Martin Calsow
15.02.2013 | 10:34 25

Empörung erster Klasse

Amazon Menschen fordern zum Boykott des Online-Lieferanten auf. Ihre Computer sind aber die von Apple, hergestellt in chinesischen Fabriken unter schlimmen Arbeitsbedingungen.

Empörung erster Klasse

Foto: Robert Scoble/ Flickr (CC)

Schlimme Zustände bei Amazon. Sagt die ARD. Sicherheitspersonal im Nazi-Look, arme spanische Wanderarbeiter. Hölle Nordhessen. Kaum erholt von der letzten Erregung (war auch ein Hesse, FDP-Minister), geht es schon die nächste Runde auf der Wut-Bahn. Wer will noch, wer hat noch nicht? Menschen hacken auf ihren Mac Pros Petitionen ins Netz, fordern zum Boykott des Online-Lieferanten auf. Das ist in etwa so seriös wie der Hinweis eines Pyromanen auf das Brandrisiko einer Kerze. Jeder weiß, wie schlimm die Arbeitsbedingungen in chinesischen Fabriken sind. Trotzdem muss jeder ein Apfel-Produkt haben und ergeht sich in Jeremiaden, wenn der Firmengründer stirbt. Das gilt für das Schweineschnitzel (schon mal so einen Mastbetrieb gesehen?) und hört bei Textilien und Kinderspielzeug nicht auf. Ganz zu schweigen von Drogerieketten und Lebensmittel-Discountern, angesichts derer sich fast jeder gerne rühmt, dort günstigen Champagner einzukaufen, obwohl sich mittlerweile herumgesprochen haben sollte, dass dort mies bezahlte Zeitarbeiter die Regale bestücken und auf Schritt und Tritt von Kameras kontrolliert werden. Kann mal jemand das Geschrei abstellen?

Ohne Frage werden diese Zustände zu Recht beklagt. Aufregung kleidet auch erst einmal mehr als Indifferenz. Und es ist mehr als erfreulich, dass es Menschen gibt, die sich mehr anstrengen als andere, Iieb gewonnenen Gewohnheiten zu entwachsen und bei der Kaufentscheidung moralische Gesichtspunkte walten zu lassen. Zu klären ist nur, ob man schnellfeuergewehrartig und mit scharlachroten apoplektischen Flecken im Gesicht allen anderen auch via Facebook und Twitter mitteilen muss, was das vermeintlich Richtige ist – anstatt jeden selbst darüber entscheiden zu lassen. Schließlich hat man nicht gerade eine neue Krebs-Therapie entdeckt. Was wollen die Kreischenden uns sagen? Dass sie echte Lebensführungsfachleute sind? Dass sie mehr Charisma haben als Claudia Schiffer oder Harry Potter? Dass eine Tat nur dann eine gute ist, wenn man bellt wie ein alter asthmatischer Knacker, der sich das Gekröse heraushustet?

Es ist der erhobene Zeigefinger, der stört. Dieses pietistische Dauergeheul, dass letztlich nur sagen will: Seht her, das Abendland geht unter. Nur ich kenne den Ausweg. Und jeder, der nicht meiner Meinung ist, würde auch Mousse au Chocolat vor hungernden Biafra-Kindern verschütten. Im aktuellen SPIEGEL, dem einstigen Blatt für bürgerliche Empörung, beschwurbelt Dirk Kurbjuweit den deutschen Willen zum Verbessern, zum Denunzieren und Gscheidhaferln als sozialen Kitt, der unsere Nation zusammenhält. Denn woanders ist es ja viel schlimmer. Siehe Berlusconi-Italien, Korruption-Griechenland etc. Dann doch lieber im bräsigen Deutschland. Das Zeigen auf das Andere ist immer der Wunsch nach Schwarz-Weiß. Zu viele Grautöne sind unerwünscht. Die unausgesprochene Forderung an den „Anderen“ lautet, er möge sich anpassen und die eigene Sicht auf die Welt übernehmen. Wir sind gut, der Giganto-Konzern Amazon ist schlecht. Steve Jobs war ein kluger Kopf, Bill Gates ist das Böse, die Krake.

