merdeister
11.02.2012 | 12:03 105

Homöopathie und Ich III - Ketzer und Apostel

[Alle Texte der Serie werden hier, der Reihe nach, gesammelt veröffentlicht, damit man sie gesammelt lesen kann.]

Im 1. und 2. Teil ging es um meine ganz persönliche Entdeckungsreise und was ich auf dieser über Homöopathie gelernt habe. Nun geht es noch einen Schritt weiter. Oder zwei.

Während der Recherche zu Studien, die aussagten, Homöopathie wirke in der einen oder anderen Form (auf Menschen, Zellen, Mäuse, Ratten, Pflanzen, Eiskristalle), präsentiert während Diskussionen, bin ich irgendwann auf die Seiten von Science Based Medicine (SBM) gestoßen. Das liegt auch daran, dass es im deutschsprachigen Netz weniger Menschen gibt, die sich in der Intensität (kritisch) mit dem Thema auseinandersetzen.

Bei diesen Recherchen hatte ich viel Freude daran, mich intensiv mit einer Studie auseinanderzusetzen um sie am Ende zu knacken. Ich erfuhr von so vielen Arten, auf die man Studien manipulieren kann. Einige ziemlich einfach, andere schwer zu erkennen, wenn man nicht weiß, worauf man achten muss. Und fast allen Tricks bin ich in Studien zur Homöopathie begegnet. Vermutlich haben sich die Durchführenden das bei den Großen der Branche abgeschaut, Big Pharma und Big Water Hand in Hand.

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich mit dem Titel der Seite beschäftigt habe. Wie ich dann erfuhr, ist dieser bewusst gewählt, um sich von Evidence Based Medicine (EBM) abzugrenzen. In der EBM wird versucht, im Rahmen von Behandlungen, patientenorientierte Entscheidungen nach Möglichkeit auf der Grundlage von empirisch nachgewiesener Wirksamkeit zu treffen. Um diese Wirksamkeit nachzuweisen werden klinische Studien durchgeführt. Die Autoren des Blogs sind der Meinung, die Kritierien von EBM reichten nicht aus, um von der bestmögliche Behandlung für Menschen zu erfahren. Denn wenn ein Verfahren nicht in einer Doppelt-Verblindeten-Randomisierten Studie, der höchsten Evidenzstufe, bestehen kann, geht man einfach ein oder zwei Evidenzklassen herunter und designed sich eine passende Studie.

Dabei wurde mir vor Augen geführt, dass ein Verfahren, welches nicht schadet (wie die Homöopathie), mindestens so gut ist wie eine Behandlung mit Placebo. Es bedarf somit nur einiger kleiner Veränderungen am Studiendesign und schon sieht die getestete Behandlung besser aus als Placebo. In einer Studie, die untersuchte, ob Homöopathie gegen Durchfall hilft, kann es zum Beispiel 'passieren', dass die Älteren und schwereren Kinder in die Homöopathiegruppe kommen. Die erholen sich schneller und schon empfiehlt die Carstens-Stiftung Homöopathie bei lebensgefährlichem Durchfall.

Die Autoren von SBM gehen soweit, alle Behandlungen aus der Medizin ausschließen zu wollen, deren Prinzipien fundamentalen Naturgesetzen widersprechen. Gesundbeten zum Beispiel. Aber eben auch Homöopathie. Das homöopathische Simile-Prinzip ist ein mystisches Konzept, kein wissenschaftliches. Die Entstehung der Arzneimittelbilder, auf denen das Simile-Prinzip aufbaut, kann man, aus wissenschaftlicher Perspektive, durchaus als willkürlichen Prozess bezeichnen. Das Konzept der Potenzen ergibt, Quantenphysik hin oder her, keinen Sinn. Es ist, nach aktuellem Wissensstand nicht einmal möglich.

Da sich Homöopathie in Studien nicht bewährt hat, sprechen Homöopathen mittlerweile von der "Alltagswirksamkeit" der Homöopathie. In den USA beschreiten Alternativmedizinanbieter einen anderen Weg, dort wird davon gesprochen, die Effekte des "mächtigen Placebos" zu nutzen.

Die Alltagswirksamkeit des Betens habe ich mit 14 Jahren selbst erfahren dürfen. Mein Großvater war im Krankenhaus, um eine Bypassoperation zu bekommen, und meine Großmutter hat gesagt, wir sollten für ihn beten. Ob die anderen gebetet haben weiß ich nicht, ich tat es nicht und so starb er auf dem OP-Tisch.

Bisher habe ich immer sehr viel Glück gehabt, wenn es um meine Gesundheit ging, so wie der Rest meiner Familie im Großen und Ganzen. Krankheit, vor allem schwere Krankheit, kenne ich vor allem von außen. Nachdem ich versucht (!) habe, mich in die Position derer zu versetzen, die mehr Pech hatten als ich, kann ich gut verstehen, warum man nach jedem Strohhalm greift, den man finden kann. Nicht zuletzt die Geschichten der drei lebensgefährlich erkrankten Mädchen, deren Eltern Geld für eine wirkungslose und gefährliche Krebstherapie bei Stanislaw Burzynski suchen, führten mir das vor Augen.

"I'm not pro doctor Burzynski but he is the only hope we have. A life with no hope isn't a life. And we're doing everything we can to save Supatra's life. I understand why his treatment is controversial to the mainstream doctors but every cancer treatment has its own controversies. Chemotherapy and radiotherapy are known for bad long term side effects, so why aren't the mainstream doctors being more open minded and try to understand the ANP treatment and learn from it?" Supatras Mutter am 4.2.12

Doch zurück zur nebenwirkungsfreien Homöopathie.

Die Aussage, homöopathische Mittelchen wirkten nicht, bedeutet nicht, jemand der sagt, er oder sie sei durch Homöopathie gesund geworden, sei nicht krank gewesen! Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, wie eine Krankheit enden oder sich bessern kann. Es gibt spontane Heilungen, phasenweisen Verlauf von Erkrankungen, den Placeboeffekt und noch einige Phänomene mehr. Alle diese Möglichkeiten sind, egal um welche Erkrankung es sich handelt, deutlich wahrscheinlicher, als eine spezifische Wirkung der Homöopathie. All diese Möglichkeiten verzerren die Wahrnehmung bei jeder (!) medizinischen Behandlung. Darum ist es so wichtig, Behandlungen systematisch zu untersuchen und Wirksames von Unwirksamem zu trennen.

Vielleicht, so wird es immer wieder gesagt, wirke Homöopathie auf eine Art, die wir nicht messen können, "noch nicht" wird augenzwinkernd hinzugesetzt. Dabei wird gerne vergessen, dass es in sauber durchgeführten Studien zur Homöopathie keine Wirkung gibt, die man erklären müsste. Umgekehrt benötigt man nicht zwingend einen geklärten Mechanismus, wenn eine Behandlung wirkt!

Egal. Angenommen, es gäbe eine Wirkung über den Placeboeffekt hinaus, dann wäre eine Möglichkeit dieses Mechanismus Magie. Und bevor jetzt alle empört über mich herfallen: Diese Meinung wird von Prof. Harald Walach, Leiter des Instituts für transkulturelle Gesundheitswissenschaften und ehemaligem Fernheilungsforscher, vertreten. Walach, einer der Mitautoren des HTA-Berichtes, welcher unter anderem die Aufnahme der Homöoapthie in die Grundversorgung der Schweiz empfahl, hielt 2010 im Rahmen eines DZVhÄ-Kongresses den Vortrag "Homöopathie im Licht neuerer wissenschaftlicher Befunde" und sagte in einem Interview:

"Homöopathie ist meiner Meinung nach einfach sehr systematisierte Magie."

Diese Magie wird, geht es nach der NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens, auch an Hochschulen Einzug halten. Nicht im Rahmen des Humanmedizinstudiums, sondern als eigener Studiengang. Bachelorhomöopathen und Masterhomöopathen wird es dann geben.

Frau Steffens möchte den Studiengang und sein Curriculum aus dem Kreis der Praktiker heraus entwickelt wissen. Hoffentlich wissen die Praktiker besser Bescheid als die Theoretiker:

Gast6163 (Gast): Professor Wallach: Hahnemann verbietet Dragun, Was ist das? Harald Walach: keine Ahnung

Gast6366 (Gast): Herr Walach, können Sie Belladonna D30 und Arnica D30 ohne Etikett unterscheiden? Falls ja, wie?

Harald Walach: nein, ich bin ja kein Hellseher

ZDF-log-in Chat

Dragun sollte nach Hahnemann gemieden werden, da es der Gesundheit abträglich ist.

Arnica ist das wichtigste homöopathische Mittel bei Verletzungen und zur Wundheilung. Auch bei einem Schock wird es eingesetzt. Am spezifischsten sind folgende Angaben:

"Bei Fieber, bei dem der Körper kalt ist, dazu ein heißer Kopf. Der Betroffene ist erschöpft, kann seine Blase nicht mehr richtig kontrollieren. Sein Schweiß riecht nach faulen Eiern."

Belladonna ist ein wichtiges Mittel bei Grippe, weil es gegen FIeber und Kopfschmerzen hilft. Aber auch bei Erkältungen, Entzündungen, Sonnenbrand und Krämpfen. Auch hier finden sich spezifischere Angaben:

"Dazu blasse Lippen und pulsierende, rote Entzündungsherde. Bei Kopfschmerzen oder Migräne, die sich durch Druck bessern. Bei Halsschmerzen und trockenem Husten, wenn die Kehle trocken ist, Schluckbeschwerden auftreten und die Mandeln rot sind."

Während der eine unten ausläuft, trocknet der andere oben aus. Wenn mir das passieren würde, könnte ich das unterscheiden, außer natürlich, die Mittel haben keine spezifische Wirkung. Falls jemand in der Lage ist, Belladonna D30 und Arnica D30 (oder höhere Potenzen) auseinanderzuhalten, ohne das Etikett zu sehen, so warten 1 000 000 mio Dollar auf ihn oder sie. Gestiftet von James Randi. Viel Erfolg!

Alles in diesem Blog beschriebene sind aber eigentlich nur Kinkerlitzchen und reichten nicht aus, genug Blogs zum Thema zu verfassen, um eine ganze Community in den Wahnsinn und User ins Exil zu treiben. Was ist es dann? Mehr dazu im vierten Teil.

Kommentare (105)

Yola 11.02.2012 | 13:55

Da die Verleumdung bekanntlich schneller als die Wahrheit ist, will ich Sie, merdeister, nicht um das Vergnügen bringen, recht zu behalten, denn dieses wäre unvollständig, ohne das Vergnügen, andere ins Unrecht zu setzen.

Im übrigen kann ich nur hoffen, dass nicht allzu viele Leute hier bereit sind, bei Ihnen... "korrektur zu lesen".

goedzak 11.02.2012 | 14:10

Mal ehrlich, Yola, das klingt ein wenig nach Gnatz, weil einem da einer scheinbar das Lieblingsspielzeug madig macht, oder?
Wenn nicht mal dann genug Fairness aufgebracht werden kann, wenn da jemand sich intensiv mit einem Thema beschäftigt hat, jede Menge sachliche Argumente vorbringt, dann sogar noch, der emotionalen Überreaktionen wegen, versucht zu erklären, was ihn warum antreibt, dann kann das wohl nur eines bedeuten: alle müssen MEINER Meinung sein!

Andernfalls sind sie Rechthaber und Verleumder oder haben eine Macke, wie einer der 'sachlichsten' und 'un-mackigsten' User hier, der gute luggi, dem Autoren auch schon hat bescheinigen müssen.
Du wirst, wie alle anderen auch, natürlich bestreiten, andere Meinungen nicht ertragen zu können. - Naja, es kommt nur leider anders rüber...

Nashira 11.02.2012 | 14:24

Ich kann nur schmunzeln: Der "wissende" Blog einerseits - und meine x-fach durchlebte Erfahrung andererseits!

Wer (was) heilt, hat Recht?...

