Ernstchen
08.05.2013 | 12:03 134

Die Freiheit liegt über der Einhundertzwanzig

Tempolimit Gabriel sagt was, der Spiegel schreibts auf und der Shitstorm beginnt. Empöre sich, wer kann!

Die Freiheit liegt über der Einhundertzwanzig

Screenshot: WDR

Sigmar Gabriel hält die Forderung der Grünen nach einem generellen Tempolimit auf deutschen Autobahnen für sinnvoll. Daraus folgt: Frau Merkel bleibt bis mindestens 2017 Kanzlerin.

So und nicht anders liest es sich wenn man die Reaktionen auf diese kleine Meldung auf Spiegel Online durchliest. Es ist nicht sonderlich verwunderlich, wir sind ein Völkchen das seine Sonderstellung in der Verkehrsgeographie verteidigen würde bis aufs Blut. Reaktionen auf Tempolimitvorschläge sind oft von der Intensität so als hätte man jemanden enteignet. Freiheitsberaubung sei das, heißt es. Den Grünen sieht man das nach, denn die sind sowieso die große Verbotspartei. Aber wenn die SPD auch noch auf den Zug aufspringt, ist es politischer Selbstmord. Ganz hässlich werden die Kommentarfratzen zum Teil, dann wird die "Gabriel ist ein Fettsack"-Keule geschwungen wie hier:

Ich würde für Männer ein Maximalgewicht von 100 kg vorschreiben weil dick sein nachweislich ungesund ist und zu Stusslaberei führt........ Ab ins Hungercamp mit Herrn G. dann fahre ich auch langsamer.

Und das ist noch fast harmlos. Auf der anderen Seite wird sich belustigt, dass die SPD und die Grünen erst mit Steuererhöhungen und jetzt auch noch Tempolimit alle Wähler vergraulen und deshalb "schön blöd" sind. Gibt es in Deutschland überhaupt eine Chance für "vernunftgesteuerte Politik" oder reagiert "der Wähler" ohnehin nur emotional und muss deswegen eingelullt werden damit er einen wählt?

Ich freue mich auf eine Debatte.

Und hier noch der Link, falls jemand die Kommentare lesen will. Ich habe nach 25 aufgegeben.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/autobahn-spd-chef-sigmar-gabriel-haelt-tempo-120-fuer-sinnvoll-a-884358.html

Kommentare (134)

h.yuren 08.05.2013 | 12:35

die sponkommentare sind meist ungenießbar. dagegen spielen wir hier in einer anderen klasse.

mir fällt nun in deiner verarbeitung der meldung auf, ernstchen, wie soll ich es sagen, eine vornehme zurückhaltung in der sache. sollen die üblichen verdächtigen sich doch kloppen? du mimst den richter über die eingaben?

du hast insofern recht mit deiner haltung, als es über das thema wohl streit, aber keine ernsthafte diskussion mehr geben kann. die tatsachen sind bekannt und eindeutig.

grüße, hy

Ernstchen 08.05.2013 | 12:43

die tatsachen sind bekannt und eindeutig.

So sehe ich das auch. Ich habe mich tatsächlich vornehm zurückgehalten um erst einmal zu sehen in welche Richtung dieses Thema hier in der FC geht. Nun ja und die Kollegin Menschenzeitung ist gleich mal auf den "politischen Selbstmord"-Zug aufgesprungen. Tja, "andere Klasse" mag sein, aber das mit den eindeutigen Tatsachen ist dann wohl doch nicht ganz so.

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Ehemaliger Nutzer 08.05.2013 | 15:27

"Gibt es in Deutschland überhaupt eine Chance für "vernunftgesteuerte Politik" [...]?"

Ja, dazu Bedarf es allerdings vernünftiger Menschen, die ins Parlament und in die Regierung kommen.

Die SPD selbst war und ist es übrigens, die immer noch in der niederträchtigsten Art und Weise die Menschen denunziert, diffamiert und ausgrenzt. Man höre sich dazu aus deren Reihen mal an, was sie über Menschen denken, die sie mittels ihres Unrechtsgesetzes zu Hartz-IV-Empfängern gemacht und  stigmatisiert haben. Oder den O-Ton des damaligen Niedersächsischen Ministerpräsidenten G. Schröder  in einer Schülerzeitung über die Lehrer (1995): "Ihr wißt doch ganz genau, was das für faule Säcke sind."

Wer ein Tempolimit fordert, muss das auch vernünftig begründen. Verkehrstote an sich sind zu allgemein, wenn es einen nicht selbst betrifft. Umweltschutz ist auch zu allgemein, vor allem, weil in den vergangenen 30 Jahren viel hysterisches Geschrei produziert wurde, ohne dass man irgendwelche Behauptungen wissenschaftlich mit Fakten belegen konnte. Man kann all das dennoch tun und sogar noch mit der physikalisch prüfbaren Tatsache unterlegen, dass Autos ab einer Geschwindigkeit von 80km/h für jede Tempoerhöhung übermäßig Kraftstoff verbrauchen, egal wie windschnittig die Karossen gebaut werden. Dann muss man die Menschen vorher auch ordentlich schulen und ausbilden, so dass sie die physikalisch-chemisch-biologischen Gegebenheiten auf unserer Welt auch wirklich verstehen und daraus die Vernunft erwächst. Dann bräuchte man auch nicht mehr großartig zu argumentieren. Die Menschen wüßten selbst, um was es geht. 

Die mit der hohen und nur von wenigen Menschen wirklich beherrschbare Geschwindigkeit verbundenen Zeitvorteile werden natürlich mit vielen verletzten, verkrüppelten und getöteten Menschen erkauft. Dann muss man die Gesellschaft entschleunigen, was aber die Fuzzis von SPD und Grüne nicht leisten können, weil sie ebenso der irrwitzigen Globalisierungswahndebatte aufgesessen sind wie der Rest des Vereins. Wenn die rollenden Läger auf den Autobahnen verschwinden sollen, muss man das sogenannte Just-in-Time Konzept der BWLer infrage stellen und die Leute wieder zu einer vernünftigen und vorausschauenden Planung und Lagerhaltung bringen, dann muss auch nicht irgendetwas in windeseile schnell herbeigeschafft werden. Von solchen Überlegungen sind aber die Spezialdemokraten und ihre Grünen Helfershelfer sehr weit entfernt.

janto ban 08.05.2013 | 17:26

Ich gehöre ja zu denen, die zum rasen vor allen Dingen zu geizig sind. Relativ ökonomisch (und damit auch ökologisch) fährt man bis maximal 2/3 der Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs, hab ich mal gehört. Das sind bei mir ca. 120 km/h. Sogar ein wenig darunter.

Oft oder viel schneller als 120 fahre ich eh nicht. Nur wenn es mal gaaanz flott gehen muss - und ich auch weiß, dass rasen sich in diesem Sinne tatsächlich lohnt. Denn auf kurzen Strecken machen +/- 30 km/h nur eine sehr geringe Differenz für die Fahrzeit aus. Und auf langen Strecken ist mir High Speed zu anstrengend.

Ein Tempolimit auf Autobahnen soll kommen oder nicht. Ist mir egal. Aber mir ist bekannt, dass das ein Thema ist, das die Gemüter erregt. Je schlichter, desto heftiger. Daher erklärt sich zum einen das unsägliche Gebrüll, das bei diesem Thema abgehalten wird. Zum anderen haben Leute, denen solche Vorstöße zu 100% gegen den Strich gehen, natürlich den stärkeren Impuls, ihren Senf im Netz abzugeben. Mit Empörung ist der gemeine Hobby-Kommentator doch eher zur Stelle, als mit Zustimmung..

Dann kommt hinzu, dass es ein klassisches Bildzeitungs-Thema ist. Die angeheizte (um nicht zu sagen: aufgehetzte) Meute ist zum größten Teil für keinerlei Gegenargument empfänglich. Nicht einmal diejenigen, die sonst gerne mal davon sprechen, dass schwarz-grün eine ganz ganz tolle Option sei, weil das 'Bewahren der Schöpfung' ja doch eh 'konservativ' und 'christlich' ist. Beim Thema Tempolimit auf Autobahnen hört die eingeBILDete Freundschaft aber schon wieder auf. Wenn man auf die Unfallstatistiken und das fünfte Gebot (Du sollst nicht töten) verweist, bekommt man dann Antworten, wie: "Die, die die Unfälle bauen, können einfach kein Auto fahren" und solche Scherze. Nunja.

Und wenn ich Kommentare nach dem Strickmuster des allerersten ("Na, dan hat Frau Merkel gerade einen neuen Wähler gewonnen!") im SpOn-Forum lese, kann ich nur müde lächeln. Wer von so etwas seine Wahlentscheidung abhängig macht, ist politisch entweder so ungefestigt, selbstsüchtig und/oder einfältig, dass man ihn (oder sie) ohnehin an die Bildzeitung (und deren politischen Willen) verloren geben muss. Oder da schreibt jemand, der (oder die) ohnehin Merkel-Fan ist. Was aber im Prinzip auf das Gleiche hinausläuft.

Nicht zu vergessen sind bei diesem Thema die Heerscharen bezahlter KommentatorInnen (nicht wahr), die mit fremdfinanzierter 'Meinung' das Netz fluten. Ich will keine Namen nennen, aber den großen, größten Lobbyverband, der beim Thema Tempolimit immer ordentlich mitmischt, kennen wir ja alle. Dagegen sind die Atom-Lobby oder die INSM unterfinanzierte Dilletanten-Vereine. Der Focus übrigens auch.

Ach, mir ist das alles sowas von egal. Ich kann doch nix dafür, dass der Deutsche als solcher einen viel zu kleinen Penis hat. Aber auf die Technik kommt es an, nicht wahr. Na, dann baut den Vorsprung mal aus, ihr deutschen Karrosserielandwirte Autobauer :o)

janto ban 08.05.2013 | 17:41

Das mit dem "fünften Gebot" könnte mir auf die Füße fallen. Ich glaube, mit Autos kann man Leute auch ganz langsam über den Haufen fahren. Aber je langsamer man fährt, desto geringer ist das Restrisiko. Oder wie sagt man das..?

Egal. Schlimmer als (zu) schnell ist eh zu dicht drauf. Aber nach meiner Erfahrung, sind die notorischen Auffahrer auch immer die notorischen Raser. Von daher..

Ernstchen 08.05.2013 | 17:42

Die SPD selbst war und ist es übrigens, die immer noch in der niederträchtigsten Art und Weise die Menschen denunziert, diffamiert und ausgrenzt.