Die Guten reden ungern über Machtfragen, geschweige denn über eigene Interessen. Lieber geht es um Werte, allen voran Freiheit und Verantwortung. Das kostet nichts und befriedigt das Bedürfnis nach Selbstbespiegelung, nach Rückhalt im Eigenen, nach Selbsterhöhung. „Schatz, ich habe heute bei Facebook die Welt gerettet. Irre, oder?“ Ein Mausklick entfernt ist die Moralseife. Die Maus aber ist die schöne von Apple. Irgendwo in einem chinesischen Sweatshop zusammengekloppt. Wundern muss man sich über das allgemeine Gutmenschen-Outing natürlich nicht. Schließlich ebbt die Empörungswelle nicht ab, wenn man den Rechner verlässt und sich des Abends auf der Fernsehcouch niederlässt. Jeden Tag wird ein neuer Konzern übers Knie gelegt, jede Talkshow ist mit einem halben Dutzend Experten besetzt, die nicht in der Lage sind, über den mickrigen Tellerrand des eigenen Bewusstseins hinauszusehen. Da würde die aus der Mode gekommene Haltung einer ruhigen Betrachtung eher stören. Aber lieber wird tief in die Wort-Moralkiste gegriffen: Von Scham, Wut und Hass ist da schnell die Rede. Wo Moral auf der Zunge geführt wird, kippt schnell der faule Geruch des Totschlagarguments aus dem Maul. Schwupps, wird der Amazon Account gelöscht, nur der Rest, der bleibt daheim und wird nicht nach Cubertino geschickt – wenn Aufregung, dann designseitig auch auf Höhe der Zeit.

Dabei ließe sich im Falle von Amazon ganz geräuschlos etwas tun: Man muss nur bei der nächsten Bundestagswahl das Kreuzchen an der Stelle machen, die dazu führt, eine stets mädchenhaft grinsende Arbeitsministerin abzuwählen, deren Arbeitsagentur die heute in Bad Hersfeld unwürdig behandelten Menschen unter widrigen Umständen ins Land geholt hat. Das ist selbstverständlich kein heroischer Akt. Nach dem Gang ins Wahllokal wird man zu Hause nicht empfangen wie Heimkehrende aus dem Krieg. Das ist eher fade. Das ist nur Demokratie. 

Kommentare (25)

Rupert Rauch 15.02.2013 | 22:49

*lol*

"Dabei ließe sich im Falle von Amazon ganz geräuschlos etwas tun: Man muss nur bei der nächsten Bundestagswahl das Kreuzchen an der Stelle machen, die dazu führt, eine stets mädchenhaft grinsende Arbeitsministerin abzuwählen, deren Arbeitsagentur die heute in Bad Hersfeld unwürdig behandelten Menschen unter widrigen Umständen ins Land geholt hat."

Wie bequem, nicht?

Ähm, das Kreuz woanders hinmachen, klar. Und wohin jetzt genau, damit für die Zukunft gewährleistet ist, dass das nicht nochmal passiert?

Sich über die Aufreger aufregen ist jetzt auch keine intellektuelle Leistung auf die man stolz sein müsste. Immerhin tun solche Leute was, mehr als alle 4 Jahre ihr Kreuzchen bei alternativen Lügnern zu setzen und dann ihre Hände in Unschuld zu waschen.

Den Unternehmen Angst zu machen und ordentlich Shitstorms loszutreten ist immerhin besser als darauf zu hoffen, dass ein korrupter Dummkopf in irgendeiner zukünftigen Regierung seine Verantwortung wahrnimmt, was er ohne entsprechende Öffentlichkeit sowieso nicht tut.

