Joachim Petrick
15.08.2013 | 16:59 119

Frisst „Beamtenmonster“ seinen Dienstherrn?

Beamtenrepublik? Widersteht das deutsche Beamtenwesen als Fels in der Brandung der Wellenschläge der Agenda2010/Hartz IV- Gesetze, loyal, allein dem Erhalt seiner Kaufkraft verpflichtet?

Frisst „Beamtenwesen“ seinen Dienstherrn?, mit Haut und Haaren, wenn ja, wie es das unverbrüchliche Beamtengesetz, von alters her, befahl, wenn der Dienstherr seine Beamten nicht, entsprechend verbrieften Besoldungsstatut, entlohnen will?

Beamtenrepublik Deutschland?

Am Beamtenwesen kann Deutschland kaum genesen!, ist doch die Demokratie keine Monarchie, in der Staatsbedienstete ihrem Dienstherrn auf Gedeih & Verderb, sei er Monarch, sei er Despot, Idiot, aber nicht dem Rechtsstaat mit seiner Gesetzgebung, Gewaltenteilung loyal verpflichtet sind, oder doch?

Jörg Schönenborn, der ARD- Spitzenbeamte in der C- Eier Besoldungsgruppe? vom Presseclub, hat es geschafft, sein vor Wochen gegebenes Versprechen einzulösen, das Thema "Beamtenbesoldung und Pensionen" mit Kennern der Materie  auf die Tagesordnung des Presseclubs zu setzen.

Am Sonntag, den 11. August 2013, war es um 12.03 Uhr so weit.

Zur Einstimmung gab Jörg Schönborn gleich zum Besten, in den 70ziger, 80ziger jahren des Zwanzigstens Jahrhunderts sei Deutschland randvoll beamtet worden.

Deshalb habe er für den aktuellen "Presseclub" den Aufmacher gewählt:

"Beamtenrepublik Deutschland - können wir uns unsere Staatsdiener noch leisten?

Während die Rentenanwartschaften, ohne Aussicht auf eine gesetzliche Mindestrente, von 70 % des letzten Einkommens  im Wege der Agenda2010/Hartz IV Gesetze seit 2003 auf 43 % zusammen geschnurrt sind, sind den Beamten, bei einer garantierten Mindestpension von 1. 450.- €/Person/Monat,  weiter 71 % ihres letzten Einkommens als Pension sicher.

Nicht gerechnet die Sonderprivilegien, wie Beihilfe zu medizinischen Behandlungen, Krankenhaus- und Rehabilitationsaufenthalte, Gesundheitspflege, Medikamente, verbilligten Urlaub, günstige Darlehn.

Mit Fug und Recht darf heute behauptet werden, wir leben in keiner Klassengesellschaft im historischen Sinne, sondern es ist viel schlimmer, wir leben in einer Gesellschaft, die es geschafft hat, innerhalb von Berufsgruppen, ganze Branchen  Abgrenzungsrealitäten zu schaffen, die gen Himmel schreien.

So unterrichtet ein Lehrer in Klasse 6 A in der Besoldungsgruppe 13 A, unkündbar, mit einem Brutto-  Gehalt von 6 bi 7 Tausend €/Monat, während ein angestellter Lehrer in der Klasse 6 B nebenan, mit einem monatlichen Brutto- Gehalt von 3000.- €/Monat, jeder Zeit kündbar, wenn nicht gar als Saison Lehrer mit monatlichen 800,. €,  vorlieb nehmen muss, der vor den Sommerferien in die Arbeitslosigkeit geschickt wird, um nach den Sommerferien, bei Glück und guter Laune der Verhältnisse,  wieder prekär eingestellt zu werden

Das Gleiche geschieht im Sicherheitsbereich in Stadien, Flughäfen, Objektschutz, mit Polizisten, an Hochschulen unter Dozenten,  Professoren, Lehrbeauftragten, in Kliniken unter Ärzten, Pflegern, Krankenschwestern, Seniorenheimen unter Altenpflegerinnen, an Theatern unter Regisseuren, Schauspielern, tontechnischem Personal.

Was ist das für eine angebliche loyale Beamtenkörperschaft, die, repressiv tolerant, Kollegen/innen zweiten und dritter Kategorie mit deckungsgleichen Arbeitsplatzbeschreibungen neben sich duldet?

Das Setting einer jeden Berufsgruppe, sei sie weniger, sei sie hochqualifiziert, schlägt sich seit etwa zwanzig Jahren mit dem Phänomen der "durchlässigen"  Zwei- bis Drei- Klassengesellschaft herum, in der jeder im Gefühl lebt, womöglich schon Morgen die Arschkarte der kollegialen Sau von nebenan ziehen zu müssen.

Auf diesem Hintergrund gedeiht, blüht und wuchert  jeder Auswuchs von Mobbingsituationen von oben herab und von unter herauf, ab durch die Mitte bis an den Rand, hinein in anwachsend dauerhafte Krankenstände unter dem Personal

Nur die Beamten scheinen wie ein monolithischer Block lächelnd von allem ungerührt, unangetastet.

Was macht eigentlich das Beamtentum seinem Wesen nach aus?

Das Beamtentum auf gesamtstaatlicher Ebene wurde das erste Mal im Jahre 1794 von dem preußischen König Friedrich I in ein Landesgesetz gegossen, damit sich der Gesamtstaat Preußen sichtbar gegenüber den Sonderrechten, landesherrlichen Privilegien, der Fürstentümer im Lande bei der Personalentwicklung mit allein dem Königshaus loyalen Beamten abzugrenzen vermochte.

Artikel, § 33, Absatz 5, des Grundgesetzes (GG) formuliert althergebrachte Grundsätze des Berufsbeamtentums in Bund, Ländern, Gemeinden seien mit der ausdrücklichen Maßgabe zu wahren, dass diese sich den wandelnden Verhältnissen in der Gesellschaft anzupassen haben.

Daraus könnte und müsste, zwingend, gerichtsfest eine Loyalität der Beamten gegenüber den sich wandelnden Verhältnissen, des Landesherrn, der Gesetzgebung des Rechtsstaates, Dienstherrn abgeleitet werden können.

Das hieße u. a., dass Beamte ihr, bis dato unangefochten geltendes Forderungseigentum (Begriff bei Professor Paul Kirchhof), per voraus eilendem Gehorsam, zur Entschärfung, gar Behebung, einer Finanzkrisenlage, ungefragt,  anteilig zur Disposition stellen.

Erlebt haben wir seit 2003 etwas anderes.

Die Retter in der vermeintlichen Finanznot des Staates, wurden, ungefragt, Rentner, Arbeitnehmer, Alleinerziehende, deren Forderungseigentum im Wege der Agenda2010/Hartz IV- Gesetze, um, sage und schreibe, bis zu 40 % gekürzt wurde, ganz zu schweigen von dem, altersdiskriminierend, asymmetrischen Absturz gesetzlich genehmigten Schonvermögens von Rentnern in Fragen der Gesundheits- und Altersvorsorge, von vorher € 500,-/ Lebensjahr bis zum Beginn des Rentenalters auf eine Pauschale von 2. 600.- €/Person.

Das Ergebnis ist, heute gibt es deutschlandweit ganze 18 Personen mit der Höchstrente von 2. 800.- €/Monat.

70 % aller Rentner liegen weit unter der garantierten Mindestpension der Beamten von 1. 450.- €/Monat.

Die durchschnittliche Pension aller Beamten liegt gegenwärtig bei 2.500.- €/Monat mit der Aussicht auf eine dynamisierte jährliche Erhöhung, entsprechend den tariflichen Abschlüssen im Öffentlichen Dienst.

Bei den Rentnern wurde die Dynamisierung der Rente, sprich Anpassung an die allgemeine Lohnentwicklung, seit der Entscheidung Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauers im Wahljahr 1957 mit der absoluten Mehrheit für die CDU/CSU, anders als bei den Beamtenpensionen  durch die rotgrüne Bundesregierung im Wege der Durchsetzung der Agenda2010/HartzIV Gesetze per sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor ausgehebelt.

Inzwischen laufen im Bund 500 Milliarden €, in den Bundesländern, Gemeinden noch einmal zusätzlich 1, 5 Billionen € an zu erwartende Pensionen für Beamte im Ruhestand bis 2050 auf.

Der Beamtenbund meint dazu

"Pacta sunt servanda",

kein Geld zu haben, weil bestehende Rückstellungen aufgelöst, neue nicht gebildet wurden, kann für den Staat nicht bedeuten, berechtigten Forderungen von gegenwärtig 1, 5 Millionen Beamten in Bund, Ländern, Gemeinden nicht zu entsprechen.

