Magda
27.07.2013 | 06:00 30

Leipziger Schlachten

Memoire Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig wird 100 Jahre alt, heute beginnt die Gedenkwoche. Nicht nur in Erich Loests neu aufgelegtem Roman "Löwenstadt" ist es Thema

Als ich zum ersten Mal auf das Leipziger Völkerschlachtdenkmal stieg, war ich zehn Jahre alt. Der Klassenausflug erfolgte von der einen Seite der Stadt auf die andere. Von dem schwarzen Riesenklotz war ich so überwältigt wie der Sprengmeister Fredi Linden später in Erich Loests Roman Völkerschlachtdenkmal: „Wenn die ganze Stadt zerbröckelt und vermodert ist, wird immer noch das Völkerschlachtdenkmal aufragen, weithin sichtbar wie eine Pyramide des alten Ägypten.“ Wissen muss man, dass Loest im Jahre 2009 unter dem Titel Löwenstadt das 30 Jahre alte Buch fortgeschrieben hat. Fredi Linden, der bezichtigt wird, das Denkmal sprengen zu wollen, erzählt weiter und nun bis in die Gegenwart hinein.

Ein guter Handwerker sei der Loest, schrieben die Rezensenten damals, er erinnere an Hans Fallada. Im Oktober wird Leipzig nun an die Völkerschlacht von 1813 erinnern, bei der die Truppen Napoleons in den Befreiungskriegen im Süden Leipzigs vernichtend geschlagen wurden. Und an die 100 Jahre später erfolgte Einweihung dieses immerhin zu den größten Monumenten Europas zählenden Völkerschlachtdenkmals gleich mit. Aus diesem Anlass wird Löwenstadt noch einmal aufgelegt.

1956 blickte ich auf den gewaltigen Erzengel Michael am Eingang, hörte den monotonen Singsang eines Museumsführers, der erklärte, dass dieses Denkmal aus im sächsischen Beucha gebrochenem Granitporphyr erbaut wurde. Granidborfir, auf Sächsisch klingt das ein bisschen komisch.

Vom Dunst ganz schwarz

Eingeschüchtert und fasziniert betrachtete ich die Riesenfiguren und die Reliefs der sterbenden Krieger in der Krypta und der Ruhmeshalle, schaute in die Luft und sah in der Kuppel 324 fast lebensgroße Reiter, die zu jener Zeit ziemlich schmutzig waren. Das Denkmal war teuer und pflegeintensiv. Es war zwar nicht mehr von kämpfenden Truppen umgeben, aber von Braunkohletagebauen und Chemiewerken, die ihren Dunst in die Stadt bliesen.

Den sich viele Male brechenden Schall, die 500 Stufen bis zur Plattform, die Engstelle in den Treppen, die durch die Knie eines der Krieger, die das Land bewachen, führt – all das erlebte ich seltsamerweise mit Unbehagen, Kopfschmerzen und leichtem Schwindel. Ich hörte benommen die Zahlen der Beteiligten und Gefallenen dieser Jahrhundertschlacht aufseiten der Franzosen, Russen, Österreicher, Preußen und Schweden.

Die Russen standen in den fünfziger Jahren im Vordergrund, denn sie waren jetzt unsere Bündnispartner im Kampf gegen die Kriegstreiber im Westen. Hatten die siegreichen Verbündeten, zu denen die Sachsen sich vorwitzig zählten, nicht Napoleon bis über den Rhein getrieben? So wird es auch heute allen Friedensfeinden ergehen, hatten die Genossen bestimmt. Erich Loest macht sich in seinen Büchern darüber lustig. Immer wieder neue Bedeutungszuweisungen an das immergleiche klotzige Gebilde. Aber, nichts gegen den Völkerfrieden. Das Kyffhäuserdenkmal im heutigen Sachsen-Anhalt, ebenfalls von Architekt Bruno Schmitz erbaut, wurde auch immer mal wieder umgedeutet.

