Emran Feroz
18.03.2013 | 21:41 129

"Islamkritik"

Günther Jauch & Co. Getarnter Fremdenhass, Doppelmoral und Pauschalisierungen

Die sogenannte Islam-Debatte scheint eine unendliche Geschichte zu sein. Nachdem vergangene Woche wieder Razzien gegen „Salafisten“ stattgefunden haben und mehrere Personen verhaftet wurden, haben die deutschen Medien ein weiteres Mal ihr Fressen gefunden. Von objektiven und seriösen Diskussionen kann keine Rede sein. Zeuge eines neuen Tiefpunkts konnte man unter anderem bei Günther Jauch werden.

 

„Islamkritik“ ist ein merkwürdiges Wort. Der Begriff „Christentumskritik“ existiert gar nicht. Etwas derartiges in Bezug auf das Judentum würde man wohl zu Recht als Antisemitismus bezeichnen. Beim Islam ist das anders, es ist alles erlaubt. In Deutschland gehen selbst die krudesten Hasstiraden, wie man sie in zahlreichen fremdenfeindlichen und anti-islamischen Blogs lesen kann, als „Islamkritik“ durch. Auf die Betreiber solcher Seiten konzentrieren sich politische Organe wie der Verfassungsschutz oder das Innenministerium so gut wie gar nicht. Tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall: Die Betreiber der islamfeindlichen Webseite PI-News bezeichnen sich sogar als „verlängerter Arm des Verfassungsschutzes”, da sie vor einer „realen Bedrohung“ warnen.

Ein Handeln seitens der Politik gegen derartige Blogs und Webseiten gab es bis jetzt nicht. Die Bundesregierung meinte nach einer Kleinen Anfrage der Fraktion Die Linke im Jahr 2011, dass PI, eigentlich „Politically Incorrect“, nicht rechtsextremistisch sei, sondern lediglich „islamkritisch“. Des Weiteren war man der Meinung, dass ausschließlich im Kommentar-Bereich des Internetportals hetzerische und fremdenfeindliche Passagen zu finden seien. Ein Blick in PI-News beweist jedoch das Gegenteil. Auf der Seite wird nicht der Islam kritisiert, sondern ausschließlich Hass geschürt. Die dortigen Autoren werfen nur mit Pauschalisierungen und Ressentiments gegen „das Fremde“ und gegen Muslime um sich.

Man stelle sich vor, PI-News würde vorgeben sich mit dem Judentum zu beschäftigen, anstatt mit dem Islam. Man würde nicht mehr über fanatische Mullahs und Ehrenmorde berichten, sondern über homophobe Rabbis und denBurka-Frauen von Jerusalem. Der Aufschrei wäre wahrhaftig groß. Die Bundesregierung würde nicht kleinlich nach „Salafisten“ suchen, sondern PI den Garaus machen. Stattdessen wird gegenwärtig nicht gehandelt. PI-News hat in diesem Fall eine Ausrede, die leider von der breiten Masse akzeptiert wird. „Wir haben nichts gegen die Muslime in unserem Land, sondern sind ausschließlich gegen den Islam, den wir als totalitäre und faschistische Ideologie betrachten.“ Es ist schwer vorstellbar, dass diese Aussage akzeptabel wäre, wenn es sich um Juden oder eine andere Religionsgemeinschaft handeln würde.

Islamfeindliche Blogs haben auch ihre „Helden“, die sie immer wieder hochleben. Unter ihnen sind Henryk M. Broder, auf den sich sogar der Terrorist Anders B. Breivik bezog, aber auch Personen wie Necla Kelek oder Güner Balci. Auch über sogenannte „Islamaussteiger“ wie Barino Barsoum oder Sabatina James wird gerne berichtet. Barsoum und Balci waren auch bei Günther Jauch* eingeladen. Während Barsoum unter anderem von geköpften Küken sprach, zog es Balci vor, permanent zu pauschalisieren und griff den anwesenden Imam, der im Laufe der Sendung zum Sündenbock wurde, immer wieder verbal an.

Ein weiterer Gast, der ebenfalls von der genannten Szene gefeiert wird, ist der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach. Dieser beschwert sich immer wieder über die Situation von Christen in Saudi-Arabien. Zum gleichen Zeitpunkt verliert er kein Wort über die Panzerlieferungen seiner Regierung dorthin. Selbiges kann man übrigens auch in Bezug auf den Syrien-Konflikt beobachten. Die „syrische Opposition“, in der man zahlreiche Fanatiker und Radikale findet, wird unter anderem auch von Deutschland unterstützt. Zum gleichen Zeitpunkt beschwert man sich hierzulande über die „Salafisten“. Diese sind – einfach ausgedrückt – in Syrien hui und in Deutschland pfui.

Tatsächlich ist der Ablauf in allen Talkshows, bei denen es um den Islam geht, gleich. Es sind immer wieder dieselben Gäste, sei es nun bei Maischberger oder Jauch, die eine objektive Diskussion vermeiden, indem sie die anderen Anwesenden permanent unterbrechen und diffamieren. Die Moderatoren verlieren meistens nicht nur die Kontrolle, sondern zeigen sich ebenfalls uninformiert und pauschalisierend. Dies war auch bei Jauch der Fall, als er unter anderem feststellte, dass Barsoum nun „für Muslime todeswürdig sei“. 

Derartige Sendungen leisten absolut keinen produktiven Beitrag. Obwohl immer wieder einige Personen wie Yassin Musharbash und andere Kenner des Nahen Ostens versuchen, die Debatte zu ihrem ursprünglichen Thema zu führen, gewinnen die „Islam-Basher“ meistens die Überhand. Dies führt nur dazu, dass sich die zahlreichen integrierten Muslime entfremden, denn sie werden mit einer radikalen Minderheit, mit der sie nichts zu tun haben möchten, in einem Topf geworfen.

Die Profiteure sind hauptsächlich jene „Islamkritiker“, die ihren Fremdenhass als seriöse Religionswissenschaft tarnen. Andere wie Kelek und Balci wollen damit ihre eigene Person ins Rampenlicht rücken und so auf sich aufmerksam machen. Das Ganze ist jedoch von einer objektiven Kritik an einer Weltreligion weit entfernt.

*Vollständige Sendung hier

Kommentare (129)

Daniel Domeinski 18.03.2013 | 23:36

Ein guter Beitrag.

Bei all der Verlogenheit, der Blut und Boden Ideologie und dem primitiven Bedürfniss nach Sippenhaft, die dort zu bewundern waren, denke ich, es wäre sinnvoll gewesen, richtige "Islamisten" in die Sendung einzuladen.

 

"Zum gleichen Zeitpunkt beschwert man sich hierzulande über die „Salafisten“. Diese sind – einfach ausgedrückt – in Syrien hui und in Deutschland pfui."

 

In dem Sinne ist auch Bosbachs Forderung "Islamisten abschieben" zu verstehen.

ed2murrow 18.03.2013 | 23:55

Islamkritik ist, bezogen auf den christlichen Glauben etwas, was sich als Säkularisation, Agnostizismus und Atheismus geschichtlich herausgebildet hat. Diese Tatsache ist Ihnen nicht entgangen, Herr Feroz, weswegen Sie hier auch nicht so sehr die Islamkritik im Auge haben, als vielmehr die begründete Skepsis gegenüber einer als Mission verstandenen Religion, von denen Sie einer der eifrigsten Prediger sind.

Dass Christen nicht aus den o.g. Gründen der Säkularisation, sondern wegen des Herrschaftsanspruches der arabischen und persischen Theokratien tatsächlich verfolgt sind, ist ein Faktum, an dem Ihr reißerischer Blog nichts ändert. Dass dieser Herrschaftsanspruch auf Europäischem Boden kontrastiert wird, ist nur logische Konsequenz. Eine objektive Diskussion einzufordern angesichts eines von Ihnen kämpferisch gepriesenen Islam ist daher im wahrsten Sinne des Wortes: scheinheilig. Oder treffender: heuchlerisch.

Der Islam als kulturelle Tatsache und zu respektierende kulturelle Errungenschaft wird durch Menschen wie Sie manipuliert, konterkariert und genau auf den Zenit zugerichtet, den Sie sich imaginieren: Nicht den Clash of Culture, sondern War on Religion.  Sie selbst sind in dieser Hinsicht der erste Profiteur, weil Sie, wie jeder Wanderprediger des Hasses, eben nicht die Kirche im Dorf lassen, sondern den Kampf wollen.

Dieser Blog ist einer der schmutzigsten, die ich je bei freitag.de gelesen habe.

Amanda Donata 19.03.2013 | 00:00

Sie scheinen mit der universellen Moral Schwierigkeiten zu haben, mein "Guter". Sie müssen kein Lippenbekenntnis hier abliefern. Die Tatsachen haben Augen, Mund und Ohren und ein Gedächtnis, verstehen Sie?! .. ohne Ansehen der Person ..

http://www.youtube.com/watch?v=sZjQp_meMc8

http://www.youtube.com/watch?v=ivlCj0ttocE

http://www.youtube.com/watch?v=Ng7LbvcULXQ

 

.. http://www.youtube.com/watch?v=vSYAH79mwIg  ..

 

AD

 

Amanda Donata 19.03.2013 | 00:24

.. und außerdem .. Sie fühlen keine Trauer bezüglich der Morde im Namen des "Islams" auch keine Scham über diese ekligen Dinge in Duisburg .. und das ist es. Woher nehmen Sie diese Arroganz als mißhandelte Religion in Deutschland dazustehen. Sind Sie blind, taub und gefühllos? Gott richtet ohne Ansehen der Person nach seinem Gesetz. Das Gesetz Mose und seines Königs. Gepriesen sei er, ewiglich.

Der Kommentar wurde versteckt
Magda 19.03.2013 | 14:08

"Obwohl immer wieder einige Personen wie Yassin Musharbash und andere Kenner des Nahen Ostens versuchen, die Debatte zu ihrem ursprünglichen Thema zu führen, gewinnen die „Islam-Basher“ meistens die Überhand."

Das ist leider allzu wahr. Ich habe mir die Sendung angesehen. Mein Mann und ich, wir waren beide halb entsetzt und halb erheitert über das Kampfgeschrei. Ich fand, der Imam ließ sich zu sehr ins Eck der "Rechtfertigung" drängen, ging auf jedes Detail ein und hatte das - mir nie angenehme - Lächeln drauf, dass den Religionsfunktionären aus allen Glaubensrichtungen eigen zu sein scheint. Er wollte halt friedfertig bleiben, aber das geht bei so einer Debatte gar nicht.

Diesem merkwürdigen geläuterten Konvertiten habe ich mit offenem Mund zugehört. Was soll denn der Quatsch mit den geköpften Hühnern. Außerdem ist er jetzt wohl "bei Jesus" gelandet. Die Sinnsuche ist ein schwieriges Geschäft.

Ein objektiver Islamkundiger hat bei dieser Konstellation überhaupt keine Chance.
Der Islam ist eine vielfältige und sehr interessante Religion , das müsste man inzwischen wissen, aber das führt zu nichts anderem als neuen Verdächtigungen. Warum das im Moment so ausufert ist mir allerdings tatsächlich gar kein Rätsel.

In einem anderen Blog hat ja auch schon ein Blogger oder eine Bloggerin das Befremden über diesen merkwürdigen sonntäglichen Afghanistan-Tatort mit anschließendem Islam-Kritik-Talkshow ausgedrückt.

https://www.freitag.de/autoren/novalis/fernsehen

Und hier ist demnächst wieder eine Veranstaltung, in der unter anderem auch Yassin Musharbash zu Wort kommen wird.

http://www.boell.de/calendar/VA-viewevt-de.aspx?evtid=12580

Insgesamt gebe ich zu bedenken, dass es im Fernsehen auch eine ziemlich grobe  allgemeine Religionskritik gibt. Die christlichen Kirchen haben hier auch nix zu lachen. Allerdings wird ihnen die Gewaltneigung nur historisch zugeschrieben, wenn es nicht gerade in Nordirland mal wieder rummst.

Außerdem,  der Günther Jauch ist sowieso eine Flasche, finde ich, der kann überhaupt nicht moderieren. Der hängt sein Gesicht vor die Kamera und denkt vielleicht an seinen Hund zu Hause. 

Und schließlich und endlich:
Es nützt alles gar nichts. In diesem Lande leben Millionen Muslime. Wie soll ein Land friedliches Zusammenleben zustande bringen, wenn wir von vornherein andauernd unterstellen, dass es mit den Muslimen ja so gar nicht geht. Ich kann allerlei Befremdungssorgen und auch Kontroversen gut verstehen, nur es geht nicht mit einem "Generalverdacht".

Ich verlinke mal noch einen eigenen Beitrag zum Thema.

https://www.freitag.de/autoren/magda/integration-erhellender-perspektivenwechsel

 

Magda 19.03.2013 | 14:30

Mir ist noch was eingefallen. Kürzlich  ging in New York die UNO-Frauenkonferenz zu Ende. Die Abschlusserklärung wäre beinahe gescheitert. Und zwar am Einspruch islamischer Länder, am Vatikan und teilweise auch Russland. Das sind doch herrliche Allianzen. 