Dass Beamte selbst heutzutage nicht streiken dürfen, ist nur die halbe Wahrheit. In Wahrheit streiken diese durch Dienst nach Vorschrift und partizipieren, ungefiltert, am Erfolg von Streiks der Angestellten im Öffentlichen Dienst.

Auch die Behauptung, Beamte würden mit ihrem Dienstherrn, dem Staat, einen Vertrag auf Lebenszeit schließen, weshalb der diesen fürsorglich im Alter alimentiere, damit der seinen Lebensstandard halten kann, stimmt nicht mehr.

Die Entsprechenden Gesetze wurde unbemerkt durch die Öffentlichkeit von einer parteiübergreifenden Koalition und Allianz der über 36 % Beamten im Deutschen Bundestag dahingehend geändert, dass Beamte problemlos in die Wirtschaft wechseln können und dabei ihre Pensionsansprüche ohne Abschläge mitnehmen dürfen.

"Der Bundestag ist einmal voller, einmal leerer, aber immer voller Lehrer!"

Das unselige starre Festhalten an den Privilegien des Beamtentums führt bereits jetzt, sichtbar, zu einem verhängnisvollen Umweg, sich dieses Problems in Bund, Ländern, Gemeinden durch die Hintertür von Private Public Partnership (PPP), von Anreizen für die Auslagerung staatlicher Aufgaben an die Privatwirtschaft und da insbesondere durch die anschwellende Zunahme der Gründung und Ausweitung von Privatschulen mit staatlicher Anerkennung, auf dem kalten Wege, per Auskehrung des Beamtenwesens selbst im hoheitlichen Bereich, wie Geheimdiensten, zu entledigen.

JP

Kommentare (119)

ebertus 15.08.2013 | 20:00

Kein falscher Zungenschlag; bitte...

Zugegeben, diese Diskussionen -wenn es sie so schon gab- habe ich im privatwirtschaftlichen Berufsleben und halbwegs gut bezahlt nicht derart erlebt bzw. infrage stellend verinnerlicht wie heute.

Natürlich klagt auch der A13 Beamte schon mal auf hohem Niveau, aber wie geschrieben:

"Pacta sunt servanda"

Und keinem Beamten, keinem Beamtenvertreter ist es vorzuwerfen, sich daran zu halten, dies weiterhin einzufordern. Was dagegen mit Sicherheit verwerflich ist, das sind die quasi regierungsamtlichen Beamten und Parteienvertreter, die es qua Gesetzgebung zulassen (gar nocht aktiv befördern), dass immer mehr Menschen in die reale Armut getrieben werden.

Und dies sind eben nicht nur die immer gern kolportierten sog. Bildungsfernen, welche vor der Flachbildglotze die Brauerei ihrer Wahl hochleben lassen. Das ist eben zunehmend auch das sog. akademische Proletariat beispielsweise in Form von befristet eingestellten, gar noch vor den großen Ferien wieder exmatrikulierten Lehrern; von der Generation (Jung)journalistIn garnicht zu reden.

Nein, eine gnädige Lösung habe ich auch nicht, bestenfalls die, den zugewiesenen Platz in der Gesellschaft offensiv anzunehmen, sich immer grundsätzlicher zu verweigern, alternative Lebensformen einmal mehr, neu voranzubringen, wo die vor Jahrzehnten genau dafür stehenden Grünen sich heute bereits in das Establishment verabschiedet haben.

roswitha 15.08.2013 | 20:59

Sehr einverstanden mit Ihrem treffenden Kommentar.

Frage nur zu einer Stelle: Wieso gestehen Sie  implizit Beamten das Recht zu,  etwas einzufordern und Angestellten/Rentnern nicht? Die "gnädige" Lösung wäre doch, beide Gruppen mit gleichem Maß zu messen und nicht die eine in der Rente drastisch zu kürzen. Was Sie in Ihrem letzten Absatz beschreiben ist genau das, was manche meiner verbeamteten Kollegen tun - weil sie es sich leisten können.

 

Joachim Petrick 15.08.2013 | 21:05

Der himmelschreiende Skandal ist doch, dass 36 % aller MdBs beamtete Lehrer sind und ausgerechnet die prekäre Arbeitsverhältnisse nicht nur für Junglehrer oder nachrückende Lehrer in den Bundesländern, Kommunen  gefordert und „legalisiert“ zum Hohn & Spott des Allgemeinen Beamtentums gefördert haben, sondern auch für Professoren, Juristen Ärzte, wissenschaftliche Mitarbeiter. Zu schweigen von der Ent- Solidarisierung von Angestellten und Beamten im Öffentlichen Dienst und sonst wo.

Wo war denn der Beamtenbund als es um die Enteignung von Forderungseigentum an Rentenanwartschaften von Angestellten und Arbeitern im Wege des 40zig prozentigen Sichelschnitts über die Agenda2010/Hartz IV- Gesetze ab dem Jahre 2003 ging?

Joachim Petrick 15.08.2013 | 21:32

„Wieso gestehen Sie  implizit Beamten das Recht zu,  etwas einzufordern und Angestellten/Rentnern nicht?“

Danke für die Frage.

Beamte sind in der rechtlich komfortablen Lage, auf althergebrachte Rechte pochen zu können, die sie im Laufe der Jahrzehnte. dynamisiert. an den wachstumsorientierten Tarifabschlüssen der Angestellten, partizipierend, wundersam exklusiv erweitern konnten, ohne dass die Angestellten, trotz Streikrecht, jemals in diese, anerkannt komfortable, Rechtslage kommen könnten.

Mein Ansatz ist ein einladender.

Was den Beamten, hinsichtlich Erhalt ihrer Kaufkraft und Binnennachfrage. Lebensstandard,  recht ist, soll allen anderen, voran Rentnern, Alleinerziehenden ebenso, angesichts gefährlich überbordender Handelsbilanzüberschüsse Deutschlands, im Sinne der Harmonisierung der Lebensverhältnisse, Sozialstandards in allen europäischen Ländern,  recht und billig sein.

Joachim Petrick 15.08.2013 | 21:34
Was für abstruse Blüten dieses so genannte althergebrachte Recht der Beamten im Nachkriegs- Westdeutschland hervorgebracht hat, lässt sich beispielhaft an der Witwenpension des einstigen Volksgerichtshofpräsidenten Freissler demonstrieren. Der war Ende 1944 im Bombenhagel auf Berlin zu Tode gekommen. Seine Witwe tat, was in den 60ziger Jahren viele „gut beraten“ gut betuchte Witwen oder Beamte selber taten. Sie forderten in Bund. Ländern, Gemeinden mit Erfolg auf innovativ strapaziös konstruiert althergebrachter Rechtslage, eine Aufstockung ihrer Beamten- bzw. Pensionsbezüge, gemessen an fiktiven Aufstiegsprofilen, weil sie, bzw, verstorbene Ernährer, aufgrund von Krieg, Entnazifizierung Karriereknicks nach 1945, hinnehmend, erdulden mussten. Haut das nicht dem ganzen Beamtenwesen Fass endgültig den morschen Boden heraus?
Joachim Petrick 15.08.2013 | 22:33

"......... aber das könnte auch schon ein kapitalistisches Problen sein..............."

Wenn dem so wäre, wäre es um so notwendiger, dass Beamte beispielhaft für den Erhalt und die Stiegerung von Kaufkraft hierzulande stehen..

Dann mag ich auch gerne davon absehen,. dass Beamte gerne mit den Tariferfolgen der Angestellten im Fahrstuhl gerne hochgefahren sind, bei Lohnsenkung,sprich drohender Deflation aber nicht den Fahrstuhl herunter fahren wollen

poor on ruhr 16.08.2013 | 12:56

@Joachim Petrick

Habe das Blog sehr gerne gelesen. Bin bei solchen Dingen , wo es um die soziale Situation einzelner Gruppen geht immer eher etwas vorsichtig.

 

Ich möchte nichtm dass die Gruppen gegeneinander ausgepielt werden.

Die Beamten sind aber tatsächlich eine Gruppe mit sehr vielen Privilegien, die Du ziemlich gut aufgezeichnet hast.

Sie sind gut vernetzt unbd organisiert.

Es stimmt schon, dass man es Ihnen nicht vorwerfen kann, wenn sie ihre Priviliegien in Anspruch nehmen.

Sie sind auch die Leute, die noch zur Wahl gehen und die Politiker wissen das.  

Eine Entscheidung für Hartz IV war auch eine Entscheidung für die weitere schützende Hand des Staates über seien Beamten.

Zum Teil ist das ja auch gerechtfertigt.

