janto ban
03.02.2013 | 18:26 92

Das Kuckucksei

Sexismus-Debatte "Schwänze fressen", aber erhobenen Hauptes irgendwo rauskommen wollen? Geht das? Ein Text über's Erniedrigen und erniedrigt werden am Einzelfallbeispiel.

Vielleicht ist es Zufall, dass die in der Anmoderation als "Die wunderbare Katrin Sass" gefeaturte Schauspielkünstlerin Katrin Sass (Jahrgang 1956) in einer Talkrunde, in der über Sexismus geredet werden sollte, völlig aus der Haut fährt und den "DschungelkönigPeer Kusmagk (Jahrgang 1975) - aus dem scheinbaren Nichts heraus - u.a. mit den Worten anfällt:

"Das wird mal Zeit, mein Junge, du! Dass du dir mal überlegst, was du hier machst (...)!"

Vielleicht ist es aber auch kein Zufall, dass ausgerechnet dieser Tage eine etablierte, "wunderbare Künstlerin" wie Katrin Sass, die laut eigenen Angaben weiß, wie die Dinge im Allgemeinen laufen, weil sie selbst einmal "ganz unten" war, ihre Felle davon schwimmen sieht, wenn irgendein dahergelaufenes, gebildetes, weltoffenes, reflektiertes und ein wenig frauenversteherisch und devot auftretendes Kerlchen (Typ Schwigermutters Liebling) neben ihr zu Wort kommt.

Vielleicht bedroht ihr Jüngelchen, das ganz offensichtlich nicht nur gut aussieht, sondern dazu auch noch freundlich und intelligent zu sein scheint (Achtung: Sexismus vom Allerfeinsten!), die Projektionsfläche, die es einer Katrin Sass immer so schön einfach gemacht hat, sich als 'starke Frau als solche' profilieren zu können. Wobei dieses "stark" in "starke Frau" ja immer meint, dass man gegen den Mann im Allgemeinen als Frau im Allgemeinen nicht anzuleben vermag, so man eben nicht "stark" im Sinne von "wunderbar" ist. (Was ist nur in diesen Blogger gefahren?)

Ja warum? Vielleicht kotzt es sie geradezu an, neben ein Bengelchen gesetzt zu werden, das respektvollen, zwischenmenschlichen Umgang... Momentchen ...als junger Mann betrachtet doch bitteschön nur zu heucheln in der Lage ist. Dass es anders sein könnte, so weit käme es wohl gerade noch. (Warum spielt dieser Blogger einen bedauerlichen Einzelfall so in den Vordergrund?)

"Seitdem ich im Fernsehen bin, gehen mich alle Frauen an! Ich kann mich nicht mehr retten!", äfft die "Wunderbare" den "Abgehalfterten" in einer Weise an, dass Rettung vor Fremdscham in dieser Szene als Ding der Unmöglichkeit erscheint.

Als Kusmagk fragt, ob Sass es in Ordnung fände, dass er - so angefahren - nun am ganzen Leib zittere, brüllt sie also: "Das wird mal Zeit, mein Junge, du! Dass du dir mal überlegst, was du hier machst (...)!" Irgendwie ohne einen Funken Empathie oder einen Moment der Selbstreflexion. Ganz großes Kino, Frau Sass, ehrlich.

Nun wird männlicherseits kein Aufschrei (ungleich Anschrei) über eine Frau in exponierter Position durch die Repubik gehen, die sich einem beruflich - ihrer Meinung nach offensichtlich - schwächer gestellten Kollegen gegenüber aufführt, dass man kaum von etwas anderem als einem Kuckucksei in der #Aufschrei-Sache sprechen kann. Das ist doch wohl klar.

Der wird ausbleiben. Die abkanzelnden Fragen werden lauten: Wer ist eigentlich Katrin Sass? Und wer zum Kuckuck ist Peer Kusmagk? Kommt mal alle wieder runter!

Genau! Wer sind eigentlich diese ganzen Leute (Brüderle und Himmelreich und wie sie alle heißen), die auf der öffentlichen Bühne und in Großraumbüros leben, um ihr eigenes Profil zu Ungunsten des Profils ihrer Nächsten zu schärfen? Ist das noch Sexismus oder schon durchneoliberalisierte Post-Ellenbogengesellschaft?

Und wem zum Henker obliegt eigentlich die Deutungshoheit darüber, was Kunst ist? Kann man das nicht wenigstens mal abschließend klären, verdammt?

Händeringend, euer Janto (sexiest Blogger alive)

P.S.: Leider nicht mehr allzu lange, weil nun schon 34 Jahre alt. Werde meinen Kampf um Aufmerksamkeit demnächst also auch mit anderen Mitteln führen müssen. Es bleibt dementsprechend spannend. Watch out.

P.P.S.: Wie blöd man denn eigentlich sein muss (und wie weit wir denn langsam wären), dass man Schwänze fresse, aber erhobenen Hauptes irgendwo raus kommen wolle, schreit die Sass in Extase. Wie tragisch ist das denn?

P.P.P.S.: Kalle: "Homophober und femiphober Sexismus basieren auf der selben Angst eines patriachalen Männer- und Menschenbildes, dass insgeheim weiß, wie brüchig und absurd es ist." link Magda: "So isses" link Janto: "So isses." link

Wenn sich diese Drei mal einig sind, dachte ich, ist das eine Bemerkung wert.

P.P.P.P.S.: Ende.

Kommentare (92)

Costa Esmeralda 03.02.2013 | 19:49

Lieber Janto, aus der Ferne sehe ich, dass die Republik im Aufruhr befindlich ist. Beileibe nicht über die politischen Verhältnisse, da hat man gottseidank Vertrauen in "Mutti", die das Kind schon schaukelt. Es ist der Nebenschauplatz Sexismus, über den sich trefflich echauffieren lässt. Leider ist bei Deinem eingestellten Video der Ton auf "mute" gestellt, so dass ich mich nicht mit dem deutschen Bürger gemeinsam amüsieren kann. Sollten diese Debatten bis zum Wahltag andauern, dann "gute Nacht Marie!" Wenn Du ergötzliche Texte mit Ton einstellt, fühle ich mich mit der Heimat noch näher verbunden. LG, CE

dame.von.welt 03.02.2013 | 19:51

Und wer zum Kuckuck ist Peer Kussmagk? 

