Jakob Augstein
03.01.2013 | 13:01 131

Wie ein trotziges Kind

Peer Steinbrück Schon wieder hat der Kanzlerkandidat der SPD für Wirbel gesorgt. Es geht um Geld. Die Bezüge des Bundeskanzlers sollen erhöht werden, findet er

Wie ein trotziges Kind

Foto: Carsten Koall/ AFP/ Getty Images

Woody Allen hat einmal eine Geschichte erzählt. Ihr Held heißt Sandor Needleman. Er fällt im Konzerthaus eines Tages aus dem Ersten Rang in den Orchestergraben. Damit niemand denkt, dies sei ein Versehen gewesen, stürzt er sich von nun an regelmäßig in die Tiefe. Trotz heftiger Verletzungen.

Peer Steinbrück ist dieser Sandor Needleman. Immer wieder springt er in die Tiefen des medialen Orchesters, immer wieder zieht er sich schwere Blessuren zu. Warum hat Steinbrück der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt, dass Bundeskanzler zu wenig verdienen? Dass ihr Gehalt im Vergleich zu Leistung und Verantwortung zu niedrig sei? Was schwebt ihm da vor? Zweistellige Millionenbeträge? Was ist sein Maßstab? Die Banken und die DAX-Konzerne?

Eigentlich ein erwachsener Mann

Wenn Peer Steinbrück der Kandidat der SPD im Bundestagswahlkampf ist, dann ist er der einzige, der Angela Merkel ablösen kann. Es gibt keinen anderen. Wir können uns nicht den Luxus erlauben, Steinbrück zu ignorieren oder ihn zu verdammen. Wir müssen versuchen, ihn zu verstehen. Es kann sein, dass er seinen politischen Selbstmord auf Raten für einen Akt der Unabhängigkeit hält und dass er auf den Respekt des Wählers hofft. Wenn das so wäre, Steinbrück würde irren. Trotz ist nie ein Zeichen von Stärke.

Steinbrück ist ein erwachsener Mann. Aber er verhält sich wie ein trotziges Kind. Auch als Kandidat werde er sich nicht verbiegen lassen, hat er oft genug wiederholt. Und nun will er es beweisen, indem er sich nicht wie ein Kandidat verhält. Gibt es in der Parteizentrale niemanden, der ihm sagen kann, dass er den falschen Posten hat, wenn er narzisstische Volten schlagen will?

Bis hierhin hätte sich Angela Merkel keinen besseren Gegner als Steinbrück wünschen können. Der Kandidat ist so mit sich selbst beschäftigt, dass das Publikum jedem neuen Auftritt mit fasziniertem Voyeurismus beiwohnt. Was macht er als nächstes? In welchen Fettnapf wird er sich werfen? Die Umfragen haben schon festgestellt, dass die kluge Hannelore Kraft den Kandidaten an Beliebtheit überholt hat. Kraft hat von Merkel das Warten gelernt und das Schweigen.

Kommentare (131)

lebowski 03.01.2013 | 14:08

Der Bundeskanzler habe ein große Verantwortung wird als Begründung von ihm für höhere Bezüge angeführt.

Verantwortung haben und sie übernehmen sind in der Politik ja wohl zwei Paar Schuhe.  Für seine Politik als NRW-MP, die massiv zu Lasten der Allgemeinheit ging,  hatte Steinbrück zwar die Verantwortung aber übenommen hat er sie nicht. Erst der Wähler musste Steinhbrück dann 2005 zur Verantwortung ziehen. Und dass man CDU-Rüttgers Steinbrück vorzog, zeigt ja wohl eindrucksvoll, wie groß die Verzweifelung gewesen sein muss.

 

 

Baszlo 03.01.2013 | 15:13

Ginge es tatsächlich um Leistung und Verantwortung müsste jede Krankenschwester mehr verdienen als die Bundeskanzlerin. Der Dienst ist ungleich härter und etwaige Fehler müssen Krankenschwestern im Zweifelsfalle vor Gericht verantworten, im Gegensatz zu Politikern.

Das Politikerdasein ist dagegen wohl eher ein Nebenjob, wie Steinbrück ja eindrucksvoll beweist.

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 15:17

Erstaunlich für ein SPD-Mann ist, dass er das Kanzlergehalt für zu niedrig hält, aber nicht das Gehalt der Bänker für zu hoch! Das scheint ihm normal! Und als eventueller Kanzler will er doch auch Geld verdienen! Da ist ihm die SPD mit ihren eigentlichen Grundgedanken von mehr Gleichheit scheissegal.

Merkel legt erstaunlicherweise (für die CDU) wenig wert auf Geld - das macht sie fast Sympathisch. Aber sind 300.000,- im Jahr nicht eh' genug? Es wird immer unterschlagen, dass Abgeordnete ausser ihren Diäten noch 'ne Menge nebenbei dazu bekommen! Und sie fahren fast überall umsonst - welcher Bürger hätte das nicht auch gerne, schweigen wir mal von den "Dienstwagen"?

Forenwanderer 03.01.2013 | 15:27

Ich habe mal hier die Geschichte weiter gesponnen: http://guedesweiler.wordpress.com

@BASZLO Inzwischen kenne ich etliche Abgeordnete und auch Krankenschwestern. Gerade in kleinen Fraktionen ist der Arbeitsaufwand deutlich größer. Krankenschwestern- bzw. pfleger sind gemesen an ihrem Arbeitsaufwand fast alle unterbezahlt. Das könnte man auf beinahe alle Berufsgruppen ausdehnen. Dass aber ausgerechnet ein Steinbrück oder eine Merkel über Mindestlöhne usw. entscheiden sollen, obwohl sie selbst nie Existenznöte kennenlernen mussten, erscheint mir fatal.

Wolfgang Ksoll 03.01.2013 | 15:30

Das war natürlich ein ganz schwerer Fehler von Steinbrück, dass er vorher nicht bei Augstein nachgefragt hat, welche Themen er ansprechen darf. Ander könnten auf die Idee kommen, dass Steinbrück auch unpopuläre Themen anspricht, aber Opportunist Ausgstein rät ihm, nur whlgängige Grütze zu reden. Augstein selber flieht dem Thema.

Was wissen wir? Steinbrück hat als Abgeordneter auf den € genau seine Nebeneinküfte dargelegt. Das meiste Geld hat er in der Wirtschaft erabeitet.

Abgeordnete Merkel, die im Hauptberuf Abgeordnete ist, gibt nur an, das sie in ihrem Nebenberuf mit Stufe 3 vergütet wird. Wir wissen aber nicht wiviel es ist, da sich die Vergütung aus vielen Komponenten zusammensetzt:

- Abgeordnetengrundvergütung auf 50% wegen Nebentätigkeit als Kanzlerin herabgesetzt

-3.000 Euro steuerfreie Aufwandsentschädigung als Abgeordnete

- 1.000 € steuerfreie Aufwandentschädigung als Kanzlerin

- freie Wohnung

- Grundgehalt als Kanzlerin

- Chauffer und Dienstwagen

- geldwerte lesiitungen durch Luxusessen udn -trinken mit Ackermann bei dessen geburtstag im Knazleramt auf Steuerkosten

...

Nun mögen linke linke Gutmenschen meinen, dass das zu viel sei, was Merkel bekommt und ungefäöhr da leigt, was Steinbrück bekommt, was mit maximaler Empörung entrüstet begleiget wurde.
Man könnte aber auch andersherum, ob nicht dieser Niedriglohn der Grund ist für die kontinuerliche Midnerleistung Merkels:

- Energiewende istz im Arsch, Regierung Merkel schafft es nicht, Netze zu bauen für den RWE-Windstrom aus der Nordsse und legt den Bürgern Pönalen ohne Gegenleistung auf

- der sieglose Krieg einer sieglosen Bundeswehr wird immer noch fortgeführt, gegen jede Vernunft. Sinnlose Massaker wie in Kunduz mit Milliardenaufwand.

- nicht eine einzige Reform ist gelückt, aber die Plünderung der Bürger maximiert: Kürzungen bei Hart4., leistungslose Geldgeschenke an Hoteliers (1 Mrd € jedes Jahr)

Nun, was kostet Merkel den Steuerzahler nu? Keiner weiss es udn Augstein fordert, dass man das auch nicht wisssen darf. Deckel drauf. Bloss nicht dran rühren. Geld stinkt. Bloß kein Leistungsprinzip mit Augstein. Schlendrain der Niedriglöhner.


Es sieht so aus, als wenn Schwarzgeld das leistungslose Umverteilen zum Grundprinzip machen will, wärhend Steinbrück darauf hinweist, dass es in der Wirtschaft dieser Schlendrain nicht geduldet wird. Sparkassendirektoren in NRW verdeinen mehr, tragen aber auch mehr Verantwortung als die Minderleister mit Niedriglohn.

Augstein tut der Republik keinen guten Dienst, wenn der die Niedriglöhner und Minderlesiter presit, statt sich zu fragen "You get what you pay for?".

Die Minderleistung von Merkel wurde schon intelligenter verteidigt als von Augstein mit seine Suada gegen Steinbrück.

 

 

die Realistin 03.01.2013 | 15:30

Ich hätte da mal einen Vorschlag:

Lasst uns ALLE GESCHLOSSEN NICHT zur nächsten Wahl gehen!!!

Seinbrück ist geldgierig, taktlos und schamlos, Merkel ist eine Marionette der Banken und der Energiewirtschaft, die FDP ist generell unwählbar und die Grünen und Linken sind hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt.

Es wäre toll - ein ganzes Volk geht nicht zur Wahl...

Leider nur ein Traum, der mit dem deutschen Wahlvolk nicht zu realisieren ist.

KalleWirsch 03.01.2013 | 16:28

Der Ruf nach einen höheren Knzlergehalt und die Unterstellung eines Frauenbonus für Frau Merkel sind nicht nur medial dumm und wenig zuträglich für seine Kandidatur. Steinbrücks neuester Auswurf ist zudem unsozialdemokratisch. Das bemängelt seltsamerweise niemand. Vielleicht weil er damit ganz auf Parteilinie liegt. Vielleicht auch, weil sich niemand mehr für diese Wertewie Sozial und demokratisch interessiert. Die SPD 2013 hat einen neoliberalen unsozialen Kandidaten, der undemokratisch inthronisiert wurde. Wenn das nicht Zynismus des Schicksals ist.

 

blog1 03.01.2013 | 17:41

Steinbrück war ja bereits im Vorfeld wegen der Höhe seiner Vortragshonorare unter Druck. Dies konnte er durch eine offensive Strategie im Hinblick auf die Offenlegung seiner Honorare noch einmal ausräumen.

Im Grunde genommen hat Steinbrück in der Frage der Kanzlerbezüge Recht, wenn er sie als zu niedrig bezeichnet. Nur als Kanzlerkandidat darf er zu einer solchen Frage niemals Stellung beziehen. Ich weiß gar nicht, wer diesen Mann wahlkampftaktisch betreut. Oder er ist in Tat beratungsresistent. Die SPD-Basis wird irritiert den Kopf schütteln, die Opposition reibt sich genüsslich  die Hände und die Grünen werden sich fragen "Müssen wir denn alles alleine machen".

