folgen ihres Handelns gewachsen zeigen, anstatt sich mit den Folgen ihrer Unterlassungen zu belasten“.

Wobei es in Afghanistan, wie Verteidigungsminster Franz Jodef Jung in Schüben der Offenbarung bis hin zur Selbstanzeige glüht, nicht um Krieg, sondern um die Installation eines Willkür- Systems in Afghanistan geht, das nicht einmal den juristisch belastbaren Grad eines Besatzungsregimes anstrebt.
Warum?,
weil es in der Kaukasusregion nicht um Kriegs- sondern um Energiepolitik mit Mitteln militärischer Interventionen geht, wie u. a. Jürgen Todenhöfer Heute bei busch.nv belegte..( www.n-tv.de/busch/Letzter-Ausweg-Abzug-article497595.html ).

Insofern halte ich Ihren vorliegenden Artikel nicht für mutig, sondern für Notwehr einer jahrelang mit Gewissensbissen geplagten Seele aus der inbeded schreibenden Zunft.

Dafür haben Sie meinen vollen Respekt. Danke!

tschüss
JP

Magda 11.09.2009 | 12:36

"das entlarvt auch diesen Aufruf als ein eitles, selbstbezügliches Statement meinungsreicher aber wissensloser Menschen, die es zwar gut meinen, aber nicht bereit sind, sich auf das Fremde, dass sich im Militärischen verbirgt, einzulassen. Das macht die Debatte so abstrakt."

Danke, ist schon recht. Das reicht schon zur Einsicht: Hier sollten auch solche Bürger über den Abzug diskutieren, die wissen, wie es ist, wenn man die Hand am Abzug hat.

Sprachlich am Abgrund ist schon so eine Wendung wie
"so genannten Intellektuellen, Künstlern und Experten" - Das gibt argumentativen Punkt-Abzug.

Stillgestanden, weggetreten.

vomsehen 11.09.2009 | 12:37

Ich hab das weiter oben schon mal angedeutet: In Afghanistan gab es bis 1978 eine ziemlich üble Diktatur, die aus "westlicher" Sicht den Vorteil hatte, dass sie gewissermaßen Äquidistanz zu den Blöcken hielt. 1978 wurde diese Regierung durch einen (populären!) Militärputsch gestürzt - und die neue Regierung lehnte sich stärker an den Osten als an den Westen. Daraufhin begannen die USA, aber auch die BRD und viele andere, die sog. Mudschaheddin gegen die "Linksregierung" in Kabul aufzurüsten... Woraufhin Kabul die Russen gerufen hat. Im Westen galten sie "Freiheitskämpfer" unbesehen als Helden, die Grünen haben sogar Geld für sie gesammelt. Nach dem Sieg zerfiel die Mudschaheddin-Allianz, verstrickte sich in endlose Machtkämpfe auf Kosten der Bevölkerung, bis die "Taleban" sich durchsetzten. Die kamen nicht vom Mars, sondern aus der Freiheitslämpfer-Allianz. Und wer seinerzeit etwas genauer hingesehen hätte, hätte die UdSSR in der Auseinandersetzung unterstützen müssen - dann jedenfalls, wer er die gleichen "Menschenrechts"-Kriterien angelegt hätte, die heute der Grund sein sollen für die Besatzung des Landes.

