Gina Bucher
21.01.2013 | 12:23 3

"Wen braucht ein Superheld an seiner Seite?"

Mitgehört In Café, Bus oder Bahn: Das Leben hat eben die besten Dialoge zu bieten. Immer montags gibt es im Alltag die Ausbeute der vergangenen Woche. Heute: Existentielle Fragen

"Wen braucht ein Superheld an seiner Seite?"

Hört vieles mit, auch wenn das manchmal schmerzt: das menschliche Ohr

Illustration: der Freitag

Szene 1
Ort: An einer Berliner Bushaltestelle
Anwesend: Fahrgäste, Busfahrer

Mitgehört
Es schneit, der Bus kommt zu spät, die vielen Fahrgäste versuchen sich in den kleinen Ersatzbus zu zwängen.
Der Busfahrer ruft in die Schlange: "Da ist ein anderer Bus direkt hinter uns, der kommt gleich."
Die Fahrgäste verharren brav. Es dauert nochmals 15 Minuten bis der nächste Bus kommt.

Szene 2
Ort: In einem Café
Anwesend: Ein Mann, eine Frau

Mitgehört
Die Frau: "Die Frage ist doch, wen braucht ein Superheld heutzutage an seiner Seite?"
Der Mann, überlegt: "Hm. Eine Sekretärin?"
Die Frau, grinst: "Falsch. Eine Komplizin."
Der Mann, ernst: "Superhelden haben keine Komplizen, die agieren alleine."
Die Frau, ebenfalls ernst: "Siehst du, das ist das Problem."

Szene 3
Ort: Bucci Publishing House
Anwesend: Anrufer, Vertretung

Das Telefon klingelt im Bucci Headquarter.
Die Vertretung: "Guten Tag."
Ein Mann, gedrückt: "… Hallo, Sie sind Bucci?"
Die Vertretung: "ÄHM, nein, also, sie ist die Woche weg. Ich bin bloss hier am arbeiten."
Der Mann: "Ach so. Sind Sie denn Einzelhandel oder Großlieferant?"
Die Vertretung: "Hm. Ich würde eher so sagen: Einzelhandel. Ein kleiner Verlag halt."
Der Mann: "Ah, dann kann ich mal vorbeikommen."
Die Vertretung: "Naja, diese Woche nicht, aber nächste vielleicht."
Der Mann: "Haben sie denn alle Dessous an Lager?"
Die Vertretung: "Na, Dessous nicht. Aber Büchlein. Kleine. Auch Groschenromane."
Der Mann: "Ne, ich bin schon eher an Dessous interessiert."
Die Vertretung: "Tut mir leid, da sind sie falsch. Wir haben hier nur Bücher…"
Der Mann: "Na dann. Auf Wiederhören…"

Kommentare (3)

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Ehemaliger Nutzer 21.01.2013 | 20:29

Ort: Könnte wirklich schöner sein
Anwesend: Ich

Das Telefon klingelt. Rufnummerunterdrückung. Mag ich nicht, sehe es aber zu spät und bin schon dran.

Anrufer: "Guten Abend, hier ist E.T. Spreche ich mit Steve?"
Ich: "Guten Abend, ne, ich bin's nur, der sowieso."
ET: "Oh, muss mich wohl verwählt haben, entschuldigen Sie bitte."
Ich: "Kein Problem. Wo Sie schon mal dran sind, eine Frage:
Sehen Sie wirklich so beknackt aus wie in dem Film?"
ET: "Deswegen rufe ich ja an."

Zum Glück hatte er nicht meine Handynummer.

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Ehemaliger Nutzer 21.01.2013 | 21:56


Ort: Wesentlichst schöner, vermutlich
Anwesend: Steve, der ja eigentlich Steven heißt

Das Telefon klingelt.

Steven: "Ja."
E.T.: "Hallo Steven."
Steven: "Hey."
E.T.: "Du bist ja wohl der größte Menschena....., den ich kenne."
Steven: "Wieso, wolltest doch unerkannt bleiben."
E.T.: Als herumwatschelnde biobraune Umwelttonne mit Leuchtfinger sowie massiven sprachlichen Störungen?"
Steven: "Ich fand's witzig. Wieso rufst Du eigentlich jetzt erst an?"
E..T.: "Man hat's mir partout nicht zeigen wollen."
Steven: "Musstest Du mich unbedingt auf dem Handy anrufen? Weisst Du, wie teuer das ist?"
E.T.: "Ne, weißt Du."

Nach all den Jahren hatten  E.T. und Steven sich dann viel zu erzählen.