Ich halte nichts von derartigen Rundumschlägen. Ich habe in den letzten vier Jahren definitiv mehr menschenverachtendes Geschwafel von Vertretern der FDP gehört als in den letzten 20 Jahren von der SPD. Im übrigen ist es nicht zielführend, einen Spruch eines SPD-Mitglieds von vor 15 Jahren herzunehmen um zu veranschaulichen dass die ganze SPD ein Haufen Menschenfeinde ist. Ich verstehe bisweilen den Reflex sich bei der SPD ein bisschen mehr aufzuregen als bei anderen Parteien ("Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!"), aber mit der Realität hat es dennoch herzlich wenig zu tun.

Helmut Eckert 08.05.2013 | 18:39

1981 kaufte ich mir einen Opel Kadett GTE. Damalige Spitzengeschwindigkeit 200 km/h. Von Wiesbaden nach Lörrach hatte ich einen jungen GI Soldaten aus den Südstaaten im Wagen. Er war entsetzt, als ich auf der Autobahn an die Geschwindigkeitsgrenze kam. Er kannte es aus den Staaten nicht. Die USA ist viel größer  trotzdem können die Autofahrer in diesem Land mit Geschwindigkeitsbegrenzungen von höchstens 90 Meilen leben. Wir Deutsche brauchen „ die Freiheit der Autobahnen“! Welcher  Wahnsinn! Es war und ist die Autoindustrie, die dem Autofahrer einredet, er brauche dieses schnelle Fahren! Wer hat sich jemals vorgestellt, seit dem Bestehen der Autobahnen wird ein großes Kreuz errichtet, wo ein Leben endete. Die Autobahnränder währen voll  der Kreuze! Übrigens, ich fuhr diese möglichen 200 km/h  nie wieder. Nur Wahnsinnige und Lebensmüde fahren so schnell und schneller! Die optimale Geschwindigkeit  liegt dort bei 120 -130 km/h!  

Achtermann 08.05.2013 | 21:16

"Die Langsamfahrer sind das Problem."

Gib's zu, lieber hättest du geschrieben: Ihr Langsamfahrer seid das Problem.

Das weise ich zurück, aus Erfahrung. Wenn ich mit einem Twingo unterwegs bin, werde ich von euch Porsche- und sonstigen Großkotzfahrern wie eine lästige Fliege behandelt, die an der Winschutzscheibe klebt. Da hat man nicht mal im Kreisel Vorfahrt, weil es einfach nicht sein darf, dass ein Fahrer mit einem Auto, das von 155er Reifen getragen wird, auch nur eine Sekunde vor euch herfährt. Die Kleinwagenfahrer mit wenigen PS unterm Arsch müssen sich doppelt so intelligent und dreimal so defensiv im Straßenverkehr bewegen wie die SUV-Raufbolde.

mymind 08.05.2013 | 22:01

Das weise ich zurück, aus Erfahrung. Wenn ich mit einem Twingo unterwegs bin, werde ich von euch Porsche- und sonstigen Großkotzfahrern wie eine lästige Fliege behandelt....

Hier ein Tip, wie man auch mit einem Twingo kurzzeitig schocken kann. Bitte aber nur praktizieren, wenn Fahrtalent & Reaktionsvermögen sehr gut ausgeprägt sind:

Kleppt einem einer hinter der Stossstange, dann frontal auf die Bremse & sofort darauf  aufs Gaspedal drücken...

janto ban 08.05.2013 | 22:06

So isses.

Aber der Grote labert doch nur wieder und erzählt gleich, er hätte nur mal provozieren wollen, um zu gucken, wann die neidhammeligen Zwergpinscher aus ihren Löchern kriechen. Gönnen wir ihm das. Soll er mal 290 fahren. Wann und wo er das noch machen will, bleibt vermutlich sein Geheimnis. Welche Bedingungen man für Geschwindigkeiten über 200 km/h - einigermaßen unabhängig vom Untersatz - braucht, ist bekannt. Zu seiner Zeit sah die Welt auch noch anders aus. Da war Deutschland kein Transit-Land für Container an Container aus Fernost. (Mein alter Twingo fuhr übrigens 160! Yeah!)

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Ehemaliger Nutzer 08.05.2013 | 22:16
so ist es. einerseits traurig dass hier hochleitungsautomobile (hinsichtlich geschwindigkeit) produziert werden, die dann hier lediglich auf teststrecke ausgepowert werden können - und sollten. im pott geht es sowieso nicht, da die strecken zu kurz sind. meinen alten, trägen, dicken, amerikanischen säufer trete ich aus rücksicht auf mich selbst (geiz und befürchtete zisatzkosten) selten über 100 kmh hoch. der hauptgrund ist aber die lautstärke- dass ich die musik dann nicht mehr genießen kann. :)
mymind 08.05.2013 | 22:42

Ach was & ich dachte immer,  die haben es nur eilig & brauchen den Kick....:-)

Aber ich muss zugeben, dass ich meine Konzentration hauptsächlich auf LKW-Fahrer & unsichere Fahrer lenke, die sind zumeist unberechenbar. Aber im Großen & Ganzen ist das Fahrverhalten der meisten hier doch grundsolide. Was würden wir tun, wenn asiatische Verhältnisse dominieren würden?

In China werden in den neueren Autos schon seit zig Jahren Warnstimmen eingebaut, d.h. ab einem gewissen Tempo flötet eine weibliche Stimme zur Mäßigung. & was machen die Fahrer? Die lachen darüber. Aber merkwürdigerweise fahren sie auf den Landstraßen & Autobahnen verhältnismäßig nicht so schnell wie in den Städten, verstehe das wer wolle.

Fro 09.05.2013 | 02:56

Ein allgemeines Tempolimit von 120kmh wäre auf freien Autobahnen für jeden dort fahrenden Bürger (auch für mich) ein massiv spürbares bremsendes Diktat der Staatsmacht und würde zu belastenden Unzufriedenheiten führen - deren Verringerung (laut GG) ja eigentlich Aufgabe der Politik wäre.... und Unzufriedenheiten erhöhen das Unfallrisiko... Was soll also der Schwachsinn? Verkehrsaufkommensensoren können feststellen welche Geschwindigkeiten empfehlenswert wären und das auf LED-Schildern anzeigen... Das wird schon vielerorts so gemacht...
Und der CO2-Ausstoß? Das regelt man über die Reglementierung der Fahrzeughersteller – aber das traut sich Gabriel als alter VW-Freund natürlich nicht. Und wenn man schon an der Verlangsamung der Bürger auf 120kmh aus ökologischen Gründen festhält, könnte man da nicht sinnvollerweise Ausnahmen für Elektro-und Wasserstofffahrzeugen befürworten... ?
Und wollte man nachhaltig die Verkehrssicherheit erhöhen, müsste man da nicht den Verkauf alkoholischer Getränke im Lande verbieten?  Wie wäre es damit liebe Grüne und Herr Gabriel – wenn man schon die gemütliche Glühbirne verbietet und in allen Kneipen das Rauchen ….

 

janto ban 09.05.2013 | 08:15

Freie Autobahnen für zufriedene Bürger? Grundgesetzlich verankert? Wo gibt's denn sowas?

Es stimmt schon. Wenn wirklich frei ist, können 120 km/h relativ gemütlich wirken. Das ist die unerträgliche Relativität der menschlichen Empfindung. Hell/dunkel, arm/reich, schnell/langsam - alles relativ. Oder nicht?

Die Argumentation ("bremsendes Diktat der Staatsmacht", "Unzufriedenheiten erhöhen das Unfallrisiko") erinnert mich an den Herrn mit dem Selters-Wasser, wie er in den Talkshows rumsitzt und über viel zu hohe Steuern heult. Das Zitat mit dem "Unfallrisiko" hat was von Hoeneß' Schwatt (oder Drohung?), dass die Reichen ihr Geld ins Ausland bringen, wenn.. ja, wenn der böse Staat nicht.. usw. Rauchen, Alkohol, Glühbirnen, Äpfel mit Birnen..

Zur Debatte. Ich find's einigermaßen erschreckend mitanzusehen, wie 'unter Linken' bei Themen, die nicht so (an-)genehm sind, das Argumentieren nach Gutsherrenart ausgepackt wird, wie man es sonst nur von Neoliberalen und finanziell Hochgeborenen kennt. Ganz ehrlich. Das erschreckt mich.

Bei den einen haben Twingos auf der linken Spur nichts zu suchen, weil doch ungestört geheizt werden will. Die anderen verbitten es sich, dass obdachloses Gesocks vor den Juweliergeschäften der Innenstädte um Almosen bettelt, weil die Herrschaften doch ungestört shoppen wollen. Zwei mal Rücksichtslosigkeit und komplett fehlendes Einfühlungsvermögen für die Lebenswirklichkeit anderer haben wir da. Unterscheidet sich für meine Begriffe in der strukurellen Denke kaum.

Auch wenn es vielleicht Aufreger produziert, verweise ich hier mal zu meiner Meinung zu Achtermann's Steuermillionen für den Kirchentag. Es ist doch merkwürdig, dass beim Thema Religion das Solidarprinzip aus linker Sicht plötzlich in den Hintergrund - und die Idee, dass jeder für seinen "Spaß" selbst aufkommen muss, in den Vordergrund rückt. Das ist irgendwie neoliberale Denke in Reinform: Leistung auf Abruf und nach Bedarf auf Grundlage individueller Kassenlage. Dann könnten Nicht-Schwimmer sich ja auch über Steuermillionen für öffentliche Schwimmbäder aufregen..

Ich weiß, ich weiß. Habe Fro's Meinung zu diesem anderen Thema zur Kenntnis genommen. Hier allerdings scheint sich mir eine Parallele aufzutun. Um zu zeigen, was ich meine, bin ich so böse, den Anfang des Kommentars auf Selter'sche Manier umzutexten. Es geht los:

Ein Spitzensteuersatz von 49% wäre im reichen Deutschland für jeden hier lebenden Bürger (...) ein massiv spürbares bremsendes Diktat der Staatsmacht und würde zu belastenden Unzufriedenheiten führen - deren Verringerung (laut GG) ja eigentlich Aufgabe der Politik wäre.... und Unzufriedenheiten erhöhen das Unfallrisiko... Was soll also der Schwachsinn?

Gefälschtes Zitat Ende.

Das ist doch Argumentation nach Holzfäller-Art. Wenn wir links sein wollen, müssen wir uns doch in der Art zu denken von anderen unterscheiden. Jakob Augstein hat dazu gerade einen schönen Artikel geschrieben, der zwar Gründe für die neue Gnadenlosigkeit des kleinen Mannes findet. Aber wir dürfen diese Betriebsblindheit doch nicht verinnerlichen, wenn wir besser sein wollen, als die.