Die Bundestagswahlen sind m.E. gelaufen. Zu groß ist der Abstand zwischen der Union und der SPD. Es geht nur noch um die Frage, ob die SPD als Juniorpartner in Frage kommt oder ob die FDP den Sprung über die 5% schafft bzw. ob Schwarz/Gelb weiterregieren kann.  Merkel wird inständig darauf hoffen, dass sie die große Koalition wiederbeleben kann.  Den Rösler als Vizekanzler hat nun wirklich auch sie nicht verdient.

In diesem Bewusstsein agiert die SPD. Interessant war auch, wie die Nominierung Steinbrücks zustande kam. Die SPD steckt in einem Dilemma. Der linke Flügel ist praktisch nicht mehr existent. Es dominieren die Agenda 2010 Mitinitiatoren bzw. deren Nachfolger. Steinbrück ist der logische Kandidat, nicht weil er ideal wäre, sondern weil es keinen anderen gibt. Das ist bei der CDU mit Merkel ähnlich, nur sie regiert.

Für mich stellt sich auch die Frage, ob die Linke von der Schwäche der SPD profitieren kann. M.E. nein, weil auch dort gähnende Leere herrscht und die Linke weiterhin mit sich selbst beschäftigt ist.

Was nun Hannelore Kraft betrifft, ist sie mit Sicherheit die nächste SPD-Kanzlerkandidatin, wenn sie denn will. Jetzt bleibt ihr nur die Rolle der Beobachterin. Sich jetzt aus der Deckung zu wagen, hätte in der Tat Züge eines politischen Selbstmords.

koslowski 03.01.2013 | 18:09

Dieser Kandidat hat keine Chance - das liegt an seinem Autismus und am "medialen Orchester", das seine Dummheiten  mit Hingebung  verstärkt . Es wird wieder so sein, wie es vorher war: Wir behalten  eine bescheidene Kanzlerin , und der Kandidat wird bei Banken und Stadtwerken wieder seine Vortragstätigkeit aufnehmen (wenn auch zu deutlich schlechteren Konditionen).

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Ehemaliger Nutzer 03.01.2013 | 18:45

Kraft hat von Merkel das Warten gelernt und das Schweigen.

Vielleicht, und für die SPD zu hoffen, liegt hierin genau die wahre Strategie. Steinbrück wäre demnach der Blitzableiter und Prügelknabe, bis kurz vor der Wahl. Er könnte den ganzen Hass auf sich ziehen, den die Schröder SPD sich redlich verdient hat. Und kurz vor Toresschluß kommt dann die weiße Ritterin Hannelore Kraft und zeigt der Merkel was ne Harke ist.

Calvani 03.01.2013 | 19:04

Stellen wir uns doch für einen Moment vor, Steinbrück würde Kanzler werden und dann erst damit rausrücken… Also, Jakob, was wollen Sie denn nun? Dass Politiker sagen, was sie wollen oder sich permanent taktisch verhalten?

Ich hätte nichts dagegen, dass PolitikerInnen das Doppelte, Dreifache oder Zehnfache ihrer aktuellen Bezüge kassieren – solange sie einen guten Job machen. Ob mehr Geld allerdings ein Ansporn dafür wäre, sei einmal dahin gestellt.

Wenn Steinbrück Merkel ablösen könnte, hätte er es sicher schon längst getan. Aber er kann es nicht. Das können nur die WählerInnen.

Und mediale Berichterstattung ist, sowohl im Hinblick auf die Frage, ob berichtet wird, genauso wie auf die, wie berichtet wird, ebenso wenig alternativlos wie Politik.

rose 03.01.2013 | 19:09

"Ginge es tatsächlich um Leistung und Verantwortung müsste jede Krankenschwester mehr verdienen als die Bundeskanzlerin. Der Dienst ist ungleich härter und etwaige Fehler müssen Krankenschwestern im Zweifelsfalle vor Gericht verantworten, im Gegensatz zu Politikern." genauso.

dass ein sich "sozialdemokratisch" Gebender sich solcher stupiden Argumente bedient, ist das eigentlich Bemerkenswerte. Jeder Halbvernünftige weiss, dass es unter den Arbeitslosen viele gibt, die gleich fähig wie andere auch für 5000 Euro den Kanler machen würden, für 5278 Euro den Top-manager.

Martin Haase-Thomas 03.01.2013 | 19:19

Trotzig? Ich glaube, das trifft es nicht ganz. Mir kommt das eher ein wenig borderline-ig vor, als wäre da eine Portion Selbsthass beigemengt, als wollte sich da jemand zerstören, weil er das eigentlich nicht verdient zu haben meint, was er da anstrebt:"Na, mein Kleiner, wie heißt du denn?" - "Peer lass das."

Denn es besteht ja ein Unterschied zwischen dem klug reden Dürfen eines Vortragsreisenden und dem klug handeln Müssen eines Staatenlenkers. Es ist nur dumm, dass die Alternative Merkel heißt, die weder das eine noch das andere kann.

caipora 03.01.2013 | 19:23

Weil es immer wieder falsch wiedergegeben wird: Steinbrück hat nicht alle Einkünfte offengelegt. Er hat nur die Vortragshonorare, nicht aber die Einnahmen aus seinen Buchveröffentlichungen angegeben.

Abgesehen davon ist weniger die Menge denn der Ursprung der Zahlungen, der interessant wäre. Bei der Frage "Cui bono?" bezüglich vieler Gesetze läge dann die Antwort eher auf der Hand.

Angelia 03.01.2013 | 20:02

Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, aber wir werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch 2013 keine vernunftbegabte Regierung bekommen. Zum einen sind SPD-Wähler, jedenfalls hier in NRW, ein ziemlich empfindliches Häufchen. Hier kursiert immer noch der Spruch: „Wer hat euch verraten-Sozialdemokraten“. Von sich selbst besoffene Selbstdarsteller werden hier nicht gemocht. Aber noch weniger mag man es  für dumm verkauft (hier sagt man verarscht) zu werden. Zum anderen wird ein 64 Jahre alter Mann weder seine Persönlichkeit, noch seine innere Haltung mehr ändern können. Und hier schließt sich der Kreis.

Als Herr Steinbrück auf dem SPD Parteitag seine Bewerbungsrede hielt, dachte ich, ich höre nicht recht. Mal abgesehen von der klitzekleinen Kleinigkeit, dass eine selbstkritische Rückschau auf die desaströse Schröder-Politik und ihre tatsächlichen Folgen gar nicht vorkam, war diese Rede doch wohl ein pseudointellektuelles Werk der Rückbesinnung auf sozialdemokratische Wurzeln und Werte mit Erinnerungsfunktion zwecks sozialdemokratischer Selbstvergewisserung. Fast wäre auch ich mit Blick auf die Zukunft in eine hoffnungsfroh motivierte Aufbruchstimmung geraten und fast wäre mir richtig warm ums Herz geworden. Das sollte die etwas emotionsarme, holprig vorgetragene Rede ja wohl auch bezwecken;- bei den Delegierten, SPD-Mitgliedern, Wählern und potentiellen Wählern. Aber dann dachte ich spontan: diese Rede hat Herr Steinbrück doch niemals selbst verfasst, das sind doch gar nicht seine politischen Inhalte, geschweige denn seine Kompetenzen.

Und nun demonstriert Herr Steinbrück fast stündlich, dass er von seinem wie auch immer entstandenen Vortrag selbst nicht mal im Ansatz etwas verstanden, geschweige denn zutiefst verinnerlicht hat. Hätte er auch nur den Hauch einer Ahnung von der Idee der Sozialdemokratie und vor allem von seiner möglichen riesigen Verantwortung als Kanzler in heutigen Zeiten, kämen ihm vergleichsweise thematische Lapalien wie Kanzlergehälter gar nicht erst in den Sinn, geschweige denn über die Lippen.

Mit Tollpatschigkeit und Trotz hat Steinbrücks Verhalten m.E nichts zu tun, sondern eine Menge mit seiner inneren Haltung zu sich selbst und zu seinem Politikverständnis.

Btw. Als Schröder damals zur Wahl stand, sah ich ihn und seine Mimik per Zufall ohne Ton im TV und dachte spontan, was für ein substanzloser Selbstdarsteller. Darauf hin habe ich zum ersten Mal in meinem Leben nicht die SPD gewählt. Und tatsächlich, es hätte Schröder durchaus gereicht mit Brioni-Anzug, Krawatte und Zigarre durch die Gegend chauffiert zu werden, wäre da nicht von irgendeiner Seite Reform-Druck ausgeübt worden.

Und ich werde auch, offen gesagt, Herrn Steinbrück nicht wählen. Die Gegenwart bringt nun mal leider z.Z keine, wenn auch dringend notwendige politischen Geistesgrößen hervor. Bleibt zu hoffen, dass Herr Steinbrück in seinem Alter noch an seinen Aufgaben wachsen kann und vor allem wird. 

Ansonsten wäre das ein Desaster – für die SPD – für die Bürger unseres Landes und für Europa.

 

SusaBerlin 03.01.2013 | 20:17

Kann man das auf fast jede Berufsgruppe anwenden? Acht Stunden Dauerlauf, körperliche und geistige Höchstleistungen, immer mit einem Bein im Knast, unter Bedingungen, die an Sklaverei grenzen... Einspringen, wenn wieder einer zusammenbricht, keine geregelte Freizeit also, drei Schichten, an die sich der Körper nie gewöhnen wird, und last not least die psychische Belastung, die sich kaum einer vorstellen kann, der es nicht ein paar Monate durchgezogen hat. Ich glaube kaum, dass es eine Berufsgruppe gibt, die ähnlich hart arbeitet und dabei so auf Verachtung trifft in der Gesellschaft, wie die der Pfleger und Krankenschwestern. Wie sonst könnte man sich erklären, dass die Zustände offenbar alle kalt lassen?

TH 03.01.2013 | 20:46

Zunächst einmal ist Augstein in einem Punkt zuzustimmen (was ja auch psychologisch immer gut ist: zunächst einmal nach Gemeinsamkeiten zu suchen und diese zu nennen; das hilft, Widerstände ab- oder gar nicht erst aufzubauen): Wir können es uns in der Tat nicht erlauben, Steinbrück zu ignorieren.

Wie aber kann man Steinbrück verstehen, ohne ihn für das, was wir von ihm zu hören und zu lesen bekommen, zu verdammen?

http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/?p=7916

janto ban 03.01.2013 | 20:55

Hallo Herr Augstein,

dann bin ich jetzt aber verwirrt. Es gibt da diesen Kommentar (Jan Seidel, SWR, 1:46 kurz), den ich irgendwie richtig finde.