 

gelse 16.02.2013 | 05:12

>>Man muss nur bei der nächsten Bundestagswahl das Kreuzchen an der Stelle machen, die dazu führt, eine stets mädchenhaft grinsende Arbeitsministerin abzuwählen, deren Arbeitsagentur die heute in Bad Hersfeld unwürdig behandelten Menschen unter widrigen Umständen ins Land geholt hat.<<

Auch.
Aber das allein reicht nicht: Einen "Fuss einer Arbeiterbewegung im Parlament" gibt es nur dann, wenn  es die Bewegung selbst gibt. Sonst ist alles Kreuzleinmalen für die Katz.

poor on ruhr 16.02.2013 | 13:17

So fand ich den Artikel ja im Grundtenor nicht offensichtlich falsch, aber das Ende mit dem Kreuzchenmachen hat mich auch nicht überzeugt. Die Alternative ist ein  Arbeitsminister / eine Arbeitsministerin aus dem Hartz IV-Einführer Kabinatt Steinbrück.

Der Mann hat Hartz IV zur Einführung eines politische gewollten prekären Sektors mit instrumentlasiert.

Amazon-Bashing allein bringt wirklich nicht viel. Das Ganze System und alle die damit reiten gehören öffentlich zur kritischen Diskussion freigegeben.  

Martin Calsow 17.02.2013 | 15:57

@reinhold2000 Von weißer Weste ist nicht die Rede. Es ist von einer Skandalisierungshysterie die Rede, die einhergeht mit einer heuchlerischen Doppelmoral. Ja, es stimmt. Ich kann nicht mit den Fingern auf Andere zeigen, wenn es mit meinem eigenen Handeln eher dürftig steht.

@poor on ruhr mir sind Steinbrücks Thesen, sein Auftreten und seine Befürworter vom rechten Rand zuteifst zuwider. Es gäbe ja auch andere Alternativen...

@rupert rauch Immerhin tun Leute etwas. Das ist der entscheidende Puntk. Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht. Meist eher das Gegenteil. Wir skandalisieren, weil es uns gut tut, nicht so sehr, um Mißstände anzuprangern, Lösungen vorzuschlagen. Gleichzeitig reiten wir aber gern dei Hipster-Welle mit modernen Gadgets ab (siehe Apple etc.)

Joseph B. 18.02.2013 | 11:46

Der Hinweis mit dem Kreuz auf dem Wahlzettel ist völlig richtig: Natürlich kann man jetzt verbal auf Amazon einprügeln – auch wenn es überrascht, dass der eine oder andere die Arbeitsbedingungen in einem Logistiklager bisher offensichtlich für paradiesisch gehalten hat. Die eigentliche Adresse für jedwede Empörung sollte aber die aktuelle Arbeitsministerin sein. Die Arbeitsagentur war es, die die Menschen unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt hat. Erst hier angekommen, stellte sich heraus, dass die Leute nicht bei Amazon, sondern bei einer der berühmten Zeitarbeitsfirmen angestellt sind und einen deutlich niedrigeren Lohn erhalten als angekündigt. Und die Arbeitsagentur scheint es auch nicht zu kümmern, wie die Menschen hier untergebracht sind. Dieser Fakt wurde im ARD-Beitrag zwar nicht verschwiegen, aber nur kurz gestreift.

Davon auszugehen, dass der Gang an die Wahlurne nichts bringt, weil dort sowieso nur „korrupte Dummköpfe“ sitzen, ist ähnlich intellektuell überschaubar wie das Gebrülle all jener Gutmenschen, die jetzt ganz stolz und wortgewaltig ihren Amazon-Account gelöscht haben.

rheinhold2000 18.02.2013 | 17:35

@reinhold2000 Von weißer Weste ist nicht die Rede. Es ist von einer Skandalisierungshysterie die Rede, die einhergeht mit einer heuchlerischen Doppelmoral. Ja, es stimmt. Ich kann nicht mit den Fingern auf Andere zeigen, wenn es mit meinem eigenen Handeln eher dürftig steht.