Da kann ich ausnahmsweise mal in Sachen C-Prominenz zur Erhellung beitragen: Peer Kussmagk ist der, dessen Restaurant (1a Kreuzberger Gentrifizierungsbeitrag) nach einem Brand fünf vor pleite war. Ein Umstand, dem er durch sein Dschungelkönigtum abhelfen und daneben gleich noch eine Bar aufmachen konnte. Das wiederum ein Umstand, mit dem er nur vor einer Kamera auf einmal schamhaft wird und den Grund für seine Teilnahme rückwirkend mit Grimmepreis und geradem Rücken beim Würmeressen bemäntelt (was angesichts des Umstands, dasser bereits bei GZSZ mitspielte, etwas albern ist). Ich vermute mal sehr, daß sein zusätzliches Gegreine über das sich-nicht-mehr-vor-Frauen-retten-können zu Katrin Sass' öffentlicher Faltung sehr beitrug. Ich mag diese Frau.

Bei Ihnen möchte ich aber noch ein bißchen um Entschuldigung bitten wegen meiner öffentlichen Faltung in Magdas Blog über die in Berlin fast zu Tode gefolterte und vergewaltigte Frau vor ein paar Tagen. Tut mir leid, mein Ton war ein bißchen sehr scharf. 

janto ban 03.02.2013 | 19:55

Huhu!

|| Leider ist bei Deinem eingestellten Video der Ton auf "mute" gestellt ||

Ich war das nicht. Musst unten links im Player den Ton hochfahren. (Auf den Lautsprecher mit dem x clicken.)

|| Sollten diese Debatten bis zum Wahltag andauern, dann "gute Nacht Marie!" ||

Ich persönlich bin da wohl doch multitaskingfähiger, als ich immer dachte. Siehe hier. Aber lies dir bitte nicht durch, was ich da schreibe. Ich brauche jeden Leser! :o)

Liebe Grüße

janto ban 03.02.2013 | 20:07

|| Ich mag diese Frau. ||

Ich mag Katrin Sass auch. Umso mehr habe ich mich über diese Szene erschrocken und der Eintrag fällt somit unter die Kategorie "Was blöderweise gesagt werden konnte" :o)

Die Entschuldigung nehme ich natürlich gerne an - aber sie ist mir ehrlich gesagt etwas peinlich. Ich habe mich wohl genauso zu entschuldigen. Dieses impulsiv-Rumpelige, das ich dort an den Tag gelegt hatte, mag ich an mir selbst nicht. Versuche mal wieder mehr darauf zu achten.

Peer Kusmagk mag ich allerdings auch. Ich habe ihn hier etwas (sehr) glorifiziert dargestellt. Vielleicht ist die Lehre, die wir kurzerhand ziehen können, dass großartige Frauen und Männer immer auch anders können :o)

Liebe Grüße

silvio spottiswoode 03.02.2013 | 20:46

Very enjoyable read! Great entertainment, Janto-sexiest Blogger alive.

Was ein bitterböser, schöner Text.

 

»durchneoliberalisierte Post-Ellenbogengesellschaft«

ist wirklich guuuhuut. :P

 

Wer ist diese schrankenlos bösartige alte Diva? Muss man sie kennen?

 

»Wobei dieses "stark" in "starke Frau" ja immer meint, dass man gegen den Mann im Allgemeinen als Frau im Allgemeinen nicht anzuleben vermag, so man eben nicht "stark" im Sinne von "wunderbar" ist.«

So hatte ich das noch nie gesehen. Ob da was dran ist? Ich dachte immer das hat mit Männern eigentlich gar nichts zu tun ...

Bei den "starken Frauen" in der Geschichte waren die Männer doch eher abwesend, verhindert, verschollen, krank, versehrt, in Gefangenschaft oder einfach nur tot. Dass Frauen dann eben "stark" sein mussten, damit alles weiterging. Sie mussten die männlichen Aufgaben miterledigen, weil die Männer fehlten. Natürlich ist das auch "wunderbar", aber irgendwie wurden sie dadurch fast sowas wie ein drittes Geschlecht, bekamen was hermaphroditisches, in den Aigen der Kinder.

 

»Nun wird männlicherseits kein Aufschrei (ungleich Anschrei) über eine Frau in exponierter Position durch die Repubik gehen, die sich einem beruflich - ihrer Meinung nach offensichtlich - schwächer gestellten Kollegen gegenüber aufführt, dass man kaum von etwas anderem als einem Kuckucksei in der #Aufschrei-Sache sprechen kann.«

Genau, das meine ich!

Dschungelkönig hin oder her, Peer Kussmagk macht einen ganz sympathischen Eindruck, finde ich. Verstehe ich das richtig: Er hat jetzt 50T, ist sensibel und bescheiden, und sieht auch noch gut aus? Aber, irgendwo muss doch ein Haken sein? Lass mich raten, er ist schwul?

 

 

janto ban 03.02.2013 | 22:32

|| So hatte ich das noch nie gesehen. ||

Ich auch nicht. Da hast du mich beim Drauflosschwadronieren erwischt.

|| Bei den "starken Frauen" in der Geschichte waren die Männer doch eher abwesend, verhindert, verschollen, krank, versehrt, in Gefangenschaft oder einfach nur tot. Dass Frauen dann eben "stark" sein mussten, damit alles weiterging. Sie mussten die männlichen Aufgaben miterledigen, weil die Männer fehlten. ||

Weiß gar nicht, ob die Redensart daher kommt. Auf so eine Doppelbelastung passt sie natürlich allemal. In letzter Zeit ist sie - gefühlt - wieder etwas verschwunden, was ich ganz gut finde. Denn solche Zusätze wie "stark" suggerieren ja immer, dass alle Frauen, die nicht so betitelt werden, "nicht stark" sind. Vergleichbar mit dem Begriff "Super-GAU", was ja Super-Größter-Anzunehmender-Unfall heißt, also eigentlich Quatsch ist. Das sind aber so sprachliche Spitzfindigkeiten. Wenn ich "starke Frau" höre, muss ich immer an Hera Lind denken. Je mehr Bücher die damals verkaufte, desto inflationärer wurde ihr dieses - irgendwie separierende - Kompliment hinterher geworfen.