Zusammengefasst: Die FAZ stellt eine Frage - und Steinbrück antwortet.

Sollen denn die Fragen das Problem sein dürfen? Erlauben wir denen das?? Diesen Anderen, die Steinbrück am liebsten per Abstimmung von außen (!) selbst zum Kandidaten gekürt hätten - und die nun die gesamte SPD mithilfe eben dieses Mannes durch die Manege schleifen, auf dass auch 2013 wieder keine Gerechtigkeit gewählt werde? Das kann es doch nicht sein.

Wenn Steinbrück in Interviews die Wahl hat zwischen: antworten (schlechte Presse bekommen) und nicht antworten (seine Ruhe haben), dann hat die SPD ein größeres Problem als bislang angenommen. Und wenn sogar eher besonnenen, irgendwie linke Journalisten, die ganz offensichtlich bereit waren (und sind), Steinbrück eine Chance einzuräumen (Ein Loblied auf Steinbrück, ausnahmsweise), schreiben:

|| Was schwebt ihm da vor? Zweistellige Millionenbeträge? Was ist sein Maßstab? Die Banken und die DAX-Konzerne? ||

dann weiß ich gar nicht mehr weiter. Dann müsste er eigentlich sofort weg. Gibt es eine Alternative?

Über Beträge und Attribute wie viel, wenig, genug usw. könnte man lange streiten. Aber die Meinung, dass ein Kanzler-/Kanzlerinnengehalt - im direkten Vergleich (!) - zu knapp ausfällt, finde ich aus sozialdemokratischer Sicht vollkommen in Ordnung.

Dass die Managergehälter aus dem Ruder gelaufen sind, ist ja kein Geheimnis. Aber wie Jan Seidel in seinem Kommentar so schön sagt: Das war nicht die Frage! Die lautete anders.** Und Steinbrück hat sie beantwortet, wie der überwältigende Teil aller deutschen Politiker sie vermutlich beantwortet hätte. Oder: Kann man - als etwaiger Sozialdemokrat - überhaupt anders auf diese Frage antworten? Vielleicht ausladender und differenzierter, ja. Aber anders? Würde schwer. Was die Merkel all die Jahre mitgemacht hat, würde ich für alles Geld der Welt nicht tun wollen, ganz ehrlich.

Nun sehe ich schon die Kommentare: Ach, Janto, die löffelt doch nur ihr selbst eingebrautes Süppchen aus o.Ä. Klar, aber sie löffelt. Und für's Löffeln wird man bezahlt. Wenn ich morgen den Firmenwagen meiner Chefin zerlege, muss sie mir den Tag auch bezahlen. Habe ja schließlich gearbeitet für's Ergebnis :o)

Aber zum Thema zurück. Vielleicht wollte Steinbrück nur sagen, dass er auch findet, dass in der Wirtschaft zu viel und in der Politik offiziell zu wenig entlohnt wird. Was die Versuchung inoffizieller Entlohnungsmodelle erhöht. Das dürfte er wegen meiner ruhig sagen. Falls es das war, was er meinte.

Ich zitiere mich noch schnell selbst. Unter der Zwischenüberschrift "schlachtfest" schreibe ich in Der Kandidat der Anderen:

|| Doch Günther Jauch legt nochmal nach und formuliert: "Ist das speziell für einen SPD-Mann ein großes Problem, wo man unter Umständen doch unter Generalverdacht steht, wenn man schlichtweg vielleicht mehr Geld hat, als der Durchschnitt der Parteifreunde oder auch sozialdemokratischen Abgeordneten?"

Diese Fangfrage beantwortet Kanzlerkandidat Steinbrück mit den Worten: "Ich wünsche mir viele SPD-Leute, die viel Geld verdienen und deshalb auch hohe Steuern zahlen". Ein gefühlt 5-sekündiges Raunen tönt durch's Berliner Gasometer, gefolgt und begleitet von einem verschämten Appläuschen geschätzter 10 Händepaare. Dabei ist der Satz gar nicht so verkehrt, wenn man mal genau darüber nachdenkt. Aber wer denkt schon noch über die Sätze eines derart demontierten Mannes nach? Und wer wählt Parteien, die Kandidaten ins Rennen um die Kanzlerschaft der werten Bundesrepublik schicken, die derart gut zu demontieren sind? ||

Liebe Grüße

** || Verdient die Kanzlerin zu wenig?

Ein Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin verdient in Deutschland zu wenig - gemessen an der Leistung, die sie oder er erbringen muss und im Verhältnis zu anderen Tätigkeiten mit weit weniger Verantwortung und viel größerem Gehalt. || faz.net

lebowski 03.01.2013 | 21:28

@Wolfram Heinrich

Wer sind eigentlich diese ominösen Starken, die man nicht verprellen darf? Hat jemand mal einen Namen, damit ich mir so eine Figur vorstellen kann?

Ich meine, um psychische Stärke kann es sich nicht handeln, weil Susanne Klatten bestimmt keine Paletten tragen kann. Um psychische Stärke kann es sich auch nicht handeln, da ist jeder Hauptschullehrer besser ausgestattet. Bleibt noch die finanzielle Stärke. Aber die kann ja leicht durch Besteuerung geändert werden.

luggi 03.01.2013 | 21:46

"Kraft hat von Merkel das Warten gelernt und das Schweigen."

Na, mal wieder am nichtshergebenden kleinen Finger des Journalismusdingsmus gesaugt? Und dann kommt obiges heraus! Kraft lernt von Merkel. Von Merkel lernen heißt zweiter Verlierer lernen.

Und.

Merkel schweigt nicht ... oder wir schreiben von einer anderen Merkel. Soll ich mal auf die nichtssagenden Merkelergüsse verlinken?

Bitte. Vor einer öffentlichen Aussage ... einfach mal die Tante Logik befragen.

pam 04.01.2013 | 00:48
Der Herr will Beinfreiheit haben und er versteht darunter auch "politisch inkorrekte" Behauptungen aufzustellen. Ist ja in diesem Zusammenhang ganz nett, weil es für gute Bezahlung von guten Politikern gute Gründe gibt. Und Steinbrück hält sich für einen guten Politiker, womit das Problem dieses Herrn beginnt. Versteht er darunter, seine Vortragstantiemen zu begründen? Er könnte damit auch legitimieren, dass die Einkommensschere immer größer klafft und die von ihm und den anderen Neoliberalen der SPD mit zu verantwortenden Niedriglöhne sowie die Deregulierung der Banken zu immer größeren Einkommensunterschieden führen. Wer weiß? Jedenfalls möchte er die Vermögenden, die er zum Teil selbst geschaffen hat, nicht "verprellen" (s. Forumsbeitrag)! So frage ich mich, wohin führt uns dieser Charakter? Jedenfalls nicht zu einer Agenda, die SPD-Politik zum Inhalt hat. Seiner Leerformel von der "sozialen Gerechtigkeit" kann er jedenfalls so keinen Inhalt geben. Diesen Mann füllt nur sein großes Ego aus, für Anderes ist da kein Platz!
Constantin Rhon 04.01.2013 | 07:22

Das Thema ist nicht "Steinbrück" sondern "SPD", in Worten: Sozial Demokratische Partei Deutschlands. Haben die leitenden Genossen niemanden anderen gefunden, der die Aufgabe einer Kanzlerkandidatur übernehmen hätte können?

Alles war vor der Inthronisation des Ex-Finanzministers bekannt: Seine Starrköpfigkeit, seine Ignoranz, sein Hang zum ganz viel Geld  verdienen. Haben Gabriel & Co. etwa gedacht, dass sich der Peer einfach über Nacht ändern wird?

Mir tuen die vielen Mitglieder der einst stolzen Partei leid, die aufgrufen sind, sich ehrenamtlich - und nicht für 15.000 Euro pro Stunde - noch neun Monate im Wahlkampf abzurackern.

Aber vielleicht denken sie ja auch an den guten alten Müntefering und seine Losung: Schlagt die Trommeln und fürchtet Euch nicht!

- Glück auf!

Lethe 04.01.2013 | 10:07

Steinbrück ist der perfekte Mann für den Kampf um die 20 Prozent-Marke. Er verscheucht mit großer Effektivität auch noch die letzten Sympathisanten, und Wechselwähler werden sich fragen, warum sie nicht lieber gleich die neo- oder christliberalen Originale wählen, der Umweg SPD ist doch eigentlich überflüssig, um zu einer Politik zu kommen, die unter völliger Ignoranz gegenüber Bürgerbelangen nur noch um sich selbst kreist.

Nein, solange das Nichtwählen nicht als aktives Mandat zur Systemüberprüfung durch außerparlamentarische Kontrollgruppen aufgefasst wird, wird sich nichts Wesentliches mehr ändern in Deutschland. Solange wäre es sogar gleichgültig, wenn Steinbrück Kanzler würde.

mcmac 04.01.2013 | 10:29

Lieber Jakob Augtsein,

Sie benehmen sich aber auch ein wenig wie ein kleines Kind bezüglich Steinbrück. Die (immer wieder, wo sie auftaucht, seltsam anachronistisch wirkende) Theorie des Kleineren Übels, Ihre Art der "kritischen Begleitung" des SPD-Kanzelerkandidaten also hier und an anderer Stelle (weil Sie, was verständlich und vernünftig ist, unbedingt Merkel und ihre Politik weg haben wollen) lässt mich diesen Eindruck gewinnen. Sie erzeugen damit jedoch auch eine Atmosphäre, zu der das (Un)Wort "alternativlos" passen könnte..

Nein, den Luxuxs, Steinbrück und vor allem seinen etikettenschwindelnden Wahlkampfverein zu ignorieren, können *wir* uns tatsächlich nicht leisten: Man muss dieser Partei, die die Attribute "sozial" und "demokratisch" immer noch im Namen trägt und damit als Markenzeichen wirbt, sehr deutlich machen, in aller Öffentlichkeit (!), dass sie versucht, die Wählerinnen und Wähler zu täuschen, wenn sie einen unbelehrbaren Agenda2010-Mann zum Spitzenkandidaten macht, der "Beinfreiheit" einfordert und "sich nicht verbiegen" lassen will. Folgt man dem Demoskopendogma, dass Wahlen in der Mitte gewonnen werden, dann ist bereits jetzt klar, dass Steinbrück diese Wahl nie und nimmer gewinnen kann, da diese (amorphe, ziemlich *rechte*) Mitte längst besetzt ist. Dagegen kann man nur mit einer echten gesellschaftlich-inhaltlichen Alternative ankommen. Diese Art Realismus scheint mir angebrachter, als der Verweis darauf, dass *wir* halt im Moment keinen besseren als Steinbrück haben (mal abgesehen davon, dass mit einer Wahl Steinbrücks sich 1998 wiederholen könnte: Im Zuge und Windschatten und unter Ausnutzung einer Situation großer Hoffnungen ("change") setzt eine Rot-Grüne Regierung genau das politisch um, was einer Schwarz-Gelben Regierung nie und nimmer ohne größeren gesellschaftlichen Krawall (inkl. eigener Beschädigungen) gelungen wäre: Eine Agenda 2020.