Natürlich will Vater Staat zuverlässige und zufriedene Mitarbeiter.

Die Beamten sollen ja auch gerecht und gut entlohnt werden.

Wenn aber der Durchschnitt total in den Pensionen total von den Altersrenten abweicht, dürfen schon solche Fragen gestellt werden, wie Du es getan hast.

Mit BeaMTEN WIRD Politik gemacht.

Frau Kraft hat in NRW versucht die Gehälter der Spitzenbeamter zu kürzen und soforrt hat sich die Oppisition aus CDU und FDP. der ansonsten gar nicht genug gespart werden kann, gegen Frau Kraft aufgeschrieen.

Ich möchte natürlich, dass es allen gut geht und alle genug verdienen und im Alter haben.

Ich denke aber schon, dass die Beamten bevorzugt werden und dafür oft noch verächtlich auf die Hartz-IV-Bezieher runterschauen.

Für manche Beamte sind die Hartz-IV-Bezieher die. die ihre Pensionen und Gehälter gefährden.

Das ist schwer nachweisbar und mir ist klar, dass man mich hierfür der Hetze schelten kann.. Es ist aber wirklich nicht so gemeint.

Es sind ja nicht nur die Beamten , bei anderen gutgestellten Gruppen , die jetzt z.B um ihre mögliche Entbehrlichkeit Fürchten ist es ja genauso.

Gutgezahlte Journalisten die im Spiegel von der Notwendigkeit von Refprmen schrieben, an die sich Frau Merkel nicht rantrauen würde.

Trotz aller Kritik an Frau Merkel und ich werde sie bestimmt nicht wählen werde, habe ich bei Frau Merkel noch eher als bei diesen herzlosen Journalisten ( es sind natürlich immer nur Teilmengen , aber zum Teil mit grossem Prozentsatz ) die Hoffnung , das sie beid er Gestaltung der Sozialsysteme noch halbwegs anständig bleiben wird. Dein Beitrag ist schon richtig, aber man muss immer aufpassen. Mann darf nicht gegen Beamte hetzen und sollte nicht sagen , "die Beamten" . Ich kann mir schon vorstellen , dass Z.B. für kleinere Polizeibeamte das Leben auch nicht immer ein Zuckerschlecken ist , aber es gibt auhc eben diese Verhältnisse, die Du aufgeführt hast.

Vielleicht ist mein Zungenschlag aus anderer Sicht ja auch falsch, aber er hat zumindest seine Gründe, die Du so exellent beschrieben hast. Auch die Verdaulichkeit des Textes ist diesmaL ERSTAUNLICH GUT. Das finde ich stark , dass Du Kritik auch aufgreifst und Dich wieder verständlicher mitteilst. Danke.

 

Herzliche grüße

 

poor on ruhr 

Joachim Petrick 16.08.2013 | 13:33

"Ich möchte nichtm dass die Gruppen gegeneinander ausgepielt werden."

Das bin ich bei Dir.
Hier geht es darum, dass das hoch organisierte Beamtentum die eigene Korporation seit Jahren, unwidersprochen, von der haushaltspolitik in Bund, Ländern, Kommunen  realtivieren und öffentlich wohlfeil denunzieren lääst, indem Aufgaben, die vorher angeblich nur von vereidigten  Beamten werden konnten, dann erst von gleich, dann niedriger eingruppiert, bezahlten Angestellten, zu guter Letzt von prekär beschäftigten Saison- und Honorarkräften, die jederzeit kündbar sind, wahrgenommen werden.

Das Beamtentum hat sich selber in einen Zustand fortgesetzter Selbstauflösung durch Verweigerung von Solidarität gegenüber anbderen Kollegen in denselben und vergleichbaren Arbeitsbereichen gebracht
tschüss
Jochen

Joachim Petrick 16.08.2013 | 13:59

"Beitrag ist schon richtig, aber man muss immer aufpassen. Mann darf nicht gegen Beamte hetzen und sollte nicht sagen , "die Beamten"

Hier liegt ein Missverständnis vor.

Mir geht es nicht um hetze gegen das beamtenwesen, sondern darum, die Ungleichheiten innerhalb des Beamtentums aufzudecken, darum den gesellschaftlichen Konflikt , den Beamte in Ministerien mit verantwortet haben, in die organsisierte Beamtenschaft als Sauerteig zurückzugeben.

Die Beamtenschaft selber ist längst in unanfechtbar unfehlbare Kastengruppen und Gruppen der Unberührbaren  zerspalten

 

 

Joachim Petrick 16.08.2013 | 14:43

"Trotz aller Kritik an Frau Merkel und ich werde sie bestimmt nicht wählen werde, habe ich bei Frau Merkel noch eher als bei diesen herzlosen Journalisten ( es sind natürlich immer nur Teilmengen , aber zum Teil mit grossem Prozentsatz ) die Hoffnung , das sie beid er Gestaltung der Sozialsysteme noch halbwegs anständig bleiben wird"
Danke für Deine  beherzte Meinungsbekundung!
Journalisten sind nicht gewählt, Politiker sind sehr wohl bzw. schlecht gewählt.

Insofern denke ich hinkt der Vergleich-

Immer bzw. nur wenn ich Meinungen zu Angela Merkel vorfinde, wie Du diese gerade ungefiltert frei präsentierst, denke ich an Gertrud Höhlers unsägliches Buch über Angela Merkel
"DIE PATIN", wie Angela Merkel Deutschland umbaut.
Inzwischen denke ich Angela Merkel baut vor allem die Hirne der Deutschen um.

 Von Angela Merkel meinen Mehrheiten, dass sie das Richtige entscheidet. Dabei entscheidet sie, die Richtlinien ihrer Kanzlerschaft fahren lassend, gar nichts, sondern fischt nur im letzten Moment des Beobachtens als demoskopische komische  Abstauberin Mehrheitsmeinungen in der CDU/CSU, in Deutschland ab, um diese dann ziemlich dreiste Mutti der Nation als ihre ganz persönlich erkämpften zu präsentieren.

Von Angela Merkel geht weder ein Joint, noch eine belastbare Freundschaft mit irgendjemandem in der Welt aus.

Denn Angela Merkel sinnt in "autoritäres Schweigen" verfallen, in ihren Meinungen von Gestern  eingefroren, in den Kühlbuden ihres Auftritts im Internet auf nie stattfindenden Beginn aus ihrem eigenem Antrieb, wie einst der beim Kreuzzug  Baden in Süditalien dahin geraffte Kaiser Barbarossa im Kyffhäuser, auf dessen schicksalhaftes Erscheinen und wundersame  Wiederkehr  die Deutschnationalen noch heute vergeblich harren.

Nur dass Angela Merkel der rote Barbarosse Bart fehlt, der durch die dicke Bohlenplatte ihres schwarzgelben Kabinettstisches im Berliner Spreebogen durchgewachsen, in den Schlund des Untergrund  weist.

roswitha 16.08.2013 | 17:16

Lieber Poor,

von der inneren Korrektheit und echten Menschlichkeit, mit der Sie Menschengruppen wieder Menschen werden lassen, möchte ich mir ein Stück abschneiden.Als Beschäftigte im öffentlichen Dienst, die im Vergleich zu den verbeamteten Kollegen tatsächlich finanziell, vor allem in der Rente, ungeheuer benachteiligt ist, fällt mir das immer wieder schwer, obwohl ich mich über meine KollegInnen nicht beschweren möchte, im Gegenteil; als Menschen sind sie mir alle wertvoll geworden. Manchmal vermisse ich bei denen allerdings die Solidarität, wenn ich auf das Problem vorsichtig hinweise. Dann kommen so Sätze wie "aber unsere Pensionen sind doch auch nicht sicher." Für mich ist das wie eine Ausrede, um das Thema zu umschiffen, wahrscheinlich aber eine versteckte Scham, da die Fakten eine deutliche Sprache sprechen. Niemand gehört gerne zu den Privilegierten...

 

Achtermann 16.08.2013 | 20:24

@ Joachim

"So unterrichtet ein Lehrer in Klasse 6 A in der Besoldungsgruppe 13 A, unkündbar, mit einem Brutto-  Gehalt von 6 bi 7 Tausend €/Monat, während ein angestellter Lehrer in der Klasse 6 B nebenan, mit einem monatlichen Brutto- Gehalt von 3000.- €/Monat..."

Kannst du mal einen Beweis vorlegen für deine Tatsachenbehauptungen.