Gut, das hatte jetzt alles nicht direkt was mit dem Thema zu tun. Aber es wollte ja abgewartet werden, in welche Richtung es sich entwickelt. Das ist meine Ausfahrt.

Und: Wie sieht es mit einem "Soviel du brauchst" bei diesem Thema aus? Sind wir - wenn's um eigene Belange (z.B. das Autofahren) geht - am Ende doch alle ein bisschen Uli? Nur grenzenlos glücklich, irgendwie..? Höher, schneller, weiter..? Weil wir es können..? Hmmm..

Hatte ich eigentlich schon gesagt, dass es mir egal ist, ob ein Tempolimit auf Autobahnen kommt oder nicht..? :o)

Guten Morgen.

Maxi Scharfenberg 09.05.2013 | 08:30

Hochgradig vernünftig, der Mann! Das wackere Volk ist schon seit einiger Zeit zu blöde, um mit Transportmaschinen, deren Wirkungsweise ihm zu kompliziert ist und deren Verhalten es folglich nicht überschaut, mit Geschwindigkeiten oberhalb 120 km/h spazieren zu fahren. Ich plädiere für 100 km/h und das ist für die Verarbeitungskapazitäten  vieler Zeitgenossinnen und - genossen ohnehin viel zu schnell. 

Sinnvoller, als die Frage, wie schnell darf man, ist aus Nachhaltigkeitssicht die Frage, warum fahren die leute überhaupt ständig in der Gegend herum?

Da liessen sich 90 % aller Fahrten sparen. Es macht keinen Sinn, dass die Leute, die in B wohnen, nach A fahren, um dort zu arbeiten und umgekehrt. In der Mobilität und Flexiblität liegt die wahre Quelle der Veralberung. 

Aber, 120 Km/h, das ist doch einmal eine Ansage, weiter so!

Georg von Grote 09.05.2013 | 09:04

Wenn man ehrlich ist, dann ist angesichts des Zustands der Autobahnen und der Verkehrsdichte, die teilweise herrscht das Heizen eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit. Zumindest für den, der zwar gerne die Tachonadel im 250er Bereich aieht, aber trotzdem nicht Selbstmord begehen will. Im Prinzip ein ständiges "Fuß vom und aufs Gas", was sich auch nur dann lohnt, wenn ich die Kiste in ein paar Sekunden auch wieder in den Spitzenbereich beschleunigen kann. Zumal man ständig mit der Unaufmerksamkeit aber auch der Boshaftigkeit mancher anderer Verkehrsteilnehmer rechnen muss, die trotzdem in ihrem 120er-Tempo ausscheren auch wenn man von hinten mit vollem Licht und lichthupend angerauscht kommt. Lohnt sich also nur für den, der den ständigen Adrenalinkick liebt. :-)

Aus dem Munde Gabriels und anderer einschlägigen Politiker ist die Forderung nach Tempolimit allerdings schon wieder ein Hohn und wäre erst dann ansatzweise glaubhaft, wenn der Herr seinen Audi A8- Dienstwagen gegen einen Audi A1 oder Polo tauschen würde, was er natürlich nicht macht, genauso wenig wie er im Fond seiner Limousine auch nichts dagegen hat , wenn sein Fahrer mit ihm bei Tempo 200 über die Autobahn brettert. Die Herren und Damen Politiker haben es einfach immer noch nicht begriffen, dass die Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen, egal zu welchem Thema, längst bei Null angekommen ist.

Ernstchen 09.05.2013 | 10:11

Im Straßenverkehr ist sich nach dem weakest link zu richten, Herr von Grothe. Eine Fußgängerampel ist auch nicht danach getaktet wer am schnellsten die Straße überqueren kann. Der heftig lichthupende Schnellfahrer ist der Vordrängler an der Kasse, der Lautstark-Telefonierer im Kinosaal, ich habe kein Mitleid mit ihm. So. Im übrigen: Wie gehen Sie damit um dass alle Politiker ihre komplette Glaubwürdigkeit verloren haben nach Ihrer Einschätzung? Nichtwählen? Auswandern? Herr Gabriel hat einen A8 und will ein Tempolimit, das sei blanker Hohn. Diese Logik ist ebenso bestechend wie: Herr Gabriel ist übergewichtig, ich fahre erst langsamer wenn er abgenommen hat (sh. oben). 

luddisback 09.05.2013 | 10:51

da die automobillobby in deutschland vergleichbar stark sein dürfte wie in den staaten die waffenlobby rechne ich hier mit einem ähnlichen ausgang der geschichte wie dort. vielleicht sollte die spd noch mal nachbessern und etwas aussichtsreicheres fordern. "tempo 120 für hartz4 empfänger" z.b. sollte die autoindustrie und die übrig gebliebene stammwählerschaft nicht beunruhigen und würde auch super zur corporate identity der spd passen.

Achtermann 09.05.2013 | 11:06

"Die SPD hat vom Autobauer BMW wenige Monate vor der Bundestagswahl eine Großspende in Höhe von 107.376 Euro erhalten. Das geht aus Angaben des Bundestags hervor. Nach Angaben eines BMW-Sprechers handelt es sich um kostenlose Fahrzeugüberlassungen." (n-tv)

Vor diesem Hintergrund muss man die Äußerung des SPD-Vorsitzenden sehen. BMW stellt der SPD einige Dienstwagen umsonst zur Verfügung. Frau Klatten kann die Parteienspende teilweise steuerlich geltend machen, wird aber nicht sehr erfreut darüber sein. Gabriel war auch derjenige, der immer wieder forderte, das Dienstwagenprivileg, gemeint sind die steuerlichen Vorteile, abzuschaffen bzw. zu reduzieren. Fahrzeuge der Oberklasse sind meistens Dienstfahrzeuge.

iDog 09.05.2013 | 11:27

Die ewig gestrigen  und etablierten - also auch die SPD und die Grünen , tun sich schwer dem Bürger mitzuteilen , dass es bald ganz essig ist mit rumrasen, dass sich sehr bald schon gar keiner mehr den Treibstoff dazu leisten kann , dass es erst abrupt zum generellen Tempolimit von zB. 90 kommen wird ehe dann gar nichts mehr geht. 

All dass wäre vermutlich näher an politisch preferierten, imperialen Wirklichkeit, in der Ölverbrauch = ökonomisches Wachstum = ( halbwegs) stabile Gesellschaft gilt. Man beachte die bereits begonnene Erosion dieses kapitalistisch verkürzten Dreisprungs.

Also kann man davon ausgehen, dass es nicht mehr darauf ankommt wer sich wie unbeliebt macht oder angeblich dumm verhält - zumal das letztere garantiert ja auf alle die Bürger zutrifft, welche auf das Recht auf Bleifuß pochen. 

Das dann wiederum regt zum Lachen an, weil ja die Strecken, auf denen wirklich keine Begrenzung besteht, mit der Lupe gesucht werden müssen und der Ruf nach Freiheit durch Raserei einem kindischen Bestehen auf den Weihnachtmann-Mythos gleichkommt.

Aber : Die Maske ist lieb, ach wenn sie mir doch blieb. Man gönnt sich ja sonst nichts. Dann doch wenigstens die Illusion, man könne in D-land so schnell fahren wie man wolle.

Und was wäre, wenn man dem konformistischen Konsumvolk erklärt, dass es eigentlich nichts mehr gibt, was ihren Konfomismus motivieren könnte?  Das wäre fast mutig zu nennen. 

Armes Deutschland. Spritt statt Esprit.

Doch man kann sich fast darauf verlassen , das dieser besagte "shitstorm" von einer MInderheit abgesondret wird , die auch sonst gerene als Stimme des Volkes interpretiert wird. Vor allem von der industriell gleichgeschalteten  Presse.

 

gelse 09.05.2013 | 12:04

>>…dass es erst abrupt zum generellen Tempolimit von zB. 90 kommen wird ehe dann gar nichts mehr geht.<<
Eher eine Wiedereinführung der autofreien Sonntage. Dann tageweise Wechsel der Fahrerlaubnis für KFZ-Nummern mit gerader und ungerader Endziffer(das war vor 40 Jahren auch schon mal überlegt worden).
Und so weiter.
Dass die Fahrzeuge dann etwas längere Zeit stehenbleiben juckt niemand: Jetzt stehen sie auch schon an 23 von 24 Stunden irgendwo herum. In den erlaubten Zeiten Bleifuss: Freie Fahrt für freie Untertanen.

Georg von Grote 09.05.2013 | 12:30

Ich frage mich, welches Problem eigentlich einige so haben, wenn sie absolutes Tempolimit fordern. Die Begründungen jedenfalls überzeugen mich nicht. Ein Porsche Carrera S verbraucht heutzutage oft weniger Sprit als so manche Rostlaube und der CO2-Ausstoß ist meiste auch geringer. Von den Diesel-Luftverpestern redet interessanterweise keiner. Verbote? Nullo!

Mir gehen dieser Reglementierungswahn dieser Öko-Sektierer manchmal echt auf den Sack. Man darf nicht mehr essen, was man will, man darf nicht mehr rauchen, am liebsten würden die auch noch vorschreiben, was hinter meinen vier Wänden geschieht. Der olle Nerz vom Omma darf auch nicht mehr umgearbeitet oder getragen werden und künftig schreibt mir so ein pseudolinker Birkenstockfuzzi auch noch vor, welche Stellung ich beim Schnackseln einzunehmen habe und wohin ich in Urlaub fahren darf und wohin nicht.

Man kanns auch echt überteiben :-)

Ernstchen 09.05.2013 | 12:41

Wir schießen in völlig wahnwitzigen Geschwindigkeiten in kleinen Ketallkapseln nebeneinander her und aneinander vorbei und aufeinander zu. Jede kleinste Zuckung kann Leben kosten. Allein das würde mir schon reichen als Grund, das zumindest soweit zu begrenzen dass die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den einzelnen Fahrzeugen nicht mehr so hoch ist, denn die größten Schäden entstehen bei großen Geschwindigkeitsunterschieden, dazu reicht 7. Klasse Physik. 

janto ban 09.05.2013 | 12:42

|| Zumal man ständig mit der Unaufmerksamkeit aber auch der Boshaftigkeit mancher anderer Verkehrsteilnehmer rechnen muss, die trotzdem in ihrem 120er-Tempo ausscheren auch wenn man von hinten mit vollem Licht und lichthupend angerauscht kommt. ||

Siehste. Und ich dachte immer, Lichthupe heißt: Fahr, ich lass dich vor. Aber Spaß beiseite. Es ist weder Unaufmerksamkeit noch Boshaftigkeit. Die Leute scheren aus, weil sie ein Fahrzeug, das langsamer ist, als sie selbst, überholen wollen. Die Motive des Rasers und des vermeintlichen Ausbremsers unterscheiden sich nicht. That's it.

