freiheitsliebender
01.01.2013 | 13:43 586

Israelkritik wird zum Antisemitismus gemacht

Der Fall Augstein Jakob Augstein wurde vom Simon Wiesenthal Center zum Antisemiten gemacht. Berechtigt?

Das Simon Wiesenthal Center, benannt nach dem östereichischen Juden Simon Wiesenthal, der sich weltweit einen Namen als “Nazijäger” gemacht hat, hat eine Liste mit den 10 antisemitischsten/antiisraelischsten Personen des Jahres 2012 erstellt. Durch die Gleichsetzung von Antisemitismus mit Kritik an Israel, die unter dem Wort “antiisraelisch” vereinheitlicht wird, zeigt das Institut, dass es dem aktuellen Sprachgebrauch folgt, der Kritik an Israel mit Antisemitismus gleichsetzt. Die Auswahl der Personen auf der Liste zeugt, zumindest in Teilen davon, dass es sich um politische Motivation handelt.

Im letzten Jahr fand sich der Stadtratsabgeordnete der Linken in Duisburg, Hermann Dierkes, als einzige Person aus Deutschland auf der Liste, dieses Jahr ist es einer der letzten linken Publizisten beim Spiegel und Gründer des Freitags, Jakob Augstein, der auf diese Liste gesetzt wurde.

Augsteins Antisemitismus?

Als Grundlage für Augsteins Antisemitismus hat sich das Simon Wiesenthal Center 5 Zitate aus Artikeln von Augstein rausgesucht, die seine antiisraelische/antisemitische Haltung beweisen sollen.

Die erste Aussage, die als Beweis gegen Augstein herhalten soll:

1 ) „Mit der ganzen Rückendeckung aus den USA, wo ein Präsident sich vor den Wahlen immer noch die Unterstützung der jüdischen Lobbygruppen sichern muss, und aus Deutschland, wo Geschichtsbewältigung inzwischen eine militärische Komponente hat, führt die Regierung Netanjahu die ganze Welt am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs“

Die Behauptung, dass sich der amerikanische Präsident vor einer jüdischen Lobby vorstellen muss ist nicht richtig, denn die AIPAC ist eine Lobbyorganisation, die für Israel Stimmung macht und vor allem für die  israelische Rechte. Mit dem Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus hat diese Organisation, die inzwischen auch verstärkt die Zusammenarbeit mit der reaktionären “Tea Party” sucht, wenig gemein. Augsteins Aussage, dass der amerikanische Präsident sich vor dieser verteidigen müsste, wäre richtig, wenn er es als Lobby der rechten israelischen Regierung bezeichnet hätte. (Die Behauptung, dass jeder amerikanische Präsident sich irgendwie mit der AIPAC engagieren muss, wird auch von dem ehemaligen Knesset-Abgeordneten Uri Avnery in einem Artikel für heise-online aufgestellt.) Mit der Aussage, dass das schlimmste Verbrechen in der Geschichte der Menschheit, der Holocaust, als Legitimation für Waffenlieferungen dient hat Augstein Recht. Denn unter dem Vorsatz sich vor dem Iran und einem anstehenden neuen Holocaust verteidigen zu müssen, forderte die rechte Nethanjahu-Regierung 5 Atomuboote, die niemals der Verteidigung dienen können, von Deutschland an.

2 ) „Es ist dieser eine Satz, hinter den wir künftig nicht mehr zurückkommen: “Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden.” Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt. Darin liegt ein Einschnitt. Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen“

Die Aussage das Israel mit seinen Atomwaffen, die es nicht bereit ist im Zuge einer Abrüstung des Nahen Ostens abzugeben, den Frieden gefährdet, dürfte seit den Präemptivschlagsdrohungen durch Nethanjahu als bewiesen gelten. Grass hat mit seiner Aussage einen mutigen Schritt gemacht und eine wichtige Debatte in Deutschland begonnen, die leider viel zu oft emotional geführt wurde.

3 ) „Israel wird von den islamischen Fundamentalisten in seiner Nachbarschaft bedroht. Aber die Juden haben ihre eigenen Fundamentalisten. Sie heißen nur anders: Ultraorthodoxe oder Haredim. Das ist keine kleine, zu vernachlässigende Splittergruppe. Zehn Prozent der sieben Millionen Israelis zählen dazu.“

Die Aussage, dass es jüdische Fundamentalisten gibt, die das Leben von liberalen Israelis gefährden oder einschränken ist eine Wahrheit, die in letzter Zeit zu massiven Spaltungen in Israel geführt hat. Die Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen durch ultraorthodoxe Israelis ist eine Tatsache, der sich inzwischen auch europäische Medien widmen.

4 ) „Gaza solle “auf dem niedrigsten Level funktionieren, der gerade noch eine humanitäre Katastrophe” ausschließe. Selbst das ist gelogen. Die Katastrophe geschieht. Gaza ist ein Ort aus der Endzeit des Menschlichen. 1,7 Millionen Menschen hausen da, zusammengepfercht auf 360 Quadratkilometern. Gaza ist ein Gefängnis. Ein Lager. Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus.“

Die Bezeichnung von Gaza als Gefängnis ist zutreffend, da die meisten Menschen Gaza bis vor wenigen Wochen nicht verlassen konnten, da sowohl Israel als auch die ehemalige ägyptische Regierung, auf Druck der USA, die Grenze zu Israel verriegelte. Israel die alleinige Verantwortung zu geben ist allerdings falsch, denn auch die ägyptische Regierung, mit ihrer Abtrennung von Gaza, und der Einfluss salafitischer Kräfte trugen zur Entwicklung von Hass und Gewalt

5 ) „Das Feuer brennt in Libyen, im Sudan, im Jemen, in Ländern, die zu den ärmsten der Welt gehören. Aber die Brandstifter sitzen anderswo. Die zornigen jungen Männer, die amerikanische – und neuerdings auch deutsche – Flaggen verbrennen, sind ebenso Opfer wie die Toten von Bengasi und Sanaa. Wem nützt solche Gewalt? Immer nur den Wahnsinnigen und den Skrupellosen. Und dieses Mal auch – wie nebenbei – den US-Republikanern und der israelischen Regierung“

Das Islamophobe von den Protesten und der Gewalt durch Muslime, die gegen den Mohammed-Film protestierten, profitieren, wird auch von Pro Deutschland unter Beweis gestellt, die sich in dieser Zeit tagtäglich in den Medien fanden. Die israelischen Rechtsaußen konnten mit dem Film unter Beweis stellen, dass der Kampf gegen “muslimische Terroristen”, den sie in Palästina führen, weltweit wichtig ist. Die Aussage, dass die gesamte israelische Regierung davon profitierte oder diesen gut hieß, ist falsch, Ehud Barak, ehemaliges Mitglied der Arbeiterpartei verurteilte den Film.

Augsteins Reaktion

Auf Facebook reagierte Jakob Augstein auf die Liste des Simon Wiesenthal-Center:

Das Simon Wiesenthal Center hat mich auf eine Liste der  “Top Ten der antisemitischen und antiisraelischen Beschimpfungen” gesetzt. Die dpa fragte gestern, was ich davon halte. Ich habe den Kollegen dieses hier geantwortet:

Das SWC ist eine wichtige, international anerkannte Einrichtung. Fuer die Auseinandersetzung mit dem und den Kampf gegen den Antisemitismus hat das SWC meinen ganzen Respekt. Um so betrueblicher ist es, wenn dieser Kampf geschwaecht wird. Das ist zwangslaeufig der Fall, wenn kritischer Journalismus als rassistisch oder antisemitisch diffamiert wird.

Seiner Aussage können wir nur zustimmen. Augsteins Kritik an Israel ist hart, die Worte nicht immer treffend gewählt, in der Gesamtheit ist sie aber zutreffend, ihn als Antisemiten zu beschimpfen, schadet vor allem denjenigen, die weltweit gegen Rassismus und Antisemitismus kämpfen, ein Kampf dem sich auch Augstein verschrieben hat.

Kommentare (586)

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Ehemaliger Nutzer 01.01.2013 | 13:57

Broder, Broder und, erneut Broder - und dann erstmal kommt garnix und danach dann diese Antisemiten, die Broder auf seiner Abrechnungsliste zu stehen haben scheint.

 

Broder verharmlost Antisemitismus mit der Verunglimpfung J. Augsteins.

 

Das bleibt als Substanz Broderscher Polarisierungsbereitschaft.

Vaustein 01.01.2013 | 15:13

Es ist tatsächlich ein Problem, dass bestimmte Kreise in Israel aber auch in den USA dazu tendieren, Kritik an der Politik des Landes abzuwehren, indem sie den Kritiker des Antisemitismus zeihen. Dies ist aber kein Reflex, sondern wird gezielt eingesetzt um die Kritiker zum Schweigen zu bringen. 

Seine Unabhängigkeit wird es J. Augstein wohl ermöglichen, politische Entwicklungen in Israel und anderswo kritisch zu hinterfragen.

poor on ruhr 01.01.2013 | 15:32

Ich  bin wirklich nicht mit allem einverstanden, was JA zu Israel sagt, aber ihn auf so eine Liste zu setzen , geht zu weit! Das kann es doch nicht sein! Deshalb stimme ich seiner Facebook-Reaktion zu , auch wenn ich seine Ansichten in den Punkten 1-5 ausser 4 und teilweise 3.- wobei ich 4 allerdings zu hart ausgedrückt- finde, nicht teile.

  

 

 

Vaustein 01.01.2013 | 16:32

1. kann ich mich nicht erinnern, Ihnen das Du angeboten zu haben.

2. sind da zu nennen: AIPAC, .conferenceofpresidents.org/

AJC, ADL, sowie weite Teile der US-Presse, hier insbesondere die NYT.

 

Bekannt wurde auch dieser Spruch von Ariel Sharon zu Simon Peres:

"Jedes Mal wenn wir etwas tun, erzählst Du mir Amerika wird dies oder das tun ... Ich will Dir etwas sehr klar sagen: Mach dir keine Sorgen über amerikanischen Druck auf Israel. Wir, die jüdischen Leute, kontrollieren Amerika, und die Amerikaner wissen es."

seriousguy47 01.01.2013 | 17:19

Zunächst einmal sind die USA ein sehr großes, in seinen hinteren mentalen Winkeln  hierzulande bis vor kurzem noch relativ unbekanntes Land - obwohl sich das in den vergangenen Jahren drastisch verändert haben dürfte.

Trotzdem sollte man sich nicht wundern, wenn Dinge bis zu uns dringen, die man hier eher unter "Irre" einzuordnen geneigt wäre.

Problematisch wird dies, wenn hiesige Medien es versäumen, es so einzuordnen und stattdessen damit unkritisch und verantwortungslos hausieren gehen. Das scheint mir im "Fall" Augstein so zu sein - mit dem mich im Übrigen , so mein Eindruck, zumindest meinungsmäßig ein eher indifferentes  gegenseitiges...nun ja....."Let's agree to disagree" verbindet. Insofern habe ich auf dieser Ebene keinen Anlass, mich über diese Liste zu ärgern. Aber andere Gründe gibt es durchaus.

Ich wurde auf die Angelegenheit in der taz  aufmerksam und hätte mir bereits da mehr kritische Aufmerksamkeit erwartet. Oder besser: eine deutliche Zurbückweisung dieser Unverschämtheit.

Nich zuletzt angesichts solch einer Aussage auf der besagten Liste der „2012 Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs“:

"Respected Die Welt columnist Henryk M. Broder, who has testified as an expert in the Bundestag about German
anti-Semitism, labeled Augstein a “little Streicher” adding: “Jakob Augstein is not a salon anti-Semite, he’s a pure
anti-Semite…an offender by conviction who only missed the opportunity to make his career with the Gestapo
because he was born after the war. He certainly would have had what it takes.”

Klar, und Erzbischof Zollitsch ist Vorsitzender der Humanistischen Union. Wer sich dennoch genauer mit Broders innerer Jauchegrube auseinandersetzen und herausfinden möchte, weshalb Augstein unter anderen Umständen eher nicht "little Streicher" geworden wäre, kann seine diesbezüglichen Spekulationen hier und hier zu verifizieren/ falsifizieren versuchen.

Bei Broder erübrigt solches. Er hätte es per definitionen nie werden können. Solcherlei Gedanken kann man sich also sparen.

Interessant finde auch, dass sich auf der Wikepdia Seite zu diesem,  das Ansehen Simon Wiesenthals  beschädigenden, Center eine Liste der meistgesuchten Nazi-Kriegsverbrecher mit einer bemerkenswerten Position 2 findet:

"László Csatáry, ungarischer Polizeioffizier. Aufgespürt und wenig später festgenommen im Juli 2012.[2][3]

Gerhard Sommer, ehemaliger SS-Untersturmführer der 16. SS-Panzergrenadier-Division "Reichsführer-SS", der am 12. August 1944 im Massaker von 560 Zivilisten im italienischen Dorf Sant'Anna di Stazzema involviert war...."

Interessant ist das deshalb, weil die Ermittlungen gegen just diesen Massen-Mörder 2012 vom Stuttgarter OStA Häußler nach 10jährigen Verzögerungen eingestellt wurden. Nicht dieser OStA aber findet sich auf der Anklage-Liste der Organisation, die nach eigener Aussage das Ziel verfolgt, "Toleranz und Verständnis gegenüber Mitmenschen in der heutigen Zeit zu bewahren, was durch aktives Einbeziehen der Gesellschaft und deren Aufklärung und Bildung erreicht werden soll."

Dazu u.a.:

https://www.freitag.de/autoren/seriousguy47/staatsanwaltschaft-laesst-ss-moerder-laufen

 http://www.freitag.de/community/blogs/seriousguy47/brd-21-der-braune-mutterboden-1

Nein, Jakob Augstein ist viel schlimmer. Viel schlimmer auch als die deutschen Rüstungsexporte:

"Auch im Jahr 2011 ging wieder ein Großteil der Exporte in autoritär geführte Staaten der arabischen Welt."

All dies braucht man eigentlich nicht, um hinter diesem globalen Pranger für Jakob Augstein nichts weiter als eine Globalisierung der Broderschen Hass-Kampagne gegen Augstein zu vermuten.  Aber Belege können nie schaden. In diesem Fall unter dem Motto eines insbesondere in christlichen Kreisen bekannten Juden

An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? (Galater 5.19-22) (Jakobus 3.12) 17 Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. (Matthäus 12.33) 18 Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. 19

Und vielleicht auch dies:

"Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. (Römer 2.1) (1. Korinther 4.5) 2 Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. (Markus 4.24)
   3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? 4 Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge? 5 Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge; darnach siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!
   6 Ihr sollt das Heiligtum nicht den Hunden geben, und eure Perlen nicht vor die Säue werfen, auf daß sie dieselben nicht zertreten mit ihren Füßen und sich wenden und euch zerreißen.(Matthäus 10.11) (Lukas 23.9)

 

 

ebertus 01.01.2013 | 18:06

Was mir in letzter Zeit auffällt, das ist eine neue Sprachregelung, sprich: etwas mehr Israel denn “Jude, jüdisch, Judenstaat”. Der Shift scheint nun wohl nötig, eben wegen der religiösen Gefahren bzw. Rituale - ist die Mehrheit der ziemlich besten Freunde Israels hierzulande jedoch gleichzeitig gegen die Beschneidung positioniert. Da sind durchaus schon mal recht spagatige Pirouetten notwendig, wie bereits am Beispiel eines Felix Riedel bemerkt.

Aktuell ist auch der Beitrag eines vom Axel Springer Verlag ausgezeichneten Journalisten namens Patrick Gensing bei publikative.org, dem medialen Frontrunner einer Stiftung, die mit der Vergangenheit ihrer Vorsitzenden wohl schon genug an verquerer Bigotterie vorweisen kann.

Auf 31 mal Israel incl. aller Varianten zu lediglich 9 mal Jude/jüdisch bringt es Gensing, ist der "jüdische" Terminus als Popanz, als möglicherweise bewußt eingesetzter historische Gruselfaktor momentan -eben der religiösen Rituale wegen- nicht so en vogue.

Und wenn man über die Beschneidung hinaus mal schaut, was dem bedingungslosen, oft besinnungslosen Israelsupport jenseits deutscher geistiger Enge und aus globaler Perspektive so blüht, dann könnte der (Kampf)Begriff vom "Judenstaat" vollkommen unter die Räder kommen. Sari Nusseibeh analysiert, erläutert dieses "Jewish State" vs. "State of Israel" in einem, so finde ich, lesenswerten Beitrag für AlJazeera.

 

miauxx 01.01.2013 | 19:05

Da können wir in Deutschland ja froh sein, dass sich unter unseren Landsleuten kein schlimmerer Antisemit als J.A. findet. Die Lage ist hierzulande offenbar derart entspannt, dass man beim SWC richtig Mühe hatte, jemanden zu finden. Und für alle, die in Amerika und sonstwo Augstein freilich nicht kennen, gibt es ein Kurzdossier J.A. dazu:

"-Jakob Augstein
Respected Die Welt columnist Henryk M. Broder, who has testified as an expert in the Bundestag about German anti-Semitism, labeled Augstein a “little Streicher” adding: “Jakob Augstein is not a salon anti-Semite, he’s a pure anti-Semite…an offender by conviction who only missed the opportunity to make his career with the Gestapo because he was born after the war. He certainly would have had what it takes.” http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TT_2012_2.PDF

Na ein Glück gibt es so honorige Autoritäten wie Broder (" who has testified as an expert in the Bundestag about German anti-Semitism") - nur falls jemand den ausgewiesenen Antisemitismus in den zitierten Augstein-Äußerungen nicht erkennen sollte.

 

wwalkie 01.01.2013 | 19:43

Da können wir in Deutschland ja froh sein, dass sich unter unseren Landsleuten kein schlimmerer Antisemit als J.A. findet. Die Lage ist hierzulande offenbar derart entspannt, dass man beim SWC richtig Mühe hatte, jemanden zu finden.

Ach, Miaux, wenn es denn so wäre! Natürlich ist J. Augstein kein Antisemit , der Vorwurf ist monströs,  aber dass sich in der BRD keine Antisemiten finden lassen, dass die Lage "entspannt" ist, das können Sie nun wirklich nicht behaupten. Schauen Sie einfach mal auf PI, wie sich der Antisemitismus im Mantel des Anti-Islamismus positioniert. Lesen Sie sich noch einmal in Ruhe einige (für mich zuviele)  Beiträge in der Freitag-"Community" über die Beschneidungsdebatte durch, reden Sie mit den Stimmen des "Volkes" über eben dieses Thema. Achten Sie auf die Sprache. Und Sie werden sehen: sie sind wieder da, diese Gespenster und Gespinste. Oder glauben Sie ernsthaft, dass es allen Beschneidungsgegnern um die armen Babies  geht?

Es ist zum Verrücktwerden! Auf der einen Seite werden der scheinbare und der wirkliche Antisemitismus instrumentalisiert, auf der andern Seite sehen wir wieder die Instrumente des Antisemitismus und Antijudaismus, der umso unbefangener auftreten kann, als er glaubt, sich aufgeklärt und menschenrechtlich zu geben. Auch das hatten wir schon einmal.

ebertus 01.01.2013 | 20:24

Ja, genau das thematisiert der von mir verlinkte Sari Nusseibeh. Ein aufgeklärter, säkularer Staat des 21. Jahrhunderts kann als (im Grunde und wie proklamiert "jüdischer", sprich: Gottesstaat kaum überleben ohne Formen von Apartheid mehr oder weniger umfangreich zu zelebrieren.

Dass die Welt sich "draussen" und jenseits einer Instanz namens "Broder" weiter dreht, das zeigen zahlreiche, gerade israelische und nordamerikanische kritische, primär jüdische Medien. Und das zeigte kürzlich, zur Staatwerdung von Palästina das Abstimmungsverhalten bei der UN.

Das Russell-Tribunal, eine Instanz und gern wie das SWC kommt in dem Zusammenhang zu ganz anderen Konklusionen. Im Grunde ist er ein Musiker, jedoch finde ich die Rede von Roger Waters bei der UN sehr aussagefähig; hätte doch für einen Platz weit vor Augstein allemal reichen müssen, oder?

 

 

 

miauxx 01.01.2013 | 20:56

"Natürlich ist J. Augstein kein Antisemit , der Vorwurf ist monströs,  aber dass sich in der BRD keine Antisemiten finden lassen, dass die Lage "entspannt" ist, das können Sie nun wirklich nicht behaupten."

Ich habe ja gerade beabsichtigt, auf ironische Weise diese merkwürdige Wahl Augsteins in die 'Top 10 der Antisemiten der Welt' herauszustellen. Der ironische Ton ist offenbar nicht so angekommen; da muss ich viell. noch dran feilen :-)

Ich habe sagen wollen: Natürlich ist die Wahl Augsteins ein schlechter Witz - vor allem, da es offenbar noch der "Expertise" Broders bedarf! Wenn er das "Aushängeschild" Deutschlands für Antisemitismus sein soll, dann weiß ich auch nicht mehr weiter ... Da wurde offenbar kräftig dran gerührt, dass Augstein es in diese Top 10 "schafft".

Und nicht zuletzt: Was soll eine solche Liste bringen?

Grüße und Frohes Neues noch - trotz des widrigen Themas hier!

der-Splitter-im-Auge 01.01.2013 | 21:19

"1,7 Millionen Menschen hausen da, zusammengepfercht auf 360 Quadratkilometern. Gaza ist ein Gefängnis. Ein Lager. Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus."
Sätze wie dieser sind es, weshalb sich Jakob Augstein  zurecht  auf dieser Liste wieder findet.
Im Mantel einer scheinbar objektiven Analyse, stampft Augstein hier, genau hier, den Boden fest, auf dem Antisemiten ( ← →  )ihre ideologischen Fundamente  setzen können.
Entweder Herr Augstein ist dumm wie Brot, publicity-geil oder, zumindest latent, Antisemit. Jeder Augstein-Fanboy möge für sich selbst entscheiden.

elisRea 01.01.2013 | 21:32

Unstrittig ist:

Jakob Augstein kritisiert die Politik der derzeitigen israelischen Regierung.

Ist Jakob Augstein (deshalb) ein Antisemit?

Schauen wir mal anhand der in Wiki genannten Bedeutungen für Semitismus/Antisemitismus, was dabei heraus kommt: 

Bedeutung 1: Sprachwissenschaftlich; die Regierungsmitglieder sprechen eine semitsche Sprache.

Bedeutung 2: Ethnologisch; die Reg.mitglieder  gehören vermutlich der Volksgruppe der Israeliten an. Ob ihre genetische Herkunft auf einen fiktiven Sem, biblischer Sohn Noahs zurück geht, ist fraglic h.

Hat Sich J.A. in irgend einer Weise gegen alle, die dieser Volksgruppe angehören geäußert, weil ihnen  "Herkunftssagen, Abstammung, Geschichte, Kultur, Sprache, Religion, die Verbindung zu einem spezifischen Territorium" gemein sind?

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Bedeutung 3:  Ausdruck für 'alle negativ bewerteten Komponenten der Moderne',  a) den Kapitalismus, b) die Emanzipation der bürgerlichen Gesellschaft und c) ihren pluralistisch-antagonistischen Charakter, d) das traditionskritische Literatentum, e) aufklärerische Ideen...

Kommen einer oder mehrere dieser Begriffe in Frage, um bei J.A. antisemitische Tendenzen zu erkennen? Kapitalismuskritik vielleicht?

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Bedeutung 4: "nicht mehr an die Religion gebundenen Gebrauch des Begriffs 'Jude'"

Hat  sich J.A. in irgend einer Weise (im nationalsozialistischen Sinne) abwertend, verächtlich, hasserfüllt in Bezug auf Menschen, wegen ihrer  Herkunft von  jüdische/israelitische Vorfahren  geäußert?

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Bedeutung 5: "im Sinne einer Gesamtheit orientalischer Kultur"

Ist J.A. ein Feind orientalischer Kultur, wertet sie ab und/oder macht sie verächtlich?

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Bedeutung 6: Gleichsetzung von Judentum mit Bolschewismus/Komunismus

Hat J.A. nach nationalsozialistischem Vorbild die Ausrottung bzw. Vernichtung/Beseitigung des bolschewistischen Judentums/von Juden/Kommunisten gefordert?

----------------

Herr H.M. Broder und Ihr alle, die Ihr J.A.  als Antisemit beschimpft:

Welche der Fragen, könnt Ihr mit "JA" beantworten?

--------------

Herr H.M. Broder, wenn Sie keine dieser Frage mit "JA" beantworten können, dann sollten sie die xxxx in der Hose haben sich bei Herrn J.A. zu entschuldigen. Und zwar öffentlich (im Freitag eventuell). So wie es Herr Ulf Dunkel für seine Wutgedichte auf Ihrer achgut-Seite  getan hat.

 

poor on ruhr 01.01.2013 | 21:54

@Der-Splitter-im Auge

"Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus."

Die Schuld an den Gegnern, die Israel vernichten wollen, kann man  nicht Israel zuschreiben. Die Formulierung gibt das zwar nicht explizit her, könnte aber Antisemiten als Grundlage für so eine Behauptung dienen. Das kann man dann doch aber nicht Herrn Augstein zuschreiben.

DAS EXISTENZRECHT ISRAELS IST UNUMSTÖSSLICH.

GERADE WIR DEUTSCHE HABEN EINE BESONDERE MORALISCHE VERPFLICHTUNG GEGENÜBER ISRAEL!

DIESE MORALISCHE VERPFLICHTUNG IST NICHT BELIEBIG UND LÄSST SICH NICHT DURCH TATSÄCHLICHE ODER ZU UNRECHT ZUGESCHRIEBENE POLITISCHE FEHLER DER JEWEILIGEN ISRAELISCHEN REGIERUNGEN RELATIVIEREN ODER GAR WEGDISKUTIEREN!

GENAUSO SELBSTVERSTÄNDLICH IST ABER JAKOB AUGSTEIN KEIN ANTISEMIT!

DAS IST DOCH KLAR!

ETWAS ANDERES HALTE ICH FÜR BLÖDSINN! 

"Entweder Herr Augstein ist dumm wie Brot, publicity-geil oder, zumindest latent, Antisemit. Jeder Augstein-Fanboy möge für sich selbst entscheiden"

Das ist einfach nur daneben, genauso wie der Ausdruck "Augstein-Fanboy" unangemessen ist, nur weil man ihre Meinung zum Thema nicht teilt.

Liebe Grüße

por

 

elisRea 01.01.2013 | 22:05

"Und Sie werden sehen: sie sind wieder da, diese Gespenster und Gespinste. Oder glauben Sie ernsthaft, dass es allen Beschneidungsgegnern um die armen Babies  geht?"

Meinen Sie Gespenster gehen um? Die bekämpft werden müssen? Das wäre  tatsächlich antisemitisch.

Gespinnste passt da auf alle Fälle, nämlich auf solche, die sich als Juden- und Moslemfreunde einsetzen und sich für die Verletzung derer Kinder stark ins Zeug legen. Unter deren Kitteln lupfen gewisse Stiefel hervor und unter ihrer Kopfbedeckung  glänzt Leere.

