Susanne Kailitz
31.12.2012 | 09:00 146

Wer wird denn gleich weinen?

Straße der Besten* „Es war schön“, heißt die neue Platte der Puhdys. Was in der DDR tatsächlich besser war und was nur falsche Mythen sind, das zeigen wir Ihnen hier

Wer wird denn gleich weinen?

Wahrscheinlich besser als sein Ruf: das Laufgitte

Foto: Schutt/Zentralbild/dpa

Kinderbetreuung

Natürlich muss man es nicht gut finden, dass in der DDR vor allem deshalb so viele Krippen und Kindergärten geschaffen wurden, um den Arbeitskräftebedarf zu befriedigen. Und auch die Tatsache, dass es für diese Einrichtungen einen eindeutigen staatlichen Erziehungsauftrag zur „sozialistischen Persönlichkeit“ gab, sollte man sich nicht zurückwünschen.

Aber dass es für 80 Prozent der unter Dreijährigen und 95 Prozent der Kindergartenkinder ein – im Übrigen keineswegs verpflichtendes – Betreuungsangebot von 6 bis 18 Uhr gab, selbstverständlich mit warmem Mittagessen und ohne Schließzeiten während der Ferien, treibt Müttern, die sich heute in Dresden, Jena oder Berlin verzweifelt in ellenlange Wartelisten eintragen, allemal die Tränen in die Augen. Und auch der damalige Betreuungsschlüssel von 1:5 gilt selbst der heutigen Bundesregierung als „geradezu paradiesisch“. Sie kam in einer Broschüre zu dem Fazit: „Kleine Gruppen wurden von gut ausgebildeten und geschulten Erziehern im Wesentlichen kostenlos betreut. Es gab genügend Betreuungsplätze. Die Ausstattung der Krippen und Kindergärten war ebenfalls sehr gut.“

Und anders als die Horrorbilder über die sogenannte „Fremdbetreuung“, die vor allem im Westen des Landes noch immer gern gezeichnet werden, führte die frühe Betreuung eben nicht zu bindungslosen und seelisch verkümmerten Kindern: So stellte die Entwicklungspsychologin Lieslotte Ahnert in den achtziger Jahren in ihrer Ostberliner Krippenstudie fest, dass die Mütter im Osten zu ihren Kindern ebenso gute Beziehungen hatten wie die Frauen im Westen; man habe die öffentliche Betreuung in der DDR als „familienergänzende und nicht familienersetzende Betreuung betrachtet“.

Für die Sozialisation der Kinder allerdings war die Selbstverständlichkeit, dass auch Mütter erwerbstätig waren, entscheidend: Bis heute ist das Modell der Versorgerehe den meisten Ostdeutschen ziemlich fremd – die neuere Rechtsprechung, die davon ausgeht, dass es Frauen nach einer Scheidung zuzumuten ist, für ihren Unterhalt selbst zu sorgen, stößt hier daher auf ein gewisses Achselzucken.

Scheidungsrate

Die DDR hatte die höchste Scheidungsrate der Welt. Aber das ist nur auf den ersten Blick eine schlechte Nachricht: In Wahrheit nämlich waren die Frauen in einem großen Umfang ökonomisch unabhängig. Sie gingen einfach, wenn sich die Sache mit der Liebe erledigt hatte.

Muttermilch-Sammelstellen

Über das Ampelmännchen und den grünen Pfeil wussten irgendwann alle Bescheid. Aber wer hat je von Muttermilch-Sammelstellen gehört? Die gab es lange Zeit im ganzen Land, 1919 von der Magdeburger Kinderärztin Marie Elise Kayser ins Leben gerufen. Sie sammelte überschüssige Milch, um damit Frühgeborene und kranke Babys versorgen zu können. Gerade die Allerkleinsten brauchen die Frauenmilch am dringendsten: Die enthält neben wichtigen Nährstoffen auch Enzyme, Hormone und Antikörper, die das Immunsystem stärken und keiner künstlichen Nahrung beigemischt werden können. Viele Frauen aber sind nach einer Frühgeburt noch nicht sofort in der Lage zu stillen, weil ihr Körper nicht vorbereitet ist.

Das System fand zuerst allerorten Anwendung – weil man aber zu der Ansicht gelangte, eine künstliche Ernährung der Frühchen über den Blutkreislauf sei kostengünstiger, wurden die Muttermilchbanken in Westdeutschland in den siebziger Jahren aufgegeben. Anders in der DDR: Hier waren Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern verpflichtet, solche Sammelstellen einzurichten und so wurden laut offiziellen Angaben allein im Jahr 1989 mehr als 200.000 Liter Muttermilch gespendet.

Nach der Wende blieben nur zehn der einstmals 30 Sammelstellen erhalten: in Chemnitz, Cottbus, Dresden, Eisenach, Frankfurt/Oder, Görlitz, Leipzig, Jena, Neubrandenburg und Potsdam. Und nun auch in München: Seit einem Jahr gibt es im Perinatalzentrum Großhadern der Universität München eine Frauenmilchbank. Man habe erkannt, so der Leiter der Neonatologie, Andreas Schulze, dass die Ernährung mit Muttermilch die für Frühchen so gefährliche Darmentzündung verhindern könne und künstliche Milch in ihrer Qualität nicht an die Frauenmilch heranreiche. Auch in anderen Ländern setze sich diese Einsicht mehr und mehr durch.

Impfpflicht

Wer als Mutter mit einem Neugeborenen heutzutage eine Kinderarzt-Praxis betritt, gerät über kurz oder lang in eine Situation purer Überforderung: „Sollen wir den Fünf- oder Sechsfachimpfstoff nehmen? Auch gegen Pneumokokken? Und wie halten Sie es eigentlich mit Masern und Windpocken?“

Ja, wie eigentlich?

Tue ich meinem Kind etwas Gutes, wenn ich mich an die Empfehlungen der Ständigen Impfkomission halte, oder sollte ich mich doch so lange im Internet in Foren über die Risiken der einzelnen Wirkstoffe informieren, bis ich der Meinung bin, dass keine Nadel auch nur in die Nähe meines Nachwuchses kommen darf? Fragen über Fragen, auf die es in der Regel vom Arzt nur eine lapidare Antwort gibt: „Das müssen Sie selbst entscheiden!“

Solche Fragen mussten sich Eltern in der DDR nicht stellen: Es herrschte Impfpflicht, die zu Impfraten von über 90 Prozent führte. Alles wurde akribisch dokumentiert, außerdem gab es für Infektionskrankheiten eine Meldepflicht.

Nach der Wende sank die Impfrate zwar auch im Osten, blieb aber im Vergleich zum Westen deutlich höher. Sehr zum Leidwesen von Fachleuten: Die Impfmoral in vielen westdeutschen Städten sei eine „Katastrophe“, sagt Gerhard Gaedicke, der ehemalige Direktor der Kinderklinik der Charité in Berlin und jetzige Leiter des Departments Kinder- und Jugendheilkunde in Innsbruck.

Während etwa in Mecklenburg-Vorpommern rund 94 Prozent aller Schulanfänger wie empfohlen zweimal gegen Masern geimpft sind, sind es in Bayern nur knapp 85 Prozent. Dabei ist diese Krankheit vor allem für Säuglinge extrem gefährlich. Babys dürfen nicht geimpft werden und müssen deshalb durch eine hohe Impfrate in der Bevölkerung geschützt werden. Schon lange fordert deshalb der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte eine Impfpflicht für Kinder in Betreuungseinrichtungen – wie in der DDR.

Und auch jenes Vorurteil, nach dem Impfungen Allergien und Unverträglichkeiten aller Art Vorschub leisten, darf heftig bezweifelt werden: Trotz ihrer viel höheren Durchimpfungsraten litten die Ostdeutschen deutlich seltener unter allergischen Erkrankungen als die Westdeutschen.

Lehrermangel

Einer der schönsten Witze ging so: „Haben Sie keine Fahrräder?“, fragt ein Mann in einem Möbelgeschäft. „Da sind Sie bei uns verkehrt“, antwortet ihm die Verkäuferin, „keine Fahrräder gibt es nebenan. Bei uns gibt es keine Möbel.“

In Sachsen müsste man die Geschichte heute so erzählen: Keine Lehrer gibt es an den Förderschulen und nebenan, an den Grundschulen, sind sie demnächst auch aus. Fast drei Viertel der aktiven Pädagogen werden bis 2030 in den Ruhestand gehen – und weil nicht genügend neue ausgebildet werden, ist unklar, woher der Nachwuchs im Freistaat kommen soll. Erheblicher Unterrichtsausfall ist die Folge. Man habe, so erinnert sich die SPD-Politikerin und ehemalige sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange, „auch in der DDR immer wieder Bedarf vor allem an Lehrern in den naturwissenschaftlichen Fächern gehabt, aber so einen Engpass wie heute gab es nie“.

Der Planwirtschaft sei Dank: Immer wenn Pädagogen knapp wurden, richtete man Schnellläufer-Klassen mit verkürzter Ausbildungszeit ein. Umgekehrt versuchte man, durch gedrosselte Zulassungen zum Diplomlehrerstudiengang und längere Ausbildungszeiten einem Überschuss entgegenzuwirken. Doch auch nachdem in den siebziger Jahren die Schülerzahlen sanken, wurden keine Lehrer entlassen. Das führte zu kleineren Klassen und günstigeren Lehrer-Schüler-Relationen.

Soziale Gleichheit

Die meisten, die der DDR hinterhertrauern, meinen, dass die soziale Gleichheit früher größer gewesen sei. Man habe in einer gerechteren Gesellschaft gelebt, sagen sie.

Doch Studien wie die des Historikers Klaus Schroeder belegen: Auch im sozialistischen Staat waren die Einkommen stark ungleich verteilt. So verfügten etwa zehn Prozent der Konteninhaber über 60 Prozent des Geldvermögens. Auch die vielzitierte Gleichberechtigung hält einer näheren Betrachtung nur bedingt stand: So gab es durch die verbreitete Frauenerwerbstätigkeit zwar tatsächlich kaum jene im Westen so verbreitete traditionelle Rollenverteilung, bei der der Mann fürs Geld und die Frau für die Familie zuständig war.

Tatsächlich aber waren im Jahr 1989 zwar 91 Prozent der ostdeutschen Frauen berufstätig, von politischer Macht und betrieblichen Leitungsfunktionen aber blieben sie – wie in fast all den 40 Lebensjahren der DDR – ausgeschlossen. Je höher die Hierarchie, desto stärker nahm der Anteil an Frauen ab. Kontinuierlich.

Einen Vorteil aber hatte die proklamierte Emanzipation: Den Begriff Rabenmutter mussten sich arbeitende Mütter in der DDR immerhin nicht gefallen lassen.

Polytechnischer Unterricht

Nein, Sternstunden im Leben als Schüler waren die Fächer „Einführung in die sozialistische Produktion“ und „Produktive Arbeit“ ganz sicher nicht. Wer im wöchentlichen Wechsel in irgendeinem Betrieb stundenlang feilen, bohren oder Kabel montieren musste oder in sozialistischer Wirtschaftslehre unterwiesen worden war, der wünschte sich wenigstens an diesem Tag ein Dasein als arbeitsloser Klassenfeind. Doch das Modell, Schülern Berufspraxis zu vermitteln und eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen, hat wieder Konjunktur. Davon zeugen unzählige Partnerschaften zwischen Schulen und Betrieben, die vor allem von den Industrie- und Handelskammern forciert werden. Nur das schöne Wort Patenbrigade gibt es dafür nicht mehr. Eigentlich schade.

Kommentare (146)

apatit 31.12.2012 | 10:41

Endlich kann ich wieder mal mitreden. Im Kindergarten war ich nicht, da Oma vorhanden als meine Mutti zur Arbeit gehen durfte. Meine Kindheit in der DDR möchte ich auf gar keinen Fall missen. Ein wenig verdrängt habe ich die Dübelbohrmaschine im VEB Möbelwerk, da musste ich am Ende des Tages selber ausrechnen ob ich die Vorgabe erfüllt habe. Mein Meister schaute da immer grimmig. Mein Trauma also, was mir nicht geschadet hat. Ich will es mal mit Friedrich Schorlemmer sagen: "Ich bin ein Kind der DDR", hat er im Sommer 1990 erklärt und gleich hinzugesetzt: "Ich bleibe es auch noch, wenn es sie nicht mehr gibt." Knapper lässt sich kaum sagen, was auch mich geprägt hat. Und meine gute, sehr gute Ausbildung in der DDR möchte ich sagen, hat mir im Kapitalismus einen bescheidenen Wohlstand gebracht - da ich auch gelernt habe auf den “Teppich“ zu bleiben. Und die Erziehung zu „sozialistischen Persönlichkeit“ – was ist das eigentlich? Wenn man mit humanistischen Werten ausgestattet wird und diese im Leben auch umsetzt, braucht man keinen Bundespräsidenten der einem was über Frieden oder Solidarität erklärt, ich verprügele auch keine Ausländer und ein Freund von mir ist Schwul und das ist auch gut so und da sage und frage ich mir manchmal, war doch nicht alles schlecht oder?!

Helmut Eckert 31.12.2012 | 14:13

Als ehemaliger Hygiene –Inspektor in Schwerin und Verkehrshygiene-Inspektor derRB der DDR kenne ich das sozialistische System dieses Staates sehr gut. Erste Glaubensregel lautete: Maul halten und die Partei hat immer Recht! Die „sozialen Errungenschaften“ der DDR hatten einen hohen Preis: Das Leben in einer Diktatur. Meine Tochter wurde im Kindergarten einmal gefragt, wie die Uhr im Fernsehen aussehe? Daran konnten die Fragesteller erfahren, ob in der Familie Westfernsehen geschaut wurde. Ende der 60er Jahre besuchte mich ein Trupp FDJler. Sie wollten auf das Dach des Wohnhauses steigen und meine Fernsehantenne abmontieren. Ihr  Versuch schlug fehl. Ich jagte sie aus dem Haus. Am nächsten Tag musste ich vor der Kreisärztin antanzen. Sie war gleichzeitig SED Sekretärin der PO der SED der Stadt Schwerin. Nun wurde ich als Klassenfeind tituliert und ich bekam als „ Nichtgenosse“ eine strenge Rüge. Als ich das rote Tuch der Wandtafel im Flur der Dienststelle durch ein weißes Tuch ersetzte und mit einem Blumenkranz schmückte, war erneut eine Rüge bei der Kreisärztin fällig. Bei einer „politischen Zwangsversammlung“ aller Mitarbeiter des Hauses, (auch Rotlichtbestrahlung genannt), erhob sich ein SED Genosse und rief in die Versammlung folgenden Satz: die Westdeutsche Wirtschaft steht kurz vor dem Abgrund und wir werden sie jetzt überholen!  Dieser Satz haute mich tatsächlich vom Stuhl. Ich lachte aus vollem Halse bis mir die Tränen in den Augen standen.  Tödliches, Entsetzen im Raum.. Ich hatte diese heilige Handlung, die Messe der Kommunisten geschändet.  Das war das letzte Mal, wo ich eine solche Versammlung besuchen musste. Von nun an durfte ich in dieser Zeit Telefondienst verrichten! Nach meiner Verhaftung am 20.04.1974 wurde ich in der nichtöffentlichen Gerichtsverhandlung als Staatsfeind bezeichnet. Selbst die Tatsache, dass mein Vater Polizeibeamter im III. Reich war, war plötzlich ein Verbrechen. Einige Bezeichnungen des zuständigen Richters und des Staatsanwaltes sind mir in Erinnerung geblieben:

Der Angeklagte verstand es geschickt, als Klassen und Staatsfeind der DDR, sein ideologisches Gift der Bonner Revisionisten und Militaristen zu tarnen.  Dieser Verräter an den Idealen der Arbeiterklasse versuchte die Herrschaft des werktätigen Volkes zu unterminieren. Er ist ein Sabogent des Kapitalismus….Bläh,bläh, bläh…..

Innerhalb von 24 Stunden nach meiner Inhaftierung wurde ich zwangsgeschieden. Das funktionierte wie folgt: meine Frau zwang man, die Scheidung sofort zu beantragen und einzuwilligen, ansonsten würden die Kinder in ein Heim kommen!  (Sie sehen, die ganzheitliche Betreuung der Familie funktionierte im Sozialismus!)

Bis zur Wende 1989 weigerte sich das Jugendamt in der DDR meiner früheren Ehefrau meine Adresse in der BRD zu übermitteln. Alle Briefe, welche ich ihr schickte, fing das MfS ab! ( Natürlich nur aus liebender Vorsorge. Galt es doch, die Zukunft der DDR, ihre Jugend vor dem bösen Klassenfeind zu schützen!)  Diese gleichen Angestellten und SED Genossinnen dieses Jugendamtes wurden nach der Wende freudig in das Verwaltungssystem der BRD übernommen! Der damalige Staatsanwalt der DDR konnte nach 1990 als freier Rechtsanwalt arbeiten, wo wohl? Natürlich bei seinem früheren Klassenfeind!  Der Richter, welcher mich verurteilte, raffte der Tod, vor der Wende, dahin. Er hat sich totgesoffen! Als Witz der Geschichte ist zu vermelden, dieser Säufer fragte mich im Gerichtssaal: Haben sie dem Alkohol zugesprochen? Meine Antwort an ihn: Ja, ich trank gen mal ein Bier. Bin aber nie wie sie besoffen vom Balkon gefallen! Er fragte mich, welche Gaststäten ich aufgesucht hätte? Meine Antwort an diesen SED Trottel: Zwischen Ribnitz –Damgarten; Lübs; Parchim und Wismar, Schwerin und Goldberg eine ganze Menge. Schließlich kontrollierte ich auch Gaststätten im Rahmen meiner Tätigkeit. Daraufhin schrie er, wie einst Freißler in den Gerichtsaal: Der Angeklagte wird die ganze Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Er hat sich selbst enttarnt.. Er hasst den Sozialismus. Mit diesem Satz hatte er sogar einmal einen wahren Satz verlauten lassen….

@HuWutze 31.12.2012 | 14:57

Genau wegen solcher Nörgelpriems wie Herrn Eckert, der den Artikel nicht mal im Ansatz verstanden hat, wird das Ganze weiter kaputt geredet.

 

Aber so ist das nun mal. Wer sich nicht benehmen kann, so scheint es ja wohl noch heute zu sein, muss mit diversen Konsequenzen leben. (Auch wenn diese, in Teilen, wirklich völlig überzogen waren!) Jedoch, ganz offensichtlich hat er ja bis heute nichts dazu gelernt. So würde auch ich mich, beispielsweise, nicht als Trottel bezeichnen lassen.

Helmut Eckert 31.12.2012 | 16:06

Sehr geehrter Herr HUWUTZE, ich kenne sie nicht. Daher kann ich Sie nicht als Trottel bezeichnen. Wenn Sie Kinder im Vorschul- oder Schulalter haben und Sie erleben würden, wie Ihre Kinder mit alten Recordspritzen geimpft werden, deren Nadeln  mit Feilen nachgeschliffen wurden und zum Teil mehrmals, ohne zwischenzeitliche Sterilisation genutzt wurden, ob Sie dann noch das sozialistische Kinderbetreuungssystem so gut finden würden?  Lassen Sie sich die Horrorgeschichten der Jugendlichen in der DDR erzählen, die zum Teil jahrelang in den Jugendwerkhöfen gequält und misshandelt wurden! Sprechen Sie mit den vielen Müttern, deren Kinder ihnen zur Zwangsadoption genommen wurde! Sprechen Sie mit den Jugendlichen die als Grenzsoldaten den tödlichen Schuss auf Flüchtlinge verweigerten und im Straflager Schwedt dafür büßen mussten! Haben Sie persönlich das erbärmliche Leben der Behinderten in den vielen Anstalten erlebt?  Diese SED Diktatur war menschenverachtend und ein roter Faschismus. Da helfen auch keine Schönfärbereien von wegen Kinderbetreuung und Schulwesen!  