Und das Ganze ist - wie ich finde - als Gesellschaftsmodell, wie ich es weiter oben durchleiere, wunderbar geeignet. Die, die auf der Überholspur leben, würden gern allein auf der Welt sein und fühlen sich von der breiten Masse der Menschen ausgebremst und benachteiligt. Passt wunderschön. Weg da, hier komme ich, ich, ich..

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Ehemaliger Nutzer 09.05.2013 | 12:59
warum umgeben sie sich denn dann stets mit "den meisten hier"? zu ihrem reiz-reaktions-provozieren gehören immer >1 person. ich denke, die meisten hier haben dieses spielchen schnell durchschaut und reagieren gar nicht mehr - bis auf ein paar wenige, die immer wieder darauf antworten und sich dann von dritten für ihren durchblick den bauch mit sternchenstaub pinseln lassen. immer wieder dasselbe langweilige vorgehen: von grote macht es immer anders, weil er ja soooooo indivuduell und anders ist als "die meisten", die ihm natürlich sowie auf jeglichen gebieten völlig unterlegen sind. damit hofft er auf bewunderung. sagt jemand etwas, kommt seine sozialneid-keule. immer dasselbe. gähn.
Georg von Grote 09.05.2013 | 13:01

Janto, das ist, sorry, zum Teil Quatsch. Ich bin mit meinem Käfer früher auch nicht ausgeschert, wenn von hinten einer anrauschte, sondern hab gewartet, bis ich überholen kann. Dazu sollte man aber vorher schon mal in den Rückspiegel schauen, was die wenigsten machen.

Es gibt auch mehr Schnellfahrer, die nicht dicht auffahren und jemand wegdrängen als andersherum. Im Prinzip sind es auf beiden Seiten immer die paar wenigen, die sich nicht an Rücksicht halten und damit ein schlechtes Licht auf alle werfen.

Nur gegenseitige Rücksichtnahme ist in der heutigen Gesellschaft verpönt, nur Verbote und Gebote, von oben erlassen, helfen da auch nicht weiter. Ich bleibe dabei, ich halte mich selbst für einen rücksichtsvollen "Raser" und wenn ich mir nen Sportwagen leiste, dann will ich den eben manchmal auch ausreizen und nicht nur mit Tempo 80 durch die Gegend juckeln, was ja auch Spaß machen kann.

silvio spottiswoode 09.05.2013 | 14:00

 

Ist das nicht eine etwas sehr theoretische Diskussion? Es gibt auf deutschen Autobahnen doch haufenweise Abschnitte mit Tempolimits: feste und variable. Jede menge, ueberall. Dazu dann noch die vielen Staus und Baustellen. Heute früh A5 Richtung Basel, ab Karlsruhe mindestens drei riesen Dauerbaustellen. So richtig VROAM-Rasen geht nur noch in der Lausitz oder auf dem Hockenheimring. :-))) 
Dass mit fossilen Brennstoffen getriebene  Autos jetzt schon irgendwie Geschichte sind, stimmt aber auch. Der Ressourcenverbrauch passt nicht mehr in unsere Zeit.

Fro 09.05.2013 | 14:21

Du kannst Dir meinen Kommentar ja nochmal durchlesen, Jano. Ich bin nicht gegen ein Tempolimit auf Autobahnen, nur sollte es ein auf das jeweilige Verkehrsaufkommen und den Straßenzustand bezogenes Tempolimit sein!
„Verkehrsaufkommensensoren können feststellen welche Geschwindigkeiten empfehlenswert wären und das auf LED-Schildern anzeigen...“

Hier in Schleswig-Holstein gibt es tatsächlich noch Strecken, die sehr wenig befahren werden, ein zwangsweises Ausbremsen des Verkehrs wäre hier eine vollkommen unsinnige und anmaßende staatlich verordnete 'Verschwendung' von Lebenszeiten derjenigen, die nach Feierabend möglichst schnell nach Hause wollen ....

 

Ernstchen 09.05.2013 | 15:49

Also das ist nun aber wirklich lächerlich. Dass durch ein Tempolimit sich Fahrtzeiten einschlägig verringern ist erwiesenermaßen Unsinn. Schon gar nicht auf einer Wegstrecke zur Arbeit, die im Normalfall weit unter 100 km liegt. Ich verstehe den Spaß schnell zu fahren, aber es ist ein Luxusprivileg, kein Menschenrecht. Es ist ein potentiell gefährliches Freizeitvergnügen für Menschen mit PS-starken Autos, die sich nicht als Teil des Verkehrs sehen sondern den Rest des Straßenverkehrs als störende Hindernisse wahrnehmen. So viel Spaß es macht, und ich fahre selbst bisweilen mal kurz 180, es ist ein Luxus-Egotrip, für dessen Aufrechterhaltung keine rationalen Gründe zu finden sind, für dessen Abschaffung jedoch eine Menge. Über einzelne Argumente lässt sivh trefflich streiten und Statistiken vergleichen, aber es ist Zeit, diese Form menschlichen Exzesses aufzugeben. Wir werden es überleben. 

janto ban 09.05.2013 | 16:15

Ich hatte deinen Vorschlag nicht überlesen und finde ihn auch nicht schlecht. Es wird ja schon viel versucht, mit verkehrsbedingten Regelungen zu arbeiten. Die Spottiswoode hatte dazu oben auch was geschrieben..

Man kann sich sowieso fragen, wie sinnvoll ein so großer Schritt (von keinem Tempolimit auf ein Limit von 120 km/h) ist. Ein kleinerer Schritt würde es für den Anfang vielleicht auch tun. Obwohl ich denke, dass ein Limit von 120 nur wenige davon abhalten würde, 130 oder 140 zu fahren. Prozentual gesehen ist das ja nicht weit drüber..

Was es heißt, nach der Arbeit zügig nach Hause kommen zu wollen, weiß ich auch. Habe da allerdings eine Berg- und Talfahrt über Land. Ich hatte in meinem Kommentar aber auch stellenweise nur laut vor mich hin gedacht - es nur alles an dich adressiert. Mir ging's gar nicht so sehr um den Inhalt, als in den angesprochenen Teilen um die Art der Argumentation. Ein Tempolimit allein kann eh nicht alle Probleme des Straßenverkehrs lösen. Raserei ist auch eigentlich nochmal ein ganz anderes Thema. Wenn die Bedingungen es zulassen, sind 150/160 km/h noch nicht unbedingt Gerase. Das gäb' ich eventuell zu.. .o)

janto ban 09.05.2013 | 16:39

|| Ich bin mit meinem Käfer früher auch nicht ausgeschert, wenn von hinten einer anrauschte, sondern hab gewartet, bis ich überholen kann. ||

Ein rücksichtsvoller "Raser" :o)

Es ist doch schon lange so, dass du auf deutschen Autobahnen in der Regel keine Geschwindigkeiten von 200 mehr drauf bekommst. Ich weiß es doch, weil ich jeden Tag fahre. Und weil ich auch mal jung (und dumm) war und die Karre, die mit 175 km/h Spitze eingetragen war (auf Mutters Spritkosten, bergab und mit Rückenwind) an die 200 knechten wollte. Hab ich auch gemacht. Aber da wird einem doch Angst und Bange.

Wir wohnen hier im Einzugsgebiet der A45 und der A4. Heute ist es halt so, dass die rechte Spur größtenteils den LKW und denen gehört, die Zeit haben (oder sie sich nehmen). Auf der linken Spur spielt sich der große Rest ab. Und bei diesem Rest geht es nicht mehr primär um die Frage, wie schnell der Wagen fährt (vgl. deinen Käfer), sondern vielmehr darum, wie schnell die Fahrer fahren wollen. Einen unbeladenen Fiat Panda auf 160 zu bringen, ist heute das Problem nicht mehr. Das Problem sind die wenigen, die durchgängig wesentlich schneller fahren wollen, als der gesamte Rest. Also sagen wir mal wesentlich schneller als durchschnittlich 130/140. Die halten die gesamte Bahn in Atem. Das sind dann auch immer die, die voll in die Eisen gehen müssen, wenn vor ihnen jemand ausschert. Von 180 auf 100 zu verzögern, dauert halt seine Zeit. Und es ist eben ziemlich oft nötig. Und das produziert Stress und Unzufriedenheit. Aber da erzähle ich dir ja nix Neues..

Ernstchen 09.05.2013 | 17:56

Mich würde ja doch jetzt noch interessieren, was ihr Kollegen zu der quasi Schluß"pointe" meines Blogs sagen würdet. Also ob vernunftgesteuerter, und damit themenlastiger Wahlkampf zu gewinnen ist oder Sympathien und Emotionen so einen starken Einfluss auf das Wahlergebnis haben dass statistisch gesehen Themen und programmatische Unterschiede kaum mehr eine Rolle spielen bei der Wahlentscheidung. Hätte Helmut Kohl bis 2002 regiert wenn sich 1998 doch Oskar Lafontaine als SPD-Kanzlerkandidat durchgesetzt hätte? Hätte Schröder die Wahl 2002 klar verloren wenn nicht ein stammelnder Bayer sein Gegner gewesen wäre? Würde die SPD die Wahl gewinnen wenn sie trotz ihrer festen Beteuerung in NRW zu bleiben, Hannelore Kraft als Kanzlerkandidatin aufgestellt hätte? Wäre der klar beste Mann der Troika, Sigmar Gabriel, nicht völlig klar der Kanzlerkandidat gewesen wenn er nicht übergewichtig wäre? Geht es überhaupt um Politik bei der Wahl? Was meint ihr?

iDog 09.05.2013 | 17:57

"Ein Porsche Carrera S verbraucht heutzutage oft weniger Sprit als so manche Rostlaube" meinten sie , aber hier aus eine Porsche Anzeige : Innerorts 13,8 , ausserorts 7,1, kombiniert 9,5 litter  ( was immer das auch heißen mag , denn Geschwindigkeiten werden sicherheitshalber nicht angegeben - also vermutlich Minimalwerte bei gleichbleibender Geschwindigkeit von sicher nicht 190 )

... mit anderen Worten : Bitte lassen Sie ihren Porsche auf der Autobahn ! 