Dabei gehts jedoch mehr ums heilen, statt ums Rechthaben. Oder?

Hab ich vielleicht im Leben Schwein gehabt , dass mein vermutlich placeboverseuchtes und doch recht naives Gehirn ausgerechnet jene verrückten Glaubenssätze unbewusst favorisiert, die mich aus tausend anderen, statt aus homöopathischen Gründen, immer wieder neu gesunden ließen, trotzdem und obwohl ich dann das nebenwirkungsfreie, substanzlose Zuckerzeugs in entsprechender Dosierung nahm!

Aber nur zu, nur zu!
Es geht doch nichts über die höchstpersönliche und möglichst langjährige Erfahrung!

Yola 11.02.2012 | 14:45

@goedzak. "dann kann das wohl nur eines bedeuten: alle müssen MEINER Meinung sein!", "...andere Meinungen nicht ertragen zu können"...
Können Sie das sachlich begründen oder gar belegen?
Oder bleiben Sie bei der 'homöopathischen' Dosis an Kritik? ;-)))) ("..., das klingt ein wenig nach..." und "Naja, es kommt nur leider anders rüber...").

Und wenn Sie Ihre Aussage: "Wenn nicht mal dann genug Fairness aufgebracht werden kann, wenn da jemand sich intensiv mit einem Thema beschäftigt hat, jede Menge sachliche Argumente vorbringt, dann sogar noch, der emotionalen Überreaktionen wegen, versucht zu erklären, was ihn warum antreibt, dann kann das wohl nur eines bedeuten: alle müssen MEINER Meinung sein!" in Bezug setzen würden mit der Haltung merdeisters gegenüber seiner ehrfahrungsgeprüften Kritiker, hätten Sie vielleicht sogar das Simile-Prinzip verstanden. ;-)

goedzak 11.02.2012 | 15:06

"Können Sie das sachlich begründen oder gar belegen?" - Erst bist Du dran, begründe Du also sachlich, dass merdeister ein Verleumder und Rechthaber ist.

Merdeisters "Haltung gegenüber seinen ehrfahrungsgeprüften Kritikern" lässt sich als Beleg jedenfalls nicht heranziehen, denn sie sieht doch wohl so aus: Er hat nie die vielen Selbsterfahrungsberichte in Zweifel gezogen, er hat des öfteren Wissenslücken und Irrtümer eingestanden. Solche Attitüde ist mir an seinen 'Kritikern' allerdings nie aufgefallen.

Yola 11.02.2012 | 16:06

@goedzak. "Erst bist Du dran, begründe Du also sachlich, dass merdeister ein Verleumder und Rechthaber ist."
Nun, goedzak, "... das klingt ein wenig nach..." und "Naja, es kommt nur leider anders rüber..."

Und klar, merdeister hat "nie die vielen Selbsterfahrungsberichte in Zweifel gezogen" und hat genauso 'eingestanden', dass Homöopathie unwirksam ist. Durch solche 'Attitüde' fallen erfahrungsgeprüfte Kritiker nicht auf; da gebe ich dir recht. Und Wissenslücken zu haben und Irrtümern zu erliegen, ja mei, das führt er 'sachlich' mit jedem neuen Homöopathieverriss vor.
Am 'Korrekturlesen' und an einer 'Lehrtätigkeit' beteilige ich mich- und das ist mein gutes Recht - nicht.

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Ehemaliger Nutzer 12.02.2012 | 12:06

Yola schrieb am 11.02.2012 um 12:55

Da die Verleumdung bekanntlich schneller als die Wahrheit ist, will ich Sie, merdeister, nicht um das Vergnügen bringen, recht zu behalten, denn dieses wäre unvollständig, ohne das Vergnügen, andere ins Unrecht zu setzen.

Noch schneller als die Verleumdung, verehrte YOLA, ist das Gerücht, es erreicht Überlichtgeschwindigkeit. Und so erreichten mich Ihre erbaulichen Zeilen schon zu einem Zeitpunkt, zu dem Sie noch nicht einmal angefangen hatten zu schreiben. Wenn Sie so wollen, beschwören Sie schreibend die Vergangenheit, so wie sie eben auch von der Homöopathie beschwört wird.

So können Sie bei
www.remedia.at/ unter der Arzneirubrik TY die Seite
www.remedia.at/homoeopathie/Tyrannosaurus-rex/a863.html

finden, in der verschiedene Aufbereitungen des vorgenannten Tieres feil geboten werden:

T-Rex C12: € 3,75,
T-Rex C30: € 5,10 und
T-Rex C200: € 6,40!

Als Stoffgruppe, Ausgangsstoff wird Tier, Echse angegeben, der Prüfer der Arznei wird mit Karl Josef Müller benannt.

Zunächst: ein T-Rex war keine Echse, als Tier wird er auch nicht mehr beobachtet.

Und nun mal wieder meine konkrete Frage, liebe YOLA:
wie erklären Sie sich, das ein Lebewesen, dass vor ca. 65 Mio. Jahren (wahrscheinlich) beim Einschlag eines Meteoriten auf der Halbinsel Yukatan (dem Wohnsitz eines der Blogger hier) mitsamt seiner gesamten Verwandtschaft (außer den Vögeln) vernichtet wurde und in jüngerer Zeit ein paarmal als unvollständige versteinerte Knochenreste gefunden wurde als wirksames homöopathisches Mittel angepriesen wird?
Diesen Tatbestand können Sie doch sicherlich argumentativ aufarbeiten, fachlich untermauern und den ignoranten Skeptikern hier nicht glaubhaft, nein, stringent und mit Heilungsberichten versehen (keine Anusdötchen) beweisen, dass T-Rex wirkt, wie T-Rex wirkt und warum T-Rex-Staub mit kalkigen Einlagerungen seine Arbeit im menschlichen Metabolismus entfaltet.
Sollten Sie bei Remedia noch nach Hundehaaren suchen wollen, finden Sie diese dort ebenfalls. Ein mittelalterliches Rezept empfiehlt übrigens auch Hundehaare bei Hundebiss. Allerdings wird auch empfohlen, das Hirn des beißenden Hundes auf die Wunde zu legen …

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Ehemaliger Nutzer 12.02.2012 | 13:39

Jedem Tierchen sein Pläsierchen :-)

Im übrigen fängt alles im Kopf an...oder warum haben Menschen sich ihre Gürtelrose besprechen lassen, was dann auch tatsächlich geholfen hat?! Nach dem Ärzte ihn mit pharmazeutischen Medikamenten vollstopfte und nichts wirklich half. Warum kann man tatsächlich Warzen mit dem Saft des Schöllkraut``s zum verschwinden bringen?! Warum kann man einem Menschen mit Hypnose heilen, ihn von Schmerzen befreien?!

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Ehemaliger Nutzer 12.02.2012 | 13:49

Yola schrieb am 12.02.2012 um 11:42

Wie ich finde, lieber Kunibert, eine vorzügliche Verwendung für das Hirn eines beißwütigen Hundes.

Na, YOLA, da bin ich aber froh, Ihnen einige Seiten zum geflissentlichen Studium anempfehlen zu können:

bettina-daiber.suite101.de/die-bizarrsten-diagnose--und-heilmethoden-des-mittelalters-a120943

weltderwunder.de.msn.com/history-gallery.aspx?cp-documentid=149939827=1

www.lehnswesen.de/page/html_medizin.html#medizin

www.artikelmagazin.de/kultur/geschichte/heilmethoden-und-gesundheitssystem-im-mittelalter.html

gesundheit.naanoo.com/gesundheit/heilmethoden-im-mittelalter

www.hexen-forum.de/h150-die-hexe-als-aerztin.html

Ich gehe davon aus, dass Sie sich auf diesen Seiten stundenlang umtun können und doch nichts neues finden ... zumindest lässt Ihre tiefgreifende Skepsis gegenüber der Medizin darauf schließen.

Herzlichst Kuni

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Ehemaliger Nutzer 12.02.2012 | 14:25

Yola schrieb am 12.02.2012 um 13:08

Mein Hirn tickt einfach anders, da haben Sie recht. Es wird von fieberhaften Zuständen befallen, wenn es Zahlen sieht. Fieberhaft deshalb, weil bei erhöhten Temperaturen organische Reaktionen schneller ablaufen:
So verdoppelt sich die Reaktionsgeschwindigkeit bei Temp.-erhöhung um 10°C ... aber so stark ist das Fieber dann doch nicht, wäre ja auch kaum zu ertragen ... noch klüger, nicht wahr?

Yola 12.02.2012 | 16:37

Oh, darum geht es also. Sie meinen also es ginge nicht um's Klugscheißern, sondern um's Klugsein.
Ein tatsächlich kluger Afrikaner hat einmal gesagt: "The Tiger does not boast of his tigritude."
Sein Hirn wurde von keinen fieberhaften Zuständen befallen. Schon gar nicht, wenn er Zahlen sah. Er war Staatsmann, Dichter, ein Humanist und Weltbürger, ein Wegbereiter des Dialogs zwischen Zivilisationen.

Stepstone 12.02.2012 | 20:03

O Du wisenschafsgläuber Merdeister, bitte schau mal die
Geschichte der Medizin an. Ich habe es zwangsweise viele
Jahre getan und festgestellt, dass das, was heute gilt, morgen
- wenn man in grossen Zeiträumen denkt - haltloser Unsinn
ist. Du läufst mit Deinem Feldzug gegen die Hom. gegen eine
sehr dicke Wand, denn Schwindler gibt es allenthalben und
wo der Glaube hilft.... Du kennst doch den Hinweis des Arztes
an seinen Kollegen: "Du, da ist `ne neue Pille auf dem Markt!
Schnell verschreiben, solange sie noch wirkt!"... Dass es nicht
auf den Wirkstoff in der Pille ankommt, sondern auf die richtige
Geste, mit der sie überreicht wird, ist Allgemeinwissen.
Trotzdem achte ich Deine Mühe, denn sie verhindert, dass Dein
Geist einrostet!

merdeister 12.02.2012 | 20:15

Dann eben nochmal von vorn.

Unter "Verleumdung" ist in der Wikipedia zu finden:
Verleumdung bedeutet in Deutschland (...), dass jemand über eine Person ehrverletzende Behauptungen aufstellt, obwohl er weiß, dass sie unwahr sind.

Es kann sich also nur um die beiden Personen im Text handeln und ich müsste bewusst die Unwahrheit sagen. Gleiches gilt für die Homöopathie, die man aber nicht Verleumden kann, weil sie keine Person ist.

Wenn Du mir nicht belegen kannst, wie ich hier das mache, was Du mir vorwirfst, machste Du genau das mit mir. Soviel zum Simile Prinzip.

Zu Unrecht weiß man bei der Wikipedia:
Die Verwirklichung von Unrecht führt in der Regel zu einer Rechtsfolge (etwa Schadensersatzverpflichtung, Strafe etc.).

Solltest Du also richtig gehen in Deiner Annahme, steht es jedem frei, für diese Rechtsfolge zu sorgen, meine Kontaktdaten sind der Redaktion bekannt. Nur zu.
Da ich davon ausgehe, dass es sich auch bei diesem Vorwurf nur um leeres Gewäsch handelt, wären wir wieder beim ersten Punkt und dem Simile Prinzip.

Das bedeutet für mich, Yola ist hier, um mit Dreck zu schmeißen, in der Hoffnung, etwas werde schon hängen bleiben. Das wiederum ist ein starkes Zeichen dafür, dass Yola keinerlei Argumente gegen die im Text beschriebenen Tatsachen hat.

Vielleicht als Versuch Korrekturleser abzuhalten, benimmt sich Yola wie ein Troll.

merdeister 12.02.2012 | 20:34

KarinL. schrieb am 12.02.2012 um 12:39

Jedem Tierchen sein Pläsierchen

Nix dagegen.

Im übrigen fängt alles im Kopf an

Diese Meinung vertreten Sie in diesem Forum nicht allein. Was mich daran vor allem stört ist "alles". Bei "einiges" wäre ich dabei, bei "vieles" zweifeln und bei "alles" definitiv widersprechen. Hamer ist ja auch dieser Meinung und hat seine GNM darauf aufgebaut.