Die reden von den Juden und den Deutschen. Der Fürst ist ihr Führer.

Sie spalten mit gespaltener Zunge. Daran sind sie zu erkennen.

 

zelotti 01.01.2013 | 22:33

Die Kritik von Broder war peinlich, noch peinlicher das SWC. Die Frage ist natürlich, was eine solche geifernde Denunziation für eine Person bedeuten würde, die weniger gut verteidigt ist. Wir müssen daraus lernen, dass man vorsichtiger werden muss mit dem Antisemitismusvorwurf. Seit 10 Jahren katapultieren sich Kämpfer gegen den Antisemitismus immer mehr ins Aus, weil sie jeden Sinn für das rechte Maß verloren haben.

oi2503 01.01.2013 | 22:42

Einige Differenzen zu Jakob Augstein, Kleinkram eher:

„... wo ein Präsident sich vor den Wahlen immer noch die Unterstützung der jüdischen Lobbygruppen sichern muss. ...“

Danach auch!

 „Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen.“

 Für sich. Für mich jedenfalls nicht. Schon allein wegen der „man-wird-doch noch sagen-dürfen“-Attitüde.

 „Wem nützt solche Gewalt? Immer nur den Wahnsinnigen und den Skrupellosen. Und dieses Mal auch – wie nebenbei – den US-Republikanern und der israelischen Regierung.“

 Und immer den Regierenden überall. Also auch hier in D. Gewalt wird stets als Legitimation von Herrschaft benutzt.

Ansonsten ist es wirklich schrecklich, dass wir anscheinend keine schlimmeren Anti-Israeliten (-semiten) bei uns in D identifiziert bekommen. Das Land scheint clean zu sein. Nein, wirklich schlimm ist, dass sich das SWC lächerlich macht und den Begriff Antissemitismus, wie hier in dFC tausendfach geschehen, der Lächerlich- und Beliebigkeit preisgibt.

Nach der Diskussion der letzten Monate hätte ich eher den Vorsitzenden Richter am Landgericht Köln (B--Urteil) auf den Top Ten vermutet. Liege ich richtig, dass das Urteil gar nicht so schlimm sein kann ...????

MissChili 01.01.2013 | 23:12

Es ist eine Unverschämtheit! Herr Augstein hat zu keiner Zeit etwas gegen die jüdischen Menschen gesagt oder gar zu Gewalt gegen Juden aufgerufen. Er hat lediglich die dortige Regierung und ihre Politik kritisiert. Ob man diese Meinung nun teilt oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen, aber Jakob Augstein deshalb u.a. mit Ahmadineschad in einen Topf zu werfen finde ich absolut empörend. Broder und das SWC sollten sich schämen und sich vor allem öffentlich entschuldigen.

Herr Augstein ist ganz sicher kein Antisemit!

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Ehemaliger Nutzer 02.01.2013 | 01:08

Denunziation ohne Selbstdenunziation ist öde, "antisemitisch" wie Augstein  bin ich ebenfalls. Ich kritisiere die israelische Siedlungspolitik, die Drohung der israelischen Regierung, den Iran präventiv anzugreifen.
Der arme geltungssüchtige G.G. hätte allerdings seine letzte Tinte nicht für verquaste, haltlose Anschuldigungen verschmieren sollen. Israel ist keine größere Bedrohung für den Weltfrieden als jede andere Atommacht und Augsteins Lob für Grass ist peinlich, aber sowenig antisemitisch wie das tintige "Gedicht" des genobelten Literaten.
 Der  Massenmord an den Juden in Treblinka, Auschwitz, Majdanek, Sobibor, Babi Jar und hunderten anderen Mordstätten sollte jedoch die Nachfahren der Täter, die Nachkommen der willfährigen Helfer und Blitzvernichtungskrieger  für  zumindest 6 Millionen Tage verpflichten,  den Juden keine unerbetenen Ratschläge zu ihren Riten zu erteilen.

rechercheuse 02.01.2013 | 10:52

@miauxx

ich finde ihre ironie sehr erfrischend + passend + eindeutig als solche erkennbar >>> also in inhalt und form ein optimaler umgang mit substanzlosen absurditäten , denn eigentlich würden ja sonst die worte dafür fehlen ... die quellenverweise sprechen ja für sich und verweigern in ihrer dreistigkeit jeden vernünftigen umgang damit ... also dank für ihre "vernunft der ironie" als wohl beste möglichkeit der kommentierung

Georg von Grote 02.01.2013 | 11:40

Schon interessant, wie hier einige sich bemüßigt fühlen, Ihr deutsches Trauma zu hätscheln, zu hegen und zu pflegen und dabei nicht einmal bemerken, wie sich sich zum Affen und zum Handlanger eines schmierigen pathologischen Profilneurotikers machen, der, nur um im Gespräch zu bleiben, nicht einmal davor zurück schreckt, sich den israelischen Nazis anzubiedern.

Ja, richtig gelesen. Israelische Nazis. Gibt es. Dürfen sogar ganz offen so bezeichnet werden, sogar in der israelischen Presse. Der israelische Innenminister wurde kürzlich erst mit dieser sehr zweifelhaften Ehrbezeugung ausgezeichnet und steht nicht allein.

Fröhliches Halali weiterhin bei der Menschenjagd.

Angelia 02.01.2013 | 11:42

Besser als Herr Augstein reagierte konnte man nicht reagieren. Damit ist alles Wesentliche gesagt.

Dennoch ;-)....

Jeder, der Kritik am Verhalten anderer übt, Standpunkte bezieht und sich mit einer ungeklärten Angelegenheit/ Sache beschäftigt, sprich sich auf einen Streit einlässt, muss damit rechnen und damit leben können, persönlich angegriffen oder diffamiert zu werden. Schopenhauer nennt das in seinem Buch: „Die Kunst Recht zu behalten“ argumentum ad personam. Eigentlich dient der Streit/Disput ja dazu, ungeklärte Angelegenheiten durch den Austausch von Argumenten, Kritiken und im besten Fall durch Einsichten, zu einem möglichst fairen und gerechten Ende zu bringen. Leider geht es i.d.R aber all zu oft eben nicht darum, sondern meistens darum Recht zu behalten und Interessen, koste es was es wolle und mit allen Mitteln der möglichen Macht, durchzusetzen. Und dazu gehören eben auch jene strategischen Spitzfindigkeiten, die Schopenhauer beschrieb.

 

Die hohe Kunst ist es, das eine kritische sachbezogene Verhalten vom egoistischen Interessen geleiteten unterscheiden zu können.

 

Ganz widerlich wird es allerdings, wenn man zum Durchsetzen der eigenen Interessen die Opferrolle, schlimmstenfalls auf Kosten der tatsächlichen Opfer bemüht und zum Mittel der emotionalen manipulativen Erpressung greift. In der Medizin nennt man das sekundären Krankheitsgewinn. Der Kranke nutzt sein Leiden als Druck-Mittel, um besondere Aufmerksamkeit, Zuwendung und Sonderbehandlungen, sprich Vorteile von seinen Mitmenschen zu erpressen.

 

Es gehört schon viel Kraft und Mut, vor allem aber emotionale und rational reflektierte Intelligenz dazu, einem Kranken/Opfer die Stirn zu bieten und sich der Sache wegen eben nicht erpressen und zermürben zu lassen.

 

Horge 02.01.2013 | 11:59

Wenn von Augstein eine rechtgerichtete, antisemitische Gefahr für unser Volk ausgeht, wenn also nach weiteren Einlassungen Augsteins im Freitag oder sonstwo die Beziehungen  Deutschland/Israel auf dem Spiel stehen werden, dann gebt bitte früh- und rechtzeitig Bescheid, liebe Verfassungsschützer. Damit wir den Mann sofort im persönlichen Meinungsbild und Denken in die einzig ordnungsgemäße zu veröffentlichende Richtung bringen können. Irgendwie haben wir sonst keine Probleme. Die Einlassung mit OStA Häußler finde ich da passender und die 6 Millionen Tage für uns Deutsche würde ich umdrehen und  für diesen Zeitraum eine Bildungsoffensive starten, in der wir nicht wiederholt durch Millionen von Fernsehgeldern filmhaft erklärt bekommen, das Rommel eigentlich ein in sich zerissener Volksheld und niemals Faschist war, sondern eher dokumentarische Informationen "senden", das sich im damaligen wie heutigen geostrategisierten Wachstumswahn auch der deutschen Nomenklatura immer auch nicht wenig rechtslastige Gedankengüter "finden" lassen, die zuweilen dann eben auch u.a. aber nicht nur abgründige, antisemitische Züge generieren. Auch und gerade immer dann, wenn Rüstungsgüter aus Deutschland den Weg in die Welt antreten. Augsteins "Nominierung" ist kein Witz, sondern Ausdruck nebulösem "um sich Schlagens" nach dem bewährten Motto, die abgründigsten Antisemitismen dieser Zeit je nach Auftragsvolumina nach wie vor nicht an die größeren Glocken hängen zu wollen. Zu viel Aufklärung wäre auch den multi- und bilateralen Geschäften der Beteiligten eher abträglich.

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Ehemaliger Nutzer 02.01.2013 | 12:09

So oder so. Shit happens. Wenn man sich (manchmal) differenzierter ausdrücken würde und anstatt Israel oder die Israelis zu kritisieren, explizit Netanjahu oder den bereits ausgemusterten Lieberman kritisiert,  sähe es vielleicht anders aus. Gibt es,,die Deutschen'', ,,die Franzosen'', ,,die Amerikaner'' oder meint man statt 100% der Bevölkerung,  vielleicht nur 50% oder noch weniger % dieser Staatsangehörigen ? Wenn ca. 49,5 % der Israelischen Bevölkerung gegen Netanjahu ist und 50%  ihn wählt, ist es dann Israel, das für Netanjahus Politik  steht...?

Was Augstein ,, passiert '' ist, hat er mit Sicherheit dem ,,the one and only'' Selbstdarsteller H.M. Broder zu verdanken, der den FREITAG sowieso auf dem Radar hat . Wie fast immer  im Broder- Theater , es  steht  ,,Viel Lärm um Nichts um nichts'' auf dem Programm.

 

freedom of speech? 02.01.2013 | 12:19

"...So oder so. Shit happens. Wenn man sich (manchmal) differenzierter ausdrücken würde und anstatt Israel oder die Israelis zu kritisieren, explizit Netanjahu oder den bereits ausgemusterten Lieberman kritisiert,  sähe es vielleicht anders aus...."

Fraglich, da das SWC sich ganz klar für die aktuelle Regierung positioniert. Das sieht dann bspw. in einem vorgegebenen Email so aus:

http://www.wiesenthal.com/siteapps/advocacy/ActionItem.aspx?c=lsKWLbPJLnF&b=4442025&aid=11586

"....TO THE PRESIDENT, PRIME MINISTER AND LEADERS OF ISRAEL,

We are with you!!

Don't heed the world’s Israel-bashers.

We, Jewish and non-Jewish lovers of peace are with you in your just defensive war against Hamas terror.

Stand firm and bring peace to the beleaguered citizens of the Israel...."

 

elisRea 02.01.2013 | 12:27

" Der  Massenmord an den Juden in Treblinka, Auschwitz, Majdanek, Sobibor, Babi Jar und hunderten anderen Mordstätten sollte jedoch die Nachfahren der Täter, die Nachkommen der willfährigen Helfer und Blitzvernichtungskrieger  für  zumindest 6 Millionen Tage verpflichten,  den Juden keine unerbetenen Ratschläge zu ihren Riten zu erteilen."

1. Es gibt keine Kollektivschuld und auch keine Sippenhaft.

2. Religiöse Riten haben NICHTS mit der Vernichtung der Juden durch nationalsozialistische Verbrecher und ihrer Helfershelfer zu tun.

3. Die nationalsozialistische "Rechtfertigung" Juden zu vernichten war die, dass man Judentum und Kommunismus/Bolschewismus gleichsetzte und ausrotten wollte. Motive derjenigen, die es dann taten oder die Täter unterstützten, gab es viele und verschiedene.

http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Bolschewismus

Daraus folgt: In die Nähe der Täter von damals kann (heute, auch was die Nachfahren von Tätern betrifft) nur gerückt werden, wer antikommunistisch bzw. Judentum mit Kommunismus gleichsetzt und primär alles, was mit kommunistischer Ideologie zu tun hat ausrotten will.

In diesem Sinne kann auch ein (religiöser) Jude/Israelit, dessen Vorfahren Opfer der Nazis waren, in die Nähe des Tätervolkes gerückt werden, wenn er diese nationalsozialistische Ideologie vertritt.

Das klingt zwar etwas monströs, ist aber gar nicht unrealistisch, wenn man annimmt, dass es Juden gäbe, die sich als eine Art Herrenvolk definierten, sich über andere Völker stellen, sie abwerten,  deren Ausrottung für ein göttliches Gebot hielten,  danach handelten, außerdem links orientierte Juden, die diese Ideologie verurteilen verachten, diskriminieren und bekämpfen.

Zum Glück gibt es solche Juden (die erstgenannten), die alle diese Kriterien erfüllten, nicht.

------------------

4. Was die Beschneidung von Jungen betrifft, geht es

a) nicht darum, wer wem Ratschläge erteilt oder zu erteilen hat, sondern es geht darum, dass NIEMAND, egal welchem Volk oder welcher Religion er angehört kleinen Kindern (ohne medizinischen Grund) an den Geschlechtsteilen herumzufummeln und ihnen Schmerzen zuzufügen hat. J

EDER hat m.E. die Pflicht sich hier zum Schutz der Kinder zu engagieren und einzugreifen. In erster Linie die Elter! Und

b) geht es darum, dass sich ALLE an Menschenrechte und das in D. geltende Grundgesetz zu halten haben, ob es passt oder nicht.

5. Dürften denn Ihrer Meinung nach die Nachfahren von Opfern des Nationalsozialismus Ratschläge erteilen?

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Ehemaliger Nutzer 02.01.2013 | 12:36

Was allerdings auch nicht vergessen werden sollte: Bibi gerät samt Entourage auch in Israel selbst zusehends unter Druck.

Wer dazu mehr erfahren möchte findet in einem Wiki unter dem Schlagwort Proteste in Israel 2011/2012 etwas mehr dazu.

Das kann Broders Hinterfotzigkeiten auch nicht rechtfertigen, stellt sie vielleicht in einen anderen, sachdienlicheren Kontext als das Heloten- und Zelotengeplapper, das hier weitenteils vorzuherrschen scheint.

 

elisRea 02.01.2013 | 12:38

Ein jüdischer/israelischer Nazi, der Deutsche als Tätervolk bezeichnet, sich auf den Holocaus beruft, um ein Beschneidungsverbot zu verhindern und Waffengeschenke zu fordern, ist angesicht der jüdischen Opfer, die bestialisch gefangen genommen, bestialisch gefangen gehalten und bestialisch umgebracht wurden, so ziemlich das Perverseste, was man sich vorstellen kann.

Zum Glück gibt es so etwas nicht. Wenn ich mich nicht irre.

JR's China Blog 02.01.2013 | 12:41

Meiner Ansicht nach kann es bei dieser Debatte gar nicht um den Nahen Osten gehen - es geht darum, wie wir in diesem Land miteinander umgehen - und wie wir den Tatsachen im eigenen Land vielleicht etwas näher kommen.

In der Mehrzahl der Fälle scheint mir, dass der Vorwurf des Antisemitismus - publizistisch jedenfalls - unredlich verwendet wird. Auffallend ist aber, dass das Wiesenthal-Center nur so eine Liste mit Henryk Broder als "Experten" veröffentlichen muss, und schon springen die Medien darauf an, und ein Teil der Öffentlichkeit über das hingehaltene Stöckchen.

Dabei behauptet die Liste noch nicht einmal ausdrücklich, Augstein sei ein "Antisemit". Auffallender als die Liste selbst ist für mich die Reflexhaftigkeit, mit der hierzulande auf sie reagiert wird.

elpres 02.01.2013 | 12:44

Ich mag Augstein, jedoch sind die Beiträge in seinem Spiegelblog teilweise zu populistisch geschrieben. Auch wenn er in den meisten Punkten Recht hat, sollte er sich die Mühe machen etwas differenzierter zu schreiben und mehr Hintergründe und Perspektiven in seine Artikeln einfließen zu lassen.

Als Antwort auf den Listenplatz und um seiner Kritik an der Politik Israels mehr Tiefe zu verleihen, würde sich ein größeres Projekt und eine Zusammenarbeit mit annerkannten Journalisten (z.B.  aus Israel oder den USA) anbieten. Die durch die Nominierung erlangte internationale Popularität sollte er nun nutzen. Rückendeckung hat er auf jeden Fall genug und so eine mediale Vorlage will angenommen werden. 

 

 

elisRea 02.01.2013 | 12:47

"Der Kranke nutzt sein Leiden als Druck-Mittel, um besondere Aufmerksamkeit, Zuwendung und Sonderbehandlungen, sprich Vorteile von seinen Mitmenschen zu erpressen."

Das ist ein interessanter Punkt, den Sie ansprechen. Ein ähnliches Verhalten kann man manchmal auch bei Kindern gegenüber ihren Eltern beobachten, nämlich dann, wenn Eltern ein schlechtes Gewissen haben, weil sie im Umgang mit dem Kind meinen etwas falsch gemacht zu haben.

Es soll Kinder geben, die genau in diese Kerbe reinhauen, und Eltern, die meinen sich von ihrem (berechtigten oder suggerierten) schlechten Gewissen durch Geschenke frei kaufen zu können. Das kann u.U. zur Vorwurf-Geschenkespirale ausarten.

elisRea 02.01.2013 | 12:53

Sie haben ja im Prinzip Recht, aber, wer macht das denn immer? da kriegt man doch einen Knoten in die Zunge.

Manchmal- und das ist, wenn Herr Augstein "Israel"  schreibt der Fall, kann man die Bedeutung eindeutig dem Kontext entnehmen.

Wenn allerdings einige Juden/Israelis von den Deutschen, dem Tätervolk hier und den Juden, dem Opfervolk da, sprechen, dann differenzieren sie nicht. Warum wohl?

Georg von Grote 02.01.2013 | 12:58

Mir gefällt das Stichwort nicht unter dem dieser Blog erschienen ist. Die Überschrift, okay. Das Stichwort, nein.

Es gibt keinen "Fall Augstein".

Was da, initiiert durch Broder, geschehen ist, ist eigentlich nicht einmal der Rede wert. Das SWC trägt zwar einen berühmten Namen, der Träger dieses namens würde sich aber wahrscheinlich im Grabe umdrehen, wenn er sehen könnte, wie sein untadeliger Ruf mit Füßen getreten wird, denn das, was von Seiten des SWC geschieht und geäußert wird, lag nie in der Intention eines Simon Wiesenthal.

Insoweit ist die alljährliche Liste, die das SWC sich bemüßigt fühlt nicht mal das Papier wert, auf der sie gedruckt wird und die Angelegenheit jetzt wäre längst im Sande verlaufen, wenn sich nicht die taz aus welchen fadenscheinigen Gründen auch immer dazu hinreisen hätte lassen, darüber zu berichten und dabei krampfhaft und hilflos nach Gründen in Augsteins Textpassagen zu suchen, die auch nur irgendwie den Anschein geben könnten, diesen "Vorwurf" zu belegen.

Ich dachte zuerst, die FC, bzw. ihre Mitglieder wären so klug, dieses Thema nicht aufzugreifen, aber falsch gedacht.

Was mich allerdings wundert, bei aller Abscheu vieler gegen Broder, traut sich keiner an ihn heran.

Warum fragt sich keiner, wie und warum es einer wagen und schaffen kann, sich so derart unverschämt und skrupellos auf Kosten von über 6 Millionen Holocaust-Opfern zu profilieren.

Warum widmet sich keiner mal den diversen Seilschaften, denen sich ein Broder bedient, nur um im Gespräch zu bleiben. Wie ernst kann man jemanden nehmen, der nicht dafür zurückschreckt aus reinem übersteigerten Selbstdarstellungstrieb sich an die rechtesten der ultrarechten Gruppierungen heranzuschmeißen und zu schleimen.

Das und noch viel mehr, meine Herrschaften, das wäre einmal ein Thema.

rose 02.01.2013 | 13:06

 "den Juden keine unerbetenen Ratschläge zu ihren Riten zu erteilen."

Ich möchte keinem "Religioten" - Wortschöpfung von Schmidt-Salomon - Ratschläge erteilen. Es liegt im Wesen der Dinge, dass solche stets unerbeten sind, wie sollte der Betroffene selbst darum bitten, geheilt zu werden. Aber ich möchte jede Religion ausnahmslos kritisieren, beschreiben und persiflieren-, nicht nur Feueranbeter oder Zeugen Jehovas. Die jünste Debatte hat bewirkt, dass ich  zum ersten Mal gelernt habe, was Beschneidung bedeutet, wie sie praktiziert wird, so dass ich das, was da gemacht wird, aus rituellen Gründen wie immer, als abstossend empfinde. Mir steht der Sinn danach, jeden Juden - wie immer definiert - , den ich kennenlerne, danach zu befragen, wie er es mit diesem Ritus, diesem argen Humbug hält.

Georg von Grote 02.01.2013 | 13:15

Elisrea, Ihr Wort in Gottes Ohr. Nur sieht das ein Teil der israelischen Presse und Öffentlichkeit mittlerweile ein wenig anders. Natürlich kann man die einen nicht mit den anderen in einen Topf werfen, aber offenbar scheint man in Israel angesichts der mittlerweile ganz offen diskutierten Vernichtungs- und Apardheitsstrategien kleiner, aber leider nicht einflußloser Gruppierungen innerhalb der Bevölkerung und Regierung diese Parallelen zur unseligen Vergangenheit und Denkstrukturen zu ziehen. Das diese Sandkastenspiele, noch sind es zum Glück Sandkastenspiele durch das fanatische Verhalten aus Richtung der Hamas gefördert werden, entschuldigt aber solche Gedankengänge nicht. Gedankengänge, an denen sich auch gerne immer wieder ein Herr Broder beteiligt.

GEBE 02.01.2013 | 13:24

Ich möchte hier und jetzt einmal die Gelegenheit ergreifen, ganz deutlich etwas zum Ausdruck zu bringen:

Ich habe Ihre Statements hier und in anderen Blogs gelesen und möchte Ihnen deswegen eine Rückmeldung geben, weil ich der Ansicht bin, daß es notwendig ist ein Feedback zu bekommen, wenn man sich in solch engagierter Weise wie Sie es tun, einbringt.

Ihre Kommentare erlebe ich durchgehend als Wohltuend, nicht etwa aus einem vermeintlich nur billigen Motiv meinerseits, mit Ihnen übereinzustimmen, sondern weil sie sich dadurch auszeichnen, daß ich Ihre Gedanken als folgerichtig aufgebaut, in sich  konsistent und kohärent erlebe. Ich erlebe Sie als einen Menschen, der einem gewissen synoptischen Blick verpflichtet zu sein scheint, und deshalb sind Ihre Kommentare auch unideologisch (im besten Sinn). Ich lese sie gerne!

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Ehemaliger Nutzer 02.01.2013 | 13:28

Broder ist so wichtig nicht, dass man sich näher mit befassen sollte, nochzumal das seinem Persönchen vermutlich erst recht zu Statur verhelfen würde, wie man annehmen könnte.

Und wie einige Tiefflieger hier anzunehmen scheinen, deutsche Intellektuelle müßten sich unbedingt in die Kriegslogik einiger Israelis und einiger Palästinenser einspannen lassen, das zeigt erst recht eigentlich, wie heruntergekommen die intellektuellen Landschaften in Deutschland auf einige wirken könnten.

 

JR's China Blog 02.01.2013 | 13:33

OK. Broder wird wichtig genommen. Und mit jeder Wutmaierei gegen ihn noch einmal wichtiger. Und womöglich gar nicht zu Unrecht: interessant an ihm ist ja meistens gar nicht, was er seblst schreibt, sondern wie auf ihn geantwortet wird. Woher kommt dieses Bedürfnis, über ihn zu reden?
Israel hat immerhin Gush Shalom - die befassen sich mit dem, was zu Hause schiefläuft. Was tut Deutschland, um besser zu werden?

Georg von Grote 02.01.2013 | 13:39

Ihr weicht aus. Indem Ihr breit über das diskutiert, was Broder anrichtet, widmet Ihr ihm schon die Aufmerksamkeit, um die er ständig bettelt.

Insoweit führt Ihr eine Art Stellvertreterkrieg gegen ihn. Das halte ich für verkehrt.

Entweder man schweigt es tot, was er immer wieder versucht zu konstruieren, irgnoriert ihn standhaft, erwähnt ihn nicht, oder man bietet ihm selbst die Stirn.

Angriffsflächen dafür bietet dieser Psychopath genügend und der Kerl hat mehr Dreck am Stecken und Leichen im Keller als die meisten es wohl für möglich halten.

Angelia 02.01.2013 | 13:43

"Was mich allerdings wundert, bei aller Abscheu vieler gegen Broder, traut sich keiner an ihn heran."

Man müsste, um sich mit Herrn Broder auseinandersetzen und anlegen zu wollen

1. ihn und seine Ausfälle überhaupt erst mal ernst nehmen (können)

sich der falschen Annahme hingeben, dass es Herrn Broder

um die faire Klärung einer Sache geht und nicht

um bloßes Recht haben mit dem Mittel der billigen Polemik, die im übrigen

einen recht amüsanten Unterhaltungswert hat wenn man verstanden hat,

dass es Broder eben nicht

um die faire Klärung einer Sache geht und man ihn deshalb

nicht ernst nehmen kann, was in der Konsequent bedeutet sich

 

dass es sinnlos ist sich mit Broder auseinanderzusetzen und anzulegen.

Denn die Sinnfrage und die Kosten Nutzen Rechnung spielt da eine wesentliche Rolle. Wenn Sie schon mal versucht haben einer Betonwand zu erklären, dass sie sich doch bitte selbst abreißen soll, diese es aber partout nicht macht weil sie es gar nicht kann, dann wissen Sie, Ihr Unterfangen war sinnlos und Ihr Erklärungsaufwand stand in keiner Relation zum Nutzen.

 

Herr Broder ist nicht ja nicht gefährlich. Gefährlich sind diejenigen, die ihn ernst nehmen. Also geht es doch eher darum, die eigene Kraft und Energie auf Sinnvolles zu lenken und deshalb das zu tun, was man tun kann:

Auf der Sachebene einer Angelegenheit argumentieren und auf die Intelligenz der Vielen hoffen, statt  Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen und die Sache auf Unwesentliches lenken.

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Ehemaliger Nutzer 02.01.2013 | 13:46

Broder hat sich in seinem gefilmten NachtSpaziergang mit Kai Diekmann mehr geouted als ihm lieb sein konnte.

Diekmann wußte wer Herr ist und Broder wer Hund.

