Dreizehn
22.01.2013 | 15:32 8

Urknall

Flach und dünn Was der Urknall mit der Wirklichkeit zu tun hat? Na ja, eher kaum. Oder?

Natürlich ist das alles bloß eine Marketing-Nummer, die da abgezogen wird. So Urknall und daraus kroch dann alles, was das Universum bevölkert? Hahaha. Immerhin, macht sich gut und leuchtet ein, irgendwie, und kann man, wenn's mal lau ist, und jeden Sommer wieder, stammtischgerecht aufbereiten. Endlich mal. Wissenschaft fürs Volk. Klappern gehört zum Handwerk.

Und hat ja auch eine fäkalienhaltige Konnotation, oder? Das kommt lustig, und unter all dem Scheiß, der dann rauskam, war irgendwo bereits der Mensch angelegt. Gewaltiger Urknall. So geht's.

Mal Spaß beiseite. Real werden Daten gesammelt, als ein Prozeß formuliert, der in die Vergangenheit bzw. auch in die Zukunft fortgeschrieben wird.

Wir kennen die Praxis von der Wirtschaft. Dort werden Aussagen über eine zu erwartende Entwicklung formuliert, also Zukunft. Allüberall Statistik und Zahlen. Aufgrund jeweils neuer Daten werden die Prognosen angepaßt. Oh, oh, unsere Bescheidwisser in Nadelstreifen.

Gesetzt den Fall, ich würde das Spinnennetz da über der Küchentür beschreiben, also reichlich Daten sammeln - ich könnte präzise Aussagen darüber ausarbeiten, wann dieses Spinnennetz sich über den gesamten Dielenbereich erstrecken würde, in die Nachbarräume bzw. urknallmäßig auch über den Zeitpunkt seiner Entstehung. Na toll. Nicht enthalten ist - wie in allen Prognosen - jeder Eingriff, der nicht vorhersagbar ist, z. B. ich mit dem Staubsauger.

Urknall hin oder her, ich find's egal. Es ist Kindergarten und zeigt allenfalls, auf welchem Niveau Wissenschaft und technologische Entwicklung realiter siedeln. Wo ja stets so ein gewaltiges Bohei drum veranstaltet wird. Ja, ja, der Mensch ist schon ein toller Hecht.

Man kann auch so fragen: Wie simpel müssen Technologien gebastelt sein, wenn sie von heute auf morgen in China, im Iran etc. nachgebaut werden?

Kinderspielplatz.

Kommentare (8)

alalue 22.01.2013 | 19:35

Sie schreiben ahnungslosen Unsinn. Im Universum gibt es keine Staubsauger, jedenfalls im bisher beobachteten. Deshalb ist Ihr Spinnwebenvergleich naiv und frech. Wenn Sie sich mal ernsthaft mit Naturwissenschaften beschäftigen, vielleicht in der VHS, und etwa einfachste Physik, Mechanik oder so was machen, dann sehen Sie bald, wieviel Hirnschmalz da dahinter steckt.

Diese populärwissenschaftlichen Aussagen bedeuten noch lange nicht, daß man irgendwas auch nur ansatzweise versteht, man kann halt nachplappern.

Okay, Urknall bedeutet extreme Zurückrechnung und Zuspitzung auf Bereiche, die nicht so sicher sind. Aber die Messungen und Rechnungen dazu sind diffizil, und das kommt halt raus.

In punkto nachbauen: die Chinesen sind sehr gut, das kann auch nicht jedes Land, und die sind eine Milliarde. Nur weil man es nachbauen kann, wobei das Wissen über die physikalisch-technischen Voraussezungen dazu ja frei verfügbar ist, ist überhaupt nicht leicht.

Sie können ja mal versuchen, einen Toaster nach zu bauen.

Viel Glück.

Dreizehn 22.01.2013 | 22:02

Sie verstehen nicht, was eine Analogie ist. Wenn ich Daten zu meinen Spinnweben sammle und diese extrapoliere, ist das exakt das Verfahren, das benutzt wird, um Prozesse vorherzusagen bzw. in die Vergangenheit zu prognostizieren.

Wenn sich die Datenlage ändert, ändern sich auch die Prognosen. Das schwarze Loch ist nicht mehr das, was es vor zehn Jahren war, und keiner weiß heute, was übermorgen draus geworden sein wird.

Auch die Prognosen der Finanzwirtschaft sind, wie "wir" bitter haben erfahren müssen, plötzlich nicht mehr gültig, wenn sich die Datenlage verändert, weil unerwartete neue Information verfügbar wurde.

Diese Methodik ist zweifelhaft und genaugenommen unglaublich naiv.