Ich hätte mir gewünscht, dass ein sachkundiger Moderator vielleicht dazu mal eine Frage gestellt hätte. 

http://derstandard.at/1363239251280/Einigung-in-letzter-Minute-bei-UNO-Frauenkonferenz

Und hier ist die Protestverlautbarung der ägyptischen Muslimbrüder dazu

http://www.ikhwanweb.com/article.php?id=30731

 

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Ehemaliger Nutzer 19.03.2013 | 14:32

"Derartige Sendungen leisten absolut keinen produktiven Beitrag."

Das kann man von Jauch auch nicht erwarten! Der will nur Geld verdienen. Ich finde es immer interessant was denn verschwiegen wird. z.B. das Jahrhundertelange Morden des Christentums im Namen ihres Gottes. Aber das wird gerne totgeschwiegen.

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Ehemaliger Nutzer 19.03.2013 | 14:51

Ich finde es immer interessant was denn verschwiegen wird. z.B. das Jahrhundertelange Morden des Christentums im Namen ihres Gottes. Aber das wird gerne totgeschwiegen.

Durchaus nicht ... doch werden hier schon seit Jahrhunderten auch keine Hexen mehr verbrannt, keine Schwulen mehr geköpft und auch keine Frauen gesteinigt.

Diese Gegenwartserscheinungen des sich moderat aufblähenden Islam wirken nicht nur abschreckend, sie sind zutiefst Ausdruck einer frühmittelalterlichen Weltanschauung, die sich in einer Rechtsprechung austobt, die ich persönlich überwunden wissen möchte.

Und es kommt nicht darauf an, dass das hier nicht geschieht weil der säkulare Staat das nicht zulässt, es kommt darauf an, allen Bestrebungen einen Riegel vorzuschieben, die solches Recht einsetzen wollen, weil es dem Islam immanent ist. In England existiert schon ein Parallelrecht mit dem in überwiegend islamisch geprägten Gegenden abgeurteilt wird.

Ob sich das hier etablieren kann weiß ist nicht, aber wenn es um Wählerstimmen geht, halte ich alles für möglich.

Schachnerin 19.03.2013 | 15:06

Die Frankfurter Rundschau lobt  Yassin Musharbash von der ZEIT und kritisiert Jauch: Wer wie Jauch die Begriffe Islam, Islamismus und Terrorismus in die Runde wirft und dann alle kräftig umrühren lässt, ist kein Moderator, sondern ein Aufwiegler – mag sein, aus Unkenntnis, aber das entschuldigt ihn nicht.

http://www.fr-online.de/tv-kritik/guenther-jauch-ueber-salafisten-das-niederschreien-der-anderen,1473344,22146892.html

 

fahrwax 19.03.2013 | 15:55

Der „Hassprediger“ ist Nomade und Verkleidungskünstler.

Er wurde schon in weißen Häusern gesehen, hielt sich im Vatikan und im Kreml, in Pfarrhäusern und in Moscheen, in Bundes- und Reichstagen auf. Er ist weit herum gekommen.

Er trägt Nadelstreifen, Prada, Uniform, Khimar, Abaya, Niqab,Tscharschaf, Hijab oder Kutte gleich gern.

Immer ist er der Bessere, meist der„Gute“ und kennt den „Feind“ ganz genau.

Ob er noch Götter über sich sieht, oder nicht, ist ihm gleichgültig.

Seine Feinde sind, wie er selbst auch wenn er sich gern überhöht, immer Menschen.

 Seine größte Freude findet er beim Bau von Gedankengebäuden die Menschen ungleich machen und  aufeinander hetzten.

Immer finden sich Dumme die seinen Erklärungen von Überlegenheit, verbunden mit Bevorrechtigung „Glauben“ schenken.

Der schlimmste seiner Feinde ist der informierte, denkende Mensch, der versucht Absichten, Ursachen und Wirkungen zu differenzieren.

Vielleicht klappt das irgendwann einmal?

dame.von.welt 19.03.2013 | 16:26

Ein akuter Anfall von Selbstreferenzialitis?

Was den einer der schmutzigsten Blog angeht - Ihre Kritik an pi, Broder et al folgt noch nach? Falls Ihnen deren Haßschürereien und Verbindungen untereinander noch nicht aufgefallen sein sollten: die Frankfurter Rundschau hat das 'Netz der Islamfeinde' mal säuberlich recherchiert.

Zum Blog hier: wer Jauch guckt, kommt darin um. Die das-gesunde-Volksempfinden-Anheizerei mittels Tatort zu diversen Themen war schon zu Christiansen-Zeiten Usus, die Protagonisten sind die immer gleichen, die pseudo-erregten Diskussionen ebenso austauschbar wie frei von möglichem Erkenntnisgewinn. Was das alles nicht besser macht, wohl aber die Entscheidung zum Verzicht auf die sonntagabendliche Meinungsmache erleichtert (mir wenigstens). 

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Ehemaliger Nutzer 19.03.2013 | 17:18

Lesen ... bitte. Es geht nicht um die trennung von Kirche und Staat. Diese ist weltanschaulich überwunden für den, der sich für Kirche nicht mehr interessirt und für den Gott oder Allah oder Jesus oder Mohammad mehr oder weniger Gespenster sind.

Es geht einzig und allein um das Bestreben des Islam, das diesem zugrunde liegende weltanschauliche System als Referenzsystem staatlicher Ordnung zu installieren. Und ich habe bislang keinerlei Informationen darüber, dass die islamischen Geistlichen ihrem Patadigma abgeschworen haben ... bis auf ein paar windelweiche, nicht bindende  Absichtserklärungen. Das reicht nicht.

Columbus 19.03.2013 | 17:33

Unkenntnis darf man gerade der I&U-Produktion Herrn Jauchs gar nicht erst als selbstverständlich und in der Sache liegend, durchgehen lassen.

Die Produktionsfirma kassiert für 38 Folgen "Jauch", ca. 10,5 Millionen Euro. Das sind für jede Minute Sendung ca. 4.500 Euro, für einen Abend ca. 276.000 Euro. 

Der Produktionsapparat der beliebtesten deutschen Fernsehmoderators, er bietet eine Reihe von Talk-Moderatoren und  ganze Sendungen mit diesen Prominenten  (Pilawa, Hallaschka, Pflaume, Pocher, Nuhr ) und sogar Feature-Journalismus an,  hat 2009, das sind die letzten sehr leicht zugänglichen Zahlen, aus 40 Millionen Euro Umsatz einen Gewinn von 6 Millionen Euro erwirtschaftet.

Seit geraumer Zeit gehört I&U  zu 100% Günther Jauch, nachdem sich Bertelsmann aus der Firma zurückzog. Ein tieferer Einblick in die Geschäftstätigkeit ist seitdem schwerer geworden. Aber angesichts des Firmenportfeuilles an vermarkteten Formaten muss heute eher mit deutlich mehr Umsatz und auch mit mehr Gewinn gerechnet werden.

Neben Jauch, der ganz offensichtlich zu seinen Themen, selbst zu einfachsten Sachverhalten, nicht ohne Cue cards auskommt, arbeitet ein  Team an Redakteuren an der Vorbereitung der Themensendung und zudem erhält Jauch, über die Produzenten der Einspielmaterialien und die ihn einkaufenden ARD-Sender, gratis jegliche Unterstützung, falls er vertieft Informationen braucht.

Es steht das Material aller politischer Magazine, der Fachredaktionen im Politik und Kulturbereich der ARD zur Verfügung.

Gut, dass sie Herr Ferroz, auf die Schar derer verweisen, die "grundsätzlich" den Islam für unvereinbar mit dem GG und der säkularen staatlichen Ordnung Deutschlands halten.

Diese öffentlichen Personen erhalten schon länger sehr viel, zu viel,  Zustimmungt. - Manchen ist gar nicht bewusst, dass sie mit dieser grundsätzlichen Haltung gegen den Geist der Gesetze, gegen den Sinn, Zweck und Geist unserer Verfassung sprechen und zudem den eigentlichen Grund, warum Muslime, trotz aller Anfeindungen, gerne in die europäischen Kernländer, Frankreich, Deutschland, Großbritannien ziehen, verdecken.

Hier, in Europa, kann sich der Islam in seiner, auf Frieden, Verständigung und Akzeptanz ausgelegten Grundhaltung verwirklichen. Ich bin ziemlich sicher, dass von Europa aus die Reform des Islams wesentlich mitgeprägt wird, weil hier bei uns, die Muslime die so denken die übergroße Mehrzahl der Gemeinden prägen.

Die genannten Teilnehmer der Talkshow, Balci, Bosbach und der mehrfache Konvertit  Barino Barsoum, sind jedoch schon länger dafür bekannt, dass sie gerade vor einer großen Öffentlichkeit gerne "grundsätzlich" werden und dazu neigen zu generalisieren. Da ist es dann doppelt peinlich, wenn der Moderator der Sendung diesem Treiben nicht Einhalt gebieten kann oder will. Populismus ist eine klingende Münze, der sich mittlerweile neben den bekannten Fernseh- und Talkkritikern, auch PI, die Pro-Bewegungen und die neue Rechte bedienen.

Es gibt aber auch einige muslimische Gemeinden, die sich abschotten, dubiose Sprecher und Geistliche zulassen und eben, wie es im Umfeld der Bonner- und Kölner Szene geschehen ist, Leuten Entfaltungsmöglichkeiten lassen, die mitnichten den Koran als Botschaft des Friedens, der Akzeptanz und einer beständigen individuellen Frage an die Gläubigen, wie sie es mit ihren Geboten halten, auffassen, sondern ihre Chance wittern, mit radikalisierten jungen Leuten politischen Druck auszuüben und auch Gewalt als Mittel einsetzen.

Die Doppelmoral der deutschen Politik, Waffen, Überwachungstechnik und Polizeiunterstützung ausgerechnet an die dogmatischsten Regime zu liefern , die u.a. auch die radikalen Salafisten hierzulande unterstützen, deren Ausbildung in Pakistan oder bei sich selbst fördern, und andererseits eher sehr kleinmütig und haarspalterisch mit Befreiungsbewegungen in den Staaten des arabischen und maghrebinischen Frühlings ins Gericht gehen, die sich gegen Diktatoren und ausbeuterische Familienclan-Regierungen zur Wehr setzten, führten sie bereits an.

Machen sie weiter bei der dFC, auch wenn sie dafür nicht von allen Seiten Zustimmung oder gar Anerkennung erfahren.

Beste Grüße

Christoph Leusch

 

JR's China Blog 19.03.2013 | 18:03

Aus der Islamischen Charta des Zentralrats der Muslime in Deutschland:

Muslime bejahen die vom Grundgesetz garantierte gewaltenteilige, rechtsstaatliche und demokratische Grundordnung

Ob deutsche Staatsbürger oder nicht, bejahen die im Zentralrat vertretenen Muslime daher die vom Grundgesetz garantierte gewaltenteilige, rechtsstaatliche und demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland, einschließlich des Parteienpluralismus, des aktiven und passiven Wahlrechts der Frau sowie der Religionsfreiheit. Daher akzeptieren sie auch das Recht, die Religion zu wechseln, eine andere oder gar keine Religion zu haben. Der Koran untersagt jede Gewaltausübung und jeden Zwang in Angelegenheiten des Glaubens.

Georg von Grote 19.03.2013 | 18:53

Von der Grundidee muss man ja in einigen Punkten Feroz recht geben, nur verfällt er mal wieder in seine typische schwarz/weiß Seherei und denkt einfach nicht nach, bevor er schreibt.

Natürlich war die Jauch-Sendung wie so viele davor mal wieder unter aller Kritik. Um so schlimmer, wenn man weiß, welch Redaktionsstab ihm da zur Verfügung steht und man kann da schon auf die Idee komen, dass das, was dann am Ende heraus kommt auch beabsichtigt ist.

Das der Islam nicht mit dem GG vereinbar wäre ist natürlich purer Quatsch. Wer das ständig herunterbetet, sollte sich schon einmal überlegen, inwieweit er einer rassistischen Einstellung nachhängt. Betrifft auch ein paar Herrschaften in dieser "lauteren" Runde.

Aber dann kommt Feroz daher und hängt sich ausgerechnet an den Salafisten auf. Sorry, da frage ich mich dann schon, inwieweit das Absicht oder einfach nur pure Dummheit ist. Zugunsten von Feroz nehme ich mal letzteres an, obwohl seine ganzen Beiträge über dieses Thema schon den Hauch eines gewissen religiösen, einseitig islam-geprägten Fanatismus haben.

Aber ausgerechnet die Salafisten nun als Opfer darzustellen und mit allen Muslims in einen Topf zu werfen? Wo lebt der Mensch eigentlich? Die Razzien etwa Staatsterror? Islamophobe Staatsanwälte und BKA-Beamte, die ja nur aus Versehen Sprengstoff bei den netten Herrschaften gefunden haben?

Wer so was behauptet, der darf sich nicht wundern, wenn er heftigen Gegenwind bekommt. Aber der werte Herr Feroz hat sich ja schon mehrmals als absolut beratungsresistent erwiesen :-)

ed2murrow 19.03.2013 | 19:27

„Zum Blog hier: wer Jauch guckt, kommt darin um

Es ist mir neu, dass bei Jauch Todeslisten zirkulieren.

