Jana Hensel
15.11.2012 | 11:21 90

Politik für alle

Stefan Raab Mit seiner Sendung „Absolute Mehrheit“ rettet der Pro7-Quotenkönig die politische Talkshow. Er spricht einfach, klar und unverstellt

Der peinlichste Moment kam fast zum Schluss: Soeben hatte Wolfgang „Ich rette die FDP“ Kubicki der recht gut aussehenden Dame zu seiner linken ein Küsschen gegeben. Nun wollte die sich dafür bedanken und küsste zurück. Nein, genauer, sie wollte zurück küssen. Kubicki aber war da schon woanders, und die geschürzten Lippen zielten ins Leere. Ein, wie gesagt, peinlicher, aber auch ehrlicher Moment, den es so bei Günther Jauch oder Anne Will nie geben könnte. Denn solche Entgleisungen sind in der dort inszenierten Asepsis einfach undenkbar.

Stefan Raab, der Pro7-Quotenkönig, ist am vergangenen Sonntagabend mit seiner Polit-Talkshow Absolute Mehrheit gestartet. Sie sollte flapsig, spontan, leicht und sehr unspießig sein. Eher lustig und trotzdem ernst. Für den Kölner Metzgers-Sohn und Erfinder der Wok-WM ein heikles Unterfangen. Denn so ziemlich alle waren sich sicher, dass das Vorhaben scheitert. Und Raab selbst endlich einmal mit. Aber am Ende steht nun jener Satz, der fast wie eine Pointe von Harald Schmidt klingt: Es ist geglückt. Es hat funktioniert.

Mehr noch: Mit dieser neuen politischen Talkshow kündigt sich – endlich – ein Epochenwechsel an. Wenn ein Entertainer wie Raab im Fernsehen über Politik reden kann, dann können praktisch alle überall über Politik reden – auch junge Menschen, auch jene, die am liebsten Privatfernsehen gucken.

Politik goes street

Denn Stefan Raab spricht zu ihnen über Themen wie Vermögenssteuer, Kitaausbau, Energiewende und Bürgerrechte im Internet auf genau dieselbe Art und Weise, wie er normalerweise über Lena Meyer-Landrut redet. Er hält Politik nicht länger für eine Sache von kundigen, meist älteren, meist männlichen Journalisten und Bundestagsabgeordneten. Im Gegenteil: Er reißt das Ruder herum. Politik goes street. Politik goes people. Politik goes reality. Eine wunderbare Angelegenheit. Eine wirklich große Sache.

Dass dieses Experiment ausgerechnet im Fernsehen unternommen wurde und ausgerechnet da, im Nullmedium, geglückt ist: Es muss uns Zeitungsmacher tief kränken. Nahmen sich die seit gut einem Jahr im öffentlich-rechtlichen Fernsehen an jedem Wochentag platzierten Talkshows in ihrer Biederkeit – und selbst der einst gefeierte Frank Plassberg muss sich nun in die Jahre gekommen fühlen – letztlich doch nicht anders als der Politikteil einer üblichen Tageszeitung aus: hermetisch, aseptisch, künstlich, lebensfern.

Unsere Klagen über Jauch, Will, Plasberg, Maischberger und Co. waren also nicht mehr als Klagen über uns selbst. Denn nicht nur im Fernsehen und in den Zeitungen, sondern auch im Bundestag und in den Parteien hat sich das Reden und Schreiben über Politik vielerorts zu einer Tätigkeit entwickelt, die man nur beherrscht, wenn man eine Geheimsprache versteht. Besser noch: Wenn man sie selber spricht.

Da geht es dann um Verhandlungspoker, Junktims, Oppositionsbänke und Hinterbänkler, um Kampf- und Kooperationsbereitschaft. Da werden Gipfel überschattet, neue Töne angeschlagen, Missstände angeprangert, Unterstützung zugesichert, Glaubwürdigkeitsdefizite beklagt, Reformvorhaben angekündigt, Entscheidungen öffentlich kritisiert. Und so weiter. Da wird in einer Sprache geredet, die an Briefe vom Finanzamt erinnern.

Paralleluniversum Politik

Nicht zuletzt durch diese floskelhafte Sprache, die kein Mensch im Alltag benutzen würde, ist die Politik zu einem Paralleluniversum geworden. Die meisten Journalisten haben diese Floskeln ungefragt von Politikern übernommen. Sie reden längst wie die. Und die Finanz- und Eurokrise hat dieses Gebaren bis auf die Knochen entblößt. Die meisten Deutschen haben die Eurokrise schlicht nicht verstanden. Und fühlen sich unsicher in der heutigen Welt.

Dagegen gilt es zu kämpfen. Und direkt, unverstellt und klar ganz im Sinne des Lesers, Zuschauers oder, noch wichtiger, Wählers zu reden, zu argumentieren, zu schreiben. So wie Stefan Raab es versucht hat, könnten es die Zeitungen doch auch einmal versuchen. Es ist besser, sie nehmen sich das vor und scheitern, als wenn sie diese Herausforderung ignorieren. Denn jenen, die nicht verstanden werden, droht die Entfremdung, die Abspaltung. Denen droht letztlich: Einsamkeit.

Oder sollen wir es lieber Politikverdrossenheit nennen?

Während der Sendung wurde das Publikum aufgefordert, über jeden der Talkgäste abzustimmen. Dafür gab es ein Auto zu gewinnen. Wer von den Gästen die wenigsten Stimmen erhielt, durfte zwar sitzenbleiben, fiel aber aus dem Voting raus.

Wahrscheinlich ist für viele so ein Verfahren ein großes Übel. Aber die Wahl war nicht frei von Überraschungen: So belegte Jan van Aken von der Linkspartei am Ende den zweiten Platz – vor der SPD und der CDU. Wer hätte vorher schon mit so einem Ergebnis gerechnet? Der Sieger allerdings hieß Wolfgang Kubicki, leider. Stefan Raab wird also in den nächsten Sendungen beweisen müssen, dass da, wo Klartext gesprochen wird, nicht immer automatisch der größte Populist im Saal gewinnt, sondern der mit den besten Argumenten. Aber er hat sich ja mit seiner neuen Sendung auch viel vorgenommen.

Kommentare (90)

denkii 15.11.2012 | 12:53

Toller Beitrag. Ertstaunlich wie selbst gekränkt selbst die Netzgemeinde inklusive der Piraten auf den unkonventionellen "Talk" reagiert hat. Dabei ist das Anliegen doch gut, über die Umsetzung mit ständiger Unterbrechnung durch Voting und Werbung kann man sicher streiten aber dafür sind wir halt bei den Privaten, die Öffentlichen habens ja nicht hingekriegt.

jimini 15.11.2012 | 13:02

Leider neigt der Deutsche dazu für sich denken zu lassen. Ihm muss alles vorgekaut werden - wenn auch nur über RTLII "wie schreie ich mein Kind etwas leiser an.." etc. Politik mehrkt man in der eigenen Tasche, im Postkasten, nur bei sich selbst. Und die EU-Krisen-Sache ist doch eifacher als man denkt (wenn man denkt). Denn von 100 Euro kann ich nicht 200 verleihen. Der Politzirkus erinnert etwas an die Hütchenspielerei. Und wie sagte Stanislav Lec so schön: "Verwirren sie mich nun nicht mit Tatsachen."