Meine 17 Jahre alte "Rostlaube" von Volvo als Beispiel : 7 auf der Autobahn - 8 Litter woanders  --- wenn man sich mit 120 bzw 80 kmh zufrieden gibt. 

Oberham 09.05.2013 | 19:20

Kennt Ihr den §1 StVo?

Wer braucht ein Tempolimit? Wer braucht den Rest der StVo?

Ich fürchte, die alleine dieTatsache, dass wir tatsächlich ein Tempolimit bräuchten,  genügt schon, um uns weitere Kommentare über die Fähigkeit vernünftiger Verhaltensweisen untereinander zu ersparen.

Das schlagende Argument gegen Tempolimit - wir leben in einer Demokratie - und die Mehrheit möchte lieber rasen (wobei irgendwie KANN das doch nicht wahr sein?)

Oberham 09.05.2013 | 19:44

Es wäre wirklich interessant - hier im September einen Zettel mitzugeben - Tempolimit ja (120 - 130 - qua Votum Parlament) - oder nein - geht natürlich aus rechtlichen Gründen wohl nicht.

 

Ich glaube auch, dass die Mehrheit der Wahlberechtigten für ein Tempolimit wäre. Aber - was nutzt uns dieser Glaube - die Propaganda behauptet das Gegenteil - (teilweise mit geradezu lächerlichen Quoten - bis zu 80% werden da angeführt .... - die gegen ein Tempolimit seien... - durchgehend werden Mehrheiten jenseits der 50 % propagiert) - sie schafft damit das einzige Argument gegen ein Tempolimit - auf der Basis einer - von Ihnen - mir und wohl vielen anderen vermuteten - Lüge.

Doch ist die Lüge nicht das Erfolgsmodell schlechthin - also - wundern wir uns nicht - die Wahrheit steht auf unserer Seite (wir könnten jetzt einige hundert Seiten füllen die für ein Tempolimit die Argumente auflisten und darlegen) - ergo - wir stehen auf verlorenem Posten.

MrMD15 10.05.2013 | 03:01

Ich halte die gefahrenen Kilometer nicht für das schlechteste Maß. Eigentlich sogar für das beste, da es die wirklichen Verhältnisse aufzeigt und die Statistik nicht durch extreme verfälscht wird.

Es ist eigenlich auch egal, welche Zahlen man verwendendet. Die Autobahnen sind die sichersten Straßen, das ist keiner Diskussion würdig, oder?

 

Zum letzten Punkt: Nein, ich bin der gleichen Auffassung. Dennoch bezweifle ich, dass ein Tempolimit die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden überhaupt merkbar verringert. Das sage ich sowohl aus persönlicher Erfahrung (Wenn ich nachts mit 220 alleine auf der Autobahn fahre, bleibe ich wach. Muss ich allerdings mit 120 fahren, werde ich müde und unkonzentriert.) als auch mit dem Blick auf unsere Nachbarländer.

Man muss einfach die Relation sehen. Wann ist es richtig, Freiheiten aufzugeben (Ja, ich weiß, das hört sich immer seltsam an. Es geht ja nur darum, wie schnell man auf der Autobahn fahren darf. Es ist aber auch meine grundsätzliche Einstellung, die auf die meisten Themengebiete zutrifft.) um die Sicherheit zu erhöhen und wann ist es eben nicht verhältnismäßig.

Intelligente Verkehrsleitsysteme sind die richtige Lösung. Dann kann ich weiter "rasen", wenn kein Mensch auf der Straße ist und es gibt weniger Staus und mehr Sicherheit (Ja, in der Rush Hour stimme ich zu.), wenn die Autobahnen sowieso voll sind und man nur langsam voran kommt.

 

Um Stereotypisierung zu vermeiden: Ich besitze kein Auto (seit/noch ca. 2-3 Jahre(n)) und fahre meist ICE. Und ich fahre auch nicht 220 wenn ich 4 Monate auf keiner Autobahn mehr war. Dennoch sollte man die aktuellen Freiheiten bewahren, wenn es nach mir geht (grundsätzliche Einstellung).

dame.von.welt 10.05.2013 | 10:13

Verehrter Herr von Grote, sollte es ein Versuch zur Höflichkeit sein, daß Sie Ihre Mitforisten im Plural Majestatis ansprechen...;-)...?

Sie scheinen einen Punkt nicht zu erfassen: fließender Verkehr ist immer eine Gemeinschaftsaufgabe, der die Egotrip passionierter Raser eher im Weg stehen.

Stau =/= gelasseneres Reisen ohne Stress.

Unerklärliche Staus (also solche ohne Baustelle o.ä.) kommen meist durch hohe Geschwindigkeitsunterschiede bei viel zu wenig Abstand zustande, sprich: wenn Autos heftig bremsen müssen, weil z.B. ein LKW auf der mittleren Spur einen auf der rechten Spur überholt und sich das Bremsen nach hinten immer mehr potentiert. Wäre mit einem Tempolimit von 120 nicht mehr in dem Maß der Fall - ein Argument ohne Öko-Sektierer-Reglementierungswahn. 

Ich finde es übrigens bedauerlich, daß ein Tempolimit nötig ist, weil ich ganz gern flott fahre, falls die Autobahn das hergibt. Mir gereicht es allerdings regelmäßig zum Staunen, wie viele (tut mir leid, ist meistens so) Männer ihrem offenbar geringen Selbstwertgefühl und ihrer als unterdurchschnittlich empfundenen Penislänge mittels 4-rädriger Prothese Auslauf verschaffen. Deren Leben ganz offenbar dermaßen unaufregend ist, daß sie sich durch das Adrenalin überflüssiger Gefahrensituationen kurz aus ihrer sonstigen Langeweile herausheben müssen.

Bei ZO gab's zum gleichen Thema den treffenden Kommentar eines LKW-Fahrers zu einem weiteren Aspekt der Egotrips auf der Autobahn:

'Unsere Gewinner

... Man muss aber die sozioökonomischen Vorteile des Rasens, Nötigens und Drangsalierens nicht unterschätzen: Die meisten anderen Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn befinden sich in einem Käfig mit Sicherheitseinrichtungen. Man stelle sich vor, unsere Gewinner dürften nicht mehr draußen drangsalieren etc. und würden stattdessen zuhause Frau, Kind und Hund verprügeln. Die haben keine Knautschzonen und Airbags. Deswegen ist die kompensierende Funktion des Rasens der Gewinner unverzichtbar. Wegen der geringeren Opportunitätskosten.'

 

Georg von Grote 10.05.2013 | 11:19

Liebe Dame von Welt, wenn Sie gleich mit den abgedroschenen Klischees angalloppiert kommen, dass Sportwagenfahrer irgend ein Problemchen mit ihrem Sexualtrieb und Geschlechtsorgan hätten, dann frage ich Sie, was dann wohl all den Porschefahrerinnen fehlen könnte? Ich will mir das jetzt mal gar nicht ausmalen.

Es gibt keine wirklich Begründung für ein Tempolimit und schon gar kein ultimatives Erfordernis, zumal die hiesigen Autobahnen schon fast 50% von entweder dauerhafte oder temporären Tempolimits belegt sind, Baustellen und Lärmschutz mit eingerechnet. Warum also den Rest auch noch mit unnötigen Vorschriften überziehen. Hier versucht ständig eine Minderheit, ob beim Auto, beim Essen, beim Rauchen und sonst was noch der Mehrheit der Bevölkerung ihre sektiererische Schizophrenie aufzuzwingen. Das geht bis hin zum Fliegen, nach dem Motto, mach Urlaub im Sauerland, aber nach barbados darfste nicht, weil wir das nicht wollen.

Der Mensch kann schon selbst entscheiden, was gut oder schlecht für ihn ist und wenn er sich mal falsch entscheidet, ist es sein Bier. Die meisten Unfälle auf der Autobahn passieren auch nicht bei Tempo 250, sondern zwischen Tempo 90 und 150 und überwiegend, weil man nicht aufpasst, oder zwischendurch einpennt.

Im Herbst gibts nen neuen Porsche S, über 500 PS, 3120 Spitze, Nirmverbrauch 9,7 Liter und CO2 im normalen Bereich. Auch wenn es IHnen nicht passt, es gibt Leute, die sich die 200 000 für so ein Geschoss locker leisten können und sich auch aus Spaß leisten und nicht als Potenzbrötchen. Und wer so ein Teil hat, der will auch mal zwischendurch den Tacho auf 300 sehen und in 3 Sekunden von Null auf 100 kommen. Weils einfach nen tierischen Spaß macht und nicht aus purer Angabe oder sexuelle Frustration :-)

Aber das versteht der deutsche spießige Vorgartenzwerg und Kadettfahrer eben nicht. :-)

dame.von.welt 10.05.2013 | 11:42

Ichsachsmaso, lieber Georg von Grote: für mich ist es ein klarer Fall von schlecht, wenn ich bei Autobahnfahrten (ich fahre nur beruflich, dann so gut wie ausschließlich Autobahn und immer weite Strecken mit viel Last im Auto, brauche also Abstand) durch oberüberflüssige Gefahrengeilheit anderer das Adrenalin bis zum Hals stehen habe. Ich würde weit lieber flott und entspannt reisen - Angst durch mal-wieder-fast-umgebracht-worden-sein macht niemanden zum besseren Fahrer.

Ihr Spielzeug sei Ihnen total gegönnt! Sie hätten meine Polemik gegen *drängelnde Raser* weder persönlich noch als gegen Sportwagenfahrer gerichtet lesen müssen - daß Sie darauf bestehen, genau das zu tun, spricht allerdings für sich. Und nicht unbedingt für Sie, bei aller Ihnen ebenfalls gegönnten Lust am steten Dagegensein...;-)... 

eldorado 10.05.2013 | 12:17

Eigentlich ist es doch ganz einfach

Solange man bei seinem Tun andere Menschen nicht einschränkt, gefährdet und übervorteilt, braucht es keine verordnete Einschränkungen und Verbote.

Gibt es zu viele Menschen, die nicht aus Vernunft und aus ihrem Gewissen handeln und rücksichtslos das machen, wonach sie gerade Lust haben, sind solche Verbote und Einschränkungen notwendig.

Dies gilt auch beim Verkehr.

laubfrosch 10.05.2013 | 12:29

mich ärgert dieser vorstoß von gabriel ganz gewaltig.