Alte Männer ärgern?

Warum?

Reicht doch, dass man zur Kenntnis nimmt was er schreibt.

Und Broder richtet nicht an, das machen schon seine Freunde: Broder serviert nur.

Und mit Servierern reden?

Ihnen gar "die" Stirn bieten?

Ich bitte Sie.

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Ehemaliger Nutzer 02.01.2013 | 14:08

Warum wird eigentlich dem Staat Israel das  Alleinvertretungsrecht aller Juden gegeben? Ich kenne sehr viele Juden, die ihr Judentum eben nicht mit dem Schicksal des Staates Israels existenziell verknüpfen. Oder gibt es Juden 1. und 2.Klasse? Sind die Jünger von Simon Wiesenthal Super-Juden, die aus der Geschichte des Judentums den jüdischen Moral-Gral für sich pachten?

Israel ist für mich ein ganz normaler Staat und steht für mich nicht in der Tabu-Zone der freien Meinungsäußerung. Und mir ist es auch egal, was ein Broder oder ein Augstein zur Politik Israels sagen, es steht ihnen und uns allen frei, unsere Meinung zu äußern.

Auch das Simon-Wiesenthal-Center ist, bei allem Respekt vor der Leistung die dort bisher erbracht wurde, nicht das alleinige jüdische Weltgewissen.

 

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Ehemaliger Nutzer 02.01.2013 | 14:34

..."das der Bote nur die Nachricht überbringt, er für die Umstände aber  nix kann"...

______________________________-

 

Im Fall Broders, imao recht eigentlich der "Fall" der hier zu diskutieren gewesen wäre, darf allerdings eine gewisse Hoffärtigkeit Broders mE nicht ganz unterschlagen werden, um sich über das Ausmaß eigener Exkulpationsbereitschaft so etwas wie Übersicht zu verschaffen.

Und ein bestellter Henker, der berufsmäßig Köpfe abschlägt, wird sich auf Dauer ganz gewiß nicht wundern können, sollte ihm irgendwanneinmal der eigene Kopf abgeschlagen werden sollen.

Angelia 02.01.2013 | 14:50

Im Fall Broders, [...] darf allerdings eine gewisse Hoffärtigkeit Broders mE nicht ganz unterschlagen werden, um sich über das Ausmaß eigener Exkulpationsbereitschaft so etwas wie Übersicht zu verschaffen.

Das ist auch wieder wahr. Sich selbst als willfährige Marionette zu gestalten kann auch ein Lebenssinn sein.

Und ein bestellter Henker, der berufsmäßig Köpfe abschlägt, wird sich auf Dauer ganz gewiß nicht wundern können, sollte ihm irgendwanneinmal der eigene Kopf abgeschlagen werden sollen.

Es sei denn er schießt sich vorher selbst ins eigene Knie und bei bestimmten Persönlichkeitsstrukturen ist das durchaus denkbar. ;-)

blog1 02.01.2013 | 15:05

JA als Antisemit zu bezeichnen, entbehrt m.E. jeder Grundlage, zumindest dann, wenn man sich einer sachlichen Diskussion nicht verschließen will. Im Übrigen: Wenn ich mich kritisch mit der Regierungspolitik Israels auseinandersetze, heißt das noch lange nicht, dass ich ein Antisemit bin. Aber zurück zu den Aussagen JAs, die ihn auf die Liste des SWC gebracht haben.

Verhältnis USA – Israel

Zu behaupten, die USA würden sich durch Israel in ihrer Nahostpolitik beeinflussen lassen ist, ist so nicht korrekt. Die USA nutzt Israel zur Durchsetzung seiner Machtinteressen in Nahost. Für die USA ist Israel eine erweiterte Militärbasis, um insbesondere den ungehinderten Zugang zu den Rohöl- und Gasvorkommen im nahen Osten zu behalten. Israel ist hochgerüstet und verfügt über die am besten ausgebildete Armee im nahen Osten. Ohne den militärischen Support durch die USA wäre Israel ein Papiertiger. Der Palästinenserkonflikt interessiert die USA nur insoweit, als die Lage vor Ort instabil werden könnte. Was mit den Menschen in Gaza passiert, ist den USA so egal, wie wenn in Chicago ein Radl umfällt. Das Gleiche gilt im Übrigen für Ägypten. Hier ist der ungehinderte Zugang zum Suez-Kanal von essentieller Bedeutung und so lange das Militär dort vor Ort diesen Zugang sicherstellt, ist den USA die Reislamisierung Ägyptens völlig schnuppe, so egal wie es den USA ist, ob in Saudi-Arabien eine Frau bei Ehebruch gesteinigt wird oder nicht.

Warum wissen wir so wenig über die Atommacht Israel? Ganz einfach. Weil diese Waffen von USA geliefert und in letzter Konsequenz von den USA kontrolliert werden. Der Schuss kann zwar nach hinten losgehen und zwar dann, wenn Israel sich des uneingeschränkten Schutzes der USA nicht mehr sicher sein kann. Die Garantien der Deutschen oder der Europäer im Hinblick auf das Existenzrecht Israels sind für die Israelis keinen Pfifferling wird.

Die künftigen Kriege werden um die Rohstoffreserven der Erde geführt werden. Iran verfügt über die drittgrößten Rohölreserven und über die zweitgrößten Gasreserven der Welt. Nur darum geht es im Iran, doch nicht etwa um die Menschenrechte und diesen morbiden Mullah-Staat. Nein, der Iran entzieht dem Einflussbereich der USA und wagt es auch noch, ein eigenes Atomwaffenarsenal aufzubauen. Zumindest droht er damit. Wenn die USA das Signal geben, den Iran anzugreifen, wird Israel mit die Drecksarbeit erledigen. So einfach ist Politik, wenn als sie reine Macht- und Interessenpolitik verstanden wird.

 

seriousguy47 02.01.2013 | 15:33

"Herr Broder ist nicht ja nicht gefährlich. Gefährlich sind diejenigen, die ihn ernst nehmen."

Das halte ich nur für in Teilen richtig. Und darum für eine sehr gefährliche Einstellung. Nach meiner Wahrnehmung hat Broder es sich zum Ziel gesetzt, mit deutschen Schuld- und Minderwertigkeitsgefühlen arrogant und exzessiv zu spielen. Und zwar bis zur Erregung von Weißglut. Dabei schreckt er auch nicht davor zurück, bewußt Rollenklischees des "bösen Juden" zu personifizieren, denn womit könnte man ein um Wohlanständigkeit bemühtes Bildungsbürgertum effektiver bis an die Grenzen der Erschöpfung provozieren?

Broder setzt dabei gezielt "Auschwitz" plus faschistische/ stalinistische Hetze ein, um solchen Bildungsbürgern eine Falle zu stellen, aus der sie nur als Verlierer herauskommen. Entweder "schlagen" sie zurück und outen sich als "Antisemiten". Oder sie halten still und lassen solchem Faschismus seinen Lauf.

Das schlimmste aber könnte sein, dass Broder mit seinem Spiel den real vorhandenen Antisemitismus mit dem bedient, was dieser benötigt, um potentiellen Anhängern zeigen zu können: Schaut euch doch den an!  Und dann sagt, wir hätten nicht recht.....

Insofern halte ich Broder potentiell für eine fleischgewordene, sich selbst erfüllende antisemitische  Prophezeiung. Also für höchst gefährlich. Und da bin ich dann doch wird beim Eingangszitat. Aber möglicherweise mit einer zu ergänzenden Zweit-Bedeutung für den zweiten Teil.

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Ehemaliger Nutzer 02.01.2013 | 16:21

Niedriger hängen das Ganze.

In Summa am besten.

Broder für gefährlich zu halten hieße seine Schlichtheit zu unterschätzen.

Da geht Broder gegen Augstein los, weil Broder weder beim Spiegel noch bei SPON etwas unterbringen konnte.

Und dann fängt Broder an nachzudenken: Broder, der geschundene Jude von Springers Gnaden.

Irgendwie auch lächerlich - könnte man finden.

miauxx 02.01.2013 | 16:26

"Ok, dann frag dich doch mal weshalb z.B.  Staaten wie das, mittlerweile erfrühlingte, Agypten, das auf Sklaverei  fussende, feudale Stammessystem "SaudiArabien“ oder der klerikal-faschistische Iran, seine "Brüder und Schwester" im "palisitinensichen Gebiet“ so darben lässt."

Wenn Sie darauf anspielen, dass das Palästinenser-Problem von den arabischen Staaten wie auch vom Iran instrumentalisiert wird, haben Sie freilich recht. Das enthebt Israel aber nicht von seiner Verantwortung! Und immerhin sprechen Sie doch vom "Darben" der Palästinenser - folglich kann Augstein doch auch in Ihren Augen gar nicht so unrecht haben?! Oder plädieren Sie dafür, dass ganz einfach Jordanien oder der Libanon oder Ägypten alle Palästinenser aufnehmen und das Problem ist zur Zufriedenheit aller vom Tisch?

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Ehemaliger Nutzer 02.01.2013 | 16:47

einer Kopie der zehn meistgesuchtesten Verbrecher auf der Welt nicht ganz unähnlich.

Was bei dem feinen Parlando indes etwas zwischen die Buchseiten geraten zu scheint: Kriegspropaganda.

Ob Palästinenser, Muslims, Christen, Juden, Verbraucher, Antiverbraucher und was es da sonst noch alles gibt: Die Lust am Krieg scheint alle zu beseelen.

Und wenn die einen töten, dann töten die anderen zwei dafür.

 

Was für eine Wachstumspolitik.

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Ehemaliger Nutzer 02.01.2013 | 17:23

Es scheint, hier sind doch eine ganze Reihe Semi-Antiten unterwegs. Das finde ich betrüblich, weil wahrer Antitismus doch mehr als nur halben Einsatz verlangt. Ich bitte also die Herren Semi-Antiten einen Upgrade zum Vollantitismus in Erwägung zu ziehen und bin sicher, Sie werden diesen Schritt nicht bereuen.

Georg von Grote 02.01.2013 | 17:24

Ach wissen Sie, ich hatte mich damals schon gefragt, als Sie und Ihre von kollektiver Mitschuld faselnden Volksgenossen mich zum freitäglichen Vorzeigeantisemiten hochstilisierten, was Ihre damals schon völlig sinnentleerten und billigen Provokationsversuche eigentlich bedeuten sollen.

Wenn Sie denn überhaupt mal in der Lage wären, auch nur halbwegs einen sachlichen Gedanken zu formulieren, könnte und würde man sich ja in Ruhe mit Ihren Totschlagargumenten auseinandersetzen, aber so, wie Sie gerade bei diesem Thema agieren passen Sie eher zu den intellektuell inkontinenten fidelen Breitenbieslern und wie sie sich sonst noch zu nennen pflegen von MI. Die würden Sie wahrscheinlich mit offenen Armen empfangen, wenn Sie sich da nicht schon längst austoben.

Nur so, wie Sie sich hier aufführen, dürfen Sie auch nicht überrascht sein, wenn man Sie nicht ernst nimmt.

hardob 02.01.2013 | 18:15

Trotz fantasievoller und fantastischer wie fanatischer und putziger Unterstützung aus einschlägigen Expertenkreisen reichte es nur zu einem enttäuschenden 9. Platz. Schade. Das schürt Zweifel an der Kompetenz und Objektivität des Schiedsgerichts.




Die nationalsozialistische "Rechtfertigung" Juden zu vernichten war die, dass man Judentum und Kommunismus/Bolschewismus gleichsetzte und ausrotten wollte.

Putzig! Nicht? 

wwalkie 02.01.2013 | 19:48

Ich glaube , ich hoffe, Broder und Augstein und Augstein und Broder werden sich längst versöhnt haben, während in der FC die Beschneidung weiterhin die Mutter aller Themen sein wird.

Woher ich das weiß? Nun, wer  Geniales so schreibt wie Broder:

So kurz kann der Weg vom Kopf in die Hose sein. In die Judenhose, des reinen Ariers  liebstes  Ausflugsziel. Deren Inhalt fasziniert ihn, lässt ihn nicht zur Ruhe kommen,

auf  dessen Feder kann ein Verleger à la longue nicht verzichten. Und umgekehrt sollte ein Autor, der so schreiben kann, nicht auf den nächsten Freitag verzichten.

 

elisRea 02.01.2013 | 20:07

"Putzig. Nicht?"

Ich gut nachvollziehen, dass Sie oder andere diesen Fakt putzig finden.

"Der amerikanische Botschafter in Russland David Rowland Francis meldete im Januar 1918 nach Washington, die meisten Führer der Bolschewiki seien Juden.[3]

Auch der amerikanische Präsident Woodrow Wilson äußerte diesen Verdacht im Mai 1919 auf der Pariser Friedenskonferenz.[4] Antisemiten in den Vereinigten Staaten und Großbritannien griffen das Thema auf und verschafften ihm erhebliche Publizität.

Die britische Verschwörungstheoretikerin Nesta Webster reihte in ihrem 1920 erschienenen Buch The French Terror and Russian Bolshevism erstmals die angeblich jüdischen Bolschewiki in die Riege atheistischer Verschwörer von den Freimaurern über die Illuminaten bis zu den Jakobinern ein, denen sie bis dahin die Schuld an der Französischen Revolution gegeben hatte;

in späteren Büchern baute sie ihre Theorie einer jüdischen Weltverschwörung noch aus, wobei sie betonte, dass sie sich dabei nicht auf die Protokolle der Weisen von Zion stützte, sondern auf die Erkenntnis, dass Judentum und Kommunismus ein und dasselbe seien.

(...)

In ähnlicher Weise bezeichnete der Reichsführer-SS Heinrich Himmler in einer Rede vor dem Reichsbauerntag 1935 den Bolschewismus als den „von Juden organisierten und angeführten Kampf des Untermenschen“.

(...)

Im Kompilationsfilm Der ewige Jude aus dem Jahr 1940 wird das Thema einer jüdischen Weltverschwörung umfassend dargestellt, von den „jüdischen Plutokraten der Wall Street“ und dem jüdischen Marxismus über die „Judenrepublik“ von Weimar bis zu den angeblich jüdischen Kommissaren in der sowjetischen Staatspolizei.

(...)

Einen Höhepunkt der Propaganda gegen den jüdischen Bolschewismus stellte der Nürnberger Reichsparteitag von 1936 dar, bei dem die Komintern als „Zentralagentur des Weltbolschewismus“ die Projektionsfläche bildete. Die Redner – neben Hitler und Rosenberg auch Rudolf Heß und Joseph Goebbels – behaupteten, 98 Prozent der politischen und wirtschaftlichen Leitungskader in der Sowjetunion seien Juden. „Nicht die Diktatur des Proletariats besteht heute in der Sowjetunion, sondern Diktatur des Judentums über die gesamte Bevölkerung.“[27]

http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Bolschewismus

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Auch interessant dazu:

"Hitler hatte einen Eroberungs- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion schon 1925 in seiner Programmschrift „Mein Kampf“ zum Hauptziel seiner Außenpolitik erklärt. Er begründete diesen mit dem unvermeidbaren weltgeschichtlichen Kampf der „arischen Rasse“ gegen das „Weltjudentum“, dessen extremste Herrschaftsform der „Bolschewismus“ sei. Dort zeige sich „der Jude“ als „Völkertyrann“, so dass man nur beide zugleich bekämpfen könne."

http://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmen_Barbarossa

Und:

http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Rosenberg

Falls Ihnen Bild lieber ist als viel Text:

Ein weißrussisches Hetzplakat von 1919

 

Konfuzikuntz 02.01.2013 | 20:18

Ich denke, Herr Broder wird intensiv für ihn geworben haben. Nein, nicht unbedingt im großen Rat in der unterirdischen Verschwörungszentrale des Weltzionismus zu Atlantis. Vielleicht hat er einfach ein paar SPON-Artikel an eine E-Mail gehängt? Die ein "Bewerbungsschreiben" enthielt? Und auf Senden geclickt?

Ich glaube ohne eine lauten Broder, wäre die Ehre an Augstein vorbei gegangen. Aber er liefert ihm ja auch die Munition selbst, treuherzig und frei Haus. Und warum sollte man sich denn auf einen 85-jährigen SS-Mann einschießen, der ja wirklich... De mortuis... :)

Jakob Augstein ist da doch ein frischerer, agilerer und vielleicht auch etwas leichterer Gegner, der eigentlich nur ein bisschen spielen will. So wie Broder auch.

hardob 02.01.2013 | 20:32

Dass Sie so eine Art Martin Hohmann des quasilinken Salofeuilletonismus sind, das ist mir allerdings seit Längerem schon klar. Und dass sie hier seit fast vier Wochen eine Wohlfühlplattform gefunden haben, sei Ihnen gegönnt. 

Mir selber allerdings wär's lieber gewesen, muss ich gestehen Sie hätten diese Wohlfühlthmosphäre aderswo gefunden, 

Aber; man kann nicht alles haben. Das sehe ich schon ein.

freedom of speech? 02.01.2013 | 20:32

"...Und warum sollte man sich denn auf einen 85-jährigen SS-Mann einschießen, der ja wirklich... De mortuis... :)..."

Das klingt logisch. Es gibt ja kaum noch lebende Nazis zu jagen. Und auch die Erläuterung passt dazu: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/antisemitismus-vorwurf-eine-offene-gesellschaft-12011369-l3.html

"...Broder wird mit dem Satz zitiert, Augstein hätte eine Karriere bei der Gestapo machen können, wäre er nicht zu spät geboren worden...."

Der Wechsel auf die Enkelgeneration - der allerdings nur mit Unterstellungen zu schaffen ist - ist wohl auf der Tagesordnung des SWC.

hardob 02.01.2013 | 20:42

@ Grote4.

 

Lasst mal lieber diese ewige Beschneidungsdebatte aussen vor. Um die gehts hier nämlich absolut nicht.

Gilt das nur bei wwalkie oder auch bei Deinem neuen Freund, der weiter oben schreibt:

 

Was die Beschneidung von Jungen betrifft, geht es

a) nicht darum, wer wem Ratschläge erteilt oder zu erteilen hat, sondern es geht darum, dass NIEMAND, egal welchem Volk oder welcher Religion er angehört kleinen Kindern (ohne medizinischen Grund) an den Geschlechtsteilen herumzufummeln und ihnen Schmerzen zuzufügen hat. USW. USF.

atoz 02.01.2013 | 20:47

hallo,

sozusagen fyi. ein weiterer artikel zu dieser ganzen geschichte

http://www.heise.de/tp/blogs/6/153463

"Jakob Augstein und die regressive Israelkritik"

 

imho: die detailreiche unterscheidung von "regressiver israelkritik", "antisemitismus" und aehnlicher heikler dinge ueberlasse ich den berufeneren menschen unter uns/auf der welt & werde mich dazu auch nicht aeussern.

 

was ich persoenlich schon etwas hart/uebertrieben finde, ist die nennung j. augsteins praktisch in einem atemzug mit m. ahmadinejad oder aehnlichen religioesen wahnsinnigen aus aegypten et c.

 

seriousguy47 02.01.2013 | 22:54

Nun ja, in meinem hier zitierten Kommentar läuft es ja eigentlich noch auf etwas anderes hinaus:

1. "Gerhard Sommer, ehemaliger SS-Untersturmführer der 16. SS-Panzergrenadier-Division "Reichsführer-SS", der am 12. August 1944 im Massaker von 560 Zivilisten im italienischen Dorf Sant'Anna di Stazzema involviert war...." steht auf Platz 2 einer Liste gesuchter Naziverbrecher dieser Organisation

 2. Interessant ist das deshalb, weil die Ermittlungen gegen just diesen Massen-Mörder 2012 vom Stuttgarter OStA Häußler nach 10jährigen Verzögerungen eingestellt wurden. Nicht dieser OStA aber findet sich auf der Anklage-Liste der Organisation...“

rose 03.01.2013 | 00:49

Sich mit Broder zu beschäftigen, ist wie das Interesse für Schalke 04, warum fragt niemand, wieviel er verdient?. So wie niemand, der meint, die Kanzlerin verdiene zu wenig, danach fragt, was sie mit 18000 Euro pro Monat macht, wofür sie die nötig hat. Das Geld steht im Zentrum des Kapitalismus und trotzdem spricht man nicht darüber. Dies zu tun ist etwa bei Angestellten der Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP) im Ausland - 9999 Euro gegen 200 Euro / Monat der Einheimischen- ein Entlassungsgrund. 

freedom of speech? 03.01.2013 | 02:53

Nun es sind wohl mehrere Gesellschaften vom Generationswandel betroffen. Täter und Täterenkel und Opfer und Opferenkel.

Ich habe nicht den Eindruck, dass sich die Enkelgeneration nicht verstehen könnte. Das SWC macht es aber schwerer. Es geht auch nicht nur um Israel und Deutschland.

Die Liste des SWC - das ganz offen die aktuelle Regierung unterstützt - geht weit darüber hinaus. Er trägt die Züge eines weltweiten "politischen Kampfes", der Kritik an der Regierung Israels ("unfair and one-sided media attacks") nieder halten soll:

"Had enough of Israel bashing? Act Now! In these critical days, Israel's leadership needs to know that despite international pressure and overwhelmingly unfair and one-sided media attacks, that we stand in solidarity with her just fight against Hamas terror."

Die Methoden lassen sich gut beobachten und sind in der Liste unten angegeben:

"...we invite members of the public to forward to the wiesenthal center anti-semitic and/or anti-israel so that such incidents can be exposed and that the perpetrators be held accountable in the court of public opinion...."

Erkennen, melden, herausstellen und schließlich den Täter bestrafen im "Gericht" der öffentlichen Meinung.

Mit Herrn Augstein sind die Herrschaften aber gewaltig übers Ziel hinausgeschossen. Ich vermute, zu ihrem eigenen Schaden. Die Kritik wird wohl lauter und nicht leiser werden.

Achtermann 03.01.2013 | 08:43

Christian Bommarius schreibt in der Frankfurter Rundschau (online) vom 02.01.13 unter anderem:

"Augstein hat weder in seinen Artikeln im Freitag noch als Kolumnist von Spiegel online Juden beleidigt oder den Staat Israel. (…)

Parasit“, „parasitäres Pack“, „Pack“ – Broder ist der einzige deutsche Journalist, der sich unentwegt der Sprache des Nationalsozialismus bedient, ohne als durchgeknallter Rechtsextremist geoutet zu werden. Als hätte er Dolf Sternbergers „Wörterbuch des Unmenschen“ geplündert und sich Begriff für Begriff einverleibt, spricht und schreibt er in der Sprache Hitlers und Goebbels’, nur eben, dass er nicht Juden diffamiert, sondern jeden, den er zur Strecke bringen will.

Sprach Hitler vom „ewigen Parasiten“, wenn er Juden meinte, spricht Broder vom „Parasiten“, wenn er den Ruf eines nach seinem Empfinden überbezahlten Referenten einer Nicht-Regierungs-Organisation vernichten will. Sprach Goebbels vom „Pack“, wenn er auf die Kommunisten zielte, spricht Broder davon, wenn er die „Gutmenschen“ treffen will."

 

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 09:53

Wenn ich das hier so lese und die vielen Kommentare in verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen, erweckt all das den Eindruck von:

Die Jagd auf Broder ist erföffnet.

Schade nur, dass ER zu guter Letzt doch noch ein Opfer gefunden hat. Hoffentlich überdenken die Grünen in Löningen noch einmal ihre Entscheidung hinsichtlich Herrn Ulf Dunkel.

Die verbalen Flinten und Geschütze wurden geladen und: es wurde auch Zeit

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 10:16

Von einer Jagd auf Broder zu sprechen ist nicht nur abwegig, sondern zeugte von eben jener Demagogiebereitschaft, die ihm und seinen Leuten mitunter attestiert zu werden scheint.

Und: es geht garnicht um Broder und auch nicht um Augstein.

Das weiß man auch im derzeitigen Board des Simon Wiesenthal Centers.

 

mcmac 03.01.2013 | 11:30

Offensichtlich muss, um den Status Quo zu wahren, inzwischen eine Art von verfeinertem McCarthyismus aus der historischen Mottenkiste reanimiert werden: Wikileaks & Juliane Assange unmöglich gemacht, unglaubwürdig, moralisch verabscheuungswürdig, paralysiert - als Vergewaltiger. Und ein nonkonformer, "irgendwie linker", ziemlich unabhängiger Publizist, der am Status Quo zu kratzen wagt, ein Worldwide-Top-Ten- Antisemit. 

JGonz 03.01.2013 | 12:07
Eines Gedankens kann ich mich in diesem Zusammenhang nicht erwehren - und er enthält die Frage "Cui bono"? Wer hat "Faß!" gesagt? Und warum? Aber das führt ins Reich der Verschwörungstheorien, also lassen wir das besser. Ich würde den Broder nicht so wichtig nehmen. Wie seine Vita zeigt, ist er immer da, wo er seinen Vorteil sieht. Haut nicht auf den Broder ein, schaut, wer am anderen Ende der Leine hängt! Für Jakob Augstein ist das meiner Ansicht nach der publizistische Ritterschlag - es scheint, er wird nun ernst genommen. Gratulation dazu, wie auch zu der souveränen Reaktion! Ansonsten, wie bereits bemerkt, wäre die Platzierung Augsteins als "schlimmster Antisemit Deutschlands" eigentlich eine Auszeichnung für unser Land - wenn da nicht noch andere, recht aktive, Vertreter der Gesinnung unserer Großväter ungestört, und nicht vom SWC "ausgezeichnet", am Werk wären. Das SWC ("Leadership with a global reach"{? muss ich das verstehen ?}) meint in dem Preisverleihungs-pdf [1]: > We invite members of the public to forward to the > Wiesenthal Center anti-Semitic and/or anti-Israel > so that such incidents can be exposed and that the > perpetrators be held accountable in the court of > public opinion. Ich überlege, dem SWC das SWC für den diesjährigen Preis vorzuschlagen. Sich in dieser Weise der Politik zu beugen und sich derart instrumentalisieren zu lassen, schadet das dem Ansehen Israels nicht mehr als alle Tiraden eines Ahmadinejad? Ist das nicht "anti-Israel" per definitionem, ein sorgfältig gezielter und perfekt ausgeführter Schuss in den eigenen Fuß? Viel Spaß beim Nachdenken! [1]: > http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TT_2012.PDF
die Realistin 03.01.2013 | 12:18

Augstein hat meine volle Sympathie und Zustimmung. Wären doch nur alle Journalisten in Deutschland so mutig wie er.

Es kann doch nicht angehen, das die Millionen ermordeter Juden ewig als Feigenblatt für die menschenverachtende Politik des Staates Israel herhalten müssen oder für die verbrecherische Potitik der amerikanisch-jüdischen Bank Goldman Sachs...

Ja, die Nazis haben Millionen Juden umgebracht. Sie haben aber auch Millionen Menschen anderer Nationalitäten umgebracht, nicht nur auf den Schlachtfeldern des 2.Weltkrieges. Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter aus allen europöischen Ländern...