MfG

mcmac

EnidanH 04.01.2013 | 19:23

Durch Nichtwählen profitieren die Etablierten...

 

... das sollten Sie und realistin schon wissen, bevor man es zu genialen Idee ausgibt. Es gibt nämlich im deutschen Wahlrecht keine Mindestgrenze, d.h. auch wenn nur 10% aller Bürger wählen gehen werden die Stimmen so verteilt, als wären 100% wählen gegangen.

Und jetzt raten Sie mal, wer davon profitiert?

Oder glauben Sie durch die Weigerung der Ausführung demokratischer Mittel irgendeinen da oben beeindrucken zu können? Nein, das Gegenteil ist der Fall.

Das selbe gilt für nichtgültige Wahlzettel, die werden nur in einer Statistik geführt.

Wirklich, angesichts dieser Aussagen möchte man den Deutschen zurufen: wenn euch das Studieren des Wahlzettels von oben bis unten zu anstrengend, wenn euch das Informieren über alle Bundesparteien zu viel Mühe ist und wenn ihr nur die Parteien kennt, die in den Medien verwurstet werden... dann habt ihr keine Demokratie verdient und kriegt an Politikern was ihr verdient. Meine Güte.

 

seriousguy47 04.01.2013 | 20:23

"Wenn Peer Steinbrück der Kandidat der SPD im Bundestagswahlkampf ist, dann ist er der einzige, der Angela Merkel ablösen kann. Es gibt keinen anderen. Wir können uns nicht den Luxus erlauben, Steinbrück zu ignorieren oder ihn zu verdammen."

Wie wärs damit:

Wir können ihn vielleicht nicht ignorieren. Er uns schon: "Beinfreiheit". Die SPD braucht ihn für eine Regierungsübernahme. Er braucht die SPD lediglich, um seine Visitenkarte nicht ändern zu müssen. Das kann man seinem Versprechen entnehmen, auf keinen Fall in ein Kabinett Merkel zu gehen. Der braucht keine Macht mehr. Er nimmt sie, wenn man sie ihm anbietet.

Der Mann ist im Rentenalter. Und er hat mehr  erreicht, als man als Politiker und Nicht-Millionär üblicherweise erreichen kann: er hat die Millionengrenze überschritten plus einer sicheren, hohen Pension. Und einem sicheren, hohen Renomee bei denen, die das Geld für ihn ausgeben. Kanzler ist für ihn ein Job, den er fürs zusätzliche Renomee noch mitnehmen kann. Finanziell stellt er sich eher schlechter, denn die Vortragshonorare fallen einstweilen weg.  Und wenn er als Kandidat scheitert, ist nicht sicher, ob er das Honorar-Niveau halten kann. So kann man seine jüngsten Äußerungen interpretieren.

Es braucht also weder Trotz, noch einen Zwang zum Verlieren oder Anecken. Der Mann handelt weder als Loser noch als Trotzkopf. Er erlaubt sich den Luxus, souverän zu sein, zu sagen, was er denkt. Ohne Tricks, ohne Täuschuingsmanöver, mit denen andere Wähler ködern. Hat er nicht nötig. Er kann sagen: Friß (mich als Kapitalist) oder stirb (mit Merkelsoße).

Es sieht so aus, als ob sich da einer von Machtrausch und Politik-Abhängigkeit frei gehalten/ gemacht hat und sich bloß als Super-Angebot an die Wähler betrachtet. Vielleicht sollte man das einfach Souveränität und/ oder Selbstbewußtsein nennen. Unabhängig davon, ob man ihm politisch zustimmt oder nicht.

Wir können in einer solchen Konstellation wünschen. Aber er muss sich dem nicht unterwerfen. Dumm für uns. Denn als Alternativen bleiben uns dann  nur Macht-Junkies und solche, die für die Zuwendungen von Lobbyisten mehr anbieten müssen als Vorträge.

Denn, mal ehrlich, darauf, dass der Rest uns von den Medien madig gemacht wird, ist Verlass wie auf das Amen in der Kirche - die im Übrigen sicher ebenfalls ihr Schärflein dazu beitragen wird. Stichwort: Ypsilanti.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 20:40

@JA.

"(...)Peer Steinbrück ist dieser Sandor Needleman. Immer wieder springt er in die Tiefen des medialen Orchesters, immer wieder zieht er sich schwere Blessuren zu."

wenn es mal so wäre, das mit den sich selbst zugefügten blessuren;

keine 'sau' braucht einen zweiten 'g-punkt' schröder, um die lust an der sozialdemokratie zu entdecken, bzw. deren un(?)möglichkeit vollends unter 'beweis' zu stellen ..., wenn selbst ein seehofer lächelnd in die kamera sagt: "die spd  findet einen kanzler-kandidaten steinbrück gut ... - WIR auch ...", na dann ... - naja und so weiter.

- der max

fahrwax 05.01.2013 | 00:48

Durch Nichtwählen profitieren die Etablierten...

Die profitieren, dank der "alternativlosen" Ausgestaltung der Handlungsspielräume, prinzipiell unabhängig von der farblichen Beschaffenheit der letztlich gewählten Horde.

Beim Glücksspiel gewinnt die Bank immer.

Kaum hat der Wähler sein Kreutz abgegeben, schon wird es ihm auf den Rücken gedübelt und er kann zuschauen wie er nach Golgatha kommt. Ist er dann an das Kreuz genagelt, kommt auch schon der erfrischende Schwamm mit dem Essig.

Das Steinbrück für dieses Schauprogramm seine Silberlinge schon erhalten hat ist unbestritten. Er und Angela Herodes sind eben demokratische Mannschaftsspieler.

hunter 05.01.2013 | 01:13

Ich kann mir nicht helfen, aber der Mann scheint mir einfach nicht besonders helle zu sein.

Zuletzt las ich, dass er in der Unter- und Mittelstufe je eine Sonderrunde drehte und dann auf eine "leichtere" Schule wechselte.

Könnte es sein, dass uns die Medien da einen rechten Dummkopf hochgejazzten, während sich die Wirtschaft krumm und buckelig gelacht hat - so dumpfbeutelig hat ja noch keiner den Job für sie gemacht!

Seltsam nur, dass der Merkel-Truppe auf den Vorschlag nicht die  naheliegendste Antwort eingefallen ist. Gut, dann mach ich das mal: 

"Die Frau Bundeskanzlerin Merkel bedankt sich beim Kandidaten der SPD dafür, dass er Ihr Arbeit so wertschätzt, dass er sich für eine Gehaltserhöhung einsetzt - und das zu Wahlkampfzeiten! Doch sie lässt ausrichten, dass sie mit den 300 000 schon über die Runden kommt. Herzlicht, das Wahlkampfteam.

P.S. Vielleicht überlegt es sich Herr Steinbrück noch einmal mit seiner Bewerbung, wenn er erfährt, dass er als Bundeskanzler keine bezahlten Vorträge halten darf. Auf diesen Hinweis können wir allerdings auch verzichten, weil der Herr Steinbrück den Job sowieso nicht bekommt." 

So könnte z.B. eine Antwort lauten, die den Scherzkandidaten der SPD alt aussehen lässt. Wie gut, dass CDU-Leute keinen FREITAG lesen!

 

 

 

 

-

gelse 05.01.2013 | 04:17

>>Die Umfragen haben schon festgestellt, dass die kluge Hannelore Kraft den Kandidaten an Beliebtheit überholt hat.<<

Das heisst: Hannelore Kraft könnte eventuell so viele Wählerstimmen an Land ziehen, dass es für eine Neuauflage der SPD/GRÜN-Regierung von 1998-2005 reicht. Nicht wenige SPD-Funktionäre sehnen sich nach diesen goldenen Jahren zurück.

gelse 05.01.2013 | 04:19

>>Dass aber ausgerechnet ein Steinbrück oder eine Merkel über Mindestlöhne usw. entscheiden sollen, obwohl sie selbst nie Existenznöte kennenlernen mussten, erscheint mir fatal.<<

Ihre Parteien werden von genügend Wählern unterstützt, sodass sie in wechselnden Koalitionen regieren können. Steinbrück war schon mal Minister einer CDU/CSU/SPD-Regierung und das wird er voraussichtlich wieder werden.

Wähler und Nichtwähler wollen es nun mal nicht anders.

gelse 05.01.2013 | 04:22

Blog1
>>Für mich stellt sich auch die Frage, ob die Linke von der Schwäche der SPD profitieren kann. M.E. nein, weil auch dort gähnende Leere herrscht und die Linke weiterhin mit sich selbst beschäftigt ist.<<
Wir könnten sie zum Jagen tragen. Das Ergebnis könnte allerdings das Weltbild des Durchschnittsdeutschen heftig stören: Es gäbe eine stärkere Opposition. Dann doch lieber weiter bisher mit sinkender Wahlbeteiligung.

gelse 05.01.2013 | 04:35

>>Ich hätte nichts dagegen, dass PolitikerInnen das Doppelte, Dreifache oder Zehnfache ihrer aktuellen Bezüge kassieren – solange sie einen guten Job machen. Ob mehr Geld allerdings ein Ansporn dafür wäre, sei einmal dahin gestellt.<<

Allerdings. Wähler mies zu behandeln bleibt für die Handelnden folgenlos. Sogar der beitragsfreie Pensionsanspruch wird dadurch nicht gemindert.
Die oben erwähnten mies bezahlten Krankenschwestern machen mehrheitlich einen besseren Job, weil sie unter anderen Bedingungen arbeiten.

Einen Effekt hätte eine drastische Erhöhung der Politikergehälter mit Sicherheit: Der Lobbyismus würde teurer. Ich kann mir vorstellen, dass Steinbrück einfach ausspricht was viele seiner Kollegen denken: Orientierung am grossen Vorbild USA.

gelse 05.01.2013 | 04:39

>>Jeder Halbvernünftige weiss, dass es unter den Arbeitslosen viele gibt, die gleich fähig wie andere auch für 5000 Euro den Kanler machen würden, für 5278 Euro den Top-manager.<<

Würden.  Aber wer eigene Erfahrung mit Arbeitslosigkeit hat ist weder für den Job als Politiker noch als Manager geeignet. Man stelle sich nur mal vor, die Mehrheit der Abgeordneten nach der Wahl von 1998 wäre zuvor arbeitslos gewesen. Hätten sie dann die Hartzgesetze abgenickt?

gelse 05.01.2013 | 04:41

>>Diese Fangfrage beantwortet Kanzlerkandidat Steinbrück mit den Worten: "Ich wünsche mir viele SPD-Leute, die viel Geld verdienen und deshalb auch hohe Steuern zahlen".<<

Fein. Dann sollten jetzt alle Niedriglöhner SPD-Mitglied werden und die Einkommensfrage erledigt sich von selbst?