 

auch wenn er in der sache durchaus diskutabel ist, aber wie blöd muß man sein um sowas im wahlkampf als SPD-vorsitzender zu thematisieren ?

es ist eine binsenweisheit dass das auto noch vor dem hund des deutschen liebstes kind ist, und dazu gehört auch das nicht-tempo-limit auf der autobahn.

selbst wenn die 220 km/h auf dem tacho jedes mittelklassewagens mehr gefühlte wirklichkeit sind als echte potenz im täglichen stau des berufsverkehrs und der endlosen kette von baustellen.

der punkt ist dass man solche debatten führt wenn die wahl gewonnen ist, wenn man die stimmzettel im kasten hat. das ist zwar ein stück betrug vor der wahl nicht zu sagen was man nach der wahl vorhat, aber man hat es mit einem politischen gegner zu tun für den diese art von lüge zum prinzip gehört.

natürlich wird auch merkel beim inkrafttreten der schuldenbremse 2016 die steuern erhöhen, und das weiß sie auch ganz genau, aber eher beißt sie sich die zunge ab als das zuzugeben, und sie wird ihren wahlkampf darauf bauen die geplanten steuererhöhungen von rot grün zu geißeln.

und genau in dem moment wo man mit der causa hoeneß und den gigabytes an daten aus den steuerinseln das rad der öffentlichen meinung drehen kann, da kommt gabriel mit dem tempo 120 um die ecke ...

taktisch dümmer geht`s wirklich nicht. die wahl 2013 ist zunehmend versemmelt.

laubfrosch

laubfrosch 10.05.2013 | 15:23

ich hab es ja in meinem beitrag vorher schon angedeutet.

ja das ist ein stück betrug und lüge, vor der wahl nicht zu sagen was man nach der wahl tut.

aber viele themen sind mehr emotional als rational. und dazu gehört auch das tempolimit. selbst vielfahrer kommen selten in den genuß den georg von grotschen PS-boliden wirklich ausfahren zu können. in der realität sind die autobahnen voll mit LKW auf der rechten seite und links wird dann mit 120-130 überholt, wenn nicht sowieso eine baustelle tempo 100 gebietet. das ist und bleibt völlig irrational, es geht um eine theoretische option mal 220 km/h fahren zu können, ein blankes gefühl.

das gilt sogar in den ländern wo es tempo-limits gibt; auch dort verkaufen sich ferrari, maserati und porsche, obwohl man niemals so schnell fahren kann. sich in den USA einen mercedes-slk zu kaufen ist dermaßen dumm dass man am verstand des kunden verzweifeln will.

und das muß man als spitzenpolitiker ganz einfach wissen; gegen emotionen kann man nicht argumentieren. das funktioniert bei der ehegattin genau so wenig wie beim wähler ( sorry für den chauvi-ausrutscher an dieser stelle ).

bei der CDU/CSU weiß man das ganz genau, dort führt man wahlkampf nur mit emotionen, und deshalb gewinnen die auch meistens. wenn man gegen so einen politischen gegner antritt und gewinnen will, dann bleibt eben nur sich auch auf des öfteren auf die zunge beißen zu können.

 

gruß laubfrosch

Ernstchen 10.05.2013 | 15:48

Hey Herr von Grothe, Leute mit weniger Geld als Sie zu verspotten, das ist ja mal stilvoll. Aber egal, dann sag ich mal so: Wer sich ein Auto für 200 000,- Euronen leisten kann und das dann auch tut anstatt sich einen Wagen in mittlerer Preisklasse anzuschaffen, der kann sich auch gleich ne Straße dazukaufen auf der dann nur er/sie rumrasen kann wie es beliebt. Auf den Autobahnen sind Leute unterwegs die in einem Auto sitzen weil sie von A nach B kommen wollen. Und genau dafür zahlt der Steuerzahler auch die Autobahnen. Nicht dafür dass sich jemand ein absurd teures Hobby leistet und Spaßrasen will.

Georg von Grote 10.05.2013 | 16:15

Erstens habe ich niemanden verpottet und zweitens auch nicht behauptet, dass ich so viel für den Spaß ausgeben würde. Das heißt aber nicht, dass es genügend andere können und auch machen, sonst würden solche Flitzer auch gar nicht gebaut.

Und der, der schnell fährt, will auch nur von A nach B kommen, nur eben schneller als der andere, zumindest erhofft er sich, schneller anzukommen, was letztlich auch nur einen Unterschied von ein paar Minuten ausmachen kann. Ihr schmeißt mir zu viel in einen Topf. Ich rede von Leuten, die gerne schnell fahren, allerdings das von der herrschenden verkehrssituation abhängig machen, ob sie ihren Wunsch auch umsetzen können. Ich rede nicht von hirnlosen Rasern und Dränglern. Die stören mich genauso wie jeden anderen auch. Nur die bringe ich auch nicht durch Tempolimits zur Vernunft. Die donnern auch mit 200 durch Baustellenbereiche.

laubfrosch 10.05.2013 | 16:22

natürlich bringt man mit tempolimits genau diese hirnlosen raser zur strecke.

deshalb hängen ja überall die blitzer, und ab tempo 140 in der baustelle ist der lappen erst mal weg.

worauf ernstchen wohl eher hinauswill ist, dass man für schnelles fahren eine autobahn auch kostspieliger bauen muß.

die kurven können nicht so eng sein, der asphalt darf bei nässe nicht rutschen, die lärmschutzwände müßen höher gebaut werden usw. ...

 

das ist unterm strich ein schlagkräftiges argument.

 

gelse 11.05.2013 | 06:49

>>…die wahl 2013 ist zunehmend versemmelt.<<

Falls Sie sich eine Neuauflage der SPD/Grün-Regierung erhofft hatten: Die Umfrageergebnisse für SPD + Grüne liegen seit 2011 stabil unter 50 %.

aktuell:
http://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich das in den letzten Monaten vor der Wahl noch so drastisch ändert, wie es für eine SPD/Grün-Regierung nötig wäre.
Inhaltlich wird die kommende CDU/SPD/CSU-Regierung ohnehin nichts wesentlich anders machen als eine SPD/Grün-Regierung. Das zeigten die Bundestagsabstimmungen in den vergangenen Jahren recht deutlich.
Deswegen ist es egal, ob die SPD bei der Wahl zwischen 24 und 28 % liegt oder doch eher bei 30 %.

Wolfram Heinrich 13.05.2013 | 04:53

@Fro

Hier in Schleswig-Holstein gibt es tatsächlich noch Strecken, die sehr wenig befahren werden, ein zwangsweises Ausbremsen des Verkehrs wäre hier eine vollkommen unsinnige und anmaßende staatlich verordnete 'Verschwendung' von Lebenszeiten derjenigen, die nach Feierabend möglichst schnell nach Hause wollen ....

 

Ach, der Zwang, der staatliche. In diesem Land ist geregelt, wo du deine Mülltonnen hinstellen darfst und wo nicht, schneit es, mußt du den Bürgersteig freischaufeln und in der Berliner S-Bahn darfst du nichts essen, es könnte ja was auf den Boden bröseln. Ab und zu ein kleines Unmutsgrollen, das war's dann, mehr Aufregung ist nicht. Beim Auto aber ist die Bürgerfreiheit in Gefahr.

Als ich den Führerschein gemacht habe, durfte man auf ganz normalen Landstraßen noch brettern, was das Zeug hielt. Und das Zeug hielt auch damals schon eine ganze Menge. Die allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Landstraßen kam 1972. Zwang! Zwang! Hat sich seither die Lebensqualität des Autofahrers verschlechtert?

In den frühen Fünfzigern gab es keine zulässige Höchstgrenze für Alkohol am Steuer. Wer mit Alkohol im Blut einen Unfall verursachte, konnte ein gerichtlich beobachtetes Besäufnis einfordern. Mit derselben Blutalkoholkonzentration wie beim Unfall durfte er dann auf einer Teststrecke fahren. Machte er dabei keinen Fehler wurde er freigesprochen. (Nein, das ist kein Witz.) Dahin die Zeiten, da der Bürger noch frei war.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 13.05.2013 | 04:55

@Georg von Grote

Was bringt Euch denn persönlich ein Tempolimit? Was versprecht Ihr Euch denn davon?

 

Ein bisserl mehr Sicherheit? Könnte das sein?

Wir hatten in den fünfziger Jahren einen VW-Käfer. Als meine Mutter damals auf einer der ganz seltenen Geraden mal 100 km/h erreichte, war das für uns Kinder eine Sensation. Ich habe mir seither schon oft gedacht, was für eine feine Sache es wäre, wenn man auf den heutigen Straßen und mit den heutigen Autos so fahren würde, daß 100 km/h eine Sensation sind.

In einer Diskussion im Usenet habe ich mal meine Phantasie vorgestellt: 30 km/h in geschlossenen Ortschaften, 70 km/h auf Landstraßen und 90 km/h auf der Autobahn. Sämtliche Autos sind serienmäßig so gedrosselt, daß sie gar nicht schneller als 100 km/h erreichen können.

Um dem naheliegenden Argument "Und wenn ein Notfall ist, was dann?" vorzubeugen, hatte ich ergänzt: Für den Fall, daß du einen akut Kranken ganz schnell ins Krankenhaus bringen mußt, gibt es einen Notfallknopf, den kannst du dann drücken. Der Knopfdruck wird per Computer protokolliert und du mußt nachher den Notfall dokumentieren.

Himmel, da war was los! Ich sei ein Befürworter des Überwachungsstaats, ein Kontrollfreak, wurde mir vorgeworfen.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 13.05.2013 | 04:57

@Georg von Grote

Liebe Dame von Welt, wenn Sie gleich mit den abgedroschenen Klischees angalloppiert kommen, dass Sportwagenfahrer irgend ein Problemchen mit ihrem Sexualtrieb und Geschlechtsorgan hätten, dann frage ich Sie, was dann wohl all den Porschefahrerinnen fehlen könnte? Ich will mir das jetzt mal gar nicht ausmalen.

 

So wild ist das mit den Porschefahrerinnen nicht. Bei der MPU hast du bei den Alkoholfahrern über 90 % Männer (die Frauen holen auf, aber langsam). Bei den Geschwindigkeitssündern ist der Männeranteil noch höher.

Ich kann mich an zwei Frauen erinnern, die ziemlich krasse Geschwindigkeitsüberschreitungen auf dem Konto hatten.

Das eine war eine auffallend verhuschte und schüchterne Frau, die Verstöße wollten so gar nicht zu ihrem Persönlichkeitsbild passen, was ich ihr auch deutlich sagte. Schließlich rückte sie damit raus, die Verstöße habe ihr Mann begangen, sie habe sie nur auf sich genommen, damit er seinen Führerschein nicht verliere. Ich hab dann irgendwie (frag mich nicht, wie, ich weiß es selbst nicht mehr) ihr - positives, versteht sich - Gutachten so geschrieben, damit sie nicht noch weiteren Ärger mit den Behörden bekommt.