Eine Gürtelrose hat glücklicherweise eine gute Tendenz von alleine zu verschwinden, auch wenn es mitunter dauern kann. Wichtig ist die Schmerztherapie. Es wäre also möglich, der Termin beim Besprecher hat zu einem Zeitpunkt stattgefunden, als die Gürtelrose ohnehin dabei war zu verschwinden.
Schöllkraut, das habe ich gerade nachgeschaut wirkt (zumindest in der Petrischale) gegen Viren. Warzen werden häufig von Viren hervorgerufen, es besteht also die Möglichkeit einer pharmazeutischen Wirkung. Zumindest ist die höher als irgendetwas magisches.
Schmerz ist ein ziemlich komplexes Geschehen und es gibt viele Ebenen, auf denen man auf ihn einwirken kann. Ohne mich mit Hypnose näher beschäftigt zu haben, kann ich mir einen positiven Einfluss bei bestimmten Schmerzarten durchaus vorstellen.

Glauben Sie (und andere) eigentlich auch, Uri Geller konnte wirklich übersinnlich (sagt man "psychokinetisch"?) Löffel verbiegen?

merdeister 12.02.2012 | 20:52

Hallo Stepstone :-)
O Du wisenschafsgläuber Merdeister, bitte schau mal die Geschichte der Medizin an.

Also, wissenschaftsgläubig zu sein ist ein bisschen so, wie hammergläubig zu sein. Wissenschaft ist ein Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger. Im ersten Teil schrieb ich ja auch schon, dass ich mich bereits oft geirrt habe und ich weiß, dass ich mich noch oft irren werde. So wir mir bewusst ist, dass es Behandlungen gibt, die heute durchgeführt werden, über die man morgen den Kopf schütteln mag. Jedem der auf etwas Besseres warten möchte, steht das frei, so wie es jedem frei steht, Homöopathie zu nutzen.

Du läufst mit Deinem Feldzug gegen die Hom. gegen eine sehr dicke Wand

Da ist was dran :-)

denn Schwindler gibt es allenthalben und
wo der Glaube hilft

Bisher habe ich in den Texten nur respektable Mitglieder der Homöopathengemeinschaft aufgeführt. Du wirst doch Harald Walach nicht einen Schwindler nennen wollen?

Dass es nicht auf den Wirkstoff in der Pille ankommt, sondern auf die richtige Geste, mit der sie überreicht wird, ist Allgemeinwissen.

Es kommt zum Teilauch auf die Geste an. Mir fallen aber auf anhieb Dutzende Medikamente ein, wo das nicht so ist. Ich weiß, dass Du auf den Placeboeffekt anspielst und, wie nebenan bereits angekündigt, das ist mein nächstes Projekt. Der erweist sich allerdings als deutlich komplexer als gedacht :-)

Trotzdem achte ich Deine Mühe, denn sie verhindert, dass Dein Geist einrostet!

Da wird es hier sicher Widerspruch geben, ob der Eingerostetheit meines Geistes.

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wilfried-zupp 12.02.2012 | 21:00

@ merdeister:

klassische Homöopathie beinhaltet:

Mensch im Rahmen der Umwelt beurteilen,
Umweltreize und Reaktionstypen erkennen,
Definition und Maßstab von Gesundheit,
Verlaufsbahnen bei Krankheiten,
Gesamtheit der Symtome wahrnehmen,
Ähnlichkeitsgesetz,
Arzneimittelprüfung verstehen,
dynamische Wechselwirkungen von Krankheiten,
Miasmenlehre,
Prädispositionsschichten erkennen,
Fallaufnahme (Anamnese),
bewerten der Symptome,
repertorisieren,
Fallanalyse und erste Verordnung,
Wahl der Potenz,
zweite Konsultation und Folgeverschreibung,
Langzeittherapie im chron. Fall,
Heilungsverlauf beurteilen, nach Hering'scher Regel,
klinische Kenntnisse, Anatomie, Physiologie, Pathologie,
zwischen individuellen und pathognomonischen Symptomen differenzieren,
unheilbare Patienten erkennen,
akute Erkrankungen während der konstitutionellen Behandlung einschätzen,
prognostische Beurteilung des Falls,
Behandlungsblockaden..........

merdeister behauptet in seinem Blog, jeder 12Jährige könne Homöopathie betreiben, so simpel sei sie !!
Das zeigt, dass der Autor zwar emsig "Fakten" aus allen möglichen online-Foren zusammentragen kann, natürlich nur Fakten, die in sein anti-homöopathisches Bild passen, aber von der Materie nichts kapiert hat.
Die Aussage Homöopathie könne jeder 12-Jährige umsetzen, zeigt ein deutliches Maß an stumpfer Einseitigkeit, an Intoleranz und an Unkenntnis der Tatsachen. Mag merdeister gegen die Homöopathie wettern, aber mit dieser Aussage hat er seinen mangelnden Horizont gezeigt und echte Argumentationsstärke verloren, weshalb für mich an diesem Punkt die Diskussion beendet ist.
l.G.W.Zupp

h.yuren 12.02.2012 | 21:46

lieber merdeister, ich muss sagen, dass mir mehr daran liegt, zu erfahren, dass und warum du deinen großvater auf dem gewissen hast als der hickhack um die potenzierten tropfen.
frau steffens spricht auch von alternativmedizin und von naturheilkunde. letztere hat gewisse sympathien bei mir. habe als schüler zuhaus des öfteren in einem naturheilkundewälzer gestöbert. vor allem die sache der vorbeugung ist von belang, wo die schulmedizin zwangsläufig in der regel hinterher kuriert.

jovora 12.02.2012 | 22:05

@merdeister: Vielen Dank für den unterhaltsamen Artikel. Die Homöopathie ist, um im Sprachgebrauch zu bleiben, nur das Symptom. Die zugrundeliegende Krankheit ist eine gewisse Art von Dummheit, welche sich ansonsten in Esoterik, Astrologie und Religion manifestiert. Woher diese Bereitschaft so vieler Menschen stammt jedweden Mist zu glauben kann ich nicht gut erklären. Vermutlich handelt es sich um ein evolutionäres Nebenprodukt der Hirnentwicklung. Das es sich "ausmendelt" ist auch nicht mehr zu erwarten. De Gesunden können es sich "leisten" an den Unsinn zu glauben und die Kranken halten wir "Schulmediziner" am Leben.

jovora 12.02.2012 | 22:19

Frau Steffens macht mir Angst, die Leute können von mir aus auch rituelle Tieropfer abhalten, ich möchte aber nicht mit meinen Kassenbeiträgen dafür zahlen. Und das regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf Tabak und Alkohol mit Bedacht genossen das Leben verlängern und vor einer Menge an Krankheiten schützen, predigt die "Schulmedizin" seit Ewigkeiten. Es macht halt niemand da anstrengend und unpopulär.....

ed2murrow 12.02.2012 | 22:35

Willi Zupp,

eines kann man Ihnen attestieren: Sie lügen derart dreist, dass es schon fast wieder Respekt abnötigt.

Denn "merdeister behauptet in seinem Blog, jeder 12Jährige könne Homöopathie betreiben, so simpel sei sie !!" legen Sie ihm in den Mund bzw. in den Blog. Diesen MacGuffin benutzen Sie wiederum, um seitenweise aus den Schulungen von Homöopathen (btw: wieviel hat die Ihre gekostet, bzw. wieviel verlangen Sie, um andere zu schulen?) zu zitieren - was im Übrigen auch die Frage von Copy Paste erledigt. Denn wenn Sie aus Ihrem "Berufs"bild herauszitieren, so stellt der Blogverfasser mit seinen Links das Material --> den Lesern zur Verfügung, auf dass diese sich selbst ein Bild machen können.

Sie, Herr Zupp, sind ein fürchterlicher Kurpfuscher und weil Sie das wissen, gebärden Sie sich hier als Demagoge. Ich halte die von Ihnen vertretene "Homöopathie" für kein medizinisches, sondern für ein rein mythologisches Problem: Bar jeglicher wissenschaftlichen Fundierung, aber im Wege der Predigt einer vorgeblich höheren Weihe gewidmet. Leute wie Sie haben die Groteske einer sog. "Neuen Germanischen Medizin" zu verantworten. Tun Sie sich selbst einen Gefallen und geben Sie sich nicht auch noch der Lächerlichkeit preis!

e2m

Yola 12.02.2012 | 23:20

@Harte Worte für einen, der sich anmaßt, ehrlich arbeitende Homöopathen und deren leidensgeprüfte Patienten immer wieder zu denigrieren. Dass Du Deine Ergüsse gegen die Homöopathie in eine "sachliche" Form verpackst, täuscht nicht darüber hinweg, dass sie nur eines sind: ein ätzender, erbitterter Feldzug gegen das, was Menschen hilft und sie zu schätzen wissen. Wer gibt dir das Recht, die Erfahrung so vieler Menschen abzuwerten? Die Rückendeckung durch den Freitag? Die Wissenschaft? Wovon machst du deine Absicht zu heilen abhängig? Von der wissenschaftlichen Beweisführung einer Heilmethode? Oder von der Wirksamkeit? Hättest du ein echtes Interesse an der Erforschung der Homöopathie, würdest du Dich ernsthaft damit beschäftigen wollen, wäre der Respekt vor deren Erfolge die unabdingbare Voraussetzung dafür.
Was du hier betreibst ist fiesestes Bashing. Da alle Argumente, für und gegen, schon längst mehrfach ausgetauscht wurden, ist das, was du jetzt machst, der Versuch der Manipulation. Gegen eine solche massive Einflussnahme wehre ich mich. Kapiert?

merdeister 12.02.2012 | 23:24

h.yuren schrieb am 12.02.2012 um 20:46

Ich weiß, "Großvatergeschichten" kommen auch wieder dran, ich kann mich ja nicht immer streiten :-)

Allerdings geht es nur Vordergründung um die Kügelchen und Tropfen, ich hoffe, mein Text wird das am Ende zeigen.

Naturheilkunde finde ich übrigens auch gut. Sie ist Teil evidenzbasierter Medizin und wird untersucht. Was wirkt bleibt, was nicht wirkt fliegt raus. Homöopathie ist, auch wenn das oft anders vermittelt wird, nicht Teil der Naturheilkunde.

Und als Ergänzung zu jovora schrieb am 12.02.2012 um 21:19.
Selbst wenn alle Menschen brav sind und gesund Leben, wird eine gewisse Anzahl eines Tages krank und dann kann die Medizin nur hinterherreparieren, es ist ihre Aufgabe. Es ist also schwierig ihr das vorzuwerfen.

merdeister 12.02.2012 | 23:29

jovora schrieb am 12.02.2012 um 21:05
Aufklärung und Bildung ist wohl das einzige was hilft. Und Akzeptanz. Ich finde, jeder soll glauben dürfen, was er oder sie will. Wer seinen Glauben allerdings öffentlich äußert, muss sich Widerspruch gefallen lassen.

Mein Bedürfnis nach Magie und Übersinnlichem stille ich ja mit Harry Potter. Als Hörbuch, ich denke da stecken heilende Kräfte drin. Vielleicht bringe ich Frau Steffens dazu, mir einen Lehrstuhl zu finanzieren.

merdeister 12.02.2012 | 23:55

Kapiert, das erklärt auch, warum Du keine sachlichen Argumente anbringst, sondern nur Anschuldigungen. Der Schuh passt mir allerdings nicht.

Feldzug gegen das, was Menschen hilft und sie zu schätzen wissen.
Dabei hast Du es noch gut. Du solltest mal hier in die Stadt kommen und sehen, wie ich Menschen zwinge, meine Texte zu lesen um sie dann den Schwur auf die Wissenschaft schwören zu lassen. Aber zur Beruhigung gibt es dann immer ein paar Pillen. Ich bin ja kein Unmensch.