 

>>"Nicht verprellen" heißt nicht den Hintern küssen.<<

Die SPD hat von 1998 bis 2009 in zwei verschiedenen Koalitionen regiert. Deswegen müssen wir nicht spekulieren, wie es gemeint sein könnte.

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 09:30

Lieber Herr Augstein,

 

Ihr Artikel über Peer Steinbrück hat mich schockiert. Schockiert hat mich dabei nicht, was Sie über Herrn Steinbrück geschrieben haben, sondern daß Sie diesen Artikel geschrieben haben, und zwar jetzt.

Am 29. Dezember 2012 hat Sie das Simon-Wiesenthal-Center auf Platz 9 der Antisemiten-Liste gesetzt. Noch am selben Tag haben Sie auf Ihrer Facebookseite folgende Stellungnahme abgegeben:

Das SWC (Simon-Wiesenthal-Center, W. H.) ist eine wichtige, international anerkannte Einrichtung. Fuer die Auseinandersetzung mit dem und den Kampf gegen den Antisemitismus hat das SWC meinen ganzen Respekt. Um so betrueblicher ist es, wenn dieser Kampf geschwaecht wird. Das ist zwangslaeufig der Fall, wenn kritischer Journalismus als rassistisch oder antisemitisch diffamiert wird.

Dagegen ist als erste Stellungnahme nicht viel zu sagen. Aber - das ist zu kurz und viel zu wenig substantiell.

Als ich zu Jahresbeginn von Ihrer Einstufung als Antisemit erfahren habe (ich bin kein konsequenter Nachrichtenverfolger mehr), habe ich stündlich auf eine Entgegnung von Ihnen gewartet, sei es im FREITAG, sei es im SPIEGEL, sei es in einem Fernsehbeitrag/-interview. Ich habe erwartet (und gehofft), daß dieses Thema für Sie jetzt absolute Priorität in Ihrer Tätigkeit als Publizist haben würde, denn wüster und vernichtender kann man in Deutschland als Publizist kaum angegriffen werden.

Ich habe versucht, mich in Ihre Situation zu versetzen: Wenn ich so angegriffen worden wäre, wie Sie es wurden, ich wäre in Heiligem Zorne entflammt. Ich hätte alle Mittel, die mir die Deutsche Sprache zur Verfügung stellt, ergriffen, mich gegen diese infame Unterstellung zur Wehr zu setzen.

Als eine Entgegnung von Ihnen nicht und nicht kam, habe ich mich noch nicht mal sonderlich gewundert. Ich kenne das Problem. Auf einer sehr, sehr viel niedrigeren Ebene der Publizität werde auch ich in der FREITAGs-Community gelegentlich sehr heftig angegriffen, oft sachlich, manchmal auch persönlich. Da sitze ich dann und denke "Na, warte, Bürschchen/Mädchen! Das gibt eine saftige Antwort." Ich finde aber keinen Zugang zu der Argumentation, ich weiß nicht, wo und wie ich ansetzen muß, den Vorwurf auszuhebeln. Ein, zwei, drei Tage lang lese oder überfliege ich den Text, auf den ich antworten will, antworten muß, und finde keinen Weg. Irgendwann macht's dann "zonk" und die Sache flutscht.

Wie gesagt, es hatte mich also nicht gewundert, daß einige Tage lang keine Reaktion von Ihrer Seite kam, vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich wie mir.

Nun aber schreiben Sie einen Artikel über Peer Steinbrück, noch ehe Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben. Ihr Hemd brennt, Ihr Ruf steht auf dem Spiel und Sie überlassen es anderen, Sie zu verteidigen. Sie beschäftigen sich lieber mit einem Menschen, der ohnehin nicht mehr lange Kanzlerkandidat sein wird, weil er sich in Kürze selbst in die Einzelteile zerlegt haben wird.

Wehren Sie sich!

 

Viele Grüße

Wolfram Heinrich

janto ban 05.01.2013 | 10:03

Was du anmerkst, ist ja beides richtig. Ich hatte aber lediglich Steinbrücks Worte analysiert.

Parteien handeln im besten Fall im Interesse ihrer Mitglieder. Unter Schröder hat die SPD damit gebrochen. Ich bin selbst Niedriglöhner. Mich haben sie verprellt, als ich aus purem Dickkopf Mitglied werden wollte. Kurz bevor Kurt Beck als Vorsitzender weggemobbt wurde. Da habe ich es dann sein lassen.

Augstein schreibt dazu:

| Es war eine Rede voll überzeugender Worte, die er neulich bei seiner Nominierung zum Kandidaten gehalten hat. Bei diesen Worten sollte man ihn nehmen - und dann gut festhalten. | link

gelse 05.01.2013 | 13:00

>>Mich haben sie verprellt, als ich aus purem Dickkopf Mitglied werden wollte.<<

Ich war mal Mitglied, von 1969 bis 1972.
Den ersten Knatsch mit den alten Genosken gab es 1970: Der damalige Schatzmeister Alfred Nau Bettelbriefe verschickte an alle Vorstände grosser Konzerne und den BDI. Zusammen mit anderen Jusos protestierte ich dagegen.

Vor einer Metall-Tarifverhandlung schlug der KABD vor, mal keine Prozentforderung aufzustellen, sondern einheitlich 200 DM für Alle, damit die Schere zwischen den unteren und oberen Tarifgruppen nicht immer weiter auseinanderklaffe. Das hielt ich für richtig und sehr notwendig und half mit beim Verteilen des entsprechenden Flugblattes. Damit kollidierte ich mit dem „Unvereinbarkeitsbeschluss“, war aber nicht bereit, Reue zu zeigen, sondern warf mein Parteibuch hin. Dann stellte ich fest, dass Gewerkschaftsarbeit ohnehin besser geht, wenn man nicht die SPD im Genick sitzen hat.
Damals sind noch mehr Leute aus der SPD ausgetreten, einige schlossen sich später den Grünen an und waren noch später an der Gründung der WASG beteiligt. Wer heute noch meint, die SPD sei „irgendwie“ die Interessenvertetung nichtbesitzender Arbeitskraftverkäufer, lebt im 19. Jahrhundert. Wie ich damals bevor ich von den Illusionen geheilt wurde.

Schon die Gründung der KPD durch ehemalige SPD-Mitglieder hatte sehr konkrete Gründe, und die sind seitdem nicht weniger, sondern mehr geworden.

seriousguy47 05.01.2013 | 14:07

janto ban 05.01.2013 | 10:23 @Wolfram Heinrich

"| ich wäre in Heiligem Zorne entflammt |

Ich auch."

Ach ja? Augstein ja vielleicht auch. Vielleicht fiel er auch einfach in Schockstarre. ....Vermutlich hat er es aber mit Vertauten besprochen. Also da, wo so etwas hingehört. Jedenfalls hat er sich aus der lauernden Öffentlichkeit herausgehalten und sich klug in knapper, distanzierter und gen Los Angeles flötender Weise  geäußert.

Das kann man so lesen: der, über den ihr hier herfallt, bin nicht ich.

Hätte er öffentlich gegen-gewütet, wäre die Botschaft gewesen: ich wehre mich, also fühle ich mich gemeint. Ein Punkt für Broder und eine Unterwerfung unter dessen Spielregeln. Und unter die Spielregeln der bereits hechelnden Internet-Jagdgesellschaft.

Wie die Jagd dann  ausgesehen haben könnte, dafür liefert die jetzt ohne Augstein laufende Bloggerei zum Thema allenfalls eine harmlose Anschauung.

Und in so einem virtuellen Verbal-Krieg rutscht einem dann schon auch mal was raus, was gut in das Spiel der Anderen und ihrer Erwartungen passt. Oder man tappt in irgendeine Falle.... Punkt 2 für Broder.

Wer einem bis dahin wohlgesonnen oder unentschieden war, rutscht nun womöglich ins Broder-Lager. Punkt 3 für Broder....usw. usw. usw.....

Dieses Spiel nicht mitzumachen, ist auch nicht ohne Risiko. Augstein verzichtet nämlich darauf, auf die Debatte einzuwirken. Vor allem: sie in seinem Sinne zu füttern. Das zeugt von Arroganz oder innerer Stärke. Könnte einem Vertrauen daingehend geschuldet, dass die Öffentlichkeit in seinem Fall schon selbst wisse, wie die Dinge wirklich aussehen.

Auch das kann allerdings dazu führen, dass die Jagd auf/ gegen  ihn eskaliert. Aber auch das hat dann nichts mit dem zu tun, was er ist und/ oder sagt. Es war dann eine virtuelle Schlacht, die ihn lediglich als Projektionsfläche benutzt hat.

Auch das kann ihn beruflich, finanztiell und menschlich beschädigen. Aber die menschliche Basis für einen zweiten Versuch ist besser. Und bislang sieht es ja so aus, als ob er richtig entschieden hätte. Und vor allem weiß er jetzt, wie seine Position/ sein Status in seiner "Szene" wirklich ist. Und: Auch wahre Freunde erkennt man bekanntlich in der Not. Und schließlich: die FC scheint sich auch in dieser Hinsicht als kluge Investition zu erweisen...;)

Wenn es so bleibt: Punkt und Sieg für Augstein. Weil er fähig war, einen Schritt zurückzutreten und einen beginnenden Shitstorm auszuhalten, an statt vorschnell zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen.

 

 

seriousguy47 05.01.2013 | 14:25

"Entflammter, heiliger Zorn ist - akademisch betrachtet - nicht unbedingt sexy."

Ich selbst zürne gerne. Deshalb kenne ich auch die Erfahrung, dass man dann beim "Bildungsbürger" schon verloren hat. Da zählt der Ton, nicht der Inhalt. Leider. Führt nämlich zu all der Verlogenheit und intellektueller Fallenstellerei, die dann auch noch als besonders klug beklatscht wird......Womit vielleicht auch der Steinbrück ein Problem hat, während Heiner Geißler einstmals Kohls Meister der gespaltenen Zunge war....?

janto ban 05.01.2013 | 14:40

| Ich selbst zürne gerne. Deshalb kenne ich auch die Erfahrung, dass man dann beim "Bildungsbürger" schon verloren hat. Da zählt der Ton, nicht der Inhalt. Leider. Führt nämlich zu all der Verlogenheit und intellektueller Fallenstellerei, die dann auch noch als besonders klug beklatscht wird |

Meine Mutter hat - wenn ich mich als Kind vor anderen Leuten daneben benommen habe - immer ganz entsetzt gesagt: Janto, du weißt doch, wie man sich benimmt. Dann tu es doch auch mal! Das Problem, mich nicht benehmen zu wollen, obwohl ich es könnte, verfolgt meine Familie und mich bis heute :o)

H.Hesse 05.01.2013 | 16:02

@Wolfram Heinrich

Ja, eine ausführlichere Reaktion von Jakob Augstein wünsche ich mir auch. Es ist gut, dass immerhin manche Medien kritisch auf das US-Ranking reagiert haben (sehr gut die "Zeit" in der aktuellen Ausgabe), aber Augstein sollte sich auch schärfer wehren. Wäre ich betroffen, müsste ich wohl schon allein um meine Wut abzuführen und für mein Seelenheil deutliche öffentliche Worte finden.

oi2503 06.01.2013 | 08:01

Ja, das mache ich auch oft so. Und habe nur selten "Erfolg" damit. Gegenhalten hilft MIR dennoch. Für die eigene Psychohygiene und den aufrechten Gang. Vielleicht ist Herr Augstein der jüngere ja schlauer und verfährt nach dem Motto: Tue nichts und lasse ander gut für dich reden? Zieht dafür im Hintergrund die eine oder andere Strippe, telefoniert, trifft sich zum Essen ... und schreibt nebenbei ABSICHTLICH über etwas ganz anderes.