Sizwe 15.11.2012 | 13:43

"...dass da, wo Klartext gesprochen wird, nicht immer automatisch der größte Populist im Saal gewinnt, sondern der mit den besten Argumenten."

Seit wann gewinnen im gnadenlosen (Poilit)Unterhaltungsgeschäft die "besseren Argumente"? Diese Hoffnung scheint mir sehr naiv, ums milde auszudrücken. Aber, wie wir wissen, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Helden_Diebe 15.11.2012 | 16:52

Die Sendung war grottig, es gab keine echten Diskussionen. 3 komplexe Themen in der kurzen Zeit nur so kurz anzusprechen führt dazu das jeder der dort sitz 4 Minuten populistischen Dreck erzählt. Raab hat durch schlechte Witze geglänzt, wie sie Lanz nicht schlechter könnte und das Publkum hat extrem genervt. Dazu diese sinnfreien Unterbrechenungen um die Zwischenstände zu betrachten. WOW!

Am Ende wusste man nicht mehr als bei anderen Talk-Runden, eher weniger.

Uwe Theel 15.11.2012 | 19:30

Ich gebe zu, ich habe die Sendung nicht gesehen, aber nach Jana Hensels Rezension dazu kann ich mir nicht konkret vorstellen, was ich da hätte sehen können, dass mich hätte begeistern oder wahlweise erschrecken können.  Die Bussi-"Peinlichkeit" wird es ja nun wohl nicht wirklich nur gegwesen sein.

Jana Hensels  Bericht sagt mir nur, dasss da eine Sendung gewesen wäre, wie sie unserer Zeit angemessen wäre und dass sie entwicklungsfähig wäre. Das klingt so wie ein Wetterbericht, der mir sagte,  das Wetter wäre jahreszeitlich zu erwarten und würde sich auch wieder ändern, obwohl die Meteorologie inzwichen schon präzisere Vorhersagen erlaubt.


Kein wirkliches wie , was, warum  legt mir Butter bei die Fisch. Am Ende des Textes zeigt mir das halbe Eingeständnis, das eben, entgegen der angeblichen Absicht Raabs, doch der größte Populist und nicht jemand mit den besten Argumenten gewonnen habe, was mich nun eher in meinen Befürchtungen gegen über derartigen Sendungen und Sendern, denn im Sinne des Hensel`schen Optimismus bestärkt oder zu Ihrem Lob für diese Sendung veranlassen könnte.

P.S.: Für wen soll da eigentlich etwas peinlich gewesen sein?

Dem K., der eventuell gar nicht erwartete ein Gegenbussi zu erhalten, oder der Dame, die das nicht bemerkte und trotzdem die Lippen spitzte, oder überhaupt?

H.Hesse 15.11.2012 | 19:40

Hallo Frau Hensel,

ich habe Raabs Sendung nicht gesehen. Zum einen, weil ich grundsätzlich keinen Privatsender einschalte, zum anderen, weil mir der Raab suspekt ist.

Die Quasselrunden der Öfffentlich-Rechtlichen sehe ich mir in der Regel auch schon lange nicht mehr an; wenn ich doch mal bei Plasberg oder dem unsäglichen Jauch reinschaue, schalte ich nach wenigen Minuten wieder ab (Plasberg war in seiner Anfangszeit im Dritten gut).

Aber was Sie über die Art des Redens und der Sprache in den politischen Sendungen des Fernsehens schreiben, über die künsliche, lebensferne, "septische" Sprache: stimmt m.E. Wort für Wort. Wen erreicht die noch? Sicher nicht einen Normalbürger, der mit alldem nicht eng vertrraut ist und der nicht gelernt hat, diese Floskelsprache zu dechiffrieren.

Es gab einmal im WDR-Hörfunk jahrzehntelang eine urdemokratische Sendung, den "Ü-Wagen", der es in seiner Zeit mit der damals ausgezeichneten Carmen Thoamas  zum einen vermochte, jedes Thema - erschien es noch so klein oder langweilig oder auch kompliziert - spannend darzustellen. Und C.Th. fuhr wirklich jedem der eingeladenen Experten sofort ins Wort, wenn der auch nur ein Fremdwort benutzte oder sonstwie unklar sprach. Und sie kam damit beim Mann und Frau von der Straße (die Sendung fand auf öffentlichen Plätzen stand und dauerte ca. 2 1/2 Stunden!) damit blendend an und hat damit mehr für demokratische und politische Bildung getan als manch' anderer Medienmensch.  C.Th. hat sich damals als Anwältin des Publikum verstanden. (Die Sendung wurde vom WDR inzwsischen eingestellt!)

Die Plasbergs, Maischbergers etc. liefern lediglich Foren für Statements und Floskeln ab, ihr journalisches Handwerk und Verständnis, wenn sie es je hatten, haben sie am Honorar- und Quotenhaken abgegeben.

Nur, ob jemand wie Raab da die Lösung bringt und ist? Ich weiß nicht... Dem nehme ich Engagement und Haltung, ein Anliegen nicht ab. Sie haben mich aber neugierig gemacht. Ich werde mal kurz reinschauen. Wie dem auch sei, was Raab betrifft: Ihre Beschreibung des Politischen im Fernsehen sollten sich die Nachrichtenredakteure und Talkshowmatadoren hinter die Ohren klemmen.

cwerg 15.11.2012 | 22:28

Genau so sieht es aus. Der Text raunt - überwiegend im von ihm kritisierten Politsprech - über einen Erfolg, der darin bestand "anders" zu sein; wie, wozu, für wen: Keine Ahnung!
Das klingt eher danach, dass man mit 4,5 Tagen Verspätung nach der Sendung mal "was anderes" als alle anderen schreiben wollte - gaaaanz alte taz-Schule: Freitag/Hensel lobt pro7/Raad - whooow !! Ja, genau das war das Niveau der Show: "Hui, sind wir unangepasst" - bloß wer hat danach gefragt? Leute reden, bloggen, kommentieren, posten,meinen, schreiben über Politik, alle - und die sollen alle auf Raab gewartet haben, um das nun noch etwas freier, kürzer, klarer zu tun? Mit so einer Erwartungshaltung nur ganz knapp über null ist natürlich leicht Begeistertsein.

cwerg 15.11.2012 | 22:53

Hää? Ich hab eine andere Sendung gesehen ...

"Er hält Politik nicht länger für eine Sache von kundigen, meist älteren, meist männlichen Journalisten und Bundestagsabgeordneten." - daher sprachen da, bis auf die Frau ausm Volk, auch ausschließlich männliche Parlamentsangehörige über fünfzig!

"nicht immer automatisch der größte Populist im Saal gewinnt, sondern der mit den besten Argumenten"? - daher Kubicki?

Was ist denn daran "flapsig, spontan, leicht und sehr unspießig", dass ein Moderator alle 5,6 Minuten zu seinem Komoderator nennt, um sich von dem 1. Lob zu holen, 2. ein Auto zu verlosen, 3. SMS-Gebühren einzuheimsen und 4. inhaltsfreie Balkendiagramme zu bestaunen? Unspießige Balkendiagramme, leichter Komoderator, flapsige Balkendiagramme und ein leichtes Auto? Hab ich irgendwie verpasst - oder gilt "Herr Fuchs, wer hat die Gans gestohlen" in Medienkreisen heute wirklich schon als "spontan, leicht und sehr (!) unspießig"? Rätselhaft.