Es ist Zeit, die jüdischen Opfer nicht mehr als besondere darzustellen!Alle Opfer durch die Naziherrschaft sind gleich schlimm.

Warum kann der Westen hemmungslos Russland kritisieren und Antirussismus bekunden, ohne dafür wie für Antisemitismus bestraft zu werden?

 

elisRea 03.01.2013 | 13:32

"Haut nicht auf den Broder ein, schaut, wer am anderen Ende der Leine hängt! Für Jakob Augstein ist das meiner Ansicht nach der publizistische Ritterschlag - es scheint, er wird nun ernst genommen. Gratulation dazu, wie auch zu der souveränen Reaktion!"

Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Ich finde es konstruktiver sich inhaltlich, dem, was jemand sagt und tut auseinanderzusetzen, sachlich zu argumentieren und zu kritisieren. Zumindest sollte man es versuchen, auch wenn es nicht immer gelingt.

"...Ob jemand koscher isst oder halal oder doch lieber Kassler, ist Privatsache. Ebenso wann und zu welchem Gott er betet. Religionsfreiheit beinhaltet auch das Recht, areligiös und antireligiös zu sein und sich über den eigenen und seiner Nachbarn Gott lustig machen zu können, ohne deswegen bedroht zu werden. Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat sind die Werte, die offensiv verteidigt werden müssen."

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/zentralrat-der-juden-henryk-m-broder-meine-kippa-liegt-im-ring/1282018.html

Vor diesem Satz von Herrn Broder ziehe ich  meine Mütze und hole seine Kippa aus dem Ring.

 

freedom of speech? 03.01.2013 | 13:56

Entschieden ist sicher noch gar nichts. Aber der "court of public opinion" war in Sachen Günter Grass bereits "tätig."

Und da waren Benjamin Netanjahus "Publizisten" mit desaströsem Ergebnis unterwegs.

Immerhin hat der PEN Präsident damals erklärt:

"...Grass sei kein Antisemit und habe das Existenzrecht Israels nie infrage gestellt...."  http://www.sueddeutsche.de/kultur/entscheidung-der-schriftstellervereinigung-grass-bleibt-pen-ehrenpraesident-1.1355588

Jetzt ist die Sache noch schwieriger. Das sieht das SWC selbst so: "despite international pressure and overwhelmingly unfair and one-sided media attacks".

Nun hat man mit einem Fehlschuss im Gepäck sich auch noch das falsche Ziel ausgesucht. Das kann nur schief gehen. Es ist zwar zu erwarten, dass Netanjahus "Publizisten" ihre Aktivitäten verstärken, aber sie beginnen auf einem bereits skeptischen Terrain.

Denn inzwischen (seit Operation Cast Lead) ist Jedem klar, dass von den IDF ganz gezielt versucht wird, Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen. Insbesondere mit Hilfe von vorgefertigten "Argumentationshilfen" für Blogs und Foren.

Mal sehen. Die Tagesschau berichtet jedenfalls mit einem Fragezeichen. http://www.tagesschau.de/inland/augstein100.html

 

 

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 14:06

sich Begriff für Begriff einverleibt, spricht und schreibt er in der Sprache Hitlers und Goebbels’, nur eben, dass er nicht Juden diffamiert, sondern jeden, den er zur Strecke bringen will.

Georg … was da steht, klingt doch sehr nach Jagd, oder? Zur Strecke bringen … hört sich doch an wie eine verbale Flinte, finde ich. Und wie heißt doch dieses eingängige chinesische Sprichwort …

Wer Wind säht, wird Sturm ernten

Und Jakob Augstein … wurde ihm nicht zugute gehalten dass er als Spätgeborener nicht mehr der Gestapo angehören könne? War’s nicht Broder der das schrieb? Was ist denn das?

Da empfinde ich Dunkels Gedicht geradezu als wohltuend, eine lyrische Umschreibung der Wirklichkeit schreiender Babys die von verblendeten Fanatikern verstümmelt werden. Was willst Du da noch trennen?

Die Lawine ist losgetreten … und es war nicht Dunkel der sie lostrat. Ist eigentlich aufgefallen, dass Broder kurze Zeit, nachdem er erstmals JA als Antisemiten denunzierte seine Zeit beim Spiegel endete und er bei dem springerschen Käseblatt Welt unterkroch? Der ist sich für nichts zu schade, Hauptsache er kann wüten.

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 14:12

Ob Augstein bzw. wie Augstein das wegsteckt, weiß man nicht. Ich würde mir ein paar Gedanken darüber machen,wo ich demnächst, ob dienstlich oder privat, einreisen möchte und ob ich dort  wegen meiner " Nominierung Platz 9 "  Schwierigkeiten bei der Einreise bekomme . Und ich meine nicht die Einreise nach Israel.

In die USA, dass könnte z. B. verdammt schwer werden. Andere Länder ebenso...

In sofern kann man auf so eine  "PR " gerne verzichten oder ?

 

Georg von Grote 03.01.2013 | 14:34

KH, Du wirfst mir zu viele Sachen in einen Topf, die nicht zusammenpassen.

Lassen wir mal den Broder völlig aussen vor.

Augstein hat grundsätzlich in seinen Kolumnen die aktuelle Politik Israels kritisiert. Er hat weder Juden "angegriffen", noch "Israelis". Den Strick dreht man ihm also nur, weil er offen aussprach, was ihm an der derzeitigen Politischen Richtung nicht passt und befindet sich dabei in bester Gesellschaft von systemkritischen israelischen Journalisten, die die gleiche Meinung vertreten. Im Prinzip hat er nur seinen Auftrag als politischer und kritischer Journalist erfüllt,

 

Dunkel allerdings hat etwas anderes gemacht. Er hat ganz gezielt gegen Juden und jüdische Traditionen, wie auch muslimische Traditionen geschossen.

Diese Tradition der Beschneidung muss man kritisieren, bzw in Frage stellen dürfen, aber nicht in der Weise, wie es Dunkel gemacht hat.

Dunkel hat diffamiert, er hat im zweiten Anlauf sogar beschimpft, die Betroffenen herabgewürdigt und ist damit bei weitem über das Ziel hinausgeschossen und hat das erforderliche Maß an Zurückhaltung und Toleranz überschritten. Das ist in meinen Augen schon tendenziös antisemitisch. Den Vorwurf muss sich Dunkel schon gefallen lassen.

insoweit kann man die beiden Fälle nicht auf der gleichen Ebene ansiedeln.

Was Broder angeht, meine ich mich erinnern zu können, dass desen Spiegel-Ära schon 2010 endete, während er erst 2012 mit seinem Augstein-bashing begann.

So bekloppt ist auch ein Broder nicht, dass er als Lohnschreiber einen Journalisten aus dem eigenen Hause, zumal noch in dieser Position offen angreift. Den Mut besitzt er nicht, der Mann ist gewohnt aus dem Hinterhalt zu feuern. Olli Kahn würde sagen: Die Eier hat der nicht um das zu wagen.

seriousguy47 03.01.2013 | 14:42

@ Achtermann

Vielen Dank für den FR-Link..... Ich selbst hatte die FR leider nicht mehr auf dem "Schirm"....

Ich denke, Bomarius trifft die Sache sehr gut - und die weiterführenden FR-Links verweisen auf Beiträge, die ebenfalls sehr erhellend sind.

Mich bestärkt das Ganze in der Vermutung, dass Broder nur ein journalistisches Lebensziel verfolgt: die Deutschen mit seiner blinden, kleinkindhaft übersteuerten Rache für das zu verfolgen, was seinen Eltern angetan wurde. Seine egomanischen Hasstiraden zeugen einerseits davon, was passiert, wenn man nicht bereit ist, sich der Arbeit mit tiefen seelischen Verletzungen zu stellen, sondern sich stattdessen chronisch Erleichterung durch blindes Ausagieren zu verschaffen sucht.

Andererseits schaden sie durch ihre offensichtliche Irrealität der eigentlichen Sache: der gemeinsamen ehrlichen Aufarbeitung dessen, was geschehen ist.

Drittens erzeugen sie schließ,ich genau das, was sie zu bekämpfen vorgeben: neuen Antisemitismus zusätzlich zum weiter bestehenden. Und genau da ist Broder eben doch brandgefährlich. Umso mehr dann, wenn er sich darin mit solchen Nachkommen aus der Tätergeneration trifft, die aufgrund ähnlicher seelischer Mechanismen als blindwütige, selbsternannte "Antisemitismus"-Krieger durch die Lande ziehen und meinen, sich von der Vergangenheit exkulpieren zu können, indem sie sich Sündenböcke schaffen, an denen sich sich dann als die geläuterten "Guten" ebenfalls für das rächen können, was die Altvorderen verbrochen haben.

Da findet dann zusammen, was auf perverse Weise zusammen gehört und betreibt gemeinsam ein höchst gefährliches Spiel, das nicht nur (neuen) Antisemitismus provozieren könnte. Solche Hasskampagnen stören/ blockieren auch die Bereitschaft von Betroffenen auf beiden Seiten, sich der schwierigen Aufgabe der gemeinsamen Aufarbeitung zu stellen.  Und sie schaffen - z.B. im "Fall" Augstein - Gruppenfronten, wo differenziertes Nachdenken und Argumentieren gefragt wäre.

Aber ein  "Krieg" kennt keine Differenzierung mehr. Und dieser Kollateralschaden solchen Tuns ist für die genannten Gruppen, die diesen "Krieg" betreiben wollen, durchaus erwünscht. Er ist der gemeinsame "Krankheitsgewinn".

freedom of speech? 03.01.2013 | 14:45

http://www.welt.de/debatte/article112378427/Augsteins-Verteidiger-sind-auf-linkem-Auge-blind.html

Auf dem linken Auge blind? Das soll Herr Wergin mal der CDU-Vizechefin erzählen. Grins!

http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE90104P20130102

Na ja, zumindest scheint er zu wissen, wo die Pressefreiheit endet:

"...Es geht vielmehr darum, mit einem semantischen Trick das Feld des Judenhasses zu verlassen und das Feld der "legitimen Israelkritik" zu betreten. Weil man glaubt, sich dort auf sicherem Terrain zu befinden...."

Alles klar, Journalist?

 

Red Bavarian 03.01.2013 | 16:22

>>4 ) „Gaza solle ...<<

2011 war ich auf einer Kundgebung zur zweiten Free-Gaza-Flotille seinerzeit, wo unter anderem eine Genossin gesprochen hat, die bei der ersten dabei gewesen war, und es zudem einen Live-Bericht per Handy gegeben hat. Dort ist es soweit gekommen, dass sich pro-israelische und pro-palästinensische Demonstranten in die Haare bekommen haben. Schließlich haben sich unter der Anweisung der Polizei auf den gegenüberliegenden Straßenseiten getrennt zwei Linien der Gegner aufgestellt, die sich dann gegenseitig beschimpft haben. Ein Wagen mit USK-Leuten hat an der Seite dazwischen stehend aufgepasst, dass das Ganze nicht noch mehr eskaliert.

In jeder der drei Gruppen, die sich gebildet hatten, nämlich die zwei streitenden und die friedlichen Zuhörer waren Menschen verschiedener Soziokulturen, Nationalitäten und Religionen. So sehe ich es allgemein auch, also dass ich auf die persönlichen Einstellungen der Menschen schaue.

Was mich angeht, so halte ich mich zum Thema Israel und Palästina politisch heraus. Was mich berührt, das sind die Menschen ungeachtet der Soziokulturen, Nationalitäten und Religionen, die unter Gewalt und Krieg leiden. Siehe auch eine Stellungnahme zum Themenbereich Israel seitens der LAG ChristInnen DIE LINKE Bayern. Ich bin dort Mitglied, wobei ich beim Erarbeiten der Stellungnahme nicht mit dabei war.

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 16:45

Herr Augstein ein Antisemit? Wie lächerlich.

Auf der Liste sollten viel mehr all die stehen, die dafür die Verantwortung tragen, dass es erst seit 2005 ein Mahnmal für die Opfer des Holocausts in Deutschland gibt. Sechzig Jahre später!!! Wie abartig. Meiner Ansicht nach haben wir kein Problem mit Neonazis. Es ist viel schlimmer: die heimlichen Nazis. Jeder einzelne muss auf der Liste stehen und vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden. Recherchetipp: z.B. Gladio. Vatikan (Persilscheine).

Ach, ich habe ja ganz vergessen, dass unsere deutsche Gerichtsbarkeit fest in brauner Hand ist. Wird es nicht allerhöchste Zeit für wahre Gerechtigkeit? Daher am besten Anklage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Jeder Einzelne.

Zeit aufzuräumen in der Braunen Republik Deutschland.  

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 17:08

Gleiches gilt meiner Meinung nach auch für alle anderen, die, in welcher Form auch immer, einen "Nutzen" aus dem Holocaust ziehen. Wie man so ein Verbrechen so schamlos für eigene Zwecke missbraucht, ist in Worte nicht zu fassen. All diese gehören auf die Liste.

Aber Hauptsache, Herr Augstein steht darauf. Ein großes Kompliment an das Simon Wiesenthal Center. Die scheinen ja richtig Ahnung zu haben. Wie all die anderen auch. Ich bin fassungslos.

JGonz 03.01.2013 | 17:52
Ich habe Bekannte aus Israel sowie aus Palästina. Mit SmartFone, alle, und bis auf wenige Ausnahmen offen zum Dialog. Verweigerung kommt aus dem streng religiösem Bereich, beiderseits. Fundies? Meine nicht-fundies haben, ohne mein zu-tun, bereits eine Vision, wie sie in Zukunft miteinander leben können. Sie schießen nicht aufeinander, wenn sie zusammen am Tisch sitzen. Sie reden. Junge Christen, Juden, Moslems aus der Region, die sich nach D gerettet haben. Wenn man nur die alten Säcke weg-beamen könnte, die mit überwältigender Media-Präsenz das Volk indoktrinieren ... Die Welt könnte so schön sein. Wenn nicht einige daraus ein Geschäft machen wollten ...
oi2503 03.01.2013 | 18:10

"3. Die nationalsozialistische "Rechtfertigung" Juden zu vernichten war die, dass man Judentum und Kommunismus/Bolschewismus gleichsetzte und ausrotten wollte."

Dagegen spricht:

"Dass der Autor von Mein Kampf sich bei antisemitischen Autoren wie Houston Stewart Chamberlain oder Hans F. K. Günther bediente, ist bekannt. Neu aber ist der Nachweis Rybacks, welchen großen Einfluss das 1925 auf Deutsch erschienene Buch des Amerikaners Madison Grant Der Untergang der grossen Rasse – eine krude Mischung aus sozialdarwinistischen, rassistischen und eugenischen Theorien – auf Hitler ausübte.

Ryback interessiert sich nicht nur für die Frage, was Hitler las, sondern wie er las. Als Beispiel hierfür zieht er vor allem die 1934 neu aufgelegten Deutschen Schriften des Judenhassers Paul de Lagarde heran. In seinem Exemplar versah Hitler über hundert Seiten mit Unterstreichungen, senkrechten Strichen am Rand, Ausrufe- und nur seltenen Fragezeichen. Die Lektüre sollte Hitler nicht zu neuen Erkenntnissen verhelfen, sondern ihn in seinen Überzeugungen bestärken. Er suchte nach »Mosaiksteinchen, die in ein vorgegebenes Muster eingefügt werden« konnten. So markierte Hitler etwa die Passage: »Die Juden bleiben Juden«, deshalb liege es an den Deutschen, die »Judenfrage« zu beantworten." (aus: http://www.zeit.de/2010/12/P-Ryback)

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 19:11

Habe alle Links gerne gelesen. Nur Augstein hilft dieser Beistand nicht. Er steht auf dieser ,, Wanted " Liste ..( fehlt nur noch dead or alive) **/

@ Mad es hell

Es gibt weltweit so viele Journalisten, die auf irgenwelchen Listen stehen und in irgendwelche Länder nicht einreisen dürfen, weil sie Regimekritische Artikel veröffentlicht haben. Daran kann niemand etwas ändern. Pressefreiheit ist manchmal  nur ein Wort..

 

 

_vertrauen_ 03.01.2013 | 19:34

Augstein hat mein volles Vertrauen. Habe den Freitag bisher nur am Kiosk gekauft. Nach diesen diffamierenden Antisemitismusvorwürfen des unsäglichen Herrn Broder und einigem stilosen Communityverhalten, siehe u.a. "der-Splitter-im-Auge", habe ich mich entschlossen, ein Abo für den Freitag zu kaufen, um diese Zeitung und Augstein ausdrücklich zu unterstützen.

elisRea 03.01.2013 | 19:59

Der Tagesschau -Link ist informativ und interessant. Es heißt dort:

"Rabbi Abraham Cooper arbeitet im Simon Wiesenthal Zentrum in Los Angeles und erstellt jedes Jahr die Liste der zehn schlimmsten Antisemiten weltweit.

(...)

Bei Augstein handele es sich um einen wichtigen Spieler im deutschen Journalismus, der niemandem Rechenschaft ablegen müsse, erklärt Rabbi Cooper - und vielleicht sei das ja das Problem. Augstein müsse seine Texte niemandem vorlegen, bevor sie gedruckt werden."

- Ein Journalist und eine Zeitung, die sich der Kontrolle bestimmter Leute entzieht ist ein Problem für wen?

- Entspricht diese Auffassung von Rabbi Cooper dem, was jedem Bürger in D. durch das GG an Meinungs- und Pressefreiheit garantiert wird?

----------------

Rabbi Cooper begründet seine Entscheidung hiermit:

".... Wenn jemand in dieser Position ein Bild zeichnet, wonach zehn Prozent der jüdischen Bevölkerung in Israel, die ja auch eine religiöse Bevölkerung ist, von den Deutschen genauso gesehen werden sollten wie islamische Extremisten und Terroristen, dann ist das nicht nur komplett unrichtig und falsch, sondern dann überschreitet er die Grenze, was Dämonisierung angeht."

- Die Aussage hat es in sich, denn sie zeigt von welcher Medienmacht Rabbi Cooper ausgeht.

- EIN Journalist zeichnet EIN Bild, DIE Deutschen sehen das Bild und übernehmen es genau so als Abbild von Wirklichkeit?

- Hat J. Augstein genau das Bild gezeichnet, was rabbi Cooper sieht?

- Und das Bild, das Rabbi Cooper von J.Augstein sieht und wer auch immer gezeichnet hat, hat Rabbi Cooper ungeprüft als Abbildung von Wirklichkeit übernommen? So einfach ist das (/Manipulation)?

-----------

Dem Bild des Antisemiten, so wie es Rabbi Cooper sieht, liegt folgende Schablone zugrunde:

"Rabbi Cooper zitiert dazu den israelischen Politiker und Menschenrechtsaktivisten Natan Sharansky:

Antisemit ist jemand, der die Grenze der drei Ds überschreitet: Doppelter Standard, Dämonisierung, und Delegitimierung."

??? :-/

Erklärt wird das so:

"Die Grenze zwischen legitimer Kritik und Diffamierung sei entscheidend: Wenn jemand sage, sorge dich nicht um eine iranische Atombombe, das ist keine Bedrohung, aber schau dir den jüdischen Staat an, da sind die Typen, die gefährlich sind - dann sei das zwar kein neuer Gedanke. Günter Grass habe das gleiche, nur eleganter, in seinen Gedichten gesagt, so Cooper. Aber so etwas als Deckmäntelchen zu nutzen, um die israelische Außenpolitik zu kritisieren, sei einfach Unsinn."

??? Antisemit = jemand, der Unsinn redet??? :-/

- Hat J. Augstein Unsinn geredet?

- Treffen die Vorwürfe v on Rabbi Cooper zu?

- Warum hat sich Rabbi Cooper bei einer so gravierenden, verantwortungsvollen Entscheidung nicht die Mühe gemacht, die Beschuldigungen gegen J. Augstein  sachlich und gewissenhaft durchzuprüfen - so wie es der Autor "freiheitliebender" hier im FREITAG, der online-Zeitung des "unkontrollierten"  J. Augstein - vorgeführt hat.  Inwieweit man in jedem Punkt zustimmt ist eine andere Sache - aber:  Respekt dafür!

DER Peter 03.01.2013 | 20:40

im Simon Wiesenthal Center sitzen die Volksverhetzer.. aber das darf man ja nicht offen sagen.

Tatbestandsmerkmale

Den Tatbestand einer Volksverhetzung definiert § 130 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs:

Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert , oder2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. (Wikipedia)

TamirM 03.01.2013 | 21:48

Als infolge des Mohammed Films in arabischen Ländern das Feuer brannte schrieb Augstein "Wem nützt die Gewalt?" Darin stellte er in Frage, dass der Kopte, der den Film drehte, im eigenen Auftrag handelte. Und er stellte fest, dass der Brand den US-Republikanern und der israelischen Regierung sehr gelegen kam. Die Punkte musste der Leser dann selbst verbinden, um zu darauf zu kommen, wem "zuzutrauen" ist, hinter dem Feuer zu stecken, wer also die eigentlichen, "skrupellosen" Täter sind.

miauxx 03.01.2013 | 22:04

"Bei den Top Ten der SWC handelt es um "Mainstream Anti-Semitism", nicht um Neonazis."

Ach so? Meinen Sie? Ich finde da keinen Verweis auf "Mainstream". Dafür aber richtige Neonazis in der Liste. Und überhaupt: Was sollte eine blödsinnige Unterscheidung in "Mainstream", Neonazis oder  was weiß ich was für Antisemiten??

Ach, die ganze Liste, in dieser Art und veröffentlichter Form, ist Blödsinn. Wozu soll die dienen?

miauxx 03.01.2013 | 22:17

Hach, diese Attitüde immer:  "aber das darf man ja nicht offen sagen."

Ferner greift der Paragraph, den Sie zitieren nicht. Zum einen nicht aus inhaltlichen Gründen, weil diese Antisemiten-Charts nicht bestimmte Gruppen, Ethnien, Religionen etc. angreifen. Und zum anderen nicht, weil es sich um das deutsche Strafrecht handelt. In den USA mag die Rechtslage ähnlich sein - nur müssten Sie die dann zitieren.

Trotzdem haben Sie recht, wenn Sie die Liste für bedenklich halten! Das tue ich auch. Nicht nur, weil offenbar die Kriterien der Auswahl sehr fraglich und überaus subjektiv sind. Das zeigt uns die Wahl Augsteins. Sondern auch, weil ich mich etwa frage, welcher Gewinn aus dieser Liste, eben gerade für das SWC und v.a. betroffene Juden,  davon getragen werden soll?!

 

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 22:29

"Da können wir in Deutschland ja froh sein, dass sich unter unseren Landsleuten kein schlimmerer Antisemit als J.A. findet. Die Lage ist hierzulande offenbar derart entspannt, dass man beim SWC richtig Mühe hatte, jemanden zu finden."

Wunderbar. Dann kann ich ja endlich der NSDAP, ne NPD, beitreten. Wie geil! Und Herr Augstein wird unser neuer Führer. Dann kann sich Herr H. M. Brödel mal ordentlich warm anziehen. Vierzig Tage in der Wüste, 24 Stunden am Tag dabei beschallt mit Lappaloma ole oder so. Das wird ein Riesenspaß. Bin sehr gespannt, wie die anschließende Anhörung zum Thema Religionswahn ausfällt. Vielleicht konvertiert er dann lieber und wird Sexist. Das entspannt auch viel mehr beim Beten & Hassen. Wozu auch vergeben? Wie albern. Wer so richtig auserwählt ist, für den ist das wahrschlich nichts. Bin ich froh, dass ich nur ein einfacher Mensch bin, frei von jeder Religion. Und trotzdem sehr gläubig. Zum Glück sind die friedliebenden Juden in der absoluten Überzahl. Herr Brödel? Vielleicht sollten Sie mal mit denen sprechen statt sich mit irgendwelchen sich selbst Erfüllenden Prophezeihungen zu beschäftigen. Man, man, man.Was für ein schwachsinniger Irrsinn.

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 22:39

Die Katholiken kennen die wahrste Wahrheit, die Juden sind auserwählt. Hört sich schwer nach einer Wettbewerbssituation an. Hat vielleicht deshalb der Vatikan im 2. Weltkrieg geschwiegen? Auf Kosten von Abermillionen von Toten?

Aus Respekt vor den Opfern keine weiteren Kommentare. 

elisRea 03.01.2013 | 23:07

Hier könnten Sie Antworten finden:

"Unsere Organisation veröffentlicht diese Aufzählung seit zwei Jahren. Wir möchten damit den Fokus auf die schlimmsten Antisemiten des zu Ende gegangenen Jahres richten und vor ihnen warnen. Jene, die sich so schändlich über Juden und Israel äußern, sollen merken, dass dies nicht unbemerkt bleibt. Wer ein Judenhasser ist, soll der Öffentlichkeit auch als solcher bekannt sein."

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/14867

Wissen die eigentlich, was sie damit anrichten?

Ist das ein Verhalten, das dazu beiträgt Hass abzubauen?

JR's China Blog 03.01.2013 | 23:35

Die Standards scheinen recht variabel zu sein - 2011 wurde das iranische Regime von den mainstream voices ausgenommen; 2012 gehörte es offenbar zum Mainstream. Und für die Top-Position in der 2011er Liste  reichte schon das, was Mahmoud Abbas nicht sagte. Diese Liste hat mit dem Weltfrieden ungefähr soviel zu tun wie die "Gaza Freedom Flotilla".
Die Wellen, die sie offenbar schlägt, sagt viel über den Zustand unserer Medien aus. Können wir demnächst mal wieder über Nachrichten reden? Oder ist eine gescheite Recherche für die Medien im Internetzeitalter einfach zu teuer, wenn's ein Aufreger auch tut?

janto ban 04.01.2013 | 00:41

Hier. Was mich mal interessieren würde: Steht es eigentlich unter Strafe, sich selbst so zu bezeichnen, wie man da genannt wird?

Oh, da hab' ich eine super Idee für einen Blogeintrag. Man könnte doch mal den einen oder anderen Text der letzten Tage highjacken und sich einen kleinen Streicher erlauben. Auf dass es sich aufschaukele bis zum absoluten Gehtnichtmehr. Juchhu!

Unter dem Weihnachtsbaum UN-Resolutionen für den Frieden in der Welt aufsagen? Wie langweilig! Lieber hasserfüllte Texte aus Internetblogs zitieren! Yeah!

Nach müde kommt doof. Gute Nacht.

janto ban 04.01.2013 | 01:06

Oh nein. Lass mich raten. Du sitzt unter dem bereits abgeschmückten Christbaum, sagst UN-Resolutionen rückwärts auf und fragst dich, warum niemand lieb zu dir ist? Das kenn' ich. Ich schreibe in solchen Situationen meist schadenfrohe Blogeinträge, die bekunden sollen, was ich für ein heißes Gerät an Hirn unter meiner Schädeldecke trage. Hilft ungemein. Danach hat einen zwar immernoch keiner lieb, aber alle wollen einen... Oh, entschuldigung, ich sehe, es ist recht spät. Ich gehe nun zu Bette.