Zurück zu Steinbrück. Nun wurde hier im Thread ja schon verschiedentlich darüber gemutmasst, ob der Mann intelligent sei. Also Steinbrück, nicht Augstein. Das vermag ich nicht zu beurteilen, halte es auch für unwichtig, denn er ist auf alle Fälle Stratege und Taktiker genug (sich in einer Partei durchzusetzen und Ministerpräsident und Kanzlerkandidat zu werden). Vergessen werden sollte dabei nicht wie er sozusagen von Null ("einfacher" Abgeordneter) auf 100 mittels Helfern und PR gebracht hat. Und da soll er nicht gewieft genug sein zu erkennen, dass die Forderung nach einem höheren Gehalt für die Bundeskanzlerin/den Bundeskanzler vor dem Hintergrund seiner Vortragseinnahmen sich verheerend auf seine Wahlchancen auswirken wird? ===> Der Mann will gar nicht. Er will nicht Kanzler und er will auch nicht Regierung. Und dass die SPD ihm am Allerwertesten vorbei geht, darf wohl als gesichertes Wissen gelten. Das ist Fremddiagnose und Spekukatius, ich weiß, und dennoch die einzige Erklärung, die mir bleibt (ich gehe davon aus, dass er das Interview vor Veröffentlichung freigegeben hat).

gelse 06.01.2013 | 08:59

Eine Strategie steckt sicher dahinter, denn gerade vor Wahlen agieren Parteivorstände nicht ins Blaue hinein. Stellen wir uns also mal vor: Steinbrück zieht Ende Februar seine Kandidatur zurück, nachdem er alle Kritik auf seine Person fokussiert hat. Dann präsentiert die SPD einen neuen Kandidaten. Wer das ist spielt keine Rolle, denn Steinbrück als Alleinschwein hat ja alle Kritik in sein komfortables Pensionärsleben mitgenommen. Es stehen nur noch die "Guten" zur Wahl.
Könnte so laufen, oder?

tlacuache 06.01.2013 | 09:36

Du machst den Steinbrück auch noch schlauer als er ist, klar will er, Sparkassenverband war ihm zu klein, er wollte die "Grosse Nummer", stell dir mal die Beratervertraege nach der Kanzlerschaft vor, sozusagen die Rechnung abholen nach dem man Verträge als Kanzler durchgewunken hat.

Der "Berater" hatte das Interview durchgewunken und es hinterher auf seine Kappe genommen, schöne Profis hat man um sich gesellt, man fragt sich, wie dilletantisch der Steinbrück als Kanzler agieren wuerde, davon sind wir ja jetzt zu 99% geheilt, noch mal 4 Jahre "Weiterangeln" im frohen Deutschland, Wei o Wei...

Nebenbei OI, frohes neues...

rose 06.01.2013 | 11:22

"krytisch" als Wort hoch Gebildeter scheint Einzug zu halten, ohne rücksicht auf sprachliche Klarheit.

Nun, als Autor warst du, den ich mit "dein" meinte, gemeint.

Nein, meschugge bist du nicht geworden, ich habe die Kreis um den Guru Augstein nicht wahrgenommen. So wie in einer Versammlung um den Hölländer es die Dame überkam und sie aufschreien liess "Geert, wir lieben dich", geht es dir mit unserem Jakob. Ich verstehe, dass du deine Gefühle für den Meister - es wird ihn beglücken, zum Religionsstifter geworden zu sein - schwer zurückhalten kannst. Auf unser aller Hilfe ist er angewiesen: Jakob, das darfst du dir nicht gefallen lassen, auch wenn es dir selbst wurscht sein mag. Dieser Broder, naa, do fajts schoo wajt. Weisst wos, Jakob, do werrn wa mo a gschajtn Fockelzuag fia di organizirrn, der Broder wird Augn mocha, der Lackl, der gscherta. So oder ähnlich. Die etwas andere Zeitung, das mit- dem -Herausgeber- Wohlfühlblatt.

 

Wolfram Heinrich 06.01.2013 | 14:07

@rose

"krytisch" als Wort hoch Gebildeter scheint Einzug zu halten, ohne rücksicht auf sprachliche Klarheit.

 

Na ja, was heißt "ohne sprachliche Klarheit"? Mir scheint das Wort "kryptisch" eigentlich ganz wohldefiniert. Gut, nicht jeder kennt auf Anhieb dieses Wort, aber jeder zweite Narr weiß, wie man im Internet googelt und sich so die Bedeutung bislang unbekannter Wörter erschließt.

 

Nein, meschugge bist du nicht geworden

 

Sag ich doch, ich war das immer schon.

 

ich habe die Kreis(e, W. H.) um den Guru Augstein nicht wahrgenommen.

 

Ich auch nicht.

http://www.heartflute.ch/_Media/maharishi_mahesh_yogi.jpeg  

(Jakob Augstein als junger Mann. Kurz nach dieser Aufnahme wurde der Rasierapparat erfunden. So sieht Augstein heute aus:

http://www.fr-online.de/image/view/2013/0/2/21375912,17226388,medRes,h,176,w,234,1482D800CE19B3F1.jpg 

Halt, das ist das falsche Bild.

http://www.tagesspiegel.de/images/13558062_augstein_dpa/7574592/3-format43.jpg 

Sodala, jetzt stimmt's.

 

So wie in einer Versammlung um den Hölländer...

 

Ach, die Hölländer. Hier hat ein gewisser Hieronymus Bosch seine Landsleute dargestellt:

http://www.klosterkirche.de/rituale/halloween/img/bosch.jpg 

 

Ciao

Wolfram

rose 06.01.2013 | 15:40

Ich freue mich, dass du meinen Beobachtungen über den Jakob-Freundes-Fan-Kreis zustimmst. Ich hatte auch eine Korrektur des Bayerischen erwartet, statt die Blossstellung meiner Schreibschwächen.

"kryptisch" ist bereits in den Anwaltskanzleien angekommen.

Danke für die Buidl.

Vor vielen Jahren habe ich am Friedrichsgymnasium zu Kassel das Graecum mit summa cum laude absolviert. Nicht einmal das wertekonservative Bildungsbürgertum  - es ist und war immer sehr ungebildet - bewundert mich deswegen, du hingegen scheinst mir da eine Ausnahme, weswegen ich mich dir gegenüber "geoutet" habe.

oi2503 06.01.2013 | 18:25

Allerliebste Beutelratte weltweit,

also ich mach den Peer S. bestimmt nicht schlauer. Leider. Ach, was könnten wir erreichen, wir zwei, wenn wir die jeweiligen Kandidaten beraten dürften ....

Beraterverträge, ökonomisches Kalkül. Ja, klar swingt das auch bei mir in meinen Überlegungen mit. 15 Riesen für einen Vortrag ist doch Kreisklasse. Und 300 davon pro Jahr für einen Full-time-job ohne Nebentätogkeiten ist ein Abstieg. Die fette Kohle nach Kanzlerschaft, wie unwahrscheinlich sie auch immer ist, die K-schaft? Der Mann ist jetzt 64, sollte er tatsächlich Kanzler werden roundabout 70. N bisschen spät für Gazprom oder Kirch (Kohl). Die Banken hat Angie dann schon. Nee, der hat gemerkt, dass er Geld verliert. Und nun will er nicht mehr. Wahrscheinlich wollte er nie. Dass er die SPD gedemütigt hat, reicht ihm. Und überall erzählen zu können, dass ein "unangepasster" "Geist" eben nicht in Politik passt und damit auch seine Selbstdarstellung nach vorne zu treiben.

Ich wünsche dir auch ein voll fettes, ein gutes neues Jahr. Schlechter - gesellschaftlich und politisch gesehen - kanns eigentlich kaum werden, oder? Hasta la victoria siempre. Oder so.

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Ehemaliger Nutzer 06.01.2013 | 22:08

Wenn Steinbrück clever ist, dann geht er mit Grönemeyer als Wahlkampfhelfer in den Clinch mit Merkel und bringt der SPD auf dem Dancefloor bei, wie man sich zu "Kinder an die Macht" zu bewegen hat.
Leider ist es so, daß die Sozialdemokratie hierzulande nach Schröder elendiglich versackt ist in ihrer verkrampften Kandidatenkür.
Wer soll denn den Schröder-Arsch nach der Agenda2010 noch toppen? Mit etwas Glück gibt Steinbrück in einer großen Koalition, die FDP gibt sich ja alle Mühe mit Rösler, den Vizekanzler und die Grünen gucken bundesweit mal wieder in die Röhre.

die vorgezogene Beerdigung des SPD-Kanzlerkandidaten durch Augstein ist daher nur ein Krezidenritual - überraschend nun wirklich nicht.

Lilien 06.01.2013 | 23:32

Guter Artikel Herr Augstein,

in Teilen stimme ich Ihnen zu. Herr Steinbrück ist nun mal ein bockig und über weite Strecken laut. Ich kann damit gut umgehen. Das ist transparent und  ich weiß wo ich bei ihm dran bin.

Die Frage nach dem Kanzlergehalt wird meiner Meinung völlig falsch interpretiert. Mein Gott, ja, man kann es immer besser machen.

Irgendwann wird in der Springerpresse auch noch zu lesen sein, dass er die falsche Krawatte trägt, seine Kinder vielleicht keine Masern hatten. 

Ach ja, frauentauglich soll er auch nicht sein.Was is das denn bitte?

Ist Frau Dr. Merkel männertauglich?

Lassen Sie mich bitte kurz erzählen.

Ich fragte viele Frauen, warum sie Merkel wählen. Die Antworten sind erschütternd.

1) Frau Merkels Figur ist meiner sehr ähnlich, darum wähle ich sie

2) dass Frau Merkel ihre Fingernägel abknabbert, macht sie menschlich

3) Die CDU ist zwar nicht meine Partei, jedoch Hauptsache eine Frau

4) Sie spricht so niedlich unbeholfen, macht sie sooo sympathisch

5) ihr Mann sieht so bekloppt aus wie meiner 

Ich drehe mal die Frage, und habe  Männer gefragt,ob Frau  Merkel männertauglich im Sinne von frauentauglich bezüglich Steinbrück.