"Epochenwechsel (...) dann können praktisch alle überall über Politik reden"? Dank Raab? Herrn Fuchs? Dem sehr unspießigen Herrn Limbourg? Häää?

Wenn sich "Reden und Schreiben über Politik vielerorts zu einer Tätigkeit entwickelt, die man nur beherrscht, wenn man eine Geheimsprache versteht. Besser noch: Wenn man sie selber spricht", hat Jana Hensel daran ihren gehörigen Anteil. So zum Beispiel: "Nicht zuletzt durch diese floskelhafte Sprache, die kein Mensch im Alltag benutzen würde, ist die Politik zu einem Paralleluniversum geworden. (...) Und die Finanz- und Eurokrise hat dieses Gebaren bis auf die Knochen entblößt. (...) Dagegen gilt es zu kämpfen. Und direkt, unverstellt und klar ganz im Sinne des Lesers, Zuschauers oder, noch wichtiger, Wählers zu reden, zu argumentieren, zu schreiben. (...) Denn jenen, die nicht verstanden werden, droht die Entfremdung, die Abspaltung. (...) die Wahl war nicht frei von Überraschungen: (...) Wer hätte vorher schon mit so einem Ergebnis gerechnet? (...) Stefan Raab wird also in den nächsten Sendungen beweisen müssen, dass (...) nicht immer automatisch der größte Populist im Saal gewinnt, sondern der mit den besten Argumenten ..."  Pffffft. Ja. Eben. So what? Er hat nicht bewiesen, er wird beweisen müssen. Was zu beweisen war. Oder auch nicht.

Einstweilen hat er genau das nicht geschafft, was er wollte und sollte: Eine B-Besetzung älterer politischer Herren aus den Parlamenten hat das gesagt, was ihre Häuptling aus der A-Liga sonst bei ARD&ZDF aufführen, meistens unterhaltsamer, fast immer nicht unbedingt kompetenter aber talentierter ge- und befragt. Null Emotion, null Erkenntnis, null Alltag, nullkommasechs Witz.

Man kann ja an Lanz und Beckmann Anbiederei kritisieren - aber was hat Raab in seiner Kumpelei und Grinserei da substantiell anderes gemacht? Und mit "flapsiger" Sprache kann man mehr machen als Raab: Gucke Kuttners "Bambule", gucke Beisenherz' "German Angst", gucke Lanz, gucke Stuckradt-Barre, gucke Roche, gucke Kino!

Jana Hensel 16.11.2012 | 09:54

Mhm, ach, ich weiß nicht, diese Nörgelei immer, hinterläßt ja ein schales Gefühl bei mir. Ich hab Raab mal eingeschaltet und war einfach sehr überrascht, was da passierte. Dass es mich interessierte, dass ich es lebendiger fand als die anderen. Und dass man nicht immer nur über Politikverdrossenheit reden, sondern auch etwas tun kann und muss. Dass viele Leute am nächsten Tag darüber sprachen, das hat mich gefreut. Das fand ich Anlass genug zu schreiben. 

Georg von Grote 16.11.2012 | 11:43

Ich bin nicht aus Versehen beim Zappen auf Raab gelandet, sondern hab ihn ganz bewußt eingeschaltet. Ich wollte sehen, wie er das macht und eigentlich wollte ich ihm beim Scheitern zusehen, ich bin eher ein Anti-Raab.

Und dann war man doch ziemlich überrascht. Jetzt kann man an einigen Punkten kritisieren, man könnte einiges verbessern, aber letztlich kommt es doch darauf an, wen Raab damit erreichen will und erreicht. Und das sind eben die, die keinen kauch, Plasberg oder keine Will schauen, seltenst auch die Tagesschau oder sonstige nachrichtensendungen. Vielleicht noch Augstein & Blome, denn da könnten ja mal die Torten fliegen. Raab hat eben ein Publikum, dass eher BILD oder Super-Illu liest, statt Spiegel und Zeit.

Und da heiligt der Zeck doch die Mittel. Wenn Raab es schafft, zumindest etwas mehr Politikinteresse bei seinem Publikum zu wecken, dann ist schon etwas gewonnen.

Wir können auch nicht so überheblich sein und so tun, als gäbe es Pro7 und den Rest des Privatfernsehen nicht, als sei das ganze Unterschichtenfernsehen überflüssig. Ist es eben nicht, wenn man sich die Zuschauerzahlen ansieht.

Wer so denkt, der lebt in einer sehr kleinen abgeschotteten Welt.

drhwenk 16.11.2012 | 12:17

einen eigenen „Diskurs“ geschaffen, wie alle anderen Professionalisierungen auch (Fachjargon). Allerdings ist bei 10 Jahren Schulpflicht und einer quasi Pflichtinformation durch die Massenmedien schon erstaunllich, das man „Entertainment“ zu brauchen meint, um der Politikverdrossenenheit beizukommen. Nun, der Fachjargon der Politik teilt sich in Produzentenjargon und den für „Käufer“, „Kunden“, „Objekte der Dauererwahlwerbung“. Die Nähe der Politik zur Werbebranche wird durch ihre Nähe zum Krieg, in dem die Geheimhaltung staatstragend ist, gleich doppelt extrem stark von jeder „Wahrheit“, d. h. Richtigen Entscheidungen, abgelenkt. Folgerichrig wird sogar an den staatlichen Wahrheitrsfabriken (Universitäten) de Skeptitizimus (Nihilismus) für die Ungläubigen Staatsreligion. Das Lustprinzip und der Hedonismus selbst sind ganz gut untersucht, allerdings wird es staatstragend für besser gehalten, jede Erkenntnis darüber der privaten Launenhaftigekeit zu überantworten. „Die Philskoophie mus sich hüten gefällig sein zu wollen“ - allerdings auch, im Expertewndsiskurs ins abslut Unbǘerständliche, „Esoterische“, abzugleiten. Ohne philosophischen oder philosophieartigen Überblick, der AUCH NOCH den extrem durchtiebenen Machenschaften in der Politik nicht auf dem Leim geht, ist weder Hopfew nocj Malz in den ppoltischren Diskurs sheinzubekommen. DIE SOLLEN AN DEN ÄSTCHEN SÄGEN, AUF DENEN SIE IHREN SCHLEUDERSITZE EINGERICHTET HABEN? Please....

(The Medium is the destruction of the message....)

Calvani 16.11.2012 | 13:19

Liebe Jana, bei mir hinterlässt diese Konzentration auf das Negative in Kommentaren immer einen schalen Nachgeschmack. So haben Denkii und H.Hesse Ihnen doch ausdrücklich ihr Lob ausgesprochen, oder? Den Fokus auch darauf zu richten, könnte sicher dem Eindruck ewiger Nörgelei entgegenwirken. – Allerdings gilt dann natürlich das billige Argument, das in letzter Zeit auch schon Schmitt-Roschmann und Augstein rauf und runter bemüht haben, nicht mehr: „Alle doof, da mache ich nicht mit…“

Und ist nicht Cwergs Kritik z.B. mehr als bloße Nörgelei? Ich habe mir gerade die Zusammenfassung angeschaut, die Meyko oben verlinkt hat. Nicht nur, dass, wie Cwerg kritisiert, lediglich eine Frau in der Sendung zu Gast ist, sie wird auch noch als „junge, attraktive Unternehmerin" vorgestellt, während bei den Herren die Attraktivität  natürlich keine Rolle spielt. Warum ist Ihnen das nicht aufgefallen, oder warum fanden Sie es nicht wichtig genug, um es zu erwähnen?