P.S.: Geiler Eintrag. Sexy.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 07:30

Georg, im Grunde bestätigst Du was ich sage. Hinter all dem steckt ein konzertiertes Kalkül, so zu sagen eine komplexe Melange. Diese auseinander zu dividieren scheint die Strategie hinter den Vorwürfen. Und so werden einzelne Personen in den Fokus gezerrt, um sich mit ihnen zu befassen und ihnen Fehler (Herabwürdigung) vorzuwerfen und zu demontieren. Aus der Summe der Demontagen bleibt dann von den Kritikern ... NICHTS und die Monteure stehen, wie immer, im hellen Licht.

Es geht nicht darum, jemanden zu dämonisieren, aber es muss erlaubt sein, die Art und Weise zu analysieren, mit der der Mechanismus dieser Demontage(n) durchgeführt wird: Es ist reine Psychologie, die Wegmarken setzt, an denen Anker geworfen wird; und eine dieser Wegmarken heißt: Antisemit, Antisemitismus mit allen darin angedockten Prädikaten. Wenn dies offen liegt, kann man sich auf Augenhöhe begegnen und man sollte sich nicht in Political Correctnes ducken, sondern klar und deutlich zum Ausdruck bringen, was man von den Dingen hält und wie man zu ihnen (sowohl den Personen als auch den Fakten) steht.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 07:40

 

@ Anna T.

Es gibt nicht nur blacklistings für Journalisten.

Aber die des SWC ist nun mal "prominent" besetzt, das schafft ihr per se jenen erwählten Aufmerksamkeitswert, den sich das SWC dafür ausgedacht zu haben scheint.

man muß mad as hell übrigens nicht unbedingt in capital letters schreiben müssen :).

selbst wenn man es nicht wünschen sollte erledigt das ggf das cms einer benutzeroberfläche.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 10:16

Das Simon Wiesenthal Center hat richtig entschieden.

Diese Top-Ten-Platzierung sollte uns wachrütteln.

Antisemitismus ist eine Pest und wenn man permanent Israels Politik kritisiert, Hamas, Hisbollah, Fatah etc. jedoch nicht, ist man Antisemit. Was sonst?

Wenn man dann noch orthodoxe Juden mit Islamisten gleichsetzt, ist es purer Antisemitismus.

 

Das man hier Juden als Rumpelstilzchen verunglimpfen darf, spricht   ja auch Bände.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 10:51

 

@ Brandstetter Claus

 

Erlauben Sie eine Präzisierung:

"... von offiziellen Regierungs-Doktrinen abweichende Haltungen als Antisemitismus zu brandmarken."

Antisemitismus ist eine schwerwiegende Angelegenheit.

Und es stimmt: ein nicht nur in Deutschland wiederaufkeimendes Problem, das imao im Fall eines formulierten Antisemitismusverdachts gründlicher Untersuchung bedarf.

Dazu gehört auch eine Prüfung der Quellen, die ein weltweit geltender Bann reklamiert.

 

 

elisRea 04.01.2013 | 11:21

"Das Simon Wiesenthal Center hat richtig entschieden."

Was liegt Ihrer Beurteil von richtig und falsch zugrunde?

Das SWC hat ganz klar FALSCH entschieden. Warum?

Weil es die Fakten nicht geprüft hat.

Die Entscheidung beruht offensichtlich auf bloßem Hörensagen, auf Klatsch und Trasch und ähnlich qualifizierten Dingen oder aber auf absichtlicher Verleumdung.

Mit dieser Art der Entscheidung hat sich das SWC selbst disqualifiziert und auch im Hinblick auf die Nominierung anderer Kandidaten unglaubwürdig gemacht. 

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Was ist der Zweck gerade den "im Zweifel Linken J.A. auf die Liste zu setzen?

Rabbi Cooper sagt es:

"Bei Augstein handele es sich um einen wichtigen Spieler im deutschen Journalismus, der niemandem Rechenschaft ablegen müsse, erklärt Rabbi Cooper - und vielleicht sei das ja das Problem. Augstein müsse seine Texte niemandem vorlegen, bevor sie gedruckt werden."

Augstein soll, da man ihn nicht kontrollieren kann, auf diese Weise mundtot gemacht werden und zur Abschreckung für alle dienen, die derzeitige israelische Regierung/Politik zu kritisieren.

 

elisRea 04.01.2013 | 11:22

"Diese Top-Ten-Platzierung sollte uns wachrütteln."

Unbedingt!

Eine Organisation, deren ehrenwerte Aufgabe es ursprünglich war, Nazis/Rechte zu jagen, jagd jetzt offensichtlich Linke, Leute, die rechtsgerichtete, nationalistische Politiker, wagen sachlich und begründet zu kritisieren. In wessen Auftrag und in wessen Interesse?

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"Antisemitismus ist eine Pest und wenn man permanent Israels Politik kritisiert, Hamas, Hisbollah, Fatah etc. jedoch nicht, ist man Antisemit. Was sonst?"

Antisemitismus ist ...

Und jetzt kommt Ihre persönliche Definition von Antisemitismus, die weder mit der Wortbedeutung noch mit der Entstehungsgeschichte des Worten noch mit ihrer im Allgemeinen gebräuchlichen Verwendung zu tun hat.

Selbstverständlich steht es Ihnen frei einen Baum Tisch zu nennen.

Das trägt allerdings eher zur Verwirrung und Irritation bei als zur Aufklärung und Verständlichmachung. Aber auch das ist einigen Leuten von Nutzen, nämlich solchen, die Erkenntnis von Wahrheit verhindern, Macht und kontrolle haben bzw. behalten wollen.

Wie nennen Sie jemanden, der völlig undifferenziert und permanent Hamas, Hisbollah, Fatah, aber niemals die Politik Israels kritisiert?

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"Wenn man dann noch orthodoxe Juden mit Islamisten gleichsetzt, ist es purer Antisemitismus."

Ist es denn Ihrer Ansicht nach gestattet orthodoxe/ultraorthodoxe Juden und islamische Fundamentalisten/Islamisten zu vergleichen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen? 

Was und wer darf Ihrer Meinung nach jüdische Religion und/oder israelische Politik kritisieren?  Auch Nichtjuden und Nichtisraelis?

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"Das man hier Juden als Rumpelstilzchen verunglimpfen darf, spricht   ja auch Bände."

Ich weiß nicht auf welches Zitat Sie sich beziehen. da fehlt der Beleg und somit der Kontext. Hat hier jemand gesagt "ALLE Juden sind Rumpelstilzchen" ?

Sie haben HIER die Gelegenheit zu sagen, was und warum das genau so falsch  ist wie zu sagen:

Alle Juden sind Müllers Lieschen oder der Ritter der Artussage.

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Die Quelle zuum Rabbi Cooper-Zitat:

http://www.tagesschau.de/inland/augstein100.html

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 11:40

Hier kann es mE lediglich darum gehen, ob dem SWC damit gedient sein kann, von offiziellen Doktrinen abweichende Haltungen als Antisemitismus zu brandmarken.

 

Im Fall Augstein ist der Fall doch klar, mal stellt er orthodoxe Juden mit Islamisten gleich, mal polemisiert er über den infationären Gebrauch des Antisemitismus-Vorwurfes (und liefert damit den Rechten ein Totschlagargument), stellt sich auch noch als ein verfolgtes Opfer hin, auf Facebook hat einer ganz böse über mich geschrieben, teite er den schockierten Spiegellesern mit.

Wie sieht den diese viel beschworene Israelkritik aus? Man kritisiert ja nur Israel und keinesfalls die" Juden".  Einen Judenhass zu unterstellen, wäre ja ein infationären Gebrauch des Antisemitismus-Vorwurfes, wie es Augstein ja lehrte.

Nur frage ich mich, was seine folgende Aussage mit Israelkritik zu tun hat:

"Würde Israel für seine „machtpolitischen Interessen auf Zahnpastatuben setzen und nicht auf Atomraketen, die berufliche Zukunft von rund 13.000 Drogistinnen wäre sicher“.

Was will uns Augstein damit sagen?

Oder anders gefragt, was suggeriert er mit dieser Aussage?

Nein nein meine Herrschaften, Augstein steht zu recht auf der Liste und da kann die permanente Wiederholung 

"Das ist Israelkritik"

auch nichts daran ändern.

 

elisRea 04.01.2013 | 11:52

"Abbauen sicher nicht. Aber diejenigen, bei denen sich deswegen Hass aufbaut, sollten ihr eigenes Herz prüfen."

"Deswegen" kann man so und so sehen. Für die einen ist es eine Banalität, besonders für die, die nicht betroffen sind oder dereinst betroffen sein könnten, anderen macht es das Leben schwer und wieder anderen ruiniert es die Existenz wie der Bann der für Spinoza ausgesprochen wurde.

Die Vorgehensweise des SWC ist definitiv inquisitorisch, unintelligent, destruktiv und rufschädigend für das gesamte Judentum. Die Begründung ist in meinem Beitrag an Forist brandstetter zu lesen.

"Hass aufbauen" und "Herz prüfen" - Da sollten mal einige, die das Urteil des SWC bejubeln damit anfangen.

Und sie sollten sich fragen: Woher kommt der Hass? Wer sät Hass,  warum und wie?

Hass und Liebe sind leider nicht per Schalter so einfach auszuschalten. Es sei denn, man gehört zu den Erleuchteten und ist bereits zu Lebzeiten ins Nirwana eingetreten. Das dürfte eher nicht die Mehrheit der Menschheit sein. Das wissen gewisse Hasssäer auch ganz genau und nutzen die Gunst der Zeit und die Bodenbeschaffenheit.

 

Zu dem "deswegen", das sollte man nicht vergessen, kommen noch ein paar andere, unerträgliche Fakten, die die Wut hoch kochen lassen. Da muss endlich von jüdischer Seite öffentlich gegengesteuert werden! Unbedingt. Ansatzweise gelingt das ab und zu, z.B. durch Beiträge von Prof. Wolffsohn u.wenigen anderen.

Babalisieren und Totschweigen geht nach hinten los.

Hier, im FREITAG, darf man darüber offen und ehrlich/oder auch unehrlich - und direkt - diskutieren, solange man sich an geltendes Recht hält.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 12:02

@Brandstetter, Claus

Womit wir bei der Textexegese (definition weiter oben) angelangt wären wie sie Clemens Wergin bereits in der Welt mit Herrn Augstein gemeinsam anhand des Textkonvoluts Herrn Augsteins in seiner Spiegelkolumne gerne vornehmen würde.

Dazu wäre es vielleicht hilfreich, wenn wir uns über das dafür sinnvollerweise infrage kommende Instrumentarium verständigen würden.

Offengestanden stünden dafür eine Vielzahl von Instrumenten, linguistische wie sprachwissenschaftliche, zur Verfügung, die selbst Herrn Wergin vielleicht so nicht vorgeschwebt haben dürften bei seinem Vorschlag zur gemeinsamen Exegese.

Erlauben Sie dabei einen Hinweis: Rabbi Cooper erwähnte in einem Gespräch: es ginge ja nicht um Textexegese, sondern darum, wie Leute einen Text verstehen könnten.

Zum obersten Exegeten hat sich, um auch das nicht außer acht zu lassen, das SWC in Sachen Augstein gemacht mit seinem weltweit geltenden Bann.

Vor diesem Hintergrund kann jede Textexegese, auch die eines Herrn Wergin, in den Augen des SWC lediglich marginal wirken, um nicht zu sagen bedeutungslos.

Ersparen wir uns also eine Textpulerei, die im Grunde genommen zwar unter den Aspekten fairer Sportsmenship einen gewissen Unterhaltungswert hätte, indes am Kern der Intention des SWC vorbeiginge.

Was meinen Sie?

 

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 12:22

 

>Augstein steht zu recht auf der Liste< Das ist Ihre Meinung . Ich finde es schlicht und ergreifend lächerlich das Augstein auf so einer Liste steht. Wenn Sie der Meinung sind, dass Augstein mit der Muslimbruderschaft oder Ahmadinedschad gleichzusetzen ist, und das ist ja Ihrer Meinung nach dann so, ist dies ebenfalls lächerlich, gelinde gesagt.

Das Augstein sich " irgendwie, durch die Brust ins Knie schießt "  durch manche seiner  Formulierungen, darüber könnte er ja mal nachdenken.

 

 

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 12:22

Ersparen wir uns also eine Textpulerei, die im Grunde genommen zwar unter den Aspekten fairer Sportsmenship einen gewissen Unterhaltungswert hätte, indes am Kern der Intention des SWC vorbeiginge.

Was meinen Sie?

------------------------------

Na ja, ich weiß nicht so recht.

hätte ein rechter Journalist solch ein Zeug geschrieben,  Textpulerei wäre dann Bürgerpflicht. ;-)

miauxx 04.01.2013 | 12:24

"(...) Jene, die sich so schändlich über Juden und Israel äußern, sollen merken, dass dies nicht unbemerkt bleibt. Wer ein Judenhasser ist, soll der Öffentlichkeit auch als solcher bekannt sein."

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/14867

"Wissen die eigentlich, was sie damit anrichten?

Ist das ein Verhalten, das dazu beiträgt Hass abzubauen?"

Mit einer Liste dieser Art - ganz alttestamentarisch "Auge um Auge, Zahn um Zahn" - wird selbstredend kein Hass abgebaut. Das heißt nicht, das der pure Befund über den geäußerten Antisemitismus vieler der Aufgeführten richtig ist oder richtig sein kann. Was aber zugunsten der reinen Denunziation negiert wird, ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus. Aktuell ist eben besonders am Beispiel Augstein zu sehen, wie stark eine einseitig subjektive Deutungshoheit beansprucht wird, die jede Auseinandersetzung mit dem vermeintlichen Delinquenten bzw. seinen Äußerungen geradezu verhindern will! Im Gegensatz zu den Äußerungen anderer in dieser Liste, sind Augsteins Einlassungen keinesfalls undiskutierbar oder nur in eine Richtung zu interpretieren. Sicher ist Augstein recht scharf in seinen Deutungen und auch mir erscheinen manche Schlüsse zu einfach oder vorschnell. Jedoch hat er in meinen Augen nichts geäußert, was nicht in einem demokratischen Diskurs gut auszuhalten wäre und eben auch kontrovers diskutiert werden kann. Man kann in meinen Augen ganz scharf trennen: Er äußert strukturelle Kritik zur Weltpolitik. Diffamiert aber nicht in simpelster Polemik irgendeine Ethnie, Religionsgruppe etc. Die jedoch, welche mit spitzester Feder nichts anderes zu tun haben, als in jeder Amerika-, Israel-, Globalisierungs- oder Kapitalismuskritik sogenannten "sekundären Antisemitismus" erkennen zu wollen und ihre "Opfer" sofort an den Pranger liefern, sind nichts als herrschaftliche Meinungsverhinderer.

Auch wenn der Freitag, "seine" Community und eben Augstein schon geraume Zeit in Deutschland angeprangert werden, wird immerhin noch nicht alles widerspruchslos belassen. So z.B. in der ZEIT zu lesen:

http://www.zeit.de/2012/02/augstein-antisemitismus-vorwurf

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-01/augstein-antisemitismus-vorwuerfe

 

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 12:32

Für mich jedenfalls nicht.

Als Viel-Leser wird man mit der Zeit textpragmatisch: es wird sovieles geschrieben und wenn man will, kann man auch in der Bibel, bei gründlicher Anwendung des Instrumentariums einer Exegese, Sachen finden, die heute noch keiner weiß.

Und wo wir schon bei der Bibel sind: es ist das Instrumentarium, das eine Exegese führt und nicht eine Meinung oder Auffassung von dem was dabei herauskommen sollte.

Womit schon einmal die Wissenschaftlichkeit der Bemühungen des SWC befragt werden könnte.

Wie Sie vielleicht wissen lebt in den USA ein Linguist namens Noam Chomsky, dessen wissenschaftliche Qualitäten in der Fachwelt unbestritten sind. Herr Chomsky ist Jude.

Und was glauben Sie?

Er wird von Juden als Antisemit bezeichnet.

Zwar hat er es noch nicht auf die Liste des SWC gebracht, was viele in den USA allerdings nicht daran hindert ihn weiter als Antisemiten zu bezeichnen.

 

ichbinesselbst 04.01.2013 | 12:35

@ all: vieles, was ich hier gelesen habe, hat mich neugierig gemacht, manches auch zornig, Man(n) muss gelegentlich auch aushalten können, was schwierig genug ist, wenn man einfach mal bei Wikipedia nach "Avigdor Liberman o.ä. sucht!

Eigentlich bin ich gebranntes(geadeltes?)Kind, denn schon während des Libanon-Krieges bin ich von Broder während einer Diskussion bei SPON als rheinische Knalltüte bezeichnet worden. Der Typ kann also offenbar nur polemisieren, zum argumentieren fehlt ihm die Intelligenz. "Er" kann halt nicht anders als mit der Antisemitismus-Keule hantieren!  Jedenfalls kenne ich eine Menge Polen, die weitab von Broder sind. Prima so, wie ich finde...

Dabei habe ich Broder vor Jahren durchaus geschätzt wegen seiner auf den Punkt gebrachten Statements.

Aber er ist ja nicht der einzige, der sich einreiht in eine lange Liste von ehemals progressiv Linken up to Horst Mahler, Schily und anderen.

Schade um die Altersweisheit.  So what...

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 13:06

Was liegt Ihrer Beurteil von richtig und falsch zugrunde?

Augsteins Texte

Das SWC hat ganz klar FALSCH entschieden. Warum?

Weil es die Fakten nicht geprüft hat.

Welche Fakten wurden nicht geprüft?

Die Entscheidung beruht offensichtlich auf bloßem Hörensagen, auf Klatsch und Trasch und ähnlich qualifizierten Dingen oder aber auf absichtlicher Verleumdung.

Mit dieser Art der Entscheidung hat sich das SWC selbst disqualifiziert und auch im Hinblick auf die Nominierung anderer Kandidaten unglaubwürdig gemacht. 

Das SWC ist eine weltweit geachtete, renomierte Instition und das ausgerechnet bei Herrn Augstein Klatsch und Tratsch als Belege verwendet wurden, können Sie vielleicht Ihrem Umfeld vermitteln aber sonst niemanden.

Was ist der Zweck gerade den "im Zweifel Linken J.A. auf die Liste zu setzen?

Haben Sie schon mal über die Möglichkeit nachgedacht, dass Juden "im Zweifel" nicht auf der Brennsuppe daher geschwommen sind?

Rabbi Cooper sagt ..........

Werte Frau Elisrea, sowohl in Israel als auch in Deutschland herrscht  Religionsfreiheit. Unter den Geistlichen dieser Länder gibt es die unterschiedlichsten Ansichten und es ist ein Privileg der Rechten und Linken, sich eines Alibijuden zu bedienen, wenn es um Israel oder Juden geht.

 

 

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 13:15

Wie stehen Sie zum Antisemitismusverdacht, der Juden in den USA gegenüber ausgesprochen werden kann, sogar von Nichtjuden?

Darüber habe ich keine Informationen und habe auch nicht die Zeit dazu mich da groß zu informieren.

Allerdings finde ich es auch nicht hilfreich, wenn man die Diskussion jetzt in ferne Kontinente führt.

Fakt ist, dass seit Jahrzehnten wieder ein Deutscher auf dieser Liste der Schande steht und darüber sollten wir nachdenken.

drhwenk 04.01.2013 | 13:34

Ich schrebe nochnml., dass dei Semiten nach der von den Faschisten aufgebrachten und verteten Raqssetheorie auch die PAKESTINÄNSWR und andere arabischen "STämmE" umfassen. Es steckt eibn vollkommen irrealer Rassimus, vom Erzfeind, den Nazis übernommen, in dem Vorwurf, nicht nurgegen Hern Augstein. Leider bin ich da selbst in de Linken recht eisamer  Rufer im fast echter Wüste. SO wird eben mehr gesagt, als das Herr Augstein, wie viele andere,   im Gegensatz zu regierungstruen Isarelis ein Kritiker der Regieruing Isarels ist.  

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 13:43

Pogrome sind keine Erfindung der Nazis.

Auch das wird gerne vergessen ebenso, dass das mit den Nazis hierzulande noch lange nicht vom Tisch ist.

Kein Wunder bei den einstudierten psychologischen Verdrängungsmechanismen auf die Broder zu spekulieren scheint.

Wehren wir uns weiterhin gegen die braune Pest.

ichbinesselbst 04.01.2013 | 13:55

@ Herrn Henryk M. Broder:

Ja, ich bin grossgewachsen(186cm), sehr blond, schlank und blauäugig.

Der Fehler liegt bei der "Gnade" meiner späten Geburt.

Wäre ich früher geboren worden, würde es das Problem "Broder" oder gar "Israel " gar nicht geben.

Bekommt Broder intelektuell nicht hin, sei es drum...

So interpretiere ich jedenfalls das, was Broder, als Deutscher, über mich sagt.

Egal...

 

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 13:57

Aber das SWC geht über die Kontinente?

Oder habe ich da wieder etwas falsch verstanden?

 

Was heiß hier "wieder etwas falsch verstanden"?

Oben schrieb ich doch, dass ich hierzu keine Informationen habe.

Was gibt es da zu verstehen, ich verfüge weder über die Zeit, noch habe ich Lust, mich weltweit mit Antisemitismus zu beschäftigen.

Hier in Deutschland ist ja wieder schick geworden, über die Israelpolitik einseitig zu reden, da krochen selbst leibhaftige Waffen-SS'ler aus ihren Löchern und meinten, dass sie was sagen müssen. 

Die Antisemiten haben in Deutschland wieder Zulauf, nicht wenige Anisemiten sind hier sogar salonfähig und über die sollten wir uns unterhalten. 

 

 

Starkiller 04.01.2013 | 14:03

Sehr interessanter Artikel. Aber zumindest in einem Punkt fehlerhaft:

"Denn unter dem Vorsatz sich vor dem Iran und einem anstehenden neuen Holocaust verteidigen zu müssen, forderte die rechte Nethanjahu-Regierung 5 Atomuboote, die niemals der Verteidigung dienen können, von Deutschland an."


Deutschland stellt keine Atomuboote her, also UBoote die mit einem Atomreaktor angetrieben werden. Stattdessen will (und bekam) Israel UBoote mit Brennstoffzellenantrieb, die in nicht so tiefem Wasser (wie dem Mittelmeer) sehr schwer aufzuspüren sind, schwerer als die lauteren und größeren Atomuboote, die aber eine weit höhere Reichweite und eine fast unbegrenzte Tauchdauer haben und sich eher für tiefere Meere eignen. Und diese Boote haben eine interessante Modifikation gegenüber dem Standartmodell. Sie verfügen über ungewöhnlich große Torpedorohre, die geeignet sind Marschflugkörper mit Atomsprengköpfen abzuschießen. Die Kombination schwer aufzuspürender UBoote, die mit Atomsprengköpfen bewaffnet sind ist primär für eine Erhaltung der Zweitschlagfähigkeit sinnvoll. Sollte jemand das kleine Israel mit Atomwaffen "auslöschen" könnten diese UBoote immer noch zurückschlagen. Die gewünschten atomwaffenfähigen UBoote sind also primär zu Verteidigungszwecken gedacht. Einen Erstschlag würde Israel wohl primär mit land- oder luftgestützten Atomwaffen führen.

So oder so ist die Lieferung der UBoote ein schwerer Schlag gegen das Ziel eines kernwaffenfreien nahen Ostens (an sich ein Ziel der Bundesregierung).

Die Lieferung der UBoote ist nichts neues. Seitdem sie angefordert und geliefert werden gab es diverse Regierungen in Israel, nicht nur die von Nethanjahu.

Mehr zu den UBooten: http://de.wikipedia.org/wiki/Dolphin-Klasse

seriousguy47 04.01.2013 | 14:03

Das SWC ist eine weltweit geachtete, renomierte Instition und das ausgerechnet bei Herrn Augstein Klatsch und Tratsch als Belege verwendet wurden, können Sie vielleicht Ihrem Umfeld vermitteln aber sonst niemanden.“

 Brandstetter Claus 04.01.2013 | 13:06

 „Die ganze Sache wird aufgebauscht dadurch, dass die deutsche Publizistik sich dieses amerikanischen Unsinns auch angenommen hat. Man schätzt das Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles viel zu hoch ein. Es ist eines von zig jüdischen Organisationen - es gibt erfreulicherweise wesentlich intelligentere als das Wiesenthal Center. Das Wiesenthal Center profitiert nur von seinem Namen und ich weiß, weil ich in seinen letzten Lebensjahren einen engen Kontakt auch zu Simon Wiesenthal hatte, dass er oft sehr unglücklich war über die Äußerungen und Veröffentlichungen des Wiesenthal Centers.“

 Michael Wolffsohn , 04.01.2013, dradio.de

[Eigentlich hätte ich ja der Parallelität wegen gerne „Wolffsohn, Michael“ geschrieben. Aber dann dachte ich: Oh Gott, womöglich ist das ja antisemitisch.....;)]

"Offensichtlich ist das Simon-Wiesenthal-Center ziemlich weit weg von der deutschen Wirklichkeit".

"Man kann nicht immer alles wörtlich nehmen, was er [Broder, SG] sagt, und man kann auch nicht immer alles ernst nehmen, was er sagt."

Samuel Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, am 04.01.2013 zitiert bei SPON

Ach ja. Zur Erinnerung:

Zunächst einmal sind die USA ein sehr großes, in seinen hinteren mentalen Winkeln  hierzulande bis vor kurzem noch relativ unbekanntes Land - obwohl sich das in den vergangenen Jahren drastisch verändert haben dürfte.

Trotzdem sollte man sich nicht wundern, wenn Dinge bis zu uns dringen, die man hier eher unter "Irre" einzuordnen geneigt wäre.

Problematisch wird dies, wenn hiesige Medien es versäumen, es so einzuordnen und stattdessen damit unkritisch und verantwortungslos hausieren gehen.“

seriousguy47 01.01.2013 | 17:19

Georg von Grote 04.01.2013 | 14:22

Ich habe mir mal den gesamten Sermon, den Sie in so kurzer Zeit hier von sich gegeben haben, durchgelesen.

Abgesehen von der Tatsache, dass Sie sich, kaum hier angemeldet, sofort und ausschließlich auf diesen Blog geschmissen haben, fällt mir auf, dass Sie nur ständig irgendwelche irgendwo aufgefangenen Stereotypen von sich geben.

Klare Fragen, die man Ihnen stellt, beantworten Sie nicht sondern entgegnen mit abstrusen polemischen Seiteneinwürfen.

Können Sie die Fragen etwa nicht beantworten, was ich schwer vermute, oder wollen Sie nicht, weil Sie mal versuchen wollen, wieweit Sie provozieren können?