Wer gibt dir das Recht, die Erfahrung so vieler Menschen abzuwerten? Wo mache ich das? Ich biete eine andere Deutung dieser Erfahrung an und Begründe zum Teil sehr ausführlich, warum ich diese Deutung für wahrscheinlicher halte.

Wovon machst du deine Absicht zu heilen abhängig? "Heilen"? Alleine dieses Wort spricht von einer absoluten Unkenntnis der Realität vieler Menschen. Geh mal auf eine Dialysestation und erzähl den Menschen dort etwas von "heilen", vielleicht noch ganzheitlich?

Von der wissenschaftlichen Beweisführung einer Heilmethode? Oder von der Wirksamkeit? Wenn etwas wirksam ist, warum sollte man das nicht beweisen können? Was spricht dagegen, die Wirksamkeit der Homöopathie wissenschaftlich zu beweisen, wenn sie wirkt.

Hättest du ein echtes Interesse an der Erforschung der Homöopathie, würdest du Dich ernsthaft damit beschäftigen wollen, wäre der Respekt vor deren Erfolge die unabdingbare Voraussetzung dafür. Wenn ich etwas über eine Methode herausfinden will, ist Respekt eben genau das Falsche, was ich haben sollte. Allerdings zeigt der Satz, dass es bei Deiner Entrüstung darum geht, dass ich ein Glaubensgebäude in Zweifel ziehe. Und "nein" ich habe keinen Respekt vor dem Glaubensgebäude. Vor keinem.

Was du hier betreibst ist fiesestes Bashing. Es ist wirklich unheimlich gemein, Homöopathie beim Wort zu nehmen und Aussagen ihrer Fachleute in einen Kontext zu setzen.

Yola 13.02.2012 | 00:46

@merdeister
Ich bringe keine Argumente. Erstens wurden die schon (wohlfeil überlesen?) mehrfach ausführlichst ausgetauscht und zweitens geht es Dir nicht darum geht. Dir geht es um Denigration. Drittens ist eine Argumentation müßig, weil du eine Heilmethode (nein, Mediziner kennen das nicht) nach Kriterien und mit dem Instrumentarium einer anderen Methode untersuchst, die du als die einzig gültige betrachtest und ihr aufzwingst. Das ist unredlich. Homöopathie hat einen anderen Ansatz, den du weder anerkennst noch zu verstehen scheinst.
Deine "andere Deutung der Erfahrung" ist ein Euphemismus. Ich nenne sie Bashing. "Was spricht dagegen, die Wirksamkeit der Homöopathie wissenschaftlich zu beweisen, wenn sie wirkt?"
Tue es, wenn es dein Bedüfnis ist. Ich frage dich aber, warum sollte sie wissenschaftlich bewiesen werden müssen? Weil ein Medizinstudent, selbstverliebt und wissenschaftshörig es fordert?
Ja, die Respektlosigkeit mit der du dich (D)einem
"Forschungsgegenstand" Homöopathie näherst, ist ein Grund für meine Verärgerung. Denn ich bin der Meinung, dass man nur etwas wirklich verstehen kann, wenn man sich dem Gegenstand seiner Betrachtung verständnisvoll und respektvoll nähert. Zerstören, kaputt machen kann jeder. Dein überhebliches statement, vor keinem "Glaubensgebäude" Respekt zu haben straft dich übrigens Lügen, denn dein Glaube ist die wissenschaftliche Beweisführung.
Ende der Durchsage.

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wilfried-zupp 13.02.2012 | 07:53

Wenn man sich einmal etwas mit Homöopathie beschäftigt, ist der Vorwurf, diese aus Laiensicht zu betrachten geradezu grotesk. Die Prinzipien lassen sich jedem 12jährigen in kurzer Zeit beibringen. Den Profi unterscheidet vom Laien das “Wissen” um hunderte “Symptome” und tausende Namen von Mittelchen. Homöopathie ist eine Laienmethode, um sie zu kritisieren reicht Laienwissen aus. (merdeister im Original !!)
edm2, erst lesen....
W.Z.

merdeister 13.02.2012 | 10:22

wohlfeil überlesen?
Nö. Erstens wäre das kein Argument nicht weiter drüber zu sprechen, zweitens geht es in dem Text um etwas anderes.

Dir geht es um Denigration.
Nicht Ab- viel mehr Bewertung.

Instrumentarium einer anderen Methode untersuchst, die du als die einzig gültige betrachtest und ihr aufzwingst. Meinst Du das ernst? Ist Dir klar, was Du da behauptest und wie albern das eigentlich ist?

Die Carstens Stiftung nutzt eben dieses Instrumentarium, um homöopathische Behandlungen bei bestimmten Erkrankungen zu legitimieren, bei anderen nicht. Harald Walach versucht ebenfalls dieses Instrumentarium anzuwenden und der DZVhÄ schreibt sich auch "Wissenschaftlichkeit" auf die Fahne. Aber Yola wirft merdeister vor eben diese Maßstäbe anzusetzen. Weil der Ergebnis nicht das richtige ist.

In Studien, in denen Patienten wissen, ob sie H. oder Placebo bekommen, ist H. besser als Placebo. Wenn nur der Arzt weiß, wer Placebo und wer H. bekommt ist H. immer noch besser als Placebo. Sobald die Studien doppelt verblindet wird (keiner weiß was), wird der Effekt sehr klein und bei ausreichend großer Teilnehmerzahl durchgeführten Studien verschwindet er. Auch die Alltagstauglichkeit lässt sich mit dem Wissen um die Behandlung erklären.

Homöopathie hat einen anderen Ansatz, den du weder anerkennst noch zu verstehen scheinst. Offenbar verstehe ich ihn nicht. Entweder etwas wirkt oder es wirkt nicht. Was ist denn der Ansatz der Homöopathie?

Denn ich bin der Meinung, dass man nur etwas wirklich verstehen kann, wenn man sich dem Gegenstand seiner Betrachtung verständnisvoll und respektvoll nähert.
Hätten mehr Menschen in so einer Feenwelt gelebt, wären wir nicht in der Lage uns auf diese Form auszutauschen und ich hätte den Großteil meines Lebens hinter mir.

Dein überhebliches statement, vor keinem "Glaubensgebäude" Respekt zu haben straft dich übrigens Lügen, denn dein Glaube ist die wissenschaftliche Beweisführung.

Das hat nebenan auch schon jemand behauptet. Biete mir eine bessere Methode und ich bin dabei und falle vom Glauben ab. An Wissenschaft zu glauben, ist wie an einen Hammer zu glauben. Die wahren Magier sind ohnehin die Ingeneure ;-)

merdeister 13.02.2012 | 10:35

Willi Zupp schrieb am 13.02.2012 um 06:53

merdeister stalked die Homöopathie und Willi Zupp stalked merdeister*.
Diesen Kommentar habe ich, um etwas zu verdeutlichen unter einem Text geschrieben und nicht in einem Blog. Der Kommentar sagt auch nicht, ein 12-Järiger sei in der Lage eine homöopathische Behandlung durchzuführen, das wäre naiv. Die Prinzipien der Homöopathie kann man ihm jedoch beibringen und er wird sie "verstehen" und wenn er auf Zack ist, schnell deren logische Fallstricke erkennen. Um Homöopathie zu betreiben fehlt einem 12-Jährigen in erster Linie Autorität.

Der Kommentar war eine Reaktion auf Äußerungen von Homöoapathieanhängern, wie zum Beispiel Herrn Fritzsche oder Ihnen, Laien würde Homöopathie nicht verstehen und sollten sich nicht äußern.

Was Ihre Liste angeht, bin ich wenig beeindruckt. Einen Teil davon muss jeder angehende Arzt beherrschen, einen Teil sollte er beherrschen und den Rest kann man durchaus, wie e2m das bereits getan hat, als mystisch bezeichnen.

*Das ist natürlich nichts ernst gemeint, Willi Zupp recherchiert gründlich.

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wilfried-zupp 13.02.2012 | 11:39

@ merdeister, ob blog oder Text... das sind Ihre Worte im Original ! Und sie zeigen, dass Ihnen grundlegende Kenntnisse fehlen, um überhaupt öffentlich urteilsfähig zu sein; ich dachte Sie wären wirklich interessiert. Natürlich fehlt einem Kind die therapeutische Autorität, und vielleicht kann man einem 12-Jährigen, der besonders begabt, ist in 3 Jahren die theoretische Homöopathie beibringen, aber Ihnen ging es doch darum Homöopathie als simple Laienmethode herabzuwerten - und das ist mehr als naiv.
Herzlichst W. Zupp

ed2murrow 13.02.2012 | 13:14

Willi Zupp,

Sie reiben sich erkennbar an zwei Dingen: Zum einen -vordergründig- an der Frage, ob und inwieweit „Laien“ in der Lage sein könn(t)en, eine rationale Entscheidung zwischen verschiedenen Ansätzen zu treffen, von denen eine schlicht irrational ist.

Dazu hat die Homöopathie in den letzten Jahren selbst eine ganze Industrie in Stellung gebracht, wie es der deutsche Troubadour dieses Zweiges, der Journalist Claus Fritzsche, nicht müde wird, in die Welt zu setzen. Etwa in seinem publizistischen Universum mit dem Namen „Psychophysik“ (wenn das nicht mal echte Programmatik in einem einzigen Wort ist). In der Unterabteilung „H.Blog“ renommiert Fritzsche: „Die Alternativmedizin kommt in der Wissenschaft an“. Es wäre ihr zu wünschen, erschöpfte sich die Darstellung nicht lediglich in der Aufzählung von organisatorischen Strukturen, deren heilsbringenden Effekt (einschließlich der damit einhergehenden Werbung) die „Alternativen“ für sich selbst entdeckt haben: Gesellschaften, Symposien, Journale. Wozu natürlich auch gehört, bislang gehörte Autoritäten in Zweifel zu ziehen: Das Feindbild Nr. 1, das Wissenschaftsjournal „Lancet“, wird als „Quelle für Mythen und Legenden“ bezeichnet, die persona non grata Edzard Ernst durch Harald Walach ersetzt.

Auch das sei den „Alternativen“ gegönnt, jeder möchte schließlich von etwas leben. Nachdem aber eben diese „Alternativen“ genau die Strukturen aufgebaut haben wie die von ihnen so verschriene „Schulmedizin“ und freudestrahlend verkündet wird, dass die „Techniker Krankenkasse und Hanseatische Krankenkasse seit Januar 2012 die Kosten der gesamten ärztlichen Homöopathie erstatten“, fragt man sich eben als Laie: Wo ist da eigentlich die „Alternative“?

Um das auf ein Beispiel, der „Pharmaindustrie“, herunter zu brechen: Madaus wurde in der größten italienischen Merger Acquisition der italienischen Pharmageschichte dem Konzern Rottapharm einverleibt, deren Gründer Rovati folgerichtig von der Beratungsfirma Ernst Young als „Entrepeneur des Jahres 2008“ ausgezeichnet wurde. Die Firma Heel wiederum ist heute Teil des Quandt-Imperiums via DELTON AG, deren einziger Aktionär Stefan Quandt ist. Über andere Firmen wie Boiron wurde bereits geschrieben.

Das nachzuschlagen ist jedem Laien vergönnt, die Logik zu erkennen, die dahinter steckt -nämlich das Business- ebenfalls. Im Supermarkt verkauft sich ein bisschen BIO auch hervorragend.

Also kommen wir zurück auf das, was eben dem Laien suggeriert wird und nicht den Tatsachen entspricht: Dass Homöopathie in der Lage sei, jenseits des Placebo-Effekts und spontanen Verläufen zu heilen, mit Mittelchen, die eben dieses „Heilen“ versprechen, ohne dass es jenseits der genannten Faktoren auch nur den Dreck unter den Fingernägeln an Beweisen gibt, dass das so ist.

