Kulturwissenschaft
14.02.2013 | 16:15

Berlinale: Layla Fourie

Der südafrikanische Wettbewerbsbeitrag beginnt sehr eindringlich, verliert sich dann aber in zu vielen Andeutungen und Möglichkeiten.

Layla Fourie ist eine alleinerziehende Mutter, die mit ihrem kleinen Sohn in Johannisburg lebt. Ganz auf sich gestellt, kämpft sie für sich und ihren Sohn um ein gutes Leben. Gerade hat sie einen neuen Job bekommen in einer Firma, die Unternehmen u.a. anbietet, Einstellungsgespräche mit einem Lügendetektor zu führen. Layla soll zu einem Casino fahren, um dort solche Gespräche zu führen. Da sie niemandem das Kind anvertrauen kann, nimmt sie ihn mit. Die Fahrt ist lang. Als es beginnt, dunkel zu werden, ergreift Layla zunehmende Unsicherheit.  Sie ist nicht voll konzentriert und überfährt einen Mann. Als sie ihn zum Krankenhaus bringen will, ist dort geschlossen und der Mann tot.  Layla versucht weiter, das Richtige zu tun. Sie fährt zum Polizeirevier, aber aus Angst, ihren Sohn zu verlieren, entschließt sie sich dann, den toten Mann auf der Müllkippe abzuladen.

Soweit die Exposition, die schon sehr konstruiert und nicht sehr glaubwürdig wirkt; dennoch hätte es jetzt noch eine interessante Geschichte werden können, zum Beispiel über dasVerhältnis zwischen Layla und ihrem Sohn, der alles gesehen hat oder  Layla und ihrem beruflichen Tun, in dem es um Wahrheit geht.

Doch der Film verzettelt sich, er möchte zu viel erzählen bei dem er aber über die Andeutung nicht hinaus kommt. So bekommt jetzt Layla als ersten Einstellungskandidaten ausgerechnet den Sohn der Überfahrenden (gespielt von August Diehl). Diese Szene ist exemplarisch für den  Film: es gibt ein wenig Kritik an dem Lügendetektortest, ein wenig Postapartheidsgeplauder, ein wenig erotisches Geplänkel, Mutter-Sohn-Beziehung, aber keine wirklich  interessante Entwicklung.

August Diehl wirkt in seiner Rolle so unentschlossen wie die Erzählstruktur.  Seine Figur macht den Eindruck als könne er mit ihr genauso wenig anfangen wie der Zuschauer irgendwann. Im Zweifelsfall schaut er dann ebenso wie seine Filmpartnerin der Layla zu Boden. Das geschieht dann sehr oft und die Sätze werden so gesagt als wären sie nicht so gemeint- das mag dem zugrundeliegenden "Spiel" zwischen Wahrheit und Unwahrheit geschuldet sein- mich hat es dann aber sehr schnell nicht mehr interessiert.

Wäre nicht der Schauplatz der Geschichte, könnte man sagen, muß nicht sein. So aber erzählt der Film nebenbei viel  über das Land, in dem er spielt.

Ein Land, in dem die Menschen vor allem panische Angst voreinander haben. Eine Angst,  die ihnen keine Maschine nehmen kann.