das stimmt einfach nicht. klar, wenn ich mich verhalte wie die letzte wildsau dann vieleicht. aber wenn ich mich bemühe (und mehr ist ja nicht drin) mich anständig zu benehmen kann ich sehr wohl mit dem finger auf amazon zeigen,

und es führt ja auch zu verhaltensänderungen: nestle wird von mir seit ewigen zeiten boykottiert, mc doof und co würde ich im leben nicht betretenm lidl auch nicht und meinen amazon account habe ich auch gekündigt.

wird das die welt verändern, keine ahnung aber es ist ja schließlich meine knete und die gebe ich nur an unternehmen die mir nicht völlig zwieder sind

(ach ja meinen strom bekomme ich von greenpeace energy und wohnen tue ich bei ner baugenossenschaft)

Oberham 19.02.2013 | 08:49

.... ich find den Grundtenor auch sehr gut - ja - jeder ist mündig und keiner braucht die Moralpredigt - sie nervt nur - (wo ich doch ständig alle anflehe - nicht mehr zur arbeit zu gehen ;-)....) - das Dilemma, ich frag mich, warum ?

Warum, glaubt hier ein großer Teil tatsächlich noch, er könnte mit einem Kreuzchen was verändern?

Was würde sich ändern - einzig das Gesicht, welches das Grinsen in die Kameras bläckt, würde sich ändern.

Ich wünsche mir so sehr, dass es zu einem Wechsel in der Regierung kommt (ja ich werde sogar zur Wahl gehen - wahrscheinlich muss ich eh wieder hin - krieg aber auch 20 Euro dafür) - nur - ich wünsch mir das nur aus dem Grund, damit auch die letzten Optimisten endlich wahrnehmen, dass wir uns von einer Einheitspartei regieren lassen.

Der MKPD = Marktkonforme Kasperlepartei Deutschland

(Mein IBM-ThinkPad war gebraucht als ich es erstand BJ. 2002 - inzwischen mit externer Tastatur - getunt - die ich auf unserem Wertstoffhof vor der Verschrottung gerettet habe - insofern - sehe ich mich nicht als Ausbeuter des Arbeitssklaven in Fernost - natürlich trifft es mich trotzdem - natürlich profitiere ich von dem Leid der Welt und der ganzen armen Teufel, die sich für Centbeträge das Leben aus dem Leib quälen und ihre Zeit abschuften - nur - ich bring mich nicht um - ich fliehe in die Einsamkeit und den maximal möglichen Kosnumverzicht - ich hab daher die Zeit hier zu tippen - ich muss mir auch einige hundert Euro im Monat "verdienen" - das schaffe ich nun seit über 12 Jahren - ich hätte gerne einige Menschen an meiner Seite die denken wie ich - daher meine ständigen Aufrufe - hört auf mit dem Wahnsinn - traut euch in die Armut - daraus könnte eine neue Gesellschaft hervorgehen.)

Ja - das Predigen - es nervt - ihr habt so recht - nur - bei mir kann jeder mal gerne für ein paar Wochen vorbeischaun und versuchen ob er es auch vielleicht probieren möchte - Wasser und etwas Futter gibts gratis, ein warmes, trockenes Plätzchen zum schlafen auch!)

Ähm .... und natürlich würde ich mich sehr freuen, würde eine neue Regierung die Träume der Optimisten erfüllen - nur - sorry - mir fehlt da einfach der nötige Glaube - wie schon oft von vielen anderen weniger Optimistischen Foristen, verweise ich auf die Realpolitik der Ära Schröder und auch auf die ultimative Umverteilungsorgie unter dem Finanzminister Steinbrück - der dafür seine Vorträge zur Belohnung erhielt.

(Vor 2008 war der noch für 1000 Euro pro Abend als Saalnutte käuflich!!)