Die Anworten lauteten:

1) Ich finde Frau Merkels Aussehen überhaupt nicht passabel

2) ich finde Frau Merkels Sprachstil völlig "daneben"

3) mich stört, dass Frau Merkel keine klare Kante zeigt

4) mich stört, dass Frau Merkel ihre Zusammenarbeit mit der Stasi bezüglich des Stasiopfers Havemann leugnet. Der WDR wollte das in den Stasiopferakten gefundene Bild von Frau Merkel zeigen. Dies wurde zu einer Zeit aufgenommen wo ausschließlich die Stasi Zugang zu dem Havemanngrundstück hatte. Die Veröffentlichtung hat sie gerichtlich verbieten lassen.

Diese Aussage kam sehr oft.

Das war jetzt zu ausführlich, tschuldigung.

 

Ich wähle Herrn Steinbrück und werde dies auch unterstützen.

Freundliche Grüße

Lilien

 

Wolfram Heinrich 07.01.2013 | 00:29

@rose

Ich hatte auch eine Korrektur des Bayerischen erwartet, statt die Blossstellung meiner Schreibschwächen.

 

Gott, was heißt "Bloßstellung"? Das "krytisch" hab ich stillschweigend korrigiert, beim fehlenden Schluß-"e" bei "Kreise" hat mich ein Genauigkeitsanfall erwischt. Meistens korrigiere ich Tippfehler beim Zitieren stillschweigend.

Und dein Bairisch ist so schlecht nicht, was ich hier schon gelesen habe...

 

Vor vielen Jahren habe ich am Friedrichsgymnasium zu Kassel das Graecum mit summa cum laude absolviert. Nicht einmal das wertekonservative Bildungsbürgertum  - es ist und war immer sehr ungebildet - bewundert mich deswegen, du hingegen scheinst mir da eine Ausnahme, weswegen ich mich dir gegenüber "geoutet" habe.

 

Der Franze hat gsagt, es ist immer gut, wenn man Latein und Griechisch kann. Dann, sagt er, kann man sich alles übersetzen, auch wenn man es nicht versteht.

 

Ciao

Wolfram

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Ehemaliger Nutzer 07.01.2013 | 19:20

Bis hierhin hätte sich Angela Merkel keinen besseren Gegner als Steinbrück wünschen können. Der Kandidat ist so mit sich selbst beschäftigt, dass das Publikum jedem neuen Auftritt mit fasziniertem Voyeurismus beiwohnt. Was macht er als nächstes? In welchen Fettnapf wird er sich werfen?

Das ist genau, was er will und bekommt: mediale Präsenz. Er dokumentiert damit, dass er die Wahrheit liebt.Wer würde sich nicht wünschen mehr zu verdienen? Wem spricht er aus der Seele, wenn er von Frauenbonus spricht? Vielen, und immer wieder anderen. Die Worte werden vergessen sein und diejenigen, die meinen sich in moralischer Empörung erheben zu müssen, treffen zu einem späteren Zeitpunkt auf genau das, was Ihnen heute vorgehalten wird: nämlich populistisches Geschwafel von sich zu geben um dem Gegner zu schaden.

Von Steinbrück jedoch wird hängenbleiben, was zu sagen er vorgibt: Die Wahrheit. Wieviele hier im Lande haben dieses unverbindliche Geeiere dieser blutleeren Reden satt? fast alle. Das ist sein Kalkül: Kurze, aber heftige Medienpräsens mit dem unterschwelligen Brustton der so genannten Wahrheit. Das bleibt im Langzeitgedächtnis und die Befassung mit ihm stärkt genau dieses

muss-ich-los-werden 07.01.2013 | 19:49

An Steinbrück gefiel mir dass er nicht dauer- grinst. Seine Antrittsrede gab wirklich zu Hoffnungen Anlass.

Nun frage ich mich ob er eine Art  5. Kolonne ist, um der Sozialdemokratie  den Garaus zu machen, oder ob er zu den hochintelligenten Psychopathen zählt, die ausschließlich dem eigenen aufgeblähten Ego dienen, dann wird er Schröder  bei der Verarmung der einfachen Menschen noch in den Schatten stellen.

Arme SPD !

 

Lee Berthine 08.01.2013 | 12:38
Dern vielen klugen, differenzierten Kommentaren und dem substantiellen Blogbeitrag an sich ist inhaltlich nichts Relevantes mehr hinzuzufügen... Aber ich erlaube mir, auf einen kleinen Fehler im Titel hinzuweisen. Da steht: Wie ein trotziges Kind Hier wird die zugrundeliegende geschlechtliche Identität versachlicht. Explizit müsste es heißen: Wie ein Rotzbengel!
SiebzehnterJuni 08.01.2013 | 14:03

@Augstein

"..Kraft hat von Merkel das Warten gelernt und das Schweigen..."

 

Welch ein Unsinn, Herr Augstein. Kraft kann kommunizieren, hat seit Jahren Ortsverein für Ortsverein besucht, diskutiert. Von Merkel kann man nur die subtile "Zerstörung der Demokratie lernen"

Augstein "..Die Bezüge des Bundeskanzlers sollen erhöht werden, findet er.." Es ist schlicht falsch, was Sie hier schreiben. Geben Sie das korrekte Zitat mit der Frage der FAZ.Menschen an. Nichts davon steht da!!

Das hat auc h Tina Hildebraqndt von der ZEIT im Presseclub am letzten Sonntag gesagt. Und sie hat auch der Presse eine bewusste Irreführung vorgeworfen.

Peinlich, Herr Augstein!!

 

 

SiebzehnterJuni 08.01.2013 | 14:09

@Augstein

Ist der FREITAG nun eine linke Wochenzeitung oder ein Unterstützungsmedium für Merkel?

Herr Augstein, Sie sollten sich ein Beispiel an Stephan Hebel nehmen, seinen Artikel lesen und studieren. Wenn es mehr solche Artikel gäbe, könnte man ja den FREITAG abbonieren.

Wir wollen doch Merkel stürzen, aber ihr Verhalten doch nicht als lernenswert bezeichnen. Auh Mann, Augstein!

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/lob-der-aufklaerung

 

Joachim Petrick 08.01.2013 | 15:46

Jakob Augstein J

 

Peer Steinbrück Versteher schießen wie Pilze aus dem Boden und Sie lieber Jakob Augstein schießen "Gummibärchen" mit.
Sie legen, schreibend, eine wunderschöne Erzählung hin:
"Woody Allen hat einmal eine Geschichte erzählt. Ihr Held heißt Sandor Needleman. Er fällt im Konzerthaus eines Tages aus dem Ersten Rang in den Orchestergraben. Damit niemand denkt, dies sei ein Versehen gewesen, stürzt er sich von nun an regelmäßig in die Tiefe. Trotz heftiger Verletzungen.

Peer Steinbrück ist dieser Sandor Needlema".

Allein dieser Verrgleich Peer Steinbrücks mit der Woody Allan Figur "Sandor Needlema" ist schon die halbe demoskopische Miete in der Endphase des Bundestagswahlkampfes 2013 zu Gunsten Peer Steinbrücks zu Lasten Angela Merkels und der FDP bei ihrem langen Marsch in den endgültigen Abgang.

Machen wir uns nichts vor, Peer Steinbrück ist mit seinem dreist frech ultraliberalen  Lausbuben Image die Abrissbirne der FDP und allein zu diesem Behufe als SPD Kanzlerkandidat nominiert.

Als austrainierter Medienmann wissen Sie das selbstverständlich und lachen sich, auflagensteigernd, eins, zwei, drei ins Fäustchen, was ich Ihnen, uns und dem Freitag von Herzen wünsche.
tschüss
JP

fahrwax 09.01.2013 | 00:34

Weil die Politiker sind wie sie sind und die Schweizer ein Heimtückisches Volk; Steinbrück sprach mal von “Peitschenknallen” und “Kavallerie”:

Seitdem kursieren in der Schweiz Witze die gehen so:

Ein Amerikaner, Peitschenpeer Steinbrück und ein Appenzeller sitzen in einer Skihütte beisammen.
Der Amerikaner bestellt ein Glas “Budweiser”, trinkt es auf einen Zug aus, wirft das Glas in die Luft,
zieht seinen Revolver, zerschießt das Glas in tausend Scherben und ruft:
“Wir haben in Amerika so viel Geld, wir trinken nie zweimal aus demselben Glas!”

Das kann sich Steinbrück nicht bieten lassen, er bestellt ein Glas “Warsteiner”, trinkt aus, wirft das Glas in die Luft, schnappt sich den Revolver des Amerikaners, zerschießt das Glas und meint:
“Wir haben in Deutschland so viel Geld, wir trinken auch nie zweimal aus demselben Glas!”

Da bestellt sich der Appenzeller ein “Quöllfrisch”, trinkt aus, nimmt die Pistole des Amerikaners, knallt den Steinbrück ab und meint:
“Mer hönd i dä Schwiz so viel Schwoobe – mer suufed nie zwomool mit em glyche Schoofseckel!”

(Was in meiner Übersetzung so viel aussagt wie: wir haben in der Schweiz so viele Idioten, wir saufen nie zweimal mit dem Selben.)

Eine nicht nur stilvolle Aussage jenseits finanzieller, schweizerischer Arroganz, die sich sogar mit meiner Kenntnis (nicht nur) der schweizerischen Idiotendichte deckt.

Gestohlen ist derWitz bei:

http://netzrosinen.ch/

SiebzehnterJuni 09.01.2013 | 05:54

Danke Wolfram!!!

Wenn ich will, dass diese schwarzgelbe neoliberale Bande verschwindet, dann mache ich doch nicht den Kandidat der Opposition runter - auch wenn ich ihn zum Kotzen finde.

Ich würde mir das Buch von Gertrud Höhler "DIE PATIN" vornehmen, dieses vom geschwurbelten Stil befreien und auf dessen inhaltliche Substanz überprüfen und Futter für den Kampf gegen Merkel destillieren. Denn vieles - was DemokratieFeindlichkeit, ParlamentarismusFeindlichkeit betrifft, ist sehr stark.

Es geht doch gegen Merkel und nicht gegen Steinbrück. Stephan Hebel hat es in seinem traumhaften Artikel vorgeführt, wie es gehen könnte:

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/lob-der-aufklaerung

Herwig Sladek 09.01.2013 | 10:07

Auch wenn man geschlossen nicht zur Wahl ginge, so säßen in den div. Land-u.Bundestagen immer 100% ... Diebstahl, dachte ich und fragte diesbez. einen Politiker der Grünen: "Welchen Diebstahl meinen sie? Das ist doch kein Diebstahl, da haben wir ein Gesetz gemacht"! Aha, dachte ich, da haben die Betroffenen für sich ein Gesetz gemacht, das für sie den Diebstahl (auch in Milliardenhöhe) legalisiert...!  Da wurde mir klar, daß solcherart auch die Nürnberger Rassengesetze eine legale (also gesetzliche) Sache waren... u. somit auch div. Ermächtigungs - GESETZE ...