|| Aber, irgendwo muss doch ein Haken sein? Lass mich raten, er ist schwul? ||

Nein nein. Madonna soll über Antonio Banderas mal gesagt haben, dass sie diesen Mann so abartig perfekt findet, dass sie hofft, dass er einen zu kurzen Penis hat. Wie lang "zu kurz" ist, hat sie aber nicht verraten :o)

janto ban 03.02.2013 | 22:39

|| Mögen Frauen solche feministisch stromlinienförmigen PC-Typen? ||

Dazu vielleicht noch mehr Klatsch und Tratsch. Demi Moore hat über 'die Kunst, einen Mann zu halten' mal gesagt, dass eine Frau in der Küche eine Köchin, im Wohnzimmer eine Dame und im Schlafzimmer eine Hure sein muss. Geholfen hat's bei Bruce auf Dauer nix. Bei Ashton auch nicht. Es ist am Ende wohl immer eine Frage des persönlichen Geschmacks und anderer Umstände. Ein vieldimensionales Topf-Deckel-Thema.

janto ban 03.02.2013 | 23:07

Übrigens wundert es mich gar nicht, dass auf meine Schlussfrage, wem denn nun die Deutungshoheit über Kunst obliegt, niemand eingeht. Manchmal habe ich das Gefühl, ihr macht das mit Absicht und die soll gar nicht beantwortet werden. So kriegen wir die Probleme aber nicht in den Griff, Leute. Morgen geht die Woche wieder los. Wer das eigentlich zu verantworten hat, kläre ich hier demnächst auch noch. Verlasst euch drauf :o) Danke für die Kommentare und gute Nacht zusammen.

silvio spottiswoode 04.02.2013 | 00:09

Wir haben darüber tatsächlich hier heiss diskutiert, sind dann aber im Streitgespräch abgetrieben: Ich musste erst mal erklären, was für mich Kunst ist, worin sie sich definiert ... "Kunst ist Kommunikation, Antennen haben." Damit stellte sich dann die Frage nach der Umsetzung.

Mal ganz ehrlich, "Deutungshoheit in der Kunst" ist ein deprimierendes Thema, das einen ausgesprochen quälen kann. Klären lässt sich das immer nur vorübergehend, denke ich. Und das ist gut so, denn so entsteht zumindest ein wenig Bewegung. Die Deutungshoheit ist immer eine Frage der Macht und diese ist in der Kunst ganz banal an finanzielle Ressourcen gekoppelt. Wenn einen also weder Geld noch Macht – sondern nur nur die Kunst – interessiert, dann hat man als Künstler einfach ein Problem. Aber ich rede hier nur von der Bildenden Kunst.

Der Grimme-Preis – auf den Du hinaus willst, wenn ich das richtig verstehe – ist anders gestrickt. Für mich hat dort das allerwenigste wirklich was mit Kunst zu tun, ist eher nur mittelmäßige Unterhaltung. Alle paar Jahre gibt es da mal eine spannende Auszeichnung. 2009 z. B. für einen großartigen Film, "Ihr könnt euch niemals sicher sein" von Nicole Weegemann: gut gefilmt, gute Storyline, handwerklich und künstlerisch – in allen Bereichen – einfach atemberaubend geil.  Von solchen Filmen gibt es viel zu wenige.

Wolfram Heinrich 04.02.2013 | 12:10

Ein Text über's Erniedrigen und erniedrigt werden am Einzelfallbeispiel.

Vielleicht ist es Zufall, dass die in der Anmoderation als "Die wunderbare Katrin Sass" gefeaturte Schauspielkünstlerin Katrin Sass (Jahrgang 1956) in einer Talkrunde, in der über Sexismus geredet werden sollte, völlig aus der Haut fährt und den "DschungelkönigPeer Kusmagk (Jahrgang 1975) - aus dem scheinbaren Nichts heraus - u.a. mit den Worten anfällt:

"Das wird mal Zeit, mein Junge, du! Dass du dir mal überlegst, was du hier machst (...)!"

(...)

...Wie blöd man denn eigentlich sein muss (und wie weit wir denn langsam wären), dass man Schwänze fresse, aber erhobenen Hauptes irgendwo raus kommen wolle, schreit die Sass in Extase.

 

In welch vornehmem Elternhaus bist du, junger Mann, eigentlich großgeworden, daß dir der Temperamentsausbruch von Katrin Sass so vorkommt, als sei diese "völlig aus der Haut" gefahren, als "schriee sie in Ekstase"? Hl. Muttergottes von Tschenstochau! In einer Talk-Show, in der sonst nur "wohlfrisiert und heiter blabla" (1) geredet wird, wird eine Frau plötzlich lebendig und läßt ihr Temperament explodieren. Darauf warte ich doch als Zuschauer, oder? Will ich Menschen in einer Talk-Show sehen oder doch lieber nur gepflegte Hohlschwätzer?

Diese Sendung von Markus Lanz war ein Skandal, richtig. Der Skandal war aber nicht Frau Sass, sondern der Moderator, der den Temperamentsausbruch von Katrin Sass - erfolgreich! - niedergebügelt hat. Der Skandal ist Karl Dall, der sich mit seiner Blödelei (mit dem Blutdruck) zum Mittäter von Markus Lanz gemacht hat.

Du hast geschrieben, Katrin Sass habe "aus dem scheinbaren Nichts" heraus Peer Kusmagk angefallen. Gott, was für ein Wort! "Angefallen". Der arme Junge, der anscheinend nicht Manns genug ist, sich zu wehren, sondern wie ein hilfloses Lämmchen "am ganzen Körper zittert".

Du hast anscheinend nur die Ausschnitte aus der Diskussion gesehen, die in deinem verlinkten Video "Ausraster von Katrin Sass" bei YouTube eingestellt wurden. Wenn du dir ein Bild machen willst, dann schau dir mal die vollständige Aufzeichnung an.

 

Ab ca. 48 min. kannst du verfolgen, wie sich allmählich die Geschichte entwickelt (in der es nicht um Sexismus geht, sondern um die Sendereihe "Dschungelcamp", die am Tag der Sendung für den Grimme-Preis nominiert worden war).

 

Es lohnt sich vielleicht, die ganze Sendung zu betrachten und dabei mal ganz besonders auf den Moderator zu achten. Der Job eines Moderators bei so einer Veranstaltung wäre es, die Diskussion in Gang zu bringen und in Gang zu halten, dabei lenkend einzugreifen, wenn sie aus dem Ruder zu laufen droht, indem etwa die Leute durcheinander reden, "Lassen Sie mal den Herrn Dings ausreden..." Es ist ganz sicher nicht sein Job, seine Gäste daran zu hindern, einen möglicherweise interessanten Gedanken zu entwickeln, auch wenn das mal ein bißchen länger dauert als 12 Sekunden.