Achtermann 17.08.2013 | 14:49

@ Joachim Petrick

Du behauptest, ich wiederhole es noch einmal:

"So unterrichtet ein Lehrer in Klasse 6 A in der Besoldungsgruppe 13 A, unkündbar, mit einem Brutto-  Gehalt von 6 bi 7 Tausend €/Monat..."

Ich habe mir erlaubt, dem Link zu folgen, den Roswitha gepostet hat. Dort gibt es einen Gehaltsrechner. Da kommen ganz andere Zahlen raus als du hier kolportierst. Diese von dir genannten Zahlen sind deine Basis, auf die du deine Argumentation aufbaust. Das ist bedauerlich, weil deine Annahmen (Quelle Presseclub?) über die Lehrer-Besoldung falsch sind.

Hier die Zahlen aus dem Gehaltsrechner, die du gerne nachprüfen kannst:

Besoldungsgruppe A 13, Stufe 6, Tabelle 01.01.2013 - 31.12.2013

Brutto 3787,51 Euro (mittleres Alter)

Netto 2916.71 Euro (mittleres Alter) Steuerklasse I

 

Brutto 4469,02 Euro (Endstufe, also ca. 60 Jahre alt)

Netto 3316,88 Euro (Endstufe, also ca. 60 Jahre alt) Steuerklasse I

Wenn ich nun das Höchstbruttogehalt von rund 4500 Euro mit deiner von dir behaupteten Höchstzahl von 7000 Euro brutto vergleiche, besteht eine Differenz von 2500 Euro. Oder anders ausgedrückt: Du übertreibst um mehr als 50 Prozent. Seriös finde ich das nicht.

Joachim Petrick 17.08.2013 | 23:55

"Wenn ich nun das Höchstbruttogehalt von rund 4500 Euro mit deiner von dir behaupteten Höchstzahl von 7000 Euro brutto vergleiche, besteht eine Differenz von 2500 Euro. Oder anders ausgedrückt: Du übertreibst um mehr als 50 Prozent. Seriös finde ich das nicht"

 

Dnke für en faktencheck!

 

Wenn Du jetzt noch A 14, A 15, A 16 für Schuldirektoren und Stellvertreter, samt Leistungszuschlägen, geldwerten Vorteilen, hinzunimmst. die, nebenbei auch weiter Unterricht erteilen, verstehst Du, was ich an asymmetrisch ausufernden Einkommensverhältnissen für Lehrer meine

Achtermann 18.08.2013 | 06:35

"Wenn Du jetzt noch A 14, A 15, A 16 für Schuldirektoren und Stellvertreter, samt Leistungszuschlägen, geldwerten Vorteilen, hinzunimmst. die, nebenbei auch weiter Unterricht erteilen, verstehst Du, was ich an asymmetrisch ausufernden Einkommensverhältnissen für Lehrer meine"

Nein, verstehe ich nicht. Du gehst einfach über deine falschen Zahlen und völlig überzogen beschriebenen Einkommen hinweg, mit denen du deine Tirade begründest. Zumindest scheinst du anerkannt zu haben, dass der Einkommensrechner-Link von Roswitha die wahren Einkommen der Lehrer beschreibt.

Mit deiner neuen Begründung werden deine Thesen auch nicht besser. Bist du nicht der Meinung, dass ein Schuldirektor besser bezahlt werden soll als ein Studienrat, da du hier von "ausufernden Einkommensverhältnissen" jenseits des Studienratgehalts schreibst? Dann bringst du neue Begriffe ein: "Leistungszuschläge" oder "geldwerte Vorteile". Was meinst du konkret damit? Wo sind diese gesetzlich geregelt? Ich habe nix gefunden.

Achtermann 18.08.2013 | 11:19

"Tatsache ist für tarifangestellte Lehrkräfte: Gleiche Ausbildung, gleiche Arbeit, ungleicher Lohn, noch ungleichere Rente. Das ist unseriös."

Da stimme ich dir zu. Aber auch die von Petrick behauptete Differenz, der beamtete Lehrer verdiene mehr als doppelt soviel wie der Angestellte, ist falsch.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt zur Problematik: "Derzeit gibt es im Nordosten laut einer GEW-Analyse von Zahlen des Statistischen Bundesamtes keine Beamten an Schulen, in Sachsen und Sachsen-Anhalt sind mehr als 80 Prozent der Lehrer angestellt, in den West-Ländern liegt der Anteil zwischen zehn und 30 Prozent. Lehrerstreiks, zu denen es im Zuge der Tarifrunde kommen könnte, wären im Osten effektiv und könnten für Unterrichtsausfall sorgen. Bei früheren Verhandlungen im öffentlichen Dienst hatten sich die Lehrer als sehr streikfreudig erwiesen."

Nicht hinnehmbar sind auch die Zeitverträge, die vom Schuljahresanfang bis zu Beginn der großen Ferien laufen und die Betroffenen sich dann beim Arbeitsamt melden und Hartz-IV beantragen müssen. Teilweise stecken Lehrer jahrelang in diesen Abhängigkeiten.

Dazu nochmals die Süddeutsche: "Nach zehn Jahren hatte die Grundschullehrerin Marie Luise J. von den Kettenverträgen genug. 14 Mal hatte sie vom Land Hessen einen befristeten Arbeitsvertrag erhalten. Immer wieder musste sie aufs Neue bangen, ob sie im nächsten Schuljahr wieder unterrichten durfte. Und immer wieder hatte sie sich in den Sommerferien arbeitslos melden müssen, weil ihr jeweiliger Vertrag nur bis zum Ende der Unterrichtszeit lief. Dann klagte sie auf eine feste Anstellung - und erhielt vom Arbeitsgericht Gießen im März 2013 recht."

Was mir wichtig ist: Auch als Blogger sollte man die allgemein geltenden Regeln im Umgang mit Fakten einhalten, zumindest sich darum ernsthaft bemühen. In diesem Blogbeitrag, der mit falschen Grundlagen politische Forderungen ableitet, ist das leider nicht geschehen. Da ist einfach zu viel überbordende Emotion im Text. Das ist ja wie am Stammtisch. Aber vielleicht sind wir das hier im Freitag auch.

roswitha 18.08.2013 | 12:12

In NRW ist es möglich, dass ein angestellter Schulleiter weniger verdient als seine ihm untergebenen Beamten. SCHALL hatte dazu ein Video bereitgestellt, wo das für eine Leiterin einer Grundschule tatsächlich zutrifft. Übrigens hat die GEW die Lehrer ziemlich fallen gelassen und erst auf massivem Druck hin und weil das Problem zu offensichtlich wird, reagiert.

Ich gebe dir Recht, Emotionen sind mit Vorsicht zu genießen. Stammtischniveau hat der Artikel meines Erachtens nicht. Ich kann keine anderen Unwahrheiten finden.

Achtermann 18.08.2013 | 19:19

Wie komm ich eigentlich dazu, den Lehrerberuf zu verteidigen? Im Grunde will ich das gar nicht. Aber hier noch ein paar Hinweise: Die meisten Lehrer werden nicht in der Gehaltsstufe, die dein Maß war, bezahlt. Grundschullehrer, das sind die mit Abstand meisten, werden  schlechter entlohnt.

"Der Beruf Grundschullehrer hat kein besonders hohes Ansehen. Das trägt auf jeden Fall dazu bei, dass er so unattraktiv auf Männer wirkt", sagt Ritter. Experten nennen weitere Punkte: Im Vergleich zu Berufen in der Wirtschaft ist das Einkommen niedriger, die Aufstiegsmöglichkeiten sind begrenzt. Karriereorientierte Männer suchen sich lieber einen anderen Job." (Süddeutsche Zeitung)

Also, ob Schulleiter oder nicht, es handelt sich hier um Kleinbeträge, sonst würden die Männer in den Job einsteigen. An der Grundschule sind rund 90 Prozent Frauen. An den Gymnasien ist deren Anteil höher als der der Männer. Würde so toll bezahlt werden, die Leute haben immerhin studiert und zwei Staatsexamen abgelegt, würden die Männer Schlange stehen. Tun sie aber nicht.

roswitha 18.08.2013 | 21:40

Der Vergleich mit der Wirtschaft wird immer gemacht, auch von meinen Lehrer-Freunden. Er stimmt nur zum Teil. Ich persönlich finde die tarifangestellten Lehrer nicht einmal so schlecht bezahlt, im Vergleich mit den verbeamteten KollegInnen ist das aber eine schreiende Ungerechtigkeit.

Lehrer müssen gar nicht verbeamtet werden, vielleicht entscheiden sich dann nur die "Richtigen" für den Beruf. Andererseits gilt das doch für jeden Beruf: Es gibt gute, engagierte Ärzte, Friseure, Pfleger usw. und es gibt solche, die darin nicht so passend sind.