Nun kommt also einer daher wie Blogger Merdeister und vollzieht diesen Weg des „Laien“ nach: Von dem, der tatsächlich keine Ahnung hatte bis zu der Person, die er heute ist. Auch das kann Ihnen, Herr Zupp, nicht schmecken. Denn der Blogger beschreibt ziemlich minutiös (und einsehbar) den umgekehrten Weg, der bis dato von jenen Troubadouren à la Fritzsche (der hat mal mit so netten Dingen wie Fernheilungen durch Beten angefangen) propagiert worden ist: Der von der „Schulmedizin“ böse traktierte, bis zur definitiven Krankheit austherapierte Patient, der das „Wunder der Homöpathie“ entdeckt.

Merdeister beschreibt seinen „argen Weg der Erkenntnis“, um das literarische Beispiel zu zitieren und hält dieser seltsamen Ansammlung von Mythen, schmanistischem Mummpitz und ihren Heilern ein Capricho vor: Die Karikatur von Wissenschaftsgläubigkeit im Gewand von Esoterik.

Ihnen kann das nicht schmecken, weil es Ihrem erkennbaren eigenen Lebensentwurf widerspricht, vielleicht sogar Ihrer Berufswahl (angesichts der genauen Beschreibung der dafür erforderlichen Kenntnisse). Das ändert nichts daran, dass gerade mit Blick auf das, was jeder solidarisch mit Krankenkassenbeiträgen mit zu zahlen hat, die Frage nach dem, was „hilft“ neu zu stellen ist: Die Frage richtet sich nicht mehr nur an eine bereits existierende (Ärzte-, Pharma-)Lobby, sondern auch an die Neue, aber verkleidete: Die "Alternativen" Diese Blogserie hilft bei der Formulierung.

e2m

fürgift 13.02.2012 | 23:28

Die Sache ist, dass bei derlei Abhandlungen ein grundlegendes Verständnis fehlt. Da wundert es auch nicht, dass man hier zu solchen Ergebnissen kommt.

Eure Doppelblindstudien haben ein Problem. Sie versuchen etwas zu erfassen, wofür diese Art der Studien nicht geschaffen wurde. Dass man solche Studien wie in den vorliegenden Formen dennoch einsetzt, kann nur an einer zeitgeistlich bedingten wissenschaftsgläubigen Verblendung liegen. Sie sind von der Vorstellung getragen, die Ursachen für Genesung können nur über den Körper wirken und die Einnahme eines "Mittels" müsse pharmazeutischer Natur und Wirkung sein ..

Gehen wir doch einfach einmal ganz ungezwungen an die Sache heran. Gehen wir davon aus, dass Krankheiten geheilt werden, wenn eine Ebene des Menschen berührt wird. Z.B. durch Homöopathie. Die sogenannten alternative Heilmethoden haben fast immer gemeinsam, dass sie von einer Ganzheitlichkeit des Menschen ausgehen. Auch dass eine Krankheit Ausdruck aller Ebenen eines Menschen ist. Daher emotional, psychisch, metaphysisch, körperlich, geistig und spirituell bedingt sind oder zumindest mit allen Ebenen in Wechselwirkung stehen und sich gegenseitig beeinflussen.

Zumindest was die psychische Ebene angeht, so dürfte diese Erkenntnis gefruchtet haben.

Wenn das so ist, dann beruht auch Homöopathie mitunter darauf, dass ein Patient sich dieser Dinge bewusst ist und sich bei einer Erkrankung auf allen Ebenen mit dem Problem auseinandersetzt. Die Homöopathie soll dann also diesen Prozess aufnehmen und unterstützen. Basis ist also, dass diese Art der Behandlung nur wirkt, wenn sich der ganze Mensch auf diese einlässt .. Die spezifische (mögliche) Wirksamkeit könnte ja z.B. auf metaphysischer Ebene einen Prozess anstoßen, der alle Ebenen mit einbezieht.

Unter Untersuchungsbedingungen nicht möglich. Zudem gibt es viel zu viel Homöopathen die all diese Aspekte vernachlässigen. Viele Ärzte haben sich diese Zusatzausbildung geholt, weil die Nachfrage da war oder ist. Doch die nötige Einstellung, Haltung und das Grundverständnis bleibt außen vor.

Deshalb halte ich die Studien für nutzlos.

Nun gut - natürlich nicht in so fern, dass man als "normaler" Patient bei einer "normalen" Behandlung kaum etwas von der Homöopathie zu erwarten hat. Das ist richtig. Nur schmälert es die eventuelle Wirksamkeit der Homöopathie nicht.

Dass sie sich einer Untersuchbarkeit unter Laborbedingungen entzieht liegt in der Natur der Sache. Das ist kein Argument. Auch wenn sich da einigen Wissenschaftsgläubigen die Haare aufstellen.

Und ganz ehrlich.. Durchschnittlich knapp 50% Wirksamkeit von Medikamenten beruht auf Selbstheilung - also Placebo.. Dass die Schulmedizin angesichts dessen so stolz von Wirksamkeit spricht ist schon etwas sehr seltsam. Lustig auch dass man den Placeboeffekt gerne herunterspielt. Natürlich gibt es dazu keinen Grund, weil er einen enormen Anteil an der Wirksamkeit des schulmedizinischen Systems trägt.

Und wie ist es in der Komplementärmedizin? Da ist die Kraft der Selbstheilung die Basis. Und man muss nicht besonders schlau sein um zu erkennen, dass ein System das das als wesentlichen Bestandteil enthält, diesen enormen Effekt noch steigern kann.

Auch deshalb finde ich es unsäglich, wenn Leute abschätzig von einer "Wirkung die nicht über einen Placebo hinaus geht" reden. Und dann mit Studien daher kommen wollen, die unter Laborbedingungen stattfinden und den Effekt der Selbstheilung (z.B. durch eine homöopathische Behandlung) nicht mehr in dem Ausmaß entfalten können.

Gerade wo der Noceboeffekt bei der "sanften Medizin" kaum eine Rolle spielt. Was man bei der Auswertung ja noch mit dazu rechnen muss zugunsten der Komplementärmedizin. Von den durch die Behandlung hervorgerufenen Nebenwirkungen ganz zu schweigen!

Was ja heute ein riesen Problem ist. Viele Patienten kommen in einen Teufelskreis, weil sie statt des Ursprungsmedikaments irgendwann bei einen Cocktail angelangt sind um die Nebenwirkungen zu bekämpfen.

Gerade auf dem Gebiet des Placebo respektive Selbstheilungskraft wäre eine interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzig logische Weg. Denn dann könnte man die starken Schwankungen der Wirksamkeit und des Placeboeffekts je nach Erkrankung ausgleichen und die optimale Behandlung finden.

Statt dessen bekriegt man sich wie die kleinen Kinder.

Yola 14.02.2012 | 01:16

@merdeister, fürwahr, es geht genau darum. Wenn alle Argumente schon zigfach wiederholt wurden, geht es Dir nicht um's argumentieren, sondern um Manipulation. Du bist der Troll.
Nicht "Abwertung sondern Bewertung"?
Hast Du noch mehr solcher witzigen Einfälle?
Ausgerechnet Du willst Homöopathie 'bewerten'? Größenwahn, Selbsttäuschung oder die simple Unwahrheit?
"Meinst Du das ernst? Ist Dir klar, was Du da behauptest und wie albern das eigentlich ist?"
Albern ist das, was du hier veranstaltest. Fürgift erklärt weiter unten was ich meine. Für dich sehe ich leider geringe Chancen es zu schnallen. Genau so wenig, wie Du den Rest meines Kommentars verstanden hast. Außer ein paar oberflächlichen, hingeklatschten Bemerkungen von Dir, die du mit Sicherheit als 'Argumente' verkaufst - nix bei rausgekommen. Vorhersehbar. Und du erwartest, dass man ernsthaft auf Dich eingeht, dich ernst nimmt?
Ein Blinder, der Sehenden seine Brailleschrift entgegenhält und darauf besteht, dass der Sehende sie lesen soll, denn es gäbe keine andere Schrift - das machst du, um es mal anhand eines Vergleichs zu illustrieren.
Und Tschüß.

g. 14.02.2012 | 05:47

Yola, Yola, Yola, Sie verstehen mich einfach nicht, niemand versteht mich, dabei bin ich doch bemüht, der Homöopathie auch ihre guten Seiten abzugewinnen, anders als manch verstockter Schulmediziner, der die Existenz von Quanten in Glaubensfragen hartnäckig leugnet.

Sehen Sie nur: Einer Bekannten von mir, die mit nur geringer zeitlicher Verzögerung an den jeweils aktuellen Symptomen leidet, rate ich regelmäßig zum Homöopathen zu gehen. Da sie sich nach den Behandlungen in der Regel deutlich besser fühlt und die einzig andere Therapieform, die mir sonst noch so dazu einfällt, verweigert, halte ich die Homöopathie hier für völlig alternativlos.

Und bevor ich es vergesse: Ich finde Globuli recht lecker.

merdeister 14.02.2012 | 14:07

Eure Doppelblindstudien haben ein Problem.
Darauf hat ein anderer Nutzer bereits hingewiesen, diese Probleme haben jedoch nichts mit Homöopathie zu tun.

Sie versuchen etwas zu erfassen, wofür diese Art der Studien nicht geschaffen wurde.
Dass sie sich einer Untersuchbarkeit unter Laborbedingungen entzieht liegt in der Natur der Sache.

Sie wurden dazu erschaffe, zu messen, was die Untersucher messen wollen. An dieser Stelle darf ich mich außerdem einmal selber zitieren:
Die Carstens Stiftung nutzt eben dieses Instrumentarium, um homöopathische Behandlungen bei bestimmten Erkrankungen zu legitimieren, bei anderen nicht. Harald Walach versucht ebenfalls dieses Instrumentarium anzuwenden und der DZVhÄ schreibt sich auch "Wissenschaftlichkeit" auf die Fahne.

Wie dem auch sei. Angenommen man nimmt eine Gruppe von Menschen, und lässt sie von Homöopathen betreuten, ganz so, wie Hahnemann sich das vorgestellt hat. Homöopathie lege artis sozusagen. Und eine hälfte der Patienten bekommt dann nicht das verschrieben Mittelchen, sondern ein Placebo.

Wieso sollte eine solche, von mir hier nur in sehr groben Zügen vorgestellte, Studie nicht erfassen können, ob Homöopathie wirksamer ist, als Placebo?

Gehen wir doch einfach einmal ganz ungezwungen an die Sache heran.

Was Sie danach machen, ist nicht "ungezwungen" sondern einfach Rabulistik, denn wenn etwas nicht stimmt, von dem, was Sie da so ganz selbverständlich anführen, bricht alles zusammen. Boing.

Auch dass eine Krankheit Ausdruck aller Ebenen eines Menschen ist. Daher emotional, psychisch, metaphysisch, körperlich, geistig und spirituell bedingt sind oder zumindest mit allen Ebenen in Wechselwirkung stehen und sich gegenseitig beeinflussen.

Und von diesen Ebenen (psychisch und körperlich ausgenommen) haben Sie wie erfahren? Eingebung? Ausgepedeld? Von Engeln?

Durchschnittlich knapp 50% Wirksamkeit von Medikamenten beruht auf Selbstheilung - also Placebo
Aha, dafür haben Sie bestimmt Belege. Abgesehen davon, dass eine "Selbstheilung" und Placeboeffekte nicht viel miteinander zu tun haben.

