Gitti
22.01.2013 | 21:29 15

Im nächsten Leben werde ich ein Mann!

Gerechtigkeit? Eine Begegnung

Am geöffneten Kofferraum ihres Wagens stand heute Morgen eine gutaussehende Frau, etwa Mitte dreißig. Ich grüßte von der Haustür aus und schüttelte meine Fußmatte aus. „Mal den ganzen Sand loswerden, nicht?“, meinte sie freundlich. Ich sah, wie sie aus einem größeren Behälter eine rosa Flüssigkeit abfüllte. `Wahrscheinlich eine Reinigungskraft`, dachte ich mir. Als ich kurz darauf mit Abfall-Tüten zur Garage ging, hörte ich sie telefonieren. „Ich bin es leid ... ,“ drang es zu mir herüber. `Wahrscheinlich  hat sie Ärger mit ihrer Firma`, vermutete ich.

Auf dem Rückweg zur Haustür sah ich, dass sie aufgehört hatte zu telefonieren und sich, bepackt mit Putz-Utensilien, auf den Weg machte.  Sie kam vorbei und beklagte sich: „Da ruft mein Mann an und will wissen, was es zum Mittagessen  gibt! Müssen wir Frauen denn alles machen? Die Kinder zur Schule bringen, dafür sorgen, dass sie alles, was sie brauchen, dabei haben, waschen, einkaufen? Also: Im nächsten Leben werde ich bestimmt ein Mann!“

 Dieser Satz ging mir heute nicht aus dem  Kopf. Er klang so, als wäre es für sie eine Selbstverständlichkeit, dass sie ein solches nächstes Leben haben würde.

 Ich würde sie gerne danach fragen.

Kommentare (15)

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Ehemaliger Nutzer 22.01.2013 | 21:58

"Am geöffneten Kofferraum ihres Wagens stand heute Morgen eine gutaussehende Frau, etwa Mitte dreißig."

und wenn es in ihrem nächsten leben, werte GITTI, gar keine 'gut'-aussehende frauen mehr gibt? und auch keine die sich mit dem kochen auskennen? dann auch?

ich bin jedenfalls froh, nicht als weiblicher mensch auf die welt gekommen zu sein.

- der max

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Ehemaliger Nutzer 22.01.2013 | 23:57

Liebe Gitti,

großes Thema. Als Mann ist man spezifisch behindert in den Dingen der Liebe und die kaputte Welt der männlichen Machthaber ist ein Beweis dafür. Gerechtigkeit ist keine Sache des ratio, sondern der Liebe und der Wahrheit, eine Domäne der Frau. Liebe kennt keine Unterscheidung, nur der Mangel an Liebe läßt die Ungerechtigkeit messen an der Gerechtigkeit. Obwohl das Thema ein taboo ist und ein Anathema in der Katholischen Kirche seit Konstantinopel, ist es doch schon vor über 4000 Jahren in Sumer thematisiert worden, als die Figur Gilgamesch die Unsterblichkeit suchte, weil er das immer wieder hier geboren werden satt hatte. Es ist normal und natürlich mal als Frau geboren zu werden oder als Mann, und es gibt auch die Schicksale, die mit ihrer zugewiesenen Geschlechtlichkeit nicht klar kommen. Das Problem sind nicht die Geschlechter, sondern die Sozialisierer, die eine Hierarchie nach dem Muster der Evolution bilden, in der es für das Männliche nur Krieg gibt und für das Weibliche nur das Erhalten des physischen Lebens. Jesus hatte vergeblich versucht die Hintergründe zu erleuchten mit seinen Parabeln über die physische Geburt und die zweite Geburt des Bewusstseins, aber man hat ihn deswegen verurteilt. Thomas hat seine Parabeln aufgeschrieben. Der Buddha hat vor ihm auch darüber gelehrt. Im Hinduismus ist das leider pervertiert zu einer Evolutions-Hierarchie.  

Grüsse

Volker

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Ehemaliger Nutzer 23.01.2013 | 22:22

"Also  ich habe das nicht gesagt, dass ich im nächsten Leben ein Mann werden möchte."

ja, werte gitti, sie haben mit ihrer entgegnung vollkommen recht; hab mich auch ziemlich verdrückt ausgekehrt; mir blieb allein die hoffnung, diesbezüglich nicht enttarnt zu werden ... - bzw. mich hinter der grammatik 'verstecken' zu können ... was sie zu verhindern wussten. wirklich schlechter ausdruck, also meiner.

- grüße vom max