Martin Calsow 19.02.2013 | 11:11

@reinhold2000 ich respektiere Ihr Engagement. Und ja, das Abstimmen mit Füßen ist eine wichtige Kraft. Sie sollte auch nicht abhängig von ihrem Erfolg sein. Über sich, sein Handeln und dessen Wirkung auf andere zu reflektieren, ist a priori schon einmal gut und zivilisatorisch. Mir gefällt das bedingungslose, verallgemeinernde Sprechen über Politik und Wirtschaft nicht. Dazu ist es zu komplex. Amazon zu bashen ist zu schlicht, auf Mißstände aufmerksam zu machen, notfalls auch it Boykott zu drohen, ist fein, so lange das auch bei all den anderen Mißständen passiert. Mir ging es um die Heuchelei der Apple Hipster, der Abercrombie Träger - kurz der Label Pfeifen, die aber sehr feste druff auf kik und Konsorten - Konsumenten schlagen.

 

DagmarSchatz 20.02.2013 | 20:13

Den Unternehmen Angst zu machen und ordentlich Shitstorms loszutreten - Das Problem ist bloß, daß es meistens dabei bleibt. Man shitstormt da, wo es einen selbst nichts kostet, wo der Buchladen, wie ich andernorts lesen durfte, fünf Minuten zu Fuß zu erreichen ist (die Post, auf der das verpasste Paket abzuholen wäre, ist weiter weg) heißa, da macht das Boykotten Spaß. Dieselben Leute hat man noch nie mit Boykottvorschlägen gehört, wenn es um Produkte ging, die mit landgrabbing verknüpft sind - auf den Kaffee und den Tabak möchte man ja ungerne verzichten. Und, hallo, Veganer: das beliebte Quinoa ist in den traditionellen Gebieten in den Anden mittlerweile unbezahlbar und teuer als Fleisch - interessiert das wen? Tut mir leid, aber mir kommt dieser Shitstorm, wie auf Knopfdruck losgetreten, wie Wohlfühlaktionismus vor: bewegt nichts, kostet nichts. Ich bin mittlerweile der Petitionen und Causes, dieser ständigen Schnappatmung ziemlich müde und habe erstmal meinen fb-Accout für eine Weile deaktiviert. Also, insgesamt: volle Zustimmung für den Autor - stell mal jemand das Geschrei ab.

Gerd Schnepel 21.02.2013 | 04:19

Was ist eigentlich die Botschaft dieses rasanten Artikels? Apple bashing habe ich mitbekommen, daß er das macht. Alle anderen lassen auch in China produzieren, Apple arbeitet dran, diese Ausgangsbedingungen deutlich zu verbessern. Wir benutzen auch nicht Apple, weil es modische gadgets sind, sondern weil wir in Umweltschutz, Biolandbau, hiesiger Politik, Menschenrechten, Participation, ERZIEHUNG mit Qualität einfach effektiver und besser und gerner arbeiten, wenn wir Apple Computer benutzen (seit 1988 in meinem Fall). Der Reiche Bill - mit all dem Geld, das er mit seinem idiotischen MS DOS und dem abgeklatschten Windows verdient hat, macht das Gegenteil: er fördert zum Beispiel unsustainable Landwirtschaftsprojekte a la Grüner Revolution und anderen Humbug. Also nicht immer gleich alles in dieselbe Kiste leicht verkäuflicher Erregung stecken; es gibt noch mehr auf der Welt als Deutschland und seine gadget-süchtige Digi-scene, um die sich beim Autor anscheinend alles dreht.

Patrick Bateman 21.02.2013 | 09:58

Erstmal ist auch solch ein Artikel in meinen Augen wichtig - diese Hinweise müssen Menschen immer wieder lesen. Diese bigotten Menschen, die aufschreien, wenn die Medien einen "Skandal" pushen wollen (haben wir schon ein Sommerloch - brrrr glaube ich nicht! Das ist doch Alltag in der Massenabfertigungsindustrie) und liederlich einen auf Moralapostel machen.