Bei seiner Einweihung durch Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1913 war das Völkerschlachtdenkmal als Monument der Heldenverehrung und der Verklärung jener Schlacht gemeint, bei der – so Erich Loest – die Sachsen das getan hätten, was sie immer tun: dummes Zeug. Sie schwankten zwischen Napoleon und Preußen hin und her. Ein Jahr nach der Einweihung brach der Erste Weltkrieg los. Deutschland war mit Österreich-Ungarn verbündet, es ging gegen die Russen und Franzosen und überhaupt um einen „Platz an der Sonne“.

Nach Versailler Frieden, Novemberrevolution und Weimarer Republik nutzte später auch der Führer das Denkmal für eine seiner Hass- und Wutreden. Neonazis lieben es noch heute dafür und veranstalten immer wieder martialischen Zirkus in seinem Schatten. Zu Beginn der neunziger Jahre waren sie reichlich unbehelligt, jetzt tritt man ihnen energischer entgegen. Auch die Gothic-Szene favorisiert das dunkle Teil wegen des gespenstisch-schönen Widerhalls und der Nähe zum großen Südfriedhof.

Mit der Straßenbahn

Meine Mutter zog in den sechziger Jahren vom Südwesten in den Südosten um. Und so fuhr ich als Studentin aus Berlin kommend mit der Straßenbahn am Denkmal vorbei, wenn ich sie besuchte. Ich las einmal im Zug den Krimi eines Autors namens Hans Walldorf Der Mörder saß im Wembley Stadion. Das war auch Erich Loest, also nicht der Mörder, sondern der Autor. 1957 wurde er wegen konterrevolutionärer Umtriebe mit siebeneinhalb Jahren Bautzen bestraft und durfte nicht mehr alles unter seinem Namen veröffentlichen.

Die Bahn fuhr über den Augustusplatz, der bis kurz nach Mauerfall ja noch Karl-Marx-Platz hieß. Später stand dort das Universitäts-Hochhaus mit dem riesenhaften Marx-Relief davor. Ich fragte mich, woher die Sachsen bloß dauernd diesen Hang ins Monströse haben. Für den Uni-Neubau jedenfalls sprengten sie vor 45 Jahren die Paulinerkirche, auch Universitätskirche genannt. Die Empörung der Leipziger war groß, und auf dem Karl-Marx-Platz herrschten schlachtenähnliche Zustände.

1968, also im Jahr der Sprengung, war ich nicht mehr katholisch. Aber ich erinnerte mich trotzdem gern an die flammenden und witzigen Predigten, die der katholische Dominikanerpater Gordian in den Fünfzigern in dieser alten Kirche gehalten hatte. Und wie wir damals – ich war Mitglied der Pfarrjugend – in eine Modellausstellung pilgerten, die „unseren Menschen“ Anfang der Sechziger die sozialistische Umgestaltung des Platzes vor Augen führen sollte. Im Gästebuch protestierten viele Leute gegen das Vorhaben.

Walter Ulbricht, der seine Geburtsstadt Leipzig zu einer sozialistischen Musterstadt machen wollte, hielt zur Eröffnung des Deutschen Turn- und Sportfestes 1959 am Völkerschlachtdenkmal eine seiner wenig flammenden Falsett-Reden über unsere fortschrittliche Jugend und den Aufbau einer neuen Gesellschaft. Als er später entmachtet wurde, hatten die Leipziger die Folgen zu tragen. Ihre Stadt war für den Nachfolger Erich Honecker nur noch eine Kulisse für die Mustermesse. Der Rest verfiel.

Ich habe damals unseren alten Pfarrer noch öfter besucht, er war es, der mir Es geht seinen Gang, einen anderen Roman von Loest, empfahl. Im Zentrum stand schon wieder eine Schlacht. Die war 1965 am Leuschnerplatz, einem großen, bis heute leeren und funktionlosen Rund im Zentrum der Stadt. Da ging man gegen die neuen jungen Beatgruppen in Leipzig vor. Ich habe selbst übrigens mal in einer Band namens Tiger Men kurz ausgeholfen.