 

Avatar
Ehemaliger Nutzer 23.01.2013 | 10:42

@dreizehn

Flach und dünn Was der Urknall mit der Wirklichkeit zu tun hat? Na ja, eher kaum. Oder?

Nun, das kommt darauf an, was man unter Wirklichkeit versteht. Möglicherweise kommt der Begriff aus der Denkvorstellung der Kausalität, in der eine Wirkung einer Ursache folgt, und wenn das richtig ist oder wäre, dann bezeichnet man die messbaren oder beobachtbaren Erscheinungen als Wirklichkeit. Da nun die Erscheinungen der Natur eine Analyse zulassen über die Geschichte der Erscheinungen über die Raumzeit, die es möglich macht z.B. Prozesse auf der Sonne verzögert um ca. 8 Minuten zu beobachten und/oder zu messen, kann man schon Teile der Ordnung der Natur analysieren und daraus Schlussfolgerungen ableiten. Natürlich ist es nicht in jedem Falle sicher, ob die Schussfolgerungen richtig sind, aber die gemessenen Erscheinungen sind Prämissen die man nicht ignorieren kann und die auch in der Wissenschaft nicht ignoriert werden.  

Über die Prämissen und den Schlussfolgerungen der Physiker hinaus kann aber die Logik der Philosophie das Szenario untersuchen mit ihren Erkenntnissen in jedem Jetzt. Die Philosophie geht dabei davon aus, dass nicht etwas zugleich wahr sein kann und zugleich unwahr sein kann, was sie als Widerspruch bezeichnet und z.B. die Algebra ist eine weitere Erkenntnis in der Natur, die aus dieser Erkenntnis erweitert werden kann. Alle auf diese Weise gewonnen Erkenntnisse haben damit eine Basis, soweit die weiteren Erkenntnisse nicht aus falschen Schlussfolgerungen entstanden sind.

Der Skeptizismus ist keine wissenschaftliche Methode, weil sie ad hoc Schlussfolgerungen begründen will, für die es keine Prämissen gibt, und Prämissen wie ‚eher kaum. Oder?’ sind keine validen Prämissen in der Logik. Es ist deswegen sinnlos mit Skeptikern zu diskutieren.

Verschieden von dem Begriff der Wirklichkeit in der Naturwissenschaft ist der Begriff der Realität, der ohne Kausalität auskommt. Diesen Begriff kennt die Naturwissenschaft auch, wenn sie zu erkennen gibt, dass Energie in einem abgeschlossenen System, wie z.B. das Universum nicht zerstört werden kann und nicht aus dem Nichts erzeugt werden kann.  Ein SEIN bedarf keiner Kausalität.

 Deswegen muss man in der Wissenschaft trennen zwischen den Erscheinungen der Natur aus kausalen Energie-Transfer-Prozessen und dem SEIN, das existiert und in dem ein Urknall  nicht vorkommt.

Neben der Wissenschaft gibt es Meinung, aber Meinung ist keine wissenschaftliche Methode, weil sie nicht das, was IST anerkennt, sondern nur das, was das Ego sieht. Und es gibt viele verschiedene Egos mit ihren sich widersprechenden Ansprüchen im Außen.

 

 

 

Dreizehn 23.01.2013 | 11:33

Danke für den ausführlichen Kommentar. Mir geht es eher darum, dass Wissenschaft mit dem Anspruch auf Objektivität auftritt und die beobachtete Welt als ein zu untersuchendes Objekt begreift.

Dieser Dualismus - der sich auch in der Physik als hinfällig erwies - dürfte ein unzureichendes Konzept sein. Für die Wahrnehmung und Beschreibung von Realität fordert zurecht auch die traditionell subjektiv genannte Sicht Geltung. Ich führe nur das schöne Beispiel des Regenbogens an (nach: Mary Midgley, Science and Poetry, London 2002), der – so die „objektive“ Wissenschaft – die Spektralfarben abbilde. Doch diese Beobachtung ist ein klitzekleines Teil der wahrgenommenen Realität.

Der Regenbogen entsteht im Auge des Betrachters, und wer nur fünf Schritte daneben steht, sieht nicht denselben Regenbogen, und oft genug überhaupt gar keinen.

Die subjektive Wahrnehmung des Beobachters spielt eine Rolle, wenn man Wirklichkeit beschreibt, und muß Gegenstand wissenschaftlicher Arbeit werden. Auch die poetische Deutung des Regenbogens, das Gedicht, ist Teil von dessen Wirklichkeit.