vomsehen 11.09.2009 | 12:41

Ich hab das weiter oben schon mal angedeutet: In Afghanistan gab es bis 1978 eine ziemlich üble Diktatur, die aus "westlicher" Sicht den Vorteil hatte, dass sie gewissermaßen Äquidistanz zu den Blöcken hielt. 1978 wurde diese Regierung durch einen (populären!) Militärputsch gestürzt - und die neue Regierung lehnte sich stärker an den Osten als an den Westen. Daraufhin begannen die USA, aber auch die BRD und viele andere, die sog. Mudschaheddin gegen die "Linksregierung" in Kabul aufzurüsten... Woraufhin Kabul die Russen gerufen hat. Im Westen galten sie "Freiheitskämpfer" unbesehen als Helden, die Grünen haben sogar Geld für sie gesammelt. Nach dem Sieg zerfiel die Mudschaheddin-Allianz, verstrickte sich in endlose Machtkämpfe auf Kosten der Bevölkerung, bis die "Taleban" sich durchsetzten. Die kamen nicht vom Mars, sondern aus der Freiheitskämpfer-Allianz. Und wer seinerzeit etwas genauer hingesehen hätte, hätte die UdSSR in der Auseinandersetzung unterstützen müssen - dann jedenfalls, wer er die gleichen "Menschenrechts"-Kriterien angelegt hätte, die heute der Grund sein sollen für die Besetzung des Landes.

Joachim Petrick 11.09.2009 | 17:39

Hallo Magda,

Potzblitz, was für ein schneidges Kommando!:

"Sprachlich am Abgrund ist schon so eine Wendung wie
"so genannten Intellektuellen, Künstlern und Experten" - Das gibt argumentativen Punkt-Abzug.

Stillgestanden, weggetreten."

Da fällt mir doch glatt das Kommando ein:
"Die Augen links!Helm ab zum Gebet!",
warum?, weiss ich auch nicht mehr.
Links um!, zurück Marsch Marsch!, wäre auch nicht schlecht!, oder?
tschüss
JP

Streifzug 11.09.2009 | 22:26

@skydreamer

Ob sich klara über diesen argumentativen Bärendienst freuen kann, wage ich zu bezweifeln.

Die Argumentation zeigt deutlich alle Schwachpunkte auf. Bei diesen "Umfragen" werden manipulativ Äpfel mit Birnen verglichen.

Was bedeutet "Zustimmung zum Bundeswehreinsatz"?

Weil in Deutschland Militäreinsätze mit Todesfolgen bei Zivilisten bisher stets mit einer 75% + Mehrheit abgelehnt wurden und werden, begann die Lügerei. Man log der Bevölkerung vor, es ginge nur um einen "Aufbaueinsatz" ohne Anwendung von Gewalt. Deutsche Soldaten würden als "Friedenstruppe" niemals Gewalt gegen Zivilisten anwenden. Trotzdem war die Entscheidung im Bundestag umstritten. Fachleute haben damals schon darauf hingewiesen, dass es ohne Opfer unter der Zivilbevölkerung nicht abgehen wird. Man hat ihnen lauthals widersprochen.

Nun gibt es die Toten unter der Zivilbevölkerung. Die Lügen der Medien und der Politiker werden offensichtlich. Die Umfragenwerte natürlich schlechter.

Aber die Lügerei geht weiter.

Wie kommen die aktuellen Zahlen zustande? Ganz einfach. Man fragt jetzt sinngemäß: "Wollen Sie, dass die deutschen Truppen Afghanistan sofort verlassen, selbst wenn es bedeutet, dass dann unschuldige Frauen und Kinder sofort von blutrünstigen Taliban überfallen werden?"

Man fragt natürlich nicht: "Wollen sie, dass die Truppen Afghanistan sofort verlassen, wenn dadurch sichergestellt wird, dass es keine weiteren Todesopfer mehr gibt?"

Wie man sieht, haben bestimmte Kreise wie eh und je kein Problem damit Menschen zu belügen, selbst wenn es unschuldige Menschenleben kostet.