Soweit zu Ihnen.

15 Jahre DDR im Brennpunkt der Provinzgesellschaft erlaubt mir ein Urteil über dieses System. Ich besuchte und kontrollierte Schulen, Kindergärten, Krippen, Ferienlager, Privat-, HO-und Konsumbetriebe, VEB, LPG, NVA Kasernen, machte Schulungen in vielen Orten der DDR. War bei Kampftruppenveranstaltungen wie Feiern, Parteitagen der Bauernpartei, erlebte die Raffgier der SED Genossen, das faschistische Suff Gerede dieser Roten, wenn sie unter sich waren und  Lieder des III. Reiches sangen. Ich erlebte die Drangsalierungen der guten Lehrer, die nicht auf der Parteilinie schwammen. Ich ging mit russischen Offizieren zur Wildschweinjagd. Es waren alles russische Ärzte mit hohem Offiziersrang. Ich erlebte in sowjetischen Verwaltungen die Gastfreundschaft und die echte Gesinnungen der dortigen russischen Offiziere. Für viele der russischen Gastgeber waren diese SED Bonzen nur Abschaum. Verbrecher an ihren Untertanen..

Ich war mitten unter ihnen, den BRD Hassern und ideologischen  SED Trottel bis zu einzelnen Ministern, wenn sie sich in die Provinz verirrten. Ich erlebte das dumme Gerede der SED Bezirksfunktionäre wie Quandt und Fleck.

 Dann erlebte ich die Menschenverachtung des MfS. Die Rechtlosigkeit im DDR Knast.

Fest steht eine Tatsache: Wer plötzlich die DDR Errungenschaften für so toll findet, hat immer noch die Möglichkeit in der VR Korea seinen Mut zu kühlen.  

Wir in diesem Staat müssen uns kein Beispiel an der sozialistischen Kinderbetreuung vorhalten lassen. Gift bleibt auch im Goldbecher das was es ist… .eben Gift.  Wobei es in der DDR einen Goldbecher  nur für die SED Größen gab! Für das Volk war der Becher immer nur Pappe. Kaum füllte man ihn mit Suppe, weichte er auf. Genau wie 1989 diese System von Spitzeln, Verbrecher und Vaterlandsverrätern…..

alalue 31.12.2012 | 21:08

Woher wollen Sie wissen, welche Vorgaben es damals in der DDR gab ?   Nach verschiedenen glaubwürdigen Schilderungen der Leidtragenden, wie etwa gleich unten, ist es sehr wahrscheinlich bis sicher, daß solche Rahmenbedingungen galten. Welche konkreten Auswirkungen das hatte oder nicht hatte, steht auf einem anderen Blatt.

Wie haben Sie eigentlich den real existierenden Sozialismus genossen, wenn Sie sich zu solch deutlichen Bemerkungen hinreißen lassen ?

Aussie42 31.12.2012 | 21:57

Als ehemaliger West-DDRologe (u. a mit einem Abo des Sonntag :)) fand ich den Beitrag von Frau Kailitz sehr informativ. Vieles davon kannte ich nicht.  Thanks.

Ueber das Bildungswesen (einer meiner Forschungsschwerpunkte) koennte man noch einiges hinzufuegen, dass heute vergessen scheint. Die permanenten Curriculum-Revisionen, den Astronomie Unterricht an der EOS, die Spezial Schulen etc.

Zum Beitrag von Herrn Eckart kann man nur schweigen.

 

 

pippi-langstrumpf 31.12.2012 | 22:17

Positiv war:

-die Frauen waren alle finanziell unabhängig vom Mann, daher wohl auch die hohe Scheidungsrate

-die Kinder in den Einrichtungen waren , auch durch kontin. Arztbesuche , gut betreut

-einheitliches Bildungssystem

-polytechn. Unterricht war nicht nur feilen, sondern auch Arbeit in der Gärtnerei, Molkerei, Hühnerfarm usw. und vermittelte Kenntnisse über das künftige Arbeitsleben

-Stipendium für fast alle Studierende, mit dem man gut auskommen konnte

-keine Existenzängste durch Arbeitslosigkeit, auch für die Wunschkinder nicht

-kostenlose Verhütungsmittel für Frauen

-gut ausgebauter Nahverkehr, für alle bezahlbar

-keine  legale Prostitution, keine ekelhaften pornograf. Darstellungen in öffentl. Verkaufsstellen, keine bettelnden Obdachlosen

-Kunst u. Kultur war für jeden bezahlbar

Negativ war:

-keine Reisefreiheit

-ideologische Berieselung vom Kindergarten bis zur Rente

(das übernimmt nun wie im Westen die Kirche in ähnlicher Weise)

-Zwang zur Mitgliedschaft in den Organisationen (Pioniere, FDJ; DSF; FDGB)

- zu lange Arbeitszeiten durch schlechte Organisation u. zu niedrige

 Produktivität

(heute könnte die Arbeitszeit durch gerechtere Verteilung auch kürzer sein)

alalue 01.01.2013 | 11:58

In der DDR war manches besser, und was nicht, ist heute schlechter.

Klar, Zwangsscheidungen, Funktionäre, die besoffen  Nazi-Lider grölen, besoffene Richter und Behördenwillkür paßt nicht zu nostalgischen Erinnerungen.

Beim Adolf war auch nicht alles schlecht: er hat immerhin die Autobahnen gebaut. Hörte  ich als Heranwachsender manchmal. Das Phänomen ist nicht neu. Aber hier, in einer sogenannten intellektuellen Community, ist es ein bischen bestürzend.

lebowski 01.01.2013 | 13:56

Guter Artikel! Schade, dass vor der Wiedervereinigung nicht darüber nachgedacht wurde, wie ein vereinigter Staat aussehen könnte, der auch Errungenschaften der DDR aufnimmt.

So hatten die fetten Wohlstandschauvinisten unter Kohl das Sagen und der Zerfall der DDR wurde als "Niederlage" des sozialistischen Systems interpretiert. Die DDR wurde unter Kuratel gestellt und abgewickelt.

Das war nicht wenigen Menschen im Westen ziemlich peinlich, da viele eben nicht glauben, dass die Marktwirtschaft das beste aller Systeme ist.

alalue 01.01.2013 | 15:16

Niederlage ist reine Propaganda - da trafen sich wochenlang die Menschen auf der Straße, in Leipzig und anderswo- debattierten und sagten dann zu Honecker & Krenz & Co: hallo, wir wissen eure Fürsorge zu schätzen, würden aber gern mal was anderes versuchen.         Und die sagten, ganz nett und entspannt: aber sicher, das verstehen wir, versuchts mal, ich, der Erich, bin eh schon alt und freue mich aufs Exil in Südamerika.

Genau so wars !

apatit 01.01.2013 | 17:56

Zur Weihnachtszeit zieht man sich ja öfter Abenteuerfilme rein. Bei mir war das der Seewolf mit Raimund Harmstorf als Kapitän Wolf Larsen. Der sagte sinngemäß, auf eine Frage, “ das es für ihn schlimmer sei, wenn jemanden ihn den Geldbeutel abschneidet, wer das macht, der stielt mein Bett, mein Fleisch – die Gurgel durchschneiden wäre nicht so schlimm.“ Als ich diesen Film das erste Mal gesehen habe war ich ca. 14 Jahre. Da habe ich nicht verstanden wie er das meinte. Nun selber Vater, Opa und in der Demokratie angekommen verstehe ich das jeden Tag besser! Lieber Herr Eckert, machen sie mal heute das Maul auf wie sie es nannten, selbst mit guter, redlicher Absicht und gerade im Gesundheitswesen, wie ihr “ Beispiel “ / … “mit Ihre Kinder mit alten Recordspritzen geimpft werden, deren Nadeln mit Feilen nachgeschliffen wurden und zum Teil mehrmals, ohne zwischenzeitliche Sterilisation genutzt wurden, ob Sie dann noch das sozialistische Kinderbetreuungssystem so gut finden würden?“ Ohne zwischenzeitliche Sterilisation ist eine ausgemachte Schweinerei, aber wissen sie was heute alles nachgeschliffen wird, wie lange sind sie aus ihrem Beruf raus? Heute kommt es zu Keuchhusten-Fälle wo man fast von einer einer Epidemie sprechen sollte, von wo kommt das wohl? Und die alte Leier mit der Uhr, ob jemand Westfernsehen empfängt, war zwischen 1950 – 1960?! Keine Frage, man sperrt keine Leute wegen einer Politischen Überzeugung ein und ja, es wurde überzogen, deshalb ( aber nicht nur ) fiel die Mauer. Selbst Zwerenz, der selber mit der DDR in Konfliktgerade sagt: “Die westlichen Triumphatoren und ihre maulflinken Medienrüssel befeinden die Besiegten im Osten immer heftiger. So langsam beginne ich meine oppositionelle Haltung in der DDR zu bereuen.“ Darüber sollte man nachdenken und vor allem auf den Teppich bleiben.

alalue 01.01.2013 | 19:14

"Keine Frage, man sperrt keine Leute wegen einer Politischen Überzeugung ein "

Diese Verharmlosungen dauernd. Die Opfer wurden schikaniert, menschenunwürdig behandelt, ermordet, mit Genickschuß.

Es wurde belogen, betrogen, manipuliert undvierundzwanzig Stunden am Tag  Scheiße erzählt. Und die Mehrheit der Menschen wollten es nicht, die DDR gab es genau so lange, wie die Besatzer der Roten Armee, die Keule der großen friedliebenden SU, mit Schießbefehl in den Kasernen aufpaßte. Als man sicher war, daß Gorbatschov den aufhob, gab es diesen famosen Staat nicht mehr.

Sicher, einer Minderheit hats gefallen, und der gefiel es hier nie, und die wird immer die gute alte Zeit verklären. Ich sehe allerdings Ihr Problem, daß es nirgends auf der Welt einen Staat gibt, der Ihnen zusagt. Oder wollen Sie es nicht doch in Nordkorea versuchen ?

Die haben die gleichen Schlangen vor den leeren Geschäften wie in der DDR, vielleicht hiflt Ihnen das ?

JT 01.01.2013 | 21:54

ntach zusammen. Ich fand den Artikel an sich interessant. Was mir auffällt, ist, dass weder im Artikel noch in der Diskussion auf die in Ostdeutschland vielerorts ausgesprochen beschissene Lage in Sachen Hooliganismus eingegangen wird - andeutungsweise vielleicht noch bei den besoffenen Funktionären des Herrn Eckart.

Mit Sicherheit spielt in jenem Bereich die DDR-Geschichte zusammen mit dem "Abwickeln" in den 90-ern eine gwichtige Rolle.

Bei Herrn Eckart gehe ich mal stark davon aus, dass er sich das nicht alles ausgedacht hat, sondern dass er das so erlebt hat und das zieht bei mir. Auch argumentiert er, während sich die meisten anderen im sich siebengescheit beharken üben.

Den Spruch vom "Maul halten" fand ich sehr treffend. Das ist doch in allen Diktaturen das gleiche, und das war die DDR nun einmal. Wer in kauf nimmt, dass erkeine spezifische Haltung einzunehmen oder gar zu verteidigen hat, der hat ein weitgehend geregeltes Leben in Aussicht. Und dazu sind die meisten bereit. Auch heute rennen die Leute gerne dem mainstream hinterher oder besser lassen sich darin mittreiben, als dass sie sich mal wegen Segnungen wie Leiharbeit, Niedriglöhnen, Hartz IV, sinkenden Reallohns, über 2 Billionen Staatsschulden/8 Billionen ebenfalls ständig weiter steigendes Privatvermögen auf die Hinterbeine stellen.

Ich warte sehnsüchtig auf den ersten Generalstreik im modernen Deutschland - er kommt einfach nicht. Natürlich weiß ich, dass das eigentlich verboten ist. Na und? Bestechlichkeit von Parlamentariern ist auch nicht verboten, sie müssen das Geld halt brav und perverserweise versteuern.

Also, die DDR war eine Diktatur, die nicht nur einfach zu ein paar Unannehmlichkeiten geführt hatte, ich habe Respekt vor Herrn Eckart, und mehr Zivilcourage ist immer und überall gefordert.

JT 01.01.2013 | 22:26

Was ich noch erzählen wollte - es war wie gesagt in der DDR trotz aller Errungenschaften die Welt nicht in Ordnung, das ist sie aber auch nicht heute. Denn wer beispielsweise zur falschen politischen Gruppierung gehört und das auch noch im Lebenslauf bekannt gibt, der hat womöglich schlechte Aussichten auf eine Anstellung.

Ein Bewerbungstrainer zu mir sinngemäß: "Auf keinen Fall die Attac-Mitgliedschaft im Lebenslauf erwähnen, mit so wa fliegst du beim öffentlichen Dienst sofort aus dem Bewerb."

Man denkt also nichts Böses, weil man in dieser Gruppe vielleicht wertvolle Erfahrungen in campaigning und PR gemacht hat, und dann wäre man auf einmal einer von diesen Chaoten, die vor der Deutschen Bank in Frankfurt übernachten, diese Aufrührer...

danki 01.01.2013 | 23:15

1992 saß ich auf einer Bahnfahrt von Frankfurt/Main in meine Heimatstadt nahe Braunschweig in einem Abteil mit einem Physiker, der aus Karlsruhe kommend,seiner Arbeitsstätte,auf dem Weg nach Berlin war.In unserem langen Gespräch stellte sich heraus,dass dieser Mann,Mitglied einer Bürgerrechtsbewegung,am sog.runden Tisch teilgenommen hatte.Der runde Tisch war eine Einrichtung in der auslaufenden DDR,wo alle Parteien,Bürgerrechtsbewegungen,Vertreter der Kirchen an Gesprächen teilnahmen.Die 1990 neu gewählte Volkskammer hatte für den runden Tisch keine Verwendung mehr gefunden.Der lange Arm Helmut Kohls reichte aus,um diesen Tisch von der Bildfläche verschwinden zu lassen.Mein Gesprächspartner aus dem Zugabteil sah das als den größten Fehler Kohls,der über die Ex-DDR eine westdeutsche Käseglocke gestülpt hatte und alles,was nur mit der DDR zu tun hatte,aus dem Sprachgebrauch und von der Bildfdläche verschwinden ließ.Dieser Fehler ist nicht wieder gut zu machen.

Aussie42 02.01.2013 | 02:44

Sorry JT, die "Erlebnisse" von Herrn Eckart sind allesamt Versatzstuecke aus der antistalinistischen und antikommunistischen Propaganda in Westdeutschland. Erst durch Willy Brandt und Egon Bahr wurde diese Unsinn eingedaemmt. (Vgl. das sehr aufschlusreiche Gespraech von JA mit Egon Bahr im Salon).

Nach der sog. Wende wurde das antikommunistische Arsenal aus dem kalten Krieg  wieder aus den staubigen Kisten geholt und legitimiert bis heute, dass die DDR abgeschafft ("angeschlossen") und  nicht wiedervereinigt  wurde.

Johannes Renault 02.01.2013 | 07:08

1989/90 ging ja dann auch die alte BRD über den Jordan. Begonnen schon in den 70'ern. Offen dann: in der ersten Wende, durch den dicken Kohl. Den Rest geben wir uns heute.

Jedenfalls, die BRD war noch ein Ländchen in denen der Geldadel+Gehilfen nicht so unverschämt (und in weiser Voraussicht auf ein evtl. Ende, Boden u. Kapitalgewinne "generiert") Wohlstand absaugt. Was unter 'sozial' nicht ging, geht unter 'global'. In der Zeit war die BRD in ihrer Blüte. Die DDR könnte zu der Zeit kacken gehen. Heute könnte man das wohl nicht mehr so sagen.

Und jetzt noch mal die Frage: Wann gehts mal hier los mit dem Aufstand? Wo und wie? Oder wählen u. GEZ, ja gut.

DonFerrando 02.01.2013 | 10:00

Ja in der Bildung inkl. Vorschulbildung war die DDR tatsächlich fast in allen Belangen überlegen.

 

Das geht schon los mit der Einheitlichkeit der Lehrpläne, Schulbücher und auch Lehrerbildung und -besoldung.  Schüler, Lehrer und Eltern hatten bessere Bedingungen als heute. Obwohl ein Lehrer viel weniger verdiente als heutzutage, genoss er einen viel höhere gesellschaftliche Achtung. Es gab noch so etwas wie Respekt vor dem Lehrer. Unerhörte Disziplinlosigkeiten, der Unterricht unmöglich macht, gab es nicht. Ebenso auch keine Selektion nach der 4.Klasse, die Eltern vor große Herausforderungen stellt. Oder keine Unmengen an Unterrichtsausfall wegen Lehrermangel. (s.o.) Weiterhin auch keine unbeschulbaren Kinder in so hoher Zahl, oder Schulabgänger die keinen Abschluss haben, nicht lesen und schreiben können und so schon chancenlos ins Leben starten. 

 

Es wurde noch Wert gelegt auf "gesellschaftliche Normen", heute soziale Kompetenzen genannt. Schule war also nicht nur Bildung sondern auch Erziehung. 

 

Nach meinem Erleben und Erkenntnissen, zieht die Idiologisierung des Bildungswesens als Totschlagargument, wie von Herrn Eckart vorgebracht nicht. Im Kindergarten bis zur Unterstufe war so etwas so gut wie nicht vorhanden, auch wenn einmal ein Volkspolizist gezeigt wurde. Das Gegenteil möge bewiesen werden. Von Gift kann keine Rede sein. Die Bildung und Erziehung erfolgte immer kindgerecht und dem Alter entsprechend.  Freude am Spiel und am Lernen standen immer im Vordergrund.  Und wenn, dann wurden reine ideologische Vorgaben von den meisten Lehrern mit einem Mininum abgehandelt, um den Vorgaben des Ministeriums genüge zu tun, es sei den es war ein "ganz dunkelroter", von denen gab es auch welche, waren aber m.E. in der Minderheit. Die meisten wollten einfach nur guten Unterricht machen.

 

Mit sozialistischem Gruß

apatit 02.01.2013 | 10:07

@ Heini / Ich sage nur Hallsteindoktrin, Adenauer und Kohl (zynisch und selbstgerecht – Beide) und so wurde regiert und Politik gemacht? Zitat Adenauer: “Natürlich achte ich das Recht. Aber auch mit dem Recht darf man nicht so pingelig sein.“ Noch Fragen? Und die staubige Kiste aus dem kalten Krieg ist wieder in wundervollen weise nebst Pickelhaube aufpoliert wurden und sie wird benutzt, geschickter versteht sich.