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Ehemaliger Nutzer 14.02.2012 | 15:17

fürgift schrieb am 13.02.2012 um 22:28

Doppelblindstudien haben kein Problem; sie stellen ein statistisches Verfahren dar, um aus einer bekannten Menge Entitäten diejenigen zu erkennen, deren Eigenschaften von einem aus einer Normalverteilung zu erwartenden signifikant abweichen oder die aus einer Standardabweichung berechneten ausreißen.
Aus WIKI: de.wikipedia.org/wiki/Doppelblindstudie
doppelblind, wenn die Patienten und der behandelnde Mediziner nicht wissen, wer welche Substanz erhält (Versuchsperson und Versuchshelfer „blind“),
Das bedeutet, dass eine Gruppe Patienten Placebopillen erhält, die Andere Wirkstoff enthaltende Pillen.
Nach einer definierten Zeit werden die Krankheitssymptome untersucht (Blutwerte oder was auch immer) und die Befunde numerisch erfasst. Danach wird die Standardabweichung ermittelt und die Werte nach bestimmten Kriterien sortiert.
Wenn das erwünschte Ergebnis mit den Wirkstoffgaben zu einem bestimmten Prozentsatz korreliert, ist der Wirkstoff einer. Wenn bei den Placebogaben die Symptome sich nicht oder nur wenig ändern, ist der Nachweis erbracht.
Um mehr geht es nicht bei einer Doppelblindstudie: es ist ein math. Analyseverfahren und hat mit Medizin nichts zu tun; man verwendet es überall.

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Ehemaliger Nutzer 14.02.2012 | 20:32

Yola schrieb am 12.02.2012 um 15:37
Oh, darum geht es also. Sie meinen also es ginge nicht um's Klugscheißern, sondern um's Klugsein.
Nun ja, das Klugsein ist sicherlich die Erscheinungsform eines angenehmen Geistes. Womit schon beim Begriff von Will Zupp angekommen sind, der in vielem das Wirken des Geistes, eines Geistes oder vielleicht auch des Deus ex Machina seine Macht entfalten sieht. Dies mag eine Sicht der Welt sein, jedoch ist bedauerlicherweise der Annahme des Wirkens eines Geistes die Klugheit vorgeschaltet, welche die Frage stellt: Wie hatta dat gemacht? und sogleich die Frage stellt: Wie tritt er sonst in Erscheinung? … Das Bekenntnis, dass man diesen beschwören müsse, reicht der Klugheit als Existenznachweis für Den, Einen oder Überhaupt GEIST nicht aus.
Womit wir zunächst betrachten sollten, als was Geist verstanden werden kann. Bei uns Menschen ist sein Vorhandensein, Sein im Sartre – schen Sinne, das in der Welt Sein, gebunden an ein Organ, dem Zentralnervensystem, das aus ca. 10^14 Neuronen besteht, deren Einzelne sich im Laufe der Entwicklung in einem selbstorganisierenden Prozess mit ca. 10.000 anderen verschaltet, wobei auch noch ständig neue synaptische Verbindungen entstehen, während andere aufgegeben und entsorgt werden. Damit ist die Möglichkeit der immanenten Verschaltung des Gesamtorgans als Zahl ausgedrückt höher als die Anzahl der Atome im Universum: = (10^14)^(10^5). Und wenn dieses Organ, liebe YOLA, einigermaßen funktioniert, so äußert sich das für die Mitmenschen als das, was Sie Klugheit nannten, als ein wie auch immer Geist. Dieses Organ ist allerdings auch in der Lage, in einem Prozess der selbstreferenziellen Rückkopplung die Wahrnehmungsmatrix zu beeinflussen. Diese wiederum bildet als Filterinstanz den Rahmen für den Wahrheitsgehalt des behaupteten Tatbestandes. Dieses als Wahnvorstellung einzuordnen kommt mir selbstverständlich nicht zu, allerdings muss die Frage erlaubt sein, ob die behaupteten Tatbestände mit den Gesetzen der Physik vereinbar sind.
Die operationale Basis unserer Existenz ist Materie. Der materiellen Natur unserer Existenz ist kein Konzept zu entnehmen, das die Existenz einer wie auch immer gearteten Metaexistenz unterstützen würde.
Aber die einzigen Geister die ich kenne, haben als Ursprung ein Organ, wie ich ihn oben beschrieben habe … mal funktioniert es besser, mal eben nicht.
Ein tatsächlich kluger Afrikaner hat einmal gesagt: "The Tiger does not boast of his tigritude."
Tatsächlich? Patric Lumumba? Jomo Kenyatta? Idi Amin? Gar Bokassa? Was meinte der denn damit,-(

fürgift 14.02.2012 | 22:31

Wieso sollte eine solche, von mir hier nur in sehr groben Zügen vorgestellte, Studie nicht erfassen können, ob Homöopathie wirksamer ist, als Placebo?

Öhm - genau das habe ich versucht darzulegen...

Was Sie danach machen, ist nicht "ungezwungen" sondern einfach Rabulistik, denn wenn etwas nicht stimmt, von dem, was Sie da so ganz selbverständlich anführen, bricht alles zusammen. Boing.

Großes Fragezeichen. Es ist Rabulistik, wenn ich etwas anführe das theoretisch falsch sein könnte? Oder wie ist das gemeint?

Und von diesen Ebenen (psychisch und körperlich ausgenommen) haben Sie wie erfahren? Eingebung? Ausgepedeld? Von Engeln?

Die Antwort darauf läge eigentlich auf der Hand. Auf spiritueller Ebene z.B. kann ich nur etwas erfahren, wenn ich anfange spirituelle Erfahrungen zu sammeln (z.B. durch Meditation, Gebet aber auch Tanz oder durch intensiven und spirituellen Aufenthalt in der Natur). Geistig erfahre ich die Welt wiederum, wenn ich sie mit meinem geistigen Verstand erfasse. Mich als mit meinen Gedanken mit der Welt oder einer Sache befasse. Usw.

Aha, dafür haben Sie bestimmt Belege.

Nein ich habe diese Einschätzung nur gelesen. Dort hieß es dass de Wirksamkeit im Schnitt zwischen 40 und 60% zur Wirkung der Behandlung liegt - was auf den Medikamentenstudien basiert. Es gibt aber auch Leute die dies höher einschätzen. Da der Placeboeffekt ja außerhalb von Laborbedingungen höher ist. Ich weiß nicht ob man da nachweisbar einen Wert festlegen kann. Wird wohl schwierig sein. Und falls du einen genaueren Wert hast ..... immer her damit ;-)

dass eine "Selbstheilung" und Placeboeffekte nicht viel miteinander zu tun haben

Warum? Begründe das doch.

fürgift 14.02.2012 | 22:39

@Kunibert Hurtig

[....] es ist ein math. Analyseverfahren und hat mit Medizin nichts zu tun; man verwendet es überall.

Nun ich weiß was eine Doppelblindstudie ist.

Und ich weiß, dass sie als Argument eingesetzt wird um zu "beweisen", dass eine alternativmedizinische Behandlungsmethode nicht über den Placeboeffekt hinaus geht. Warum dies eine falsche und unsinnige Herangehensweise ist habe ich geschildert.

Darauf wollte ich nur hinaus. Nicht etwa um Doppelblindstudien in irgendeiner weise zu diskreditieren oder was auch immer. Das war dann ein Missverständnis.

merdeister 14.02.2012 | 23:00

Öhm - genau das habe ich versucht darzulegen...

Ich kann da keinen Grund sehen, warum es nicht möglich sein sollte, eine Studie zu machen. Jede der von Dir postulierten Ebenen könnten in so einer Studie berührt werden. Man müsste dafür nicht mal ein Krankenhaus betreten, man könnte alles in der gewohnten Umgebung stattfinden lassen.

Wenn Du natürlich meinst, es gäbe eine Art "skteptisches Störfeld", dass die Magie der Homöopathie stört... einen anderen Grund sehe ich nicht.

Nun gut - natürlich nicht in so fern, dass man als "normaler" Patient bei einer "normalen" Behandlung kaum etwas von der Homöopathie zu erwarten hat. Das ist richtig. Nur schmälert es die eventuelle Wirksamkeit der Homöopathie nicht.

Ich bin mir ziemlich sicher, hier im Forum gibt es einige "Normale" die eine "normale" Behandlung hatten und trotzdem auf die Homöopathie schwören würden. Auf welcher Ebene wurden die denn berührt.

Es fehlt immer noch die Antwort, warum viele andere Homöopathen Studien trotzdem für geeignet halten. Sogar der , der sie für "systematisierte Magie" hält.

Wird wohl schwierig sein. Und falls du einen genaueren Wert hast ..... immer her damit ;-)

Richtig es ist schwierig, daher wundert es mich doch sehr, jemanden so gewagte Aussagen machen zu hören. Ohne Quelle ist es ohnehin wertlos.

Warum? Begründe das doch.
Brauch ich nicht, das hat schon einer für mich gemacht. Der Kollege bertamberg hat einen Blog dazu Blog. Darin behauptet er, den Placeboeffekt gäbe es nicht. Soweit würde ich nicht gehen, vieles andere ist aber gut erklärt.

Yola 15.02.2012 | 00:04

Ärzte- Bullshit-Bingo ist um Längen besser:

Ärzte-Sprech:

Beschwerdensymptomatik,
arterieller Hypertonie,
akuter Schlaganfall
akuter Hörsturz,
Pareser beider Beine
diskreter Ausschlag
neurologische Defizite,
depressive Erkrankung
Krankheiten werden abgeklärt
Patienten werden oralisiert
evidenzbasierte Medizin (@Merdeister, nur zu, wat issn das? Und warum isses das nicht?)
Präparate werden histologisch aufgearbeitet,
chronische Lumbago
Delir bei Alkoholabusus
etc...

fürgift 15.02.2012 | 00:14

Ich kann da keinen Grund sehen, warum es nicht möglich sein sollte, eine Studie zu machen. Jede der von Dir postulierten Ebenen könnten in so einer Studie berührt werden. Man müsste dafür nicht mal ein Krankenhaus betreten, man könnte alles in der gewohnten Umgebung stattfinden lassen.

Die Gründe habe ich ja angerissen.

1. sind die Homöopathen meist nicht richtig ausgebildet oder nehmen sich nicht die Zeit für eine gründliche Behandlung, die den Ansprüchen der homöopathischen Therapie genügen (Kritik diesbezüglich müsste aber diesen Umstand kritisieren und nicht ein Konzept an sich). Wie ich ja schon erwähnte, hat der Homöopathieboom dazu geführt, dass diese Behandlung ganz normale Ärzte ausführen, die sich noch nie intensiver mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Wischiwaschi Behandlung aufgrund der Nachfrage.

2. beruht die Wirksamkeit mit Sicherheit unter anderem auch auf dem was wir momentan als Placeboeffekt bezeichnen. Und dieser entfaltet sich nun mal am besten unter Realbedingungen (z.B. langjähriges Vertrauen in den Arzt/Heilpraktiker)

3. Ist die "sanfte Medizin" sicher nicht für einen derartigen Gebrauch unter Testbedingungen geschaffen. Denn wie ich ja schon erwähnte, setzt diese Medizin bis zu einem gewissen Grad auch voraus, dass der Mensch bereit ist sich umfassend auf allen Ebenen mit seinem Leiden auseinanderzusetzen und gesund zu werden. Das trifft zum einen nicht auf die Testperson von Studien zu die diesen Massenmarkt der Homöopathie bedienen und auch nicht auf die Ärzte die solche Behandlungen durchführen.

Ich wäre ja nur froh wenn man mal versucht dies zu begreifen. Die Art der Medizin funktioniert anders. Gänzlich anders. Und trotzdem setzt man ihr Überprüfmechanismen auf, die hier schlecht funktionieren. Das macht wenig Sinn.

Also ich meine natürlich wären Studie darüber durchaus möglich. Aber nur wenn man dem Charakter der Behandlung Rechnung trägt.

Ich bin mir ziemlich sicher, hier im Forum gibt es einige "Normale" die eine "normale" Behandlung hatten und trotzdem auf die Homöopathie schwören würden. Auf welcher Ebene wurden die denn berührt.

Keine Ahnung. Menschen bilden sich viel ein oder rennen irgendwelchen Ideologien nach ohne sie außerhalb der Ideologie zu hinterfragen, weil ihnen nicht bewusst wird, dass sie sich mitten in einem ideologischen Feld bewegen das wenig Raum für Kritik lässt. Sie hinterfragen nur ihrer Ideologie entsprechend. Ein Umstand den es in allen Bereichen gibt.