Paß mal auf: Bei ca. 27 min. entwickelt sich etwas bei Katrin Sass und etwas später bei Peter Kusmagk, ab 28:30 min. kriegen sich die beiden in die Haare. Ein Moderator, der seinen Job  versteht, würde bei solch einer Situation wohlig aufseufzen. "Ah, endlich kommt Schwung in die Bude." Er würde sich darauf beschränken, den Streit der beiden auf der formalen Ebene zu lenken - "Ausreden lassen, Mädel". Entwickelt sich der Streit zu einer für alle Zuhörer interessanten Diskussion, so kann er ihn ruhig auch mal viele Minuten laufen lassen, auch wenn's lauter wird. (Hier handelt es sich ja nicht um ein Gespräch zwischen einem ausgebufften Medienprofi und einer Person, die das erste Mal im Leben in einem Fernsehstudio ist und die man deshalb schützen muß.)

Was macht Lanz? Bei 29:15 min. sagt er "Stop", bei 29:25 min. würgt er den Streit ab und wendet sich an Matussek. Eigentlich hätte er Matussek stoppen sollen, als der sich kurz davor in den Streit zwischen Sass und Kusmagk eingemischt hatte. Wir machen eine Talk-Show, wir wollen das Gespräch. Im Gespräch sollen Konflikte geklärt oder zumindest dargestellt werden, aber das soll bitte nicht so weit gehen, daß tatsächlich ein Gespräch über diese Konflikte in Gang kommt. Was Lanz hier praktiziert ist Kommunikations-Petting. Bißchen rumfummeln, schon. Aber, Leute, die Hose bleibt zu.

Jetzt komme mir keiner mit "Unterschichtfernsehen" und verweise auf die nachmittäglichen Talk-Shows, in denen sich Else und Knut Petersen gegenseitig beschimpfen und ihren Ehestreit öffentlich austragen. Das ist eine ganz andere Ebene. Im übrigen ließe sich auch aus dem öffentlichen Ehekrach der Petersens etwas Interessantes machen, interessant fürs Publikum und für die Petersens. Dazu bräuchte es aber natürlich einen Moderator, der was von Gesprächsführung versteht.

 

Ciao

Wolfram

(1) Das ist ein Zitat aus dem Lied "Lieben Sie Partys?", das seinerzeit Daliah Lavi gesungen hat.

Wolfram Heinrich 04.02.2013 | 12:11

@janto ban

Vergleichbar mit dem Begriff "Super-GAU", was ja Super-Größter-Anzunehmender-Unfall heißt, also eigentlich Quatsch ist.

 

Nein, ist es nicht. Der GAU ist der größte anzunehmende Unfall, er ist nicht der größtmögliche Unfall. Der GAU ist von Experten definiert worden: So schlimm könnt's vielleicht mal kommen, wir bauen das Atomkraftwerk so, daß wir damit fertig werden. Noch schlimmer sollte es eigentlich nicht kommen. Nein, eine Riesenflutwelle, die kurzzeitig alles überflutet und so das ganze System durcheinanderwirbelt, an so was wollen wir gar nicht denken.

 

Nein nein. Madonna soll über Antonio Banderas mal gesagt haben, dass sie diesen Mann so abartig perfekt findet, dass sie hofft, dass er einen zu kurzen Penis hat.

 

Du willst mir allen Ernstes erzählen, Madonna hätte mit Antonio Banderas nie gevögelt? Wieso gerade mit dem nicht?

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 04.02.2013 | 12:16

@silvio spottiswoode

Ich musste erst mal erklären, was für mich Kunst ist, worin sie sich definiert ... "Kunst ist Kommunikation, Antennen haben."

 

Ach, das ist Kunst? Die schöne Adrienne, tschingdarassatata Radio...

 

Und weil wir immer noch bei der sexuellen Belästigung sind:

 

Die da singt ist die ehemalige österreichische Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP). Tu felix austria...

 

Ciao

Wolfram

janto ban 04.02.2013 | 16:26

Schön ausgewogen. Kommt jeder gleich schlecht weg :o)

Mit Sorten von Typen ist das bei mir echt so 'ne Sache. Ich mag ja Leute, mit denen man sich stundenlang in Ruhe über alles unterhalten kann = ich rede und die hören zu :o) Aber die bösen Jungs sind schon sexier, irgendwie. Ein innerer Kampf ist das.

Muss da gerade an eine Krankenschwester aus'm Zivildienst denken. Die war mit einem erheblich jüngeren Kerl (Marke Rocker) zusammen. Laut Hörensagen nicht der Hellste und eher der stille Typ. Von einer Kollegin gefragt, worüber die beiden sich eigentlich so unterhalten, antwortete sie: "Der redet nicht. Der macht andere Sachen." Das sind so Situationen, in denen ich nie weiß, ob ich mitleidig oder neidisch sein soll..

Danke für die ***** Vielleicht schicke ich sie der Moore. Da kann sie noch "deluxe" dahinter schreiben und ein Restaurant eröffnen :o)

janto ban 04.02.2013 | 16:40

|| "Ihr könnt euch niemals sicher sein" (...) einfach atemberaubend geil ||

Den kenne ich gar nicht. Dann weiß ich ja, was ich nachzuholen habe.

Kann es eigentlich sein, dass die Kunstszene diese Hypes produziert (und aufrecht erhält), damit die Kundschaft, die ein überteuertes Werk ersteht, sich auch wirklich sicher sein kann, dass da nicht nur Kunst, sondern auch eine nachhaltige Wertanlage an der Wand hängt? Ich kenne mich da überhaupt nicht aus. Mein Vater hat früher Briefmarken gesammelt. Erinnere mich, dass er ab und zu in Katalogen geblättert hat, in denen aufgelistet war, welche Marke welchen Sammlerwert hat. Das war mir immer höchst suspekt. Heute schreiben die Händler wahrscheinlich immer mit, welches Ding bei welcher Auktion zu welchem Preis unter'n Hammer kommt. Auch irgendwie kommunizierende Antennen. Aber ganz anders..

freedom of speech? 04.02.2013 | 16:48

"...Es ist ganz sicher nicht sein Job, seine Gäste daran zu hindern, einen möglicherweise interessanten Gedanken zu entwickeln, auch wenn das mal ein bisschen länger dauert als 12 Sekunden...."