In den Jahrzehnten, die folgten, haben sich die Menschen mit ihren Zweifeln arrangiert, diese Geschichte ist bekannt. Und Loest selbst reiste, zermürbt von der Schlacht um seine Manuskripte, in den Westen. Niemand in der Stadt dachte an einen Wandel. Erst 1989 waren die Leipziger dann einen Moment lang heldenhaft, helderhafter sogar als die Sachsen im Jahr 1813. Und eine andere Kirche machte Furore, die Nikolaikirche, die dann auch einem loestschen Buch den Namen gab.

Wenn im Herbst der Geburtstag kommt, wird es wohl so kommen, wie Loest es in Löwenstadt vorausgesehen hat. Sie werden feiern und: „Unser Bundespräsident wird über die Freiheit predigen wie gewöhnlich“. Ich bekam als Kind damals übrigens nach dem Besuch eine schwere Grippe. Das Denkmal hatte an den Tag befördert, was schon in mir tobte.

Kommentare (30)

rechercheuse 27.07.2013 | 07:15

oh, jetzt denke ich an meinen besuch des völkerschlachtdenkmals ... meine gefühle waren deinen sehr ähnlich ... ein dumpfer schauer des grauens ... froh zu sein, in zeiten dieses monströsen, dunklen, plumpen kampfesgeistes nicht gelebt zu haben ... unvorstellbar, welcher definitionshoheit sich LEBEN damals  hingegeben haben muss ...

 

ja, die sachsen lieben wohl das prätentiöse ... der leipziger hauptbahnhof ist ja wohl der größte europas ... unvorstellbar ihn mal nach "unten" verlegen zu wollen/können ... ich bin dann zu ddr-zeiten in das "prollige eckkneipen" berlin geflohen, was eine gewisse umgewöhnung von den leipziger kaffeehäusern der innenstadt mit akademikern, touristen und dem umfeld der renft-combo bedeutete ... bis ich den jazz-keller, die theater- und museumslandschaft entdeckte und die vielen unprätentiösen küchentische der untergrund-literaten ...

Columbus 27.07.2013 | 11:26

Tja, die Bruno Schmitze dieser Welt versorgten das Kaiserreich auf Geheiß und Wunsch aller nationalen Vereine mit Faustschlägen aus Stein. Denkmalmasern, nannten das die Witzblätter.  Schmitz wirkte auch am Deutschen Eck und in Berlin, ein Ruinenbaumeister ganz besonderer Art, dem es auf den harten Stein, von wegen tausendjährig,  immer ganz besonders ankam, koste es, was es wolle.

Es durften also nur nationale und harte Steine verwendet werden, tellurisch sozusagen, ob im Rheinland oder in Leipzig, im Kaisereich ohne geistige Sonne und ohne linde, dafür aber viele schlagende Schatten, dem Land der Soldaten, Reserveoffiziere und -Unteroffiziere und staubigen Exerzierfeldern.

Loest und ein paar andere Nachdenkliche, wussten immer schon, dass diese Befreiungskriege und dieses Völkerschlachten nicht der Freiheit dienten, sondern eher einer Art nationalen Gefühligkeit mit Kerkeranschluss. Die Zeit danach heißt daher auch passend Restauration und der Bürger ward ein Biedermeier.

Den Loest als Handwerker zu bezeichnen, das kann doch nur schlechten Handwerkern leicht aus der Feder fließen. Schön, dass Sie da gar nicht erst mitmachen.  Ich finde, "Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene", bleibt eines der bestgeschriebenen Prosawerke deutscher Sprache, völlig unabhängig von jedem Ost- oder Westblick.

Das Kyffhäuserdenkmal hat wenigstens einen Tempel des Idealismus und der Kunst als Counterpart bekommen: Das Bauernschlacht-Panorama Tübkes. Dort, in der Rotunde, reden die kundigen Erklärer auch nicht so viel Blech. 

Ich las ihr kleines, persönliches Porträt Leipzigs,  seiner Bürger und der Denkmalgeschichte sehr gerne.

Dawei

Christoph Leusch

PS: BuPrä,>>„Unser Bundespräsident wird über die Freiheit predigen wie gewöhnlich“<<. Das ist es. Er nimmt sich die Freiheit für sein Lieblingsthema und predigt. Davon ist noch kein Glaubender frei geworden, allenfalls Gläubiger, obwohl gerade Protestanten an die Kanzelreden nicht selten glaubten. Der Mann hat sich längst eingehaust in seine Selbstzufriedenheit. Das erschreckt. Er wird über Freiheit reden, aber eben nur über, nicht von ihr, an einem Ort, der mitnichten für die Freiheit von Bedeutung ist.