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Ehemaliger Nutzer 09.01.2013 | 14:23

Ich finde es pure Heucheli von Schreibern wie Augstein und den meisten Kommentierenden, dass sie an anderer Stelle die Personenbezogenheit des Wahlkampfes und die fehlende Sachauseinandersetzung beklagen. Und hier wird ein langer Artikel geschreiben, in dem es nur um die Person und überhaupt nicht um die wirklichen Sachprobleme in diesem Wahlkampf geht.

Ich wünschte mir mal wieder Journalisten, die prinzipientrau bleiben und sich solch Stammtisch-Aufregern verweigern, auch wenn es nicht gerade Mainstream ist.

elisRea 09.01.2013 | 15:36

"...denn wüster und vernichtender kann man in Deutschland als Publizist kaum angegriffen werden."

Sie können das auch, Herr Heinrich. Und zwar was Foristen hier in der FC und die Freitagmoderation betrifft.

In Ihrem verleumderischen Artikel über den "freitag", der inzwischen gelöscht wurde, beschimpfen Sie ohne Begründung, ohne Beleg und ohne Beweis Foristen als Rechte, Antisemiten und Volksverhetzer und behaupten, dass die in zunehmendem Maße die FC unterwandern würden ohne dass die Moderation einschreite.

Sie wollen Ihnen unangenehme - warum auch immer - Foristen gerne gelöscht wissen, mundtot machen..

Wodurch unterscheiden Sie sich in Ihrer Vorgehensweise von denen, die gegen Herrn Augstein intrigieren?

Ihre Ratschläge an Herrn Augstein sind ausgesprochen belustigend. :-D

 

balsamico 09.01.2013 | 20:43

Die Umfragen haben schon festgestellt, dass die kluge Hannelore Kraft den Kandidaten an Beliebtheit überholt hat. Kraft hat von Merkel das Warten gelernt und das Schweigen.

Wär' es auch Tollheit, so hätte es doch Methode. Wer sagt denn, dass Steinbrück nicht nur den Watschenmann für Hannelore Kraft macht, damit sie nicht bis ungefähr Ende Juli, verheizt wird, um dann wie Phönizia aus der SPD-Asche zu steigen und den neuen Besen zu geben, der bekanntlich gut kehrt? Kann gut sein, dass Frau Merkel damit ein Problem hätte. 

 

balsamico 09.01.2013 | 21:08

Merkel legt erstaunlicherweise (für die CDU) wenig wert auf Geld - das macht sie fast Sympathisch. Aber sind 300.000,- im Jahr nicht eh' genug?

Ich vermute mal, dass Frau M. ihr Eingemachtes bei der DB (nein, nicht bei der Bundesbahn) mehren lässt. Kann gut sein, dass sie dem Ackermann damals auch deswegen eine anständige Sause gab, auch wenn er die, hinterher, selbst bezahlte. Und wenn man bedenkt, was die DB für gute FreundInnen zu tun in der Lage ist, braucht sich Frau M. nach Ablauf ihrer Amtszeit nicht um ihr Auskommen zu sorgen, zumal sie keine Kids hat, die darauf warten, dass Mutti ordentlich was hinterlässt.

Sympathisch wird sie mir deshalb nicht.

Wolfram Heinrich 10.01.2013 | 19:49

@elisRea

Sie können das auch, Herr Heinrich. Und zwar was Foristen hier in der FC und die Freitagmoderation betrifft.

In Ihrem verleumderischen Artikel über den "freitag", der inzwischen gelöscht wurde, beschimpfen Sie ohne Begründung, ohne Beleg und ohne Beweis Foristen als Rechte, Antisemiten und Volksverhetzer und behaupten, dass die in zunehmendem Maße die FC unterwandern würden ohne dass die Moderation einschreite.

 

Als ich Ihren Kommentar erstmalig las, war ich erst mal verwirrt. Was schreibt der Mensch da? Ich bringe doch (relativ) ausführliche Begründungen für meine Behauptung.

Nun, die Sache ist so: In meinem Blogbeitrag bestand der Großteil des Textes aus Zitaten, die belegen sollten, was ich behauptet hatte. Dann wurden die Belege entfernt, einige Stunden später dann der ganze Beitrag.

hanny1227 11.01.2013 | 12:12

Wählen ist ein Privileg das von unseren Vorvätern erkämpft wurde und gehört „noch“zur Demokratie als Souverän haben wir das Recht mit zu entscheiden wer Regiert und wer nicht.

 

Nicht Wählen ist keine Gute Idee denn dann sind wir Handlanger und leisten Vorschub für die die wir nicht wählen wollen.

Das der Gegner vor der Wahl Steinbrück nieder macht ist legitim die Medien leisten auch ihren Beitrag.

Das Merkel von den Medien hochgejubelt wird ist mir unverständlich kennt jemand ihre Biografie?hat jemand schon einmal nachgeforscht wer sie ist woher sie kommt?

ich Glaube nicht.

 

Katamedula 11.01.2013 | 17:38

Lieber Jakob Augstein, 

es zeichnet Sie aus, darauf hinzuweisen, dass wer Merkel nicht mehr erträgt, sich Steinbrück irgendwie schönreden sollte. Denn realpolitisch gibt es derzeit tatsächlich kein anderes Szenario, oder wir erleben 2013 einen revolutionären Wahlausgang, der beispielsweise den Grünen eine absolute Mehrheit beschert.

Es liefe also mit Steinbrück wieder einmal auf eine Wahl des kleineren Übels hinaus. Puh, dies ist doch irgendwie auch recht schwere Kost, denn von der jetzigen SPD und ihrem Personal sind wohl letzendlich keine gesellschaftlichen Visionen zu erwarten, von Problemlösefähigkeiten oder in einigen Bereichen völlig neuen Denkansätzen ganz zu schweigen.

Die Politik in diesem Land und die damit verbundenen Akteure, machen es einem seit Jahren wahrlich nicht leicht ihr mit ein wenig wohlwollen zu begegnen. Ich ertappe mich des öfteren beim Gedanken daran, wie es nur überhaupt soweit kommen konnte. Nun, dies gehört mit Sicherheit ins Reich der Sozialromantik. Das Leben ist eben kein zuckerschlecken!

Warum eigentlich nicht?   

gelse 12.01.2013 | 06:11

Aktuelle Umfrageergebnisse:

CDU/CSU: 37,5 / 40 / 42 / 42 / 40 / 41 % SPD : 30,0 / 27 / 25 / 28 / 29 % / 28 %

GRÜNE: 14,0 / 14 / 15 / 13 / 14 / 14 %

DIE LINKE. 6,5 / 8 / 9 / 6 / 7 / 6 % FDP: 4,5 / 4 / 2 / 4 / 4 / 4 %

PIRATEN:3,5 / 4 / 3 / 3 / 3 / 3 %

SONSTIGE: 4,0 / 3 / 4 / 4 / 3 / 4 %

Wenn des kommende Wahlergebnis ungefähr den derzeitigen Umfrageergebnissen entspricht, dann ergeben sich daraus zwei mögliche Regierungskoalitionen:
a) CDU/CSU/SPD
oder
b) CDU/CSU/Grünpartei

Um die Wahrscheinlichkeit für a) und b) zu schätzen, lohnt sich ein Blick zurück: Vor Allem die Agenda 2010 konnte nur von der SPD erfolgreich umgesetzt werden, denn nur die SPD hat genügend Funktionäre in den Gewerkschaften sitzen um Diese ausser Funktion setzen zu können. Nun stehen, unter dem Arbeitstitel „Agenda 2020“ weitere massive Angriffe auf die Arbeitskraft auf dem Programm für die kommende Regierung. Könnte eine CDU/CSU/Grün-Koalition das bewältigen? Oder wird dafür die SPD, egal ob mit „Grünen“ oder „Schwarzen“ als als Mehrheitsbeschaffer, gebraucht?
Was ergibt sich aus dieser Sicht für eine künftige Koalitionsbildung?
Wäre es für a) sehr bedeutsam, ob die SPD 30 % oder doch nur 25 % Wählerstimmen bekommt?

---

Übrigens: Um Ablenkung von Inhalten der Lobbyblockparteien müssen wir uns nicht bemühen. Das machen schon sehr professionell die INSM und die Werbeagenturen der Parteien selber.

Herwig Sladek 13.01.2013 | 19:28

"... war ich erst mal verwirrt..." schreibt Hr. W.Heinrich; aber vielleicht war es ja bloss die Fortsetzung eines früheren Geisteszustandes, - sichtbar am `Eitelkeitslogo`in dem etwas vom Mund weg od. zu diesem hinführt, sodass man nicht recht weiss: nuckelt er da noch an einem Mutterbrustersatz, oder benützt er sein Schreibgerät als zahnstocher ???   Dann ist auch die Rede von "relativ ausführlichen Begründungen"...  wozu mir gerne mal der Satz einfällt: "less is more", denn manche Ihrer Begründungen sind z.T. falsch oder bewegen sich reichlich auf  "FOX-News" Niveau....    

 

 

                                                                                                                                                                   ar es ja bloss die Fortsetzung eines früheren Geisteszustandes, u.z. sichtbar am `Eitelkeitslogo`, in dem da etwas vom Mund ausgeht oder zu diesem hinführt (?), sodass man nicht recht weiss: nuckelt er da noch an einem Mutterbrustersatz, oder benützt er sein Schreibgerät als Zahnstocher ... 

Geierwally 13.01.2013 | 22:25

frau kraft mag zwar mehr chancen als steinbrück haben, aber auch sie trägt die  neoliberale denke in sich. auf den ersten blick mag das nicht auffallen, aber gerade das ist gefährlich und wird zu mega enttäuschung führen, sollte sie mal kanzlerin werden. auch sie wird die seeheimer clique nicht zurückdrängen können bzw. wollen und solange die nicht zurückgedrängt werden, wird die spd sich nie ändern und unwählbar bleiben.

Geierwally 13.01.2013 | 22:25

frau kraft mag zwar mehr chancen als steinbrück haben, aber auch sie trägt die  neoliberale denke in sich. auf den ersten blick mag das nicht auffallen, aber gerade das ist gefährlich und wird zu mega enttäuschung führen, sollte sie mal kanzlerin werden. auch sie wird die seeheimer clique nicht zurückdrängen können bzw. wollen und solange die nicht zurückgedrängt werden, wird die spd sich nie ändern und unwählbar bleiben.

Geierwally 13.01.2013 | 22:25

frau kraft mag zwar mehr chancen als steinbrück haben, aber auch sie trägt die  neoliberale denke in sich. auf den ersten blick mag das nicht auffallen, aber gerade das ist gefährlich und wird zu mega enttäuschung führen, sollte sie mal kanzlerin werden. auch sie wird die seeheimer clique nicht zurückdrängen können bzw. wollen und solange die nicht zurückgedrängt werden, wird die spd sich nie ändern und unwählbar bleiben.