Oh doch, in diesem Fall schon.

Das ZDF ist Gesellschafter der "Grimme-Institut" GmbH.

Zitat: (ab 75:10) "Das war ein bisschen anders geplant.....Hat sich dann in eine andere Richtung entwickelt."

Was war denn die ursprüngliche Richtung? Weshalb hat man den Dschungelkönig eingeladen?

(ab 0:55)  la la Herr K... moralische Instanz.. beigetragen zur Nominierung....lala

(ab 62:20) ....finde ich sehr reflektiert, was Herr K heute hier gesagt hat....

Tja, der Lanz sollte den Blödsinn, das Dschungelcamp zu nominieren, den Leuten als toll verkaufen.

Unerfreulicherweise für Lanz und das ZDF ist jedoch der politisch korrekte Held des Dschungels, der als Beispiel für "Moral" und "Kunst" gedacht war, infolge weniger Bemerkungen einer erfrischend offen sprechenden Frau jammernd in sich zusammen gefallen.

 

Viele Grüße

fos?

 

janto ban 04.02.2013 | 17:22

Wolfram!! Huhu!! (Mein Gott, so viel Text. Erst jahrelang gar nichts und dann so viel auf einmal. Meine Güte. So, kann los gehen :o)

|| In welch vornehmem Elternhaus bist du, junger Mann, eigentlich großgeworden ||

Oh je, falsche Frage. Harmoniesüchtige auf kaltem Entzug.

|| Der Skandal war aber nicht Frau Sass, sondern der Moderator, der den Temperamentsausbruch von Katrin Sass - erfolgreich! - niedergebügelt hat. Der Skandal ist Karl Dall, der sich mit seiner Blödelei (mit dem Blutdruck) zum Mittäter von Markus Lanz gemacht hat. ||

Dann hätte ich ja das Thema total verfehlt.

|| Du hast anscheinend nur die Ausschnitte aus der Diskussion gesehen ||

Nee, ich hab das Ding ganz gesehen.

 || "Angefallen". Der arme Junge, der anscheinend nicht Manns genug ist, sich zu wehren, sondern wie ein hilfloses Lämmchen "am ganzen Körper zittert". ||

Du bist doch gelernter Seelenklempner. Ich leide ja seit ich 15 bin unter einer Sozialen Phobie vom allerfeinsten. War so um die 19 rum mal beinahe home bound. Bin aber wieder geschlüpft und heute geht's mir danke. Sehr danke. Vor diesem Hintergrund gefällt mir das, was du da schreibst überhaupt nicht. Gegen solche Stereotype habe ich mein halbes Leben lang angelebt. Reagiere da ganz allergisch. Vor allem auf das Zittern. Ich gebe aber gerne zu, dass mein Blick demnach getrübt ist. Das aber nur zum Verständnis. Ich jammere nicht, ich stelle fest! :o)

|| Paß mal auf: Bei ca. 27 min. entwickelt sich etwas bei Katrin Sass und etwas später bei Peter Kusmagk, ab 28:30 min. ||

Da guck ich nochmal rein. Normalerweise habe ich nichts gegen ein bisschen Aktivismus in Talkshows. Ganz sensationsunlustig bin ich natürlich nicht. Vielleicht war es die schlimme, schlimme Debatte der letzten Woche, die mich die Szene hat unter Sexismus-Gesichtspunkten sehen lassen. Und es kommt hinzu, dass ich persönlich es auf den Tod nicht ausstehen kann, von älteren Herrschaften abwertend mit "mein Junge" angeredet zu werden. Da krieg ich kalten Entzug (s.o.)

|| Im übrigen ließe sich auch aus dem öffentlichen Ehekrach der Petersens etwas Interessantes machen ||

Für mich nicht, bitte. Bei Ehekrächen schalte ich grundsätzlich ab. Siehe abermals oben :o(

janto ban 04.02.2013 | 17:37

ABER: Die Sass hat es sich angeguckt. Weil man ihr gesagt hat, sie müsse das sehen, um drüber sprechen zu können, sagt sie. Mir sagt man das auch ständig. Ich bin aber noch nicht schwach geworden. Nö. Ich bin nämlich eine starke Frau und die Sass nicht. Bäh! :o)

(Ich wäre eventuell bereit zuzugeben, auf youtube in Ausschnitte geschaut zu haben, in denen Peter Andre zu sehen war. Aber das zählt nicht, oder?)

Wolfram Heinrich 04.02.2013 | 22:13

@freedom of speech?

Das ZDF ist Gesellschafter der "Grimme-Institut" GmbH.

(...)

Tja, der Lanz sollte den Blödsinn, das Dschungelcamp zu nominieren, den Leuten als toll verkaufen.

Unerfreulicherweise für Lanz und das ZDF ist jedoch der politisch korrekte Held des Dschungels, der als Beispiel für "Moral" und "Kunst" gedacht war, infolge weniger Bemerkungen einer erfrischend offen sprechenden Frau jammernd in sich zusammen gefallen.

 

Öha. Vor dem Hintergrund dieser Informationen sieht so manches anders aus.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 04.02.2013 | 22:17

@janto ban

Wolfram!! Huhu!! (Mein Gott, so viel Text. Erst jahrelang gar nichts und dann so viel auf einmal.

 

"Der schöpferische Prozeß läßt sich mit einer Klospülung vergleichen: Es dauert ziemlich lange, bis sich das Wasser gesammelt hat, aber wenn man dann zieht, rauscht es ziemlich schnell durch." (Stanislav Lem)

 

|| "Angefallen". Der arme Junge, der anscheinend nicht Manns genug ist, sich zu wehren, sondern wie ein hilfloses Lämmchen "am ganzen Körper zittert". ||

Du bist doch gelernter Seelenklempner. Ich leide ja seit ich 15 bin unter einer Sozialen Phobie vom allerfeinsten. War so um die 19 rum mal beinahe home bound. Bin aber wieder geschlüpft und heute geht's mir danke. Sehr danke. Vor diesem Hintergrund gefällt mir das, was du da schreibst überhaupt nicht. Gegen solche Stereotype habe ich mein halbes Leben lang angelebt. Reagiere da ganz allergisch. Vor allem auf das Zittern. Ich gebe aber gerne zu, dass mein Blick demnach getrübt ist. Das aber nur zum Verständnis. Ich jammere nicht, ich stelle fest! :o)

 

Peer Kusmagk ist ein Mensch, der - neben seiner Kneipe - sein Geld in den elektronischen Medien verdient. Diesen Job kannst du nicht machen und dabei auch noch leidlich erfolgreich sein, wenn du unter einer sozialen Phobie leidest. Auch im Dschungelcamp, wo Millionen Menschen sehen, wie du dir kurz mal am Sack kratzt, kommst du mit dergleichen nicht weit. Ich glaube, das Jüngelchen konnte sehr gut auf sich selbst aufpassen.