Es fehlt immer noch die Antwort, warum viele andere Homöopathen Studien trotzdem für geeignet halten. Sogar der , der sie für "systematisierte Magie" hält.

Ich war mir so einer Frage gar nicht bewusst. Was andere Menschen darüber denken und warum, vermag ich nicht zu sagen.

Brauch ich nicht, das hat schon einer für mich gemacht.

Ahja. Interessant aber äußerst mager.

Ich extrahiere aus dem Artikel mal das einzig Wichtige:

Ein grundsätzliche Klarstellung zum kam vom Nordic Cochrane Center in Kopenhagen 8: Hrobjartsson und Götzsche haben 114 RCT-Studien gefunden, an denen außer der Verum und der Placebo-Gruppe noch eine dritte Gruppe von Patienten teilgenommen hat, die gar keine oder lediglich eine „übliche" Therapie erhalten hat. Aus diesen Studien haben sie dann extrahiert, wie es den mit Placebo behandelten Patienten im Vergleich zu denen ergangen ist, die gar keine zusätzliche Therapie erhalten haben.

Und das ist - ja - mager.

Was ist denn hier die "unübliche" Therapie? Also die Medikamenten-Placebo Gabe. In "Placeboeffekt" inbegriffen ist aber der gesamte "psychosoziale Kontext". Also nicht nur die Medikamenten-Placebo Gabe. Und aufgrund einer Auswertung einer Studie zu solchen Schlussfolgerungen zu kommen grenzt schon ein wenig an konstruierte Propaganda. Interessant wäre eigentlich nur, wie die Wirkung der Placebogruppe und der Dritten Gruppe im Verhältnis zur Medikamentengabe ausgesehen hat. Denn WIE man das nennt was wirkt ist erst mal ziemlich egal.

Und dann müsste man noch wissen was da eigentlich überprüft wurde. Also welche Medikamente?

Das Ergebnis: Placebos hatten bei einer Reihe von Krankheiten keine messbaren Effekte auf den Verlauf.

Räusper - na da hätte sich dein werter Kollege den Blogeintrag sparen können. Denn dass bei einigen Medikamenten kaum ein Placeboeffekt auftritt hätte ich ihm auch sagen können. Und überhaupt.. "bei einigen" - präziser geht es nicht.

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2012 | 09:58

Yola schrieb am 14.02.2012 um 22:45

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welch einfachen, ja geradezu primitiven Methoden Sie schon wieder versuchen, die reflexive Abwehr Ihres Opponenten zu provozieren. Weder haben Sie hier, noch in dem Blog über die Genetik der Verwandtenehe auch nur eine einzige Aussage getätigt, die einen Hinweis auf einen sachbezogenen Bezug erahnen lässt.

Diese Antwort nun ist tatsächlich eine Bestätigung meines Argumentes:

Dieses Organ ist allerdings auch in der Lage, in einem Prozess der selbstreferenziellen Rückkopplung die Wahrnehmungsmatrix zu beeinflussen. Diese wiederum bildet als Filterinstanz den Rahmen für den Wahrheitsgehalt des behaupteten Tatbestandes.

Will meinen: Sie greifen die von Ihnen konstruierten Zusammenhänge auf und bestätigen sich selbst durch Wiederholung des Behaupteten. Liebe YOLA, hier treffen nicht menschliche Abneigungen oder Sympathien aufeinander, sondern Modelle, die Welt begreifend zu erfassen.

Ihre Vorstellungen sind der Gegenwart derart entrückt, dass Ihre Heilkunst und deren historische Herkunft sowie der Tatbestand, dass Sie eine Maschine nutzen, die dem von Ihnen behaupteten Weltanschauungsmodell in seiner Gänze die Existenzberechtigung verweigert, einander diametral gegenüber stehen.

Man kann in diesem Zusammenhang auch von einer manifesten aber latenten Schizophrenie ausgehen: Leben in zwei Welten; die eine vollkommen eingebildet (selbstreferenziellen Rückkopplung), die andere lebend, ohne den Widerspruch zu erkennen, den beide trennt.

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2012 | 13:04

merdeister schrieb am 15.02.2012 um 10:21

Hhmmm ich habe da etwas gefunden:

Ist die Dissonanz stark genug, kann ihre Bekämpfung eine dauerhafte Änderung von Einstellungen und Verhalten herbeiführen.

Starke Dissonanz entsteht insbesondere bei einer Gefährdung des stabilen, positiven Selbstkonzepts, wenn also jemand Informationen bekommt, die ihn als dumm, unmoralisch oder irrational dastehen lassen. In der Alltagssprache werden solche Momente als peinliche Momente bezeichnet

Tja, das könnte die Befindlichkeit erklären, ich gehe da ja auch mit grobem Keil dran :-D

Aber ich meine das durchaus ernst, jetzt nicht im pathologischen Sinne, sondern als der zivilisatorischen Grundhaltung immanent. Mitscherlich schrieb einst:

Jemand der sich der kausalen Logik verpflichtet weiß und gleichzeitig einer Offenbarungsreligion wie dem Christentum anhängt, in dem er behauptet hinter der erkennbaren Wirklichkeit zwinge die Einsicht zur Annahme einer nicht erkennbaren, kann dieses nicht tun, ohne den resultierenden Konflikt zu unterdrücken.

Unter den gegebenen Umständen ist die Nutzung einer hochkomplexen Maschine durchaus als etwas einzuordnen, das der kausalen Logik vergleichbar erscheint;
die Offenbarungsreligion kann als Glaubenssystem verallgemeinert werden, wobei Glauben immer noch Nichtwissen bedeutet, aber nicht zwangsläufig das Ungewisse.

In diesem Sinne lebt also derjenige, der sich (zumindest in groben Zügen) der Herstellungs- und Entwicklungsgeschichte seiner Maschine bewusst ist und gleichzeitig die Behauptung geisterähnlicher Zustände als ebenso real verteidigt, in zwei vollkommen verschiedenen Werte- bzw. Bewertungssystemen hinsichtlich der Natur der Wirklichkeit.

Ich bin der Überzeugung, dass all dieser Glaube an die Scharlatanerie und das Schamanentum eine tiefere psychische Ursache hat. Jedoch kann ich mir nicht vorstellen, dass nach all den Darstellungen und Widersprüchen, den physikalisch – thermodynamischen Gegenbeweisen zum Behaupteten, Deinen Beschreibungen der medizinischen Implikationen, den Schilderungen des vollkommenen Scheiterns, den praktisch vollständig fehlenden Beweisen für die Wirksamkeit – welcher Therapien auch immer – über den Placeboeffekt hinaus so gar nichts hängenbleibt, sich so ein Gefühl vollständiger Hilflosigkeit gegenüber dieser überwältigenden Ignoranz einstellt.

Vielleicht ist das ja ein Hinweis auf die Intensität der selbstreferenziellen Rückkopplung auf die Wahrnehmungsmatrix

Yola 15.02.2012 | 18:23

@Kunibert Hurtig, an Ihnen scheint ja ein echter Wissenschaftler verloren gegangen zu sein!
Oder gar ein Arzt!? (Kuni: "Ihre Vorstellungen sind der Gegenwart derart entrückt, dass Ihre Heilkunst und deren historische Herkunft sowie der Tatbestand, dass Sie eine Maschine nutzen, die dem von Ihnen behaupteten Weltanschauungsmodell in seiner Gänze die Existenzberechtigung verweigert, einander diametral gegenüber stehen. Man kann in diesem Zusammenhang auch von einer manifesten aber latenten Schizophrenie ausgehen: Leben in zwei Welten; die eine vollkommen eingebildet (selbstreferenziellen Rückkopplung), die andere lebend, ohne den Widerspruch zu erkennen, den beide trennt.")

Und jetzt tun Sie mir bitte den Gefallen und lesen ganz aufmerksam die Netiquette... Und dann schlagen Sie mal bei Wikipedia unter "Beleidigung" nach und lesen Sie §§ 185 bis 200 des Strafgesetzbuches (StGB).
Danach dürfen Sie entscheiden, ob Sie sich bei mir entschuldigen möchten.

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2012 | 20:31

Yola schrieb am 15.02.2012 um 17:23

LOLOL ROTFL

lesen ...
"Beleidigung" nach und lesen Sie §§ 185 bis 200 des Strafgesetzbuches (StGB).
Danach dürfen Sie entscheiden, ob Sie sich bei mir entschuldigen möchten.

Die Mühe werde ich mir nicht machen, ich werde mir auch keine Mühe machen, Ihre Ausfälle zu subsummieren. Aber einer Gegenüberstellung bei einem Psychiater mit Ihnen zusammen würde ich mich nicht verweigern.

Habe anscheinend eine starke kognitive Dissonanz losgetreten ... Tja, shit happens, ich bin eben ein wenig unsensibel

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Ehemaliger Nutzer 16.02.2012 | 12:04

Yola schrieb am 15.02.2012 um 23:24

Waffenlos?

Aber liebe YOLA, ein alter Krieger kommt niemals waffenlos. Als Träger des 1. Dan bin ich daselbst die Waffe. Aber ich berufe mich nicht darauf und verweise auf eine durch zunehmendes Alter eingetretene Kurzarmigkeit und durch sträflichen Bewegungsmangel hervorgerufene Konditionsschwäche ??? Sehr richtig, das Blut, das die Muskeln nicht mit Sauerstoff versorgen muss, kann sein segensreiches Wirken im Hirn entfalten.

Aber um auf Ihre Duell Absichten einzugehen. Ich bevorzuge schwere Fernwirkwaffen. Mein Sekundant wird aus diesem Grunde einen großen Bollerwagen voll Bücher mit sich führen. Die Fairness gebietet, Ihnen die Munitionierung offen zu legen:

Vollständige Ausgabe des Brockhaus; muss als gesammeltes Werk geschlossen geworfen werden
Vollständiger Ausdruck von Wikipedia.de; kann stapelweise geworfen werden zur Verdeckung der klaren Sicht
Oswald Spengler; Untergang des Abendlandes in drei Bänden
Isaac Asimov; gesammelte Werke, können einzeln geworfen werden, damit die Zukunft sich langsam öffnet
Weitere Munition steht zur Auswahl frei, solange das Gesamtgewicht 3 Tonnen nicht überschreitet

Verboten sind:

Die Bibel, solange bis die Herkunft des INRI nicht einwandfrei geklärt ist
Das Organonder Heilkunst, solange Menschen noch krank werden
Der Koran, solange die Huri im Paradies noch willig sind
Die Thora, solange Rabbis noch Knaben verstümmeln
Das kommunistische Manifest, solange der FREITAG noch existiert

gewonnen hat, wer die Ilias in Originalsprache rückwärtst rezitieren kann.

Und noch etwas: feuchtes Schießpulver zündet nicht

luggi 18.02.2012 | 00:48

"Da sich Homöopathie in Studien nicht bewährt hat, sprechen Homöopathen mittlerweile von der "Alltagswirksamkeit" der Homöopathie. In den USA beschreiten Alternativmedizinanbieter einen anderen Weg, dort wird davon gesprochen, die Effekte des "mächtigen Placebos" zu nutzen."

Mensch merdie, tritt doch einfach einmal den immer von mir geforderten Beweis an, dass sich die Schulmedizin in allen Studien bewährt.
Und in dein Stammbuch ... Studien sind soviel wert wie der Wert der Auftraggeber ... auch wenn es goedzak etwas später verstehen vermag.
Für den Beweis, dass Streicheln und Zuspruch Schmerzen lindern, benötigen nur eingebildete Schulmediziner einen randomisierten Doppelblindstudienfehlversuch ... oder zwei ... oder weitere.

merdeister 18.02.2012 | 10:32

Soso, merkantile Sekte und Naturarzt als Leuchtturm der Wissenschaftlichkeit.