Angestellte LehrerInnen und verbeamtete unterscheiden sich allerdings in ihrem Tun nicht.

In dem Blog geht es aber um die Privilegien der Beamten. Der Lehrberuf bietet natürlich einen hilfreichen Einstieg in dieses Ungerechtigkeitsthema.

 

 

Heimatloser 18.08.2013 | 22:15

 

Mein erstes gedrucktes Exemplar des Freitags vor etwas mehr als einem Jahr machte auf mit einem unsäglichen Artikel über Beamtenprivilegien und folgte so richtig schön dem Motto: divide et impera. Wie schon damals ein Mitglied der Community schrieb, hätte er in gleicher Weise auch von der ISNM veröffentlicht werden können, diente er doch nur dazu, von den wahren Missständen abzulenken und einen Keil zwischen die Gesamtheit der abhängig Beschäftigten zu treiben, auf dass sie sich gemeinsam auf dem niedrigsten Niveau wiederfänden. Und nun dieser Beitrag !

Auf einen Fehler hat Achtermann schon hingewiesen, aber genauso unsäglich ist z.B. die Behauptung, 36% der Bundestagsabgeordneten seien beamtete Lehrer. Der Spruch 'Der Bundestag ist mal voller, mal leerer aber immer voller Lehrer' ist übrigens von Otto Graf Lambsdorf, dem geborenen Kronzeuge linker Politik. Tatsächlich stellte jedoch - damals wie heute – die Berufsgruppe den größten Anteil an Abgeordneten, der auch Herr Lambsdorf angehörte: Juristen.

So ging notgedrungen auch dieser Versuch 'in die Hose', denn man kann die Lage der einzelnen Beschäftigtengruppen nicht unabhängig vom Gesamtbild sehen. Dabei gäbe es da viel zu diskutieren, z.B. die Frage, ob die Regierenden die Beamtenschaft absichtlich hätscheln, weil sie sie gegen die Bevölkerung brauchen ?

Joachim Petrick 18.08.2013 | 23:14

"So ging notgedrungen auch dieser Versuch 'in die Hose', denn man kann die Lage der einzelnen Beschäftigtengruppen nicht unabhängig vom Gesamtbild sehen""
Hier liegt ein Missverständnis vor.
Zur Erinnerung!
Nicht alles. was hier steht, entspricht , deckungsgleich, 1 zu 1 meiner persönlichen  Meinung sondern der Versuich einer Wiedergabe von Beiträgen des Moderators Jörg Schönenborn und Gästen im Presseclub vom 11. August 2013.
Gleichwohl geht es mir in diesem Blog nicht zuerst um das Beamtentum an sich, sondern die prekäre Art, wie heutzutege im Beamtentum selber, fern jeder Berufsgruppen Loyalität und Solidarität mit der unterschiedlichsten Weise von Besoldung bei ein und denselben Aufgabenbereichen, von den Beamten, Angestellten  u. a. Kollegen unwidersprochen, in demonstrativ falsch gefühlter Opferhaltung,  verfahren wird, die ganze Berufsgruppen, die staatlich engagiert sind, prekär  in eine Drei- Klassengesellschaft zerteilt

Joachim Petrick 19.08.2013 | 00:33


"Die meisten Lehrer werden nicht in der Gehaltsstufe, die dein Maß war, bezahlt. Grundschullehrer, das sind die mit Abstand meisten, werden  schlechter entlohnt."

Es geht hier nicht um mein Maß, sondern um das Maß, die asymmetrischen Unterschiede in der Besoldung von angestellten, beamteten und als Saisonarbeiter beschäftigten, Dozenten, Professoren, Lehrbeauftragte am Beispiel der Lehrer, die im Pressevclub vom 11. August 2013 unwidersprochen verhandelt und diskutiert wiurden,

Ist das so schwer zu vermitteln?

Hast Du Dir die Presseclub Sendung, siehe meinen obigen Link, einmal angesehen und die dort diskutierten Fakten angehört?, scheinbar nicht.

Joachim Petrick 19.08.2013 | 00:44

"Machst Du Dir das bei Deiner Kritik an Angela Merkel nicht etwas einfach? Hat sie die CDU. die ich natürlich nicht wähle, fit für das 21te Jhdt gemacht?"

Ich fürchte Du übersiehst, dass Angela Merkel die Debattenkultur in der CDU/CSU an der bsis außer Kraft gesetzt und ihre Nachfolge nicht geplant, der CDU/CSU nach ihrem Abgang spätestens 2015 eine Wüste hinterläßt.

Der bzw, die einzige, die fit ist in der CDU, ist auf 18 Jahre Angela Merkel  und sonst gar nichts

Joachim Petrick 19.08.2013 | 00:54

"Auf einen Fehler hat Achtermann schon hingewiesen, aber genauso unsäglich ist z.B. die Behauptung, 36% der Bundestagsabgeordneten seien beamtete Lehrer. Der Spruch 'Der Bundestag ist mal voller, mal leerer aber immer voller Lehrer' ist übrigens von Otto Graf Lambsdorf, dem geborenen Kronzeuge linker Politik. Tatsächlich stellte jedoch - damals wie heute – die Berufsgruppe den größten Anteil an Abgeordneten, der auch Herr Lambsdorf angehörte: Juristen."

 

Das sind Zahlen aus dem Presseclub und die stehen nicht im Widerspruch zu ca. 40 % Juristen als MdBs im Deutschen Bundestag!, oder?

Achtertmann ist übrigens gerade dabei, erst seine Motivation und dazu seine  seine Argumentationskette zu zerlegen und indirekt zurückzunehmen, was er zuvor an Kritik eingebracht hat

Lethe 19.08.2013 | 11:23

der Fehler steckt in zwei impliziten Annahmen: die Bundesrepublik sei eine Demokratie und der Staat sei dem Wohl seiner Bürger verpflichtet.

Die Bundesrepublik ist eine Elitenmonarchie mit jeweils einem Sichtschutz aus einer Oligarchenkaste (aka Parteien) und einem Sichtschutz aus Bürokraten.

Der Staat ist dem Wohl und den Privilegien seiner Eliten verpflichtet.

Unter diesen beiden Annahmen dürfte kaum etwas in diesem Staat unerklärlich bleiben. Mehr noch: es ist beinahe lachhaft, wenn in naiv-linken Kreisen immer wieder Auffassungen von Staat und Gesellschaft herangezogen werden, die sich an irgendwelchen Idealvorstellungen orientieren, um dann die Überraschten zu mimen, dass sich in der politischen und gesellschaftlichen Realität nichts davon findet.

Joachim Petrick 19.08.2013 | 14:37

Lieber Achtermann,

was soll ich Deinen Belgen noch hinzuufügen?, rechnest Du Funktioons- , Leistungszulagen, 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld dazu, eingedenk solcher geldwerten Zuwendungen wie Krankenkassenbeitrags- , Reha- Beihilfen dazu , bis Du IM NU da, wovon ich schrieb.

Dass Lehrer als prekäre Arbeitskräfte  saisonal  zu 800,. €/Monat u. a. in Berlin beschäfrtigt werden, st auch Dir bekannt im Land

Joachim Petrick 19.08.2013 | 14:45

"es ist beinahe lachhaft, wenn in naiv-linken Kreisen immer wieder Auffassungen von Staat und Gesellschaft herangezogen werden, die sich an irgendwelchen Idealvorstellungen orientieren, um dann die Überraschten zu mimen, dass sich in der politischen und gesellschaftlichen Realität nichts davon findet"

Selbst Kindern, die sich verweigern, Realitäten im Bildungs- Erfolg und Lerneifer zu schaffen, die die Erwachsenen ihnen predigen, werden bei ihrem Schamgefühl gepackt, warum da nicht auch die Eliten des Staates

Miamaria 19.08.2013 | 15:43

Ja es ist immer wieder schön auf die überprivilegierten Beamten einzudreschen, da ist einem die breite Zustimmung immer gewiss ;-)

"rechnest Du Funktioons- , Leistungszulagen, 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld dazu, eingedenk solcher geldwerten Zuwendungen wie Krankenkassenbeitrags- , Reha- Beihilfen dazu , bis Du IM NU da, wovon ich schrieb."

Gestatten Sie einer Beamtin hier zaghaft und untertänigst zu widersprechen: Leistungszulagen? Mir nicht bekannt. Urlaubsgeld? Schon lange abgeschafft. 13. Monatsgehalt? Zwar formal nicht abgeschafft, aber der Betrag wird auf 12 Monate verteilt, so dass es jeden Monat ein bisschen mehr gibt. Die alte Weihnachtszuwendung ist Geschichte.