 

Normalerweise habe ich nichts gegen ein bisschen Aktivismus in Talkshows. Ganz sensationsunlustig bin ich natürlich nicht.

 

Ich kann im Fernsee auf Leute, die sich einfach nur wütend anschreien, gerne verzichten. Es reicht, dies im echten, wahren und wirklichen Leben als Zuschauer oder Akteur mitzumachen. "Aktivismus" und "Sensation" sind aber ganz sicher nicht die richtigen Wörter zur Beschreibung dessen, was in der Sendung vorgefallen (oder genauer: gerade nicht vorgefallen) ist. Der Streit zwischen Sass und Kusmagk war drauf und dran, sich zu einer wirklich interessanten (inhaltlich interessanten) Debatte zu entwickeln, die noch dazu temperamentvoll (zumindest von Seiten von Katrin Sass) vorgetragen wurde. Mein Gott, die beiden hatten gerade angefangen, gegenseitig ihre Körperhaltung zu analysieren...

 

Und es kommt hinzu, dass ich persönlich es auf den Tod nicht ausstehen kann, von älteren Herrschaften abwertend mit "mein Junge" angeredet zu werden.

 

Oops, das war die Sass, ich hatte dich ja als "junger Mann" angeredet (durchaus wertschätzend, wie ich dachte). Wenn es dir lieber ist, werde ich künftig gerne, nicht minder wertschätzend, als "alter Sack" ansprechen.

 

|| Im übrigen ließe sich auch aus dem öffentlichen Ehekrach der Petersens etwas Interessantes machen ||

Für mich nicht, bitte. Bei Ehekrächen schalte ich grundsätzlich ab.

 

Ich seh schon, mein Job wär nix für dich. Ich muß den Krach provozieren. Wenn mein Gesprächspartner feuchte Augen bekommt und/oder schwer schlucken muß, nicke ich innerlich zufrieden und sage mir "Sodala, jetzt sind wir aber schon mal ein gutes Stück weiter".

 

Ciao

Wolfram

snow_in_june 05.02.2013 | 08:26

Ich fands auch sehr plötzlich, wie die Sass da abgegangen ist. Ich hatte das Gefühl, dass die irgendwie schon lange einen Hass auf diese ganze RTL-B-Promi-Voyeur-Scheiße hatte und der Peer das ausbaden musste. Die hat ja auch immer wieder die Desirèe Nick erwähnt, die einige Tage zuvor beim Lanz gewesen war. Da muss die Sass vor dem Fernseher gesessen und sich ähnlich aufgeregt haben.

Vielleicht fällt die, ich sage mal "Sass-Kusmagk-Affaire" in die gleiche Kategorie wie die Breitner-Katzenberger-Affaire", die sich auch bei Lanz zugetragen hat:

Ciao

Wolfram

silvio spottiswoode 05.02.2013 | 10:11

Der beste Einstieg in das Thema der Vertriebsstrukturen zeitgenössischer Kunst ist Piroschka Dossis "Hype". Wenn Dich das Thema interessiert, ist das definitiv eines der Bücher, die Dein Leben verändern können. :)))

Dann noch ein paar Interviewlinks. Die Deutungshoheit deutscher (und internationaler) Gegenwartskunst liegt in ihren Händen: Schau sie Dir genau an! Danach bist Du für jede Eröffnung gewappnet. Sozial-Angst brauchst Du auch nicht zu haben, das sind alles komplette Freaks und Egozentriker, die nichts von dem merken, was neben ihnen passiert!

The Future of Art: Philomene Magers (zusammen mit Monika Sprüth und Bärbel Grässlin eine der einflussreichsten deutschen Galeristinnen), Part 4/21
The Future of Art: Tobias Rehberger (Städel-Akademie, Frankfurt), Part 19/21
The Future of Art: Thomas Bayrle (Städel-Akademie, Frankfurt), Part 20/21  
The Future of Art: Damien Hirst (Mr. Young British Art), Part 7/21
The Future of Art: Olafur Eliasson (welteit bekannter Berliner Macher von spektakulären Großevents, die als Kunst verkauft werden), Part 2/21
The Future of Art: Harald Falckenberg (einer der wichtigsten deutschen Sammler von Gegenwartskunst), Part 5/21
The Future of Art: Hans Ulrich Obrist (das selbsternannte Über-Kurator-Genie), Part 9/21

janto ban 05.02.2013 | 17:48

|| Diesen Job kannst du nicht machen und dabei auch noch leidlich erfolgreich sein, wenn du unter einer sozialen Phobie leidest. ||

Ich weiß. Hatte da nur laut über einen Faktor nachgedacht, der meine Wahrnehmung womöglich ein klein wenig beeinflusst. Und es war auch eine Reaktion auf deinen Kommentar ("nicht Manns genug", "hilfloses Lämmchen" etc.). Ich weiß, dass diese Ein-Indianer-kennt-keinen-Schmerz-Kiste von Mann zu Mann gern angelegt wird. Von Frau zu Mann auch. Ich mag sie nicht. Ich bin kein totales Weichei. Aber wenn ich mal was hab - und man kanzelt es ab, weil ich doch ein Mann sein muss etc. - dann dreh ich durch. Man ruft doch auch den #Aufschrei-Frauen nicht zu: "Oh bitte, stellt euch nicht so an! Euer Körper wurde für's Kinderkriegen konstruiert. DAS tut weh!" Hört sich abartig an. Bei Männern kommt einem solch ein Schwatt ganz leicht über die Lipen. Der Krieger und die Kaiserin...

|| Oops, das war die Sass, ich hatte dich ja als "junger Mann" angeredet (durchaus wertschätzend, wie ich dachte). ||