Ihre Kritik an pi, Broder et al folgt noch nach?

Sobald die sich hier bei freitag.de blicken lassen. Bis dahin belasse ich es dabei, deren spiegelbildlichen Vorführungen wie im hiesigen Blog die gebotene Aufmerksamkeit zu schenken. Sie können sich in der Zwischenzeit gerne -> hier bedienen.

Ein akuter Anfall …?

Sie sollten künftig, um sich Umschreibungen zu sparen, gleich auf den Kern Ihrer Zuschreibung kommen, der da lautet: Kognitive Dissonanz. Wenn das Ihre Art ist, Andersmeinenden zu begegnen, so sei’s drum.

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Ehemaliger Nutzer 19.03.2013 | 19:38

Egal, was Sie gewettet hätten: der Gewinn wäre Ihrer gewesen. Aber ich habe hier eine interessante Lektüre (Auszug)

Sie finden unter dem Link noch etliche Megabyte hochinteressanter Lektüre, die für den Muslim bindend sind. Wenn also zwischen dem Zentralrat der Muslime als legitimierte Vertretung aller Muslime kein Staatsvertrag über die Anerkennung des Grundgesetzes als einzig bindende Grundlage des Zusammenlebens in diesem Land mit der Bundesrepublik Deutschland getroffen wird, sind das alles wachsweiche Bekenntnisse, auch in Hinsicht darauf, dass der Muslim gegenüber dem Ungläubigen nicht zur Wahrheit verpflichtet ist. Allein in den drei folgenden kurzen Abschnitten stehen haarsträubende Dinge. So mag der säkularisierte Muslim darüber den Kopf schütteln, aber der ist auch nicht gemeint. Auf jeden Fall ist die weltanschauliche Grundlage des bekennenden und praktizierenden Muslim der Koran mit all seinen Facetten und dort steht einfach etwas anderes als das, was der Zentralrat der Muslime notgedrungen verlautbaren muss.

 

http://islam-ebook.de/

 

Aus: Loyalität und Lossagung im Islam

 So ist das Nachahmen der Nicht-Muslime in Dingen, welche zu deren Merkmalen / Eigenheiten gehören, verboten, wie zum Beispiel das Nachahmen ihrer Sitten und Bräuche, ihrer Art des Gottesdienstes, ihrer Eigenschaften und ihres Benehmens. Dazu gehören u.a. auch das Rasieren des Bartes sowie das Tragen eines Schnurrbarts, welcher über die Lippe reicht, das Reden in der den Nicht-Muslimen eigenen Sprache und Ausdrucksweise ohne Notwendigkeit, die Art und  Weise, sich zu kleiden, die Art und Weise des Essens und Trinkens7 u.ä.

 

8 Denen das freie und vollständige Ausüben ihrer Religion untersagt wurde und/ oder welche leben oder sich darin aufzuhalten, außer diejenigen der Unterdrückten / Schwachen, die keinerlei Möglichkeit zur Auswanderung (Hijrah) haben und diejenigen, deren Aufenthalt in diesem Land einen Nutzen für die Religion hat, wie beispielsweise das Aufrufen zum Islam und dessen Verbreitung9.

 

 

1. Wenn er im Land der Nicht-Muslime nicht die Möglichkeit hat, den Islam offen und so auszuüben, wie es erforderlich ist, sei es aufgrund direkter Verbote oder aufgrund seiner persönlichen Schwäche und/ oder Ängstlichkeit. Dazu zählen vor allem die dem Islam eigenen äusseren Erkennungsmerkmale wie zum Beispiel der öffentliche Gebetsruf, die Verschleierung der Frau, das Tragen des Bartes für den Mann usw. Die Gelehrten sind sich einig, daß wenn diese Erkennungsmerkmale des Islams in einem Land nicht oder nicht vollständig gelebt werden können, die Auswanderung in ein muslimisches Land (Hijrah) für den Muslim zur Pflicht wird.

 

Und wenn ich das alles so lese und mir anschaue, was es noch so an guten Ratschlägen gibt, erscheint mir das Leben des Muslim kaum von Freiheit durchdrungen, sondern eher von der Einhaltung restriktiver Vorschriften.

zephyr 19.03.2013 | 20:12

Das islam-ebook wird vom salafistischen Verein Way-to-Allah eV vertrieben bzw.  ins Netz gestellt. Sie können sich gerne begründet darüber aufregen, was ca. 4500 gewaltbereite Salafisten in Deutschland glauben und glauben tun zu müssen. Da wäre ich ganz bei Ihnen.

Den restlichen ca 4 Millionen Muslimen in Deutschland zu unterstellen, sie würden diese "Grundsätze" ebenso begrüßen und täten nur so, als ob das nicht der Fall wäre ist ein Kommunikations und Verständniskillerargument. Bestensfalls.

 

JR's China Blog 19.03.2013 | 20:47

Ich glaube, es geht in Diskussionen wie diesen nicht so sehr um den Islam oder um Islamfeindlichkeit, Zephyr. Es handelt sich vor allem um Psycho-Spiele. Ich kenne Muslime, die gerne bereit sind, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Auskunft über das zu geben, was sie glauben. Das passiert dann allerdings unter Leuten, die sich persönlich kennen, und die sich gegenseitig nicht a priori Schlechtes unterstellen.

Wenn ich lese, was manchmal in der FC von "links" gepostet wird, dann ist mir relativ klar, dass das weder GG- noch menschenrechtskompatibel ist. Das regt dann aber allenfalls eine Minderheit der Foristen sichtbar auf. Kommt es aber aus der islamischen Ecke, ist Holland in Not und Wien unter Belagerung.

Unter den Umständen ist es für die meisten Kritisierten schwierig, ruhig und sachlich zu bleiben - gerade diejenigen, die auf Verdächtigungen selbst empfindlich reagieren, sind oft diejenigen, die das gleiche Spiel gern mit "anderen" spielen.

Ich glaube dieses Gefühl zu kennen, aufgrund meiner Gruppenzugehörigkeit mit Fragen konfrontiert zu werden, auf die ich nicht immer experte Antworten weiß.

Als ich 1993 in China war, wurde mir häufig vorgehalten, mein Land sei paiwai - ausländerfeindlich. Das geschah häufig in Form von Aussagesätzen - es wurde angemerkt, nachdem man mich gefragt hatte, woher ich komme. Es war vielfach, wenn auch nicht in der Mehrzahl der Fälle, Teil eines eher oberflächlichen Gesprächs bei eher flüchtigen Begegnungen.

Und es gab darauf keine einfachen Antworten. Ich hätte es auch falsch gefunden, mein Land ebenso pauschal zu verteidigen, wie es kritisiert wurde. Und "Gegenangriffe" (Stichwort Tibeter, Uighuren, Migrantenarbeiter) hätten weder überzeugt, noch wären sie (in vielen Fällen) überhaupt verstanden worden.

Also lernte ich damit zu leben. Immerhin gab es diese Anschläge, und das war wesentlich schlimmer, als regelmäßig damit konfrontiert zu werden.

Aber ich lebte auch nicht dauerhaft in China. Dazugehören war gar nicht mein Ziel. Hätte ich das gewollt, wäre es aus verschiedenen Gründen kompliziert geworden.

Insofern haben Menschen islamischen Glaubens es in Deutschland schwerer, wenn Sie für das in Haftung genommen werden, was ägyptische oder pakistanische Politiker und Normalverbraucher zu verantworten haben.Entscheidend ist m. E., sich von solchen "Kritikern" kein loser image anhelfen zu lassen. Derjenige, dem sein eigener Glaube oder auch seine eigenen weltlichen Überzeugungen wichtig sind, wird sich auch Zeit bei iherer Erklärung - oder Klärung - lassen können.Und wird er dazu aufgefordert, sofort und unverzüglich Stellung zu nehmen, müsste ihm klar sein, dass es nicht um Menschenrechte geht. Eine freie Gesellschaft lässt sich nicht in Staatsanwälte und Angeklagte aufteilen.

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Ehemaliger Nutzer 19.03.2013 | 20:52

Da steht:

 So mag der säkularisierte Muslim darüber den Kopf schütteln, aber der ist auch nicht gemeint. Auf jeden Fall ist die weltanschauliche Grundlage des bekennenden und praktizierenden Muslim der Koran mit all seinen Facetten ...

Und ich kenne Siedlungen/Ansiedlungen, da leben Kinder, denen im Koranunterricht durchaus beigebracht wird, dass Ungläubige mit dem Teufel im Bunde sind und diese Leute sind keine Salafisten.

Nein, jede Religion basiert auf Glauben, auf NICHTWISSEN, auf Überzeugungen, die es zu verbreiten gilt.

Auf einer anderen Seite (arabische Botschaft, leider nicht mehr online) standen durchaus auch Handlungsanweisungen, wie mit Ungläubigen zu verfahren sei; klang nicht sehr freundlich oder moderat ... aber direkt aus dem Koran.

Nein, keine Handreichung für Missionare und solche, die sich dafür halten. Eine Freundin (palestinänsischer Herkunft, Islamwissenschaftlerin) sagte vor einiger Zeit: "Christ oder Buddhist ... na ja, das geht noch so gerade; aber Atheist, nä, das geht gar nicht."

Und wenn die kath. Kirche z.B. die Protestantische schon nicht als Kirche anerkennt, was soll ich dann von den gegenseitigen Respektbezeugungen halten, die man sich gegenseitig überaus freundlich lächelnd vorhält? Ist irgendjemand der Überzeugung, dass diese ehrlichen Herzens versichert werden? Ich nicht.

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Ehemaliger Nutzer 19.03.2013 | 21:04

Ich kenne Muslime, die gerne bereit sind, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Auskunft über das zu geben, was sie glauben.

Ich auch ... nur sind das keine Muslime mehr, denn das, wovon ihnen Glauben, bedingungsloser und gehorsamer Glauben abverlangt wurde, nämlich geradezu haarsträubende Geschichten (sowohl biblischen als auch koranischen Ursprungs) als wahr zu erkennen, haben sie als Schwachsinn ad acta gelegt. Trotzdem verstehen sie sich als Muslime, nur eben ohne Glauben und ohne das Betreben zu missionieren

JR's China Blog 19.03.2013 | 21:13

Ich auch ... nur sind das keine Muslime mehr, denn ...

Von einigen anderen Fragen zunächst einmal abgesehen: verstehe ich Sie richtig, Hunibert? Sie wollen definieren, wer ein Moslem ist und wer nicht?

... sind das alles wachsweiche Bekenntnisse, auch in Hinsicht darauf, dass der Muslim gegenüber dem Ungläubigen nicht zur Wahrheit verpflichtet ist

Das ist eine paranoide Endlosschleife, Hunibert. Übrigens müsste  jemand, der als Vertreter einer religiösen Gemeinschaft Bekenntnisse zum Grundgesetz oder zur FDGO öffentlich formuliert (und dabei Hintergedanken wie den von Ihnen unterstellten hegt), damit rechnen, dass das womöglich auch Gläubige für die Wahrheit halten. Und dann hätte er - Ihrer eigenen Logik nach - ein Problem.

dame.von.welt 19.03.2013 | 23:46

Kognitive Dissonanz beschreibt laut der populärwissentschaftlichen Standardquelle 'in der (Sozial-)Psychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten –, die nicht miteinander vereinbar sind, also eine Art von „Störgefühl“.

Es liegt mir mehr als fern, Ihnen oder sonstwem gegenüber Ferndiagnosen abzusondern, aber ich erinnere längere Zeiten, zu denen Sie Magda weit wohlgesonnener waren als Sie das derzeit zu sein scheinen, das Austragen persönlicher Differenzen über x Blogs fand ich auch bei Ihnen und finde das ganz generell extrem überflüssig, da selbstreferentiell. Nicht mehr, ncht weniger.

Mir wäre völlig neu, daß bei Emran Feroz Todeslisten ausliegen, weswegen ich auch weiter geduldig Ihrer Kritik gegenüber den m.M.n. weit schmutzigeren Blogs als dem hier vorliegenden harre, die immerhin Plattformen wie Nürnberg 2.0 beinhalten. 

Was das Andersmeinen angeht, wissen Sie sehr gut, daß ich Sie schätze, falls nicht, sei Ihnen das hiermit versichert. Ihre Urteile hier finde ich allerdings so hart wie gegenstandslos.

 

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Ehemaliger Nutzer 20.03.2013 | 03:22

Ihre selektive Extraktion von Teilargumenten zur Unterstellung bestimmter oder bestimmender Eigenschaften lehne ich ab.

Ein Muslim ist ein Muslim wenn er nach seinem heiligen Buch, dem Koran, lebt und handelt. Das ist dort definiert. Ein Muslim, der nicht mehr auf dem Boden des in diesem Buch dargelegten Schwachsinns lebt ist eben kein Muslim mehr, denn er ist vom Glauben abgefallen. Auch das ist in diesem Buch Koran definiert.