Nichts gegen Provokationen, wenn sie denn intelligent wären. Was Sie da allerdings betreiben ist nur ein untauglicher Versuch auf unterstem Niveau.

ichbinesselbst 04.01.2013 | 14:25

...gelegentlich frage ich mich, was wohl geschehen würde, kämen Deutsche auf die Idee, Ostpommern als ihr ureigenest Gebiet zu deklarieren, allem internationalen Dingsbums zum Trotz und liessen sich nur mit purer Waffengewalt wieder abdrängen um gleich darauf wiederzukommen? Im Westjordanland geschieht dies, jeden Tag, seit  1967.

Es war keine gute Idee, ausgerechnet über die vergangenen Feiertage "Breaking the Silence" zu lesen. Schwer erträglich...

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 14:36

..."ich verfüge weder über die Zeit, noch habe ich Lust, mich weltweit mit Antisemitismus zu beschäftigen.

Hier in Deutschland ist ja wieder schick geworden, über die Israelpolitik einseitig zu reden, da krochen selbst leibhaftige Waffen-SS'ler aus ihren Löchern und meinten, dass sie was sagen müssen. 

Die Antisemiten haben in Deutschland wieder Zulauf, nicht wenige Anisemiten sind hier sogar salonfähig und über die sollten wir uns unterhalten."

Wie machen Sie das eigentlich: keine Lust zu haben, sich mit Antisemitismus (weltweit) zu befassen, um so dann zu Antisemiten zu gelangen, die in Salons ihrem Antisemitismus nachgehen ?

Stört Sie nur der in Salons mitunter "gepflegte" Antisemitismus oder gar der gewöhnliche Antisemitismus, also eine Art Vulgärantisemitismus oder Antisemitismus so rein insgesamt?

Broder weiß dass, der kennt seinen Julius Streicher sogar persönlich wie er glaubt.

Und Sie?

elisRea 04.01.2013 | 14:45

"Das SWC ist eine weltweit geachtete, renomierte Instition und das ausgerechnet bei Herrn Augstein Klatsch und Tratsch als Belege verwendet wurden, können Sie vielleicht Ihrem Umfeld vermitteln aber sonst niemanden."

Das mag ja sein, dass das SWC bisher eine weltweit ... (usw.), je nachdem, was man unter "weltweit" versteht. Ich sehe mich nicht in der Lage Ihrer diesbezüglichen Behautung zu widersprechen oder sie zu bestätigen, da sie sich derzeit meiner Möglichkeit sie zu überprüfen entzieht.

Auf alle Fälle würde ich das "ist" ab  in Frage stellen.

In meinem Umfeld kann ich das vermitteln und begründen. Wer dann was glaubt ist - wie einst den Schülern im Rabbinischen Judentum, wenn man dem Talmud glauben darf - jedem selbst überlassen.

Ob ich das ansonsten niemanden vermitteln kann, können Sie zwar behaupten, aber nicht WISSEN. Wie auch, da es sich um eine unzulässige Allaussage handelt.

Ihr Beitrag ist ein gutes Beispiel für "Wissensvermittlung", die zu falschen Urteilen bzw. Trugschlüssen führt. Danke dafür. Vielleicht sitzen im SWC auch kompetente Leute (irgendwann)?

Birobidzhan 04.01.2013 | 16:03

Danke für diesen sachlichen Artikel und danke an JA für seine sachlichen „statements“. Er hat cool und sachlich argumentiert und sich nicht provozieren lassen.

Vergleichen sie selbst mit u.a. Zitat eines Soldaten der Israellobby…

Zitat Broders: „Jakob Augstein ist kein Salon-Antisemit, er ist ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder, ein Überzeugungstäter, der nur Dank der Gnade der späten Geburt um die Gelegenheit gekommen ist, im Reichssicherheitshauptamt Karriere zu machen. Das Zeug dazu hätte er.

Herr Broder sollte ein Fall für den Staatsanwalt sein und nicht noch in Medien hofiert werden! Diejenigen, die ihm hier auch noch die Stange halten, haben sich selbst deklassiert.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 16:08

SoSo, der Broder, Ihr Held :-)

Nein, ich brauche keinen Helden, denn ich verfüge über eigene Argumente und einer eigenen Meinung. Dies ist sicherlich für rechte und linke Mainstream-Lemmlinge suspekt, kann ich aber nicht ändern.

Broder schreibt auch nur das, was er denkt und wovon er überzeugt ist. Für die gleichgeschalteten rechten und linken Schmierlinge sicher unverständlich. *g*

Georg von Grote 04.01.2013 | 16:10

Man sollte tunlichst die Ermittlungsbehörden und Gerichte nicht mit Broderchen belästigen. Das haben die nicht verdient.

Zumal er schon seit Monaten darauf abzielt und ständig auf seinem Blog "Die Faxen des Idioten" darum bettelt endlich vor Gericht gezerrt zu werden. Vielleicht erhofft er sich dadurch eine Schauprozess und endlich wieder Aufmerksamkeit.

Nur, den Wunsch erfüllt ihm keiner :-) Dazu ist er dann doch wieder nicht wichtig genug.

tlacuache 04.01.2013 | 16:18

Ich muss da noch mal aus dem Nebenblog kommentieren:

"tlacuache 04.01.2013 | 11:02 @Referenzkommentar

Ein Gespräch mit Efraim Zuroff

..."Weil die Deutschen die Konzentrationslager im Osten errichtet hatten.

Nicht nur. In Litauen wurden 98 Prozent der Juden in ihren Heimatdörfern ermordet. Es gab nur einen einzigen Transport nach Auschwitz. In Estland, Kroation oder der Ukraine fanden die Deutschen sehr viele Menschen, die bereitwillig gemordet haben. Das will natürlich in diesen Ländern niemand hören. Ich kämpfe für die historische Wahrheit. Ich glaube, die Täter heute noch zur Verantwortung zu ziehen ist die beste Geschichtslektion, die man erteilen kann"...

Nur mit der deutschen Presselandschaft incl. Freitagsherausgeber kennt sich der Mann nicht so genau aus, als New Yorker...

Ich kann's nicht mehr hören, EHRLICH"

Und weiter geht's:

"tlacuache 04.01.2013 | 11:11 @Referenzkommentar

Achtermann,

wir hatten da mal so eine Privatmail vor dem Relaunch,

ca. 1.5 Jahre ist's her, da hatte ich gesagt, die Leutchen haben keine Ahnung von Geschichte und ich faselte da was vom Judenpogrom in Lissabon 1506, jetzt sind wir wieder genau an dem Punkt.

Ich habe den J. Augstein immer gebasht, aber hier muss ich ihm den Rücken stärken...

Broder ist sogar schlimmer als Sarrazin, jetzt kann man noch nicht mal das Simon Wiesenthal Center ernstnehmen..."

Und weiter geht's:

"tlacuache 04.01.2013 | 14:40

Anhang:

...""Offensichtlich ist das Simon-Wiesenthal-Center ziemlich weit weg von der deutschen Wirklichkeit", sagte Korn (Zentralrat der Juden)"...

Bin ich jetzt ???...

 

Georg von Grote 04.01.2013 | 16:24

Was erwartest Du eigentlich von diesen Sprüchen? Mal ein wenig Öl ins Feuer gießen?

Ich kopiere dir mal, was ich bei Kuntz geschrieben habe. Das geht auch in Deine Richtung. Ich würde mal ganz tief darüber nachdenken.

 

Ich beobachte ja nun Kuntz und die diversen einschlägigen Mini-Broders hier schon eine ganze Weile und hatte die gesamte Bagage ja auch schon an der Backe.

Und je länger ich ihr Treiben beobachte, desto mehr drängt sich mir die Frage auf, wer da wohl mehr Probleme hat.

Der, der wohl wissend um die Vergangenheit und den Holocaust und seine Wirkungen durchaus im Auge habend und nicht verdrängend, trotzdem wagt, fundierte Kritik zu üben, ohne dabei zu diskriminieren oder sind es die Kuntzes, born2bemilds, Koslowskis und wie sie noch alle heißen mögen, die nach wie vor vom Geschehen derart traumatisiert sind, dass sie nicht mehr in der Lage sind, klar zu denken und zu differenzieren? Ich gehe sogar weiter und stelle die Frage, ob es nicht gerade die Kuntzes sind, die den Juden den Holocaust nicht verzeihen können und ihre Probleme dadurch versuchen zu kanalisieren, dass sie blindwütig auf jeden einschlagen, der ihnen dieses mühsam aufgebaute potemkinsche Dorf des Gutmenschen und selbsternannten Antisemitendetektors einreissen könnte. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto sicherer bin ich, die letztere Version ist zutreffend.

seriousguy47 04.01.2013 | 16:59

"Und so wie sein Knödelfriedhof ständig gepflegt sein will, damit er nicht knurrt und zwickt, so braucht der Psychopath in ihm ständig neue Atzung. Sein paranoides übersteigertes Selbstwertgefühl hängt längst am Tropf, siecht dahin, nur will er es nicht wahrhaben.
Wie sehr am Ende muß jemand sein, wenn er nicht mehr erkennt, dass ihn kaum mehr einer noch ernst nimmt, ja dass er sogar verlacht wird, zur Witzfigur verkommen ist? Ein flügellahmer Aasgeier, der sich in seiner Verzweiflung auf alles stürzt, was ihm auch nur halbwegs als fressbar erscheint und langsam in seinem eigenen Kot erstickt."

Also den Begriff der Psychopath(ie) würde ich hier lieber nicht als Schimpfwort benutzt sehen, umso weniger, wenn es in einem Zusammenhang gebraucht wird, wo ein wichtiges Merkmal scheinbar nicht zutrifft (?):

 „Psychopathen sind auf den ersten Blick mitunter charmant, sie verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen. Dabei sind sie mitunter sehr manipulativ, um ihre Ziele zu erreichen.“

 Vielleicht sollte man ja eher in dieser Richtung suchen:

 „Das Konzept des Widerholungszwangs geht auf Freud (1895) zurück. Er nannte das wiederholte Eindringen der traumatischen Erfahrung und ihrer Inszenierung den „Wiederholungszwang“. Im Wiederholungszwang gelingt es dem Betroffenen nicht, seine traumatischen Erfahrung abzulegen, die ihn in Form nicht abzuschüttelnder Erinnerungen, Träume oder Handlungen heimsuchen; stattdessen muss er sie unbewusst in seinen aktuellen Beziehungen reinszenieren, selbstverständlich auch in der psychotherapeutischen. Parallel zum Zwang, der permanent in den Vordergrund drängt und versucht, das Erlebte und Überlebte wieder herzustellen, beherrscht gleichzeitig die Angst die Szene, all die schrecklichen Beziehungserfahrungen könnten sich reinszenieren. Diese Angst bedingt immer wieder das Austesten des Anderen, hinter welchem sich die Hoffnung verbirgt, gesehen, anerkannt und respektiert zu werden, Zuneigung und Liebe zu erfahren und nicht wieder hilflos und ohnmächtig ausgeliefert zu sein.“ [Hervorhebungen von mir]

 http://www.schattauer.de/fileadmin/assets/buecher/Musterseiten/978-3-7945-2465-5_kap5_1.pdf

 https://de.wikipedia.org/wiki/Wiederholungszwang_%28Psychoanalyse%29

Sollte Broder sich tatsächlich die Lebensaufgabe gestellt haben, durch die ständige Neu-Inszenierung einer biographischen Vergangenheit sich diese immer aufs Neue als immer noch gegenwärtig  zu bestätigen, dann könnte er sich seinem Ziel nach seinem Augstein-Coup ziemlich nahe fühlen. Ich würde mich nicht wundern, wenn seine Rolle als Lieblings-Narr der Medien jetzt ausgespielt wäre. Denn er hat in seiner anschwellenden Provokatitis eine Grenze überschritten, die seine Irrealität nun auch für sehr wohlwollende Kreise nicht mehr ignorierbar macht.

 

Birobidzhan 04.01.2013 | 16:59

Leute wie sie ersehnen es anscheinend herbei und arbeiten unermüdlich. Ihre ganze Wut kommt wahrscheinlich daher, dass sie so erfolglos sind und sich eben niemand außer Pseudoantisemiten findet, der in ihr Hasskonzept hinein passt. Deshalb wird ständig der nächste Holocaust herbei geredet. Sehen sie selbst die Wahrheit über Ahmadinejad: https://www.youtube.com/watch?v=qsPmpbiFsUk

Ich habe da mal einen Film eines israelischen Filmemachers gesehen. Es ging um den Hc-tourismus, wie die israelischen Kinder aufgehetzt werden, die Machenschaften der ADL und ein Portrait des durch geknallten Vorsitzenden. Der Film war erschreckend und zeigte das ganze Ausmaß dieses Wahnsinns.

Ich befürchte, sie mussten auch dieses „brainwash-program“ durchlaufen. Das Resultat sieht man an ihren erschreckend unqualifizierten Hasskommentaren.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 17:03

Die Bilder habe ich schon gesehen, da haben Sie noch nicht einmal in die Windeln geschissen :-)

In Ihrem Alter  so ............ intelligent? Respekt!

Gehen Sie in Frieden, bevor Sie sich noch lächerlicher machen als Sie jetzt schon sind :-) Und seien Sie froh, dass man Sie nicht ernst nimmt :-)

Mit was müsste ich denn rechnen, wenn man denn mich ernst nehmen würde?

Sturmtrupp vor der Tür?

 

seriousguy47 04.01.2013 | 17:14

 

Nun, wenn dem so wäre, dann hätten sie damit zumindest bewiesen, dass sie keine historisch korrekten Nazis/ Antisemiten wären. Denn in den Vernichtungslagern der Nazis wurden, nach meiner Kenntnis, Menschen nicht in/ mit Gasöfen vernichtet, sondern vorwiegend in Gaskammern und mitttels ZyklonB.

Sie mögen diese Anmerkung gerne zynisch nennen. Aber ich möchte doch infrage stellen, ob all das, was da so an angeblich zwingenden Assoziationen vorgenbracht wird, auch zwingend sein muss.

Ansonsten hatte ich bereits in einem anderen Blog den starken Eindruck, dass Sie sehr schnell die Flucht ergreifen, wenn man Ihren Phantasmen Realität entgegenhält.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 17:23

Brandstetters Pose erinnert mich an einen Internatskommilitonen damals: zunächst ein ansprechender Mensch, der mir dann gezeigt hatte, wie das ist, wenn er ein, btw sein wie er sagte, Meerschweinchen auf eine glühend heiße Herdplatte wirft.

Heute weiß ich nicht mehr wie der Kommilitone heißt und bald werde ich nicht wissen, wie sich diese elende Funzel hier nennt.

Aber dass man sich inzwischen von 14jährigen noch vorführen läßt im Internet - das bringt mich darauf, mich mit Jugendkultur mal wieder auseinanderzusetzen.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 19:03

fein.

mehr von den hasspredigern.

Warten wir auf die Kapos jedweder Provenienz.

Inzwischen kann ich das aushalten.

Die Deutschen, Die Neger, Die Kommunisten.

Weiter Leute: immer was zum draufhauen haben, Hauptsache ominöse "d i e´ s '.

Wer wissen möchte wo es langgehen soll, der frage Broder oder das SWC oder beie zugleich am besten.

Und "die" Deutschen: blöd eben.

Wie schon Adlf Hitler sagte: wenn die Deutschen diesen Krieg verlieren, dann haben sie es nicht besser verdient.

 

 

freedom of speech? 04.01.2013 | 19:12

Kaum ist man ein Weilchen nicht da, ist ein großer Teil versteckt.

"Tolles Timing" oder "was verpasst"?

Ich vermute mal: Tolles Timing.

@Brandstetter, Claus: Na was ist, Einstand vermasselt, dummes Zeug gequasselt und Ruf ruiniert?

Vielleicht hatte Thierse doch Recht, mit der Forderung der Selbstverleugnung von Zugezogenen.

Galub ich aber immer noch nicht. Gilt wohl nur in krassen Ausnahmefällen.

elisRea 04.01.2013 | 21:08

"Was für eine dumme Debatte.

Die Deutschen können gar nicht verstehen, was für ein glühender Antisemit Augstein ist - schließlich sind sie es selbst, durch und durch.

Man fragt ja auch keinen Hund, ob er findet, dass Hunde stinken."

Mit Verlaub:

Sie sprechen Juden das Deutschsein ab und klassifizieren sie nach nationalsozialistischem Vorbild zu einem "nicht zum deutschen Volkskörper" gehörendem "Judenvolk" oder gar zur" jüdischen Rasse"?!

Das ist ganz klar antisemitisch!

Bestätigt und noch dazu rassistisch untermauert, wird Ihre antisemitische Ideologie durch Ihren Hundevergleich, denn:

Offensichtlich rechnen Sie Juden und Deutsche nicht zu der gleichen Art.

 

Salim Spohr 04.01.2013 | 21:48

Samuel Korn verteidigt Jakob Augstein. Das reicht aber nicht, da das Abmahn-System und seine Attitüden selbst einmal Thema sein müssen. Könnten es dieselben sein, die in Deutschland dazu geführt haben, einen amtierenden Ministerpräsidenten abzumahnen, der das Wort "Pogromstimmung" gebraucht hatte? Hatte eine nähere Betrachtung (http://www.islampress.de/2008/11/9/pogromstimmung-oder-der-sprachterror-des-zentralrates) es indes als unsinnig erwiesen, die Verwendung eines Begriffs auf einen empirischen Fall einzuschränken, da das seiner grundlegenden Funktion widerstreitet, «conceptus communis», Vorstellung von Allgemeinem, zu sein, unter die je Verschiedenes fallen kann und fallen können muß, so fragt sich, wie es zu solchen Dummheiten überhaupt kommt. In beiden Fällen wohl Sprachrohr des Staates Israel zu sein, reicht als Erklärungsgrund nicht aus, muß doch noch etwas hinzutreten, das die Selbstwahrnehmung jenes Staates und seiner Vertreter betrifft. Was neben Verfolgungswahn und Anmaßung dazugehören mag: es öffnet sich ein weites Feld für Analysten.

TamirM 04.01.2013 | 21:54

Ach was. Salomon Korn sagt doch selbst, dass er Augstein weder Persönlich kennt noch viel von ihm gelesen hat. Trotzdem kritisiert er das WSC gerade dafür, dass nicht genügend recherchiert wurde. Ein Widerspruch. Korn geht es gar nicht um JA sondern allein darum, Broder zu diskreditieren. Broder hat seinerseits 2009 für das Amt des Präsidenten des Zentralrats kandidiert, wegen dessen "erbämlichen Zustands".

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 21:59

Sie sprechen imao wesentliche Fragen an.

Und ob ausgerechnet Analysten, die im Finanzwesen als Befrager von Kristallkugeln hinreichend bekannt sein sollen, hilfreich sein können - ich weiß es nicht.

Ich halte mich an das Thema dieses Blogs.

Mir reicht das vollends.

Anderes wird anderenorts ganz gewiß fruchtbringender erörtert werden können und sollte es in meinen Augen auch sinnvoller erörtert werden können.

 

Beste Grüße

rose 05.01.2013 | 00:33

Ich bin überzeugt, dass die meisten Juden Deutschland nicht als antisemitisch wahrnehmen, sonst würden sie nicht aus Russland - inzwischen vom Joch des Kommunismus befreit - oder selbst aus Israel nach Deutschland einwandern, obwohl dieses Land nur schein-demokratisch, ungerecht, arrogant, nationalistisch, verlogen in der Politik und heuchlerisch in Sachen Menschenrechte ist, es genügt, diesem Volk auf Maul zu schauen.

valdi 05.01.2013 | 00:41

Warum wird Israelkritik oft als Antisemitismus, bzw. als Unkenntniss des Sachverhaltes verstanden?

Aus zwei Gruenden:

1. Wer weiss schon worum es im Streit zwischen Israelis und den Palis geht? Um Land? nicht wirklich, denn das strittige Gebiet is ca. 5% der Gebiete, und dieses liesse sich leicht loesen. Um Jerusalem? Nicht wirklich, denn Jerusalem wird nicht Einmal im Koran erwaehnt, und es liessen sich Loesungen finden, die, wie auch jetzt schon praktiziert, den Zugang aller Relligionen garantieren? Um was also geht es?

Der Kern des Problems ist, dass die Islamisten Israel nicht anerkennen. Sollte es einen unabhangigen Palistina Staat geben, und wuerde es eine ordentliche Armee bekommen, so waere Israel nicht zu verteidigen. Deswegen hat Israel vorgeschlagen, dass der Palestinaensische Staat auf einige Rechte verzichtet, wie z.B. eine eigene Armee. Die Palaestinenser wollen darauf nicht eingehen, aus moeglicherweise verstaendlichen Gruenden. Selbst wenn sie es taeten, sie koennten es sowieso leicht aendern. Deswegen gibt es auf beiden Seiten Widerstand gegen diese Loesung. Ich persoenlich bin eideutig auf der Israelischen Seite, jedoch ist es fuer mich verstaendlich, das das Problem berechtigterweise auf beiden Seiten exisitiert.

Wer nun einseitig erklaert, dass die gemaessigten Palaestinenser, oder Israelis alleine die schuldigen sind, ist entweder antijudisch, oder antipalestneanser. Die Situation ist verfahren, weil auf beiden Seiten berechtigte Einwaende vorliegen.

Die radikalen islamistischen Elemente, die das Existenzrecht Israels absprechen, die z.B. auch das Christentum angreiffen, sind ausserhalb etwaiger politischer Ueberlegungen - diese muss man einfach bekehren, oder bekaempfen.

2. Wenn man das Problem der Israelis und Palaestinaenser vielen anderen Problem in der Welt gegenueberstellt, z.B. den illegalen Angriff auf den Iraq seitens der USA, Lybien, Einmischung in innere Angelegenheiten der USA weltweit, Aufschaukelung ganzer Regionen, aber auch viele Konflikte viel groesseren Ausmasses, so muss man objektiv betrachtet feststellen, dass die Medien im Westen insgesamt mit zweierlei Mass messen, und dem Nahost Konflikt um Groessenordnungen aufblaehen. Warum dieses so ist, laesst Raum fuer Spekulationen offen, und da der Westen samt derer Kirchen eine jahrtausendwaehrende Geschichte der Judenverforlgung auf unvorstellbar bestialischem Level vorweisen koennen, ist es nicht das Wiesenthalzenter, welches sich rechtfertigen muss, sonder die Jenigen, die Israel in diesem Ausmass und Haeufigkeit andauernd kritisieren, ohne auf die schwierige Lage einzugehen.

Gruss

Esra Yildiz 05.01.2013 | 01:26

Wie man darauf kommen kann, Augsteins wiederholte Rede von der global agierenden "jüdischen Lobby", die Krieg wolle, ja einen kommenden Großkrieg anstrebe, und einer weitgehend gleichgeschalteten Presse, die dies verleugne und nicht vermelde, für antisemitisch zu halten:

In dem NS-Klassiker “Alljuda als Kriegstreiber” wird eingangs die Frage gestellt “Wer will den Krieg?” … und die Antwort ist dann durchgehend, dass jüdische Interessen hinter den Kriegen der Welt ständen, dass aber die Presse jüdisch dominiert sei und so für diese Wahrheit die Augen verschließe. Dabei, so weiter in dem Machwerk, hätten diese postulierten jüdischen Kräfte die Welt mal wieder an den Rand eines Weltenbrandes gebracht.

(Hans Gracht, Alljuda als Kriegstreiber, Vorkriegs-1939)
Siehe: http://j.mp/alljudakriegstreiber

Konfuzikuntz 05.01.2013 | 02:50

Nur - wo ich das grade sehe...

Nimmt hier GvG etwa

(a) meine gegen den Selbsterleichterungsantisemitismus (bislang) freiwillig Vorfahrensschuldüberladener gerichteten Argumentationsmuster - und dreht sie einfach herum?

Wobei e, wie immer,

(b) Leuten, die eindeutig argumentieren (das Gesagte mag man teilen oder nicht) vorwirft, das zu tun, was er selbst macht - nämlich wild zu kläffen? Übrigens auch in seinem Blog über Broder, wo er sich, mit Recht, über dessen Wortwahl aufregt - um ihn dann noch weit zu unterbieten...

Man muss mein Denken ja nicht mögen, kann es ablehnen - aber es herumzudrehen ist schlechthin lächerlich. Es sei denn, man meint es Ernst, dass Leute wie ich weltanschaulich im potemkinsches Dorf des Gutmenschen (!) wohnen.

So long... AK

 

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Ehemaliger Nutzer 05.01.2013 | 09:53

In meinen Leben durfte ich schon einige Menschen des Jundentums kennen und ganz besonders, sehr schätzen lernen. Ein Fall ist mir besonders präsent, wo nur einer von sechs Geschwistern das KZ überlebt hat, weil sein Vater ihn geistiggegenwärtig kurz vor Einfahrt aus dem fahrenden Zug geworfen hat. Dieser Mensch hat mich tief beeindruckt (selbst signifikant verlusterfahren, wenn auch nicht durch industrielles Töten). Besonders mochte ich seinen Humor,  seine Weisheit und Weltgewandtheit. Und meiner Ansicht nach hat er das Geschenk, Leben zu dürfen, angenommen, immer eng verbunden mit der Trauer und dem Schmerz, ein Leben lang. Er hat uns Deutschen vergeben, lebte hier mit Frau und Kindern. Sie  geht also, die Vergebung. 

Das Judentum auf den Israel/Palästina-Konflikt zu fokussieren, finde ich viel zu kurz gesprungen. Die gesamte arabische Welt ist gegen Israel. Ich weiß nur wenig darüber, aber sollen wohl die "Protokolle der Weisen von Zion" maßgeblichen Anteil daran haben. Und in der Tat, liest man diese, erhält man den Eindruck, als wären sie erst im Herbst letzten Jahres erschienen. Henry Ford soll ein glühender Anhänger der Schriften gewesen sein. Hinzukommt: Das Judentum ist meines Wissens seit Jahrhunderten eine Religion der Verfolgten. Hat noch nie jemand darüber nachgedacht, dass die Protokolle (von denen ich leider nicht glaube, dass sie eine Fälschung sind), dem Judentum untergeschoben wurde? Die größte Motivation dazu hat meines Erachtens die Katholische Kirche. Denn soweit ich weiß, waren maßgeblich Juden an der Kreuzigung von Jesus Christus beteiligt. Vielleicht also "Vergeltung"? Seit Jahrhunderten?  Und in Bezug auf die Kreuzzüge gegen den Islam: Verdrängung? Seit Jahrhunderten?

Und bitte, das sind nur reine Gedankenspiele. Solange es dazu keine Fakten gibt, ist das bloß nur weiteres Verschwörungsgedöns. Aber vielleicht inspiriert es den einen oder die andere, auf Spurensuche zu gehen; auch auf die Gefahr hin, dass der Wege ins Leere läuft.   

Ich habe es schon erwähnt: Warum hat der Vatikan deutschen Nazis Persilscheine nach dem 2. Weltkrieg ausgestellt? Warum haben die USA Flüchtlingsboote mit Menschen des Judentums abgewiesen? Warum wurden die Menschen in den KZ's nicht viel frührer befreit? Es war den Allierten lange vor Kriegsende bekannt, dass die dort Internierten vergast wurden.

