Leopold
15.02.2013 | 11:07 1

Unsere Zeit

Ein Wettrennen. Spieglein, Spieglein an der Wand, wer belebt den Schönsten aller Planeten im Universum?

Was könnte heutzutage Schönheit bedeuten, meines Erachtens ist Schönheit gottgetreues Handeln in Zeiten zunehmender Gottentfremdung. Jetzt bleibt die Frage, tritt diese Schönheit überhaupt in irgendeiner Kunst hervor? Vermutlich kaum, denn die Schönheit, an die ich dachte, ist an eine Lebenshaltung, eine Lebensweise gebunden, welche die Umwelt schützt. Das Bestreben, im Sinne Gottes zu handeln und ein Paradies auf Erden zu schaffen oder wenigstens die Absicht zu verfolgen, die Erde nachhaltig zu bewahren, setzt voraus, dass wir nicht ausbeuten und zerstören. Die heutige Kunst steht nicht an erster Stelle der Umweltsünden, verursacht aber auch Umweltschädigung sowie Unterdrückung von Menschen. Ob ein Maler giftige Malmittel verwendet, ein Bildhauer mit Hilfe einer elektrischen Maschine ein Objekt fertigt oder ein Regisseur einen Film dreht. Man müsste schon wie Andy Goldsworthy Steine stapeln, allerdings ohne diesen kreativen Akt medienwirksam zu verwerten, damit die Umwelt konsequent geschont wird und man sich letztendlich nicht von Gott entfremdet. Es dürfte auch ein Lied gesungen werden, solange elektrische Verstärker, die Atomstrom benutzen nicht eingesetzt werden. Gottgetreues Handeln impliziert, dass man seine Kunst nicht zur Ware macht, dass man mit etwas Schönem keinen gewerbsmäßigen Handel betreibt. Kunst, die durch industrielle Vervielfältigung vermehrt sowie vertrieben wird, keine Einzigartigkeit mehr darstellt und zur Zerstörung unseres Planeten beiträgt, ist im Grunde hässlich und sinnlos. Die Annahme der Futuristen, ein Rennwagen sei schöner als die Nike von Samothrake war etwas kurzsichtig und letztendlich falsch. Denn was nützt es der Menschheit, wenn alle den Anspruch erheben, Auto fahren zu wollen, die Umwelt durch Straßen verschandelt und durch Abgase verpestet wird? Gar nichts. Es erfüllt die Menschheit die Prophezeiung von der Apokalypse. Selbstverständlich ist ein Bach Konzert, welches auf eine Audio-CD gebrannt wurde und in einer Stereoanlage abgespielt wird, irgendwo schön. Doch wir wissen nicht wohin mit dem Atommüll und das gefährdet unsere Existenz. Da sind Prioritäten zu setzen. Was ist wichtiger? Das Überleben nachfolgender Generationen oder die Beschallung durch konservierte und reproduzierte Musik in Stereoanlagen, die viel Energie saugen? Davon mal abgesehen, ist das Erlebnis direkt wahrgenommener, akustischer Musik, die der Nächste spielt oder man selbst, von viel höherem Wert, alleine was den Klang anbelangt wie auch das Wohlbefinden der Seele dabei. Ein Vorteil wäre zudem, dass der einfache Mensch sich selbst wieder zu einem schöpferischen, kreativen Menschen machte, in dem er selbst musizierte und nicht der Anbetung eines Götzenkultes erläge, einem Musikmarkt, der durch seine Maschinerie nicht nur umweltzerstörend ist, sondern auch nicht zum Heil der Menschen beiträgt, nicht aufklärt und keine Freiheit schafft. Das ist das grundlegende Problem in unserer modernen Gesellschaft, dass wir nicht nur den individuellen Zugriff auf die Natur verloren haben, wir sind zwangsläufig Teil einer großen Fabrik, wo wir quasi als Leibeigene für ein fragwürdiges Ziel arbeiten. Wir haben uns vom Selbst und von Gott entfremdet. Zu einem