"Ein SEIN", wie sie treffend sagen, "bedarf keiner Kausalität". Wissenschaft darf sich nicht auf eine vermeintlich objektive Position zurückziehen und einen Dualismus praktizieren, der seine Wurzeln im cartesianischen Denken hat.

 

Avatar
Ehemaliger Nutzer 23.01.2013 | 12:58

DREIZEHN 23.01.2013 | 11:33

Mir geht es eher darum, dass Wissenschaft mit dem Anspruch auf Objektivität auftritt und die beobachtete Welt als ein zu untersuchendes Objekt begreift.

Das ist auch der Anspruch der Wissenschaft


Ich sehe keinen Dualismus in der Physik. Physik misst nicht Dunkelheit und nicht Kälte. Was den Regenbogen betrifft muss und kann man viele Sichtweisen betrachten aus der Physik und aus dem Bewusstsein.

Zunächst sind Farben keine Observablen in der Physik, denn Farben sind keine physikalischen Kräfte. Es sind Erscheinungen im lebendigen Bewusstsein, wie Helligkeit. Farben im sozialen Sinne sind Konventionen aus Aussagen von mehreren lebendigen Menschen, die aus ihrem bewussten Sein berichten.
Physikalisch kann man die Energie von Lichtfrequenzen messen aus dem Wirkungsquantum und der Frequenz.
Das Phänomen der Wahrnehmung von Farben aus dem Frequenzspektrum der Sonne über die Lichtbrechung an den sphärischen Wassertropfen in der Luft ist bestimmt von der verschiedenen realen Dielektrizitätskonstante bei verschiedenen Energien des Lichtes in eVolt und die verschiedenen Energien sind zu messen in einem bestimmten Winkelabstand von der Sonne unabhängig von der Entfernung und unabhängig von der Position eines Beobachters.
Ein wichtiger und richtiger Punkt ist die Erkenntnis, dass das Phänomen Regenbogen nicht ein Phänomen im Außen ist, sondern ein Phänomen im inneren lebendigen Bewusstsein, aber das macht die Realität des Seins von Materie, ihren Eigenschaften und von Energie-Prozessen nicht unwahr.
Wissenschaft hat keine andere Position als die Anerkenntnis ihrer Methode. Ich stimme dem zu, dass die Physiker gerne falsche Schlussfolgerungen aus ihren Messungen ableiten, das ist aber das Problem der Physiker und nicht der Wissenschaft, deren Basis die Philosophie ist.

Kritik ist Kritik, wenn sie begründet ist mit Argumenten. Sonst ist es keine Kritik. 

 

 

Dreizehn 23.01.2013 | 13:57

Mir geht es eher darum, dass Wissenschaft mit dem Anspruch auf Objektivität auftritt und die beobachtete Welt als ein zu untersuchendes Objekt begreift.

Eben dieser Dualismus ist das Problem, eben ein "unzureichendes Konzept". Er begründet ein falsch verstandenes Verhältnis des Menschen zu Welt und Natur - eine Mentalität, die den Raubbau am Planeten herbeigeführt hat.  

Avatar
Ehemaliger Nutzer 23.01.2013 | 17:39

@dreizehn

Das ist Unsinn. Wenn man Philosophie betreibt, dann ist es die Liebe zu dem was IST, aber nicht das Zuweisen von vermeintlichen Fehlern, dazu noch aus einer geozentrischen Sichtweise, die die Hosen voll hat, ohne zu wissen was der Sinn ist und die Ursache dafür ist, dass man hier in eine unvollkommene Welt, mitunter mit AIDS, mitunter in slums, mitunter blind oder taub, mitunter als Königskind geboren wird, und dass mit der Geburt bestimmt ist, dass man sterben muss. Das ist kein unzureichendes Konzept, sondern alles Realität.

Die beobachtbare Welt besteht nicht nur aus den Erscheinungen der Physik sondern auch aus der sophia mit ihren immateriellen, a_lokalen und zeitlosen  Dimensionen wie Gerechtigkeit, Liebe, Wahrheit oder SEIN, an denen BewusstSein sich referieren kann. Das bedeutet, dass es dumm ist, diese lokale temporäre unvollkommene Welt als fehlerhaft zu bezeichnen, denn Gerechtigkeit kann es in dieser erscheinenden Welt nicht geben.

Philosophie ist etwas anderes als Tschibo, wo man das, was man als kaputt bekommen hat, als Konsument reklamieren kann. Der Philosoph und die Philosophie ist nicht trennbar; deswegen kann er nicht auf etwas anders zeigen, als auf sein eigenes Bewusstsein. Die eigene Energiebilanz ist immer ausgeglichen. Der Feind ist nicht der Andere, der Feind bist Du..