Magda 27.07.2013 | 12:15

Naja, eigentlich sind die Sachsen ja ganz ..., aber sie drehen halt gern auf. Mir gefällt - nebenher - inzwischen der Leipziger Hauptbahnhof mit seiner gemütlichen Shopping-Meile unten gut. Gegen das Berliner zugige Ding ist das viel gastlicher. In Leipzig kenne ich noch das frühere Cafe Corso - dort verkehrten die Literatur-Leute. 

Ich bin ja auch recht bald abgehaun nach Berlin, hab aber lange gebraucht, bis ich da zu Hause war. Die Stadt hat was Ungemütliches. Aber, inzwischen bin ich dran gewöhnt. Ist ja auch alles schon so lange her. Jahrzehnte eigentlich.  

Columbus 27.07.2013 | 12:37

Oben der Wilhelm I., den Kartätschenprinzen, verbrach der Emil Hundrieser, unten, den Faustschlag aus Stein, der Schmitz.

Übrigens war der ganze Nationaldenkmalsbau auch eine Baustelle für Durchstechereien, überzogene Provinzialhaushalte, wenn zu wenig von  den privaten Vereinen an Spenden gesammelt wurde (Berliner Stadtschloss heute!) und die eher symbolischen Gratifikationen aus der Schatulle Wilhelms II. nicht ausreichten. Allerlei Mauschelei eben, rund um das gigantische Material. - Schiere Einfalt und schreiende Größe, würde Goethe gesagt haben.

Ich weiß ein bisschen was von den Nationaldenkmalen, weil ich aktiv gegen die Wiedererrichtung des Reiterstandbildes mit dem offenen Pferdeanus war. Die heutige Denkmalfigur  am Dt. Eck ist übrigens aus massiver Bronze gegossen, statt wie das Original aus Kupfer getrieben worden zu sein. - Das Kupfer ließ sich zu leicht vom Sockel schießen, war nicht A-bombensicher. Heute wäre es vielleicht in einer Nacht geklaut und an die Rohstoffbörse gebracht.

Noch schrecklicher kommt es. Ein Altverleger der Rheinzeitung lieferte die ersten Moneten für mehr Ewigkeit auf dem Denkmalsockel. Tja, die Pressezaren! Meist sind sie stock- oder strunzkonservativ und an ihrer Ewigkeit mächtig interessiert. 

Beste Grüße

Christoph Leusch

Magda 27.07.2013 | 12:53

Wir sind da - kurz nach der Wende - vorbei gefahren am Deutschen Eck. Das war schon beeindruckend ähnlich wie die Heldenfiguren in Leipzig. Und hatte - für uns - so seine Ordnung. So sind sie eben am "Deutschen Rhein", wo ein "Ruf wie Donnerhall" ertönt. 

Tja, die Pressezaren! Meist sind sie stock- oder strunzkonservativ und an ihrer Ewigkeit mächtig interessiert. 

Oder sie sind "Zarewitsche", die schwer gegen die anderen Großzaren ankämpfen müssen. :-))

Columbus 27.07.2013 | 13:37

Kurz nach der Wende gab es noch eine Fahne Schwarz-Rot-Gold, oben auf dem Sockel.

Der erste Knie- und Sündenfall der Sozialdemokratie, -sie ist einfach die geborene Umfallerpartei, mit einer ehrenwerten Ausnahme-, im sonst kern-christdemokratischen Land Rheinland-Pflalz, obwohl selbst der Vogel namens Bernhard den ollen Kaiser nicht wollte, war die Geschenkannahme.

Zackig deutsch ist: Wende vollzogen, also brauchen wir kein Einheitsdenkmal mehr, also kann wieder der Katätschenprinz in den Rhein reiten. Kolossal untergehen, eben.