Helmut Eckert 02.01.2013 | 17:30

Der Himmlische Wartesaal Teil 1

Irgendwo im vorderen Himmelreich.
So Erich, das Essen haben wir geschafft. Klug von uns hier in das Raucherzimmer zu gehen. Hier ist eine himmlische Ruhe.
Ich stecke mir ein Pfeifchen an. Das stört Dich doch nicht Erich?
Nicht im Geringsten. Nur rauche kein Tabak von „Unitas" Schwarzer Krauser und so. Der stinkt wie Machorka.
Nein, nein Erich, ich bevorzuge guten Viginia mit etwas Rumaroma.
Was wolltest Du mir für eine Sensation berichten?
Etwas, das selbst Wolf von der HVA nicht wusste?
Genau Erich, das kann der nicht wissen. Die Sache ist so geheim, dass selbst das CIA keine Ahnung hat.
Spann mich nicht so auf die Folter Willy. Rede schon.
Zuerst musst Du mir absolutes Stillschweigen versprechen.
Ich schwöre es! Auf was willst Du schwören? Auf den Sozialismus, den Kommunismus, oder hier auf die Himmelsmacht?
Ich denke, ich werde es Dir doch nicht davon erzählen.
Willy, das kannst du nicht machen. Erst so, dann so. Das ist mehr als unfair.
Also gut. Kannst du Dir vorstellen, wer in der Mannschaft von Petrus ist? Da kommst Du nie dahinter!
Bestimmt die letzen Päpste.
Unsinn, doch nur vielleicht der letzte Johannes. Der könnte im Probestadium sein. Nein Erich, ein ganz anderer Bekannter von uns. Sein berühmtes Buch war unsere Bibel!
Immer noch nicht geschnallt?
Eh, Eh, mich tritt ein Pferd. Sag nur der Rauschebart hat es geschafft. Der hat doch nie gearbeitet. Er hat nur Kinder in die Welt gesetzt und sich von seinem Kumpel das Geld zum Leben gepumpt. Der Dickel hat mir mal gesagt, hätte der in der DDR gelebt, wäre er als Assi in den Bau gegangen. Das kann doch nicht war sein. Ich kann es immer noch nicht glauben. Der und bei Petrus. Siehst du, Willy der Sozialismus siegt. Wenn es nur hier im Himmel ist. Des Sozialismus seinen Lauf, den hält nicht Ochs noch Esel auf.
Brüder hört die Signale…
Willy der Sieg gehört uns. Lasst uns einen heben. Das ist die beste Nachricht seit dem Bau der Mauer.
Mach mal langsam Erich. Zuerst hole eine neue Flasche. Ich warte hier auf Dich. Beeile Dich. Die Geschichte geht noch weiter.
Willy ich renne. Das ich das noch erleben durfte. Welch ein Tag.
So Willy hier bin ich. Mit einer neuen Flasche. Nun erzähle weiter.
Langsam Erich, das war die gute Nachricht. Jetzt kommt die bessere Nachricht: Unser Freund Karl muss 10 Stunden am Tag die Bibel den anderen Engeln vorlesen. Nicht seine, die will kein Mensch hören. Die steht seit seiner Entstehung auf dem Himmelsindex. Jeden Tag liest der Arme nun die Bibel, jeden Tag in einer anderen Sprache. Nach einem Monat fängt er mit dem Koran an. So geht das schon seit 1905. Wenn er einen Fehler macht, muss er zur Strafe eine neue Sprache lernen. Letzte Woche rezitierte er den Bibeltext in der Sprache der Wanduluindianer vom Orinoko. Glaube mir, Erich, der Mann ist stinkig. Er fährt einen mords Elch!
Willy Du schaffst mich. Ist das wirklich so? Genau wie ich sagte. Du kennst das Ende noch nicht, lieber Erich. Das Himmelsgericht hat beschlossen, er muss solange lesen, bis kein Mensch auf der Erde sein Kapital mehr kennt. Vor einen Monat hat er den Engel Gabriel gebeten, er möge doch auf die Erde fliegen und dort die vorhandenen letzten 6 Millionen Bücher verbrennen. Der Gabriel hat nur abgewinkt. Ich weiß von einem Mitengel, dass dem Kumpel von Karl, diesem Friedrich noch einige Druckereien auf der Erde gehören. Übrigens, hat der auch seine Finger im Dietzverlag.
Ja lieber Erich, so schließt sich der Kreis. Auf Dich ist der Karl jetzt ebenfalls nicht gut zu sprechen. Hast Du nicht sein Werk in der DDR überall verbreitet? Genau, Deine Margot war es als Volksbildungsministerin. Erich, es kommen schlechte Zeiten auf Dich zu. Der Norden hat Dich ebenfalls angeschwärzt.
Der soll nur seinen Rand halten. Erich, das konnte der doch noch nie.
Erich ich kann Dir nur einen guten Rat geben. Halte Dich die nächsten tausend Jahre schön im Hintergrund. Sonst geht es Dir wie Deinem großen Lehrmeister Karl.
Ich mache mich ins Bett. Schau nicht so traurig. So spielt das Leben….

Es grüßt
Erich und Willy

 

Helmut Eckert 02.01.2013 | 17:31

Irgendwo im himmlischen Wartesaal….
Teil 1 einer unendlichen Geschichte!!!!!!

Mensch Willy, dass ich Dich hier treffe.
Guten Tag Erich, Du bist noch hier?
Wo sollte ich sonst sein, Willy. Ich heiße doch nicht Mielke. Der sitzt dort hinten hinter Gittern. In Abschiebehaft zur Hölle. Lebenslang hat er bekommen. Geschieht ihm ganz recht. Der hat mich jahrelang erpresst. Ein richtiger Schleimbeutel ist der gewesen. Ein Intrigant und Bürokrat. In der Hölle soll er braten.
Da pflichte ich Dir bei Erich. Dass der Deinen Vornamen hat, muss Dir doch gewaltig anstinken.
Mehr als das, Willy.
Erich, dort ist noch ein kleiner Tisch frei. Lass uns bisschen plaudern.
Warum nicht Willy. Wir haben ja jetzt eine Menge Zeit und ich muss Dir viel erzählen. Setzen wir uns.
Genau, so lasst uns etwas plaudern. Erich, ich winke dem Kellner. Wundere Dich nicht. Den wirst Du bestimmt kennen.
Einmal einen Whisky, komm John, stelle die ganze Flasche auf den Tisch. Bring dem Erich eine Flasche Saarwein, einen 1957er Beerenauslese.
Na, Erich hast Du ihn erkannt?
Klar Willy, John vom Verfassungsschutz. Da haben wir damals den Adenauer ganz schon gelinkt. Was Jahn uns alles zugetragen hat. Wir wussten viel über Pullach und dem Verfassungsschutz.
Na, na Erich übertreib nicht schon wieder. Wir haben die Sache nie so ernst genommen. Schwamm drüber. Dafür muss der arme John jetzt bis in alle Ewigkeit kellnern. Die sind hier ganz schön hart mit ihren Urteilen. Übrigens Urteile, ich war schon drüben im Endhimmel. Meine Personalakte ist noch nicht ganz vollständig. Die warten noch auf die Ergebnisse der Birthlerbehörde.
Oh, Willy, tut mir echt Leid um Dich. Das kann dauern. Bis die die restlichen Säcke und Tonbänder alle gesichtet haben, können Jahrzehnte vergehen.
Da muss ich Dir zustimmen, lieber Erich. Stell Dir vor, das MfS hätte alles vernichtet. Dann könnte ich ewig hier warten. Ich bin dem Kohl dankbar, dass er damals Gauck eingesetzt hat.
Willy, ich überlege die ganze Zeit, wann wir uns das letzte Mal gesehen haben. War das in Helsinki? Nein, das war Helmut, nicht der Kohl das A… Dann muss das in Moskau gewesen sein? Kann auch nicht, das war Breschnew. Der sitzt übrigens schon einige Jahre unten in der Hölle. Jetzt fällt es mir wieder ein. Es war in Bonn, beim Empfang in meiner Botschaft. Willy, Du hast wie immer ganz schön gesoffen. Ich habe Dich damals genau beobachtet. Als Du unseren Falknerwhisky ausgespuckt hast. Dem russischen Botschafter Falin sagtest Du, von dem Gesöff wird jeder Alkoholiker zum strengen Abstinenzler.
Willy der John kommt nicht mit meiner Flasche rüber. Das war in Wandlitz anders. Die Brüder spurten. 12 000 Mann, für unsere Sicherheit. Allein 3600 Männer sorgten sich um mich und meine Gäste. Besonders mein Leibwächter, Major Bernd Brückner auf den konnte ich mich absolut verlassen. Der betreibt bei Euch in Westberlin eine Schule für Personenschutz. Sein Geschäft floriert gewaltig.
Mann Erich, Du lebst jetzt hier, im Wartesaal des Himmels. Leibwächter brauchst Du hier nicht mehr. Jetzt siehst Du wie es Deinen Bürgern ging, wenn sie in einer HO Gaststätte auf den Kellner warteten. Erich, Erich Du hast ganz schöne Schiete gebaut. Soll kein Vorwurf sein. Vorbei ist vorbei. Du hättest auf uns hören sollen. Wärest Du nur rechtzeitig auf unsere Seite gewechselt….Für Dich wäre immer in der SPD ein Platz gewesen. Schau doch auf meinen Ziehsohn Gerhard dort unten. Der macht jetzt „DDR in Leichtversion" und keiner will es merken!
Oh, Willy das stinkt mir auch mächtig. Aber wir hatten keine Arbeitslosen in der DDR.
Von wegen Du kleiner Lügenbold. Bei Euch waren die Betriebe voll mit den Nichttuern. In den Verwaltungen, der Armee, dem FDGB und allen Euren Vereinen wimmelte es nur so von Schmarotzern und Faulenzer. Ihr habt die nur gut versorgt. Hauptsache sie trugen das kleine Parteiabzeichen am Anzugskragen. Erich, erzähle mir nur keine Märchen. Unsere Männer in Pullach schliefen auch nicht. Da fällt mir ein, ich habe den Franz Josef drüben gesehen.
So, Willy was macht den unser Retter? Er war unsere Rettung damals mit dem Milliardenkredit! Dafür bin ich ihm ewig dankbar.
Erich ich sage Dir, dem geht es nicht so gut. Er hat Depressionen. Er sitzt nur am Fenster und schaut auf sein Bayern.
Er beobachtet wohl recht schadenfroh den Stoiber. Weil der die Wahl ebenfalls nicht geschafft hat? Was denkst Du Willy?
Quatsch, daran hat der nie geglaubt. Er hält nichts von seinen saupreißischen Freunden in Berlin. Erich, ich erzähle Dir das im Vertrauen: Er wartet nur auf seinen Spezi Schalk. Er wird ganz grün vor Neid, wenn er dessen Leben am Tegernsee so täglich mit Ansehen muss. Er macht dem Petrus ganz schöne Vorwürfe, dass ihm so früh der Schlag treffen musste. Petrus hat ihm ganz streng die Meinung gegeigt. Er wäre selbst daran schuld, an der Misere. Warum treibt er es auch in New York mit dem Flittchen und lässt sich noch erwischen. Das muss ja bestraft werden.
Erich, Du kennst mich ja. Ich war nie ein Kostverächter.
Genau Willy. Mit etwas Neid studierte ich die Berichte von Wolf und Mielke über Dich. Bei mir in Wandlitz war nichts Richtiges los. Meine Margot trieb es mit meinem Freund. Dafür verjuckste ich seine Alte. Die Pornofilme von Euch wurden mit der Zeit recht langweilig. Willy lass gut sein. Das war kein Zuckerlecken in der Siedlung. Sindermann, Stoph und Norden konntest Du in der Pfeife rauchen. Alles Waschlappen und Verräter. Am meisten ärgere ich mich jetzt über den Schabowski, dieser Null. Wie der damals 1989 mit seinen Stotterspruch kam, grauenhaft. Mir blieb ein Stück Entenpastete im Hals stecken. So ein hirnverbranntes A …. Loch! Willy das war der Anfang vom Ende.
Na ja, Erich… so schlecht war das doch gar nicht, von dem kleinen Schreiberling. Ich hatte gerade ein paar „Jonnys und Jimis" genossen, ( haha, genossen ist gut) da klingelte das Telefon. Egon Bahr berichtete mir von dem geschichtsträchtigen Satz Deines Politbürogenossen Schabowski. Diese Minuten schaute ich mir schon hundertmal an. Das Wort „ unverzüglich" war das Wort der zweiten Jahrhunderthälfte. Erich, da haben Dich Deine Freunde Genossen ganz schon abgeseift.
Die kalte Wut könnte mich packen, Willy. Ich muss mich hier zurückhalten. Meine Kaderakte bei Petrus ist noch nicht geschlossen. Der Mielke, der Schmutzfink hat dem Petrus einige Details meiner Aussagen beim RSHA 1934 gesteckt. Hoffentlich drehen die mir daraus keinen Strick. Mit Väterchen Stalin und Gröfaz und jetzt dem Mielke möchte ich nicht in der Hölle schmoren. Das habe ich nicht verdient.
Na endlich kommt mein Wein. Lasst uns mal anstoßen, lieber Willy.
Mal langsam, Erich. Brüderschaft wollen wir nicht zusammen trinken. So schnell jedenfalls nicht. Erst will ich die Sache hier hinter mich bringen. Deine Mielkefirma Hoch und Guck haben mir damals mit dem „Guillame" eine schöne Laus in mein Pelz gesetzt. Was der dem Petrus alles berichtet hat? Erich schaue mal unauffällig nach Links. Dort in der zweiten Reihe sitzt der Strolch. Er wartet ebenfalls auf seinen Persilschein. Geschieht ihm ganz recht, der Schlange.
So, Erich ich gehe jetzt ein Nickerchen machen. Ich bin ja nicht mehr der Jüngste. Morgen gegen 10 Uhr sitze ich wieder hier am Tisch. Schau vorbei, wenn Du nichts Wichtigeres zu erledigen hast…….
Mit sozialistischem Himmelsgruß
Erich und Willy

 

Helmut Eckert 02.01.2013 | 17:32

Hallo und guten Morgen Erich.
Guten Morgen Willy.
Erich wir wollten uns doch schon um 10 Uhr hier treffen? Klappt wohl noch immer nicht mit der Planerfüllung? Ich rechnete erst gar nicht damit, daher kam ich erst vor einer halben Stunde. Siehst du Erich, auf Dich ist kein Verlass.
Willy, ich schlief schlecht die letzte Nacht. Mich hat das gestrige Gespräch ganz schön mitgenommen. Ich kann den Schabowski nicht vergessen. Jetzt legt der Verräter sich mit der PDS an. Den hätten wir schon vor 20 Jahren nach Bautzen bringen sollen. Hast du den Gysi den Schleimbeutel gesehen?
Klar doch Erich. Der und mein „Freund Lothar aus dem Ländle" Die haben sich gesucht und gefunden.
Der Federfuchser aus dem Schwäbischen war einst ein strammer Gewerkschaftsfunktionär. 1970 erfolgte die Ernennung zum Geschäftsführer der gewerkschaftseigenen Baugesellschaft "Neue Heimat Baden-Württemberg" in Stuttgart und die Wahl zum Vorstandsmitglied der "Neuen Heimat" in Hamburg.
Über den Lothar sagst Du mir nichts Neues. Ein Schlitzohr, wie es im Buche steht. Mit allen Wassern gewaschen. Ein schwäbischer Raffke.
Willy was ist nur aus der Welt geworden?
Erich, heute bist Du am Bestellen. Ich trinke erstmal einen guten „Old Forster" dazu nehme ich ein Hamburger Schnitzel mit Bratkartoffeln.
Geht in Ordnung Willy. Für mich bestelle ich einen „Johannisberger Riesling" Jahrgang 1903 vom Weingut Schloss Johannisberg im Rheingau. Zum Essen nehme ich einen Saarlandtopf mit weißen Rübchen und Dürrfleischscheiben.
Warum keinen von der Unstrut oder aus dem Elbetal Erich?
Sag nur, die Weine gibt es jetzt wieder Willy. Die waren selbst bei uns in der Siedlung Mangelware.
Mal sehen wer uns heute bedient?
Willy da kommt der Kellner schon.
Ich werde verrückt. Was machst du denn hier, Herbert? Ihr kennt euch doch Willy?
(Selten hat Erich so schadenfroh gegrinst, wie in diesem Augenblick.)
Alter Kämpfer, aus vergangenen Tagen. Sei gegrüßt und brüderlich umarmt. Sag dem Willy mal schön guten Tag. Wehnerchen, Wehnerchen, was ist bloß aus Dir geworden? Hier musst du schön freundlich bleiben. Wir sind schließlich Deine Gäste.
Lass man Gutsein Erich. Gleich schmeckt mir mein Whisky nicht mehr. Ich dachte mein alter Widersacher ist längst bei seinen Freunden des NKWD in der Hölle. Herbert ich kann nur hoffen, dass Du nie in den endgültigen Himmelbereich kommst. Dort warten schon Deine
prominentesten Opfer: Kreszentia Mühsam, Frau des Revolutionärs Erich
Mühsam, und Margarethe Buber-Neumann, Schwiegertochter des Religionsphilosophen Martin Buber auf Dich.
Wie mir einer der Engel berichtete, sollst Du hier erstmal Höflichkeit und Benehmen lernen, lieber Herbert. Wird auch Zeit.
Willy ich fragte mich immer, warum hast Du Dir diesen Verräter vor die Nase setzen lassen?
Wir im Politbüro wussten vom großen Bruder, über seine Tätigkeit in Moskau 1941. In meinem Notizbuch stehen ein paar Einzelheiten über ihm:
(Wehner gehört zu den umstrittensten Politikern in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Der 1906 in Dresden geborene Wehner betätigte sich früh in einer anarchosyndikalistischen Jugendgruppe und schloss sich 1927 der KPD an. Bei den Kommunisten machte Wehner schnell Karriere: 1929 zweiter Sekretär der sächsischen KPD, 1930 Mitglied des sächsischen Landtags, 1932 technischer Sekretär des KPD-Politbüros. In der KPD-Emigration spielte er eine führende Rolle, ehe er Ende der 30er Jahre in Moskau in die Maschinerie der stalinistischen "Großen Säuberung" geriet, diese aber überstand. 1941 ging Wehner mit dem Auftrag nach Schweden, die KPD für Deutschland neu aufzubauen. Die schwedischen Behörden stellten ihn 1942 als Agent einer ausländischen Macht vor Gericht und verurteilten ihn zu Zuchthaus und Lagerhaft, aus der er erst 1944 wieder entlassen wurde.
Bereits 1942 war Wehner - ohne davon Kenntnis zu haben - aus der KPD ausgeschlossen worden. Er selbst löste sich in den Jahren bis 1946 in einem längeren Prozess geistiger Auseinandersetzung von der KPD.)
Allerdings, mein lieber Willy, so ganz hat er sich nie von uns Kommunisten gelöst. Ich kenne den Herbert schon aus unserer gemeinsamen Arbeit in der KPD. Gegen Dich hat er immer konspirativ gearbeitet. Seine Verbindung zu uns nach Ostberlin ließ er nie abreißen.
Erich wir sind nur 1 Jahr auseinander. Du kommst aus dem Saarland, ich aus der Hansestadt Lübeck. Wollen wir uns jetzt den Tag vermiesen lassen, weil der Kellner uns beiden bekannt ist?
Hast ja Recht Willy. 300 Jahre muss der hier Dienst schieben. Ich spreche mal mit dem Oberkellner, das ist übrigens der Zaissler, der von Walter damals in die Wüste geschickt wurde. Der Wilhelm regelt das nach meiner Vorstellung. Dann kann der Herbert erstmal 100 Jahre Klomann machen.
Erich, das war wieder typisch Kommunist. So kann man doch nicht mit seinen Leuten umspringen. Ihr musstet ja scheitern. Wir regeln das nach unsrer Art. Ich spreche mit dem Erzengel vom Dienst. Der besorgt dem Zaissler einen Posten in der Bücherei. Dort kann er als Übersetzer arbeiten. Den Posten hatte er schon vor seinem Ableben bei Eurem Dietz Verlag. So ist beiden geholfen. Erich, Erich du musst noch sehr viel lernen…Gleichzeitig wird Herbert zum Empfangschef befördert. Da ist er aus unseren Augen und beide sind uns dankbar.
Wie mir bekannt ist Erich, hast Du als kleiner FDJ Sekretär, in den frühen 50er Jahren, Dich sehr um die Gunst des Ulbrichts bemüht. Man sagt, du wärest ihm direkt in den Hintern gekrochen.
Mal schön langsam Willy. Walter war für mich wie ein Vater. Streng aber gerecht. Ich verdanke ihm meine Karriere in der SED. Der Mann hatte das Sagen. Er entlarvte 1953 die Gruppe Zaissler als konterrevolutionäres Grüppchen innerhalb der SED. Ebenso erging es dessen Nachfolger Wollweber.
Warum hast Du Deinen Ziehvater in der SED dann entmachtet? Das war am 3.5.1971. Erich Du hast noch viel zu büßen. Ich denke, dass Du in Deinen jungen Jahren in der heutigen SPD unter Schröder schon an Münteferings Stelle wärest. Ich glaube, dass Du selbst hier dem Petrus seinen Posten streitig machen würdest, wenn du nur könntest.
Jetzt lasst uns mal erst essen. Nachher berichte ich dir noch von einer kleinen Sensation. Wir gehen dann ins Raucherzimmer. Dort ist mehr Ruhe.