E H 12.09.2009 | 13:13

Disqualifiziert! Und zwar in mindestens zweierlei Hinsicht:
1) Nirgendwo im Beitrag ist die Rede davon, dass es sich um "die" Intellektuellen Deutschlands handelt.
2) Auch wer sich "eigentlich für recht allgmein Gebildet und Interessiert" hält, die gute Hälfte der Zeichner dieses Aufrufes jedoch nicht kennt, sollte nach einem solch peinlichen Statement in sich gehen und erkennen, dass etwas mit seiner selbstgerechten Eigenwahrnehmung als "eigentlich" Gebildeter nicht ganz korrekt sein kann. Es ist keine Schande, jemanden nicht zu kennen. Es verrät jedoch ein gravierendes Desinteresse am Zeitgeschehen, wenn man nicht in der Lage ist, mal 12 oder 13 Namen bei Google oder Wikipedia einzugeben, um sich wenigstens einen Überblick zu verschaffen, ehe man abschätzige Urteile über Menschen fällt, die man zugegebenermaßen nicht kennt.

Ach ja: Auch wenn Friedrich Schorlemmer in Ihren Augen lediglich B- oder C-prominent ist, meine Hochachtung hat er dennoch. Er hat seine Freiheit und Unversehrtheit riskiert und in der DDR schon Jahre vor 1989 laut seine Meinung gesagt zu demokratischen Defiziten, Umweltverschmutzung, dem Verfall der Städte etc. pp. Sein Name befindet sich auf einer Liste der Stasi für Menschen, die im Falle des Falles (bei einem Aufstand o.ä.) interniert werden sollten. Sie hingegen labern ohne jedes Risiko einzugehen bequem aus ihrem Computersessel heraus in die Welt. Haben Sie je etwas riskiert?

Mit freundlichen Grüßen

Robespierre 12.09.2009 | 17:41

Euer Aufruf in Ehren, doch hat sich Deutschland nicht in diesen Krieg "verwickeln lassen", sondern ist ganz bewusst und interessegeleitet eingetreten. Ross und Reiter zu nennen ist offensichtlich auch nicht eure Sache. Man will ja auch niemandem weh tun, nicht wahr? Warum sollte die Bundeswehr nicht sofort abgezogen werden? Am besten mit Wehrminister Jung gleich mit.

bernd005 13.09.2009 | 01:09

Mein erstgeschriebener Kommentar verschwand-----also nochmal
Bin entsetzt über diesen Aufruf , weil er davon spricht , das wir uns haben reinziehen liessen in diesen Krieg-pfui Unwort-in diese Friedensmission.Auch die erste Weltfriedensmission 1914-18 bekann für uns nur, weil wir uns haben reinziehen lassen . Auch Weltfriedensmission Zwo 1939-45 Begann durch Zurückreinziehenlassen in Gleiwitz.....ui ui
Da lass ich mich dann doch gern von der Linken-Forderung RAUS AUS AFGHANISTAN -JETZT! ranziehen (nicht reinziehen) UND wünsche alle unsere Politiker , die sich haben in Friedensmissionen (Somalia, Sudan , Kongo , Jugoslawien)REINZIEHEN liessen ,vor das UN-Tribunal in DenHaag !Aber das ist nur für die , die unser Reinziehenlassen gar nicht mögen , und uns bei sich rausschieben wollen aus ihren durch unsere Friedensmission zerbombten Länder. Afghanistan ist ja nur der Anfang- spätere Ziele werden ja irgendwann China Russland ua sein , dort lassen wir uns dann wieder reinziehen um dort viel Rohstoffe rauszuziehen , so wie wir es in den Friedensmissionen 1914-18/33-45 /99 usw. taten.
Nun gut, auch da werden wir dann , wie im og.Aufruf nach erledigter Arbeit einen neuen Aufruf starten , der baldigen Abzug der Friedensmissionstruppen mit ihren Spähpanzern , AWACS-Flugzeugen und anderen Friedenswaffen von KraussMaffay usw.anmahnt.Nur brauchen wir dann neue Aufrufer.
Gruss bernd005 BNantke

Berlinerjung 13.09.2009 | 13:57

um @bernd zusätzlich zu bestätigen:

Brückenkopf Afghanistan -
Hintergrund. Über das Land am Hindukusch versucht die deutsche Herrschaftsriege seit über 100 Jahren, Einfluß in Zentralasien zu erlangen

www.jungewelt.de/2009/09-11/022.php

dieser Aufruf kommt übrigens auch zu Wort:

"Friedensstifter des Tages: 25 Intellektuelle

Wahlkampfzeiten sind Appellzeiten. Da die »politische Klasse« sich dabei um Krieg und Krise drücken möchte, wird das moralische Gewissen tätig. Dafür hat Deutschland seine Dichter und Denker. Im Freitag beziehen nun 25 Geistesschaffende in einem Aufruf Stellung für den Abzug der Bundeswehr aus dem afghanischen Schlamassel: Schriftsteller, Medienleute, Musiker, Ärzte und Theologen. Daniela Dahn, Martin Walser, Charlotte Roche, Christoph Hein etc. Ihre Initiative und ihr Ziel sind zu begrüßen. Doch Klarheit schaffen sie nicht.

Im Gegenteil: Eine Nebelwand weht uns entgegen. Für SPD und Feldgrün gibt es Schonkost statt Saures. Kurz vor dem Urnengang möchte man diesen wohl nicht zu sehr auf die Stiefel treten. Bald werden es also 4500 deutsche Soldaten sein, die dort ihren »Dienst tun«. Kein guter Ort, denn: »Am Hindukusch wird Krieg geführt.« Intellektuelle Redlichkeit beginnt heute ja schon bei der zutreffenden Bezeichnung einer offenkundigen Sache. Das Passiv läßt Verantwortliche außen vor. An ihre Stelle tritt eine unglückliche Fügung: »Deutschland hat sich in diesen Krieg verwickeln lassen.« Der Gegner sei »keine Armee, sondern eine Kultur«. Dann ist Blackwater wohl eine Hochkultur.

Der Ruf nach einem »Raus aus Afghanistan« wird lauter. Durch den deutschen Tatbeitrag von Kundus ist der Krieg stärker in die hiesige Öffentlichkeit gedrungen. Doch diesen »rauchenden Colt« läßt der Aufstand der Aufrechten unbeachtet. Unser Land solle seiner übernommenen Verantwortung nicht ausweichen und in zwei Jahren den Übergang »zum nicht-militärischen Engagement« vollziehen. Realpolitiker und Logistiker haben wir genug – Intellektuelle sollten sich um Grundsätzliches kümmern.

Krieg nennen sie Krieg. Doch das Morden, auch das mit dem Joystick, bleibt außen vor. Dieser Aufruf unterläßt »das Vernünftigste, was sich überhaupt tun läßt« (Kurt Tucholsky): den Krieg zu entehren."

(pst)

www.jungewelt.de/2009/09-12/043.php

der Freitag war mal links, heute ist er kaum mehr 'mitte links', sehr schade, es gibt zum Glück noch Alternativen..

PuntaDiLancia 15.09.2009 | 19:11

"Schritt für Schritt muss sich die Bundeswehr zurückziehen und müssen zivile Aufbauorganisationen an ihre Stelle treten."

Niemand wird dem gutgemeinten Ansinnen widersprechen wollen. Die Frage ist jedoch, wer die zivilen Aufbauorganisationen gegen die Taliban schützen soll bzw. wer deren Sicherheit garantiert. Sollen es die im Land dann noch verbliebenen NATO-Soldaten minus Bundeswehr sein? Dann wäre der Rückzug ja Heuchelei. Oder glauben die Intellektuellen, dass diese zivilen Organisationen von den afghanischen Sicherheitskräften geschützt werden können? Doch können sie dafür die Hand ins Feuer legen? Das würde ich sicher nicht anraten. Da "der Gegner eine Kultur" sein soll, fragt sich, ob die Intellektuellen meinen, dass die NATO im Unterschied zu den Taliban eine Barbarei vertritt. Nicht nur die sieben Frauen unter den Intellektuellen, aber gerade sie sollten da antworten.
Zum Verständnis meiner Kritik: Ich bin nicht a priori dagegen, dass die NATO und damit auch die Bundeswehr abzieht. Doch ich bin dagegen, den Preis, den das hat, zu verschweigen und sich den Abzug schönzureden mit "zivilen Aufbauorganisationen". Die wird es nicht geben, sondern nur noch Reorganisation der Taliban und ihrer Barbarei. Man sollte intellektuell redlich sein als Intellektuelle(r)!

