Kulturwissenschaft
15.02.2013 | 15:03

Berlinale: Uroki Garmonii

Harmony Lessons Keine Harmonie, nirgends. Der kasachische Wettbewerbsbeitrag ist vor allem eines: zu lang.

Wer das aushält, wird belohnt mit schön komponierten, metaphorischen Bildern. In einer archaisch anmutenden Landschaft lebt ein vielleicht 14jähriger Junge bei einer Verwandten. Der Hof, das Haus lassen auf ärmliche, dörfliche Verhältnisse schließen. Der Titel des Films ist pure Ironie: Zu Beginn des Films schlachtet der Junge einen Hammel. In der Schule, in die er geht, ist die Gewalt gängiges Kommunikationsmittel, von den Erwachsenen zu den Kindern, zwischen den Kindern- jeder hat noch einen, der ihn drangsaliert.  Das geht dann bis zum Mord.

Der Film ist eine Auseinandersetzung mit Gewalt in allen Facetten: Tiere essen, Tiere quälen, Menschen töten; und in all ihren Institutionen: Sport (es würde mich nicht wundern, wenn der Regisseur übergewichtig wäre, so sehr scheint er sportliche Leistungssträger zu hassen), Schule, Mafia, Gefängnis, Polizei.

Allerdings gibt es so viele Verweise, Andeutungen und schlechte Mechanismen, die es zu zeigen gilt, daß der Film dann so dröge wie eine Versuchsanordnung wirkt. (Was ihn aber durchaus zu einem Bärenanwärter machen könnte, denn 1. ist er mit Geld aus dem Berlinale Weltkino Fond koproduziert und 2. hat der diesjährige Juryvorsitzende ja auch eine  Vorliebe für Versuchsanordnungen)

Eine auf Gewalt basierende Gesellschaft- fotografiert in schöner, karger Landschaft, mir ist das für einen Bären dann zu wenig.