Hilft solche Kritik nicht den eigenen Blick zu schärfen und zu hinterfragen?

schorsch klunie 16.11.2012 | 14:02

ich bin wirklich überrascht wer sich sich seit der raabshow nun zu wort meldet und erfreut berichtet dass nun politik endlich kein thema mehr für vornehmlich ältere, (männliche) bürger und bundestagsabgeordnete mehr ist!

 

lebe ich in einer parallelwelt?

 

denn in meiner welt reden junge, hippe menschen aller couleur, bildungsgrad und geschlecht beim basketballtraining, bei der bandprobe, auf partys, beim skaten, am telefon, beim fussballgucken usw. u.a.über politik! und meist recht intensiv....

und wir alle empfinden raabs show als billige mogelpackung für die wenigen ignoranten die sich für die gesellschaft in der sie leben immer noch kein stückchen interessieren, die aber so über das zuckerle "unterhaltung" wenigsten, drauf angesprochen, für ein-zwei minuten so tun können als würde es sie interessieren.

Uwe Theel 16.11.2012 | 21:18

Liebe Frau Hensel,

falls  Sie es wirklich nicht bemerkt haben sollten, ich wollte Ihnen gar nicht Ihren Raab schlagen, noch habe ich genörgelt. Ich habe im grunde kein Wort über die Fernsehsendung selbst verloren.

Kritisiert habe ich Ihre nicht nur "unpolitische", sondern letztlich aussagen- und argumentlose  Darstellung der causa Raab, insbesondere, dass Ihnen außer dem boulevardesken Nacherzählen  der Bussi-Story tatsächlich  nichts zum eigentlichen Thema eingefallen ist, dass einer jouralistischen Bearbeitung wert gewesen wäre. Nicht einmal das mißglückte Bussi unterzogen sie näherer Interpretation, nannten es bloß abstrakt "peinlich". Sie haben dem Leser nichts an die Hand gegeben , was ihm hätte helfen könnte am anderen Morgen im Büro mit Kollegen anderes zu reden, als dass der Raab vielleicht nicht ganz so toll, aber doch noch ganz gut gewesen sei.

Ich brauche hier nichts zu wiederholen Basilisk hat dazu schon genügend gesagt.

janto ban 16.11.2012 | 23:43

| Ich hab Raab mal eingeschaltet und war einfach sehr überrascht, was da passierte. |

So ging es mir auch. Die Neugier war groß und ich war auf alles gefasst. Dass Raab ein Typ ist, der die Gemüter spaltet, ist schon klar. Er moderiert das Ding, aber er ist nicht die Sendung. Die muss man sehen, um sich eine Meinung darüber zu bilden. Falls man bereit ist, das trotz Raabs Kopf und der Tatsache, dass es sich um Privatfernsehen handelt, zu tun.

Das Rad hat die Sendung meiner Meinung nach nicht neu erfunden. Nur insofern, als dass mit Raab tatsächlich jemand am Start ist, der jungen Menschen den Stupps geben kann, den es braucht, um die Scheu vor politischen Diskussionen zu verlieren. Ich weiß ja, wie behäbig das bei mir seinerzeit anfing. Gymnasium hin oder her: Man unterhielt sich einfach nicht über Politik. Die Lehrer appellierten bis weit in die Oberstufe hinein, wenigstens die Tagesschau zu schauen, um einen groben Überblick zu bekommen. Nix.

Ob (und ggf. was) Raab daran ändern kann, weiß ich nicht. Den Aspekt auffallend aseptischer Sprache - im Vergleich allgemeiner Sepsis anderer Formate - konnte ich in dieser Deutlichkeit nicht erkennen. Van Arken und die "Geile 3" waren sehr locker und redeten alltagstauglich. Aber an Fuchs und Oppermann ist das Konzept meines Erachtens gescheitert. Erst wenn solche Charaktere im TV zu menscheln begönnen, schlöss ich mich der Euphorie an.

Ich finde nicht, dass andere Medien nun den Raab geben müssen. Dafür hat Raab - trotz Witzchen - zu sehr die anderen Medien gegeben. Was ich gut finde. Man muss nur aufpassen, dass politische Beiträge nicht die Form Dell'scher Tatort-Rezensionen annehmen. Kurze Sätze. Öfter mal einen Punkt. Ein Späßchen ab und an. Und Links auf Wörter wie Asepsis und setzen. War ja nicht jede/r Zivi auf der Chirurgischen. Läuft.

P.S.: Nörgelei. Sich kategorisch über gewissen Dingen zu wähnen, gefährdet auf Dauer den Intellekt und ist ein Neugier-Killer. Manchmal muss man sich mitten ins Leben der anderen hinablassen, um zu verstehen, was in der Welt vorgeht. Tut so etwas aber bitte niemals ohne Einmalhandschuhe, liebe Kinder! Läuft läuft.

schorsch klunie 17.11.2012 | 00:00

stellt sich die frage was raabs plan ist?

 

lassen wir mal spekulationen über ego und quote bzw. geld außen vor und nehmen etwas vermessen an raab wolle etwas für die politische bildung tun, dann ist ihm dies inhaltlich genauso wenig gelungen wie die "superstars" nichts zur musikalischen bildung beitragen.

 

würden sie auch behaupten es seie besser superstars zu schauen als sich gar nicht mit musik zu beschäftigen?

Uwe Theel 17.11.2012 | 00:06

Sehr geehrte Frau Hensel

ich will Ihrem Text nicht unrecht tun: An einer Stelle werden sie inhaltlich konkret, ideologisch konkret:

Sie bescheinigen der Raabschen Veranstaltung, dass sie es geschafft habe, einen Zustand  -  ich zitiere Ihr Denglisch -  des "Politik goes street" erreicht zu haben. Ihre Argumentation zu dieser These läßt nur schließen, das Sie Raab zuschreiben Poltik in der Sprache des Volkes sich formuliert haben zu lassen, obwohl Sie wiederum an keiner Stelle ausführen wie die Gäste Raabs, das denn gemacht haben, wie ein Kubicki plötzlich seine "alte" Sprache und deren Inhalte gewechselt habe, als wenn er nicht mit seiner alten Rhetorik "gewonnen" hätte.

Wie immer dem auch sei, Sie behaupten, in der Raabschau sei Politik gewissermassen volkstümlich geworden.

Sie kennen das Wort von Brecht "Das Volk ist nicht tümlich". Brecht wollte damit zum einen ausdrücken, dass das Volk, zu sich selbst gekommen, sich eben nicht mehr als verschieden von der Sphäre der nur abstrakt intellektuell oder gar ideologisch daherkommenden Politik (Regierung, Staatsmacht) zu begreifen brauchte, so nicht mehr zu begreifen sei. Solange Sie also nicht belegen können, dass es einen politische Interessenidentität zischen mindestens dem Sieger der Show und den Zuschauern gebildet habe, die verschieden von dem Verhältnis wäre, wie es vor der Show herrschte, machte es keinen Sinn zu behaupten, dass Raabs Gäste das Publikum plötzlich in er Sprache eines selbstbewußten und nicht mehr "tümlichen" Volkes angesprochen  hätten und von diesem "verstanden" worden wäre. Kubicki müsste dann seinen Partei jetzt schon verlassen haben (Der Minister Altmaier hat seinen Zusage zur  Einladung zwei Tage vorher schlauerweise wieder zurückgezogen, einer Ttatsache, die Sie mit keinem Wort erwähnen). Konzept ist schließlich, dass der gewönne, der die "besteten" (besseren) Argumente hätte, nicht populitische Phrasen drösche.

