Lutz Herden
16.08.2013 | 06:00 15

Gegner auf Augenhöhe

USA/Russland Von einer strategischen Partnerschaft zwischen beiden Staaten und Systemen war zwar viel die Rede, doch eine Allianz auf Augenhöhe kam nie zustande

Gegner auf Augenhöhe

Rivalen aus Tradition: Barack Obama und Wladimir Putin

Foto: Jewel Samad/ AFP/ Getty Images

Da US-Regierungen gern den globalen Zuchtmeister geben, wird jetzt also Russland wegen des Asyls für Edward Snowden bestraft. Barack Obama kommt zwar zum G20-Gipfel nach St. Petersburg, ist aber für Gastgeber Wladimir Putin nicht zu sprechen. Die wenig souveräne Trotzreaktion schreibt ein diplomatisches Desaster fort, in das sich der US-Präsident selbst manövriert hat, indem er verbissen auf der Auslieferung des Abtrünnigen bestand. Ohne Wenn und Aber! Wer etwas auf sich hält, konnte dem schlecht nachgeben. Wurde in Washington ernsthaft erwartet, dass ausgerechnet Russland tut, wie ihm geheißen?

Allenthalben wird nun der Eindruck erweckt, der Fall Snowden lasse von „strategischer Partnerschaft“ zwischen den USA und Russland nicht viel übrig. Wie kann verloren gehen, was nicht vorhanden ist? Die Allianz auf Augenhöhe kam zwischen beiden Staaten und Systemen nie zustande, weil die Gegner von einst keine Freunde wurden, sondern Gegenspieler blieben. Sicher gab es seit 1990 immer wieder Phasen, in denen nationale Interessen zu pragmatischen Agreements führten. So brauchten die Amerikaner russischen Transit, um ihre Truppen in Afghanistan zu versorgen. Im Gegenzug wurde eine NATO-Mitgliedschaft Georgiens auf Eis gelegt oder der Aufbau einer Raketenabwehr, die sich objektiv gegen Russland richtete, nicht mit der Vehemenz betrieben, wie das unter Präsident George W. Bush geschah. Im Moment jedoch scheint das Reservoir der Arrangements ausgeschöpft.

Die Transportkorridore für die US-Armee nach Mittelasien werden nach 2014 nicht mehr wie bisher gebraucht. Auch dürfte Russland weder verschärften Iran-Sanktionen zustimmen noch seinen Verbündeten Syrien fallen lassen, damit Präsident Assad leichter gestürzt werden kann. Und nuklear abrüsten wird Putin erst dann, wenn das Projekt Raketenabwehr endgültig beerdigt ist. Wer vorübergehend nichts miteinander anfangen kann, hat wenig zu bereden. Doch irrt Obama, wenn er Putin vorwirft, nach wie vor im Kalten Krieg zu leben. Nicht Ideologien scheiden Russen und Amerikaner, sondern Rivalitäten, die sie um ihrer selbst willen austragen.

Kommentare (15)

die Realistin 16.08.2013 | 11:23

Wie immer hat L.Herden es auf den Punkt gebracht!

Ja, Partner waren diese beiden Großmächte nie und werden es wohl auch nie werden.

Ich habe viel an Putin "auszusetzten" und hatte, ehrlich gesagt, schon Angst, er werde klein beigeben und Snowden ausliefern.

Denn mich hatte wütend gemacht, daß er an ein Verbleiben S. Bedingungen knüfte!

Ich hab auch viele Bedenlen gegen seine Innenpolitik bezgl. solcher Leute wie Luschkow (ehem.Bürgermeister) und Serdjukow (ehem.Verteidigungsminister) oder  die enge Einbeziehung der orth.Kirche in staatliche Angelegenheiten.

Aber das sind innere Angelegenheiten...die mich aber sehr beschäftigen, da ich die sowjetisch-russische Mentalität recht gut zu kennen glaube; ich war Russisch-Dolmetscherin  und habe  jahrelang unmittelbar mit damals noch Sowjetbürgern zusammen gearbeitet.

Aber in puncto Außenpolitik gebe ich Putin und Lawrow vollkommen Recht und freue mich, dass sie sich den USA nicht anbiedern (wie die EU).

Obama zeigt einfach, wie unausgegoren er und seine Politik sind!

Das Bild wird "köstlich" wenn er dann in Petersburg als Gast Russlands und eben Putin  diesem bockig "die Hand nicht geben wird"...

danki 16.08.2013 | 14:36

Nachdem sich Gorbatschow-in den USA hat er Reklame für Pizza im Werb-TV gemacht(!)-von dem US-Schauspielerpräsidenten Reagan  hat über den Tisch ziehen lassen und die Sowjetunion durch Zerfall ihrer Staaten aufhörte zu existieren,fühlen sich die USA mehr denn je bestätigt,der Herr im Welthaus zu sein.Sie geben den (imperialen) Ton an und nur demjenigen die Hand,der ihrem Gesang zustimmt!