Vater Staat spart sich bei den Beamten den Arbeitgeberbeitrag zur Krankenversicherung. Ich muss mich selbst versichern und erhalte im Krankheitsfalle eine Beihilfe von 50%. Das ist für den Staat wesentlich billiger als der monatliche Arbeitgeberanteil, da die Beihilfe nur anlassbezogen anfällt!

Übrigens sind auch Gehaltskürzungen bei uns StaatsdienerInnen  durchaus üblich und ganz einfach ohne lästige Tarifverhandlungen durchzuführen: So wurde die Arbeitszeit für Bundesbeamte vor einigen Jahren auf 41 Stunden/Woche erhöht. Faktisch eine Gehaltskürzung. Meine angestellte Kollegin arbeitet nach wie vor 39 Stunden.

Berlin: Als die angestellten Lehrer im vergangenen Schuljahr -ausgerechnet während der Abiturprüfungen(!) streikten, wurden die beamteten Lehrkräfte eingesetzt, um die Prüfungen dennoch ordnungsgemäß durchführen zu können.

Ach ja, hier in Berlin wurde bei Polizei und Berufsfeuerwehr so "nachhaltig" Personal eingespart, dass diese ihre Aufgaben kaum noch ordnungsgemäß erfüllen können.

Aber es ist natürlich einfacher, immer mal einen Rundumschlag gegen die Beamten zu machen....

Wird allerdings langsam langweilig, finden Sie nicht?

roswitha 19.08.2013 | 16:00

Übrigens sind auch Gehaltskürzungen bei uns StaatsdienerInnen  durchaus üblich und ganz einfach ohne lästige Tarifverhandlungen durchzuführen: So wurde die Arbeitszeit für Bundesbeamte vor einigen Jahren auf 41 Stunden/Woche erhöht. Faktisch eine Gehaltskürzung. Meine angestellte Kollegin arbeitet nach wie vor 39 Stunden.

Soweit ich weiß, gilt das für Lehrer nicht.

Ich muss mich selbst versichern und erhalte im Krankheitsfalle eine Beihilfe von 50%. Das ist für den Staat wesentlich billiger als der monatliche Arbeitgeberanteil, da die Beihilfe nur anlassbezogen anfällt!

Dafür dind die Pensionen dann wesentlich teurer für den Staat.

Im Übrigen bitte ich Sie, sich folgenden Link genau durchzulesen. Hier werden Fakten aufgezeigt, die die Ungerechtigkeiten mehr als deutlich machen.

Ein Rundum-Beamten-Bashing lehne ich auch ab; die auf der Hand liegenden Vorteile sind allerdings nicht zu leugnen. Auf Ungerechtigkeiten hinweisen hat nichts mit niveauloser Kritik zu tun.

Hier der Link:

http://www.schall-nrw.de/

Joachim Petrick 19.08.2013 | 16:06

"Dort waren ausnahmslos Journalisten  zu Gast, deren Beiträge von wenig Sachkenntnis dafür umso mehr populistischen Phrasen gekennzeichnet waren. "

 

In wiefern?

Meine Wahrnehmung war eine andere

Wurde da nicht viel Kenntnis im Detail zusammen getragen?, dass es letztendlich gar nicht gegen das Beamtentum an sich ging, sondern die Art des Umgangs der Politik in Bund, Ländern, Gemeinden mit dem Beamtentum als Drei Klassengesellschaft??

Joachim Petrick 19.08.2013 | 16:20

"Aber es ist natürlich einfacher, immer mal einen Rundumschlag gegen die Beamten zu machen..."

Welchen Rundumschlag, wenn ja, wessen meinen Sie hier?

Mir  geht es doch nicht darum berechtigtetes Forderungseigentum der Beamten zu schmälern, sondern darum, dass Beamte solidarisch dafür stehen, dass Kollegen neben ihnen, die gleiche Sicherheits ihres Forderungseiegentums erhalten, wie sie selber.

Ist das so schwer nachvollziehbar?

 

 

 

Miamaria 19.08.2013 | 19:30

Sie schreiben:

"So unterrichtet ein Lehrer in Klasse 6 A in der Besoldungsgruppe 13 A, unkündbar, mit einem Brutto-  Gehalt von 6 bi 7 Tausend €/Monat, während ein angestellter Lehrer in der Klasse 6 B nebenan, mit einem monatlichen Brutto- Gehalt von 3000.- €/Monat, jeder Zeit kündbar, wenn nicht gar als Saison Lehrer mit monatlichen 800,. €,  vorlieb nehmen muss, der vor den Sommerferien in die Arbeitslosigkeit geschickt wird, um nach den Sommerferien, bei Glück und guter Laune der Verhältnisse,  wieder prekär eingestellt zu werden"

Die Endstufe in der Besoldungsgruppe A13 liegt bei 4.070 EUR brutto für Landesbeamte. Selbst mit Zulagen/Kindergeld kommt da kein Lehrer auf 6-7tausend Euro.

Angestellte Lehrer werden im Land Berlin sofort in die Endstufe des T VÖD eingruppiert, d. h. sie kommen auf ca. 4.072 EUR brutto.

Dennoch gibt es ein Gehaltsgefälle zwischen verbeamteten und angestellten Lehrern, was ich auch kritisiere, das ist aber bei weitem nicht so hoch.

Das Pensionseintrittsalter wurde für Beamte übrigens an das Renteneintrittsalter angepasst -Rente mit 67, Pension mit 67.

Den Beamten sind auch nicht automatisch 70% des letzten Gehalts als Pension sicher: Es handelt sich hier um eine Obergrenze, die abhängig ist von der Anzahl der Dienstjahre. Diese Obergrenze betrug  einmal 75% u. wurde vor einiger Zeit gesenkt Dass die Pension voll versteuert wird, dürfte bekannt sein.

Ich möchte damit nur darauf hinweisen, dass die Beamtenprivilegien a) nicht so gewaltig sind wie kolportiert wird, b) durchaus nicht festgemeißelt sind und c) natürlich auch hinterfragt werden müssen.

Leider geht es dabei nicht immer fair zu.

 

"Nur die Beamten scheinen wie ein monolithischer Block lächelnd von allem ungerührt, unangetastet."

 

So ist es nicht.

 

Heimatloser 19.08.2013 | 21:11

"Mir  geht es doch nicht darum berechtigtetes Forderungseigentum der Beamten zu schmälern, sondern darum, dass Beamte solidarisch dafür stehen, dass Kollegen neben ihnen, die gleiche Sicherheits ihres Forderungseiegentums erhalten, wie sie selber."

Ziemlich scheinheilig ! Wo bleibt denn die Forderung, dass die Kollegen beim Daimler oder BMW sich solidarisch dafür einsetzen dass neben ihnen  Leiharbeiter oder gar Leute mit Werkverträgen für wesentlich wemiger Lohn die gleiche Arbeit machen ?

Sowohl der Fernsehbeitrag - den ich mir eben unter heftigen Schmerzen in ganzer Länge angetan habe - als auch der obige Beitrag sind ein Versuch, andere Beschäftigtengruppen gegen Beamte einzunehmen. Und beide bleiben eines schuldig, nämlich den Hinweis, was sie den statt dessen wollen.

 

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Ehemaliger Nutzer 19.08.2013 | 22:10

Und beide bleiben eines schuldig, nämlich den Hinweis, was sie den statt dessen wollen.

Vielleicht sollte der Beamtenstatus langsam abgeschafft werden?

Oder Verbeamtungen wenigstens auf ein Minimum reduziert werden?

Lehrer müssen jedenfalls nicht unbedingt verbeamtet sein. Denn wie man an den Kommentaren ablesen kann, scheinen schon heute viele Lehrer „nur noch“ im Angestelltenverhältnis beschäftigt zu sein.

Warum noch weiter an diesem alten Zopf festhalten?

Joachim Petrick 19.08.2013 | 23:44

"
Den Beamten sind auch nicht automatisch 70% des letzten Gehalts als Pension sicher: Es handelt sich hier um eine Obergrenze, die abhängig ist von der Anzahl der Dienstjahre. Diese Obergrenze betrug  einmal 75% u. wurde vor einiger Zeit gesenkt Dass die Pension voll versteuert wird, dürfte bekannt sein"

 

Das ist seit der Einführung der Agenda2010/Hartz IV Gesetze im Jahre 2003 bei Rentnern ebenso, nur eben bei einer Rentenanwartschaft von ca. 40 % des letzten Einkommens

roswitha 20.08.2013 | 09:52

Dennoch gibt es ein Gehaltsgefälle zwischen verbeamteten und angestellten Lehrern, was ich auch kritisiere, das ist aber bei weitem nicht so hoch.