Dieser Glücksfall ist nicht eingetreten. Auch die Einschaltquote bei Raab (11,6 Prozent der Fernsehzuschauer, ca 1,8 - 2 Mio) kann das nicht belegen. - Ich frage mich worin sie politisch inhallich während der Show den besagten "Glücksfall" entdeckten, außer dass Pro7 eben einen, wenn auch nicht überwältigende, aber mekrliche Quote machte.

Statt eigener Worte gebe ich Ihnen zur Verdeutlichung des Problems, was denn "Volkspolitik" kennzeichnen könnte jetzt im wesentlichen Ausschnitt die Worte von Rupert Seidl wieder, die dieser zum Volkstheater des Dichters Eduardo de Filippos anläßlich der Aufführung dreier Stücke dieses Autors im Theater an Der Ruhr in Mühlheim an der Ruhr im Mai 2011 fand:

"Es gibt vor allem einige fatale Vorurteile darüber, was Volkstheater ist und was es zu sein hat. Bei uns in Deutschland muss das Volkstheater vor allem volkstümlich sein. In der Bundesrepublik seit 1945 ist das Volkstheater durchaus nicht nur zum Lachen da! Es ist das Sprachrohr der mittelständischen Vox Populi, des Spießers eigentliches Wunderhorn. Grundlage seiner Geschichten ist immer eine Gegenwart, wie sie laut seiner Meinung eigentlich sein sollte; eine Welt, in der das Wünschen noch immer sofort geholfen hat. Der Konflikt ist ebenso kurzweilig wie kurzfristig lösbar. Wir kennen die Lösung natürlich bereits, nur die Schauspieler hinken noch etwas hinterher. Ganz köstlich! Wir können dem Kasperl zubrüllen, dass das Krokodil hinter ihm steht. Das Schicksal klärt sich auf wie das Wetter. Deutsches Volkstheater ist kein Theater, das Wirklichkeit aufklären, sondern eher die Realitäten in einen Dornröschenschlaf singen will. Es bietet einfach mal einen schönen Abend, zwei Stunden Erholung von der Wirklichkeit, ein virtuelles Glück, verbracht in einer Welt, in der man ja von vornherein recht hatte. Es wird bevölkert von Menschen die einem ausnahmslos so recht aus der Seele sprechen, was immer sie sagen. Dieses Theater sieht man meist nicht auf der Bühne. Man sieht es in der Regel im Fernsehen.

Bertolt Brecht sagte: Das Volk ist nicht tümlich. Ist diese Volkstümlichkeit nicht ein schlimmer Schwindel? Wäre denn der ein Volkstheaterautor, wäre denn das ein Volkstheater, der oder das alles einmal ganz und gar anders machte? Gibt es ein Volkstheater, dem das reale Problem zu Grunde liegt, das Problem, das wirklich das Fakt und Sache ist; ein Volkstheater, in dem sich der Vorhang über eben den Tatsachen öffnet, vor denen man nicht nur im Theater lieber die Augen verschlossen hätte? Ein Volkstheater, in dem die Geschichten ebenso wenig gut ausgeht wie sie anfingen und wie sie ausgeführt wurden, ein Volkstheater mit der Komik der Vergeblichkeit und den Heldentaten aussichtsloser Kämpfe? Könnte nicht das ein anderes Volkstheater sein, das die Zeitung aufschlägt und auf der Suche nach den Helden ohne Namen die Geschichten auf der letzten Seite und der Rubrik Aus aller Welt unter die Lupe nimmt? Gibt es ein Volkstheater, in dem wir nicht über Putzigkeit und Drolligkeiten lacht, die wir an uns selbst so lieb gewonnen haben? Gibt es ein Volkstheater, das seinen Witz dem Nachdenken über den wirklichen Verlauf des Lebens in einer wirklichen Welt verdankt? Ist das ein Volkstheater, in dem man unvermutet nachdenkt? Und ist es dann noch ein Volkstheater geblieben ist? Ins Fernsehen schafft es so etwas hierzulande eher nicht. Man sieht es gelegentlich auf der Bühne."

 

Wenn Sie dort das Wort "Theater" gegen das Wort Politik" sinnvoll ausstauschen, werden sie verstehen, dass mehr dazu gehört enen Paradigmenwechsel zu belegen, als nur zu behaupten "Politik goes street", nachdem Sie sich persönlich wohl unterhalten gefühlt haben.

cwerg 18.11.2012 | 00:07

Word, Uwe Theel, Sie sagen es!

Ja, Frau Hensel: "Ich hab Raab mal eingeschaltet und war einfach sehr überrascht, was da passierte. Dass es mich interessierte, dass ich es lebendiger fand als die anderen." ... das eben ist das Komische an Ihrem Artikel (und seiner absurd prominenten Platzierung): Sie "haben mal eingeschaltet" und "dass viele Leute am nächsten Tag darüber sprachen"hat Sie gefreut, "das fand ich Anlass genug zu schreiben"  - journalistisch macht mich das stutzen, abonnierend macht mich das sauer, lesend hilft mir das nicht weiter; genau damit habe ich mein Problem mit Ihrem Artikel, genau das finde ich von einer (ehemaligen?) Tazschnoddrigkeit, die mich nervt. Zumal dieser Anlass und der daraus folgende Inhalt für mich dann eher ein Blogging-Anlass sind. Mir fehlt schlicht die These, die Erkenntnis, die Analyse. Sie schreiben nur: Da war was, fands interessant, kommt bald wieder, dann vielleicht besser, schöne Grüße.

Wo haben Sie denn die "vielen Leute" am Tag danach über Politik (oder Raab?) sprechend erlebt? Bei Ihnen in der Redaktion? Während einer Milieustudie im Raab-Fan-Bereich oder in der so genannten und angeblichen TV-Unterschichten-Schicht, im Reich der zu bekehrenden Politikverdrossenen?

Dass es Sie spontan "interessierte" steht für einen Effekt bei den Politikverdrossenen unserer Tage? Hm. Interessant, fürwahr, wenns so ist. - Ich habe auch "mal eingeschaltet" und hatte sogar eine Erwartungshaltung: Ich hatte auf Raab gesetzt, gehofft, wenn Sie so wollen - mich jedenfalls für die Sendung interessiert, ich fand seine Vorweg-Interviews anregend und schlau. Und ich fand dann, dass die Sendung NICHTS von diesen geweckten Erwartungen, artikulierten Ansprüchen, nichts von dem von Ihnen zitierten (oder vermuteten?) "Plan Raabs" eingelöst hat: Die war weder dramaturgisch spannend noch irgendwie dynamisch - und selbst Ihr weniges konkretes Lob kann ich nicht nachvollziehen. Wie hier schon vielfach gesagt: Bedenkliches Frauenbild, bedenkliches Rollenklischee "der Politiker", keine Dramaturgie oder Dramatik, keine Emotionalität, eher wenig Witz oder Situationskomik, Limbourg als Dynamik-Zerstörer.