Genauso wenig, wie ich mich als Christen bezeichne, da die in den verschiedenen Testamenten und Büchern dargebotenen Welterklärungsversuche ebenfalls Schwachsinn darstellen.

Und erzählen Sie mir nicht, dass die von den Salafisten dargebotene Übersetzung des Koran sich in wesentlichen Inhalten vom einer anderen Übersetzung unterscheidet. Diese wird nicht dadurch suspekt, dass eine bestimmte Gruppe von Muslimen sie veröffentlicht.

Genaugenommen darf der Koran eigentlich gar nicht übersetzt werden; aber dann müsste jeder Konvertit arabisch lernen, was manchem von denen wohl schwer fiele.

Und es kommt mir letztlich auch nicht darauf an, was jemand glaubt oder nicht glaubt. Wenn jedoch zu dieser Religion bestimmte Ansprüche an den Staat und das Recht stellt ist sie hier abzulehnen. Zitat aus WIKI:

Als unfehlbare Pflichtenlehre umfasst die Scharia das gesamte religiöse, politische, soziale, häusliche und individuelle Leben, sowohl der Muslime, als auch das Leben der im islamischen Staat geduldeten Andersgläubigen (Dhimma) insofern, als ihre öffentliche Lebensführung dem Islam und den Muslimen in keiner Weise hinderlich sein darf. Die Einheit zwischen Religion und Recht bringt in einem theokratischen Staatswesen auch die Einheit zwischen Religion und Staat mit sich, die sich in den arabisch-islamischen Staaten der Gegenwart (deren Staatsreligion der Islam ist) unterschiedlich bemerkbar macht.

Das steht dort, JR, unwidersprochen. Und weiter:

Rechte und Ansprüche der Menschen erscheinen grundsätzlich nur als Reflexe religiöser Pflichten. Daher ist die Freiheit des Einzelnen im Scheriatrecht weit mehr eingeschränkt als im abendländischen Recht. Während hier alles erlaubt ist, was nicht gesetzlich verboten ist, verbietet der Islam alles, was nicht gesetzlich erlaubt ist. Er kennt daher auch nicht den unser heutiges Recht beherrschenden Grundsatz der Vertragsfreiheit; zulässig ist nur der Abschluß von Verträgen, die scheriatrechtlich erlaubt sind.“ (Quelle: siehe dort)

Auch dem wird nicht explizit widersprochen, auch nicht vom Zentralrat der Muslime. Damit steht das Statement, dessen Bekenntnis zum Grundgesetz in einem diametralen Gegensatz zum islamischen Bekenntnis, zum von diesen gelebten Glauben. Und die verzweifelten Versuche einiger islamischer Missionare (da gibt es ja noch ein paar mehr hier) mir und anderen die Scharia und den damit einher kommenden Glauben mit seichtesten Argumenten schmackhaft zu machen, empfinde ich verlogen, da die Lebenswirklichkeit in islamischen Staaten dazu nicht passt.

Oder wollen Sie, JR, mir erzählen, dass Frauen nicht gesteinigt werden? Dass Schwule (wie im letzten Jahr in SA) nicht geköpft werden? Dass Christen nicht verfolgt werden? Das Kirchen nicht niedergebrannt werden?

Ich weiß, das alles geschieht hier nicht, es wäre auch schwer durchzusetzen, im Moment wenigstens. Aber die Versuche, das islamische Recht zumindest in gewissen Enklaven einzusetzen, sind zumindest in England von einem gewissen Erfolg begleitet, Erfolge, die ich hier nicht sehen möchte und denen ich auch nicht ausgesetzt sein will.

Und wenn wir die Anschläge von London oder Madrid in den letzten Jahren rekapitulieren, ist mir das letztlich egal, ob es sich um eine verschwindende Minderheit handelt ... und 4.000 Salafisten in Deutschland können, wenn sie richtig vorgehen würden, ganz schönes Unheil anrichten.

 

JR's China Blog 20.03.2013 | 08:58

Und die verzweifelten Versuche einiger islamischer Missionare (da gibt es ja noch ein paar mehr hier) mir und anderen die Scharia und den damit einher kommenden Glauben mit seichtesten Argumenten schmackhaft zu machen, empfinde ich verlogen, da die Lebenswirklichkeit in islamischen Staaten dazu nicht passt.

 

Nicht jeder, der als Moslem in der FC über den Islam schreibt, klärt sein Verhältnis zum Beispiel zur Frage der Übergeschichtlichkeit des Islam. Meines Wissens tut das auch Emran Feroz nicht – aber ich mag mich täuschen. Ich mag seine Posts nicht besonders – auch nicht, wenn es um weltliche Belange wie z. B. Günter Grass geht –, daher habe ich nach einigem Mitlesen auch damit aufgehört, und mich auch an Diskussionen nicht mehr beteiligt.  Aber er ist auch nicht zu Auskünften in dieser Hinsicht verpflichtet. Und Tahir Chaudhry zum Beispiel gibt über seine Sicht der Scharia recht weitgehend Auskunft. Ich kann mit seinen Posts nicht viel anfangen, aber er argumentiert definitiv nicht übergeschichtlich.

 

Ihren Vorwurf der selektiven Extraktion von Teilargumenten nehme ich nicht ernst, Hunibert. Selektiv war hier noch jeder Kommentar, ihre eingeschlossen.

 

Ich wende mich erst einmal dem Wikipedia-Artikel zu, aus dem Sie zitieren. Neben Otto Spies‘ und Erich Pitschs Klassisches Islamisches Recht wird dort auch ein Koranvers zitiert – der einzige (lt. Wikipedia), welcher den Begriff Scharia verwende:

 

Er hat euch als Religion festgelegt, was er (seinerzeit) dem Noah anbefohlen hat und was wir (nunmehr) dir (als Offenbarung) eingegeben, und was wir (vor dir) dem Abraham, Mose und Jesus anbefohlen haben (mit der Aufforderung): 'Haltet die (Vorschriften der) Religion ein und teilt euch darin (d. h. in der Religion) nicht (in verschiedene Gruppen)!' Den Heiden (w. Denen, die (dem einen Gott andere Götter) beigesellen), kommt es (allerdings) schwer an, wozu du sie rufst. (Aber) Gott erwählt dazu, wen er will, und führt dazu (auf den rechten Weg), wer sich (ihm bußfertig) zuwendet.

 

 „Gott erwählt dazu, wen er will“. Das lässt viel Raum zur Interpretation.

 

Zu Ihrem Spies/Pritsch-Zitat: es ist üblich, bei der Beschreibung einer Ideologie oder Religion im Präsens zu schreiben – ebenso wie man das bei zum Beispiel bei Buchkritiken tut. Das lässt nicht den Schluss zu, das sei der verbindliche zeitgenössische Status des Glaubens.

 

Auch in der idealen Idee des Christentums ist das Ideal der Christ, und der Nichtchrist, der sich zum Christentum bekehrt. Und zumindest der Papst und seine Glaubenskongregation glauben, sie seien unfehlbar in Fragen  des Glaubens und der Sittenlehre.

 

In Deutschland haben wir das Prinzip der Vertragsfreiheit. Das heißt: in Verträgen zwischen Moslems können selbstverständlich auch Teile der Scharia zur Anwendung kommen, wenn sie geltenden Gesetzen in Deutschland nicht widersprechen. Insofern macht es sich natürlich gut, wenn es heißt, ein Richter habe in Deutschland „die Scharia angewendet“. Das ist aber ein Argument, das nur für Menschen gut genug sein kann, die Ihrer Form der „selektiven Extraktion“ nahestehen, Hunibert – und den Schluss, das islamische Recht würde zumindest in gewissen Enklaven eingesetzt, ist dann auch hier schnell gezogen – man muss es nur wollen.

 

Aus einer der Quellen des von Ihnen verwendeten Wikipedia-Artikel (Ömer Özsoy):

http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2008/5504/pdf/Scharia.pdf

 

Auch der Koran ist das Werk seiner Zeit; heute kann er nicht ausgelegt werden, ohne seinen historischen Kontext einzubeziehen. Doch noch dominiert ein starres Verständnis des Koran, das den eigentlichen Charakter des religiösen Textes verkennt. Eine kleine, international etablierte Gruppe von islamischen Theologen postuliert eine zeitgenössische innovative Koranexegese, die berücksichtigt, dass die Worte des Koran als eine lebendige Anrede an seine realen Adressaten in Offenbarungszeit und -ort gerichtet waren, nämlich an den Propheten Muhammad, seine Gefährten, die heidnischen Araber, Juden und Christen. So eröffnet sich ein neuer Blick auf die »heilige Schrift« der Muslime.

 

Wenn Sie – aufgrund Ihres persönlichen Verhältnisses zum Christentum – jetzt erneut behaupten, Theologen wie z. B. Özsoy  oder Farid Esack seien ja keine Muslime mehr, ist das eine Fatwa, die Sie aus den Schriften eben Derjenigen ableiten, die Sie angeblich ablehnen. Entsprechend wären schon sehr konservative christliche Theologen des vorigen Jahrhunderts, z. B.  Dietrich Bonhoeffer, keine Christen mehr gewesen.

tlacuache 20.03.2013 | 10:11

..."Islamkritik“ ist ein merkwürdiges Wort. Der Begriff „Christentumskritik“ existiert gar nicht. Etwas derartiges in Bezug auf das Judentum würde man wohl zu Recht als Antisemitismus bezeichnen. Beim Islam ist das anders, es ist alles erlaubt"...

Da hab' ich schon wieder abgebrechen...

Als altester Christentumskritiker, Henning Mankell - Fan und Atheist brauche ich den Rest des Schriftstückes, "heilige Schrift?" o. ähnl. gar nicht mehr weiter zu beleuchten, befeuchten oder zu befruchten, brähsig - gähnig pflurcht er durch unsere Kanälchen...

 

dame.von.welt 20.03.2013 | 12:07

Der Blogverfasser wird schon wissen, warum er sich nicht zu Wort meldet Davon gehe ich auch aus, meines Wissens gibt es beim Freitag auch keine Kommentierungspflicht, noch hätte ich an seiner Stelle Lust, der üblichen 'Islamkritik' noch eine Bühne zu bieten. (am Rande: genau diese Kritiker könnten m.M.n. mal darüber nachdenken, wem oder was sie mit ihrem Fokus auf Extremisten und ihrer Annahme, DerIslam sei so, eine Bühne bieten, für wen sie da unwillentlich Werbung betreiben - Islamisten fänden es nämlich ebenfalls Spitze, wenn alle Muslime so ticken würden wie sie selbst)

Ihre Begründungen halte ich für keine, sondern für Schmähkritik auf der Ebene persönlicher Unterstellungen. Das war zwar nicht so sehr das Thema meines Kommentars, aber ich beschäftige mich gern auch noch mit Ihrem ersten an Emran Feroz, Sie schreiben darin: 

Islamkritik ist, bezogen auf den christlichen Glauben etwas, was sich als Säkularisation, Agnostizismus und Atheismus geschichtlich herausgebildet hat. Diese Tatsache ist Ihnen nicht entgangen, Herr Feroz, weswegen Sie hier auch nicht so sehr die Islamkritik im Auge haben, als vielmehr die begründete Skepsis gegenüber einer als Mission verstandenen Religion, von denen Sie einer der eifrigsten Prediger sind. 

Sie setzen Kritik am Christentum mit der üblich gewordenen 'Islamkritik' á la Bosbach, Balci, Broder, Kelek, pi et al gleich und unterstellen Emran Feroz, nicht eben diese 'Islamkritik' im Auge zu haben, sondern zu missionieren, wofür mir persönlich jeder Beleg fehlt. Sie unterstellen gleichzeitig dieser 'Islamkritik' aufklärerische Werte, wofür mir ebenfalls der Anhaltspunkt fehlen. Sondern ich sehe weit eher eine weit verbreitete, vermeintliche Imprägnierung gegen jede Kritik an dieser Kritik - und die Vernachlässigung des fruchtbaren Zweifels, immer zuerst an den eigenen Positionen - so lange nur die Aufklärung dafür ins Feld geführt wird, s.a. Affekt und Ressentiment

Weiter: Dass Christen nicht aus den o.g. Gründen der Säkularisation, sondern wegen des Herrschaftsanspruches der arabischen und persischen Theokratien tatsächlich verfolgt sind, ist ein Faktum, an dem Ihr reißerischer Blog nichts ändert. 

Die Christenverfolgung in arabischen Ländern und Iran hat was genau mit dem Thema hier, der Kritik an besagter 'Islamkritik' in Deutschland zu tun (außer, daß Herr Bosbach den großen Islam-Christenverfolgung-Bibel-nach-Saudi-Arabien-Topf ebenfalls bemühte)? Ihre Bewertung 'reißerischer Blog' begründen Sie inhaltlich/sprachlich wo und wie? Nur der guten Ordnung halber: es ist selbstredend Ihr Recht, was auch immer für 'reißerisch' oder für was auch immer zu halten, Sie nahmen aber für sich in Anspruch, Ihre Bewertungen begründet zu haben.

Sie: Dass dieser Herrschaftsanspruch auf Europäischem Boden kontrastiert wird, ist nur logische Konsequenz. 