Für die Einheit stehen nun drei Mauertrümmer aus Beton, im Halbschatten der übermächtigen Kaiserfigur. Heinrich Mann oder Wolfram Staudte hätten sich angesichts dieses Schattenwurfs was ausgedacht.

Es geht aber, wie zu Tuchos besten Zeiten, vorwiegend um Tourismus. Den offenen Hintern des Pferdes kaschieren kopfbeschnittene Alleebäume. Vorne heraus ist es ja eine Art Fahnenschlachtschiff, ein Dreadnought-Bug deutscher Baukunst ad confluens fluviorum. Die Erzlateiner mögen mich schlagen.

Gutes WE

Christoph Leusch

Corina Wagner 27.07.2013 | 16:08

Liebe Magda,

ich war bislang leider noch nicht in Leipzig und deshalb konnte ich mir diesen Koloss von Denkmal bislang nicht ansehen.  Das  Kyffhäuserdenkmal habe ich z.B. schon bestaunen dürfen oder voriges Jahr mal wieder das Kaiser Wilhelm Denkmal am Deutschen Eck. Große Denkmäler, die beeindrucken, abgesehen vom historischen Hintergrund.

100 Jahre Völkerschlachtdenkmal wird also nun gefeiert. Ein gewaltiges Denkmal, das den Zweiten Weltkrieg nicht verhinderte…

Wer weiß heute schon, ob dieses Denkmal in 100 in Jahren noch steht oder ob noch alle vom bzw. über das  vereinte Europa dann sprechen.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende

Corina

miauxx 28.07.2013 | 01:20

"Das Kyffhäuserdenkmal im heutigen Sachsen-Anhalt, ebenfalls von Architekt Bruno Schmitz erbaut, wurde auch immer mal wieder umgedeutet."

Ist ja schräg, dass die DDR-Führung das Völkerschlachtdenkmal umzudeuten versuchte! War mir neu.

Umdeuten geht da nicht: Es ist, so beeindruckend anzuschauen, doch ein wahnvoller, geschichtsverdrehender Germanenkult-Koloss. Und damit ein gutes Beispiel für die verzweifelte Suche der Deutschen nach einer möglichst heroischen wie kontinuierlichen und vor allem heroischen Historie. Nix davon, was das Völkerschlachtdenkmal zeigt, ist nur irgendwie wahr. Man kann zwar auch gut die sowjetischen Monumentaldenkmäler zum Großen Vaterländischen Krieg als maßlos übertriebene Scheußlichkeiten empfinden, jedoch bergen sie doch einiges mehr an historischer Wahrhaftigkeit (auch dieses Wort ist eigentlich schon zu viel), als jener hochnotpeinliche Protzhaufen in Leipzig.

Gern gelesen, Deinen Beitrag Nr. 666 !

drhwenk 28.07.2013 | 19:45

leipzig hat erine ursprungswidefstandstraditionn, weil die geschlagnen böhmischen jan hus anhänger aus prag dorthin auswanderten. der reformator  luther kommt daher nicht ohne hintergrund aus der nähe halle/saale, ohne den schuz des sächsischen kurfürsten völlig hoffnungslos. die leiptige volkszeitung war von bebel und luxemburg geprägt, leipzig war die buch und (aufmüpgoge) intellektuellenstadt. 

 

die unterwnderung des <arbeiter-und bauernstaates, das extrem medien und bildungsbeflissene feindliche bürgertium in zangenbewgungen als kalterkrig äußerlich" und  maskierte oppositon "innerlich" und ostblockdissedenten "gemischt" macht nacvh schon 59 mjahren durch den wegfall des militärschutzes schlaspp. während brutalo-despotien in der welgtgeschiochte  "unabsehbarq"langr, jshrtauisencde sind nichts, herrschten. die französische revoltion   muss denn auch dopeldialektisch  als fremde militädikrtir verteidigt werden in leipzig - das ging schief. 

der miltarismus blieb und nahm unaufhaltsam kurs auf "größenwahnisinnige" katastrophenwweltkriege.  fremdbestrimmt aus preussen.