gesunden Lebenskreislauf gehört es, dass man die Erde nachhaltig bewahrt, also bescheidene Häuser baut, Obst und Gemüse selbst anpflanzt und eine erdverbundene Kultur pflegt. Man ist im Reinen mit sich und Gott, wenn man der Natur heiligt, sie nicht ausbeutet und jäh zerstört, sich nicht darin versucht, Gottes Platz streitig zu machen, sprich in die Schöpfung einzugreifen, wie es durch beispielsweise Genmanipulation geschieht oder durch das Bestreben, um jeden Preis, das Universum zu erobern. Wir haben die von Gott gesetzten Grenzen zu akzeptieren, wir dürfen uns nicht über sie erheben, es ist nicht alles erlaubt und möglich für uns Menschen, wir dürfen nicht das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur gefährden, wir dürfen nichts tun, von dem wir die weiteren Konsequenzen nicht abschätzen können. Der Eingriff in die Erbanlagen, die Nutzung der Atomenergie oder die Entwicklung der Raumfahrt sind Beispiele. Aus der heutigen Kunst ist der religiöse Gehalt nahezu komplett verschwunden. Im Film überwiegt eine realitätsferne Action, die durch Gewaltverherrlichung und Sexismus spannend und fesselnd wirken soll. Das Medium Film wird vornehmlich verklärend und verschleiernd eingesetzt und wird kaum zur Aufklärung genutzt, der Mensch wird in eine Trauma bewirkende Fantasiewelt entführt, Gewalt, Mord und Totschlag, Sex und Kriminalität führen zu Alpträumen, Ängsten und regen zu einer verkehrten Sicht auf das Leben an. Was Liebe wirklich ist und was sie fordert, wird selten behandelt. Wenn Liebe das Thema ist, so oft in einer verkitschten Form und aus dem gesamten Kontext herausgerissen, denn die Liebe gilt nicht nur einem einzelnen Menschen, sondern auch Gott, der Natur, dem Tier, dem Mitmenschen. Und es bleiben die drängenden Fragen, ob man ein Kind in diese abtrünnige, dem Untergang geweihte Welt setzen sollte? Unsere Fruchtbarkeit aber verlangt uns eigentlich ein konsequentes, koscheres Verhalten ab. Denn das Leben nach unserem eigenen, kann uns nicht egal sein. Warum nur, wurden die Mahner und Skeptiker so sehr ignoriert, diejenigen, die schreiend aus den ersten Filmvorführungen wegrannten, die das Herannahen der ersten Züge als Vorzeichen des Weltuntergangs sahen? Man denke an Fritz Langs Film Metropolis, in dem eine Zweiklassengesellschaft herrscht und die Unterdrückten die gigantische, monströse Metropole, durch Bedienen einer großen Maschine, durch Erhalt der technischen Welt versorgen. In der ersten Klasse amüsieren sich die Herrenmenschen, die Unterdrücker. Nur die Liebe und das Wirken eines Engels, eines guten Geistes kann die Ungerechtigkeit und das Leid der Arbeiter abwenden. Ähnlich verhält es sich mit dem heutigen Ultrakapitalismus, es gibt eine Hierarchie, Unterdrücker und Unterdrückte, Armut und Reichtum. Die Technik hat unser Leben in Schwindel erregende Höhe gebracht, ob es die Arbeit im Wolkenkratzer ist oder an Bord eines Raumschiffes. Irgendwann wird den Menschen gewahr werden, dass im hundertsten Stockwerk keine Kartoffeln wachsen, dann, wenn die ökologische, wie ökonomische Katastrophe sich auf dem ausgebeuteten und zerstörten Boden vollzieht. Nach mir die Sintflut ist die vorherrschende Lebenseinstellung und dem ist entgegenzuwirken. Wir sind weit entfernt von einer friedlichen Welt, die nur noch den Pazifismus lebte. Im Gegenteil, es gibt zahlreiche bewaffnete