Kulturwissenschaft
11.02.2013 | 12:31

Berlinale: Retrospektive und Gloria

Qual ist das Stichwort zu den letzten beiden Filmen, die ich gesehen habe. Begonnen hat es gestern abend mit der singenden Quarktasche Maurice Chevalier, weiter ging es

heute morgen im Friedrichstadtpalast.

Jens Balzer klagte kürzlich, die Sexszenen würde er ohne Frühstück so schwer vertragen. Nun ich kann ihm hiermit versichern, Maurice Chevalier ohne Abendbrot ist auch kein Zuckerschlecken (wobei ich mir sicher bin, auch mit Abendbrot ist das gräßlich). An dem Film "Pieges" (Retrospektive) von Robert Siodmak war das einzig Gute Erich von Strohheim, doch der war schon nach einer halben Stunde tot und dann war der Film noch sehr, sehr lang (mit viel M.C.)... 

Der Wettbewerbsbeitrag "Gloria" konnte da gut anknüpfen.

Zur Geschichte: Nach quälenden anderthalb Stunden schießt eine Frau, die aussieht wie Dustin Hoffmann in "Tootsie"- aber bei weitem langweiliger ist, ihren ebenfalls langweiligen Liebhaber mit einer Paintballwaffe - Farbe grün- über den Haufen.

Dazwischen gibt es ein wenig Alterssex, einige Drogen und zwei, drei hübsche Lieder.

Wahrscheinlich muß eine Exposition dermaßen langweilig sein, um einen Knalleffekt (man verzeihe den Kalauer) zu erzielen, dass Publikum jedenfalls freute sich sehr.

Ich hoffe, die Perspektive deutsches Kino reißt es jetzt wieder raus.