Es grüßen
Erich und Willy.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Manfred 02.01.2013 | 23:46

Natürlich war es eine Niederlage des System's.Die DDR war 1989 am Ende.Das was danach kam ist ein Glücksfall der Geschichte.Ich habe selber 30-zig Jahre in der DDR gelebt und alles genau verfolgt.Sicher hätte man das eine oder andere besser machen können aber es gab einen Artikel im Grundgesetz(der den Beitritt der DDR zur BRD)regelt.Deswegen ist der schönere Begriff Wiedervereinigung nicht ganz richtig,  Die Volkskammer hat in Ihrer letzten Sitzung den Beitritt beschlossen,Und damit war die DDR Geschichte.Ironisch formuliert könnte man sagen:Ein ertrinkender soll froh sein wenn er aus dem Wasser gezogen wird.Mit dem Beitritt ist alles aus der BRD übernommen worden.Das kann man finden wie man will aber so ist die Rechtslage.Im Einigungsvertrag wurden dann noch einige Dinge geklärt.Eine neue Verfassung wurde abgelehnt.So ist es nun mal ob uns das paßt oder nicht.

 

Magda 03.01.2013 | 09:08

Ein sehr guter Beitrag. Danke dafür.

Der Puhdy-Titel ist richtig gut, obwohl er natürlich nur im Refrain so einen Anklang an die Vergangenheit hat.
"Es war schön, einfach schön, endgültig vorbei, aber schön".

Wie auch immer: Die DDR wird - für die, die sie bewusst erlebt haben - in der Erinnerung mit beiden Grundierungen bleiben: Sozialer Sicherheit aber auch massiven Einschränkungen und Gängelungen, die allen durchaus deutlich waren. Über die Zwänge der DDR würde heute auch anders geredet, wenn die Leute nicht inzwischen erlebt hätten, wie existenziell bedrohlich die Zwänge sein können, die der "demokratisch legitimierte" Kapitalismus für sie bereitgehalten hat.

Diese Einkommensgeschichte, die der ohnehin umstrittene Klaus Schroeder andauernd austrompetet, betraf - im Gegensatz zu westlichen Ländern - nicht Leute, die ihr Geld für sich arbeiten ließen. Manfred Krug z. B. war einer, der solange er in der DDR war,  viel Geld verdient hat, weil er auch viel arbeitete. Überhaupt gehörten begehrte Künstler zu den Einkommensstarken. Auch Wissenschaftler und gewiss auch Funktionäre. Von mir aus. Was die Funktionäre verdient haben, weiß ich nicht, aber jeder der sich Wandlitz angeguckt hat, weiß, dass das ein kleinbürgerlicher Wohlstand war, den jeder Klempnermeister im Westen ungefähr auch sein eigen nannte.

Und die Einkommensschere ging nie im Leben so weit auseinander wie heute.

Das Gerede von der "DDR am Ende" ist auch so eine Sache. Sie war am Ende, weil die Kräfte, die ihr Ende wollten viel Macht und mediale Einflussmöglichkeiten hatten. Die Bevölkerung war da gespaltener als es die Jubelbilder vermitteln. Es mussten ja schließlich auch andere, ehemals sozialisistische Länder den Umbau schaffen, warum nicht auch die DDR, wenn das möglich gewesen und geduldet worde wäre. Mit einer BRD als Nachbar, die das nicht wollte, war es unmöglich.

Das ist vorbei: Es würde den DDR-Bürgern aber besser tun, wenn man ihre Errungenschaften nicht bespotten würde oder - in reaktionärer Siegerpose - einen Palast abreißen, um dann einen albernen Schlossverschnitt zu planen und die Menschen zu demütigen und dauernd alle Probleme dieses Landes in den Osten zu verschieben. Von daher sind die DDR und im Nachgang der Osten die "Badbank" der ungelösten Probleme der Gegenwart.

Lydia 03.01.2013 | 11:28

Ein kurzer Beitrag zu dem "gleichen" Bildungssystem der DDR: das bedeutete vor allem, dass sich unmündige, junge Männer für den langjährigen Offiziersdienst in der NVA verpflichteten und dafür das Abitur machen durften. Wer nicht Mitglied der Massenorganisation Pioniere/ FDJ war, wurde davon ausgeschlossen. Eine besóndere Vorstellung von Chancengleichheit.

Ein guter Freund stand trotz bester Noten in der Klassenwertung immer auf Platz 2 - für manchen hier sicher verständlich, schließlich war er nicht bei den Pionieren.

Ich bin jedenfalls froh, dass mir niemand verboten hat, zu studieren, insofern bin ich in positiver Bedeutung eine Wendegewinnerin.

Magda 03.01.2013 | 13:37

"Wer nicht Mitglied der Massenorganisation Pioniere/ FDJ war, wurde davon ausgeschlossen. Eine besóndere Vorstellung von Chancengleichheit."

Ja, und heute gibts auch keine Chancengleichheit. Davon abgesehen: Ich war nicht in den Pionieren, nicht in der FDJ und nicht zur Jugendweihe. Ich habe mein Abi über den zweiten Bildungsweg gemacht. So ist das eben manchmal. Und einen Studienplatz habe ich dann auch noch gekriegt, weil die das AOS (Abendoberschule) doch geschätzt haben. Es war von Fall zu Fall verschieden. Das weiß man inzwischen. Gucken Sie sich doch die ganzen DDR-Oppositionellen an. Viele von denen haben studiert. Thierse z. B. - katholisch, war an der Akademie der Wissenschaften usw.  

 

Magda 03.01.2013 | 13:41

"sah das als den größten Fehler Kohls,der über die Ex-DDR eine westdeutsche Käseglocke gestülpt hatte und alles,was nur mit der DDR zu tun hatte,aus dem Sprachgebrauch und von der Bildfdläche verschwinden ließ.Dieser Fehler ist nicht wieder gut zu machen."

Daran waren viele Akteure beteiligt. Der damalige Innenminister Kinkel sprach Anfang der 90er von der kompletten Delegitimierung der DDR. Das war eine komplette Öffentlichkeitsoffensive. Andere hingen sich dran. Inzwischen ist das entstandene Geschichtsbild wirklich keine Einladung zur Debatte oder zur Nachdenklichkeit, sondern reißt Gräben auf, wo es gar nicht nötig gewesen wäre. 

die Realistin 03.01.2013 | 15:22

Heiratete einen Franzosen, von dem ich mich bald wieder scheiden ließ wegen seiner Weibergeschichten. Und das trotz Fernstudium und Kind.

Kind war immer gut betreut im Kindergarten, dann Schule und Hort.

Wir sahen zu Haus auch West-TV, um umfassend informiert zu sein. Weder ich, noch das Kind hatten dadurch Schwierigkeiten.

Mich hat auch nie jemand in der SED gezwungen und mein Kind ist da 1988 freiwillig eingetreten.

Ich war nie arbeitslos, hatte immer eine normale und bezahlbare Wohnung.

Alle im Artikel genannten positiven Seiten der DDR kann ich nur bestätigen.

Das es in der DDR und unter den Mitgliedern der SED Hohlköpfe, Lügner und Betrüger gab, wer wird das bestreiten???

Um mit noch einem Mythos aufzuräumen: in der DDR durften auch Kinder aktiver Kirchenmitglieder studieren.

Meine Tante war vor dem Krieg NSDAP-Mitglied, nach dem Krieg - CDU und war sehr aktiv in der Kirche. Alle ihre drei Söhne haben in  der DDR Hochschulen absolviert, einer davon sogar zwei. Alle hatten dann exponierte Stellungen inne. Einer von ihnen war aus Überzeugung Mitglied der SED geworden, der Zweite wurde übelster  SED-Mitläufer und der Dritte blieb parteilos.

Meine Eltern waren im Juni 1945 freiwillig, ohne jeden Zwang Mitglieder der KPD geworden, später dann der SED, auch freiwillig.

Es gab Vieles, womit ich in der DDR nicht einverstanden war, aber ich hatte NIE Existenzangst.

Mit der Wende wurde ich arbeitslos, mein Fernstudium wurde nicht anerkannt, da es Adäquates in der BRD nicht gäbe...

Ich ging eine "Versorgungsehe" ein, weil ich , ich sag´s ehrlich, Angst vor der Altersarmut hatte.

Ich empfinde, ich bin vom Regen in die stinkendste Jauche gekommen!

Und solche Jammerer und Nörgeler wie Herrn Eckert hab ich in der DDR zur Genüge kennengelernt...

Auch wenn Präsidial-Pfaffe Gauck immer von Freiheit faselt, wo ist die  für die Arbeitslosen, Mindestlohnempfänger, Grundsicherungsrentner und die mit dem Geldbeutel, der kleiner ist als der von Steinbrück und Co. und der von Gauck?

Das die DDR einverleibt wurde, ist der Lauf der Geschichte und von der Masse der DDR-Bürger so gewollt gewesen.

Aber man sollte uns bitte schön nicht das Recht nehmen, die positiven Dinge zu benennen und uns ihrer zu erinnern, die es in dem Land gab, das trotzdem für viele Heimat war.

Ein Kapitalismus unter dem Diktat von Goldman Sachs und einer Demokratur der mehr als unzähligen Geheimdienste in Europa und Übersee (die auch über IM´s verfügen!!!) - den kann und will ich nicht als HEIMAT betrachten.

DonFerrando 03.01.2013 | 19:00

So, ein jeder hat jetzt die Möglichkeit, sich aus erster Hand ein Bild zu machen, wie "sozialistisch" die Vorschulerziehung in der DDR tatsächlich war. 

 

Der Text ist dem Bildungs- und Erziehungsplan für den Kindergarten von 1977 entnommen und war somit das verbindliche "Lehrplanwerk" für alle Kindergärtnerinnen in der DDR. Auf fast 3 Seiten findet sich lediglich in zwei Sätzen, ein Hinweis auf echte "sozialistische" Inhalte, von denen man auch noch getrost anzweifeln kann, ob sie buchstabengetreu von den Kindergärtnerinnen so umgesetzt wurden.

"Die Hauptaufgaben der Bildung und Erziehung im Kindergarten

 

Die Aufgaben der körperlichen, geistigen, sittlichen und ästhetischen Bildung und Erziehung bilden die Grundlage für die allseitige Entwicklung der Kinder. Die Persönlichkeitsentwicklung vollzieht sich im Rahmen der Lebensbedingungen der Kinder und äußert sich im Wissen, Können, verhalten in Ihren Eigenschaften und Gewohnheiten und in ihrer Selbstständigkeit, in ihrer Lernbereitschaft und Freude auf die Schule.

 

Im Kindergarten ist für eine gesunde körperliche Entwicklung der Kinder zu sorgen. Die Maßnahmen zur Anerziehung hygienischer Gewohnheiten, die Einhaltung eines geregelten Tagesablaufes, tägliche Körperübungen und der Aufenthalt im Freien tragen zur Stabilisierung der Gesundheit der Kinder bei. Turnbeschäftigungen, tägliche Körperübungen und Spiele dienen der weiteren Entwicklung der Bewegungen und der Kräftigung der Kinder.

 

Es ist zielstrebig an der Entwicklung der Sprache des Denkens der Kinder zu arbeiten. Die Kinder lernen, Gegenstände und Erscheinungen ihrer Umwelt zu beobachten zu vergleichen, an ihnen Unterschiede und Gemeinsamkeiten festzustellen und zu einigen ihrer wesentlichen Seiten vorzudringen. Somit erwerben die Kinder genauere und differenziertere Vorstellungen und Kenntnisse von Ihrer Umwelt. Sie dringen in Zusammenhänge ein und werden befähigt, einfach Schlussfolgerungen zu ziehen.

 

Die Erzieherin muss das Bedürfnis der Kinder nach sprachlichem Ausdruck unterstützen und sie befähigen, ihre Wünsche, Gedanken und Meinungen mitzuteilen, ihre Handlungen zu erläutern und zu begründen. Die Kinder sind zu befähigen, zusammenhängend zu sprechen und ihre Gedanken und Erlebnisse sprachlich und sachlich wiederzugeben.

 

Durch die aktive Auseinandersetzung der Kinder mit Ihrer Umwelt, durch den Erwerb von Kenntnissen, bilden sich gefühlsbetonte Beziehungen heraus, auf deren Grundlage eine begründete emotionale Einstellung der Kinder zu ihrer Umwelt zu entwickeln ist. Die Kinder sind zu geistiger Tätigkeit zu befähigen und sie müssen lernen, sich zu konzentrieren und aufmerksam zu sein.

 

Die vielfältigen Tätigkeiten der Kinder in der Kindergruppe sind so zu lenken, dass sich ihnen Verhaltensweisen herausbilden, die den sozialistischen Normen des Zusammenlebens entsprechen. Die Kinder sollen freundschaftlich miteinander tätig, ehrlich und bescheiden sein und sich gegenseitig achten und helfen. Auf die Entwicklung solcher Eigenschaften wie Ausdauer, Zielstrebigkeit und Bereitschaft Schwierigkeiten zu überwinden, muss ständig Einfluss genommen werden."

 

DonFerrando 03.01.2013 | 19:05

Teil 2

 

"

Die wachsende Selbstständigkeit der Kinder ist mit der Erziehung der Liebe zur Arbeit und mit der Bereitschaft der Kinder zu verbinden, gemeinsam und im Interesse der Gruppe und andere ihnen bekannter Menschen einfache Arbeiten auszuführen. Die Kinder sollen den Sinn und Zweck ihres Tuns erleben und verstehen lernen sowie erste Einsichten in die Notwendigkeit der Arbeit gewinnen.

 

Sind zur Liebe und zur Achtung ihren Eltern gegenüber zu erziehen. Bei den Kinder sollen sich die Gefühle der Verbundenheit zu den ihnen bekannten Werktätigen, zu ihrem Heimatort, zu den führenden Genossen der Partei und der Regierung, zu den Angehörigen der bewaffneten Streitkräfte herausbilden. Die Liebe zur DDR schließt die Gefühle der Freundschaft zu den Freunden der DDR, insbesondere zu den Menschen der Sowjetunion, ein.

 

Im Kindergarten ist eine musische Atmosphäre zu schaffen. Eine schön gestaltete Umgebung, das Vorbild der Erzieherin und das harmonische Zusammenleben der Kinder in der Gruppe sollen zur Aufgeschlossenheit der Kinder für alles Schöne beitragen. Bei den Kindern sind die Freude und das Bedürfnis zu wecken, zu singen, Musik zu hören, zu malen, zu modellieren und zu basteln.

Sie werden mit Märchen, Gedichten und Erzählungen bekannt gemacht und dazu geführt in ihren Inhalt einzudringen. Diese Tätigkeiten sind für die die Entwicklung der schöpferischen Phantasie, für die Formung erster moralischer Urteile, für die Festigung des Kinderkollektivs, die Entwicklung der Kinder und ihrer Freude an allem Schönen zu nutzen. Die Kinder bedürfen eines gut organisierten Kinderkollektivs, in dem sie ihre wichtigen Erfahrungen sammeln und zu dem sie sich durch viele gemeinsame Erlebnisse zu gehörig fühlen. In der Kindergruppe finden sie ihre Freunde und Spielkameraden, wirken gleichberechtigt und bilden sich ihre gesellschaftlichen Eigenschaften heraus.

Die Kinder bedürfen ebenso der Begegnung mit den Erwachsenen, in deren Tätigkeit und Beziehungen sie unmittelbar und mittelbar einbezogen werden. Das regt die kindliche Tätigkeit an, gibt ihr Inhalt und Richtung, beeinflusst Gefühle, die Einstellungen und Meinungen der Kinder. ….

 

Einen breiten Raum nehmen das Spiel, die Arbeit und die Beschäftigung und die mit Ihnen zu lösenden Aufgaben ein, wobei dem Spiel als Haupttätigkeit der Kinder im Vorschulalter besondere Aufmerksamkeit zu schenken ist. In ihm müssen die Kinder größte Befriedigung ihrer Wünsche erfahren und die vielfältigsten Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt erhalten. Im Spiel sollen sich die geistigen und schöpferischen Fähigkeiten der Kinder und insbesondere ihre gesellschaftlichen Eigenschaften herausbilden."

 

Eine jede Grundschullehrerin/Grundschullehrer wäre wohl auch heute heilfroh, wenn die Schulänfänger auch nur halbwegs die genannten Eigenschaften bei der Einschulung mitbrächten!!!

alalue 03.01.2013 | 19:16

In der DDR war manches besser, und was nicht, ist heute schlechter.

"Und solche Jammerer und Nörgeler wie Herrn Eckert hab ich in der DDR zur Genüge kennengelernt..."

"Genau wegen solcher Nörgelpriems wie Herrn Eckert, ..."

Also, für einen Nörgler gabs Gefängnis, Zwangsscheidung und ähnliche nette Würdigungen. Was geschah dann mit echten Kritikern ? Ach ja, die wurden ja mit Genickschuß hingerichtet.

In der heutigen BRD gehts ja viel schlimmer zu: man kann nörglen was man will, es hilft einfach nichts. Das war in der DDR besser, da hat das was gebracht.

Mit sozialistischem Gruss a.

alalue 03.01.2013 | 19:49

Und wie geht das ? Wenn ein Nörgler so hart angegangen wird, soll man das dann übergehen, verschweigen, nicht beachten, selber schuld ?

Weil es ein paar Dinge gab, die ganz okay waren ? Die gibt es überall, oder wollen sie einen Staat nennen, den alle ablehnen, der niemandem etwas bringt ?

Möglicherweise ist die Zahl, der Anteil derer, die den Staat nicht mögen, und auch, wie die dann behandelt werden, ein wesentliches Kennzeichen. Und nicht, daß er Kindergärten und Schulen baute: ohne dem geht es doch sowieso nicht.