Beim zweiten Fall handelte es sich um eine vom körperlichen Erscheinungsbild her auffallend herbe Frau. Es stellte sich im Gespräch heraus, daß die Frau als Mann geboren worden war, dann eine Geschlechtsumwandlung hatte vornehmen lassen und nunmehr behördlich als Frau geführt wurde.

Seither ist für mich das Phänomen Transsexualität noch verwirrender geworden als es ohnehin schon ist. Transsexuelle, heißt es. seien im Körper des falschen Geschlechts gefangen. Diese Frau aber hatte in ihrer Zeit als Mann männliche Verhaltensweisen so verinnerlicht, daß sie auch als Frau noch daran festhielt.

Ach ja. Dabei sind Frauen gar nicht so harmlos, wie sich das jetzt anhört. Aber das ist wieder 1 andere Geschichte.

 

Die meisten Unfälle auf der Autobahn passieren auch nicht bei Tempo 250, sondern zwischen Tempo 90 und 150 und überwiegend, weil man nicht aufpasst, oder zwischendurch einpennt.

 

Wenn der Unfall bei 150 km/h passiert, dann hat der Auffahrende bereits gebremst wie die Sau, um von den 250 km/h runterzukommen.

 

Im Herbst gibts nen neuen Porsche S, über 500 PS, 3120 Spitze

 

"3120 km/h", also über zweieinhalbfache Schallgeschwindigkeit. Das ist sicher ein Werbegang von Porsche.

 

Und wer so ein Teil hat, der will auch mal zwischendurch den Tacho auf 300 sehen und in 3 Sekunden von Null auf 100 kommen. Weils einfach nen tierischen Spaß macht und nicht aus purer Angabe oder sexuelle Frustration :-)

 

POM Kolb: Sie, Herr Bimslechner, wieso hams jetzt den Einbrecher mit sechs Schüssen totgemacht? Der hat Sie doch gar nicht bedroht.

Bimslechner: Ja mei, Herr Wachtmeister, wissen's das ist so - ich hab mir letzten Monat eine endgeile SIG Sauer gekauft (küßt versonnen den Lauf der Waffe), und da will man doch schon ab und zu sehen, was das Ding hergibt, gell? Ich mein, nicht nur auf dem Schießstand, newa?

 

Aber das versteht der deutsche spießige Vorgartenzwerg und Kadettfahrer eben nicht. :-)

 

Das versteht er nur zu gut. Würde er sich sonst PS-Pornos angucken?

http://www.mtm-online.de/media/presse/presseberichte/titelbild-automotorsport-11_2010_i4564900x700_17_440.jpg

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 13.05.2013 | 04:58

@Georg von Grote

Ich rede nicht von hirnlosen Rasern und Dränglern. Die stören mich genauso wie jeden anderen auch. Nur die bringe ich auch nicht durch Tempolimits zur Vernunft. Die donnern auch mit 200 durch Baustellenbereiche.

 

Es gibt keine Raser. Ich hatte bei der MPU viel mit Geschwindigkeitstätern zu tun, also Leute, die mit Schnellfahren ihr Punktekonto auf 18 oder mehr gebracht hatten. Wenn ich die gefragt habe, ob Sie sich als Raser sehen, war die Standardantwort "Nein". - Was denn Raser seien? fragte ich nach. - Raser seien Leute, die ständig zu schnell führen.

 

Ciao

Wolfram

Ernstchen 13.05.2013 | 08:15

Wow, Wolfram, eine nächtliche Salve für den Kollegen von Grothe. Ich hatte ihn hier und im Blog der Frau Löffler schon fast so weit einzusehen dass man vielleicht auch respektieren muss dass es Menschen gibt denen solche extreme Geschwindigkeiten Angst machen. Rationale Argumente ließ er bislang nicht gelten, was ich fair finde, hat er doch auch keine rationalen gegen ein Tempolimit. Bei deinen "Kontrollfreak"-Usenet-Vorschlägen - die mir viel zu krass sind - musste ich an meine Mutter denken, die kaum mehr Autofahren will, und das schon seit vielen Jahren weil sie die krassen Geschwindigkeitsunterschiede, die Dränglerei und dergleichen nervlich belasten. Es gibt nur einen Grund für Verkehrsregeln: Weil es zu viele Menschen gibt die keine Rücksicht auf andere nehmen. Und weil keiner den totalen Überblick im Straßenverkehr haben kann. Aber mal was anderes: was ich da mal auf B5aktuell gehört habe fand ich ja unerhört: Einer Studie zufolge haben Menschen die schnarchen eine Reaktionszeit im Verkehr die länger ist als bei Menschen die nicht schnarchen, aber 0,5 Promille im Blut haben. Demnach dürfte ich eigentlich nie autofahren ...

Wolfram Heinrich 13.05.2013 | 09:49

@Ernstchen

Wow, Wolfram, eine nächtliche Salve für den Kollegen von Grothe.

 

Nicht nur für Grote, ich war auch im Nachbarblog "Eine leichte Druckwelle" sowie bei "Sarrazineskes Schenkelklopfen" aktiv. (Das war eine Werbeeinblendung.)

 

Bei deinen "Kontrollfreak"-Usenet-Vorschlägen - die mir viel zu krass sind...

 

Ach, echt?

 

...musste ich an meine Mutter denken, die kaum mehr Autofahren will, und das schon seit vielen Jahren weil sie die krassen Geschwindigkeitsunterschiede, die Dränglerei und dergleichen nervlich belasten.

 

Ich kenne einen Italiener, der ist fast tausend Kilometer durch Italien gefahren, dann durch Österreich. In Deutschland ist er nach ca. 50 km von der Autobahn runter, weil ihn die dortige Aggressivität entnervt hat.

 

Es gibt nur einen Grund für Verkehrsregeln: Weil es zu viele Menschen gibt die keine Rücksicht auf andere nehmen. Und weil keiner den totalen Überblick im Straßenverkehr haben kann.

 

Ich darf mich selbst zitieren:

Das Autofahren ist für den Menschen eine prinzipielle Überforderung!

Von seiner biologischen Ausstattung, seinen Möglichkeiten der Wahrnehmung, Informationsverarbeitung und Muskelreaktion ist der Mensch auf derart hohe Geschwindigkeiten, wie sie im modernen Straßenverkehr alltäglich sind, nicht eingerichtet. Kommt er mit 20 km/h noch einigermaßen klar, wird es bei 30 km/h schon kritisch und schon bei schlappen 40 km/h ist eine rechtzeitige, sinnvolle Reaktion auf plötzliche Ereignisse nicht mehr möglich. Ich kann nur dann mit Höchstgeschwindigkeit über einen halbwegs belebten Platz laufen, wenn die Passanten erschreckt vor mir auseinanderstieben. Ansonsten wird es über kurz oder lang zu einem Zusammenstoß mit - auch bei dieser Geschwindigkeit bereits - entsetzlichen Folgen kommen.

Einen Menschen ans Steuer eines modernen Kraftfahrzeuges zu setzen ist, als würde man Hirn und Nervensystem eines Igels in den Körper eines Geparden verpflanzen.

(...)

Daß es im Straßenverkehr nicht ständig kracht, daß trotz der „prinzipiellen Überforderung“ der Unfall das seltene Ereignis bleibt, liegt daran, daß der Straßenverkehr sehr, sehr streng reglementiert und ritualisiert ist. Diese strengen und strikten Regeln vereinfachen das „Spiel Straßenverkehr“ ganz erheblich. Ich muß als Verkehrsteilnehmer nicht ständig auf alles achten, ich darf sehr viel als selbstverständlich voraussetzen. Ich muß mich aber auch beim Autofahren auf sehr viele Dinge einfach blind verlassen können:

*      Der Wagen, der mir entgegenkommt, bleibt ganz bestimmt auf seiner Seite, er darf ganz einfach nicht plötzlich rüberfahren.

*       Der Fußgänger am Straßenrand bleibt ganz bestimmt am Straßenrand, er darf ganz einfach nicht jäh auf die Straße treten.

*     Der Motorradfahrer, der von der Seitenstraße her kommt, wartet ganz bestimmt, bis ich vorbei bin, er darf ganz einfach nicht plötzlich vor mir auf meine Straße einbiegen.

*     Wenn ich mich der Bergkuppe nähere und schließlich drüberfahre, dann darf einfach unmittelbar dahinter ganz kein anderer Wagen stehen oder langsam fahren.

Wenn irgendein Teilnehmer am Straßenverkehr die Spielregeln des Straßenverkehrs nicht kennt (noch nicht kennt, weil er Kind ist, nicht mehr kennt, weil ihm das Alter den Überblick geraubt hat), entstehen ganz schnell Situationen, die auch von Walter Röhrl oder den Gebrüdern Schumacher nicht mehr gefahrlos zu bewältigen sind. Es gibt im normalen Straßenverkehr unerwartete, absolut nicht vorhersehbare Situationen, bei denen es für eine sinnvolle Reaktion ganz einfach zu spät ist. Meine Frau hatte einmal auf der Autobahn an einer Steigung einen Lkw überholt, als sie - direkt hinter einer Bergkuppe - ein offensichtlich von einem anderen Lkw gefallenes Schränkchen vor sich auf der Fahrbahn liegen sah! Nur die Tatsache, daß sie wegen der Steigung und der mangelnden PS-Stärke unseres Wagen relativ langsam überholte verhinderte einen dann wahrscheinlich tragischen verlaufenen Unfall.

 

Aber mal was anderes: was ich da mal auf B5aktuell gehört habe fand ich ja unerhört: Einer Studie zufolge haben Menschen die schnarchen eine Reaktionszeit im Verkehr die länger ist als bei Menschen die nicht schnarchen, aber 0,5 Promille im Blut haben. Demnach dürfte ich eigentlich nie autofahren ...

 

Wissenschaftler haben festgestellt, daß 95 % aller Meldungen, die mit "Wissenschaftler haben festgestellt" beginnen, Unfug sind.