Mal im Ernst: Sie unterstellen irgendwelchen Durchschnitts-pro7-Genießern Politikverdrossenheit - o.k.; aber wäre die nicht genau so (oder ich behaupte: besser) angenuspert worden, indem man einfach mal Plasberg oder Maischberger auf pro7 gesendet hätte? Der Cultureclash wäre mindestens der selbe gewesen! Ich behaupte sogar: diese und auch Lanz, Beckmann, Stuckrad-Barre, Kuttner etc. erreichen tagtäglich mehr Interesse für Politik als (für) Raab ;-) . Ihre Gäste sind jedenfalls weitaus weniger politikverdrießlichmachend, weitaus jünger zuweilen, immer besser genderquotiert und ihre Formate oft überraschender und manchmal sogar überrumpelnder.

Und dass die ach so politikverdrossene Jugend (oder wer, um wen gehts hier?) des eitlen Plasbergs neueste Brille plötzlich hip findet (oder dann doch wegen bestimmter Gäste Maischberger guckt), das ist Stand heute erst einmal genau so wahrscheinlich wie dass Raabs Talk-"Plan" und -Tat sich in der von Ihnen erhofften Richtung entwickelt, was er ja noch müsste. Da sind wir uns einig: Der Plan klang, klingt nicht schlecht.

Dass aber die angebliche oder tatsächliche Zielgruppe selbst aus dem Panel ausgeblendet blieb, dass man sich freiwillig auf Politiker beschränkt, das dürfte Politikverdrossenheit sträflich fördern, fürchte ich.

poor on ruhr 20.11.2012 | 13:52

Ich finde, dass Uwe Theel und Gwerg recht haben. Ich bin nicht der grosse Theoretiker und habe bei Gwerg und UT Dinge gelesen, auf  die ich so gar nicht nicht gekommen wäre, aber das ist die Art von Analyse, die ich eigentlich vom Freitag erwartet hätte, wobei UT die Sendung noch nicht einmal gesehen hat.

Ich habe die Sendung Teilweise gesehen und war schockiert über die Raabschen Provokationen auf Bildzeitungsniveau.

Mir ist klar , dass man das auch anders sehen und das ganze Raabsche-Politik- Fomat irgendwie schick finden kann, nur was hat das denn noch mit "irgendwie links" zu tun? 

Die Bild-Zeitung schreibt auch über Politik und hat eine grosse Zielgruppe. Ist sie deshalb gut? 

Über den Raab-Artikel auf der Titelseite des Freitags habe ich mich doch sehr gewundert, was meiner Begeisterung für den Freitag im  Allgemeinen natürlich keinen Abbruch tut.

Das FC-Projekt des Freitags hat viele Chancen. Sie sollten nicht verspielt werden, weil man / frau zu sehr auf den Boulevard schielt..    

Liebe Grüße

an die Autorin

und an den ganzen Freitag

 

kritischesophia 20.11.2012 | 14:04

Ich habe reingeschaltet in die Sendung, peinliche Politiker, die sonst keiner haben will, lassen sich auf einen ahnungslosen Talkmaster ein. Jetzt mal im Ernst, für Stefan Raab, kann ich nur sagen: Schuster bleib bei deinen Leisten. Ich meine, ich mag ihn wirklich, aber die Sendung ist eher peinlich für ihn gewesen als alles andere. Ich denke nicht, dass er Trash produzieren will. Aber in der ersten Sendung hat er einfach ein paar Leuten die Möglichkeit gegeben sich zu profilieren. Und unter einem Vertreter aus dem Volk stelle ich mir keine Frau vor, die 40 Angestellte hat in einer eigenen Firma. Setzt doch die Menschen da hin, die den Politikern erzählen wie ihr tägliches Leben tatsächlich aussieht. Der sie fragt, was ein Liter Milch kostet, oder eine Fahrkarte mit dem Stadtverkehr..... all das was wichtig ist im Alltag, und was wichtig ist für die Mehrheit der deutschen, nicht für die Hoheiten der Nation! Gruss Sophia

oi2503 20.11.2012 | 14:31

Gut gebrüllt Löwe, danke für die Sätze und Gedanken. Bis auf einen:

"Mal im Ernst: Sie unterstellen irgendwelchen Durchschnitts-pro7-Genießern Politikverdrossenheit - o.k.; aber wäre die nicht genau so (oder ich behaupte: besser) angenuspert worden, indem man einfach mal Plasberg oder Maischberger auf pro7 gesendet hätte?"

Glaubst du wirklich, dass Pro7-Gucker auf dem Kanal festgenagelt sind und alles schauen, was da kommt? Glaubst du nicht wirklich. Und deshalb funktioniert das eben. Weil Raab sich selbst spielt und in den Vordergrund spielt und scheinbar locker ist und es Menschen gibt, die das sehen wollen (und dafür vielleicht sogar von arte & Co. abwandern)

miauxx 20.11.2012 | 18:22

Dass Politikverdrossenheit z.T. auch in der Eintönigkeit und kanonisierten Sprache von Politikern gründen wird, ist sicher nicht wegzureden. In dieser Hinsicht hat auch das Talkshowformat, also quasi Popularisierung des Parlaments, nicht viel geändert. Andererseits ist Politik eben aber auch nicht "TV-Total"; sie wird nicht gleich besser und nachvollziehbarer,  wenn sie möglichst wenig Differenz zu den übrigen Entertainment-Formaten des Fernsehens aufweist; sich quasi an diesen orientieren soll. So braucht man sich nicht wundern, wenn der mit dem lockersten Spruch den Sieg davonträgt (s. Kubicki). Es tut mir leid: Aber ist das mehr als "Das Supertalent" nur mit Politikern? Der beeindruckendste Kasper trägt den Sieg davon und ein Auto gibt es auch zu gewinnen - schließlich der Standard heute bei Unterhaltungs- und Sportshows. Aber ein Kubicki muss für die folgenden Shows erst einmal gefunden werden! Da wird sich wohl zeigen, ob Raab in Politik längerfristig zieht - eben tatsächlich Inhalte zentral für den Ted werden -, oder der frische Showeffekt recht bald verpufft.

Tut mir leid: Aber da bleib' ich doch lieber bei ein paar der guten Kabarettisten, die es noch im TV gibt, wenn Politik mit Unterhaltung zusammengehen soll. Aber den Politiker wählen, der vielleicht am überzeugendsten bei Raab gegen soziale Ungerechtigkeit auftrat und dann dafür, wenn's klappt, ein Auto gewinnen?? Irgendwie doch reichlich schräg, oder!? Es wird der Vermittlung von Politik - da möchte ich Jana Hensel grundsätzlich widersprechen - kaum aufhelfen, wenn man sie nun vollkommen zur Unterhaltungsshow versucht aufzupeppen. Am Ende nämlich bleibt die bittere Realität knallharter Sachentscheidungen. Egal, wie toll eloquent ein Kubicki bei Raab daherplauderte. Raab ist sicherlich ein Goldesel für ProSiebenSat1. Wir aber sollten nicht auf jeden Entertainment-Gag hereinfallen - schon gar nicht, wenn es um Politik geht! Hier muss anders geworben werden als um den Finger an der Fernbedienung und durch Incentives wie zu gewinnende Autos!

Magda 20.11.2012 | 21:50

Frau Hensel,

Sie fanden das gut, das wäre ein netter kleiner Beitrag gewesen. Aber so.  Sie haben die ganz große Orgel genommen. Hilfe, Hilfe. 