Andererseits: Sie und Ihresgleichen werden immer weniger, in ein paar Jahren interessiert das sowieso niemanden mehr, ob da ein Staat, der 40 Jahre mit 17 Millionen Einwohnern jetzt zu stark abgeurteilt wird.

Es gibt wesentliche Probleme, die soziale Ungleichheit, die Macht und die Arroganz der Wirtschaft. Und da ist es nicht wichtig, daß  in der DDR ein paar Dinge besser waren: was sollen die Menschen heute damit anfangen ?

Machen wir es der DDR nach:fragen wir Putin, ob er nicht wieder ein paar hundertttausend Soldaten hier stationieren will, für eine sozialistislche Enklave.

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 19:54

da wird ja der hund in der pfanne verrückt, werter DONFERRANDO; ich hab's ja immer irgendwie gefühlt, dass mir im DdR - kindergarten kein seelisches leid angetan wurde, aber wie 'beweisen'?! hier, im 'westen'?

kennen sie auch die totschlagargumente, wie: dann geh doch wieder rüber/nüber - oder auch: mach dich wieder nüber/rüber, wenn dort alles besser ist/war, wie du sagst ...!

und dabei war/bin ich durchaus befleißigt, differenziert in die vergangenheit zu schauen - allein schon für mich selbst, um noch im diesseits dahinter zu kommen, was da wirklich gelaufen ist, speziell in der DdR, und auch sonst auf- und in der welt.

war gerade ein echtes lese- und denk/fühl-erlebnis, ihr eingestellter text - dankeschön.

grüße vom max

ps. und erst das warme mittagessen, täglich - wow - wow-wow ... - was hatten wir für eine gute und nette köchin. frau schombach konnte, glaube ich, alles so kochen, das es (zumindest in meiner erinnerung) jeden tag ein lieblingsessen gab - ehrlich, ganz ohne flunkern ...

Eule 03.01.2013 | 20:02

Hallo, alle Beiträge sind irgendwie richtig oder falsch. Und bei aller Diskussion wird eines vergessen und das ist extrem wichtig, wem und was nutzt die heutige Form des Gebietes "Deutschland"?

Es hätte nie einen Bürgeraufstand in der DDR gegeben, wäre nicht von Moskau ein Eingreifen verboten worden. Gleichwohl hätte sich in der DDR keiner mehr auf die Straße getraut, wenn geschossen worden wäre. Und die NVA hätte dieses jeder Zeit gedurft (innerer Feind), darf die Bundeswehr bis heute nicht. Und ich war im Oktober1989 Augenzeuge einer solchen Veranstaltung und habe als Zeitzeuge gesehen wie man die Demo aufgelöst hatte. Ich finde es auch nicht gut und schön, wie Zeitzeugen, also auch Herr Eckert, "niedergeschrieben" werden, das hat er so empfunden, man darf schon glauben das dieses seine persönlichen Erinnerungen sind. Und ich bin auch in der DDR groß geworden und lebe heute im "Westen", nur ist es hier noch geschichtsärmer als die DDR je war. Soweit erst mal genug.

Die Frage vom Anfang, wem oder was nützt das ganze???

Schon mal mit naher deutschen Geschichte befasst?

Mal was von SHAEF- Gesetzgebung gehört? Da geht es eigentlich los. Ich will hier keinen Artikel über Gesetze schreiben, wobei die wenigsten ja wissen was läuft. Warum gab es eine BRD und eine DDR, welche eigentlich Mitteldeutschland ist und schon auf Jalta während des 2. Weltkrieges festgelegt wurde. Warum wurde zur sogenannten Wiedervereinigung der Artikel 23 des GG der BRD ersatzlos gestrichen??? Fragen über Fragen, eigentlich oder auch nicht. Alles dient nur einem Ziel, eine "Einweltregierung" zu schaffen und Europa als Vereinigung der Europäischen Staaten mit einer Religion zumachen. Und dieser nette "Club" von besorgten Menschen, heißen Bilderberger und möchten ihr eigenes Kapital vermehren. Das will wohl jeder Mensch, nur diese Personen gehen über Leichen. Und da gibt es beispielsweise einen Herren aus Kissingen in Bayern, 1936 mit seinen Eltern geflüchtet in die USA und ist ein Ur- Bilderberger, Kissinger, Henry A.. Und diese Herren und Damen im Club möchten einen "feudalistischen  Sozialismus" schaffen, mit allen Vorzügen dieser Systeme.

Und aus diesem Grund sind alle Diskussionen nur eine Ablenkung von der eigentlichen Situation in unserem Land. Wobei solche Erfahrungsberichte aus Ost und West, das gleiche sind, wie wenn Bayern und Ostpreußen über ihre Vorzüge streiten.

Denn die Staaten welche ihre Grenzen aufgeben, geben ihre Identität auf.

Eule 03.01.2013 | 20:02

Hallo, alle Beiträge sind irgendwie richtig oder falsch. Und bei aller Diskussion wird eines vergessen und das ist extrem wichtig, wem und was nutzt die heutige Form des Gebietes "Deutschland"?

Es hätte nie einen Bürgeraufstand in der DDR gegeben, wäre nicht von Moskau ein Eingreifen verboten worden. Gleichwohl hätte sich in der DDR keiner mehr auf die Straße getraut, wenn geschossen worden wäre. Und die NVA hätte dieses jeder Zeit gedurft (innerer Feind), darf die Bundeswehr bis heute nicht. Und ich war im Oktober1989 Augenzeuge einer solchen Veranstaltung und habe als Zeitzeuge gesehen wie man die Demo aufgelöst hatte. Ich finde es auch nicht gut und schön, wie Zeitzeugen, also auch Herr Eckert, "niedergeschrieben" werden, das hat er so empfunden, man darf schon glauben das dieses seine persönlichen Erinnerungen sind. Und ich bin auch in der DDR groß geworden und lebe heute im "Westen", nur ist es hier noch geschichtsärmer als die DDR je war. Soweit erst mal genug.

Die Frage vom Anfang, wem oder was nützt das ganze???

Schon mal mit naher deutschen Geschichte befasst?

Mal was von SHAEF- Gesetzgebung gehört? Da geht es eigentlich los. Ich will hier keinen Artikel über Gesetze schreiben, wobei die wenigsten ja wissen was läuft. Warum gab es eine BRD und eine DDR, welche eigentlich Mitteldeutschland ist und schon auf Jalta während des 2. Weltkrieges festgelegt wurde. Warum wurde zur sogenannten Wiedervereinigung der Artikel 23 des GG der BRD ersatzlos gestrichen??? Fragen über Fragen, eigentlich oder auch nicht. Alles dient nur einem Ziel, eine "Einweltregierung" zu schaffen und Europa als Vereinigung der Europäischen Staaten mit einer Religion zumachen. Und dieser nette "Club" von besorgten Menschen, heißen Bilderberger und möchten ihr eigenes Kapital vermehren. Das will wohl jeder Mensch, nur diese Personen gehen über Leichen. Und da gibt es beispielsweise einen Herren aus Kissingen in Bayern, 1936 mit seinen Eltern geflüchtet in die USA und ist ein Ur- Bilderberger, Kissinger, Henry A.. Und diese Herren und Damen im Club möchten einen "feudalistischen  Sozialismus" schaffen, mit allen Vorzügen dieser Systeme.

Und aus diesem Grund sind alle Diskussionen nur eine Ablenkung von der eigentlichen Situation in unserem Land. Wobei solche Erfahrungsberichte aus Ost und West, das gleiche sind, wie wenn Bayern und Ostpreußen über ihre Vorzüge streiten.

Denn die Staaten welche ihre Grenzen aufgeben, geben ihre Identität auf.

DonFerrando 03.01.2013 | 20:02

Tja ich fürchte, es kommt immer auf das Gegenüber an, Max Escher, tief sitzendenden und eingefleischten Vorurteilen wird man wohl auch "schwarz auf weiß" nicht widerlegen können! Aber auch im Westen gibt es doch vereinzelt interessierte und differnziert denkende Mitbürger, wenn derer wohl auch nicht wie Sand am Meer zu finden sein mögen. Vom hohen Roß des "Siegers" lässt sich ja auch beschaulich argumentieren spotten und lästern. 

 

Und Danke für die Story aus dem Kindergarten.

alalue 03.01.2013 | 20:12

Aber wenn ich Ihre überhebliche Arroganz sehe, jemanden wie Eckart als "Nögler" zu bezeichnen, kann ich die Wirtschaftsärsche nicht mehr ganz so verurteilen: ein verbreitetes Phänomen.

Auch wenn es in der DDR  bessere Kindergärten oder was weiß ich, was alles noch besser war, gab, ist das noch kein Grund, jemanden, der so unter diesem verlogenen System leiden mußte, so zu behandeln. Sie könnten Ihm doch Mitgefühl & Bedauern aussprechen, das heißt ja nicht, daß die Kindergärten schlechter waren.

Läßt man diese Arroganz auf sich wirken, bekommt man ein bischen Ahnung von den Zuständen in der DDR damals. Danke für den Anschauungsunterricht.

Mit sozialistischen Gruss a.

alalue 03.01.2013 | 20:37

Ist etwas übertrieben, aber stellen Sie sich vor, Sie erzählen einem Juden, grade aus Auschwitz gerettet: aber die Autobahnan hat er gebaut. So in etwa muß sich Herr Eckart fühlen, wenn er diesen Blog und Ihre Kommentare liest.

Sie fordern ganz schön viel von den unbezweifelbaren Opfern. Die Bezeichnung als "Nörgler" ist so gemein, so fies.

Sie tun so, als ob Sie objektiv wären, sind aber Ihrem unreflektiertem Vorurteil ausgeliefert: auch wenn Sie von der Sache her richtig sein sollten, Ihre Unsensibilität einem Leidtragenden wie Eckart gegenüber zeigt, daß Sie gefühlsmäßig ein ein unberbesserlicher DDR-FAn sind und gewisse Tatsachen andeutungweise in Worten, aber nicht in Ihrem Fühlen akzeptieren.

Und genau das, meine Herren Apatit und Co, genau das war der Grund für die Verlogenheit und die unfaien Auswüchse in der Ex-DDR.

Einen letzten sozialistischen, und nie mehr wieder wird es diesen Sozialismus geben.

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 21:36

"(...)...  bekommt man ein bischen Ahnung von den Zuständen in der DDR damals. Danke für den Anschauungsunterricht.";

das ist ja eben der knackpunkt, werte/r  ALALUE. wenn DAS wirklich so einfach wäre, das erkennen der zustände, selbst wenn man mittendrin stünde/steht/stand;

warum wohl wird so viel getippt und gemeint ... - alle und jeder hat eine meinung, auch zum thema DdR.(warum auch nicht!)

also ich war mittendrin. 28 jahre lang. und?

aber ob ich daher einen echten wissens'vorsprung' habe, das möchte ich vorsichtig negieren. mein fühlen, das kommt mit der DdR prima klar. aber gefühl und objektivität... schwierig. gefühlte objektivität ... auch schwierig.

wären da nicht all die bücher (prosa sowieso) und dokumentarfime, die ich das glück hatte (bisher) zu sehen/zu hören ... - ich würde mich noch immer mit meiner bunten batik-latzhose tapsend durchs grau(?) gehaltene erinnerungsland DdR 'quälen'.

will sagen: JEDER, der es ehrlich meint, mit seinem kommentar, zum thema DdR ... - der sollte nun wahrlich keiner wertung ausgesetzt werden, die (individuelle) biographien auf eine ganz besimmte art und weise nach brauchbarkeit abklopft, eine brauchbarkeit für die eigene selbst(?)darstellung, bzw. die eigene gesinnungspropaganda.

es ist verdammt schwer, an 'der' wahrheit zu puzzlen, weil doch sooo viele teile im karton liegen, und noch keiner genau sagen kann, ob das puzzle tatsächlich vollständig ist ...

grüße vom max

alalue 03.01.2013 | 21:55

Danke, Max für den unaufgeregten Kommentar.

Meine Kritik besteht darin, daß gewisse Blogger hier ihre "Wahrheit" ein bischen absolutieren und so tun, als seien solche mit eher negativem Eindruck charakterlich bedenklich: Nörgler eben. Und das ist so eine hinterlistige Taktik: die aufgebrachte Klage über das Leid, und zwar schlimmes Leid, das jemand erfuhr, als Nörgelei zu verniedlichen, für uns war es nicht so schlimm, also ist er selber schuld. Und das ist einfach fies.

Okay, die Kindergartenversorgung war besser. Aber dafür hat selbst ein Harzer mehr Bananen als ein gutverdienender Sozialist.

Ein Lob an die Redaktion für die Darstellung der Einkommensunterschiede im real existierenden.

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 22:36

"Okay, die Kindergartenversorgung war besser. Aber dafür hat selbst ein Harzer mehr Bananen als ein gutverdienender Sozialist.

(... komma damals? also die bananengeschichte, damals?)

meine meinung? ich traf leider, leider auf sehr wenige menschen, die ich im nachhinein als 'sozialisten/kommunisten' bezeichnen würde/könnte.

"Ein Lob an die Redaktion für die Darstellung der Einkommensunterschiede im real existierenden."

wird/würde wohl nicht ohne risse im eis bleiben, wenn diese einkommensunterschiede auf ein ganzes lebensgefühl/eine tatsächliche(?) lebensqualität angewendet werden würden, um eine objektive darstellung der damaligen lebensverhältnisse zu versuchen.

da gab es menschen, die mit 350 mark der DdR 'prima' auskamen, und es gab menschen, die wollten/brauchten mehr - viel mehr. und manche haben andere arbeiten lassen, für 'sich'.

aber ich kann mich nicht erinnern, jemals folgendes, bzw. ähnliches gehört zu haben, wie:

kaufhallenverkäuferin zu xy:

"ich finde das voll ungerecht, dass der kinderarzt von peter so 'viel' verdient."

man könnte jetzt sämtliche akademischen berufe aufzählen ... - auch die verkäuferin ließe sich beinah unendlich austauschen ... meine meinung.

der max

ps. wir haben gearbeitet. jeder an seinem arbeitsplatz. der eine hat so viel verdient, ein anderer, an seiner werkbank eben weniger oder etwas mehr - oder in etwa gleich.'jeder' arbeiter - ob mit seinen händen oder seinem kopf arbeitend, jeder davon - behaupte ich jetzt, war 'gern' dieser arbeiter. (menschen, die mit dieser DdR nicht/nicht mehr klar kamen/klar kommen wollten ... deren einstellung zu ihren arbeitskollektiven ... - darüber eine aussage zu treffen (also ich und hier ), das wäre idiotie.

der max

alalue 03.01.2013 | 23:20

Die Kassierin meint nicht den hohen Verdienst des Arztes, sondern ihren niedrigen, und da hat sie recht. Einer hat sich durch die Statistik gewühlt: gemessen an der Produktion pro Arbeitsplatz zu Erhards Zeiten und dem Lohn damals würde ein Arbeiter heute 10.000 Euro verdienen. Damals ging es den Menschen hier so gut, so viel besser als heute, das können, glaube ich, die Ex-DDRler nicht vorstellen. Deshalb waren sie ja, damals zu Recht, auf den Westen erpicht. Vor 30 Jahren reichte der Verdienst eines Menschen für Haus und Familie und Urlaub und Luxus, und alle Jahre gab es Streik und Verbesserunge: 13tes Monatsgehalt, Weihnachts- und Urlaubsgeld, vollständige Krankenversorgung und Rente.
 Gemessen an damals war an der DDR nichts, aber auch gar nichts besser. Kindergärten gab es genug, weil damals noch nicht alle Frauen arbeiten mußten: heute arbeitet einer für die Miete und der Partner fürs Auskommen, und das reicht kaum.

Es geht darum, dahin wieder hin zu kommen, den Leuten klarmachen, wie das war, und was geschehen muß, damit es wieder so wird, und nicht, der DDR nachzuweinen, weil sich inzwischen immer ähnlichere Zustände einstellen.

Zum Schluß: Ihre Argumentation ist falsch, ich habe es in einem früherem DDR-kritischen Blog bemerkt, aber nicht beschrieben: Sie schreiben, grob gesagt, man kann keine (objektive ) Aussage treffen. In diesen Blogs hieß es zuerst, "wenn man nicht dabei war, kann man nichts sagen", und dann "auch wenn man dabei war, kann man nichts sagen." Das ist einfach Flucht. Denn dann könnte man auch über heute hier, und in der Konsequenz über gar nichts etwas sagen. Dann könnte man die ganze Geschichtsschreibung und Soziologie in die Tonne treten, und Hitler hat die Autobahnen gebaut, aber über KZs, also da kann man nichts sagen, über Kissinger und Chile und Allende auch nicht. Man kann nicht so leicht was sagen, aber zumindest grob auf jeden Fall.

Allerletztes: ich habe beinahe geschrien: die DDR-Verteidiger, selber dabei gewesen, bestätigten sich am Schluß, als kaum noch Kommentare kamen, daß ziemlich viel Scheiße dabei war, aber das dürfen nur sie sagen, die Wessis sollen nicht so frech sein.    

wie auch immer, wirklich schöne Grüße, viel Glück und Danke für Ihren Kommentar

a.

 

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 23:52

nix für ungut, aber:

hätten sie jetzt gerade, in irgendeiner Kaschemme, derart emotional auf mich eingeschrien - begleitet vom schlagen der  kampfesbereiten fäuste, die das nackte tischholz dran glauben lassen wollen ... - ich hätte ihnen ihre empörung, ihr gefühl der empfundenen ohnmacht geglaubt/nachfühlen können.

ich hätte ihnen ihr/en bier/wein(?) hingeschoben, und sie luft holen lassen. reichlich luft.

hier schreibt ihnen ein (1)mensch.

studienhauptfach: der mensch, und wie man es bis dahin schafft, ein mensch zu werden, der mensch unter menschen sein will/darf

wenn hier user (plural) entweder das negative- oder das positive weglassen, bei ihren schilderungen, dann muss das nicht zwingend mit einem 'verheimlichen/verleugnen' gleichgesetzt werden, das führe in eine sackgasse.

was ich ihnen schrieb, ist ein inhaltlicher fliegenschiss, gegen beinah 17 mill. ge/erlebter leben, der DdR - bürger.

und mein ton, der war erzählend, aus eigener sicht erzählend.

- der max

 

ps. komisch ... - UND wie ich ihre empörung verstehen kann!!!!!!!!!!!!!

Martin Gebauer 04.01.2013 | 00:56

Wer nur sich selbst sieht, sieht sonst nichts!

Paragraf 175

Von 1950 bis 1969 gab es in Westdeutschland rund 50.000 rechtskräftig Verurteilte.

1969 wurde der Paragraf entschärft, hatte aber bis 1994 Bestand.

“Sprechen Sie mit den vielen Müttern, deren Kinder ihnen zur Zwangsadoption genommen wurde! Sprechen Sie mit den Jugendlichen...“ 

Sprechen Sie mit den vielen Müttern, deren Kinder ihnen zur Zwangsadoption weggenommen wurde! Sprechen Sie mit den 800000 Kinder und Jugendlichen die in Westdeutschen Evangelisch/Katholische Kinderheime missbraucht, misshandelt, gedemütigt oder an Bauern zur Zwangsarbeit verdingt wurden. Sprechen Sie mit den Zwangseingewiesenen in Psychiatrischen Landeskrankenhäuser in denen sie, wie Tiere Bett an Bett, rechtlos dahinvegetierten. Usw. ...