Ich lehne jede Form von Glauben ab, der Morden legalisiert. Egal, in welcher Form. Morden ist für mich die primitivste Form der Konfliktbewältigung. Dicht gefolgt von Unterdrückung. Menschen, die so agieren, sind für mich Unentwickelte, die unsere ganze Unterstützung brauchen, ihre Konfliktfähigkeit zu verbessern.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. 

Georg von Grote 05.01.2013 | 10:42

Sie lesen durchaus richtig.

So kanns gehen, verehrter Kuntz. Und Sie sind nicht einmal in der Lage, das zu widerlegen.

Vielleicht sollten Sie, bei all Ihrer gespielten, oder vielleicht auch echten Empörung mal darüber nachdenken, dass Sie ständig anderen versuchen das Wort im Munde umzudrehen um sie genau in die Ecke zu drängen, in die sie sie haben wollen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Ecke, in der Sie sich jetzt befinden, nicht besonders gefällt, aber es ist nun einmal die Ecke, in die Sie gehören und in der Sie sich längst häuslich eingerichtet haben.

Herwig Sladek 05.01.2013 | 14:01

  Warum denn stets die Gruseltaten des Staates Israel gegen die Palästinenser im Detail aufzählen ?  Es gibt doch seit Jahren den `frisch-fröhlich- neutralen`Ausdruck "Schurkenstaat"!   Darunter versteht man nicht etwa  (wie man meinen sollte) Staaten die den Tod von Hunderttausenden billigend in Kauf nehmen, indem sie Atombomben gezielt auf Städte werfen, - auch nicht Staaten, die die A-Bombe haben (wie etwa Pakistan, Frankreich u,a,), sondern nur Staaten, die z.B. behaupten, Atomforschung nur zur `friedlichen Nutzung`zu betreiben ,,, 

     Zugegeben, mit "Schurkenstaat" wär der Staat Israel demnach recht freundlich umschrieben, aber etwas Lobhudelei könnte ja in diesem Jahr Herrn Augstein gut anstehen, damit er da vom Platz 9  wieder wegkommt ! 

denkii 05.01.2013 | 14:15

Interview mit Abraham Cooper vom SWZ bei ZEIT Online:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-01/antisemitismus-augstein-abraham-cooper/

Zitat:

"Er sagt dann über die Haredim: "Diese Leute sind aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihre islamistischen Gegner. Sie folgen dem Gesetz der Rache." Bringt Herr Augstein irgendeinen Beweis dafür, dass die Gemeinschaft der Haredim Selbstmordattentäter unterstützt, lehrt, bezahlt, trainiert oder für sie predigt? Die Gemeinschaft mag abgeschottet sein, aber sie ist nicht gewalttätig. Das Gesetz der Rache? Das sind aufwiegelnde Anschuldigungen ohne Grundlage"

 

- Meiner Ansicht nach besteht der Unterschied darin, dass die israelischen Fundamentalisten nicht so arm sind - sie haben eine Armee, welche die Drecksarbeit für sie erledigt.

Die Palästinenser haben keine. Schauen Sie sich mal die Verluste aus dem letzten Konflikt an, wir reden da von einem Opfer-Verhältnis von etwa 1:100.

elisRea 05.01.2013 | 14:48

"Ach was. Salomon Korn sagt doch selbst, dass er Augstein weder Persönlich kennt noch viel von ihm gelesen hat. Trotzdem kritisiert er das WSC gerade dafür, dass nicht genügend recherchiert wurde. Ein Widerspruch."

Wo sehen Sie da einen Widerspruch?

Das WSC behauptet, dass Augstein Antisemit sei und führt als Begründung dafür ein paar Zitate aus einem einzigen Artikel von J.A. an, in dem er die Politik der derzeitigen israelischen Regierung kritisiert. Das ist sein gutes Recht. Mit dieser Kritik kann man sich sachlich auseinadersetzen, darüber diskutieren, einzelne Punkte gegebenenfalls widerlegen oder relativieren.

Herr Augstein hat u.a. beschrieben wie die Situation der palästinensischen Bevölkerung in Gaza ist. Sie sind eingesperrt und leben unter erbärmlichen Verhältnissen. Warum das so ist und wie man das ändern kann.

DARÜBER muss diskutiert werden.

DAS MUSS auf eine Liste an die oberste Stelle gesetzt werden.

Herr Augstein gehört nicht inquisitorisch an den Pranger gestellt, weil er  einen real existierenden Sachverhalt beschreibt, ob parteiisch oder im Detai richtig oder nicht, ist hierbei nebensächlich, sondern diejenigen, die für diesen Zustand und das Elend (auch für das damit verbundene  der israelischen Bevölkerung oder Teilen davon) verantwortlich sind.

--------------------------

Es ist unstrittig, dass die Begründung des SWC nicht ausreicht, um J.A. als Antisemit bzw. Judenhasser zu bezeichnen.

Mehr muss Herr Korn nicht wissen, um berechtigter Weise das SWC aufgrund seiner unzureichenden Recherche zu kritisieren.

Nicht Herr Horn muss begründen bzw. beweisen, dass Augstein kein Antisemit sei, sondern das SWC!

Er hat m.E., gerade hier und heute,  besonnen und klug reagiert und somit zur Deeskalation beigetragen.

Ob und wenn ja, inwieweit das mit Broder zu tun hat, ist diesbezüglich nicht relevant.

 

 

mylflow 05.01.2013 | 15:08

Elisrea: "...real existierenden Sachverhalt..."

 

Da fängt das Problem ja schon an: Wenn man die Propaganda eines Augstein schluckt und sie als "Sachverhalt" voraussetzt, kann man schwerlich darüber diskutieren, ob er Antisemit ist.

"Es ist unstrittig, dass die Begründung des SWC nicht ausreicht, um J.A. als Antisemit bzw. Judenhasser zu bezeichnen."

Und über 300 Kommentare reichen nicht als Beleg, dass es keineswegs unstrittig ist...?

mylflow 05.01.2013 | 15:16

DENKII: "sie haben eine Armee ... Die Palästinenser haben keine."

Jedes Jahr fallen tausende Raketen auf israelischen Boden. Alle paar Jahre fassen sich die "gemäßigten" arabischen Staaten ein Herz und überfallen das Land - mit unglaublicher  zahlenmäßigen Überlegenheit.

Wie verblendet muss man sein, um zu behaupten, die "Palästinenser" hätten keine Armee?

 

elisRea 05.01.2013 | 15:30

Ihr Beitrag enthält interessante Gedanken.

Aber: Bei allem Verständnis für ihre Israelverbundenheit, sollte man doch die Relationen nicht aus dem Auge verlieren.

Israel, womit die verantwortlichen Politiker gemeint sind, hat Gaza, (ein Gebiet, auf dem Menschen, Männer, Frauen, Kinder, eingesperrt unter erbärmlichen Bedingungen,  ohne dass sie fliehen können) "leben" bombardiert.

Israel kontrolliert Gaza und bevormundet die dort lebenden Menschen, die die raus und die die rein wollen. (Die Rolle Ägyptens ist ein anderes Thema).

Erinnern Sie sich, welche Empörungswelle ausbrach, als eine Mauer um die DDR gebaut wurde? Ein unmenschliches Regime, hieß es, dass seine Leute einsperrt.

Was war diese Mauer, die zumindest in eine Richtung durchlässig war  und hinter der Menschen nicht in einem vergleicharen Elend wie die Palästinenser leben mussten, gegen die Absperrungen Gazas?

Ob man Gaza Gefängnis oder Lager nennt - welche Relevanz hat das? Es versteht sich von selbst, dass  Gaza  NICHT, NIE gleichzusetzen ist mit einem KZ oder einem Kriegsgefangenenlager, genau so wenig wie mit dem Warschauer Ghetto, aber die Frage muss erlaubt sein:

Wie können Nachkommen derer, die in den Gefängnissen und Lagern der Nazis gelitten haben, unbeschreiblich gequält und auf bestialische Weise umgebracht wurden, wie können sie ein ganzes Volk einsperren und behandeln wie sie es behandeln?

Wie können die Hochbewaffneten, statt zur Deeskalation beizutragen und nach friedlichen Lösungen zu suchen, unbewaffnete Menschen gewaltsam von ihrem Land vertreiben und massenhaft Siedlungen bauen?

Womit wollen Sie das rechtfertigen?

Mit Raketenbeschuss oder einer strunzdummen Charta, in der die Vernichtung Israels gefordert wird?

 

elisRea 05.01.2013 | 15:58

Wer ist Herr Cooper und was will erreichen? Kann er  überblicken, welche Konsequenzen sein Verhalten hat?

Weder trägt es zur Deeskalation, noch zum Verständnis bei, noch kann er für das Judentum Sympathien gewinnen.

Herr Cooper sagt über Herrn Broder:

"Er ist ein in der jüdischen Gemeinde weltweit respektierter Wortarbeiter, und anders als wir ist er vor Ort in Deutschland. Augstein hat auf seine Kritik übrigens nie reagiert, das halte ich für sehr vielsagend."

"In der jüdischen Gemeinde Weltweit respektiert"? 

Hat Herr Cooper repräsentative Umfrageergebnisse von den Mitgliedern aller jüdischen gemeinden der Welt vorliegen? Oder hat ihm das Herr Broder, auf dessen "Kritik" Herr Augstein angeblich nicht reagiert habe, so gesagt?

Wie können sich gebildete Menschen selbst so demaskieren und so lächerlich machen? Und auf diese Weise dem gesamten Judentum schaden. Es ist einfach nur noch widerlich und peinlich! Und eine Schande für die Opfer des Holocaust. Statt für Frieden zu sorgen säen und schüren sie Wut und Hass.

 

 

valdi 05.01.2013 | 16:04

Israel bombardiert nicht Frauen und Kinder, sondern reagiert auf wahllose bombaerdierung seitens der Hamas, die ihre Raketen in WOhngebieten versteckt. Dabei wird aesserst vorsichtig vorgegangen, Anwohner werden vorgewarnt, um unnoetige Zivilopfer zu vermeiden, was leider nicht immer moeglich ist. Israel kontrolliert nicht Gaza seit mehreren Jahren, es kontrolliert die Grenzen, damit keine Waffen eingeschmugelt werden, was uebrigens auch Aegypten macht, welches ebenfalls eine Grenze mit Gaza hat.

mylflow 05.01.2013 | 16:28

ELISREA: 

"Israel ... hat Gaza ... bombardiert."

Ja. Warum bloß? Aus Bosheit? Waren Sie je in Israel? Haben Sie es erlebt, wie es ist, im Vorgarten Einschlagslöcher zu haben? Jetzt werden Sie sagen: Aber der anderen Seite geht es viel schlechter. Eigentlich sollte es sich von selbst verstehen, dass man Kriege nicht nach oberflächlichen Kriterien wie Opferzahlen beurteilen kann - Es gibt genug Gegenbeispiele.

"Israel kontrolliert Gaza ... Mauer um die DDR "

Das hirnlose Mauer-Mauer-Geplärre wieder. Die DDR hat eine Mauer GEGEN den Willen seines Volkes gebaut, um zu verhindern, dass die Menschen weglaufen. Israel baut Mauern MIT dem Willen seines Volkes, um zu verhindern, dass Selbstmordattentäter reinkommen.

Im Übrigen: Fragen Sie sich mal, wie stark diese Kontrollo ist: Es scheint ja schier unmöglich zu sein, auch nur einen Laib Brot nach Gaza zu bringen - Dennoch schaffen es Jahr für Jahr tausende Waffen dort hin. Wie?

" ...Menschen nicht in einem vergleicharen Elend wie die Palästinenser leben mussten"

Trotz Lagerzustands, trotz absoluter HIlflosigkeit und totaler Abgeschiedenheit schaffen die Menschen in Gaza einen höheren Lebensstandard als so eininge andere Länder der Region.

Auch hier gilt wieder: Bestehendes Elend nicht auf den Reichen Satan schieben, sondern mal nach den Gründen fragen: Warum schreien alle immer nach Israel, wenn es um das Elend in Gaza geht? Warum haben die Palästinenser in den letzten Jahrzehnten etliche Millionen an Geldern erhalten und setzen diese offenbar nur in Waffen um? Warum kommt aus dem noch viel reicheren Arabien nur Unterstützung in Form von Waffen und Propaganda? 

"Wie können Nachkommen derer..."

Weil die Nachkommen derer gelernt haben, zu kämpfen. In Deutschland gilt bekanntlich "Nur tote Juden sind gute Juden" aber erwarten Sie nicht, dass die Israelis sich dieses Mal wieder zur Schlachtbank führen lassen. Weil sie wissen, dass das "Frieden, Frieden!"-Geschrei nicht zu Frieden führen wird - und noch niemals geführt hat.

Ansonsten hat sich ja gezeigt, was passiert ist, wenn Israel nachgibt: Nach dem Abzug aus dem Gaza-Streifen kam nicht etwa Frieden, sondern Raketen. Das idiotische Land-for-peace ist spätestens damit widerlegt worden.

"Mit Raketenbeschuss oder einer strunzdummen Charta, in der die Vernichtung Israels gefordert wird?"

Ja genau. Mit der seit Jahrzehnten praktizierten, strunzdummen und von der gesamten arabischen Welt unterstützten Charta.

 

 

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Ehemaliger Nutzer 05.01.2013 | 18:30

"Du bist ein ..." NEIN

Ein Christ ist ein Christ weil er sich selbst so benennt!

Ein Atheist weil er sich selbst so benennt.

Ein Mraxist ... etc.

Andere als etwas zu benennen ist das Urteil über Gut und Böse haben, zu wissen was er denkt oder einfach weil man Propaganda machen will!

Die Antisemikeule ist schon länger dumm geworden, sie wird bald den Schläger treffen!

 

 

 

freedom of speech? 05.01.2013 | 19:40

Seit Augsteins "Beförderung" wird der Freitag möglicherweise als bevorzugter Spielplatz betrachtet.

http://www.haaretz.com/print-edition/news/israel-recruits-army-of-bloggers-to-combat-anti-zionist-web-sites-1.268393

"...The Immigrant Absorption Ministry announced on Sunday it was setting up an "army of bloggers," to be made up of Israelis who speak a second language, to represent Israel in "anti-Zionist blogs" in English, French, Spanish and German...."

"...Halfon said volunteers who send the Absorption Ministry their contact details by e-mail, at media@moia.gov.il, will be registered according to language, and then passed on to the Foreign Ministry's media department, whose personnel will direct the volunteers to Web sites deemed "problematic."..."

Hervorhebung nachträglich :)

elisRea 05.01.2013 | 19:46

Ich möchte mal etwas Schönes, Warmes, Intelligentes, Konstruktives, Verrsöhnliches.... aus jüdischer Feder zitieren:

"Opfer immer, Täter nimmer

Mein Vater hatte Auschwitz überlebt, meine Mutter die KZs im Baltikum. Sie zogen mich in der Erkenntnis auf, dass es die Wahl zwischen Gut und Böse gibt und jeder Mensch für seine Taten verantwortlich ist: Sie erzogen mich in der Ethik der jüdischen Religion.

In seiner "Außenansicht" propagierte der Präsident des Jüdischen Weltkongresses eine alternative Ethik. Wir Juden seien vor allem eines: Opfer. Daran solle der Gedenktag 27.1. erinnern. Aktuell sei unser Staat Israel das Opfer unverständlicher Hassausbrüche von Arabern und von "selbst ernannten Gutmenschen".

Ich würde gern Herrn Lauder fragen:

Die Tatsache, dass keiner meiner Großeltern das Dritte Reich überlebt hat, - gab sie 1947/48 den jüdischen Freischärlern und der israelischen Armee das Recht, Hunderttausende Araber aus Israel zu vertreiben?

Die "Arisierung" des Berliner Grundstücks meines Urgroßvaters - gab sie dem Staat Israel das Recht, Anfang der 50er Jahre den Boden und Besitz der arabischen Vertriebenen zu konfiszieren?

Die Ermordung meiner Onkel und Tanten durch die SS - gibt sie dem Staat Israel das Recht, seit 40 Jahren die Diktatur eines Besatzungsregimes auszuüben?

Die Erschießung meiner Großmutter Hanna dafür, dass sie in Berlin ohne Gelben Stern zum Friseur ging - gibt sie dem Staat Israel aktuell das Recht, die Bevölkerung Gasas auszuhungern?

Allgemein: Gibt die Tatsache, dass wir europäischen Juden Opfer eines großen Unrechts wurden, dem jüdischen Staat vor Gott und vor den Menschen das Recht, nun Anderen Unrecht zu tun?

Können uns die Sonntagsreden am "Holocaust-Gedenktag" vor dieser Frage schützen?

 Prof. Dr. Rolf Verleger                                                            23562 Lübeck

--------------------------------

 Lieber Herr Prof. Dr. Rolf Verleger, ich möchte mehr von Ihnen in unseren Medien hören und lesen. Wo sind Sie und Ihresgleichen?

Die Broders, Friedmanns, Kramers, Coopers usw., die nerven. Sollen nur sie das Bild des deutschen Judentums prägen?

Wo sind die Stimmen von Felicia Langer, Hajo Meyer, Abraham Melzer, Uri Avnery, Avi Primor ....

tja ..., 06.01.2013 | 01:30

also niemand hat immer Recht oder Unrecht, das gilt auch für Henryk M. Broder - was mich seit vielen Jahren aber nicht mehr interessiert. Als ich vor langer Zeit auf ihn aufmerksam wurde, fand ich seine Schlagfertigkeit bemerkenswert - bis mir die mitleidlose Schärfe und des späteren Börne-Preisträgers auffiel, der der Funke, überzeugen zu wollen, fehlte! Nun mag Broder privat ein angenehmer Zeitgenosse sein, aber der öffentliche Broder erscheint mir nur bösartig und humorlos - ungenießbar! So wird Broder für mich zu keiner kapitolinischen Gans sondern jemand, dem zuzuhören oder den zu lesen Zeitverschwendung ist!

Damit bin ich mit meinen Sentenzen über Broder Jakob Augstein gegenüber sehr im Vorteil. Der Journalist kann sich nicht aussuchen mit wem er redet und mit wem nicht!

Themenwechsel! Kritk an Israel und die Antisemitismuskeule!

Ich denke, der aufgeklärte Mensch wird problemlos zwischen Israels Bevölkerung und Regierung unterscheiden zu können.

Israel ist ein normaler Staat, der als Sieger zahlreicher Kriege seine fälschlich Siedler genannten Landräuber ausschickt um Palästina so klein zu machen, daß die Palästinenser eines Tages im stehen schlafen müssen. Die Verhandlungsergebnisse mit dem haschemitischen Königreich zeigen, daß das Land nicht mehr an den Jordan grenzt! Ähnlich gut hat Ägypten abgeschnitten. So mußte sich Mursi vor Wochen die Erlaubnis,  islamische Terroristen auf den drei mittel-, schwach-, und entmilitarisierten Streifen auf dem Sinai mit militärischem Gerät verfolgen zu dürfen bei Netanjahu abholen. Von der Lieferung ägyptischen Öl zu Sonderkonditionen nicht zu reden. Das sind für mich keine Verhandlungsergebnisse, das nenn' ich Diktate!

Israel ist sportlich Europa zugehörig und wirtsachftlich zu Vorzugsbedingungen der EU, ein Privileg, das den Machthabern nicht gut tut, und das mich mit Wehmut an die gute alte Zeit denken, in der man südafrikanische Produkte boykottieren konnte und Urlaube anderswo verbrachte.

Es gibt wie überall auf der Welt auch in Israel nachdenkliche Menschen, denen, wie man gelegentlich im Internet in Haaretz lesen kann! Leider sind sie nicht zugleich auch die Mächtigen, die was bewegen! Es gibt junge, gut ausgebildete Israelis, die den Ärger im Land leid sind und eine Abstimmung mit den Füßen vornehmen. und es gibt die Israelis, die überhaupt nicht davor zurückschrecken sogar mißliebige Landsleute als Antisemiten zu bezeichnen!

calcito 06.01.2013 | 02:29

Naja, bisher habe ich auch die Auffassung vertreten, zwischen der Regierung und dem israelischen Volk zu unterscheiden. Dies lässt sich aber nicht gänzlich aufrecht erhalten.
Schließlich wählt sich die Regierung nicht selbst...

Was mich in Bezug auf Broder besonders wundert, ist die Hofierung in unseren öffentlichen Medien, da sitzt er auf dem blauen Sofa bei Volker Panzer und lügt dreist in Bezug auf Ken Jebsen und behauptet voller Stolz ein Islamophob zu sein. Das alles wird von seinen Füßeleckern durch Applaus honoriert.

Konfuzikuntz 06.01.2013 | 04:51

Sie lesen durchaus richtig.

So kanns gehen, verehrter Kuntz. Und Sie sind nicht einmal in der Lage, das zu widerlegen.

Da wäre ich nicht so sicher. Ich äußere mich die Tage mal unter Ihrem neuen Blog. Das die Arme ausbreitet - und mich offensichtlich ausschließt. Warum nochmal?

Vielleicht sollten Sie, bei all Ihrer gespielten, oder vielleicht auch echten Empörung mal darüber nachdenken, dass Sie ständig anderen versuchen das Wort im Munde umzudrehen um sie genau in die Ecke zu drängen, in die sie sie haben wollen.

Haben Sie Netzmann gelesen? Hmm? Der wäre nach "Verfassen" seines SA-Textes ohne mit der Wimper zu Zucken zur Demo gegen Antisemitismus gelaufen. Das wissen Sie genau. Und das ist gefährlich. Wenn Sie Ihre sehr wohl vorhandene Intelligenz diesbezüglich nicht in den Dienst der Wahrhaftigkeit stellen, haben wir hier noch viel Spaß miteinander.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Ecke, in der Sie sich jetzt befinden, nicht besonders gefällt, aber es ist nun einmal die Ecke, in die Sie gehören und in der Sie sich längst häuslich eingerichtet haben.

Prost!

tja ..., 06.01.2013 | 11:21

lieber CALCITO,

es hat immer noch wirklich viel mit den Wählern zu tun, wie Regierungen zustandekommen, mit den Wählern aus Überzeugung, den Traditionswählern und denen, die politische Machenschaften nicht durchschauen, sich ins Bockshorn jagen lassen und aus Angst wählen. Als Beispiel dient ein Wahlplakat der CDU aus der Adenauer-Zeit auf dem "ALLE WEGE FÜHREN NACH MOSKAU" stand.

In Israel kommt auch noch eine Paranoia dazu! Wie anders können sich Israelis als Angegriffene sehen, wenn Israel die modernsten Waffen aus USA erhält, vielleicht wie die deutschen U-Boote auch geschenkt (?) und Israelis mit deutschen Waffenentwicklern die zweite Drohnengeneration entwickelt haben!

Broder, der meines Dafürhaltens nur rumstänkert, ist mehr Worte meinerseits nicht wert!

Georg von Grote 06.01.2013 | 12:12

Der schließt Sie keineswegs aus. Nur werden Sie sich noch ein wenig gedulden müssen, denn ich habe den Blog vorläufig vom Netz genommen.

Entweder ist der Augstein-Hype im Moment noch so massiv, dass die meisten nicht über den Tellerrand hinausdenken können, oder sie sind gar nicht gewillt, einmal sachlich zu diskutieren.

Insoweit gebe ich offen zu, warte ich inständig auf die angekündigte Selbstmoderation. Vielleicht ändert sich ja dann was.

 

Un klar, habe ich Netzmann gelesen und es werden noch einige Netzmänner folgen, nach dem was jetzt geschehen ist.

Und diese "Netzmänner" waren ja schon immer da, nur werden sie jetzt wohl mutiger. Die Frage ist doch: Wer hats erfunden? Bzw. wer hat es mit zu verantworten?

Aber das kann man ja dann mal versuchen zu klären, wenn ich den Blog wieder freigebe.

mylflow 06.01.2013 | 13:42

TJA .... : " In Israel kommt auch noch eine Paranoia dazu! Wie anders können sich Israelis als Angegriffene sehen, wenn Israel die modernsten Waffen... "

In der Tat höchst verdächtig, diese Paranoia.

Wie kommen die Israelis bloß darauf, bedroht zu sein? Gut, da ist die Tatsache, dass das Land seit seiner Gründung mehrfach von allen umliegenden Staaten mit dem Ziel der Vernichtung angegriffen wurde.  Okay, da sind etliche Staaten in der Region, deren Staatsräson auch heute noch die Vernichtung des Judenstaates ist. Aber sonst?

Höchst merkwürdig. LOL.

Und die ganzen Waffen. Hätte Israel gleich bei seinem ersten Krieg 1948 auf Waffengebrauch verzichtet, wäre es heute bestimmt ein friedliches Land.

thinktankgirl 06.01.2013 | 13:50

Rabbi Cooper scheint ja ein schwieriger Geselle zu sein:-

Der SPIEGEL hat vergangene Woche versucht, ein Streitgespräch zwischen Augstein und Rabbi Cooper zu arrangieren. Warum nicht den beiden Kontrahenten die Gelegenheit geben, ihren Standpunkt deutlich zu machen? Das war die Idee. Meinem Kollegen Clemens Höges, der das Auslandressort leitet, fiel die Aufgabe zu, alles Erforderliche in die Wege zu leiten.

Auf keinen Fall Augstein die Hand geben

Es gibt für Gespräche im SPIEGEL eine bewährte Praxis. Man bringt die Gesprächspartner an einem neutralen Ort zusammen; am Ende steht eine Fassung, die beiden vor Drucklegung zur Autorisierung zugeht. Es ist ein seit über 60 Jahren eingeübtes Verfahren, das bislang mit allen Größen der Welt funktioniert hat - nur leider nicht mit Rabbi Abraham Cooper.

 

Höges beschreibt im neuen SPIEGEL die sich über mehrere Tage hinziehenden Verhandlungen. Zunächst müsse eine öffentliche Entschuldigung her, verlangte Cooper, ein Schuldeingeständnis des von ihm Gelisteten. Dann bestand er auf getrennten Orten: Er wolle auf keinen Fall Augstein die Hand geben oder auch nur eine Sekunde mit ihm in einem Zimmer verbringen.

Als der SPIEGEL nach Rücksprache Letzteres garantierte, forderte der Rabbi einen unabhängigen Fragesteller als Beisitzer. Ich weiß nicht, was ihm vorschwebte: ein Gesandter der KSZE, ein Mitarbeiter der Menschenrechtskommission der Uno? In jedem Fall beschloss Höges an dieser Stelle, das Unternehmen abzubrechen. Muss man noch erwähnen, dass der Mitbegründer des Wiesenthal-Centers den Namen des Mannes, den sie dort gerade zum deutschen Ahmadinedschad erklärt haben, kontinuierlich falsch schrieb?