Da rettet einer die Talkshow, da kündigt sich ein Epochenwechsel an, da reißt einer das Ruder rum. Da ist das eine wirklich große Sache.

So ein Quatsch, halten zu Gnaden.

SiebzehnterJuni 21.11.2012 | 08:29

Seit 2003 kein Fernsehen mehr, seit dem wunderbarer Schlaf!

Aber, was wirklich spannend ist - und das zeigt einem die Diskrepanz zwischen realer Rede und Berichten und Kommenaren in den Medien - , der LIVE-Stream von Bundestag und Parteitagen

Heute  zum Beispiel:

Steinrück gegen Merkel im Bundestag - inplugged!

http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?action=tv

Wolfram Heinrich 21.11.2012 | 15:32

Dieser Stefan Raab - er macht mich ratlos.

Ich muß gestehen, daß ich zwar einen Fernseher, aber keinen Antennenanschluß habe, ich kann also das laufende Programm nicht verfolgen. Ich wohne in einer Kuhle - für Baiern wie mich: Dobel - in der Landschaft, kann also den Fännsee nich einfach in den Wind halten und das Programm empfangen (emfangen sacht wohl der Berliner, dem beim Laut "pf" das Gebiß aus dem Mund fliecht). Fundierte Recherche im Fall Raab kann ich also nicht nachweisen.

Aber ich kann den Raab auf YouTube angucken (frag mich jetzt keiner, wie ich zu Internet komme, das ist ein Geheimnis zwischen mir und dem Herrgott). Ich gucke den Raab nicht oft (da sei der Liebe Gott in seiner Güte vor), aber doch manchmal, wenn mal wieder einer über den Raab spricht und ich mitdiskutieren will.

Was ich dann sehe ist unfaßbar. Es ist mein Job, Leute zu verstehen. Okay, ein Scheißjob, aber ich habe leider nichts Anständiges gelernt (Metzger etwa, wie mein Vater) und muß mich deshalb als Psychologe durchschlagen. Ich hatte im Laufe meines langen Lebens mit Rasern (Geschwindigkeitsübertretern) zu tun, mit Trinkern, Dieben, Schlägern und Mördern (auch letzteres ist durchaus wörtlich zu verstehen). Meistens habe ich einen Draht zu diesen Leuten gefunden, fast immer ist es mir gelungen, ihr Verhalten (zumindest vom Kopf her) zu verstehen.

Bei Stefan Raab dagegen beißt es aus (1). Das heißt, es ist nicht Stefan Raab, bei dem es ausbeißt, sondern bei den Leuten, die sich seine Sendungen freiwillig anschauen. Ich schaue mir eine Sendung von ihm an, sehe ihn aus den Kulissen kommen und höre ihn 1 (in Worten: einen) Satz sagen und...

Leute, ich bekenne es ungern, aber ich werde nach einem (in Ziffern: 1) Satz vom Raab zum Tier. Ich phantasiere mir dann eine Situation, in der er vor mir steht, ich einen Knüppel ergreife und dann so lange auf ihn eindresche, bis er still ist (das würde 1 Weile dauern, aber es wäre der Mühe wert).

Leute, ich bin ein friedlicher, freundlicher Mensch (meistens jedenfalls), aber der Raab ist so was von dermaßen widerlich, so kotzelendwiderlich, daß es nicht zu ertragen ist. Dabei ist es völlig wurscht, was er sagt, schon wenn er flötet "Guten Abend, meine Damen und Herren" raste ich aus.

Ich habe noch einen Stock im Haus, den ich mir im Alter von 13 oder 14 als Old-Shatterhand-Gewehr zurechtgeschnitzt habe. Es ist lange her, daß ich 13 Jahre alt war, der inzwischen historisch gewordene Stock ist mir einiges an sentimentaler Erinnerung wert, aber ich sähe ihn lächelnd zerbrechen, zerbräche er am Leib von Stefan Raab.

So, das wären jetzt meine unverbindlichen Gewaltphantasien (2). Wie oben schon erwähnt ist es nicht Stefan Raab, der mich irritiert. Derart widerwärtige Gestalten entstehen nun mal im Laufe der Evolution, Optimisten behaupten, sie würden sich rausmendeln, Pessimisten (wie ich) glauben dagegen, es wären genau diese Kotzbrocken, die sich durchsetzen (3).

 

Mein Problem sind, wie gesagt, die Leute, die sich seine Sendungen freiwillig anschauen. Was geht in diesen Leuten vor? Wieso sind diese Leute verzückt, statt nach einem Knüppel zu suchen? Das gleiche gilt natürlich für die Fans von Putin, Schröder oder Ahmadinedschad. Obwohl - bei Ahmadinedschad kann ich die Leute teilweise verstehen.

 

Ciao

Wolfram

 

(1) "Es beißt aus" ist Bairisch und heißt auf Deutsch soviel wie "ich bin mit meinem Latein am Ende".

(2) Der Letzte, dem ich tatsächlich körperliche Gewalt angetan habe, war der Huber Edi. Er hat mir immer wieder das Pausenbrot aus der Tasche geklaut, ich habe ihm schließlich, nach oftmaligen Ermahnungen, mit festem Winterschuhwerk in den Arsch getreten. Und zwar so nachdrücklich, daß keine Pausenbrotdiebstähle mehr vorkamen. Damals war ich 13 und in mir zerbrach eine Welt. Muß man tatsächlich Menschen in den Unterleib treten, ehe man ernstgenommen wird? Wieso reichen freundliche Ermahnungen nicht aus?

(3) Natürlich habe ich recht. Schau dir doch nur mal die Welt an, wie sie ist. Hättst du gern den Putin, den Schröder oder den Ahmadinedschad als Nachbar? Hl. Muttergottes, dagegen ist doch x-mal vorbestrafte Erwin, der Saufkopf, der in spätestens drei Monaten sowieso wegen Leberzirrhose stirbt, menschliches Edelmetall.

Magda 21.11.2012 | 15:50

Leute, ich bin ein friedlicher, freundlicher Mensch (meistens jedenfalls), aber der Raab ist so was von dermaßen widerlich, so kotzelendwiderlich, daß es nicht zu ertragen ist. Dabei ist es völlig wurscht, was er sagt, schon wenn er flötet "Guten Abend, meine Damen und Herren" raste ich aus.

Nich rasten. Wer rastet der rostet :-))

Scheint ne Art Negativ-Muserich für Dich zu sein, der Raab. 

Aber ich unterschreibe gern alles. Mir wird auch immer übel, wenn ich den seh. Er soll übrigens, was seine eigene Person angeht ,  überhaupt keinen Humor haben. So sieht der auch aus. 

Wolfram Heinrich 21.11.2012 | 16:42

@Magda

Nich rasten. Wer rastet der rostet :-))

 

Lieber Rasta-Mann als Necker- oder Mannes-.

 

Aber ich unterschreibe gern alles. Mir wird auch immer übel, wenn ich den seh. Er soll übrigens, was seine eigene Person angeht ,  überhaupt keinen Humor haben. So sieht der auch aus. 

 

Genau das ist es. Der Typ sieht so aus, als hätte er überhaupt keinen Humor, er verhält sich auch so. Mein Problem ist: Wei laff de piepl him?