DonFerrando 04.01.2013 | 09:45

Herr Eckart ist frustriert über das System DDR, bei seinen Erlebnissen nachvollziehbar und verständlich. Dennoch passt es nicht zum Thema oder zum Artikel. Man kann nicht Ungerechtigkeiten gegen gute Sachen aufrechnen. Deswegen ist es schon kritikwürdig, mit diesen Geschichten, Stasiknast und Mauer, die uns aus den Medien allseits bekannt sind, das Gespräch immer in die gleiche Richtung zu lenken: nämlich Stasi und Mauer. Die Gesamte deutsche Öffentlichkeit ist überfrachtet davon. Deshalb ist es gut, wenn im Freitag mal andere Artikel erscheinen. 

 

Außerdem kennen wir nur die halbe Wahrheit, wegen einem Lacher in der Parteiversammlung kommt man nicht gleich in den Knast, auch nicht in der DDR. Um sich eine ehrliche Meinung zu bilden, gehören immer zwei Seiten dazu. 

Lydia 04.01.2013 | 13:29

Es kommt mir, offen gesagt, unsinnig vor, das Bildungssystem der DDR von der DDR als Staat trennen zu wollen. Natürlich hat jeder Staat ein Interesse daran, in der Bildung nicht nur Wissen, sondern auch seine Werte (wie auch immer die sein mögen) zu vermitteln, das ist im großen Deutschland ja nicht anders. Der Staat hat immer ein Interesse, wenn er eine Investition tätigt.

@Donferrando: Entscheidend ist nicht, wenn man sich in der Quellenkunde versucht, hier irgendwelche Gesetze reinzukopieren, sondern sich anzusehen, wie es im Detail geregelt war, das ist meist aufschlussreicher. Da könnte man noch etwas mehr zu finden.

elisRea 04.01.2013 | 13:40

Jemand wie Sie war also in der DDR Hygiene-Ispektor.

Ein aufschlussreicher Bericht, Ihr Beitrag. Ich kann mir aufgrund Ihrer authentisch erscheinenden Aussagen ein Bild von Ihrem Wirken in der Ex-DDR und den damit verbundenen Folgen machen.

Ich vermute, dass jemand, der  hier in einer Behörde eine Fahne austauschen würde, auch auf etwas Unverständnis stoßen würde.

Vieleicht würde man eine weiße Fahne mit Blümchen aber auch netter  finden als eine rote Arbeiterfahne.

elisRea 04.01.2013 | 13:49

ich hörte davon, dass man schon im Kindergarten Kindern beibringen wollte:"Der Stärkere hilft und beschützt den Schwächeren und haut ihn nicht mit dem Baustein auf den Kopf, weil er ihn haben will."

Das kann schlimme Folgen haben, wenn plötzlich genau das Gegenteil hipp ist;  Irritation und Orientierungsprobleme könnten auftreten. Hartes Schicksal, wenn man nicht gewillt ist mitzuhauen. :-)

 

 

elisRea 04.01.2013 | 14:08

Ja, Magda. Ich habe zwei Arbeitskolleginnen, die in der DDR groß geworden sind, gehört, die von ihrem Leben in der DDR erzählten. Da konnte man den Eindruck gewinnen als erzählten sie von zwei unterschiedlichen Welten.

Ich erinnere mich auch an einen Nazi, der in der DDR keine Karriere machen konnte, sondern statt dessen im Gefängnis saß, weil er im KZ als Atzt u.a.  Menschenversuche gemacht hatte. Der fand das allen Ernstes ungerecht, weil er überzeugt davon war, dass er durch diese Versuche doch so viel Nutzen für andere Menschen gebracht hätte.

Ist jetzt ein etwas drastisches Beispiel, was  tatsächliche Ungerechtigkeiten nicht überspielen oder bagatellisieren soll, aber, es ist, wie oft, eine Frage der Abwägung und Relation und des Menschseins an sich.

Magda 04.01.2013 | 14:18

Sie reihen in Ihrer Geschichte eine Andekdote an die andere. Eigentlich haben Sie alles, was es über die DDR zu klagen gab, am eigenen Leibe erfahren.

Andererseits: Die Geschichte mit dem Ost- und West-Fernsehen: Den Scherz mit der Frage nach den Uhren im Fernsehen wurde sogar schon mal in einem DEFA-Film verwendet. Alle DDR-Leute, die eine Antenne auf dem Dach hatten, sahen unbehelligt Fernsehen. Es gab - in den 60er Jahren - einige Übergriffe, aber das legte sich schnell. Und so geht es bei Ihnen andauernd zu. Sie reihen Witze aneinander, wollen dem Staatsanwalt in der Weise, wie Sie es beschreiben Paroli geboten haben. Du lieber Himmel. Deshalb erlaube ich mir, Sie nicht ganz ernst zu nehmen. Die Scherze mit historischen Gestalten habe ich auch schon besser gelesen. Da lese ich lieber Rudolf Walter Leonhard oder Manes Sperber.

Sie reihen in Ihrer Geschichte eine Andekdote an die andere. Eigentlich haben Sie alles, was es über die DDR zu klagen gab, am eigenen Leibe erfahren.

Andererseits: Die Geschichte mit dem Ost- und West-Fernsehen: Den Scherz mit der Frage nach den Uhren im Fernsehen wurde sogar schon mal in einem DEFA-Film verwendet. Alle DDR-Leute, die eine Antenne auf dem Dach hatten, sahen unbehelligt Fernsehen. Es gab - in den 60er Jahren - einige Übergriffe, aber das legte sich schnell. Und so geht es bei Ihnen andauernd zu. Sie reihen Witze aneinander, wollen dem Staatsanwalt in der Weise, wie Sie es beschreiben Paroli geboten haben. Du lieber Himmel. Deshalb erlaube ich mir, Sie nicht ganz ernst zu nehmen. Die Scherze mit historischen Gestalten habe ich auch schon besser gelesen. Da lese ich lieber Wolfgang Leonhard oder Manes Sperber.

Über Zwänge und Unfreiheiten in der DDR wurde von vielen ernsthaften Autoren begründeter und beeindruckender geschrieben. Übrigens auch von Leuten,die die DDR nicht als "rotlackierten Faschismus" begriffen.

alalue 04.01.2013 | 14:38

Entschuldigung, das war ein Mißverständnis. Ich bin nicht empört, ich war ein bisc hen emotinal, anfangs, aber am Schluß nicht mehr. Ich meinte das ganz ruhig, will Ihnen auch nicht zusetzen.

Als ich schrieb: ich hätte beinahe geschrien, das war vor Belustigung.

Ganz im Ernst. Vielleicht finde ich den Blog wieder, mal sehen. Es war wirklich so: die DDR-Verteidiger wehrten vehement jede negative Beurteilung des real Existierenden ab, um dann am Schluß selber zu schreiben: es war ganz schön hart, sie haben es aushalten müssen, und (sinngemäß) diese blöden Wessis brauchen da gar nicht das Maul auf zu reissen.

Aber mir sind wieder ein paar Dinge klar geworden, ich hoffe ich kann mich zu einem Blog aufraffen, und wünsche Ihnen echt alles Gute, und von mir aus können Sie auch den real Exisierenden verteidigen. Sie machen einen seriösen, sympathischen Eindruck, und es ist unangenehm, Ihnen wegen solcher Dinge zu zu setzen.

Gruss a

DonFerrando 04.01.2013 | 14:42

Hallo Lydia, danke für Ihren Kommentar. Das was sie als Quellenkunde beschrieben haben, sind nicht irgendwelche Gesetze, sondern die verbindliche Anleitung für jede Kindergärtnerin der DDR, sozusagen der Lehrplan, und somit schon sehr aussagekräftig. Die Ausbildung zu ebensolcher baute auf dem gleichen Stoff auf.  Vielleicht bringe ich auch noch ein paar Details, aber ich kann nicht den ganzen Erziehungsplan hier rein kopieren. 

Und was die Praxis betrifft, nun meine eigenen Erinnerung an die Kindergartenzeit ist schon ziemlich verblasst. Ich erinnere mich noch an lange Spaziergänge durch den Stadtpark in der Gruppe, wobei wir Herbstblätter gesammelt haben, Spielen im Sandkasten und DDR-Lego. Auch gemalt und gebastelt wurde. Woran ich mich absolut nicht erinnere, das uns die Erzieherin ein Bild eines alten Herrn mit Brille vorhielt und sagte, kuckt mal so sieht "Erich" aus! Auch ein Soldat mit Kalaschnikow ist nicht aufgetaucht, wäre sicher hängengeblieben. Aber zum Tag der Republik und 1.Mai wurde bunt geschmückt mit Girlanden und Fähnchen, das gab es schon. Was sagen die anderen?

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 16:09

guten tag, werte/r ALALUE;

wie schon behauptet: ich kann sie verstehen, mit ihrer 'not', all die infos zu sortieren, sortieren zu müssen(?), denn diese arbeit kann ihnen NIEMAND abnehmen.

wenn sie wirklich und tatsächlich daran interessiert sind, wie sie ihr leben ausrichten sollen/wollen, also die frage nach dem aussehen des dazugehörigen 'denkmodells' ... - so was ist - nach meiner lebenserfahrung, nicht konsumierbar, solch ein wissen um das aussehen eines 'denkmodells'.

wie ich glaube bei ihnen (also die reine textbasis) bemerkt zu haben, sind sie ein politisch interessierter mensch, so zwischen anfang- und mitte zwanzig ... - als ich zwanzig jahre alt war, da war ich beinah fertig mit meiner ausbildung zum DdR-bürger.

interessant wäre jetzt, also genau an dieser stelle, eine art prosa-text, der zu erklären versucht, was ich damit eigentlich sagen will; ich versuche es mit einem einzigen satz:

ich habe MEINE DdR - meine heimat, geliebt, und nicht die SED-DdR!

 

- grüße vom max

 

ps. ca. zwei jahre nach dem mauerfall, ich war inzwischen 30 jahre alt, da bekam ich das buch "der archipel gulag" 'in die finger' ... - ich habe es - unter unsäglichen schmerzen, gelesen ... - ich habe mich also postum um beinah alles gebracht gefühlt, was ich mir unter 'kommunismus/sozialismus' vorgestellt, bzw. zusammengereimt hatte, während meiner ausbildung zum DdR-bürger,

die so gründlich in der angewandten gehirnwäsche war ... - dass ich im hier und jetzt beinah jedem misstraue, der mir mit kommunismus/sozialismus' kommt, obwohl ich selbst nur das allerbeste für diese, meine welt will/möchte/von dieser zum 'atmen' brauche ... - und einzufordern versuche.

aber auch DAS kann ich nicht konsumieren, diese, meine welt, so wie ich sie mir vorstelle; diese muss ich mir hart erarbeiten, durch vorbildfunktion, als multiplikator.

ich selbst bin es, der 'diese' welt zu gestalten hat, aber nicht gestalten könnte, wüsste ich nichts von/über geschichte, auch die der DdR, 'meiner' (ehemaligen) DdR.

möchte ihnen sagen: empören sie sich! engagieren sie sich (für eine gerechte/re) welt! für eine bewohnbare welt! für eine zukunft schlechthin, auch die ihrer kinder/enkelkinder! und-und-und-und ...),

ABER (aus der erfahrung des eigenen werd[t]eganges): gehen sie verantwortungsbewusst vor, verantwortung gegenüber 'der' wahrheit, verantwortungsbewusst, in der 'herstellung' einer möglichen(?) objektivität.

es ist sooo verdammt schwer, mit 'der' wahrheit.

aber auch spannend, der weg dorthin.

und bitte erschrecken sie sich nicht, wenn sie auf dem 'platz der wahrheit' angekommen sein werden,

möglicherweise könnten dort bereits hunderttausende, wenn nicht gar millionen menschen zusammengekommen sein, um 'die' wahrheit mit fahnen und transparenten zu feiern, die 'alle' eine andere farbe haben, eine andere sprache sprechen ... (werden).

- der max

apatit 04.01.2013 | 16:20

ALALUE! Unter welchen falschen Flaggen segeln Sie hier? Die Masche kommt mir bekannt vor! Ihre Masche! “ Sie und Ihresgleichen werden immer weniger “ Welch ein Hochmut und da war wohl Ihr Wunsch der Vater des Gedanken? Sie tun mir leid und schwimmen Sie weiter im Bottich ihrer Milch und Honig Welt. Und wenn Sie weiter hier Flaschen mit Brom öffnen, habe ich keine Lust mehr Ihnen zu antworten!

fahrwax 04.01.2013 | 16:47

"Badbank" der ungelösten Probleme der Gegenwart.

Mir fällt dazu auf, dass der Unterschied zwischen den kleinbürgerlichen Funktionärsriegen hüben und drüben kein sehr großer ist.

Die unterschiedlich gefärbte ideologische Fassade ist von bescheidener Glaubwürdigkeit.

Zwischen der Unterwerfung von Menschen, mittels Ideologie, unter irrelevante Planziele zwecks Produktion gläubiger Sklaven und der Anbetung des „Weltmarktes“ existiert kein erkennbarer Unterschied.

Die Aufzucht des sklavischen Nachwuchses misst sich nach wie vor an den Notwendigkeiten der Produktion, nicht etwa an den Bedürfnissen von Menschen, gar Kindern.

Die jeweilig gefeierten „Erfolge“  dienen ausschließlich der ideologischen Beruhigung zur Aufrechterhaltung von Verhältnissen, die nicht zu rechtfertigen sind.

 Beide, nur angeblich unterschiedliche Systeme, versuchen „den Menschen“ an Produktionsverhältnisse anzupassen, die nur für eine Minderheit optimiert ist.

Ob diese Minderheit sich gerade zu Marx, Lenin, Stalin, der heiligen Dreifaltigkeit, Mohamed, oder zum Weltmarkt bekennt ist beliebig austauschbar.

 In einer seiner bekanntesten Aufnahmen, trägt der 'Hard to Kill' Osama bin Laden ein Turban auf dem Kopf, aber führt auch U.S.Militärkleidun g vor, und trägt eine Timex Uh r – made in the USA.

(Eduardo Galeano)

http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/9-11/galeanode.htm

 

Magda 04.01.2013 | 17:14

""der archipel gulag" - habe ich auch nach der Wende gelesen. Aber das hat man auch gewusst und dieses "Wissen" war auch nicht verboten. 

In den 60er Jahren schon ist in der DDR von Solshenizyn erschienen "Ein Tag des Iwan Denissowitsch" und ich hatte die Tage gerade eine Auswahl von Schalamows Geschichten aus dem Gulag. Ich habe auch Kempowskis "Ein Kapitel für sich" im Fernsehen gesehen. Das war überhaupt nicht die Frage, dass man das nicht wusste. Aber, es war ja in der DDR in den 70ern vor allem neue Hoffnung aufgekommen. Leichen im Keller hat nebenher jedes System. Und später haben die Leute gesehen, dass es nicht möglich war, neuen Wein in alte Schläuche zu füllen. Sie haben es dann doch getan, denn auch der Kapitalismus ist ein ziemlich "alter Schlauch". 

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 17:25

: - ))))) ... - irgendwie schad, lieber FAHRWAX, hatte nämlich ganz fest damit gerechnet (mein rechner wird noch mit braunkohle bestückt, also brauchte es eine ganze weile, bis die graphik geladen war), dass sich das bild öffnen wird, das in der titanic (damals) das deckblatt schmückte: "gabis erste banane".

und nun ... - hatte ich einen beinah kindlichen spass dabei herauszufinden, welche banane, welche bananen fehlen (könnten), in ihrem bild - echt jetzt - ohne jede verarsche oder gehbehinderter ironie.

das von mir unterstrichene - also das, was sie leider nicht in "..." gesetzt haben, das sollte eigentlich zur grundlage einer diskussion werden, ging aber beim diskutanten (ALALUE) unter, weil ... - finde mal eine erbse wieder, die dir in deinen erbseneintopf gefallen ist.

herzliche grüße vom max

ps. ansonsten stehe ich dazu, dass ALALUE eine art bedenk-zeit eingeräumt wird, bzw. sich selbst einräumen möge, um die denk-wohnung mal kräftig zu lüften. und wenn nicht ... dann habe ich - ebenso wie APATIT bereits angekündigt, tatsächlich keine LUST mehr, mich mit pixeln zu 'unterhalten'. weil ... - das leben schlichtweg zu kurz ist.

ihnen einen schönen tag - der max

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 17:39

"der archipel gulag" - habe ich auch nach der Wende gelesen. Aber das hat man auch gewusst und dieses "Wissen" war auch nicht verboten. (...)"

"[Aber das hat man auch gewusst und dieses "Wissen" war auch nicht verboten.]"

was meinen sie mit ihrem "DAS"?

und was mit ihrem "dieses wissen"?

werte MAGDA, bin ehrlich gesagt recht ahnungslos, was sie mir mit ihrem text sagen möchten - oder über mich als bande, der welt damit sagen wollen.

anfühlen tut es sich in etwa so, für mich:

"was du kennst den "steppenwolf" nicht? den habe ich schon mit fünfzehn gelesen!!!!!!!!!!!! ALLE, die ich kenne, haben den schon vor dem abbi gelesen. komisch, dass du den nicht kennst/kanntest ... - echt komisch."

in etwa so. und ich kenne eine menge leute, die den "steppenwolf" schon mit fünfzehn gelesen haben/hatten - aber mit fünfzig keine aussage darüber zu treffen wissen/wüssten.

dass sie, werte MAGDA, dieses buch (den inhalt selbigem) längst kannten, also vor dem mauerfall ... - überlege mir gerade, ob ich meine ausbildung zum DdR-bürger (eher) abgebrochen hätte, mit dem wissen um den inhalt dieses buches.

- der max

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 18:02

UND dieser/dieses/diese man's ...? das geht mir erst jetzt auf. mit ihrem "man" ... - ist ihnen eigentlich bewusst, was sie mit diesem "man" eigentlich behaupten?

'man', in einem text zu benutzen erfordert viel fingerspitzengefühl, und auch ein urvertrauen in den eigenen ausdruck. ein 'ich' ist und bleibt ein ICH. ein 'man' hingegen ... hat was 'göttliches' ...

- der max

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 18:30

die säge will sägen (die geistige eh), sonst brächten ja ihre vielen geputzten zähne nicht den gewünschten segen; "ausgehend von" einem echten interesse an der sache - meine meinung - klar, eine befriedigende kommunikation ... im sinne von dazu gelernt, nicht zu verwechseln mit aus-gelernt.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 18:41

... oder zer-sägt! abscheulich, dieses zer-sägen.

etwas literatur, zum thema unterschiedliche meinungen/ansichten/lebensentwürfe/kulturen/religionen, etc. pp.?

 

(...) Womit jedoch nicht voreilig gesagt sein soll, dass alles Denken und Fühlen in der Welt, vornehmlich alles darin gegensätzlich Existierende, sich eins zu eins gegenüberstünde,  und es daher jeweils nur einer einzigen direkten Brücke bedürfe, damit die einmal eingenommene Seite gewechselt werden könne, etwa in Form eines neuen Gedanken, einer neu begründeten Religion, einer neuen Idee, irgendeiner neu gefundenen Konstruktion der Gedankenmechanik - oder wie in diesem vielschichtig gelagerten Fall des Oscar Bauer, einfach nur einer ordentlichen Portion frischkühlklarer Luft, die jetzt von den beiden Männern kräftig in die Lungen gesogen wurde.