Neanderthaler 26.09.2009 | 15:12

Hallo Allerseits,

der Aufruf ist sicherlich ein guter Schritt in die richtige Richtung, und viele der Unterzeichner haben persönlich meine vollste Sympathie.

AAABER:
Warum ein Abzug in zwei Jahren?
Warum an dieser empfindlichen Stelle wieder mal Rücksicht auf "Sachzwänge" nehmen??

Fakt ist: Kein Gesetz, kein Politiker und kein zweifelhafter Bündnispartner kann Deutschland davon abhalten, am 28.09. um 00:01 Uhr Afghanistan umgehend zu verlassen. Das ganze Gerede um eine "Exit-Strategie" soll nur vernebeln, dass man damit die eigenen Fehler eingestehen würde.

Deswegen empfehle ich hier eine neue Strategie:
(Achtung, für Pfeiffen: Polemisch sehr zugespitzt!)

Die Wallace-Exit-Strategie
Frei nach dem Film "Braveheart" - Forderungen der Schotten an die Engländer:

Eure Armee wird sich sofort aus diesem Land zurück ziehen. Auf dem Nachhauseweg werdet ihr an jedem Haus halt machen und euch bei jeder Frau, jedem Mann und jedem Kind dafür entschuldigen, dass ihr dieses Land unterjocht habt, die Frauen vergewaltigt und die Kinder getötet.
(Ein "Engländer": Das ist wohl ein Scherz!)
Mitnichten, und ich bin noch nicht fertig. Bevor ihr das tut, wird euer oberster Heerführer Franz-Josef das Fussballstadion von Kabul betreten, sich bücken und sich vor dem gesamten versammelten Volk an seinem Arsch lecken.

Das sind doch mal Forderungen für einen Ausstieg - oder ??

Neanderthaler 26.09.2009 | 15:14

Hallo Allerseits,

der Aufruf ist sicherlich ein guter Schritt in die richtige Richtung, und viele der Unterzeichner haben persönlich meine vollste Sympathie.

AAABER:
Warum ein Abzug in zwei Jahren?
Warum an dieser empfindlichen Stelle wieder mal Rücksicht auf "Sachzwänge" nehmen??

Fakt ist: Kein Gesetz, kein Politiker und kein zweifelhafter Bündnispartner kann Deutschland davon abhalten, am 28.09. um 00:01 Uhr Afghanistan umgehend zu verlassen. Das ganze Gerede um eine "Exit-Strategie" soll nur vernebeln, dass man mit einem Abzug die eigenen Fehler eingestehen würde.

Deswegen empfehle ich hier eine neue Strategie:
(Achtung, für Pfeiffen: Polemisch sehr zugespitzt!)

Die "Wallace-Exit-Strategie"
Frei nach dem Film "Braveheart" -
Forderungen der "Schotten" an die "Engländer":

Eure Armee wird sich sofort aus diesem Land zurück ziehen. Auf dem Nachhauseweg werdet ihr an jedem Haus halt machen und euch bei jeder Frau, jedem Mann und jedem Kind dafür entschuldigen, dass ihr dieses Land unterjocht habt, die Frauen vergewaltigt und die Kinder getötet.
(Ein "Engländer": Das ist wohl ein Scherz!)
Mitnichten, und ich bin noch nicht fertig. Bevor ihr das tut, wird euer oberster Heerführer Franz-Josef das Fussballstadion von Kabul betreten, sich bücken und sich vor dem gesamten versammelten Volk an seinem Arsch lecken.

Das sind doch mal Forderungen für einen Ausstieg - oder ??