Welchen Anhaltspunkt haben Sie bei Emran Feroz, er würde, wäre da nicht die Kontrastierung auf Europäischem Boden, Christenverfolgung ausüben, gutheißen, dulden? Sie machen an dieser Stelle einen m.M.n. unlauteren Doppelsprung, indem Sie ihm und allen Muslimen unterstellen, es läge in der Natur ihres Glaubens, Christen zu verfolgen. Überdies geraten Sie in Gefahr, Ihre eigene Aussage zu entkräften, in der Sie zuvor in Europa Atheismus, Säkularisierung, Agnostizismus konstatierten - insbesondere Atheismus zeichnet sich aus meiner Sicht nun nicht unbedingt durch Anteilnahme am Schicksal verfolgter Religiöser aus.

Sie: Eine objektive Diskussion einzufordern angesichts eines von Ihnen kämpferisch gepriesenen Islam ist daher im wahrsten Sinne des Wortes: scheinheilig. Oder treffender: heuchlerisch. 

Woher stammt Ihr Eindruck, Emran Feroz priese, dazu noch kämpferisch, einen christenverfolgenden Islam in arabischen Ländern und in Iran? Das kann ich hier nirgends lesen. Insofern kommen auch hier Ihre Bewertungen von Scheinheiligkeit und Heuchlerei ohne Begründung aus.

Sie: Der Islam als kulturelle Tatsache und zu respektierende kulturelle Errungenschaft wird durch Menschen wie Sie manipuliert, konterkariert und genau auf den Zenit zugerichtet, den Sie sich imaginieren: Nicht den Clash of Culture, sondern War on Religion. 

Wieder: worin genau erkennen Sie denn eine Manipulation, Konterkarierung, Zurichtung, aus der Sie Ihre Interpretation eines von Emran Feroz imaginierten War on Religion ableiten? So, wie ich Emran Feroz verstehe, ist er gläubiger Muslim und hat den Kanal voll von einer 'Islamkritik', die ihn ständig mit Extremisten, gern in fernen Ländern, in einen Topf wirft und ihn gleichzeitig zwingt, sich unausgesetzt von Extremisten zu distanzieren, was ihm im Zweifel - die berühmte Taqiyya - ohnehin nicht geglaubt wird.

Sollten Sie Zweifel an der Existenz ebenso vehementer wie pauschaler Religionsfeindlichkeit über das eigene, anders geartete Weltbild hinaus hegen, bitte lesen Sie die Beiträge von z.B. Antares und Herrn Hurtig hier und andernorts. Falls Sie meine Meinung dazu interessiert: Religiosität ist ein Menschenrecht, das auch Atheisten abverlangt, etwas zu akzeptieren, mindestens aber zu tolerieren, das sie nicht verstehen. Ich habe auch bereits am Konzept des Clash of Cultures Zweifel. Der hauptsächliche Clash, den ich weltweit (und absehbar und zunehmend auch in D) sehe, ist einer von Reichtum und Armut, von Macht und Ohnmacht - ob man nun Macht und ihren Mißbrauch und Ohnmacht nebst diversen Versuchen von Ermächtigung (darunter auch welche mit religiöser Konnotierung und darunter wiederum auch zweifelhafte, militante, menschenrechtswidrige) unbedingt als 'Kultur' bezeichnen muß, lasse ich mal dahingestellt. 

Sie: Sie selbst sind in dieser Hinsicht der erste Profiteur, weil Sie, wie jeder Wanderprediger des Hasses, eben nicht die Kirche im Dorf lassen, sondern den Kampf wollen. 

Dieser Blog ist einer der schmutzigsten, die ich je bei freitag.de gelesen habe.

Mit Verlaub, aber hier wird Ihr Mehrfachsprung beleidigend, 1. Sprung: Emran Feroz will den und profitiert von Kampf (aus meiner Sicht schrieb er lediglich seine Meinung zu auch m.M.n. unseriösen Formen der 'Islamkritik') 2. Emran Feroz hasst (sehe ich nicht, Sie worin genau?), läßt 3. die Kirche nicht im Dorf (sehe ich nicht, Sie wo?) und geht 4. damit hausieren (falls Sie damit die Erstveröffentlichung auf seinem Blog meinen, auch Sie veröffentlichen Ihre Blogs andernorts - sind Sie ein Wanderprediger, lieber ed2m...;-)...?) Daß Sie ohne für mich erkennbare Begründungen auskommen, auch für Ihre Wahrnehmung von einer der schmutzigsten Blogs bei freitag.de, hatte ich ja bereits erwähnt. 

Ich habe mir zwischenzeitlich gegen jede Überzeugung auch noch den Jauch angetan, der aus meiner Sicht die konzertierte Tatort-Volksempfinden-Aufwärmerei dankbar benutzt (u.U. mitzuverantworten hat, weiß ich nicht, würde mich aber nicht überraschen) Sprünge der Gleichsetzung von Muslim und Extremist macht und nicht mal imstande war, seine Sendung angemessen zu moderieren, z.B. seinen Gästen die Möglichkeit zum Ausreden zu verschaffen, namentlich Bosbach und Barsoum in die Grenzen zivilisierter Diskussion zu weisen. Gern mehr gehört hätte ich von Yassin Musharbash, den ich btw für einen Gewinn für Die Zeit halte. Ansonsten: reine Zeitverschwendung, von u.a. meinen Gebühren. Einem Bildungsauftrag kam Jauch nullkommanull nach und auch ein Unterhaltungswert hielt sich für mich in äußerst engen Grenzen.

Was notwendige Kritik an muslimischer Mission, Koran-Interpretation, muslimischer Religionsausübung in unterschiedlichen Kulturen und Rahmenbedingungen, Geschlechterverhältnis, menschenrechtsverletzender Strafjustiz, Todesdrohungen an Apostaten etc.etc. angeht, finde ich es sehr bedauerlich, daß Kritik (auch abseits apodiktischer Religionsfeindlichkeit oder dem guten alten 'Ausländer raus!') so häufig ohne allzu viel Kenntnis vom kritisierten Gegenstand des Weges kommt - ein weiterer Punkt, an dem mir persönlich Rahab hier schmerzlich fehlt. 

Ich hoffe nun zweierlei: Ihnen meine Kritik an Ihrem ersten Kommentar auf hinreichend sachliche Weise nachvollziehbar gemacht zu haben und mögliche weitere Auseinandersetzung auf sachliche Weise mit Ihnen fortzusetzen. 

fahrwax 20.03.2013 | 12:16

Kack, zweiter Anlauf.

Denkmal auf dem Horster Südfriedhof in Gelsenkirchen


Die Kämpfe forderten in den Reihen der "Roten Ruhrarmee" weit mehr als 2.000 Tote - überwiegend Ermordete, nicht Gefallene, weil die allermeisten erst nach dem eigentlichen Kampfgeschehen getötet wurden. Darunter übrigens auch Frauen, die zur "Roten Ruhrarmee" gehört hatten, als Krankenschwestern etwa oder als Köchinnen. Bei den Reichswehr- und Freikorps-Verbänden waren es etwa 350 Tote. In Heßler und Horst kam es in den ersten Tagen des April 1920 noch zu schweren Kämpfen, die sich bis zum 5. April hinzogen. Dabei starben weitere 80 Arbeiter. Verantwortlich dafür war der Bürgermeister von Horst, Dr. Wilhelm Schumacher. In dieser Funktion organisierte Schuhmacher im März/April 1920 den Kampf gegen die Rote Ruhrarmee. Schumacher machte später bei den Nazis Karriere. Das Foto zeigt das Denkmal auf dem Horster Südfriedhof, das 1920 von der Horster Arbeiterschaft ursprünglich zur Erinnerung an die während des Kapp-Lüttwitz-Putsches und in den darauf folgenden Kämpfen von Freikorps- und Reichswehrverbänden ermordeten Arbeiter aus Gelsenkirchen errichtet worden war.

http://www.gelsenzentrum.de/rote_ruhrarmee_kapp_putsch.htm

Die Quelle liefert auch den Ursprung von Adolfs Hakenkreuz,

Das Freichor Brigade Erhart trug es 1920 auf den Stahlhelmen, über den Urheberrechtsschutz sind sie sich aber einig geworden.

Die Rolle der SPD im Kapp-Putsch wird ebenfalls bestens erläutert.

lg

fahrwax 20.03.2013 | 13:19

Für gesichert halte ich nur das persönliche Ableben. Ob mit oder ohne Fremdeinwirkung steht zur Wahl, die Terminierung ist nicht kalkulierbar. Bleibt zur Klärung nur die Sinnfrage.

"Die gesellschaftlichen Aufstände, Bürgerkriege und zwischenstaatlichen Kämpfe könnten Europa in ein neues Mittelalter führen – noch viel mehr, wenn sie sich mit der in Entwicklung befindenden internationalen wirtschaftlichen Konfrontation “koordinieren” werden.

Wenn so etwas geschieht, wird Deutschland Europa zum dritten Mal “in Blut tränken” – wovon wir hoffen, dass es durch das rechtzeitige Erwachen der europäischen Bürger, einschließlich der Griechen und der Deutschen, abgewendet wird."

http://www.griechenland-blog.gr/2013/03/die-vierte-phase-des-dritten-weltkriegs/12599/2/

Blödsinn?

dame.von.welt 20.03.2013 | 13:45

Bitte wieviel? Meine Hoffnung in Bezug auf politischen Meinungskampf?

Lieber ed2m, der liegt an dieser Stelle wirklich nicht in meinem Interesse. Ich bin auch nicht daran interessiert, á la Jauch, Bosbach, Barsoum, Balci die Frage 'Islam, nein oder nein?' zu erörtern - entgegen der Themen-Ankündigung 'Was tun gegen Deutschlands Gotteskrieger?'

Sondern mein Interesse war, (ungeachtet, nein, eigentlich wegen meiner sonstigen Wertschätzung für Sie als Blogger) die Schwäche Ihres ersten Kommentars in Sachen Begründungen darzulegen. Das war mir kürzer nicht möglich, für die Hürde des Quantitativen bitte ich um Verzeihung, danke Ihnen für die Mühe des Lesens, denke mir meinen Teil zu *Keine Antwort ist auch eine* und auch an den von Ihnen lange als Signatur getragenen Satz von Travaglio von den durch Fakten bitte nicht zu störenden Meinungen. 

Wer nicht in Jubelschreie für Salafisten ausbricht, ist aus meiner Sicht auch nicht unbedingt braun, sondern hat mutmaßlich die überwiegende Zahl der Tässchen noch im Schränkchen. Das gilt umgekehrt auch für die, die neben einem konvertierten Boxer and friends noch einzwei andere Ausprägungen von Islam in Deutschland (und der Welt) wahrzunehmen imstande sind. 

Um aber die Frage der Sendung 'Was tun gegen Deutschlands Gotteskrieger?' noch eben aus meiner Sicht zu beantworten: nuja - ein möglicher Schritt wäre schon mal, ihnen nicht ständig und nicht ganz so viel Bühne zu bieten (sondern ggbfs vorhandene Gesetze anzuwenden) und nicht unausgesetzt jeden Muslim mit Gotteskriegern in einen Topf zu werfen, ein weiterer, m.M.n. entscheidender, Kinder und Jugendliche gemäß ihrer Talente und Neigungen und ungeachtet ihrer Herkunft bestmöglich zu fördern und ihnen eine berufliche und gesellschaftliche Perspektive zu eröffnen. 

Oder war das jetzt bereits politischer Meinungskampf

Nix für ungut, bis die Sicht...;-)...

tlacuache 20.03.2013 | 13:50

http://www.griechenland-blog.gr/2013/03/die-vierte-phase-des-dritten-weltkriegs/12599/2/

Voelliger Bloedsinn:

1.

Wir verkaufen die Waffen gegen das Volk (Also Volk, da wo das Oel sprudelt, nicht daheim...).

2.

Die Schmerzgrenze des Deutschen und Anderen ist noch laengst nicht erreicht,

3.

Bevor diese Schmerzgrenze erreicht ist, irgendwas zwischen 2015 - 2025, die Butter also 250 Gramm 18 € kostet, platzt dem Bildzeitungsleser der Kragen, und dann geht es den Audi, Porsche, Merzedes und BMW Quants Aktienbesitzern an den Gürtel...

3.a

Entweder Ihr gebt die Hälfte von den gehorteten Billionen ab oder Ihr könnt auf die Caimanninseln abhauen, nur, da ist es auch nicht sicher (da fehlender Rechtsstaat), besser sind schon 8 Meter hohe Mauern in Phoenix oder Denver...

4.

Richter kannst du auch hier bestechen, also in der BRD, nur, das schaut sich das Volk nicht ewig an...

5.

Was macht nur der Deutsche  8 Meter hohe Mauerbesitzer in Phenix oder Denver, wenn auch da Hartz4ler rumquengeln, aber auch noch legal mit AK 47, Handgranaten und Panzerfaust rumspielt... , Au Backe...

5a) Ab in die Heimat???

Bluten werden andere, also da, wo Gasförderung billig ist (Oel ist out...)