Nein, so einfach geht’s dann doch nicht zu, in Gottes irdenen Reich; je nachdem wie die Antagonismen gelagert sind, verkommt solch ein angezeigter Wechsel der Seite, nicht selten zu einem die Seite wechseln müssen, stets dann, wenn ALLES an einem Für oder Gegen zu hängen scheint, wie uns das Buch der Bücher, das offen daliegende Opus der Menschwerdung, und nicht zuletzt die ungezählt vielsprachig verfassten Werke der Geschichtsschreiber, zu belehren sich unaufhörlich anstrengen.

Diesem einen Für oder Gegen, im dichten Unterholz eines Menschen Seelenlandschaft  nachstellen zu wollen, damit sich entweder das Eine oder das Andere in den ausgelegten Schlingen der tyrannischen Fallensteller verfange, das wäre viel zu kurz gedacht.

Fahrlässig wär’s, in gröbster Form dumm, barbarisch und schlechterdings selbstsüchtig, brächte der Mensch einen jeden sich zeigenden Gegensatz der Weltanschauungen – flugs, mit einer Brücke um das hiesige Leben, denn fraglos würden dann über eine solch eilig gezimmerte Brücke, im hetzenden Galopp, all die wildschönen Gedanken getrieben werden, direkt in den sicheren Tod, damit wieder ewiger Friede herrsche, auf der rechthaberischen Seite der Ideenlosigkeit. (...)

 

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 18:55

oder solche leut' vielleicht?

(...) während er, in der Küche am großen Tische saß, um dabei genüsslich in seinem geliebten Märchenbuch zu schmökern, dessen darin enthaltene Geschichten er jederzeit hätte frei vortragen können, so gut kannte er sich in dieser Welt aus, in der Welt der gedruckten Zeilen seiner Märchensammlung, ein Gedankenreich, dessen wahre Größe und Ausdehnung, dessen genaue Grenzen nie ganz zu ermitteln sein werden.

Es sei denn, dass ein bis zur Artigkeit geschrumpftes Kind oder ein wurmstichschlauer Holzkopf - ganz allgemein irgendein dummgescheiter Mensch, all die Zeilen mit dem messenden Finger abschritte, ja dann ... – dann wär’s sicherlich ein leichtes die Grenzen dieses unendlichen Reiches, bis auf die Zeile genau - pingelig bis auf das letzte Wort, zu bemessen.

Derlei fantasiegeschrumpfte Leute, welche vollkommenes Glück empfinden, endlich das riesige Tor durchschritten zu haben, das sie in das Land der ganz und gar erwachsen Gewordenen leitet, worin alle dort sich heimisch Fühlenden meinen - von Stund an, nie wieder einem abgegriffenen Märchenbuch zu bedürfen ... - solch in der Welt der vermeintlich Gescheiten angekommenen Dummköpfe - sich glücklich wähnend von den gezähmten Füßen bis ganz hinauf zu der fühlen wollenden Stirn, hinter deren dicker Schale doch nie etwas anderes probiert wurde als das buchhalterische Rechnen und Konstruieren von Vorteilen -, derart gut ausgebildete Erbsenzähler, von denen nicht einer jemals auf die Idee käme, dass unter all den königlichen Matratzen  ausgerechnet diese eine Erbse zu finden ist, mit deren Zauber sich ganz leicht ganze Kinderscharen verköstigen ließen ... – solcherlei vernünftig gemachte Menschen sind’s wohl, die, mit dem Eintritt in das Reich der Erwachsenen, bloßes Hochgefühl darüber empfinden  gänzlich befreit worden zu sein, von der drückend empfundenen Last ihrem Leben etwas Schönes, etwas Träumerisches, etwas ganz und gar Brotloses  hinzuzuerfinden: Für den Alten aber, war es nun an der Zeit.(...)

DonFerrando 04.01.2013 | 19:51

WAS noch BESSER war:

 

- SERO (Altstoffe - inkl. Elefant Emmy)

- Ferienlager und Betriebsferienlager (SEEEHR preiswert)

- Ferienspiele (kostenlos)

- Eingabewesen

- Haushaltstag

- Hausgemeinschaft

- Arbeitsgemeinschaften der Schulen

- Station junger Naturforscher und Pionierhäuser

- Buch- Verlags- und Zeitschriften-Landschaft

- Aufbau und Organisation des Gesundheitswesens

- kleine KONSUM-Läden auch auf dem Dorf

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 21:45

wenn man - also ich, die 'debatte' zu/um "freiheit für angela davis" dazu rechne ... gab's seine menge debatten.

und da ist folgende noch nicht einmal dabei: 'gehört berlin (ost) überhaupt zur DdR? oder ist das ein eigenes land?'

ansonsten ... bin ich 'ein wenig' enttäuscht, über ihre zwei (2) antwortsätze, zu meinen fragen.

aber nicht wegen der 'gelieferten' quantität der worte.

 

- der max

 

utkiek 04.01.2013 | 21:52

Dann stelle ich mal MEINE Sicht auf die angesprochenen Dinge dar:

- SERO: prinzipiell löblicher Versuch, schonend mit den Ressorcen umzugehen.  Als Kind fand ich es immer blöd, dass bei Sammelaktionen erarbeitete Geld sofort für die "Solidarität" spenden zu müssen. Später als Jugendlicher hab ich mich diesen Sammelaktionen verweigert, da mit dem gesammelten Papier auch ne Menge sinnloser Propaganda gedruckt wurde - hier wollte ich nicht Handlanger sein.

- Ferienlager und Betriebsferienlager (SEEEHR preiswert): ja, sehr preiswert und sehr undurchsichtig, was die Vergabe der (subventionierten) Ferienplätze betraf.

- Ferienspiele (kostenlos): gab und gibts auch im "Westen"

- Eingabewesen: auch hier wieder eine sehr undurchsichtige Praxis, was den Erfolg einer Eingabe betraf. In der Regel konnte man sich aber über einen Mangel mal etwas abreagieren.

- Haushaltstag: Oh ja, prima! Da konnten sich die durch Doppelbelastung gebeutelten Mütter (8,75 std Arbeitstag und 18 Tage Urlaub im Jahr) mal so richtig ihrer natürlichen Aufgabe - dem Haushalt widmen...

- Hausgemeinschaft: Jau, Subbotnik war klasse, besonders wenn man wusste, dass der stille Nachbar vielleicht mal ne Einschätzung über ein Reiseersuchen nach dem Westen abgeben wird...

- Arbeitsgemeinschaften der Schulen: gibts an Ganztagsschule heutzutage auch.

- Station junger Naturforscher und Pionierhäuser: Wer ist denn in SOWAS gegangen???

- Buch- Verlags- und Zeitschriften-Landschaft: gute Bücher gabs viel zu wenig, viele gar nicht und über die Zensur im Zeitschriftenwesen muss man nix mehr schreiben. Aber hey - das Abo fürs Magazin hielt meine Oma aufrecht, solange sie lebte. So bekam man dieses sagenumwobene Heft wenigstens mal leihweise in die Finger. Mit dem sputnik wars ja leider dann auch vorbei...

- Aufbau und Organisation des Gesundheitswesens: Jetzt würde es wirklich lustig, wenn es nicht so traurig währe. Schon mal die durchschnittlichen Lebenserwartungen von Ost und West verglichen? Viele Krankheiten wurden entweder nicht erkannt bzw. falsch oder unzureichend behandelt. Die gerade erst wieder diskutierten Experimente an Unwissenden zum Nutzen der Staatskasse sprechen ebenso für sich. Zudem waren Bausubstanz unt technische Ausstattungen vieler Krankenhäuser bis 89 auf Nachkriegsniveau.

- kleine KONSUM-Läden auch auf dem Dorf: Nun ja, was man so "Versorgung" nannte...

utkiek 05.01.2013 | 04:26

"Jetzt wird es spannend!" - Danke für die Vorschusslorbeeren ;)

"Mitglied seit: 04.01.2013!? Kommentare: 1" - Ja, hab mich extra angemeldet, nachdem ich diesen Beitrag samt aller Kommentare gelesen hab.

 "Nachtigall, ick hör dir trapsen" - was genau meinen Sie?

Zum Inhalt meiner Ausführungen keine Erwiderung?

Übrigens, Ihr Eingangsstatement "...und da sage und frage ich mir manchmal, war doch nicht alles schlecht oder?!" vom 31.12.2012 | 10:41 kommt mir irgendwie bekannt vor. Stellt aber gut den damaligen gesellschaftlichen Kontext Ihrer Ausführungen dar.

 

apatit 05.01.2013 | 09:55

 “Station junger Naturforscher und Pionierhäuser: Wer ist denn in SOWAS gegangen???“ Ich war dort und viele andre und da wurde mein Interesse für Naturwissenschaft, Geschichte, Geologie geweckt! Als Arbeiterkind konnte ich dieses Interesse dann mit Diplomen kleistern und da kann man ja Stolz sein, denn heute wird doch so viel auf Titel gelegt! Herr Dr. als Arschloch klingt ja besser als …. sie XY Arschloch. Und mal derb wie ein Bergmanns, "Man muss dem Leben immer um mindestens einen Kumpeltot (Schnaps, Trinkbranntwein für Bergleute) voraus sein." – so ähnlich soll’s auch Humphrey Bogart gesagt haben? Glück Auf!

die Realistin 05.01.2013 | 11:44

an Magda...und all die anderen natürlich auch:

Ja, nicht die SED war meine Heimat, sondern das Land, das VERSUCHTE,  eine neue Gesellschaft aufzubauen.

Heute weiss ich, das der MENSCH als solcher einfach nicht dazu bereit ist. Ihm ist die BANANE (bildlich gesprochen...) wichtiger.

Noch einige kleine Denkanstöße:

Wir haben damals DORT von unserer ARBEIT gesprochen, nicht vom JOB.

Jeder im Kollektiv wusste, was der andere Kollege verdient.

Man konnte selbst in Berlin (Ost)  spät abends noch einen Spaziergang machen.

Selbst "Assis" (Trinker, Arbeitsscheue u.ä.) hatten eine Wohnung.

Ich habe als Übersetzerin/Dolmetscherin in der DDR durchschnittlich 850 Mark der DDR verdient. Habe KEINEN Honorar-Nebenverdienst gehabt, da ich mich in meiner arbeitsfreien Zeit als alleinstehende Mutter um mein Kind kümmern wollte.

Als Rentnerin hätte ich später einmal ca.800 Mark der DDR Rente bekommen. Mit diesem Geld hätte ich problemlos leben können mit regelmäßigen Fahrten mit der BVB, mit dem Zug, hätte in Konzerte und ins Kino gehen können, hätte mir Bücher kaufen können..

Heute bekomme ich diese Rente in Euro.

Alles Obengenannte ist für mich unerschwinglicher Luxus!

Ja, es gab in der DDR viele Heuchler, Mitläufer, Übereifrige. Und die waren mir immer suspekt. Und ich wußte, das eben die uns das Grab graben!

Es ist halt wirklich so: jeder hatte seine DDR, der eine eine normale, der andere eine böse...

Aber Alt-Bundesbürger sollten mir bitte schön nicht erklären, wie ich gelebt habe!

So viel Menschverachtung wie in der BRD heute habe ich PERSÖNLICH in der DDR nicht erfahren. Und auch nicht so viel Ellenbogenmentalität, Unhöflichkeit...

 

utkiek 05.01.2013 | 12:24

"So viel Menschverachtung wie in der BRD heute habe ich PERSÖNLICH in der DDR nicht erfahren".

Wenn ich zwischen den Zeilen richtig gelesen habe, lebten und leben Sie in Ost-Berlin. Dann frag ich Sie mal ganz direkt:

Haben Sie die Mauer mit ihren teuflischen Sicherheitsanlagen nicht als menschenverachtend empfunden?

Haben Sie nichts von hinterrücks Erschossenen erfahren?

Wussten Sie nicht, dass durch diese Mauer Familien auseinandergerissen wurden?

Hatten Sie nie Lust, mehr als die paar sozialistischen Länder zu sehen und sind sich damit nicht automatisch und schmerzhaft des Eingesperrtseins bewusst geworden?

Waren Ihnen die Staatspropaganda und das Gebaren der Genossen nicht zuwider?

ALL DASS nenne ich menschenverachtend, und zwar ganz real und mit System. Daher gibt es für mich auch kein schönfärberisches "es war ja nicht alles schlecht".

Zumindest war man aber so ehrlich, dass Ganze offen als Diktatur (des Proletariats) zu bezeichnen. Der Rest war gelogen.

utkiek 05.01.2013 | 13:06

Schön, dass Sie als Arbeiterkind stolz auf Erreichtes sind.

Nun waren Abitur- und Studienplätze in der DDR ein rares Gut und vielen diplomierten Arbeiterkindern standen ebenso viele Kinder der "Intelligenz" gegenüber, die leider leider aus dem falschen Elternhaus stammten und somit von höheren Bildungschancen ausgeschlossen waren. Ebenso wenn sie aus einem allzu christlichen Elternhaus kamen, den Genosen Entscheidern in der Schule vielleicht etwas zu kritisch und vorlaut waren, oder wenn sie ganz einfach einen pazifistischen Aufnäher "Schwerter zu Pflugscharen" trugen. Immer dann hieß es: wir müssen die Arbeiterkinder fördern. Uns blieb dann die sozialistische Freiheit der "Einsicht in die Notwendigkeit"

So sind tausendfach Biografien gebrochen, Ressourcen verschleudert und Speichelleckerei gefördert worden.

Da Sie nur auf den Punkt mit den Pionierhäusern eingegangen sind, gehe ich Recht in der Annahme, dass  Sie mir im Rest meiner Ausführung zustimmen?

Und warum trapste bei Ihnen nun die Nachtigall?

 

DonFerrando 05.01.2013 | 13:24

Hier erst einmal nur kurz meine Reaktion:

"- Ferienspiele (kostenlos): gab und gibts auch im "Westen" "

Wo denn??? Wenn man Glück hat maximal Hort-Betreuung, und das dürfen sie ordentlich bezahlen!

 

"- Station junger Naturforscher und Pionierhäuser: Wer ist denn in SOWAS gegangen???

 

Na ich zum Beispiel, das war doch gar nicht so übel. Die waren "relativ" gut ausgestattet, mit Technik usw. Da wurde im Freizeitbereich den Kindern viel geboten. Heute nennt es sich "Schulbiologiezentrum". Auch die "Pionierhäuser" gibt es unter anderem Namen als Freizeit und Bildungsangebote rudimentär immer noch, beides ist aus Geldmangel der Kommunen ständig von Schließung bedroht. Bei uns in "Karl-Marx-Stadt" gab und gibt es sogar ein Kosmonautenzentrum "Sigmund Jähn". http://www.kosmonautenzentrum.de/  Ja für Kinder wurde wirklich viel gemacht, das kann man der DDR nicht vorwerfen.

 

-Gesundheitswesen: wußten sie, dass in den Sechziger oder Siebziger Jahren die DDR eine höhere Lebenserwartung als der Westen hatte?? Auch Gemeindeschwestern, Betriebsärzte, Krebsregister und AIDS-Vorbeugung waren vorbildlich und besser als im Westen. Natürlich litt das Gesundheitswesen besonders in den 80ern erheblich unter den allg. Mangeleerscheinungen und Geld. Dafür muss man bedenken, dass der AG-Betrag extrem preiswert war, zu preiswert!!

apatit 05.01.2013 | 13:51

“Haben Sie die Mauer mit ihren teuflischen Sicherheitsanlagen nicht als menschenverachtend empfunden?“ Ja! Aber nun mal ein wenig Ursache für das Monstrum in Berlin….
Kriegsverbrechen. Die CIA und die Nazis. Im Herbst 1945 begann in Nürnberg der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher. Zugleich traten mehr als 4.000 ehemalige Nazis unbemerkt von der Öffentlichkeit in den Dienst der US-Regierung.
    Im Herbst 1945, sechs Monate nach der Kapitulation Deutschlands und dem Ende der Nazi-Herrschaft, begann in Nürnberg der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher. Zugleich traten mehr als 4.000 ehemalige Nazis unbemerkt von der Öffentlichkeit in den Dienst der US-Regierung, um in Westdeutschland gegen die Sowjetunion zu spionieren oder als Wissenschaftler und Ingenieure die US-Forschung zu unterstützen. Warum hat man nicht einen neuen Staat so ganz einfach entstehen lassen? Und ich werde zur fliegenden Axt, wenn ich mir die Heuchelei von heute anhören muss! Menschenverachtend ist auch Folter in anderen Ländern, angestiftet von Demokratien. Wenn man in Ländern wie Saudi – Arabien die Schwulen die Eier abschneitet und die Frauen steinigt! Dafür gibt es ein Paar Panzer aus deutschen Rüstungsschmieden! Gewissen, hallo wo bist Du! Was ist eigendlich in Gefangenenlager in Guantanamo los, noch los? Was war los im Knast Iran?  US-Soldat packt aus, was die Medien verschweigen und die Menschen nicht sehen wollen! Was ist mit den Lügen geworden, die den Irak Krieg legitimierten? Gelächter im Hubschrauber als man Menschen erschoss! Tot ist Tot oder ist ein demokratischer Bauchschuss lieblicher? Wie schnell werden geschätzte Geschäftspartner plötzlich zu Diktatoren (Mubarak Ägypten) Warum konnte so lange eine Nazibande ( NSU )  in Deutschlanden morden? Da stimmt doch was nicht!  So viel zu Menschenverachtung lieber Diskutant. Was hat das eigentlich mit Kindergarten zu tun, denke, denke WERTE! die vermittelt wurden! - so was regt mich auf, wirklich auf! Und mit Totalitarismus kann man nicht die Welt erklären, wie es oft versucht wird, zu durchsichtig versucht wird!  Das ist auch Menschenverachtend! Von deutschem Boden soll nie wieder Krieg ausgehen, kennen sie das noch? Deutschland Rüstungsplatz III in der Welt, so viel zu “Schwerter zu Pflugscharen“. Wo sind die Rufer von damals Rainer Eppelmann und Herr Jahn? Und ein Wolf Biermann freut sich über verliehene Doktortitel …

Stefan Heym

Exportgeschäft (1931)

Wir exportieren!
Wir exportieren!
Wir machen Export in Offizieren!
Wir machen Export!
Wir machen Export!
Das Kriegsspiel ist ein gesunder Sport!

Die Herren exportieren deutsches Wesen
zu den Chinesen!
Zu den Chinesen!

Gasinstrukteure,
Flammengranaten,
auf arme, kleine gelbe Soldaten -
denn davon wird die Welt genesen.
Hoffentlich
lohnt es sich!

China ist ein schöner Machtbereich.
Da können sie schnorren und schreien.
Ein neuer Krieg -
sie kommen sogleich,
mit Taktik und Reglement und Plänen
Generale, Majore!
Als ob sie Hyänen der Leichenfelder seien.

Sie haben uns einen Krieg verloren.
Satt haben sie ihn noch nicht -
wie sie am Frieden der Völker bohren!
Aus Deutschland kommt das Licht!
Patrioten!
Zollfrei Fabrikanten von Toten!

Wir lehren Mord! Wir speien Mord!
Wir haben in Mördern großen Export!
Ja!
Es freut sich das Kind, es freut sich die Frau.
Von Gas werden die Gesichter blau.
Die Instruktionsoffiziere sind da.