 

das misslingen der integration de medienimportiertten beat generation dürfte auch sehr viel komplexer und unerindeutuge sein. wnnman gegen dire zentralmacht idst, weil msn realtiv kleinew eigenmacht sein willl, was im großmachtdschungel nicht geht, erklärt sich dire geschichte der niedderlagen. jedenfalls jat marx uz recht doch erin bessers ansehen als die kirche. 

 

um es rundheraus u schfrtrebrn. die leipzioge demos wäeren hie so lässig auisgessenren worden wire nur wss. eim obebürgermeistrücktritt -  vielleicht - aber doch kein systemzusammenbruch...

 

 

Ch Ernst 29.07.2013 | 07:51

Ein Lob für die Autorin. Eine wirklich schöne Beschreibung dessen, wofür des Völki in seiner hundertjährigen Geschichte so alles herhalten musste. Die derzeitigen Renovierungsmaßnahmen sehe ich mit gemischten Gefühlen. Das Völki mit seinem verfallenden Vorfeld hatte schon fast eine geschichtspolitische Aussage. ein Klotz der gebaut wurder um das hunderttausendfache Morden vor den Toren von Leipzig in einem ansehnlicherem Lichte erscheinen zu lassen, hatte in dieser Funktion ausgedient. Stattdesssen Badewannenrennen auf " See der Tränen".  Meiner Meinung nahc die einzige sinnvolle Möglichkeit, mit der eigentlich nicht umdeutbaren Symbolik der Kriegsverherrlichung umzugehen. Verfallen lassen und völlig umwidmen.

Columbus 29.07.2013 | 17:49

Na, die lesen hoffentlich mit. - Ich wusste gar nicht, dass, neben den schönen Begleitfotos die in letzter Zeit immer zwischen Teaser und text eingepflegt werden, was wirklich gut aussieht und erstaunlich oft auch genau passt, -Bei wem muss ich mich bedanken?-, die Teaser Online von der Redaktion verfasst werden. Gewohnheitsdenke eben, wenn man das selbst macht.

Dawei

Christoph Leusch

 

 

Anchesa 30.07.2013 | 01:17

Ein wirklicher schöner Text, der auch mir als Leipzigerin noch Neues nahegebracht hat ! Vielen Dank dafür...

Im heutigen Alltag dient das Völkerschlachtdenkmal, oder Völki, wie einige jetzt sagen (find ich furchtbar), eher als Wegweiser, hab ich die Erfahrung gemacht. "Die Marktschreier sind wieder da - wo denn? - am Völkerschlachtdenkmal !"

h.yuren 30.07.2013 | 09:46

Im Oktober wird Leipzig nun an die Völkerschlacht von 1813 erinnern ...
Und an die 100 Jahre später erfolgte Einweihung dieses immerhin zu den größten Monumenten Europas zählenden Völkerschlachtdenkmals gleich mit.

liebe magda,

vielen dank für die bedenkung des beiwerks der geschichte zu leipzig.

es ist mir wieder eine schöne gelegenheit, die rückwärtsrepublik in aktion zu sehen. politgauckler turnen mit vorliebe auf so einem gerät herum, weil sie da nicht zu übersehen sind. in ihren reden werden sie nicht an die kosten erinnern, die der protzklotz gekostet hat und wer die zum allergrößten teil aufzubringen hatte, damit nach hundert jahren so ein politgauckler eine finstere bühne hat.

vom kölner dom und anderen protzgebäuden weiß ich, dass wetter und tauben bewirken, dass die kosten des bauens nie bezahlt sind, weil mal hier mal da was bröckelt oder bricht vom künstlichen gestein. die gedenkerei kostet jedes jahr viele millionen.

in den hünenhügeln zeigt sich die typische herrschaftsgebärde des imponiergehabes. was für den armen untertan bodybuilding ist für die herrschaft das klotzige großprojekt. irrerdings schwärmen einige wie die motten um so einen steinigen haufen herum, als wäre er eine lichtquelle. in wahrheit ist er eher einem schwarzen loch ähnlich.

in der rückwärtsrepublik wimmelt es von mahn- und denkmalen. die geschichte der herrschaft ist nicht zu übersehen. diese schandmale werden gepflegt; so leckt ein tier seine wunden.