Ja sicher, das war die Sass. Die griff in Extase während des Gesprächs zu diesem faschistischen altersdiskriminierenden Stilmittel. Vergleichbar mit dem Attribut "Mädchen". Mit dem du den Kusmagk ja auch (mehr oder weniger) belegst. Fehlt eigentlich nur noch "Heul doch! Heul doch!" :o|

janto ban 05.02.2013 | 18:02

|| Die ist halt ein Profi. (...) Dabei überschreitet sie sogar die Ekelgrenze und schaut sich RTL an. ||

Öhm. Hinter jeder gut sich herausredenden Frau steht ein Mann, der ihr die Ausreden schreibt..?? :o)

|| Schwule Männer - das ist die desillusionierende Botschaft, die du mir vermittelst - ||

Jaah.

|| sind anscheinend auch nur Männer, ||

Muss.

|| sie stehen auf Waschbrettbauch ||

Geht.

|| und womöglich noch diese ||

Was denn jetzt noch?

|| unsäglichen Ledermützchen. ||

NEIIIIN!

|| Männer sind ja wohl das mieseste, primitivste und dümmste, was rumläuft ||

Auf jeden Fall. Dann sind wir uns ja doch noch einig geworden, guck.

janto ban 05.02.2013 | 18:46

Dein Gelaber juckt mich nach all den - mit Smilies garnierten - Beleidigungen, die du mir in den letzten Wochen an den Kopf geworfen hast, nicht mehr die Bohne. Als mir noch nicht klar war, was du spielst, konntest du mich aufscheuchen, keine Frage. Aber seitdem bei mir der Groschen gefallen ist, kannst du mir wieder schreiben, was du willst. Ich bleibe ganz ruhig und sehe dir beim Tiefersinken zu.

janto ban 05.02.2013 | 19:12

|| Die hat ja auch immer wieder die Desirèe Nick erwähnt, die einige Tage zuvor beim Lanz gewesen war. Da muss die Sass vor dem Fernseher gesessen und sich ähnlich aufgeregt haben. ||

:o) Das könnte natürlich sein. Empfinde Breitners Kritik als wesentlich sachlicher und unpersönlicher. Und die Katzenberger tut mir nur halb so leid, wie der Kusmagk. Kann mir da nicht helfen. Vielleicht ist das wirklich so ein Der-Ton-macht-die-Musik-Ding bei mir. Katzenberger ruft mimisch und gestisch aber auch nicht so um Hilfe. Oder ich seh's nur nicht...

Wolfram Heinrich 06.02.2013 | 08:34

@janto ban

Und es war auch eine Reaktion auf deinen Kommentar ("nicht Manns genug", "hilfloses Lämmchen" etc.). Ich weiß, dass diese Ein-Indianer-kennt-keinen-Schmerz-Kiste von Mann zu Mann gern angelegt wird.

 

Das hat wenig und in diesem Fall gleich gar nichts mit Aushalten-Können zu tun. Hier trafen zwei Kontrahenten auf Augenhöhe aufeinander, beides medienerfahrene Profis, die beide nicht auf den Mund gefallen sind. Daß Katrin Sass sich auch in einem Fernseh-Studio behaupten kann, muß ich nicht begründen, sie hat es in der Lanz-Sendung augen- und ohrenfällig vorgeführt. Kusmagk ist gelernter Schauspieler, er übt diesen Beruf aus, er ist Fernseh- und Radio-Moderator, ich werde also eine beträchtliche Mundfertigkeit bei ihm voraussetzen dürfen.

Ganz anders wäre die Sachlage gewesen, hätte es sich um eine Talk-Show gehandelt, in die jemand - zum Beispiel weil er Opfer von Gewalt oder von Betrügereien geworden ist, über die nun geredet werden soll - eingeladen wurde. Dieser Mensch, der zum ersten Mal in einem Studio sitzt, der sich zum ersten Mal in seinem Leben vor (sehr) vielen Leuten präsentieren muß, muß natürlich vom Moderator der Show davor geschützt werden, daß ihn ein Medienprofi allein wegen dessen Routine im öffentlichen Reden auseinander nimmt.

Kusmagk ist nicht das hilflose Lämmchen, als das er sich jetzt präsentieren möchte. Schau dir mal hier an, wie er in BILD-TV nachtritt.

http://www.youtube.com/watch?v=VAswsArLIHY

(Man beachte die Studio-Dekoration, das heißt die beiden Bilder von Sass und Kusmagk.)

 

|| Oops, das war die Sass, ich hatte dich ja als "junger Mann" angeredet (durchaus wertschätzend, wie ich dachte). ||

Ja sicher, das war die Sass. Die griff in Extase während des Gesprächs zu diesem faschistischen altersdiskriminierenden Stilmittel.

 

Die Zeit, in der man dich nicht mehr mit "junger Mann" anredet, kommt früh genug. Dann wirst du dich zurückseufzen nach dieser Altersdiskriminierung.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 06.02.2013 | 08:34

@janto ban

|| Die ist halt ein Profi. (...) Dabei überschreitet sie sogar die Ekelgrenze und schaut sich RTL an. ||

Öhm. Hinter jeder gut sich herausredenden Frau steht ein Mann, der ihr die Ausreden schreibt..?? :o)

 

Och, meine Erfahrung mit Frauen ist, daß die sich in aller Regel ihre Ausreden ganz gut selbst ausdenken können.

Und wenn ich zu einer solchen Talk-Show eingeladen bin, dann bereite ich mich natürlich drauf vor.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 06.02.2013 | 08:46

Nachtrag:

Schau dir mal hier an, wie er in BILD-TV nachtritt.

 

Der Moderator bei BILD, der mit dem Psychotherapeuten-Halstücherl, heißt übrigens Ingo Wohlfeil. Der Name ist Programm.

"Als zweite im Bunde eine Frau, die wir auch ohne Gesicht erkannt hätten: Micaela Schäfer."

http://youtu.be/tue2EfyBIEE?t=30s

 

Ciao

Wolfram

P. S.: Es gibt auch Männer, die man ohne Gesicht sofort erkennt.

http://4.bp.blogspot.com/_VxWBuaGy5O8/SYWBZ189IbI/AAAAAAAAAIA/fCcdenLoiD4/s400/Arsch.jpg 

 

Wolfram Heinrich 06.02.2013 | 09:05

@janto ban

Empfinde Breitners Kritik als wesentlich sachlicher und unpersönlicher. (...) Vielleicht ist das wirklich so ein Der-Ton-macht-die-Musik-Ding bei mir.