Das Pensionseintrittsalter wurde für Beamte übrigens an das Renteneintrittsalter angepasst -Rente mit 67, Pension mit 67.

Den Beamten sind auch nicht automatisch 70% des letzten Gehalts als Pension sicher: Es handelt sich hier um eine Obergrenze, die abhängig ist von der Anzahl der Dienstjahre. Diese Obergrenze betrug  einmal 75% u. wurde vor einiger Zeit gesenkt Dass die Pension voll versteuert wird, dürfte bekannt sein.

70% Pension und 43% Rente. Kein großer Unterschied? Bei gleicher Ausbildung und gleichen Pflichten?

Ich verweise auf den Link:

http://www.schall-nrw.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=48&Itemid=100080

Außerdem auf das Buch "Die Vorsorgelüge" von Holger Balodis.

Für die Beamten IST vorgesorgt.

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Ehemaliger Nutzer 20.08.2013 | 16:54

Gute Frage. Stellen Sie sie mal öffentlich oder im Freundeskreis...

Ja, habe ich bereits. Und es besteht weitgehend Einigkeit, dass es durchaus Bereiche gibt, wo der Beamtenstatus sinnvoll erscheint. (z.B. Polizei, Finanz- und Rechtswesen). Mehr als fraglich ist aber, ob Lehrer verbeamtet sein müssen. Oder auch wisschenschaftliche Fachkräfte bei Behörden.  Mir fällt da jedenfalls keine sinnvolle Begründung ein. Nicht heutzutage, wo es schon ein Privileg ist, einen sicheren Arbeitsplatz mit ordentlicher Vergütung zu haben.

Achtermann 20.08.2013 | 18:56

Wer kennt nicht diese Wortschöpfung: Beitragsbemessungsgrenze. Das ist diese Ungerechtigkeitsgesetzgebung, bei der nur bis zu einem bestimmten Einkommen ein prozentualer Anteil des Lohnes an die Sozialversicherungssysteme eingezahlt werden muss. Und die wird zum Schutz der Besserverdienenden gemacht. Bei der Rentenversicherung liegt sie bei 5.800 Euro monatlichem Einkommen, bei der Krankenversicherung bei 4.350 Euro. Wer 100.000 Euro monatlich verdient, zahlt keinen Cent mehr.

Wer erinnert sich noch, dass die Sozialversicherungssysteme mal paritätisch gestaltet waren. Arbeitgeber und –nehmer zahlten jeweils 50 Prozent. Die politischen Entscheidungen der letzten Jahre, ob Rot-Grün, Schwarz-Rot oder Schwarz-Gelb, gingen immer in dieselbe Richtung zu Ungunsten der Lohnempfänger.

Oder nehmen wir das Dienstwagenprivileg: "Wer einen Dienstwagen fährt, darf diesen nicht nur für die Fahrt zur Arbeit oder zu einem Geschäftstermin nutzen, sondern auch für private Unternehmungen und sogar Urlaubsreisen. Voraussetzung ist dabei nur, dass für diese Freizeitnutzung der sogenannte geldwerte Vorteil versteuert wird. Das bedeutet, dass der Angestellte monatlich ein Prozent des Listenpreises des Fahrzeugs an den Fiskus zahlen muss." Ohne dieses Privileg wären die deutschen Großlimousinen in bedeutend geringerer Zahl auf deutschen Straßen zu sehen.

Nehmen wir die Großkonzerne in den Blick. Viele international agierende Unternehmen zahlen in Deutschland kaum Steuern, nicht etwa weil sie diese hinterzögen, das kommt auch vor, nein, die Gesetzgebung ist so gestaltet. Alles ist legal.

Schauen wir uns den Börsenhandel an: Da werden in Sekundenbruchteilen Geschäfte getätigt, ohne dass dafür eine Umsatzsteuer anfällt. Die kommenden Kleinrentner wurden genötigt, sich privat zu versichern. Die großen Versicherungskonzerne nehmen dieses Geld zu Spekulationszwecken. So gerecht oder ungerecht ist die reale Wirtschaftswelt in Deutschland.

Die davon Profitierenden können sich nur die Hände reiben, wenn innerhalb der abhängig Beschäftigten um die vermeintlichen Privilegien oder vielleicht auch tatsächlichen Mini-Privilegien gestritten wird. Die Ursachen der Vermögensumverteilung von unten nach oben geraten dabei völlig aus dem Blick.

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Ehemaliger Nutzer 21.08.2013 | 18:13

FRISST DER FREIE JOURNALIST SEINE ZEITUNG?

Ich habe selten so einen miesen und schlecht recherchierten Artikel gelesen wie diesen.  Allein der Verweis auf die sog. "Hartz 4" - Gesetze als Vergleich ist beachtenswert. Ansonsten beruft sich der Verfasser auf Inhalte einer Sendung und Thesen, die von einem anderen Journalisten verbreitet wurden, allerdings ohne auf entsprechende Zitate hinzuweisen.

Hier nun mal einige Erinnerungen an die realen Fakten:

a) Es ist unzutreffend, dass den Beamten 71 % ihrer letzten Bezüge als Pension "sicher sind".

Richtig ist: 71 % der Bruttobezüge sind nur von Wenigen zu erreichen, denn dies gibt es erst nach mittlerweile ca. 50 Dienstjahren. Im ERNST - wer schafft und erlebt das schon?

Für jedes Jahr eines früheren Eintritts werden 3,6 % abgezogen.

b) Vollkommen desinformiert ist der Artikelschreiber über die Besonderheiten der Beamtenversorgung in Bezug auf die Versteuerung und die Krankenversicherung. Nur zur Kenntnisnahme: Es werden monatlich die anfallenden Steuern SOFORT abgezogen. Und für die glorreiche Private Krankenversicherung sind Monatsbeiträge zu leisten, über die Rentner nur lachen können - nämlich im Schnitt an die 300 EUR!!

c) Zum Lehrerbeispiel - auch gerne in billigen Boulevardblättern aufgezeit - ist anzumerken, das von dieser Besoldunggruppe (früher richtig A 13) das Gros der Lehrer und anderer Beamten nur Träumen können - die Mehrheit der Beamten befindet sich vom Finanzamt bis zur Polizei im Mittleren Dienst, und dort ist die Besoldungsgruppe A 8 vorherrschend.

d) Die durchschnittliche/mittlere Pension in der genannten Summe von 2.500 EUR (BRUTTO) beinhaltet ergibt sich nicht aus dem Gros der Beamten, sondern vielmehr aus der Tatsache, dass zu viele hochbezahlte Bundesbeamte in die Statistik einfließen.

Beispiel: Ein Ministerialrat erhält ca. 7.000 EUR Pension, ein Polizeibeamter des Mittleren Dienstes 1.700 EUR. Daraus lassen sich vortrefflich tolle "Durchschnittswerte" errechnen.

e)Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld gibt es für die meisten Beamten in Deutschland (außer den Bundesbeamten der Regierung Merkel) schon lange nicht mehr. Ich empfehle dem Verfasser umfangreichere Recherchen vor Veröffentlichung seines nächsten "journalistischen Beitrags".

Zusammenfassung zur Abkürzung:

Es ist müßig noch mehr Zeit für die Kommentierung eines miserablen Artikels zu verwenden - Schade das "der Freitag" auf ein solch armseliges Niveau hinabgleitet.

Ich kann ein Abonnement leider nicht mehr empfehlen.

 

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Ehemaliger Nutzer 21.08.2013 | 21:00

Richtig ist: 71 % der Bruttobezüge sind nur von Wenigen zu erreichen, denn dies gibt es erst nach mittlerweile ca. 50 Dienstjahren. Im ERNST - wer schafft und erlebt das schon?

Für jedes Jahr eines früheren Eintritts werden 3,6 % abgezogen.

Tut mir leid, aber diese Angaben sind nicht korrekt bzw. ungenau.

„Nach derzeitiger Rechtslage steigert jedes volle Dienstjahr, in dem ein beamteter Beschäftigter zugleich Vollzeit gearbeitet hat, den individuellen Anspruch auf Ruhegehalt um den Wert 1,79375, so dass nach 40 Jahren der höchstmögliche Wert von 71,75 erreicht wird.“

Also von wegen 50 Dienstjahre!