Zur Autorenmeinung sei gesagt: Dieses "mach alle vier Jahre Dein Kreuz dort oder dort" ist in der heutigen Welt nicht mehr die einzige effiziente Waffe, die die gezüchteten Konsumenten haben. Die Tadler unter Ihnen haben die Waffe des "shitstormings" als weitere special-weapon im Kampf gegen den Kapitalismus und der Ausbeutung entdeckt. Benutzt man dieses Kampfgerät sinnvoll, kann es durchaus für eine Modifizierung sorgen. In Meetings um die Vergabe des Subunternehmervertrages zum Thema Sicherheit, wird Amazon in Zukunft genauer hinschauen, welche Personen dort durch das Unternehmen martialistisch marschieren, immer unter den warnenden Worte des Managers "das uns bloß mit denen kein shitstorm droht"... Dann entscheidet nicht mehr nur der Preis...

Dieser Kommentar wurde nicht an einem MAC verfasst und verstösst auch sonst nicht gegen ethische Werte. Das Papyrus wurde selbst geschöpft und die Feder ist von der Gans im Garten.

 

Beste Grüße

 

P.Bateman

winkekätzchen 21.02.2013 | 13:08

lol effizienter arbeiten und kinder erziehen mit apple? aua. effizienz ist ja in deutschland DAS argument...  von effizienz haben die sklavenarbeiter/innen in den produktionsländern von apple sicher schon die schnauze gestrichen voll. die werden, auch wenn apple "versucht",  etwas dagegen zu tun, ganz effizient durch den fleischwolf gedreht, damit apple-jünger hier effizient das vorherrschende system mit ihrer arbeits/wirtschaftskraft unterstützen können.

 

lernt mal den unterschied zwischen effizienz und effektivität.

 

sicher, wo gibt es den moralisch einwandfrei produzierten rechner samt zubehör, der für die hippen kleinunternehmer von heute noch bezahlbar ist? welche firma bringt die leistung heute? das wär doch mal ein thema für einen artikel, der sich nicht nur über die aufreger aufregt, sondern auch konstruktive lösungsvorschläge für das grundproblem liefert. liebe interaktiven journalisten da draussen, da wartet recherchearbeit auf euch ^^

 

p.s. und das aufregen von menschen, die moralisch noch nicht ganz reingewaschen sind, ist wenigstens ein anfang, also besser als nix. die amazon-lager (achtung doppeldeutigkeit) sind auch für demonstranten leichter zu erreichen als fabriken in fernost. nur so als hinweis für die, die gerne zuerst vor der eigenen haustüre kehren möchten.

Mutter 22.02.2013 | 15:48

Der liebe Martin Calsow schreibt in seiner Einleitung:

"Ihre Computer sind aber die von Apple, hergestellt in chinesischen Fabriken unter schlimmen Arbeitsbedingungen".  

Was für ein grober Unsinn, denn die "Arbeitsbedingungen" für diese high tech Geräte müssen in der ganzen Welt die gleichen Anforderungen erfüllen wie z.B.  klimatisierte Arbeitsräume mit Reinraum- Atmosphäre, ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze und Bekleidung der Werker/Werkerinnen, Einhaltung und Absicherung der Qualitätsanforderungen, die in China genau so sicher eingehalten werden müssen, wie anderswo auch.

Sonst funktionieren die Dinger nämlich nicht und die die beauftragenden westlichen Konzerne verlieren ihr Geschäft an die fleissigen Chinesen

Verlängerte Arbeitszeiten  wie 10 oder auch mal 12 Stunden werden gern wahrgenommen, weil der Verdienst entsprechend ausfällt.

Alles genau so wie bei uns.

Der liebe Martin hat die Gelegenheit beim Schopf gepackt, um durch seine offensichtlich bewusst in den Artikel hineingebrachte antichinesische Attacke weiter Vorurteile und Hass auf den nächsten Weltstar zu schüren.

Übrigens, Foxconn ist ein riesiger TAIWANESISCHER Konzern, der in China produzieren lässt.

Und nun, bester Martin Calsow, informieren Sie sich besser, befor Sie Unsinn verzapfen