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Ehemaliger Nutzer 16.08.2013 | 16:37

Wir alle sind Täter denn wir sind Teil eines Systems das für die Masse zu einem sehr hohen Lebensstandard geführt hat welches ohne Ausnahme die Leistungsfähigkeit des Einzelnen übersteigt.

Die Triebfeder ist der Egoismus, Selbstüberschätzung und allgemein die Dummheit denn diese wird im kapitalistischen System besonders hofiert da kritiklos!! Die meisten Menschen im Kapitalismus sind davon überzeugt das das was sie besitzen  auch verdient haben obwohl viele von denen  gerade Mal eine Grasnarbe ausrupfen könnten, gerade bei den so genannten Eliten ist das der Fall daher bespitzeln se auch die Bevölkerung!!! Schuld ist die Propaganda die in Form von Werbung Gehirnwäsche betreibt indem alles was gedacht und diskutiert wird über einen zentral gelenkten Mainstream vorgegeben wird worüber alle künstlichen Wertmaßstäbe des Kapitalismus mittels eines Starkults transportiert werden.

Das Schlechte findet sich dort als das Gute wieder und als Kämpfer für die Freiheit!!!

Ich halte Putin für nicht so schlecht wie er vom Westen gemacht wird. Ich glaube er ist ein harter Knochen aber das muss man auch sein in Russland. Ich kann es im Grunde auch nicht beurteilen. Putin wirkt aber auf mich authentisch wenn ich ihn sehe!!! Obama und Amerika verliert gerade diese Authentizität!!

Tollschock 16.08.2013 | 18:13

Ich möchte widersprechen bezüglich der Rivalitäten. Wenn es so formuliert ist wird Obama Recht gegeben und Putin in die Buhmannecke geschoben. Russland hat es nicht nötig sich der imperialen USA zu beugen. Da wird etwas verwechselt. Nur weil andere kuschen muß Russland das nicht auch machen. Zum anderen haben amerikanische Berater der Friedmann - Doktrin schon genug unheil angerichtet. Die USA meint mit Freiheit auch nicht immer das was jeder darunter versteht. Russland ist ein Land mit vielen Problemen. Das sollte aber nicht davon ablenken das die USA nicht weniger Probleme hat wenn nicht sogar mehr. Nur weil der Präsi den Nobelpreis bekommen hat (und mittlerweile diesen nicht einmal mehr verdient!) ist er nicht zwangsweise der bessere Staatsführer. Er ist zwar nicht homophob wie Putin aber dafür macht er andere Dinge die mindestens genauso verachtenswert sind. Denn weder Manning noch Snowden sind Feinde der USA noch sind sie wirkliche Lügner. Die müssen wir in diesem Spiel woanders suchen. Beide Staatspräsidenten konkurrieren eigent mit negativem Potential und sollten deswegen eher nicht mit Fingern auf den jeweils anderen zeigen. Problematisch ist allenfalls das die Eliten des Westens nicht ganz mit den Eliten des Ostens harmonieren und dort nicht immer ihren doktrinären Mist verbreiten dürfen. Das finde ich nämlich gut aber nicht zwangsläufig besser. Ein verzicht auf deren falsche Kultur der Heimtücke und des Betrugs wäre allenthalben besser.

Satylos 18.08.2013 | 17:02

Nach dem WW II waren die USA und die UdSSR schlagartig Konkurrenten um die Weltherrschaft. Seither hat sich nichts geändert und wird sich vermutlich niemals mehr etwas ändern, so freundlich oder unfreundlich man öffentlich miteinander umgeht. Die Unversöhnlichkeit, mit der beide Seiten ihre Ziele verfolgten und weiterverfolgen, war zu Sowjetzeiten anders begründet worden als heute, aber die Begründungen beider Seiten entsprachen niemals ihren wirklichen Absichten und Zielen. Die Öffentlichkeit wurde während des „Kalten Krieges“ und wird auch heute noch betrogen. Sie lieben sich nicht gerade, aber sie haben auch beide sehr viel Gemeinsames, und wir sollten froh darüber sein, daß sie über ihre eigenen ideologischen Probleme stolpern und ihre Rivalität austoben. Sollte aber diese strategische Partnerschaft dereinst wörtlich zu nehmende Realität sein, und das was Rußland und die USA aufs innigste verbindet, aber derzeit noch nicht diskutiert wird, Gegenstand öffentlichen Staunens werden, dann ist die gemeinsame Weltherrschaft dieser beiden Mächte eine Tatsache, unter der alle anderen Nationen zu leiden haben werden … E. Snowden ist vermutlich nur eine Marionette wider seinen Willen, die bloß etwas ausplaudert, was sich jedes vernunftbegabte Wesen hätte längst selber denken können, die also in einem Theater dient, dessen Bedeutung von der Welt im oben genannten Sinne noch nicht durchschaut wurde, nicht durchschaut werden kann bei all der Lügenpropaganda der einen wie der anderen Seite, damit alles so bleiben möge wie es ist ...     