 

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Ehemaliger Nutzer 20.03.2013 | 14:17

Auch der Koran ist das Werk seiner Zeit; heute kann er nicht ausgelegt werden, ohne seinen historischen Kontext einzubeziehen. Doch noch dominiert ein starres Verständnis des Koran, das den eigentlichen Charakter des religiösen Textes verkennt.

Damit kommen wir der Sache schon näher: dem historische Kontext. So findet sich in der WELT vom 15.02.2008 ein interessanter Artikel.

Mohammed wurde wahrscheinlich Ende August 570 in Mekka geboren. Früh verwaist, wuchs er zunächst bei Beduinen in der Wüste heran. Dann nahmen ihn Verwandte in Mekka auf und er arbeitete als Kameltreiber, zog mit Karawanen durch das Gebiet zwischen Syrien und dem Jemen. Im Jahre 595 lernte der völlig mittellose Mohammed die reiche Witwe Chadidja kennen. Schnell wurde er "Geschäftsführer" und Liebhaber der wesentlich älteren Dame. Damit begann sein sozialer Aufstieg.

Chadidja wollte das Verhältnis zu ihrem jungen Galan legitimieren, doch ihr Vater sah in Mohammed nur einen dreisten Erbschleicher und verweigerte seine Zustimmung zur Heirat. Nun folgte "eine Groteske im altarabischen Stil", so Mohammed-Biograf Essad Bey. Chadidjas dem Alkohol zugeneigter Vater wurde in Vollrausch versetzt und ihm dann sein Plazet abgeschwatzt. Als er wieder nüchtern war, schwur er seinem unwillkommenen Schwiegersohn Blutrache, starb aber bald darauf.

Mohammed und der Götzendienst

Mit Chadidjas Vermögen tätigte Mohammed glänzende Geschäfte und zählte bald zu den Honoratioren von Mekka. Diese Kaufmannsrepublik bildete damals ein erstaunlich tolerantes Gemeinwesen. Es gab zwar ein zentrales Heiligtum, die "Kaaba", ein viereckiges Gebäude, in dem ein angeblich von Abraham eingelassener Stein ruhte. Rings um diese Kaaba standen mehr als 350 Statuen und Symbole von Göttern, Götzen und Heiligen. In Mekka durfte jeder nach seinem Glauben selig werden.

Auch Mohammed betete arabische Götzen an. Doch ab 610/11 traten in seiner Persönlichkeit Veränderungen auf. Sie waren so gravierend, dass man bis heute über die Ursachen rätselt. "Oft sah man ihn mit eingefallenen Wangen und fiebernden Augen ziellos im Land umherirren", hießt es in einem alten Bericht. "Seine Kleider waren zerrissen, seine Haare ungepflegt, tagelang rührte er keine Speise an."

Auf dem Hira-Berg im Osten Mekkas suchten Mohammed Visionen heim. Er behauptete, Steine und Felsen würden ihn mit Geheule bedrohen, bekam hysterische Anfälle und saß oft angstzitternd in Felsenhöhlen. Zu seiner Frau Chadidja sagte er: "Ich weiß nicht, ob mich ein guter Geist oder ein Dämon verfolgt." In seiner Verzweiflung wollte er Selbstmord begehen. Doch als er dabei war, sich von einem Felsen zu stürzen, sprach ein Wesen namens Allah zu ihm und sagte, er sei auserwählt "als Verkünder der Wahrheit meines Wortes".

Aber lesen Sie selbst, es wird dort noch mehr berichtet.

Wissen Sie, JR, das alles liest sich wie die Geschichte vom brennenden Dornenstrauch. Man wird einfach das Gefühl nicht los, dass diese herumirrende Gestalt entweder vollkommen bekifft durch die Gegend lief (was an sich nicht ungewöhnlich war) oder sich die Backentaschen mit Katt vollgestopft hatte.

Und das mit dem Felsen klingt irgendwie auch nach Moses mit den Steintafeln.Ich bedaure es sehr, JR, aber solche Geschichten sind blödsinnig und darauf eine Religion zu gründen (wie auch auf jeder anderen Geschichte dieser Art) halte ich für hirnrissig.

Mag sein, dass die damalige Zeit solchen Hirngespinsten Vorschub leistete; aus der griechischen Mythologie sind ja auch so einige Dönkes bekannt, aber ernst nehmen? Nein, das kann niemand von mir (und vielen anderen auch) erwarten oder erhoffen.

Überlegen Sie einmal, in welcher Zeit wir leben? Wir, als Menschen, sind schon zum Mond geflogen, lassen einen kleinen Roboter auf dem Mars herumfahren – was eigentlich allen hier lebenden Muslimen bekannt sein sollte – tippen unsere Gedanken in kleine Maschinen, die jedem Gedanken an ein Wesen Namens Allah oder einem sich offenbarenden Dornenstrauch Hohn sprechen.

In diesem Zeitkontext, JR, kann Religion – egal in welcher Ausformung – nur noch ein Verdummungsmittel sein, um irgendwelchen Pfaffen und Pfaffenähnlichen (z.B. Imamen) zu Macht, Einfluss und Geld zu verhelfen … auf Kosten von Dummen.

Eine kleine, international etablierte Gruppe von islamischen Theologen postuliert eine zeitgenössische innovative Koranexegese, die berücksichtigt, dass die Worte des Koran als eine lebendige Anrede an seine realen Adressaten in Offenbarungszeit und -ort gerichtet waren, nämlich an den Propheten Muhammad, seine Gefährten, die heidnischen Araber, Juden und Christen. So eröffnet sich ein neuer Blick auf die »heilige Schrift« der Muslime.

In diesem Zusammenhang wird denn auch ein solches Projekt der Exegese zu einem reinen historischen Forschungsunternehmen, das so enden wird, wie die biblische Exegese in den Religionswissenschaften (LOLOLOL) heute schon geendet hat:

Es taucht nicht mehr die Frage nach der Authentizität des geschriebenen Satzes oder Buches auf, sondern nur noch die Frage, wann und in welchem Zusammenhang der zeitgenössische Geschicht(s)enschreiber die Worte wann verfasst hatte.

Ein ehemaliger Pfarrer, heute bei einer Gewerkschaft als Propagandist beschäftigt, drückte es von einiger Zeit mir gegenüber so aus: Glauben? Von den Kommilitonen glaubte keiner mehr. Jesus war ein Mensch von Menschen gezeugt und geboren, die Wiederauferstehung hat nie stattgefunden und eine Himmelfahrt ist auch erst neueren Datums.

Die darin sich verbergende Desillusionierung des Glaubens und der damit einher kommenden Mystik steht dem Islam erst noch bevor. Ein paar Jahrhunderte bleiben noch; wir wollen nur hoffen, dass es nicht so blutig, brutal und feurig wird, wie für die Häretiker im europäischen Mittelalter :-)

Soviel zunächst zu meinen Ansichten darüber. Sie werden verstehen, dass ich mich mit anderen Gottesmännern, gleich welcher Provenienz ebenfalls nicht befasse, denn der Schwachsinn wird nicht dadurch besser, das er weiter im Norden stattgefunden hat.

Das ist keine Wertung gegenüber aufrechten Frauen und Männern, die ihr Leben für das Recht und die Gerechtigkeit ließen. Aber ob sie auf ihren Fahnen ein Kreuz oder einen Halbmond oder eine rote Sichel mit sich trugen, tut eigentlich nichts zur Sache.

 

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Ehemaliger Nutzer 20.03.2013 | 14:29

Was macht nur der Deutsche  8 Meter hohe Mauerbesitzer in Phenix oder Denver, wenn auch da Hartz4ler rumquengeln, aber auch noch legal mit AK 47, Handgranaten und Panzerfaust rumspielt... , Au Backe...

LOL ... ich denke da an die Kaninchenplage in Australien, im letzten jahrhundert. Da hatten die leute auch einen Zaun gezogen. Vor dem lagen die Kaninchenkadaver hochgeschichtet und die Nachfolgenden sind wohl darüber hinweg geklettert ... erst die Myxomathose hat dann etwas geholfen ... Hhmmm nicht das da jemand auf den falschen richtigen gedanken kommt. Nur was ist, wenn all die Kohle keinen Wert mehr hat? Da fällt mir ein ... heute hatte ich ein Telfonat mit einer Frau die hieß mit Vornamen Nicole ... als sie buchstabierte fiel es mir dann wie Schuppe von den Augen:

Nie Kohle

fahrwax 20.03.2013 | 14:53

Ich hatte mich gerade bettflüchtigen Spitzeln gewidmet.

Zu 1) das ist nicht ganz korrekt: die griechischen Miteuropäer zahlen noch ein Weilchen ab an dem gelieferten Militaristenmüll.

Der Rest ist korrekt, bis auf

5) ich fürchte die Bluterei wird sich nicht mehr lange outsourcen lassen: es rückt näher und viele Reissäcke müssen nicht mehr umfallen, bis die Völlerei hier ihren Endpunkt erreicht.

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Ehemaliger Nutzer 20.03.2013 | 15:18

Für Sie vielleicht nicht, das ist auch in Ordnung. Für mich sind alle Fässer zu klein, weil die ganzen tumben Gestalten inklusive der Steintürme in denen ihre Kuhglocken bimmeln oder Schreihälse den Lockruf der Verblendung erschallen lassen in ein einziges gar nicht rein passen.

Mit der gleichen Inbrunst, die der Missionar aufwendet mich zu bekehren und letztendlich – weil sein Mühen vergeblich – mich zu bekämpfen wende ich mich gegen diese(n). Mag auch hier nicht alles zum Besten bestellt sein, haben die Fanale der Aufklärung in den letzten 300 Jahren doch ungleich mehr Gleichheit, Freiheit und Bildung geschaffen, als religiöser Wahn sich wünschen konnte.

Dieses Werk der Altvorderen gilt es fortzuführen; ich möchte nicht sagen: koste es was es wolle … aber kosten wird es was und zurückschrauben wird nicht mehr funktionieren: dafür können zu viele lesen, schreiben und rechnen.

dame.von.welt 20.03.2013 | 15:56

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. (Kant, 1784, was nach meiner Rechnung nicht 300, sondern 229 Jahre sind, aber egal) 

Sie halten es nun also für Aufklärung, keine eine Gelegenheit zu Ihrer sehr speziellen Form von Religionskritik auszulassen und dafür in Anspruch zu nehmen, daß Sie mit der gleichen Inbrunst unterwegs sind, die der Missionar aufwendet, um Sie zu bekehren und im Fall des Nichterfolgs, zu bekämpfen? Jungejunge, bei Ihnen zuhause müssen sich die Zeugen Jehova, Pflingstler, Evangelikale, Salafisten et al ja die Klinke in die Hand geben...;-)...

Nach meiner Erfahrung reicht bei Ersteren ein schlichtes 'Nein, danke', von Muslimen wurde ich persönlich noch nie missioniert und dabei lebe ich fast mein ganzes Leben unter überdurchschnittlich vielen Muslimen. Ich konnte bislang auch noch nicht feststellen, daß Religiöse per se vom Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit auszuschließen wären, sondern traf eine ganze Reihe Selberdenker.

Mein Eindruck ist eher, daß Dummheit (auch die selbstverschuldete), Borniertheit, Hybris sich recht gleichmäßig auf Religiöse, Agnostiker und Atheisten verteilen. Die Mission von Atheisten, die empfinde ich aber in der Tat als zunehmend aufdringlich.

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Ehemaliger Nutzer 20.03.2013 | 16:58

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. (Kant, 1784, was nach meiner Rechnung nicht 300, sondern 229 Jahre sind, aber egal) 

Aha, Sie beherrschen die Grundrechenarten; ob Sie die Schalttage mitgezählt haben, habe ich nicht geprüft. Die Aufklärung die ich meine begann nicht mit Kant, sondern mit Newton. Seine Konzepte der Wirklichkeit führten dazu, dass zumindest hier nicht mehr gehungert wird, nicht Kants Konzepte … aber egal

Sie halten es nun also für Aufklärung, keine eine Gelegenheit zu Ihrer sehr speziellen Form von Religionskritik auszulassen und dafür in Anspruch zu nehmen, daß Sie mit der gleichen Inbrunst unterwegs sind, die der Missionar aufwendet, um Sie zu bekehren und im Fall des Nichterfolgs, zu bekämpfen? Jungejunge, bei Ihnen zuhause müssen sich die Zeugen Jehova, Pflingstler, Evangelikale, Salafisten et al ja die Klinke in die Hand geben...;-)...

Nicht nur die, vor allen Damen von Welt.

Nach meiner Erfahrung reicht bei Ersteren ein schlichtes 'Nein, danke', von Muslimen wurde ich persönlich noch nie missioniert und dabei lebe ich fast mein ganzes Leben unter überdurchschnittlich vielen Muslimen. Ich konnte bislang auch noch nicht feststellen, daß Religiöse per se vom Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit auszuschließen wären, sondern traf eine ganze Reihe Selberdenker.

Aha.

Mein Eindruck ist eher, daß Dummheit (auch die selbstverschuldete), Borniertheit, Hybris sich recht gleichmäßig auf Religiöse, Agnostiker und Atheisten verteilen. Die Mission von Atheisten, die empfinde ich aber in der Tat als zunehmend aufdringlich.