„Wird ein Beamter ohne vorliegende Dienstunfähigkeit auf eigenen Wunsch vor Ablauf des 65. Lebensjahres in den Ruhestand versetzt (Altersgrenze soll analog zur gesetzlichen Rentenversicherung angehoben werden), so werden seine Ansprüche um 3,6 % pro Jahr des vorzeitigen Austrittes gekürzt. Ebenso wird bei einem Beamten, der wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt wird, das Ruhegehalt um 3,6 % für jedes Jahr vor Vollendung des 63. Lebensjahres gekürzt, maximal jedoch um 10,8 %.“ (Hervorhebungen von mir)

Von solchen großzügigen Regelungen können Angestellte und Arbeiter nur träumen.

Außerdem haben Beamten Anspruch auf eine Mindestversorgung, die aus dem Alimentationsprinzip folgt. Ledige Beamte erhalten 1399,96;€ (brutto) (Stand 2011).

Im Gegensatz dazu wird der sogenannte Eckrentner, der 45 Jahre mit durchschnittlichem Verdienst eines deutschen Arbeitnehmers gearbeitet hat und mit 67 Jahren 2030 in Rente geht, nicht die Armutsgrenze von 938 € erreichen.
Für Beamte zeichnet sich eine solche Entwicklung aufgrund des o.g. Alimentationsprinzips bisher nicht ab.

Quelle: Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Pension_%28Altersversorgung%29

roswitha 21.08.2013 | 21:30

Wenn man dem Regierungsbericht Glauben schenken darf, jammern Sie, lieber Deutschlaender, auf sehr hohem Niveau. Ich wünschte, Sie hätten zu den Renten genauso "recherchiert" wie das, was Sie zu den Pensionen zu sagen vermögen. Ich habe noch nie einen Rentner lachen hören, der z.B. wegen Tinnitus beim Arzt anruft und Monate auf einen Behandlungstermin warten muss, während ein Beamter sofort einen Termin bekommt. Nun aber der Regierungsbericht im O-Ton:

Für alle “normalen” Arbeitnehmer muss es sich anfühlen, wie ein Schlag ins Gesicht.
Die Tätigkeiten sind oft gleich – im Rentenalter wird jedoch erkennbar, was den Pensionär vom Rentner unterscheidet. Mit welcher Berechtigung?
Der neue Regierungsbericht zur Alterssicherung zeigt, dass z.B. Staatsdiener viel mehr kassieren als Normal-Rentner.
Fast die dreifache Summe hat ein Beamter im Ruhestand mehr auf seinem Konto als der Rentner, der auch noch mit seinem Arbeitgeber zusammen fleißig in die Rentenkasse eingezahlt hat.
Die Wahrheit ist im Grunde mehr als erschütternd – hier die Infos aus dem Bundessozialministerium:

Durchschnittswerte aus 2011
Bezüge Rentner EURO 985,00 (Ost 1.079,00)
Bezüge Rentnerin EURO 484,00 (Ost 715,00)
Witwerrente EURO 223,00 (Ost 268,00)
Witwenrente EURO 579,00 (Ost 616,00)

Beamter/Bund EURO 2.750,00
Landesbeamter EURO 2.940,00
Gemeindebeamter EURO 2.840,00
Beamtenwitwe EURO 1.580,00
Landesbeamtenwitwe EURO 1.690,00

Politiker-Pensionen EURO 3.004,00
Hinterbliebenen Pension EURO 2.029,00

Die Rentenkassen sind leer, aber aus dem Rententopf zahlen Bund und Länder an die Beamten/Abgeordneten und deren Hinterbliebene die stolze Summe von 112 Millionen Euro im Jahr!!! Wieviel Beamte braucht unser Land???

Alle 4 Jahre legt das Bundessozialministerium den Report mit den aktuellen Durchschnittshöhen der Altersbezüge vor. So sieht die Wahrheit über Renten und Pensionen derzeit aus.

Quelle: Verbraucherschutz.de

Ihr schnippischer Ton und Ihre Unkenntnis über die Situation der Rentner in Deutschland zeigt, dass Sie sich auf den Zeh getreten fühlen und dieses Gefühl mit "Einzelfakten", die außerhalb eines sinnvollen Kontexts aufgezählt werden, bestätigen wollen.

Die Fakten sprechen eine andere Sprache.

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Ehemaliger Nutzer 21.08.2013 | 22:07

Die Wahrheit lässt sich auch mit der obskuren Statistik irgendeines Bundesministeriums nicht mehr totschlagen. Und die Durchschnittswerte z. B. für "Gemeindebeamte" sind so lächerlich - dem nachzufolgen bedeutet, dass jeder Kommunalbeamte mindestens (und durchschnittlich)  in der Besoldungsgruppe A 11  aktiv gewesen sein muss - wie absurd ist diese Behauptung. Glauben jemand ernsthaft, das Wissende auf solch einen Nonsens hereinfallen? Schreibt jemand so etwas, wenn er "Gemeindebeamter" war? Wohl kaum, der Schreiberling ist eher Lichtjahre von Realität und Wissen entfernt.

Achso, selbst nach 40 Dienstjahren werden von maximal 71,75 % Versorgung pro Jahr 3,6 % abgezogen, wenn der Beamte es wagt, ohne Schwerbehinderung vor Erreichen der Altersgrenze von zur Zeit 67 Jahren in den Ruhestand zu treten. Da die Dienstzeit mit Vollendung des 17. Lebensjahres beginnt, bedeutet das sehr wohl eine maximale Dienstzeit von zur Zeit ca. 50 Jahren.

Den Tinnitus-Rentner in Ehren, möge er bald genesen. Keineswegs ist die Behauptung zutreffend, dass ein Tinnitus-Beamter irgendwelche Privilegien bekommt. Er muss heutzutage genauso lange warten wie alle Patienten - und nur das ist richtig so. Es wird gerne vergessen, dass Notfall-Patienten immer Priorität haben - oder ist das z. B. in Berlin anders?

Ein sinnvoller Kontext von Informierten ist hier wohl schwer zu erreichen. Möge ein Jeder noch ein bisschen herumguckeln, er kommt der Wahrheit vielleicht näher als hier.

Fakt ist, dass die andere Sprache sich gerne in Behauptungen und Halbwissen ergießt in der Hoffnung dass es irgendwann keine Widerworte mehr dazu gibt. Leicht durchschaubare schnippische Bemerkungen verfeinern nur das ganze Brimborium.

 

 

roswitha 21.08.2013 | 22:48

Sie haben Recht, der Regierungsbericht ist nicht besser als ein Boulevardblatt. Leider muss ich zugeben, dass ich immer dachte, das Thema "Altersarmut" bezöge sich auf Rentner; glücklicherweise bekomme ich noch früh genug die Möglichkeit, mich korrigieren zu lassen: Gemeint sind die Beamten.

Bei denen habe ich leider auch viel zu lange übersehen, wie inbrünstig sie um Entlassung aus dem Beamtenstatus gebettelt haben und wie gerne sie die private Krankenversicherung gegen die Pflichtversicherung eingetauscht hätten. Aber solche Ungenauigkeiten können jedem mal passieren.

Außerdem: Die meisten Tafelbesucher im Alter über 65 sind nachgewiesenermaßen ehemalige Beamte. Wie konnte ich je etwas anderes denken.

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Ehemaliger Nutzer 21.08.2013 | 23:02

Die Quellen aus denenman schöpfen kann sind offen und zugänglich. Mein Beitrag zum Vergleich der Renten mit den Versorgungsbezügen war geschöpft aus den entsprechenden Quellen wie zum Beispiel den Merkblättern der Versorgungskassen, dem Beamtenversorgungsgesetz etc. , und er war ehrlich und unverbogen. Gelogen wird wohl woanders.

Wenn die Fakten  erschlagen und die Argumente ausgehen, ergreift als letztes Mittel die Satire das Wort.

Allen nichtbeamteten Jornalisten und Storytellern wünsche ich trotzdem jetzt zur Nacht einen gesegneten BEAMTENSCHLAF.

 

roswitha 22.08.2013 | 10:01

Noch einmal:

"Ihr schnippischer Ton und Ihre Unkenntnis über die Situation der Rentner in Deutschland zeigt, dass Sie sich auf den Zeh getreten fühlen und dieses Gefühl mit "Einzelfakten", die außerhalb eines sinnvollen Kontexts aufgezählt werden, bestätigen wollen.

Die Fakten sprechen eine andere Sprache."

Auch ich schöpfe aus offenen und zugänglichen Quellen. Die Erfahrung einer Zwei-Klassen-Medizin wird von meinen Beamten-Freunden übrigens auch so erlebt. Tag für Tag.

Was anderes als Satire bleibt als Reaktion nicht übrig , wenn jemand Fakten leugnet und Argumente nicht abwägt.