Andreas Schlüter 19.08.2013 | 13:33

Hinter dem äußerlich einfach nur kindisch erscheinenden US Spektakel zum Asyl von Snowden in Russland lugt eine viel besorgniserregendere Wirklichkeit durch! Putins Äußerung, Snowden könne in Rusland bleiben, wenn er aufhöre, dem US-amerikanischen Partner zu schaden, bekommt mit einem Vorgang am Vormittag vor der Äußerung eine erschreckende Dimension, wie in diesem Artikel dargelegt (leider auf Englisch):

http://wipokuli.wordpress.com/2013/08/02/snowden-putin-and-the-us-russian-partnership-some-legitimate-speculations/

Andreas Schlüter

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Andreas Schlüter 19.08.2013 | 13:33

Hinter dem äußerlich einfach nur kindisch erscheinenden US Spektakel zum Asyl von Snowden in Russland lugt eine viel besorgniserregendere Wirklichkeit durch! Putins Äußerung, Snowden könne in Rusland bleiben, wenn er aufhöre, dem US-amerikanischen Partner zu schaden, bekommt mit einem Vorgang am Vormittag vor der Äußerung eine erschreckende Dimension, wie in diesem Artikel dargelegt (leider auf Englisch):

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Andreas Schlüter 19.08.2013 | 13:34

Hinter dem äußerlich einfach nur kindisch erscheinenden US Spektakel zum Asyl von Snowden in Russland lugt eine viel besorgniserregendere Wirklichkeit durch! Putins Äußerung, Snowden könne in Rusland bleiben, wenn er aufhöre, dem US-amerikanischen Partner zu schaden, bekommt mit einem Vorgang am Vormittag vor der Äußerung eine erschreckende Dimension, wie in diesem Artikel dargelegt (leider auf Englisch):

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Andreas Schlüter 19.08.2013 | 13:35

Hinter dem äußerlich einfach nur kindisch erscheinenden US Spektakel zum Asyl von Snowden in Russland lugt eine viel besorgniserregendere Wirklichkeit durch! Putins Äußerung, Snowden könne in Rusland bleiben, wenn er aufhöre, dem US-amerikanischen Partner zu schaden, bekommt mit einem Vorgang am Vormittag vor der Äußerung eine erschreckende Dimension, wie in diesem Artikel dargelegt (leider auf Englisch):

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Andreas Schlüter 19.08.2013 | 13:37

Hinter dem äußerlich einfach nur kindisch erscheinenden US Spektakel zum Asyl von Snowden in Russland lugt eine viel besorgniserregendere Wirklichkeit durch! Putins Äußerung, Snowden könne in Rusland bleiben, wenn er aufhöre, dem US-amerikanischen Partner zu schaden, bekommt mit einem Vorgang am Vormittag vor der Äußerung eine erschreckende Dimension, wie in diesem Artikel dargelegt (leider auf Englisch):

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Andreas Schlüter 19.08.2013 | 13:38

Hinter dem äußerlich einfach nur kindisch erscheinenden US Spektakel zum Asyl von Snowden in Russland lugt eine viel besorgniserregendere Wirklichkeit durch! Putins Äußerung, Snowden könne in Rusland bleiben, wenn er aufhöre, dem US-amerikanischen Partner zu schaden, bekommt mit einem Vorgang am Vormittag vor der Äußerung eine erschreckende Dimension, wie in diesem Artikel dargelegt (leider auf Englisch):

http://wipokuli.wordpress.com/2013/08/02/snowden-putin-and-the-us-russian-partnership-some-legitimate-speculations/

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Andreas Schlüter 19.08.2013 | 13:38

Hinter dem äußerlich einfach nur kindisch erscheinenden US Spektakel zum Asyl von Snowden in Russland lugt eine viel besorgniserregendere Wirklichkeit durch! Putins Äußerung, Snowden könne in Rusland bleiben, wenn er aufhöre, dem US-amerikanischen Partner zu schaden, bekommt mit einem Vorgang am Vormittag vor der Äußerung eine erschreckende Dimension, wie in diesem Artikel dargelegt (leider auf Englisch):

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