 

\varphi(x)=\frac{1}{\sqrt{2\pi}}  e^{-\frac{1}{2} x^2}\,.

Enemenemuh und wo stehst du?

Ich  suhle mich mehr und mehr in der Gewissheit, dass Sie eigentlich gar nichts zu sagen haben und stets auf der Suche nach Gesprächspartnern sind, um an Ihrem Scharfsinn zu feilen.

Lassen wir es, ich habe da keinen Bock drauf und angesprochen hatte ich Sie auch nicht.

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Ehemaliger Nutzer 20.03.2013 | 18:59

Sapere aude ... das war doch der Sinnspruch des Esoterikers Klaus Binding hier , nicht wahr?

Erkühne dich weise zu sein.

Übersetzte der große Potenzierer diese Worte.

Ansonsten darf ich widersprechen ... Newton hat kein ideelles Konzept entworfen, sondern war mit Leibnitz der Begründer der Infinitisimalrechnung. Diese hatte um Größenordnungen weitreichendere Folgen als alles, was in der Summe der vergangenen Jahrtausende erdacht und erfunden wurde.

Dies bitte ich zu bedenken, wenn ich Newton eher als Aufklärer sehe denn die Konzepte von Philosophen ... auch wenn sie z.B. in der formalen Logik durchaus ihren Platz haben. Auch dies nicht vollständig erörtert, aber ich hoffe Du weißt was ich meine.

Man spricht (sprach) davon, dass sich seit etwa 1800 das Wissen um die Natur der Dinge alle 10 Jahre verdoppelt hat. Versuche mal zurück zu rechnen ... von wegen der Aufklärung im Ideelen und der Aufklärung im Konkreten ...

20 Perioden ... 2^20 ... ~ 1.000.000 mal mehr wissen um die Natur der Dinge; gilt das auch für die Natur der Philosophie? Das Wissen um die Natur der Dinge nutzt (fast) allen Menschen, das Wissen um die Natur der Philosophie nur wenigen

abghoul 20.03.2013 | 19:15

Alter Partyspruch von Euklid und Co, immer sehr populär geblieben.

Die Idee ist halt sich nicht von Vorhergedachtem allein zu nähren sondern selber eigenes Dazu oder gar Dagegenzudenken.

Das Problem ist der Begriff "Aufklärung", der ist doppelt belegt:

a. historisch-empirisch, Roussau und später Voltaire haben das als Metapher benutzt, leider ist mein Französisch erbärmlich.

 

b. metaphysisch- ebenjene schon erwähnte Un-Mündigkeits-Befreiung des Individuums. Transcendentaler Idealismus, hoffnungsvoll Jenseits des Tellerrands blickend;)

greetings from the pit - abghoul

miauxx 20.03.2013 | 23:30

Na, so unrecht hat Abghoul doch nicht, oder?! Man kann aus heutiger Sicht und allein mit Blick auf die angewandten Wissenschaften zwar, und mit Recht, besonders stolz auf Newton und Leibniz sein ... aber auch die beiden mussten ja überhaupt erst mal Rechnen lernen und zudem, noch wichtiger, in der Lage sein und sich in der Lage fühlen, ihren Geist zu entdecken und zu erkühnen. Sie waren mitnichten Genies (im Sinne des Begriffs des 18./ 19. Jh.), die uns plötzlich aus dem Nichts geschickt wurden. Wohlgemerkt: Das ist kein Versuch, ihre Leistungen zu schmälern; um Gottes (Verzeihung!) Willen! Aber niemand auf dieser Erde schöpft gänzlich referenzlos. "Aufklärung" ist ein Prozess und wäre wohl nie möglich gewesen, schon gar nicht diese Potenzierung des naturwiss. Wissens seit 1800, hätte es eine so widersinnige Trennung in rein geistige und die Beschäftigung mit unmittelbar technisch Anwendbarem gegeben. Die Schranken für "Aufklärung" lagen ja nunmal eher in der Unterdrückung des Geistes an sich. Auch das Rechnen mit Differentialen hätte vielleicht schon viel früher entwickelt werden können ...

Und seit wir so exponentielle Zuwächse in technischer Anwendbarkeit unseres Wissens haben, hat ja leider und paradoxerweise die geistige Reflektion darüber gelitten. Was sich bis heute kaum geändert hat. Zumindest im Vergleich mit unserem Wissen über die Natur der Dinge und unseren heutigen Möglichkeiten und Fähigkeiten, haben wir doch so viel an Fortschritt nicht mehr gut gemacht, oder?!

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Ehemaliger Nutzer 21.03.2013 | 00:53

 Na, so unrecht hat Abghoul doch nicht, oder?! Man kann aus heutiger Sicht und allein mit Blick auf die angewandten Wissenschaften zwar, und mit Recht, besonders stolz auf Newton und Leibniz sein ... aber auch die beiden mussten ja überhaupt erst mal Rechnen lernen und zudem, noch wichtiger, in der Lage sein und sich in der Lage fühlen, ihren Geist zu entdecken und zu erkühnen. Sie waren mitnichten Genies (im Sinne des Begriffs des 18./ 19. Jh.), die uns plötzlich aus dem Nichts geschickt wurden. Wohlgemerkt: Das ist kein Versuch, ihre Leistungen zu schmälern; um Gottes (Verzeihung!) Willen! Aber niemand auf dieser Erde schöpft gänzlich referenzlos.

Referenzlos trifft den Kern am besten. Ich hatte abghoul schon eine Antwort geschrieben, als ich mit eine Strg und einer Taste den Explorer stillgelegt hatte. Wir selbst sind 'Referenzen einer Referenz einer Referenz … nicht ad infinitum, aber doch ziemlich weit in die Vergangenheit. Verkörpern wir doch das Wissen und die Erfahrung der Natur, wie man so etwas konstruiert, reproduziert und in Äonen optimiert.

"Aufklärung" ist ein Prozess und wäre wohl nie möglich gewesen, schon gar nicht diese Potenzierung des naturwiss. Wissens seit 1800, hätte es eine so widersinnige Trennung in rein geistige und die Beschäftigung mit unmittelbar technisch Anwendbarem gegeben. Die Schranken für "Aufklärung" lagen ja nunmal eher in der Unterdrückung des Geistes an sich. Auch das Rechnen mit Differentialen hätte vielleicht schon viel früher entwickelt werden können …

An dem Begriff Aufklärung stört mich irgend etwas. Mein bissiges Streben, religiöser Obsession zu begegnen führe ich zurück auf das Bestreben der kath. Kirche des Hoch- und Spätmittelalters Forschung und Erkenntnisgewinn den Dogmen der Kirche zum Opfer zu bringen, damit diese deren Macht nicht gefährde und den Gefährder zur Not als Ketzer oder Häretiker zu verbrennen. Abghoul verwies schon auf Roussau und Voltaire. In ihrer Zeit war der Begriff vielleicht angebracht, mir würde Befreiung besser gefallen, Befreiung von Diktat eines den Menschen knechtenden Systems, eines selbstreferenziellen Systems autopoietischer Struktur. Die Befreiung bestand letztlich darin, angstfrei denken und arbeiten zu können, zumindest nicht von einer Hirngespinste verbreitenden Organisation mit dem Tod bedroht zu werden.

Und seit wir so exponentielle Zuwächse in technischer Anwendbarkeit unseres Wissens haben, hat ja leider und paradoxerweise die geistige Reflektion darüber gelitten. Was sich bis heute kaum geändert hat. Zumindest im Vergleich mit unserem Wissen über die Natur der Dinge und unseren heutigen Möglichkeiten und Fähigkeiten, haben wir doch so viel an Fortschritt nicht mehr gut gemacht, oder?!

Wir sind weiter denn je davon entfernt, alles zu verstehen. Vor Kurzem las ich ein Bucht von Ilja Prigogine und Isabelle Stengers in dem beide die Physik, wie sie bisher betrieben wurde, als nicht grenzenlos beschrieben. Jedoch eröffnet sich jenseits der Hochenergiephysik ein unglaubliches Feld für Erkenntnisgewinn: Die Symmetrien der Natur, der Physik des Lebens. Ich hatte den Bereich schon mal im Blog

Leben ist … wo?

umschrieben.

Meine Aversionen gegen Religionen richten sich gegen alles, was den restaurativen Charakter Ideologie orientierter Denkbeschränkung aufweist. Dazu gehört eben jede Form der Daseinsannahme von Geistern und sonstigen Schimären. Aber das ist ja bekannt von mir. In diesem Sinne @Miauxx @Abghoul … gutsch Nächtle.

Amanda Donata 21.03.2013 | 15:33

In Deutschland ..

.. was ist mit euch Deutschen los? ..     http://www.facebook.com/jungefreiheit/posts/547945628559627    ..

Fluch den Tätern ..

Meine Anklage für den Jungen gegen diese Mörder!

Ich frage mich, was für eine niedere Moral teils in der deutschen Bevölkerung vorhanden sein muß und in ihrer Spitze, wenn sie keine Gegenwehr, keine Solidarität und kaum Mitgefühl in dieser Sache zeigt. .. Mir sind die mosaischen Gesetze näher als die böse Mitleid-Moral der vielen Schein-Christen und Ungläubigen (sich als Linke tarnend), welche den Tätern mit ihren Argumenten "Unterschlupf" schenken. ..

Gemäß eurem großen Komponisten:     http://www.youtube.com/watch?v=8ZnlgMgou-g

 

 

JR's China Blog 21.03.2013 | 15:46

Das ist keine Frage der Religion. Auch im Ausland von Entführungen oder Unglücksfällen betroffene Deutsche werden trotz Presseberichten ohne besondere Emotionen zur Kenntnis genommen. Das mag eine deutsche Besonderheit sein, aber nicht im Kontext mit diesem Post und diesem Thread.

Und ethnisch oder ideologisch bedingte Gewalt gibt es in alle Richtungen. Wie fast überall in der Welt.

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Ehemaliger Nutzer 21.03.2013 | 16:35

 

Abghoul, wenn "religiöse" und "säkulare" Missionare aufeinander losgehen, ist - m. E. -  außer Psychospielchen nicht viel drin.

Insofern gebe ich Ihnen gerne recht, glaube aber, dass die Aufklärung in diesem Thread nur unter die Räder kommen kann. Ist nun mal nicht die robusteste Pflanze.

Ich hatte mich die ganze zeit schon gefragt, was Sie unter Psychospielchen verstehen. Mein Verständnis wächst, tatsächlich.

Sind diese Gewalttätigkeiten, von denen AMANDA schreibt, auch Psychospielchen? Sind die Bomben der in diesem Blog als Opfer staatlicher Gewalt bedauerten Salafisten auch Psychospielchen? Waren die mehr als 190 Opfer der Zugattentate bei Madrid auch Psychospielchen?

So langsam entpuppt es sich ... die Raupen sammeln sich zum Fraß aber die Schmetterlinge haben giftige Stacheln.

Freunde des mutmaßlichen Haupttäters Cihan A. hatten bereits die mit Blumen und Kerzen geschmückte Gedenkstätte am Tatort geschändet und damit gedroht, auch auf der Trauerfeier für den 25 Jahre alten Deutschen zu erscheinen.

Aha, die Freunde des Täters wollten sicher auch trauern und bedauern, nicht wahr, JR?

Oder sollte auch das ein Psychospielchen werden? Wie viel Niedertracht, moralische Verkommenheit und ethische Verwerfung soll denn noch in den Topf geworfen werden, um nach gründlichem Verrühren als gelungenes Integrationskonzept in die Schalen zum süffisanten Schlürfen geschüttet zu werden?

Oder schüttet man das Kind mit dem Bade aus? Warum wehren sich die, die sich als integriert gerieren nicht gegen diese Auswüchse aus ihren ethnischen Enklaven? Haben sie Angst vor der Gewalt? Haben sie Angst als Verräter stigmatisiert zu werden? Oder sollte man vielleicht - was unglaublich wäre - klammheimliche Freude ausmachen können? Als Psychospielchen?

JR, mich dünkt, Ihr moderates Auftreten ist tatsächlich, was Amanda schreibt: Heuchelei

Und niemand, JR, ist frei von dieser Heuchelei, aber die Ausprägung, JR, die Ausprägung ist das Problem

JR's China Blog 21.03.2013 | 16:41

Hunibert: wer sich auf Psychospiele einlassen will, kann jetzt mit dem "Aufrechnen" beginnen - z. B. den Opfern der NSU-Anschläge, oder den Angehörigen der Familie Genç in Solingen. Aber das ist eben genau das Spiel, das nicht weiterführt - und mit Trauer, oder daraus erwachsender Stärke, nichts zu tun hat.

Ich habe Amanda allerdings einige Fragen gestellt. Können Sie diese beantworten?

JR's China Blog 21.03.2013 | 17:08

Jenseits des Internet ist sicher (fast) jeder inter nett.

Hunibert - und Amanda -: ich stelle mich gerne den Fragen anderer, bitte aber auch darum, meine Fragen mit einem gewissen Ernst zu behandeln. Das ist eine Diskussionsgrundlage, ohne die nicht viel geht, und wir stimmen ja sicher darin überein, dass es sich um ein ernstes Thema handelt.