wie in loests roman den dreck zu sprengen, wäre zuviel der achtung. vergammeln lassen muss mensch das zeugs. gras und moos drüber wachsen lassen. aber nicht wenige tragen den schutt der geschichte in ihren köpfen und können nur mottenhaft da herumturnen.

grüße, hy

 

Columbus 30.07.2013 | 23:56

Auf diesen Erich stoße ich mit Ihnen zu jeder Zeit digital an. Prost! - Na, jetzt fällt mir ein, es gibt einen ganzen Lampenladen toller schreibender Revoluzzer, mit denen anzustoßen eine Zeitreise wert wäre. Erich heißen se alle. Aber der eine, für den müssen andere Engel singen und die Korken knallen lassen. Engel sollen ja doch gnädiger sein als Menschen, wenn sie nicht gerade Rache üben.

Christoph Leusch

Johannes Renault 01.08.2013 | 23:54

Hallo Dr. Hwenk,

es ist immer wieder interessant wie sich Ketten grob, manchmal mit Sprüngen, zurückverfolgen lassen. 

leipzig hat erine ursprungswidefstandstraditionn, weil die geschlagnen böhmischen jan hus anhänger aus prag dorthin auswanderten. der reformator  luther kommt daher nicht ohne hintergrund aus der nähe halle/saale, ohne den schuz des sächsischen kurfürsten völlig hoffnungslos. die leiptige volkszeitung war von bebel und luxemburg geprägt, leipzig war die buch und (aufmüpgoge) intellektuellenstadt. 

Dort wo kein Interesse oder Kenntnis der Kausalketten ist, ist Ruhe, gewisse Dunkelheit. Man spricht sogar von ZUFALL, jenem mystischen Glauben der auch die THEORIE geboren hat ('theoretisch geht das, praktisch aber leider, leider nicht') 

Dr. Hwenk sind auf ihrer Tastatur die Buchstaben vertauscht oder teilweise doppelt verbaut?

Obwohl ich lesen kann - mich also nicht beschweren will! - wirkt es aufgrund der Konsequenz, wie von Anfang bis Ende, ohne nachweislich feststellbare Korrekturversuche, skuril.  

Diese Buchstabenmischungen, die den Kommentar beherrschen, scheinen durch maschinelle Chiffrierung - Dechiffrierung 'fehlerhaft' angeordnet zu sein. Teilweise hat der 'unbekannte Filter' hier und da sogar im (sogenannten-) Zufallsprinzip etwas hinzugefügt, so dass die Anzahl der Buchstaben weit über denen des durchaus noch herauslesbaren Originals gehen!

Sind sie Künstler und schreiben mit Fausthandschuhen? 

Ist es ein IPad auf dem Sie schreiben, nasse Finger?

Sie sehen, ich mache Witze, und bin aber echt neugierig wie Sie das machen. Es ist Absicht, das ist klar. Ist das so?

 

Beispiel aus Ihrem Kommentar:

während brutalo-despotien in der welgtgeschiochte  "unabsehbarq"langr, jshrtauisencde sind nichts, herrschten. die französische revoltion   muss denn auch dopeldialektisch  als fremde militädikrtir verteidigt werden in leipzig - das ging schief. 

 

" das ging schief", völlig unchiffriert/undechiffriert, unangetastet und 'fehlerfrei' am Ende des Zitats lässt einen zweifeln..

Grüsse

Heinz Lambarth 16.10.2013 | 19:21

bei der ganzen aufregung über das denkmal haben alle kommentatoren/innen vergessen, dass es seinerzeit in nur vier tagen 100.000 tote gab - die verheerenste schlacht, die es (bislang) auf deutschenboden je stattfand: Heute werden diese opfer "gefeiert" mit der nachstellung eines scharmützels um die Connewitzer Löschteichsenke (durch 6.000 komparsen) - das ist doch der eigentliche skandal, oder...?

Im übrigen MUSS das denkmal bleiben, schon als strafe und zur abschreckung nachfogender generationen, nicht nur wegen der völkerschlacht, sondern wegen der nachfolgenden legendenbildung...