Konflikte, Kriegsherde und in den scheinbar sicheren Gebieten wird an neuer Kriegstechnologie gefeilt, hier werden Waffen produziert. Aber es wird nicht nur die Hardware geliefert, es werden selbst Kinder militärisch erzogen durch vornehmlich Computerspiele. Die sogenannten Ballerspiele trainieren das virtuelle Töten per Mausklick an und sind in ihrer Perversion derart übersteigert, dass die drohenden Kriege der Zukunft mit einer Bestialität ausgeführt würden, dass es verwunderlich ist, dass Menschenrechtler nicht schon heute protestieren. Kriegsspielzeug und der Tötungsgedanke in Bild und Wort sind zu überwinden, sind zu verbieten. Pazifismus, der Weltfrieden beginnt erst, wenn ein Land anfängt, sich zu entmilitarisieren. Es ist die Aufgabe einer Zensur, die Menschen vor harschem, sinnlosem, Unfrieden stiftendem Gedankengut zu schützen. Die Entwicklung einer besseren Gesellschaft ist voranzutreiben. Und das hat mit schmerzlichen Einschnitten zu tun, mit Verzicht und Entbehrung. Denn die oberste Priorität muss der Erhalt der Erde sein und dafür muss beispielsweise die Umweltbelastung rigoros zurückgeschraubt werden, die Umwelt muss rekultiviert werden. Der Turmbau zu Babel ist zu stoppen, die Lebensphilosophie ist zu verändern, es geht nicht immer höher, schneller und weiter für die Menschheit, der Wahn der Mobilität ist zu überwinden, wir müssen an Ort und Stelle Wurzeln schlagen und dort um das Überleben kämpfen, da müssen wir erkennen, dass die letzten Wälder bedroht sind und die letzten Quellen im Begriff sind, verseucht zu werden. Es führt uns das Leitbild, die Vision von der Star Wars Science-Fiction in eine Irre, eine Sackgasse. Es ist nicht erstrebenswert in einem Raumschiff das Universum zu erkunden, wir haben hier auf der Erde das Paradies zu begründen und wenn die Filmindustrie Inhalte schafft, in denen es einfach nur um einen weiteren Krieg fernab der Erde geht, so ist das hochgradig gefährlich und definitiv zu verbieten, da der Mensch seine ehrenwerten Vorbilder verliert und er genau diese Science-Fiction-Realität zu verwirklichen sucht. Es werden die Kriege der Zukunft simuliert und sie werden konkret vorbereitet. Was wollen wir auf Teufel komm raus diese Realität erzeugen? Können die Künstler, die Visionäre und Regierungen nicht schönere, harmonischere, gottgetreuere Lebensziele formulieren?

Kommentare (1)

Oberham 15.02.2013 | 12:55

Ich formuliere mir meine Lebensziele selber! Einen Gott brauche ich dazu nicht!

Ich bin sowas von glücklich nicht in der Mitte der Nahrungskette zu rangieren, ergo habe ich keinerlei Ängste zu ertragen, außer jene krank zu werden - doch das versuche ich durch Achtsamkeit zu vermeiden.

Ich kann nicht verhindern dass die meisten anderen Menschen sich in die Wettkampfarena begeben und dort ihre Zeit und ihre Leben den Gewinnern opfern, hoffend selber zu gewinnen.

Dabei haben wir doch alles gewonnen - was es zu gewinnen gibt - das Leben selbst - jede Sekunde Lebenszeit ist unbezahlbar - wer sie opfert - ist ein Idiot wenn er es freiwillig tut, ein Opfer wenn er tatsächlich dazu gezwungen wird.

Ich bin kein Opfer, wohl für die meisten Menschen ein Idiot, doch das ficht mich nicht an, da ich ja umgekehrt das gleiche denke.

Insofern sollte man nicht soviel hoffen, sondern vielmehr seine Freiheit nutzen!

Das Wort Gott ist schlicht ein Witz in meinen Augen.