 

Ciao

Wolfram

Ernstchen 13.05.2013 | 10:03

Hat nicht jeder schon einmal bei Tempo 160 (ja, ich weiß) auf der Autobahn gedacht, wenn ich jetzt nur ein bisschen mit der Hand am Lenkrad zucke bin ich wahrscheinlich tot und reiße andere mit? Um fair zu bleiben, das wäre auch mit Tempo 120 unter Umständen schon so. Nun ja, jetzt wird fleißig am führerlosen Auto gebastelt. Bin ich ein Spießer und Fortschrittsverweigerer, ein Technikfeind dass ich nicht sehe wie das alles besser machen soll? Bei dem Bild oben mit den aneinandergereihten Auto-"Waggons" sehe ich Potential, wobei es kaum etwas anderes darstellt wie eine Autofähre, das könnte dann auch auf Schienen stattfinden ...

Ernstchen 14.05.2013 | 01:35

Tja. Ich habe übrigens mit diesem Satz nicht mich selbst zitiert sondern einen nicht unerheblichen Teil der öffentlichen Meinung zu den Grünen. Ich wähl die seit ich wählen darf, ich Verbotskasper. Sie gehen mir auch manchmal zu weit, und ihr Personal ist suboptimal, aber sie haben einen Teil meines Weltbildes fest im Blick, der mir auch sehr wichtig erscheint. Nun ja. Damit liefere ich selbst den 120sten Kommentar. Aber hey, ich bin für Tempo 130, insofern ... weiter gehts!

ch.paffen 14.05.2013 | 08:50

121 die freiheit nehm ich mir!!!!!

danke @ ernstchen für den blog zum thema * danke sigmar für den anschubser (das macht doch sonst die lila kuh – sorry, tv junkie @ „verbraucherinformationen“ für  mal über dieses thema zu reden, streiten, diskutieren (irgendwie ist das ein höchst steiles "crossselling" (die spd war ja irgendwie unverdächtig bei tempo thema oder ein "pfiffiges agendasetting @ ablenkung vom fettnapf peer" * anyway

was dieser thread aufzeigt die sache mit dem metakulturellen Diskurs bei emotional besetzten themen, tja da ist noch luft nach oben * ich persönlich bin ein speed & porsche freak, würde aber ein tempolimit akkzeptieren, wenn ich ein stück meiner individuellen freiheit aufgebe für den aufbau einer high end senioren betreuung & versorgung * bescheuert, ja und * gesamtgesellschaftlich gesehen eine höchst steile idee * jeder hat eltern, eltern werden älter und nein alt, hilflos, betreuungs- und pflegebedürftig sein ist NIX für feiglinge * ich möchte hier anmerken das meine eltern bereits verstorben sind aber ich selbst werd ja auch irgendwann alt sein, und feines alt sein @ sicher und high end betreut & versorgt find ich einfach endsteiler *

so jetzt noch einen feinen resttag cp

h.yuren 14.05.2013 | 08:52

Ich wähl die seit ich wählen darf, ich Verbotskasper. Sie gehen mir auch manchmal zu weit,

mir geht es ähnlich, ernstchen, sonst hätte ich den satz nicht als erster aufgegriffen. sehe mich aber nicht als verbotskasper. das ist der blick von außen.

mir gehen die grünen nie weit genug. nur wenn sie ihren prinzipien im politklüngel untreu werden, muss ich sie tadeln, zurückpfeifen. wie gesagt, ohne ökologische gesetze kriegen wir den versauten und geplünderten planeten nie wieder aufgeräumt.

wenn du so weitermachst, bist du bald für tempo 140;-)

grüße, hy

oi2503 14.05.2013 | 11:53

Mein Lieblingsspiel, früher, als ich noch Haare hatte und Audi 50 fuhr (Polo), wenn ich beim überholen bedrängelt und gelichthupt wurde, das schnellere Auto sich auf mich klemmte habe ich ganz langsam das Gas weggenommen und bin genauso schnell gefahren wie mein Nebenfahrzeug. Da kannst du im Rückspiegel zuschauen wie das wirkt (erst nur Rotfärbung dann anschwellen des Halses bis irgendwann der Kopf zu platzen scheint während die Bewegungen erst energisch und eindeutig hasserfüllt sind und später nur noch entnervt, fast lethargisch). Ruhig bleiben dabei und das über Minuten so aushalten können ist wichtig dabei. Denke ich gerne dran.

Schöne Variation davon. Ich im echten Mini (dem 100% free of BMW-parts) und ein LKW drängelt. Könnt ihr euch vorstellen, wie das ist im Mini, echt, einen LKW hinter sich ranrauschen zu sehen? Abbremsen, Geschwindigkeit des Nebenfahrzeugs halten, der LKW muss auch runter mit der Geschwindigkeit und dann beschleunigen. Schwupps, weg ist er. Schön ist das.

Best, Oi

tlacuache 14.05.2013 | 12:39

Ich hab '89 bei der Wende noch einen getunten 90 PS Mini gehabt, da hab ich die Grotes im "N"orsche abgehängt, so ganz Oeko...

;-)))

Scheisse war nur, als ich bei der Mitfahrerzentrale in einer Disco Berlin Mitte Nachts um drei noch drei Damen eingeladen hatte...

Wagenheber und Kopfstützen blieben auf dem Kottbusser Damm liegen, nachdem sie mit Schlaf- und Rucksack eingetrudelt sind...

Aus Düsseldorf kommend musste ich mir bei Limburg überlegen, ob ich mir eine Tafel Schokolade zu mir nehme oder 3 Liter Tanken sollte um bis FFM zu kommen...

;-)

mymind 14.05.2013 | 17:18

Ich habe mit keinem Wort erwähnt, dass das Ganze mit einem LKW praktiziert werden sollte!

Es gibt aber eben auch hier & dort Geschwindigkeitsbegrenzungen, an die ich mich ansatzweise(bis max. +20, weil danach Punkte) auch halte. Dennoch gibt es einige, die anscheinend außerhalb des Punkteverfahrens stehen. Die kommen angesaust, sehen im Vorfeld, dass eine längere linke Spur überholt wurde, mit Lichthupe etc. Wohin ausweichen, bleibt ein Rätsel. Also bleibt nur das Schockmoment, der denen den Blutdruck auch mal hochschießen läßt, die aber bald erholt entweder demütig oder mit erhobenem Stinkefinger weitersausen.

Was ich sagen möchte: das Tempolimit wird diese Bekloppten nicht zur Raison bringen! Was ein Tempolimit auf den Autobahnen zu übersichtlichen Verkehrsverhältnissen soll, dass sollte jeder selbst entscheiden, der auf sein Portemonnaie schaut oder den Spritverbrauch im Tacho sieht. Das von oben herab zu bestimmen, ist genauso absurd wie die Forderung der Berliner Grünen Tempo 30  auf allen Strassen, obwohl alle Nebenstraßen ohnehin schon seit zig Jahren 30Zone sind, was so ca. 80% ausmacht.

Das ist SCHWACHSINN pur!

mymind 14.05.2013 | 18:50

Zur Zeit ist es klar, dass Wohn- & kleinere Nebenstrassen, Bereiche von Schulen & Kitas überall 30-Zone, Spielstrassen sogar 10-Zone sind. Wunderbar, weil eine Orientierung stattfindet. Eine generelle 30-Zone mit ein paar Ausnahmen bietet das nicht. Mal ganz davon abgesehen wie lahmarschig der Verkehr dann erst wird & wie umweltfreundlich das Gasgeben, nach 100 m Bremsen vor der Ampel, wieder Gasgeben  etc. sich gestaltet. Es ist schon merkwürdig wie bekloppt die Ampelschaltungen insbesondere in den politisch umweltfreudlichen Bezirken & Gemeinden geschaltet werden. Ohne Sinn & Verstand fällt mir jedesmal dazu ein.....

Wolfram Heinrich 15.05.2013 | 06:51

@mymind

Dennoch gibt es einige, die anscheinend außerhalb des Punkteverfahrens stehen. Die kommen angesaust, sehen im Vorfeld, dass eine längere linke Spur überholt wurde, mit Lichthupe etc. (...) Was ich sagen möchte: das Tempolimit wird diese Bekloppten nicht zur Raison bringen!

 

Zur Räson bringen wird ein Tempolimit diese Leute ganz sicher nicht. Ein Tempolimit aber würde helfen, diese Leute eher aus dem Verkehr zu ziehen, als dies heute möglich ist. Wenn ich heute mit 250 km/h über eine viel zu dicht befahrene Autobahn donnere, kann mich die Polizei erst dann am Wickel packen, wenn ich drängele, also nötige (Straftat!) oder wenn ich zumindest bereits eine konkrete Gefährdung provoziere. Bei einer Geschwindigkeitsbeschränkung reicht bereits die gemessene Geschwindigkeit.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 15.05.2013 | 08:27

@oi2503

Mein Lieblingsspiel, früher, als ich noch Haare hatte und Audi 50 fuhr (Polo), wenn ich beim überholen bedrängelt und gelichthupt wurde, das schnellere Auto sich auf mich klemmte habe ich ganz langsam das Gas weggenommen und bin genauso schnell gefahren wie mein Nebenfahrzeug.

 

Das ist das Prinzip "Wenn du deinen Abstand nicht meiner Geschwindigkeit anpassen willst, muß ich meine Geschwindigkeit deinem Abstand anpassen". Oder "Ich will (oder kann) nicht so schnell überholen, wie du das willst. Du willst aber schnell weiterkommen, weil du es eilig hast, also lasse ich mich hinter den Wagen zurückfallen, den ich gerade überholen wollte und lasse dir freie Bahn".

So was kann natürlich verdammt gefährlich werden, siehe den Vorfall, den ich selbst erlebt habe.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 15.05.2013 | 08:33

@mymind

Zur Zeit ist es klar, dass Wohn- & kleinere Nebenstrassen, Bereiche von Schulen & Kitas überall 30-Zone, Spielstrassen sogar 10-Zone sind. Wunderbar, weil eine Orientierung stattfindet. Eine generelle 30-Zone mit ein paar Ausnahmen bietet das nicht.

 

Entschuldigung, ich will jetzt gar nicht argumentieren, ich habe nur eine Verständnisfrage: Wieso soll eine generelle 30-Zone kein Orientierung bieten?

 

 Mal ganz davon abgesehen wie lahmarschig der Verkehr dann erst wird & wie umweltfreundlich das Gasgeben, nach 100 m Bremsen vor der Ampel, wieder Gasgeben  etc. sich gestaltet.

 

Das mit dem lahmarschigen Verkehr ist ein feines Argument, das hatte ich noch nie zuvor bedacht. Wenn die auf Autobahnen nur noch 120 fahren, dann sind die Leute ja ewig unterwegs, stundenlang blasen sie Abgase in die Luft. Führen dagegen alle 250 km/h, dann wären sie witsch-witsch-watsch zuhause und die Autobahn wäre endlich mal frei.

 

Ciao

Wolfram