 

Ciao

Wolfram

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Ehemaliger Nutzer 21.11.2012 | 19:46
Ich sehe zwischen Herrn Heinrich und Raab eher Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Beide sind Metzgerssöhne, Raab war auf dem ALO(isiuskolleg), hat ein gutes Abi, einen Pilotenschein und ist Mitglied bei Mensa. Herr Heinrich wirkt ebenso intelligent, war offenbar auch auf einem guten Gymnasium und hat ein gutes Abi, sonst hätte er nicht Psychologie studieren können. Daneben ist er Buchautor, schreibt durchdachte und witzige Geschichten und Blogs. Das Einzige, das die beiden unterscheidet, wäre wohl eher persönliche Zu- oder abneigung.
Uwe Theel 21.11.2012 | 19:55

Nichts Genaues weiß man nicht.

Allerdings ist bekannt, dass das Abitur nicht immer der Ausweis besonderer Geistesstärke sein muß, dass kirchliche Kollegs nicht immer deren (der Geistestärke) Hort und Quell sind, Wolfram weder Pilotenschein hat, noch Mitglied bei Mensa ist, und des Vaters Beruf nicht im strengen Sinne erblich ist mit allen Auswirkungen, die darin (im Umstand der Erblichkeit) vermutet werden könnten.

Die Menschen sind halt verschieden.

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Ehemaliger Nutzer 21.11.2012 | 20:34
Richtig, die Menschen sind verschieden. Aber diese feststellung ist nicht neu und überflüssig. ebenso kann es sein, dass Herr Heinrich mit einigen Dingen, ebenso wie Herr Raab, nicht hausieren geht. Was eine christliche Schule über die Qualität des Unterrichtes aussagt, verstehe ich nicht. Ich hae nämlich nirgends geschrieben, dass diese besser seien als andere. Das ALO ist für Qualitativ hochwertigen Unterricht bekannt; damit haben selbst die zahlreichen schlimmen Vorfälle nichts zu tun.
MopperKopp 21.11.2012 | 21:43

"Er spricht einfach, klar und unverstellt" - welch ein Einstieg. Er, der sich, mit dem dicksten Mercedes kommend, vor der Sendung die Jeans anzieht, der ähnlich dem entsprechend einfach, klar und unverstellt redendem Superstargenerator genau studiert und weiß, wie man verkauft, wie manipuliert, lebende Webeprofis, Robert-T-Online fleischgeworden, der oder die stehen nun für alles Mögliche, allerdings nicht für natürliches, lockeres was-auch-immer. Vollprofis, die genau wissen, wie man an das Geld und/oder die Stimme der anderen kommt, die altbekannte Demokratie an der Kasse, dort wird abgestimmt, dort klingelt es. 

Vor 30 Jahren waren gewisse politische Sendungen ähnlich locker, allerdings wurde dort Ideologie verkauft. Kohls Wendezeitalter hat anscheinend den in diesem Zeitraum sozialisierten Personen gehörig das Gehirn vermatscht, man sieht es auch an vovorgestrigen Genderdebatten. Vielleicht eine Marktlücke im schrupfenden Zeitungsmarkt: Die Rettung dieser verlorenen Generation. 

Wolfram Heinrich 22.11.2012 | 09:08

@Sandmann

Ich sehe zwischen Herrn Heinrich und Raab eher Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Beide sind Metzgerssöhne, Raab war auf dem ALO(isiuskolleg), hat ein gutes Abi, einen Pilotenschein und ist Mitglied bei Mensa. Herr Heinrich wirkt ebenso intelligent, war offenbar auch auf einem guten Gymnasium und hat ein gutes Abi, sonst hätte er nicht Psychologie studieren können. Daneben ist er Buchautor, schreibt durchdachte und witzige Geschichten und Blogs.

 

Ich war nie auf einer "guten" (sprich: teuren) Schule. Nach der vierklassigen Volksschule (zwei Jahrgangsstufen in einer Klasse) war ich auf dem nächstgelegen Gymnasium in der niederbayerischen Provinz, einem Gymnasium, das gerne für Strafversetzungen benutzt wurde. So gesehen waren die Lehrer ziemlich gut. Meine Abiturnote lag eher bei 3 als bei 2, für ein Psychologie-Studium in Regensburg hat's gereicht. Mein Diplomzeugnis war ähnlich wie das Abiturzeugnis. Einen Pilotenschein habe ich nicht, ich bin noch nie geflogen, auch nicht als Passagier und die Vereinigung "Mensa" kenne ich nur vom Hörensagen.

Seit wann schreibt der Raab witzige Geschichten?

 

Das Einzige, das die beiden unterscheidet, wäre wohl eher persönliche Zu- oder abneigung.

 

Meine Abneigung gründet auf der Art, wie der Raab mit Menschen umspringt. Ich habe den Eindruck, er verachtet sein Publikum.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 22.11.2012 | 09:09

@Sandmann

Das ALO ist für Qualitativ hochwertigen Unterricht bekannt; damit haben selbst die zahlreichen schlimmen Vorfälle nichts zu tun.

 

Ich bin in der Provinz nie von Klerikern sexuell belästigt oder geschlagen worden. So gesehen bin ich froh, daß ich mir den "qualitativ hochwertigen Unterricht" nicht dadurch erkaufen mußte, daß ich meinen Arsch hinzuhalten hatte.

 

Ciao

Wolfram

Magda 22.11.2012 | 09:09

Bei Teilen dieses kleinen Zusammenschnitts, der weiter oben verlinkt war, stelle ich fest:
Die "Botschaften" zwischen den locker abgegebenen Statements sind betonpolitisch, ideologisch, parteilinienförmig.
Wenn Kubicki sagt, die meisten Energieunternehmen seien staatlich, wenn es um deren Profite bei wachsendem Strompreis geht, dann ist das auch wieder auf der ideologischen FDP-Schiene "Staat gegen Markt." 
Und wenn er davon spricht, dass andere was verschweigen, dann verschweigt auch er was. Das kann man ebenso bei den anderen Teilnehmern erkennen.
Davon lebt die trockene Talkshow, genau so, wie die hier bei Raab locker alltagssprachlich angefeuchtete Walkitalkishow. Jeder hat einen Teil, jeder verschweigt einen Teil, jeder will eine Botschaft loswerden, nämlich die seiner eigenen Partei.

Dem Volk aufs Maul wird auch nicht geschaut, sondern die medienmäßig verordnete Coolsprechness appliziert.
Amen. Danke.

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Ehemaliger Nutzer 22.11.2012 | 09:50

DAUERWERBESENDUNG ...steht bei Raabs Sendungen immer oben links. Dauerwerbesendung, passt irgendwie... da wirbt Raab für sich, da wirbt der Gast für sich, da wirbt die Werbung!

 In dieser "Politikshow" warb es ...und es war einfach nur anstrengend und nervig. Angestrengt und genervt kommt auch der Raab immer häufiger rüber..

Ist ja auch nicht so einfach omnipresent zu sein. Und wenn ich an Lena Meyer Landruth denke, deren presents ich ja Raab zu verdanken habe, bin ich auch angestrengt und genervt.

Werbeblogs werden als Pinkelpausen und zum - mal eben aufräumen genutzt...upps und bei 'ner DAUERWERBESENDUNG....   ;)))

Ach Stefan, lass es gut sein...lass dich mal öfter schlagen... oder flieg auf einem WOK davon.