Mir geht es um beide Fragen, die ich hier gestellt habe.

dame.von.welt 21.03.2013 | 17:22

'Das Deutschland der Nazis' macht derzeit in Sachen Gedenken an Daniel S. Kirchweyhe im www mächtig mobil. Sie finden es aus Ihrer wie immer tränenreichen mosaischen Gesetzesperspektive legitim, wenn ein Gewaltopfer für rechte Propaganda mißbraucht wird?

Aus meiner Sicht sollten Sie Ihre Heuchelei- und Nazi-Vorwürfe nochmal gründlich überdenken, verehrte Amanda Donata. Nicht, daß die sich am Ende noch gegen Sie selbst richten.

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Ehemaliger Nutzer 21.03.2013 | 17:59

Das können wir, mit Sicherheit. Und wir sollten es auch tun. Aber nicht in Rahmen dieses Blogs. Und aufrechnen? Nein, lehne ich ab. Das Absurde diskutieren? Geht auch nicht ...

Vielleicht verstehen Sie, warum ich mich am liebsten mit Naturwissenschaften befasse. Sie sind frei von ideologischen, völkischen, nationalistichen, chauvinistischen (kennen Sie sich auch aus China) Krakenarmen, die das Unaussprechliche im Subbewusstsein zum schrillen bringen. Ich weiß nicht was es ist. Manchmal habe ich schon gehört, dass religiöse Gefühle beleidingt worden sind, von mir. Auf die Frage, was religiöse gefühle denn sind, habe ich keine Antwort bekommen ... außer: na eben religiöse Gefühle.

Aber jetzt, wirklich jetzt, werde ich (als Luggischer Omnivore) mir und meinen Lieben ein Steak braten mit lecker Salat und anderen Dingen und dann mal weiterlesen ... Über das Geheimnis der Symmetrie in der Gruppentheorie. Ich verstehe zwar nur die Hälfte, aber das ist schon spannend genug. In diesem Sinne ... vielleicht bis nachher.

miauxx 21.03.2013 | 18:30

Ich sehe, wir verstehen uns im Groben schon! :-)

"Wir sind weiter denn je davon entfernt, alles zu verstehen."

"Alles zu verstehen" war gar nicht so mein Punkt. Sagen wir mal so: Du beschäftigst dich ja mit und schreibst uns auch hier desöfteren über den Klimawandel. Diese Aufschlüsse, die wir heute über die funktionellen Zusammenhänge des großen Komplexes Klima und Erde haben, sind ja nun allerhand - wenn auch nicht abgeschlossen, worüber Du sicher ziemlich gut was sagen kannst. Trotzdem hat sich bezüglich der geistigen Verarbeitung dessen wohl nicht sehr viel gegenüber den Zeiten getan, als der rauchende Fabrikschlot und die Durchtechnisierung unserer Lebenswelt noch als das Größte angesehen wurden. Gemessen an unseren Wissensfortschritten hält die geistige Reflektion darüber nicht Schritt. Oder: Wir tun nicht mehr genug für eine fortgesetzte Aufklärung, oder meinetwegen Befreiung. Nach der sogenannten "Aufklärung" des späten 18. Jh. kam nicht mehr sehr viel! Der Gedanke des ewigen Wachstums lässt sich kaum tilgen, Klimawandel-Warner sind, abgesehen von einigem temporärem medialen Aufflackern, mehr einsame Rufer in der Wüste usw. Eigentlich verhält es sich ganz ähnlich wie mit den den Geist bändigenden Ketten der Kirchen in vergangenen Jahrhunderten. 

 

JR's China Blog 21.03.2013 | 19:26

Guten Appetit, Hunibert.

Das können wir, mit Sicherheit. Und wir sollten es auch tun. Aber nicht in Rahmen dieses Blogs.

Ihre Argumente waren Ihnen bisher nicht zu schade für den Rahmen dieses Blogs.

Sie haben in diesem Rahmen die Gelegenheit, hier für die Sache der Aufklärung zu argumentieren, so wie Sie es gestern angekündigt haben.

Zu einer aufgeklärten Haltung gehört aber auch, den Vorwurf der Heuchelei bzw. seiner besonderen "Ausprägung" gegen mich auf Nachfrage dann auch zu präzisieren. Oder ihn zurückzunehmen.

JR's China Blog 21.03.2013 | 19:58

Dame von Welt hat Ihnen nichts "angedroht", Amanda. Sie hat allerdings darauf hingewiesen, dass sich der Vorwurf der Heuchelei, den Sie anderen machen, auf Sie selbst zurückfallen kann - und Ihre "Anklage", die Sie nur in Ihrem eigenen Namen erheben können und nicht im Namen anderer - damit hohl wird.

Ich bedaure, dass Sie sich aus diesem Blog zurückziehen, ohne auf meine Fragen einzugehen. Viel Charakter drückt sich darin nicht aus. Aber das muss jeder selbst wissen.

mymind 21.03.2013 | 21:38

Auch wenn Sie sich oft sehr drastisch ausdrücken, dem ich oft  mental nicht folgen kann, aber in einem Punkt kann ich mich anschließen: Mich verwundern auch immer öfter die, zumindest in der ´freien´ Presse aber auch hier gezeigte Betroffenheit gegenüber Opfern, die aus ethnischen & oder rassistischen Gründen ihr Leben verloren haben, aber diese Gewalt richtet sich nicht nur gegen Migranten, ebenso umgekehrt, da gibt es diverse Vorfälle, oder auch zwischen Migranten verschiedener Herkunft, der aktuell bekannteste ist der Mord an  Jonny K. in Berlin.

Mir ist das immer suspekt, wenn Opfer & Täter klassifiziert & instrumentalisiert werden. Sowohl von rechts als auch von links, ebenso wenn es um Gewaltakte geht von rechts oder anderweitig. Da stimmt in dem allgemeinen  gesellschaftlichen Konsens zur Verurteilung gegenüber Gewaltverbrechen & Mord etwas grundsätzlich nicht in diesem Land

Aber wen verwundert es, die Nato-Kriege haben offensichlich dazu geführt Opfer zu klassifizieren. Neben Opfern der  1. bzw. der richtigen Klasse, über die sich energisch & betroffen geäußert, empört etc. wird, wurden stillschweigend  Opfer hingenommen, sogenannte ´collateral damages´, die zwar bedauernswert aber unvermeidbar sind. Über diese Opfer gibt es keine kontroversen Auseinandersetzungen in den Medien oder Talkshows. Diese Opfer haben einfach Pech weil sie nicht zur 1. Klasse zählen., sondern zur 2., 3., oder minderwertigen...

Das ist so ein Bulllshit, dass ich jedesmal Magenkrämpfe bekomme, wenn ich erfahre, wie in der hiesigen Rechtssprechung über Gewalttakte & Morde entschieden wird. Mit Gerechtigkeit, die unabhängig vom background entscheidet, hat das wenig zu tun....

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Ehemaliger Nutzer 21.03.2013 | 22:06

Über Aufklärung habe ich nicht referieren wollen. Hätten Sie gelesen, wäre Ihnen aufgefallen, dass ich dazu meine eigenen Gedanken und Interpretationen habe.

Was ich einfach vermisse, ist eine eindeutigen Einlassung zu den Vorfällen, die AD thematisiert hatte. Ebenfalls finde ich keine Stellungnahme zum Eingangstheama des Blogs, der potentielle Sprengstoffattentäter als Opfer staatlicher Gewalt beklagt.

Ansonsten ist das Thema hier für mich abgehakt.

Ansonste: hat vorzüglich gemundet

JR's China Blog 21.03.2013 | 22:44

Zu Einlassungen gegenüber Amanda war ich durchaus bereit - ich legte allerdings dabei auch Wert auf Genauigkeit. In dem Moment war die Diskussion für sie offenbar beendet.

Und jetzt muss ich Sie doch einmal fragen: was halten Sie denn von Amandas Frage an Dame von Welt, was ihre Art der Einflüsterung von derer, die den Hebel damals beliebig ansetzen konnten? Wieviel Aufmerksamkeit für die Fragen anderer erwarten Sie von anderen als von Amanda und von sich selbst, Hunibert?

Ich habe Ihre Kommentare aufmerksam gelesen. Wenn Sie meine Kommentare ebenfalls aufmerksam gelesen haben, wird Ihnen nicht entgangen sein, dass ich von Emran Feroz keine Informationen oder Stellungnahmen erwarte, die mir in irgendeiner Form weiterhelfen würden. Dafür habe ich von ihm genug gelesen. Von daher habe ich ihn auch nicht angesprochen, sondern Sie.

Dabei fällt mir allerdings auf, dass Sie zwar gerne unbequeme Fragen stellen - was eine Diskussion voranbringen kann -, Fragen anderer aber ebenso gerne ausweichen, und das sogar, wenn es sich um Nachfragen zu konkreten Vorwürfen handelt, die Sie kurz vorher selbst erhoben haben.

Der Verzicht auf eine Diskussion steht Ihnen natürlich ebenso frei wie zum Beispiel Herrn Feroz - allerdings haben Sie dann von Ihm mehr verlangt als von sich selbst.

Gold Star For Robot Boy 22.03.2013 | 10:00

"Die Kreuzritter vom Verfassungsschutz: Die Vorfälle, die jetzt bekannt geworden sind, lassen sich allerdings nicht so leicht als Frotzeleien oder als Intrigen zwischen Kollegen abtun. Es sollen Begriffe wie "Herrenrasse", "Muselmann" und "Ölauge" gefallen sein - und das in einer Abteilung, die in ihrem Auftrag täglich zu tun hat mit der Beobachtung von Muslimen und dabei besonders sensibel vorgehen soll." (Süddeutsche 22.3.2013)

Phoen 22.03.2013 | 14:37

An den Verfasser: Warum ist "Islamkritik" schlecht?
Jede Ideologie muß kritisiert werden. Die Christen kritisieren sich selbst, auch das Judentum wird kritisiert. (Anti-semtisch bezieht sich auf die ETHNIE, nicht auf die Religion, das auseinanderzuhalten ist Kernpunkt der Debatte) Der Islam ist keine Ethnie, sondern eine Ideologie, die Kritik nicht zuläßt, wie man auch an ihrem Artikel sehen kann. Eine Ideologie, die Kritik verteufelt, nennt man totalitär - hatten wir schon einmal.

Konfuzikuntz 22.03.2013 | 19:17

Doch, sind sie. Wenn ein Moslem so argumentiert, wie Tariq Hübsch das kürzlich getan hat, hebe ich alle Daumen. Nur geht es hier in diesem Blog nicht um religio, sondern um Kulturexpansion. Auch wenn berufsmäßige Hyperventilateure den Unterschied dazwischen wahrscheinlich noch nicht einmal wahrnehmen.

Man muss nicht darauf hereinfallen, wenn ein weltlicher Imperialist wie Emran hier die religio-Karte spielt.

Und diejenigen, die sowohl Hübsch wie Feroz hier angesprungen haben, einfach weil "Islam" draufsteht, dürfen Sie getrost als zweite Liga ansehen.

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Ehemaliger Nutzer 23.03.2013 | 11:49

Es sollen Begriffe wie "Herrenrasse", "Muselmann" und "Ölauge" gefallen sein

Aha, es SOLLEN … und darauf bauen wir natürlich ein Strategie auf. Keine Strategie bauen wir auf, wenn Salafisten Ammoniumnitrat sammeln und im Kühlschrank geeignete Zündsprengstoffe aufbewahren.

Hierzu folgender Link:

https://www.freitag.de/autoren/magda/antreten-zur-entschaerfung#1358067956364538

 Andreas Kuntz hierzu:

Ich weiß nie ob ich einen kulturellen Machtanspruch im Namen von religio oder die linksknechtische Feigheit deutscher Untertanen ekliger finden soll. Aber das Erste ist wenigstens ein Gegner.

GSFRB … mich dünkt, Sie verkennen die Situation grundlegend. Blind aus ideologischer Perspektivverschiebung nehmen Sie offensichtlich (bezüglich des Blogthemas) lieber den Tod von Menschen in Kauf als Ihre Position zu überdenken.

Cyrus Clapper 06.04.2013 | 19:36

Alle sogenannten Gläubigen sollten sich der Logik zuwenden.

Glauben = nicht wissen

 

Aus dem "nicht wissen" ein Modell der Lebensführung zu gestalten,offenbart einen wahnhaften Zustand.

Wahnhafte Zustände sind bedenklich und dürfen nicht anderen Menschen vermittelt oder aufgezwungen werden.

Das 'Glauben' an höhere Mächte entstand aus -Unverständnis und Furcht-,welche durch die Generationen gereicht wird.

 

Die tragischen Folgen sind unübersehbar.

Jede Diskussion über die Raffzähne der Kaninchen  ist angebrachter,als die inhaltslosen Phantastereien der sogenannten Gläubigen.

Der Mensch ist das dümmste mir bekannte Tier.

"Der Horizont mancher (leider vieler)Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null. Sie nennen das Standpunkt"  (A.Einstein)

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