Birobidzhan 06.01.2013 | 13:50

Es gibt nur noch 2 Möglichkeiten um die Antisemitismus Debatten einzudämmen. 1. Totale Ignoranz oder 2. der Bumerang muss so hart zurück kommen, so dass es richtig weh tut. Ersteres scheint mir die humanere Lösung.

Man stelle sich vor Organisationen wie SWZ, ADL, AIPAC usw. würden aufgelöst? Eine Bilanz wäre interessant...was kosten diese Einrichtungen und was bringen sie ein?

Ein Böser, wer jetzt denkt diese Einrichtungen müssten Schlagzeilen machen um interessant zu bleiben. So geht es auch Armeen. Fehlen die Feinde werden sie reduziert. Werden sie reduziert, braucht man weniger Waffen. Das ist schlecht für das Geschäft. Also was braucht man? Viele Feinde auf die man einschlagen kann?

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Ehemaliger Nutzer 06.01.2013 | 16:18

Apropos Tellerrand ...

Grote ist ein ehrenwerter Mann, empfindsam darauf bedacht, Kommentatoren zu rügen, die angeblich mit der fürchterlichen sogenannten Nazikeule hantieren, also unliebsame Mitmenschen zumindest in die Nähe von Nazis zu treiben suchen, mit "fröhlichem Halali Menschenjagd" veranstalten.  Doch, ach, seine zarte Scheu erstreckt sich nur auf deutsche Volksgenossen ...

Bedenkenlos und ohne eine nachprüfbare Quelle anzugeben,
holzt er oben drauflos:
"Israelische Nazis. Gibt es. Dürfen sogar ganz offen so bezeichnet werden, sogar in der israelischen Presse. Der israelische Innenminister wurde kürzlich erst mit dieser sehr zweifelhaften Ehrbezeugung ausgezeichnet."

Bislang will er keine Quelle für seine schnelle, harte  Anklage herausrücken. Zäh wie Leder weigert er sich einen Beleg zum beschuldigten Innenminister herauszurücken, lässt sein eigenens Blogkind in den Löschbrunnen fallen, als ich dort, wie auch im gelöschten Netzmann-Blog,  wissensdurstig nachfrage ...
Vive la différence - oder deutsch ist, was zart macht. Und schützenswert.
Denn Grote ist ein ehrenwerter Mann  -  und keineswegs ein flügellahmes, auf einem Auge blindes  Suppenhuhn  ...
  

elisRea 06.01.2013 | 18:17

"Wie man darauf kommen kann, Augsteins wiederholte Rede von der global agierenden "jüdischen Lobby", die Krieg wolle, ja einen kommenden Großkrieg anstrebe, und einer weitgehend gleichgeschalteten Presse, die dies verleugne und nicht vermelde, für antisemitisch zu halten:"

Sie konnten bisher für diese Anschuldigung, mit denen Sie suggerieren wollen, dass J.A. antisemitisch sei, keinen Beleg liefern.

"In dem NS-Klassiker “Alljuda als Kriegstreiber” wird eingangs die Frage gestellt “Wer will den Krieg?” … und die Antwort ist dann durchgehend, dass jüdische Interessen hinter den Kriegen der Welt ständen, dass aber die Presse jüdisch dominiert sei und so für diese Wahrheit die Augen verschließe. Dabei, so weiter in dem Machwerk, hätten diese postulierten jüdischen Kräfte die Welt mal wieder an den Rand eines Weltenbrandes gebracht."

Die Pseudoanalogie, die Sie zwischen J.A. und der von Ihnen angegebenen nationalsozialistioschen Quelle herstellen, belegt

a) Ihre völlige Unkenntnis in der Sache zu der Sie sich äußern oder

b) dass Sie auf unverschämte (für den Staatsanwalt relevante) Weise lügen un d verleumden.

Das Machwerk auf das Sie sich beziehen stammt von 1939, wurde von einem Nazi geschrieben, entspricht der und belegt die Vorstellung bzw. Bedeutung von Antisemitismus/ Judenhass gemäß der nationalsozialistischen Ideologie.

Und die war diese (wie ich sie bereits in einem vorangegangenen Beitrag ausführte):

"Hitler hatte einen Eroberungs- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion schon 1925 in seiner Programmschrift „Mein Kampf“ zum Hauptziel seiner Außenpolitik erklärt. Er begründete diesen mit dem unvermeidbaren weltgeschichtlichen Kampf der „arischen Rasse“ gegen das „Weltjudentum“, dessen extremste Herrschaftsform der „Bolschewismus“ sei. Dort zeige sich „der Jude“ als „Völkertyrann“, so dass man nur beide zugleich bekämpfen könne."

http://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmen_Barbarossa

Und:

http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Rosenberg

JUDENTUM = Bolschewismus = Kommunismus

Judenhass war eine Art von Kommunistenhass, die im Zustand völlig geistiger Verblendung und [...Selbstzensur] zur Vernichtung  vermeintlich "biologischen Juden" (unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit) führte.

Eine erschreckende ideologische Parallele könnte man hier zu einem gewissen norwegischen rechtsradikalen Massenmörder herstellen, der Kinder, "überwiegend Teilnehmer am Zeltlager einer sozialdemokratischen Jugendorganisation" (wiki) umbrachte und keinerlei Schuldgefühle dabei hatte. Im Gegenteil.

In diese Ecke also wollen Sie Herrn J.A. stellen?

Das ist - wie jeder Antisemitismusvorwurf - ein ungeheuerlicher Vorwurf.

Vielleicht sollten Sie darüber noch einmal nachdenken.

 

 

elisRea 06.01.2013 | 18:43

Dazu interessant:

https://www.freitag.de/autoren/emran-feroz/realitaetsfremd-1

Und das dort in der Zeit verlinkte Interview.

Herr Cooper demontiert sich selbst. Warum kann er nicht sagen: Tut mir leid, war ein Fehler. J.A. wird von der Liste gestrichen. Wiedergutmachung ist angesagt?

Da bleibt nur der Verdacht des Vorsatzes. Das wäre also dann, wissentliches Lügen, Verleumdung bzw. Rufmord.

Das könnte erklären, warum er die Aussprache mit J.A verweigert. Was soll er sagen?

Trotzden: Irgend etwas ist da m.E. oberfaul.

Hier in D. wird m.E. Herr Broder den größten Schaden aus dieser Sache davon tragen. Herr Augstein erfährt von allen Seiten Solidarität.  Der ZdJ steht gut da. Und wer interessiert sich in ein paar Wochen noch für Herrn Cooper?

elisRea 06.01.2013 | 18:57

Danke für den Link. Ich habe soooo gelacht. :-D

"Reicht das für Platz acht, oder sind Judith Butler und Avi Primor noch ein bisschen antisemitischer als ich?"

"Der Mensch, den Broder nicht für einen der zehn schlimmsten Antisemiten der Welt hält, muss nämlich erst noch geboren werden.

Nicht die Neonazis sollen also Deutschlands schlimmste Judenhasser sein – nein, ein Journalist, der gegen Israels Regierung polemisiert. Wenn Jakob Augstein Deutschlands schlimmster Antisemit wäre, dann hieße dies, dass es in Deutschland keinen wirklich gefährlichen Antisemitismus mehr gibt. Eigentlich stellt das Wiesenthal-Zentrum Deutschland ein prima Zeugnis aus."

https://www.freitag.de/autoren/freiheitsliebender/israelkritik-wird-zum-antisemitismus-gemacht#1357494427814024

thinktankgirl 06.01.2013 | 19:27

2011 hat es Abbas auf Platz 1 der Antisemitic Slurs geschafft:

ABBAS:

“I come before you today from the Holy Land, the land of Palestine, the land
of divine messages, ascension of the Prophet Muhammad peace be upon him and the birthplace of Jesus Christ peace be upon him, to speak on behalf of the Palestinian people…”

SWC:
-Palestinian Authority President Mahmoud Abbas at his UN General Assembly address, September 23, 2011. Speaking to the world, Abbas omitted any reference to the Jewish people’s connection to the Holy Land. No reference to Abraham, Isaac, Jacob, nor King David, King Solomon, or Isaiah, Jeremiah, Ezekiel.

Vielleicht hätte der SWC den ganzen Text lesen sollen:

2. The PLO and the Palestinian people adhere to the renouncement of violence and rejection and condemning of terrorism in all its forms, especially State terrorism, and adhere to all agreements signed between the Palestine Liberation Organization and Israel.

3. We adhere to the option of negotiating a lasting solution to the conflict in accordance with resolutions of international legitimacy. Here, I declare that the Palestine Liberation Organization is ready to return immediately to the negotiating table on the basis of the adopted terms of reference based on international legitimacy and a complete cessation of settlement activities.

 

Ist natürlich ganz arg antisemitisch, wenn die Palästinenser explizit auf Gewalt verzichten und Israel als Verhandlungspartner sehen.

 

 

 

Lee Berthine 06.01.2013 | 22:38

Beim Lesen der 5 Aussagen von Herrn Augstein, die das Wiesental-Center als antisemitisch eingestuft hat, kann ich nur erkennen, dass er sich kritisch gegenüber bestimmten politischen Handlungen (oder deren Auswirkungen) der israelischen Regierung geäußert hat. Diese Zitate sind zum einen aus dem Kontext genommen und zum anderen fehlen gerechtigkeitshalber alle seine gegebenenfalls wohlwollenden Äußerungen diesbezüglich bzw. geäußerte Kritik der Gegenseite.

Nach meiner Logik kann die Ursache für die Diffamierung Augsteins nicht im Inhalt seiner Meinungsäußerungen liegen. Man kann nur mutmaßen: Soll sein Wirkungskreis eingeschränkt werden, soll er einen Schuss vor den Bug bekommen, soll sein Ruf geschädigt werden, soll von Problemen ganz anderer Größenordnung abgelenkt werden oder war gerade kein anderer "Preisträger" aufzufinden?

Vielleicht auch nur schlechtes Timing, einige Zeit früher, dann hätte es Günter Grass werden können...

Diese durchaus einschüchternde und erschreckende Vorgehensweise einer semitschen Institution ist enttäuschend und spricht leider nicht für ihre Sache. Sehr traurige Fehlentscheidung.

Mr. Smith 06.01.2013 | 22:40

Witzig!

Eine Aneinanderreihung von Spitzfindigkeiten ist keine Diskussion.

Zahlreiche Statements werden von zahlreichen Leuten veröffentlicht, die einander offensichtlich nicht lesen/zuhören. Mit welcher Dreistigkeit Unterstellungen und Halbwahrheiten gegeneinander geschleudert werden ist atemberaubend. Die Diskussionskultur dieser Gesellschaft ist eine Totgeburt, die bis heute keinen belebenden Klapps auf den Hintern oder ein würdiges Begräbnis bekommen hat.

Ich möchte hier Stephen Fry zitieren:
It's now very common to hear people say 'I'm rather offended by that'. As if that gives them certain rights. It's actually nothing more ... than a whine. 'I find that offensive.' It has no meaning; it has no purpose; it has no reason to be respected as a phrase. 'I'm offended by that.' Well, so fucking what.

Das Menschen wie Broder in Medien als ernstzunehmend zitiert werden ist peinlich. Der Mann ist Komödiant, versteht sich als Satiriker - der Freude daran hat im Vagen zu lassen ob das von ihm gesagte wirklich ein Scherz war. Für diese Konequenz gebührt ihm Respekt gezollt, für seine Aussagen selbst nicht. Die kann man belächeln oder ignorieren.
So fucking what.

Mr. Smith 06.01.2013 | 23:31

@ Lee: genau so Beiträge wie deinen meine ich. Habe ich behauptet dies sei eine Diskussionsrunde, was einen Stuhlkreis suggeriert? Hier wie auch in Massenmedien (plural! --> Kommentar, Gegenkommentar am nächsten Tag, Reaktion darauf in weiterem Medium, Konkretisierung durch Erstkommentator etc.) wird diskutiert indem ein Stichwort gelesen (Diskussion, z.B.) und hauptsächlich darauf eingegangen, nicht auf den Inhalt des Beitrags.
Das ich hier einen Blogeintrag kommentiere weiss ich selber. Und offensichtlich versuchen hier Leute miteinander zu diskutieren, da sie aufeinander eingehen, du Mitdiskutant.

mylflow 07.01.2013 | 00:26

"Das Machwerk auf das Sie sich beziehen stammt von 1939, wurde von einem Nazi geschrieben, entspricht der Vorstellung von Antisemitismus/ Judenhass gemäß der nationalsozialistischen Ideologie."

Richtig. Machwerke nach 1939 und solche, die nicht von Nazis geschrieben werden, taugen nicht zum Judenhass.

" Judenhass ... , die zur Vernichtung  vermeintlich "biologischen Juden" (unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit) führte. "

In der Tat ein Fehler. Man hätte die Juden stattdessen nach der Religionszugehörigkeit umbringen sollen.

Eine erschreckende ideologische Parallele könnte man hier zu einem gewissen norwegischen rechtsradikalen Massenmörder "

O Gott, ja! Bis gerade hielt ich Breivik für einen sympathischen Zeitgenossen - aber diese Parallele zeigt ihn in einem ganz schlechten Licht. Erschreckend!

Mr. Smith 07.01.2013 | 00:41

Mit dem Fry-Zitat bin ich der Meinung das getan zu haben. :Broder und andere empfindsame Seelchen, die sich nicht scheuen die Bevölkerung in den besetzten Gebieten mit Islamisten, Extremisten, der Hamas und Fatah gleichzusetzen, wobei sie ausblenden dass die Lebensumstände die Menschen geradezu zwingen o.g. zu unterstützen/mit denen zusammen zu arbeiten - um sie dann genau dafür zu geißeln, dass sie keine alternativen Lebensentwürfe entwickeln können, fühlen sich von JAs legitimer Kritik beleidigt/angegriffen und beleidigen/greifen selbst an mit dem Anti-Semiten-Vorwurf. Das hat Kindergartenniveau, vor allem dann, wenn man Broder als Zeugen aufruft.
It's a whine. So fucking what.

Mr. Smith 07.01.2013 | 01:05

Danke für das Top-Beispiel für billige Analogien die eine Aussage in die Nähe zur Faschismuslegitimation stellen.

Zu ihrer Frage: ob die Wahlalternativen zu Beginn der 30er Jahre eine tatsächliche Alternative für Arme darstellten ist nicht eindeutig beantwortbar.
Aus dem Kontext ist das (Wahl-)Verhalten kein Ruhmesblatt des Menschengeschlechts aber erwartbar bzw. nachvollziehbar, die schleichende Enthumanisierung und Entzivilisierung erschreckend. Dies trifft neben dem dt. Pöbel der 30er Jahre auch auf Menschen zu die seit Generationen in Flüchtlingslagern leben, keine Reisefreiheit besitzen und Selbstbestimmung bestenfalls aus dem Wörterbuch kennen. Die Finanzierung der Extremisten von ausserhalb und deren daraus resultierende Machtposition sowie die Macht der Besatzer verhindern eine freie Persönlichkeitsentwicklung und fördern andererseits das Mitmachen im "so ist das eben".
Wahlfreiheit sieht anders aus, man braucht sich über das Verhalten der Leute keinen Illusionen hinzugeben. Weder im Blick gen Osten, noch beim Blick in die Vergangenheit. Wundern darf einen das nur nicht. Und Broder und Co. wundern sich nicht einmal, sie streiten das bestehen dieser Zusammenhänge rundweg ab, wenn sie JA einen Anti-Semiten nennen, weil er dem Staat Israel vorwirft eben diese Verhältnisse (mit-)zu zementieren.

mylflow 07.01.2013 | 01:33

MR SMITH

Ja, Menschen sind austauschbar. Und wie die Deutschen sind auch die Palästinenser die ersten Opfer ihrer Ideologie. Wobei der Vergleich wohl in der Tat etwas hinkt, wenn man berücksichtigt, dass Not und vor allem einseitige politisch-religiöse Indoktrination über Generationen vielleicht größer sind heute. 

Aber ist die Konsequenz? Mein Vergleich wollte sagen: War es verwunderlich, dass die Deutschen die Konsequenzen dafür getragen haben, dass sie unfrei Opfer eines Wahns geworden sind? Wenn nein, ist es verwunderlich, dass ein ähnliches Schicksal die Palästinenser trifft?

Broder? Der leugnet den Zusammenhang nicht. Der erkennt nur, dass Israel - im Moment - der falsche Adressat ist, wenn es darum geht, Wahlfreiheit zu schaffen.

Mr. Smith 07.01.2013 | 02:05

Selbst schuld, könnte man sagen - mit Blick auf Schlaaand 1945 und Palästina 2013.
Beides wäre nur zum Teil richtig. Denn weder waren alle Deutschen Nazis noch sind alle Palästinenser Judenhasser. Mit pauschalen Urteilen übergeht man die Individuen, die Menschen, die Opfer von Repression und (psychischer) Gewalt auf beiden Seiten. Aber Unschuldige gibt es in diesem Zusammenhang nicht, das Ausmaß der Schuld steht in Frage.

Und: Broder leugnet tatsächlich eine Mitschuld Israels an den derzeitigen Verhältnissen. Denn Rhetorik, Siedlungspolitik, Gestaltung des Friedensprozesses mit scheinbaren Erleichterungen und pseudo-Zugeständnissen sowie extreme physische Gewalt, die in israelischen Medien durch die Armee gerühmt und seit wenigen Jahren (bspw. in Filmen wie Waltz with Bashir) vor allem von Reservisten kritisch thematisiert wird, leisten einen Beitrag zur Ausweglosigkeit. Als Atommacht mit der vollen Unterstützung der USA sowie dem moralischen Rückhalt der EU könnte man deutlich souveräner auftreten. Auch angesichts greiser Scheiks die Israels Vernichtung fordern.
" 's hat ja schon im 6-Tage-Krieg nicht funktioniert, ihr Pfeiffen. Baut lieber Schulen als Bomben, davon habt ihr früher zumindest mal viel verstanden und eure Kinder könnten eine glückliche Zukunft haben" wäre eine bessere Antwort auf die Bedrohung Israels als dieser Auge-um-Auge-Quatsch. JA habe ich so verstanden dass er diesen Umgang Israels mit der Bedrohung kritisiert, wenn auch menschlich verständlich sein mag, dass man auf eine Todesdrohung emotional reagiert. Doch von einer Regierung, noch zumal der einzigen in der Gegend die sich demokratisch nennt, muß man ein stärkeres Maß an Souveränität erwarten.

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Ehemaliger Nutzer 07.01.2013 | 10:25

Ein ehrenwerter Mann wie der Journalist und Jurist Grote steht freilich über einer quantité négligeable wie der FC-netiquette.
"Nicht erlaubt sind:

Inhalte, die zum Hass aufrufen (Volksverhetzung)  ... sowie verleumderische, ... oder rufschädigende Beiträge."

" "Israelische Nazis. Gibt es. Dürfen sogar ganz offen so bezeichnet werden, sogar in der israelischen Presse. Der israelische Innenminister wurde kürzlich erst mit dieser sehr zweifelhaften Ehrbezeugung ausgezeichnet."
Der israelische Innenminister  kann von ihm als Nazi hingestellt werden, ohne dass er, obgleich von mir wiederholt dazu aufgefordert, einen Beleg aus "der israelischen Presse" für seine Behauptung liefern will und kann.

Und der Beitrag des ebenfalls ehrenwerten Netzmann ist auch wieder aufgetaucht. Der Ehrenmann kann weiter die "Wahrheit" verkünden, wie Deutschland durch das offizielle Israel mit deutscher Kollektivschuld erpresst wird ...

Mir Weichling zittern schon die morschen Knochen vor der Therapie.

thinktankgirl 07.01.2013 | 10:49

"Sie konnten bisher für diese Anschuldigung, mit denen Sie suggerieren wollen, dass J.A. antisemitisch sei, keinen Beleg liefern."

LOL. Allein in diesem Thread gibt es ein gutes Duzend mal die Anschuldigung "Das insgeheime Ziel des Weltjudentums ist immer Krieg, Krieg!"

- da muss man noch nicht mal bei Augstein suchen. 

 

Da es keinen Beleg für die obige Aussage von Esra Yildiz über JA gibt, tritt Myflow die Flucht nach vorne an und plaziert eine weitere Unwahrheit.

Diffamierer sind hier in der FC absolut überflüssig!

 

stirnfalte 07.01.2013 | 11:23

@ mr smith: die palästinenser sind opfer der okkupation und der nakba. punkt.

sie zahlen die zeche für die planspiele von sykes, picot, balfour und herzl.

ein immer wiederkehrender fehler ist, israelis und palästinenser als ebenbürtige darzustellen. sie sind es nicht.

widerrechtliche besatzer, die menschenrecht brechen, kriegsverbrechen begehen stehen besatzten und entrechteten gegenüber, die über so gut wie keine mittel zum legitimen (!) wiederstand haben (legitim nach genfer menschenrechtskonvention von 1947).

thinktankgirl 07.01.2013 | 11:24

 

mylflow 07.01.2013 | 11:01

@thinktankgirl

Entweder Sie haben die Kommentare hier nicht gelesen oder Sie sind ein Lügner.

Ich habe die Kommentare gelesen. Darum wäre es angebracht, für diese Aussage Belege zu bringen:

 

mylflow 07.01.2013 | 00:00

LOL. Allein in diesem Thread gibt es ein gutes Duzend mal die Anschuldigung "Das insgeheime Ziel des Weltjudentums ist immer Krieg, Krieg!"

Wenn ich richtig geschaut habe, taucht das Wort Weltjudentum in diesem Blogartikel nur in einem Wikipediazitat auf.

 

freedom of speech? 07.01.2013 | 11:34

http://www.hintergrund.de/201301072403/feuilleton/zeitfragen/moshe-zuckermann-die-vorwuerfe-gegen-augstein-sind-idiotisch.html

"...Zuckermann: Schauen Sie, man könnte jetzt eine Endlosschleife konstruieren, bei der sich, wie bei jedem paranoiden Syndrom, ein ganzes Universum auf der Basis einer irrigen Grundannahme errichten lässt. Wenn jemand beschlossen hat, dass Augstein ein Antisemit ist, wird er sich keine Sophisterei entgehen lassen, um dies auch zu belegen. Was hierbei als Beweis angeführt wird, mag objektiv noch so falsch sein, es ist es aber nicht für den, der diesen Beweis braucht, um die paranoide Endlosschleife am Leben zu erhalten. Denn was für ein Leben hat der Paranoide ohne seine Paranoia?..."

tlacuache 07.01.2013 | 11:58

MyFlow (Mitglied seit: 04.01.2013)

Der/Die TTG gehoert hier im FC zu den am meisten recherchierenden was Historik angeht, der/die hatte sich hier schon mit Kommentaren zu Geschichte geäussert, vor laaanger laaanger Zeit, da wussten Sie noch nicht einmal, was oder wer der Freitag ist.

Ich erspare mir hier Ihre Kommentare zu zerfisseln, da bin ich ziemlich gut darin, glauben Sie mir.

Immer erst mal ein bisschen Blättern, WER was schreibt...

Durch einseitige Positionierungen ist er/sie bisher noch nicht aufgefallen, eher durch sorgfältige Recherche.

MfG

TL

 

mylflow 07.01.2013 | 12:28

" Selbst schuld, könnte man sagen... "

Schlaaand existierte damals zum Glück noch nicht.

Niemals sind alle Schuld. Kollektive Verbrechen werden nie von einem homogenen Tätervolk begangen. Und es wird sich auch immer ein Grund finden lassen, weshalb Täter wegen äußerer Einflüsse zu Tätern geworden sind. Nur gibt's (zumindest im Diesseits) keine Instanz, die darüber richtet. Deutsche und Palästinenser (und Israelis natürlich ebenso) werden auch in Zukunft für die eigene Verblendung oder die ihrer Brüder bluten müssen.

Broder leugnet tatsächlich eine Mitschuld Israels an den derzeitigen Verhältnissen. "

So wie ich ihn verstehe, wendet er sich nur dagegen, permanent und zuerst mit dem Finger auf Israel zu zeigen - da mag ich Unrecht haben...

Als Atommacht mit der vollen Unterstützung der USA sowie dem moralischen Rückhalt der EU könnte man deutlich souveräner auftreten. Auch angesichts greiser Scheiks die Israels Vernichtung fordern. "

Atommacht und Unterstützung der USA ja. 

"Moralischer Rückhalt in der EU? Nein. Aus der EU - das zeigen diplomatische Erklärungen und das Abstimmungsverhalten etwa Deutschlands immer wieder - KEINE moralische Unterstützung. Außer sie fassen moralische Unterstützung als Beteuerung des Existenzrechts auf - darauf kann Israel auch verzichten. Die europäischen Länder wiederholen in der Regel nur palästinensische Propaganda, von Geldzahlungen mal ganz abgesehen.  

"Greise Sheiks" ?

Ich weiß nicht ob SIe es so meinen, aber es ist hierzulande ein Selbstläufer geworden, die Bedrohung Israels frei heraus zu leugnen. Egal wie oft es wiederholt wird, es wird nicht richtiger dadurch und stellt die Tatsachen auf den Kopf: Israel ist nur noch stark, WEIL es die Waffen nicht niedergelegt hat, WEIL es sich verteidigt, WEIL es die Atombombe hat - nicht umgekehrt. Die Geschichte der versuchten oder geplanten Vernichtungen ist lang genug. Jüngstes Beispiel Iran. Wenn man ein Land zum (Über-)Nachbar hätte, das 10 mal mehr Bevölkerung und an die 100 Mal mehr Fläche hat als man selbst, ein Land dessen Führung regelmäßig mit Mord droht, würde vielleicht sogar der tumbe Deutsche, der glaubt Frieden wäre ein Dauerzustand, ein wenig beunruhigt sein... Greise Sheiks? Naja....

Baut lieber Schulen ... bessere Antwort "

Ja, in diesem Punkt hat Augstein wohl auch recht. Was Broder aber vielleicht veranlasst haben könnte (ich weiß es nicht), ist die Einseitigkeit und Scheinheiligkeit, mit der Augstein und der Großteil der deutschen Medienlandschaft die ganze Israelfrage "diskutiert". 

 

mylflow 07.01.2013 | 13:16

Exemplarisch mal die Beiträge von "Birobidzhan" lesen.

Erst postet der, der von der Israellobby spricht, ein Video, das belegen soll wie harmlos Ahmadinejad ist (Es zeigt ihn mit Anti-Zionisten, Untertiel (gelogen!): Israeli leaders in NY, this video is banned in the USA, Europe....). Dazu schreibt er von einer erfundenen Bedrohung, die Hass schüren solle. Dann schreibt er: " Fehlen die Feinde werden sie reduziert. Werden sie reduziert, braucht man weniger Waffen. Das ist schlecht für das Geschäft. Also was braucht man? Viele Feinde auf die man einschlagen kann? "


Aber jetzt werden SIe wahrscheinlich sagen, dass er nicht vom Weltjudentum spricht. Stimmt. Er spricht nur vom Staat Israel und den verschiedensten jüdischen Organisationen in den USA.