 

"Wesentlich sachlicher", aha. Ich zitiere mal aus dem "Hamburger Abendblatt", das seinerseits Breitner ausführlich zitiert:

Breitner dagegen beantwortete die Frage, ob er schon einmal Katzenbergers Sendung gesehen habe, erst mit zwei kurzen "Neins", um nach einer Kunstpause die Begründung nachzuschieben: "Weil mir mittlerweile das Kotzen kommt, wenn ich sehe, was Leute alles tun, um ja irgendwo Schlagzeilen zu haben, um ja ihren Hintern aus irgendeinem Fenster zu heben, damit sie irgendwas zum twittern haben."

Die Angesprochene ("Fußbälle interessieren mich nicht, also nicht die auf dem Feld") nahm die erste Breitseite ihres Sitznachbarn sichtlich verstört zur Kenntnis, doch der ehemalige Bayernprofi legte noch einmal nach. "Daniela Katzenberger ist der Zug der Zeit, dass jeder einfach partout sein Glück darin sucht, unbedingt ins Fernsehen zu kommen, unbedingt vermeintlich berühmt zu werden", echauffierte sich Breitner. "Dafür essen die Hundekacke, dafür machen die alles. Es ist zum Kotzen, ich finde es widerlich zum Teil, pervers."

Im Vergleich dazu war die Sass von geradezu erlesener Höflichkeit. Nix gegen die Formulierungen von Breitner, gelegentlich ist es wohltuend, wenn Dinge beim richtigen Namen genannt werden.

 

Ciao

Wolfram

janto ban 06.02.2013 | 16:46

So schlimm? :o)

|| Man beachte die Studio-Dekoration, das heißt die beiden Bilder von Sass und Kusmagk ||

Die Auswahl ist in der Tat etwas tendenziös. Kann man so sagen.

|| Die Zeit, in der man dich nicht mehr mit "junger Mann" anredet, kommt früh genug. Dann wirst du dich zurückseufzen nach dieser Altersdiskriminierung. ||

Da hast du recht. Aber sie sagte nicht "junger Mann", sondern "mein Junge". Wie ich es drehe und wende: Finde das genauso sexistisch, wie wenn ein Mann eine wesentlich jüngere Frau im Streitgespräch plötzlich mit "Mädel" anredet. Komplimente gehen anders.

Den Kerl auf dem Bild oben (er)kenne ich nicht. Wer ist das?

Liebe Grüße

Anchesa 07.02.2013 | 00:08

"...Muss da gerade an eine Krankenschwester aus'm Zivildienst denken. Die war mit einem erheblich jüngeren Kerl (Marke Rocker) zusammen. Laut Hörensagen nicht der Hellste und eher der stille Typ. Von einer Kollegin gefragt, worüber die beiden sich eigentlich so unterhalten, antwortete sie: "Der redet nicht. Der macht andere Sachen." Das sind so Situationen, in denen ich nie weiß, ob ich mitleidig oder neidisch sein soll...."

Das hängt von dem Pärchen ab... Aus eigener Erfahrung würd ich mal sagen, mehr neidisch als mitleidig ;-)

 

"...Danke für die ***** Vielleicht schicke ich sie der Moore. Da kann sie noch "deluxe" dahinter schreiben und ein Restaurant eröffnen :o)..."

Das kannst nich machen, denk doch mal an die armen Leute, die da hingehen, geblendet von ihrem Namen... :-D

Wolfram Heinrich 07.02.2013 | 13:46

@janto ban

Dazu vielleicht noch mehr Klatsch und Tratsch. Demi Moore hat über 'die Kunst, einen Mann zu halten' mal gesagt, dass eine Frau in der Küche eine Köchin, im Wohnzimmer eine Dame und im Schlafzimmer eine Hure sein muss.

 

Dir ist schon klar, daß im Deutschen "einen Mann halten" eine doppelte Bedeutung hat? Ich etwa bin bei der Gemeinde hier als Hundehalter registriert.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 07.02.2013 | 13:48

@Anchesa

"...Och, meine Erfahrung mit Frauen ist, daß die sich in aller Regel ihre Ausreden ganz gut selbst ausdenken können...."

 

Verrat doch hier nich alles Wolfram !

 

Ja mei, das sind halt die neuesten Ergebnisse der Frauenforschung.

Apropos Frauenforschung. Auf der Platte (ja, buchstäblich Platte, sie ist 1967 erschienen) "Im Wunderland Der Triebe - Der Tönende Sexreport" von Lützel Jeman (alias Robert Gernhardt), F.-K. Waechter und F. W. Bernstein ist ein Schulfunk-Beitrag über Meister Häublein zu hören.

Am Beginn der Neuzeit begibt sich Meister Häublein auf die Suche nach der legendären "erogensten aller erogenen Zonen" bei der Frau. Griechische Quellen berichten davon, inzwischen aber ist ihr Wissen verlorengegangen und die Lage dieser Zone ist so unbekannt wie die von Atlantis oder Ultima Thule. Nach vielen Jahren mühseliger Forschungsarbeit hat Meister Häublein diese Zone entdeckt. Da erreicht ihn die erschütternde Nachricht, daß der Italiener Carlo Vagina diese sagenhafte Zone entdeckt habe, sie liege zwischen den Beinen der Frau. So kommt es, daß diese Zone noch heute Vagina genannt wird und nicht Häublein.

 

Ciao

Wolfram

Stromberg 08.02.2013 | 11:43

Der Ausraster von Frau Sass war doch ein echtes Highlight der Sendung! Ausserdem hatte sie vollkommen recht, denn es war doch peinlich, wie der Ex-Djungelkönig mit albernen Ausflüchten nicht zugeben wollte, dass er wegen des Geldes da reinging und stattdessen was von "erhobenen Hauptes rausgehen" blökte. Auch sonst hat Frau Sass frisches Denken in die heuchlerische Sexismus-Debatte gebracht, indem sie die Frechheit der Jungjournalistin in den Mittelpunkt gerückt hatte, Brüderle aufgrund seines Alters zu diskriminieren und sich dann zu wundern, wenn er mit einem Spruch kontert. Mir hat die Sendung von allen TV-Brennpunkten zum Sexismus-Problem in D. am besten Gefallen, auch was Herr Mattusek gesagt hat war wohltuend, denn die Stern-Geschichte nach einem Jahr aufzukochen, war wahrlich ein "eiskalter Vorgang" und zeigt, wie verlogen und manipulierend die Presse ist.