Was tun wir denn Böses?
Wir vertreten doch nur die deutsche Kultur.

utkiek 05.01.2013 | 14:02

Zunächst einmal: Danke für die Antwort, Donferrando, ich will Ihnen meine nicht schuldig bleiben.

Ferienspiele (kostenlos): ... " Wo denn???" Ich habe bisher in einigen (West-) Städten gewohnt bzw. beruflich zu tun. Dort wurden und werden sogenannte "Städte-Pässe" angeboten, mit denen man ermäßigt bzw. kostenlos kommunale Einrichtungen besuchen kann, in denen dann während der Ferienzeiten auch gezielt Programme angeboten werden. Auch bieten Gewerkschaften, Vereine und Kirchen Ferienaktivitäten und -freizeiten an.

Pionierhäuser kannte ich nur das in Ost-Berlin, dort war es allerdings extrem voll (sicher ein Beleg dafür, dass das Angebot dort nicht schlecht war). In meiner alten Heimatstadt gab es solche Häuser nicht.

Gesundheitswesen/ höhere Lebenserwartung: siehe http://aktuell.nationalatlas.de/uploads/media/08_11_Lebenserwartung_g1.pdf

Zudem - ob Sie es mir glauben oder nicht - hatte ich während meiner früheren Tätigkeit im medizinischen Bereich wirklich erschütternde Einblicke ins staatliche Gesundheitswesen; meine Frau wurde im Rahmen einer z.Zt viel diskutierten Versuchsreihe mit noch nicht zugelassenen Medikamenten behandelt und mein Sohn säße heute im Rollstuhl, wenn wir nicht rechtzeitig aus der DDR rausgekommen wären, um ihn im "Westen" mehrfach operieren zu lassen.

 

Georg von Grote 05.01.2013 | 14:32

Man kann sich eigentlich nur bedanken für den Artikel.

Für mich ist es interessant, einfach mitzulesen, wie unterschiedlich die einzelnen Kommentatoren ihr Leben in der DDR wahrgenommen haben, was vielleicht mittlerweile vergessen oder auch verdrängt wurde, oder auch noch verklärt wird.

Nicht das es mich jetzt überraschen würde, denn im damaligen Westen geschah und geschieht das gleiche.

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Ehemaliger Nutzer 05.01.2013 | 14:51

wünsche einen guten tag,

als ich das erste mal urlaub auf/in cuba machte, da war ich - als ehemaliger DdR-bürger geradezu entsetzt, über die form des cubanischen sozialismus, weil ich, unter anderem, nicht verstehen konnte warum frauen im von mir geschätzten alter von ca. 75-80 jahren in straßencafes 'betteln' gingen/gehen mussten/müssen, um an trinkwasser in form von eiswürfeln zu gelangen, aber das ist nur ein beispiel, das mich ein wenig aus der bahn warf. aus der bahn daher, weil ich meine ganz eigene vorstellung von DdR-sozialismus (einen anderen habe ich nicht zum vergleich) 'schändlich' missachtet gefühlt hatte.

hatte!!!!!

im nachhinein muss ich sagen, dass ich mich zwar menschlich wohl zurecht empört hatte, aber real ... - cuba eben nicht die 'DdR' war/ist.

warum ich das schreibe? weil die DdR, im nachhinein sowieso, meiner meinung nach an einem lebensstandart gemessen wird, an einem lebensgefühl, an einer lebensqualität, welche hinten und vorn einfach nicht passen will/passen kann - aber hauptsache 'ich' reg mich jetzt mal über die DdR auf, und wie schlimm es dort war, für alle.

ja, es war schlimm. für alle? zumindest empfand ich die zeit dort als schönschlimm, hatte ja gelernt mit den verhältnissen dort zu leben, bzw. umzugehen. okay, auch wenn ich im nachhinein immer mal wieder das gefühl habe, dass ich persönlich großes glück hatte, nicht in das räderwerk der stasi geraten zu sein ... - als essenzielle lebenserfahrung, da möchte ich die DdR nicht missen. keinesfalls missen. ich leide mehr unter dummheit und dem ständigen unterscheidenmüssen zwischen 'geschenk' und 'geschäft', als damals unter der mauer. das mit dem reisenkönnen und reisenwollen ... - in aller herren länder - eine feine sache. aber auch hier reisen die leute nicht in die welt hinaus, nicht ständig und nicht alle; entweder kein geld oder keine lust oder aus angst, sich nix zu essen bestellen zu können, weil man ja nur deitsch redet ... - was hier oft versucht wird, das ist ein eins zu eins, aber das wird nicht funktionieren. nicht so, wie hier versucht.

- der max

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Ehemaliger Nutzer 05.01.2013 | 15:13

ABER nach dem mauerfall ... - da wollten mehr menschen gegen das system gewesen sein ... - so viele einwohner hatte die DdR gar nicht.

und im hier und heute? alle(?) finden die zustände auf dem arbeitsmarkt (nur ein beispiel) 'bescheiden' ... - und der frust wird nach unten weitergegeben, immer tiefer, immer in richtung 'schwächere' ... - und wo bleibt das millionenfache aufschreien! 'drauf geschissen', da ist doch jeder für sich ganz allein verantwortlich - und selbst SCHULD.

utkiek 05.01.2013 | 16:19

Ja, es gibt auch heute Skandale und Fehlbehandlungen - die von mir gegebenen Beispile sind eine Antwort auf DonFerrando 04.01.2013 | 19:51, und seine These, dass "Aufbau und Organisation des Gesundheitswesens..." in der DDR BESSR waren. Und dass war es nun mal NICHT! Im Übrigen sind die bisher bekannten Sauereien im DDR-Gesundheitswesen erst NACH der Wende und durch die FREIE Presse sowie die Stasi-eigenen Beweisakten ans Licht gekommen.

utkiek 05.01.2013 | 16:34

Ja, Max Escher - es gab in der DDR ne Menge - wie Sie es nennen, "nörgler ohne arsch in der hose". Ich wäre froh gewesen, diese hätten früher ihre "Ärsche hoch bekommen" und man hätte früher die Genossen hinweggefegt.

Andererseits - sie waren schon geschickt, diese Menschenverächter. Immer wenn es zu sehr rumorte (und man hatte ja abertausende Ohren am Volk), dann gabs eine Verhaftungs- und anschließende Ausreisewelle - und schon war wieder etwas Druck aus dem Kessel. Auf diese Weise ist konnte man den Widerstand immer schön klien halten. Aber glauben Sie mir, die allermeisten von denen, die ihre Heimat (und damit meine ich Familie, Freunde, Landschaft) hinterlassen haben, hätten lieber zuhause etwas geändert, wenn es ihnen nur möglich gewesen wäre.

Aber da war ja der Sozialismus vor...

apatit 05.01.2013 | 16:40

Ost-Beauftragter: West-Arzneitests in der DDR aufklären - TA vom 29.12. 2012

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Christoph Bergner (CDU), hat Konsequenzen für den Fall gefordert, dass westdeutsche Pharmaunternehmen in der DDR nachweislich Medikamente an ahnungslosen Patienten testen ließen…. Einfach mal so wirken lassen und dann Antworten.

 ABV?

“Sind Sie und APATIT hier sowas wie die ABV´s? “ UND da sind sie wieder, die Totschlagargumente und Killerphrasen, die  Brom- Flaschen – Öffner, wenn die Argumente ausgehen und zu sabbern anfängt  … und nun muss ich doch zum Kurt Tucholsky greifen der einmal gesagt hat:

 "Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter,
als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden
und zu sagen: Nein!"

utkiek 05.01.2013 | 16:56

"die  Brom- Flaschen – Öffner, wenn die Argumente ausgehen" -

Also bisher sind SIE mir eine Menge Antworten schuldig geblieben. Statt dessen leeres Gebrülle "...ich werde zur fliegenden Axt..."

Aber ich versuchs nochmal: bedeutet Ihre Replik in apatit 05.01.2013 | 13:51

"..Deutschland Rüstungsplatz III in der Welt, so viel zu “Schwerter zu Pflugscharen“. nun dass Sie für oder gegen den pazifistischen Gedanken von “Schwerter zu Pflugscharen“ sind.

Und denken Sie, dass die jungen Leute von damals ZU RECHT von Abitur und Studium ausgeschlossen wurden?

DonFerrando 05.01.2013 | 17:01

Warum war Aufbau und Organisation des DDR-Gesundheitswesens besser? 

Antwort: Weil es 1. nur eine Krankenkasse gab und 2. KHs, Polikliniken und viele Ärzte staatlich waren. Das System war so aufgebaut, dass wirklich die Gesundheit des Volkes im Mittelpunkt stand, und nicht der maximale Profit des Arztes sowie sämtlich verbundener Interessenverbände die alle im heutigen Gesundheitswesen mitspielen. 

 

Ich habe auch nicht geschrieben, dass das Gesundheitswesen der DDR komplett besser war, sondern vom Grundaufbau und Organisation. (Unterschied!)

 

Natürlich bekomme ich heute eine Versorgung auf höchstem Niveau, aber zum welchem Preis? Lasse ich mir als Privatpatient beim ZA ein Krone machen, ist gleich ein Monatseinkommen oder mehr weg! Eine Wurzelbehandlung die 1-2h dauert, kostet 500€! Ist das nicht KRANK??? Ich könnte unzählige solcher Geschichten erzählen.

apatit 05.01.2013 | 17:54

Bewaffneter Friede  ... Ganz unverhofft, an einem Hügel,
Sind sich begegnet Fuchs und Igel.
 
Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Ordre nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
Der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät
Geh her und übergib dein Fell.
 
Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.
Laß dir erst deine Zähne brechen,
Dann wollen wir uns weiter sprechen!
 
Und allsogleich macht er sich rund,
Schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
Bewaffnet, doch als Friedensheld.

Wilhelm Busch

utkiek 05.01.2013 | 18:32

Auch ich finde die 2-Klassenmedizin heutzutage als ungerecht und auf Dauer auch nicht haltbar. Aber ist eine zugegebenermaßen teure medizinische Versorgung (mit unterschiedlichen Tarifen und Wartezeiten) auf Spitzenniveau wirklich schlechter als völlig marode Kliniken, mit einer technischen und medizinischen Ausstattung auf niederem Niveau, dafür aber billig für alle?

Über Menschenversuche zugunsten der Staatskasse wurde zur Genüge berichtet. Ich habe in verschiedensten Kliniken gearbeitet, in denen man nicht wusste, wie man die Patientenzimmer warmbekam, da nur unzureichendes Heizmaterial zur Verfügung stand. 8-Bettenzimmer auf der Entbindungsstation waren normal. Die Abwässer aus der Pathologie gingen ungeklärt in den Fluss. Die Fehlbildung meines Sohnes wurde mehrfach nicht erkannt und somit nicht behandelt usw.

Ja, es gab Polikliniken, die wohl etwas besser ausgestattet waren und relativ gut "Hand-in-hand" arbeiteten. Ich kritisiere auch nicht die Menschen, die vor Ort für ihre Patienten taten, was sie konnten, aber vom derzeitigen (noch!) Niveau war das Gesundheitssystem der DDR weit entfernt. Nicht umsonst bekam man häufig den Tip, sich bestimmte Medikamente aus dem NSW zu besorgen.

DonFerrando 05.01.2013 | 19:24

Ich sage, die Arzneitests welche jetzt durch die Medien gehen, haben gar nichts, oder nicht viel mit dem DDR-Gesundheitswesen zu tun.

 

Hier ging es ganz klar um Devisenbeschaffung. Und das wurde ja in den 80ern um jeden "Preis" gemacht, da sich Erich finanziell übernommen hat. Die Ärzte mußten es einfach machen, von "oben" verordnet, und fertig.

Natürlich gehören immer zwei dazu, Auftragnehmer UND Auftraggeber, also haben die westlichen Pharmafirmen ganz klar eine moralische Mitschuld. Das gleiche gilt für IKEA und den Häftlingstransfer, welche der DDR Millarden Valuta-Mark einbrachte. 

Helmut Eckert 05.01.2013 | 20:14

Sehr geehrte Frau Magda,  aus familiären Gründen kam ich mit 20 Jahren in die DDR. Das war Jan. 1960. Dazu will ich hier nicht näher eingehen. Ich war und bin bis in mein Alter von jetzt 73 Jahren völlig westlich geprägt. DDR Bürger wurde ich, weil ich ab dem 13. August nicht mehr aus der Mausefalle kam. Durch Zufall konnte ich in einer Hygiene –Inspektion Arbeit finden. Wie in der DDR üblich, war die Qualifikation der Mitarbeiter sehr gewünscht. So wurde ich Hygiene –Inspektor; Fachinspektor für Lebensmittel und Ernährungshygiene; dann Hygiene- Ing. Auf Grund meiner Herkunft hatte ich einige Jahre eine kleine politische Narrenfreiheit. Die ging nur soweit, wie ich nicht die Politik der SED direkt kritisierte. 1974 wurde ich verhaftet. Ich kam in das Außenlager von Bautzen: (Schwarze Pumpe)! Dort lernte ich das System der SED direkt und persönlich, auch körperlich kennen. In einer Baracke, die innerhalb der Anlage nochmals eingezäunt war, lebten in einem der vielen Zimmer jeweils 12 Häftlinge. Politische Häftlinge und kriminelle Häftlinge schön durchmischt.  ( So war der innerbetriebliche Terror besser zu organisieren). Uns Politische traf oft der Hass und der Terror durch die Bewacher und einem Teil der Kriminellen… 1975 konnte ich ausreisen. Ganz legal mit dem RB Zug! 

Machen wir einen Zeitsprung bis nach der Wende: In den 90er Jahren baute ich in einem Grenzmuseum das dortige Archiv auf. Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des Arbeitsamtes. Die Leitung des Museums bestand aus ehemaligen verdienten SED Funktionären. Für die war ich das schwarze Schaf und somit mieden sie mich wie die Pest. Bei meiner Arbeit stieß ich auf umfangreiches schriftliches Material der DDR Grenztruppen. Brigadetagebücher, Grenzberichte und ähnlicher ideologischer Kram. Hier erfuhr ich zum ersten Mal, welcher mörderischer Hass dort in den Kasernen gepredigt und angewendet wurde.. Natürlich gegen den bösen Klassenfeind und die noch böseren, sogenannten Republikflüchtlinge. Daneben arbeitete ich sehr viele Akten der dortigen Gemeinde, der LPG  und der dortigen gesellschaftlichen Einrichtungen auf. Ich glaubte bis dahin, ich würde die Gesellschaft der DDR kennen. Bei der Durchsicht dieser Schriftstücke merkte ich, ich hatte diesen SED Staat viel zu positiv gesehen. Trotz Knastterror und meiner 15 jährigen Erfahrung in der DDR. Der kleine Mikrokosmos  NVA –Grenztruppen; Gemeine, LPG zeigte mir, wie in einem Brennglas die wahren gesellschaftlichen Verhältnisse in der DDR.  Die Gemeinde, direkt an der Grenze gelegen, beherbergte ihre Bewohner wie in einem Zuchthaus mit Freigang in eine Richtung, mit Erlaubnisschein für Einreise und Besuchergenehmigung. So viel Lügen, Denunzierenden, Verleugnungen, Lobhudelei, Spitzelei, hatte ich nicht erwartet. So viel Verrat auf so kleinem Raum, unvorstellbar und trotzdem wahr! Auf die DDR hochgerechnet stimmt die Anzahl der 100 000 offiziellen Stasimitarbeiter und deren 1 Millionen Spitzel. Ein Beispiel der SED Politik: Direkt an der Grenze zur BRD stand ein kleines Dorf. (Dort lebten viele „Neubauern“ so bezeichneten die Machthaber ehemalige Heimatvertriebene die durch die Bodenreform 1948 ein kleines Anwesen vom Staat bekamen, dessen Grundstücke vorher enteignet wurden). 1946 wählen diese Neubürger fast geschlossen die SED. ( Wahrscheinlich die einzige geheime Wahl in der Zone). Einige Jahre später kam das Unternehmen „ Ungeziefer“ Bei Nacht und Nebel musste diese Menschen Ihr Häuschen verlassen, durch damalige Kampftruppen und der Polizei genötigt, wurden sie am gleichen Tag in das Hinterland verfrachtet! Das Dort wurde geschleift! Das war Politik der SED!

Soweit meine Erfahrung DDR. Meine frühere Ehefrau brachte sich 1988 in der DDR um. Als Technologin für Datenverarbeitung spürte sie, obwohl die Ehe schon 1972 geschieden wurde, sie wurde immer bespitzelt und war innerbetrieblich totgestellt. Meine Tochter, fand ihre Mutter und 1997 endete sie ebenfalls durch Suizid.

Meine heutige Frau ist eine waschechte DDR Bürgerin. Von ihr wurde ich 1974 zwangsgeschieden. Ich hasse keine DDR Bürger. Für die vielen SED Bonzen, den MfS Tätern, den aktiven Mitläufern dieses System des Terrors und der Lebenslügen habe ich nur Mitleid!

Übrigens, wussten sie, dass der derzeitige Ministerpräsident von Brandenburg Platzeck ebenfalls Hygiene Inspektor war?

Mit freundlichen Grüßen

H. Eckert 

DonFerrando 05.01.2013 | 22:52

Ich möchte hier noch ein paar Korrekturen einfügen: 

 

"- Haushaltstag: Oh ja, prima! Da konnten sich die durch Doppelbelastung gebeutelten Mütter (8,75 std Arbeitstag und 18 Tage Urlaub im Jahr) mal so richtig ihrer natürlichen Aufgabe - dem Haushalt widmen..." 

 

Haushaltstag erhielten ab 1970 alle vollbeschäftigten Frauen, und auch alleinstehende Männer.

Ab den Achtzigern waren es für Mütter nur noch 8h Arbeitszeit täglich. Ab 3 Kinder gab es 21 Tage Urlaub. Überhaupt kann die Familienpolitik und Kinderförderung als besser bezeichnet werden, war ja auch teuer erkauft, aber brachte auch eine bis zu 0,4 höhere Geburtenziffer.

 

- Buch- Verlags- und Zeitschriften-Landschaft: Über das Thema allein könnte man viele seitenlange Artikel schreiben. Ich behaupte mal, in Relation zur Gesamtproduktion wurden in der DDR mehr bessere Bücher produziert, als in der BRD. Mehr Klasse statt Masse! Es ging nicht (nur) um Auflagenhöhe. Die Literaturindustrie hatte einen politisch vorgegebenen Anspruch. Der Verlag hatte keinerlei Verkaufsrisiko und konnte sich voll auf die Verlagsarbeit konzentrieren. Die Anzahl der Lektoren war viel höher als bei West-Verlagen (3 bis 5 mal höher). Dazu gibt es ein schönes Buch, ironischerweise sogar von der "Bundeszentrale für politische Bildung" herausgegeben: http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/55733/buch-und-lesen-in-der-ddr

Und DDR-Fachliteratur hat auch heute noch selbst im Westen einen sehr guten Ruf!

Ein guter DDR-Journalist mußte die Zensur nicht scheuen, er wußte wie weit man gehen konnte, oder zwischen den Zeilen schreibt. Denken sie an die "legendäre" Wochenpost.

 

Wenigstens wurde viel mehr gelesen, als wegen Papiermangel gedruckt werden konnte. Tja welch paradisischer Zustand gegenüber heute, da in Zeiten immer größeren Zeitungssterbens manche Politiker darüber nachdenken, Zeitungen als öffentliche Anstalt zu finanzieren! DDR lässt grüßen.

 

Guten Abend.