Hast Du Dir mal angeschaut lugg, womit der Chefredakteur der Zeitschrift sein Geld verdient? Da ist alles dabei, von dem Menschen mit wissenschaftlicher Ausbildung nichts bis wenig halten, mit dem man aber sicher den einen oder anderen Taler machen kann, inklusive Hotelunterbringung. Wahrscheinlich ist es nur merkantil wenn man was messen kann. Hast Du Dir außerdem mal angesehen, wer im Buch dieses Herren wissenschaftlicher Ausbildung und Erfahrung das Vorwort geschrieben hat? "Professor" Hademar Bankhofer, von dem sich der WDR einst trennte, weil er Schleichwerbung für Klosterfrau Mellissengeist gemacht hatte.

Der "Naturarzt" ist so wissenschaftlich, dass, zumindest in den Onlineversionen, Quellenangaben in den Artikeln fehlen und Aussagen mit "es gibt Studien, die" belegt werden. In "einem Artikel", den ich zum impfen gefunden habe, zeigt der Autor einen Mangel an Grundlegendem Verständnis für Epidemiologie.

Kritik, lugg, von jemandem der sich mal mit Ernährung beschäftigt hat, dabei aber nicht den Unterschied zwischen Glykogen und Glukagon erkannt hat, sich, anstatt Argumente zu liefern, auf Autoritäten beruft und mir eine Macke bescheinigt, finde ich lächerlich, so wie Deine Auftritte zu diesen Themen allgemein.

merdeister 18.02.2012 | 10:50

Einen habe ich noch:

In einem Artikel zum Kaffee schreibt die Autorin:
Koffein steigert die Durchblutung der Nieren, was zu einer erhöhten Harnmenge führt. Versuche zeigen, daß nach dem Genuß einer Tasse Kaffee etwa zwei Tassen Flüssigkeit ausgeschieden werden.
Wenn das stimmt, müsste man nach wenigen Tagen Kaffeekonsum verdurstet sein. "Es gibt Studien" die zeigen, dieser dass dieser Effekt bei regelmäßigem Kaffeekonsum nicht mehr vorhanden ist.

Aber eigentlich wollte ich hierauf hinaus:
Verschiedene Vertreter der Vollwerternährung, zum Beispiel Dr. M. O. Bruker, betrachten das Volksgetränk relativ kritisch.

Man beachte, dass von verschiedenen Vertretern Max Otto Bruker herausgesucht wurde, ehemaliges Mitglied der SA, in den 60ern Kandidat für eine Rechtsextreme Partei in den Bundestag und Mitglied im Beirat der Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung (GfbAEV) Jürgen Riegers, der 2009 verstarb. Das ist eine kleine Auswahl, mehr ist hier zu finden.

Zum Abrunden des Eindrucks vielleicht noch ein Zitat des Herren: Wenn das Menschengeschlecht die Warnsignale gegen die Eingriffe in die Schöpfungsgesetze ignoriert, wird der fortschrittliche Teil der Menschheit in einem Akt ausgleichender Gerechtigkeit, insbesondere durch Krebs, liquidiert.

thinktankgirl 18.02.2012 | 14:17

merdeister schrieb am 18.02.2012 um 09:50
Man beachte, dass von verschiedenen Vertretern Max Otto Bruker herausgesucht wurde, ehemaliges Mitglied der SA, in den 60ern Kandidat für eine Rechtsextreme Partei in den Bundestag und Mitglied im Beirat der Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung (GfbAEV) Jürgen Riegers, der 2009 verstarb. Das ist eine kleine Auswahl, mehr ist hier zu finden.

Dagegen ist dieser Exponent der Schulmedizin natürlich nur Peanuts:

m November 1933 beteiligte sich [Friedrich] Sauerbruch mit einem eigenen Brief „An die Ärzteschaft der Welt“ am weltweit verbreiteten Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und zum Nationalsozialismus, bei dessen Präsentation auf einer Großveranstaltung er einer der Hauptredner gewesen war. Er war Mitautor eines Sammelbands Deutschland fordert Gleichberechtigung im Verlag des nazi-freundlichen Armanen-Ordens von 1933.

1934 ernannte Göring ihn zum Staatsrat. Im Januar 1937 warnte Sauerbruch jedoch davor, dass Hitler, den er seit 1920 kenne und als Grenzfall zwischen „Genie und Wahnsinn“ bezeichnete, der „verrückteste Kriminelle der Welt“ werden könne. Gleichwohl nahm er im September desselben Jahres auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg den von Hitler gestifteten Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft (geteilt mit August Bier) an.[2] Die Einführung dieses Preises war die Antwort der Nationalsozialisten auf den Friedensnobelpreis für Carl von Ossietzky.

[...]
1937 wurde Sauerbruch in den Reichsforschungsrat berufen, nachdem er seit Mitte der dreißiger Jahre dem Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft angehört hatte. Der Reichsforschungsrat unterstützte auch „Forschungsprojekte“ der SS, zu denen die Menschenversuche in den Konzentrationslagern gehörten. 1942 wurde er zum Generalarzt des Heeres ernannt und bewilligte in dieser Position im selben Jahr Mittel für Senfgasversuche an Häftlingen im KZ Natzweiler.
[...]
Am 12. Oktober 1945 wurde er unter dem Vorwurf, in der Zeit des Nationalsozialismus zur Steigerung des Ansehens der nationalsozialistischen Diktatur beigetragen zu haben, aus dem Amt des Berliner Gesundheitsstadtrats entlassen.


Ich finde für seinen heldenhaften Kampf gegen esoterische und NS-Ideologie hat er sich die Briefmarke redlich verdient:

thinktankgirl 18.02.2012 | 14:56

So eine SA-Mitgliedschaft ist natürlich viel schlimmer als das:


Ferdinand Sauerbruch und das Dritte Reich.
Plädoyer für eine differenzierte Betrachtung
von Jörg Hauptmann

S. 21
Ferdinand Sauerbruch war auch für die Förderungen der Versuche des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik zuständig, das in den letzten beiden Kriegsjahren insgesamt neun Projekte vom Reichforschungsrat bezuschussen ließ. Wenn Ernst Klee dem Institut bescheinigt „die NS-Wissenschaftszentrale der NS-Rassenlehre und ein Tummelplatz von 'Zigeunerforschern' und Ausmerzspezialisten“ zu sein und ihm seriöses Forschungsinteresse abspricht[54], ist dies aus heutiger Sicht nachvollziehbar. Aus damaligen Sicht war dies jedoch kaum ersichtlich, da viele Forscher in Rassenlehre und Eugenik moderne und seriöse Wissenschaften sahen. So war das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik bei seiner Einweihung 1927 für „die gesamte Weimarer Republik ein Prestigeobjekt von internationaler Bedeutung“, dass sich auf einen breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens „von den Parteien der Rechten bis zum katholischen Zentrum und zur Sozialdemokratie“ stützen konnte[55]. Die Eugenik hat sich als Wissenschaft erst durch die nationalsozialistischen Medizinverbrechen selbst diskreditiert. Sauerbruch, der weder gegenüber den Forderungen der Rassenlehre und noch gegenüber Eugen Fischer und Otmar von Verschuer, den Leitern des Instituts, persönliche Sympathien hegte, bewilligte dennoch zwei Projekte bei denen Josef Mengele im KZ Auschwitz Verschuer zuarbeitete[56]. Die Projekte liefen unter den Kennwörtern „Spezifische Eiweißkörper“ und „Augenfarbe“. Das Projekt „Augenfarbe“ des Kaiser-Wilhelm-Institutes basierte vor allem auf den Forschungen von Karin Magnussen (1908-1997) über die Pigmentierung der menschlichen Iris. Sie erhielt Kenntnis von einer Sintifamilie mit einer erblichen Verschiedenfarbigkeit (Heterochromie) der Augen und bat Mengele, der am Institut als Gastwissenschaftler geführt wurde, ihr im Todesfalle die präparierten Augen nach Berlin zu schicken. Mengele verstand dies als Aufruf zum Mord.

S. 25

Als beratender Militärarzt wusste Sauerbruch nachweislich seit Mai 1943 um die grausamen, von den SS-Ärzten Gebhardt und Fischer durchgeführten Sulfonamidforschungen.

Die Propagierung von Vollwertkost durch einen rechtslastigen Bruker ist natürlich Ausdruck eines menschenverachtenden Weltbildes, da durch diese Diät viele Menschenleben zu Tode gefoltert worden sind. Ganze KZs wurden mit Vollwertkost ernährt, um die Auswirkungen zu studieren.

thinktankgirl 18.02.2012 | 15:45

Wieviel Menschen haben Homöopathen und Impfgegner ermordet?

Schulmedizin und der Nationalsozialismus

Ärzte im Dritten Reich

Weiße Kittel mit braunen Kragen
Evelyn Hauenstein


Dabei wurde Hitlers Machtergreifung von vielen freudig begrüßt: 45% aller Ärzte traten nach 1933 in die NSDAP ein. Im gleichen Jahr gingen die beiden größten ärztlichen Standesorganisationen, der Hartmannbund und der Deutsche Ärztevereinsbund, mit dem Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebund (NSDÄB) ein Bündnis ein. "Viele deutsche Ärzte haben sich im Ersten Weltkrieg bereits an energisches ,Durchgreifen' und Missachtung der Patientenrechte gewöhnt, schon lange vor 1933 den späteren nationalsozialistischen Herrschern bereitwillig, ja begeistert angedient", schreibt der Arzt und Medizinhistoriker Till Bastian in seinem Buch "Furchtbare Ärzte".

[...]

Der Großteil der Ärzte, die in KZs, Kliniken und Heilanstalten Verbrechen gegen die Menschlichkeit beging, kam jedoch ohne adäquate Bestrafung davon. Manche - wie Josef Mengele, der bis zu seinem Tod 1979 unerkannt in Brasilien lebte - setzten sich rechtzeitig ins Ausland ab. Andere erhielten milde Urteile. 1956 waren alle im Nürnberger Prozess verhängten Freiheitsstrafen wieder aufgehoben. Auch später kam es noch zu Verfahren gegen einzelne Ärzte wie Ullrich, Bumke, Endruweit und Borm, die nachweislich an Vergasungen von behinderten Menschen beteiligt waren. Prozesse in den 60er- und 70er-Jahren endeten mit Freisprüchen, weil es den Angeklagten an "Bewusstsein der Rechtswidrigkeit ihrer Taten" gemangelt habe oder wegen "Verhandlungsunfähigkeit".

Viele dieser Ärzte führten ihre Praxen bis in die Neunzigerjahre weiter oder setzten ihre Karriere ungebrochen fort. So auch Mengeles Chef Othmar Freiherr von Verschuer, der seit 1942 das Kaiser-Wilhelm-Institut für Menschliche Erblehre in Berlin leitete. Mengele hatte ihm regelmäßig Blutproben, Augenpaare und andere Körperteile von Häftlingen geschickt. 1951 wurde Verschuer Professor für Genetik in Münster, 1952 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Anthropologie, 1954 Dekan der Medizinischen Fakultät; im gleichen Jahr veröffentlichte er sein Werk "Genetik des Menschen", das Wissen enthält, für das Menschen sterben mussten. Auch viele Zeichnungen im berühmten Atlas "Topografische Anatomie des Menschen" des Wiener Anatomen Eduard Pernkopf entstanden anhand von Präparaten, die von Opfern des Nazi-Regimes stammten. Pernkopf wurde nach dem Krieg verhaftet, aber nie angeklagt; später durfte er an seinem Buch weiterarbeiten. Selbst in den Auflagen der Nachkriegszeit finden sich noch Hakenkreuze und SS-Runen in den Unterschriften der Zeichner.

Der Nürnberger Prozess hätte die Chance zu einer selbstkritischen Bestandsaufnahme in der deutschen Ärzteschaft eröffnen können. Diese Chance wurde in beiden deutschen Staaten verspielt. Als die Prozessbeobachter - der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich und der Medizinstudent Fred Mielke - 1947 ihre Dokumentation "Medizin ohne Menschlichkeit" herausbrachten, prallten sie bereits gegen eine Mauer des Schweigens. Eine selbstkritische Überprüfung der eigenen Vergangenheit wurde abgelehnt. Eine adäquate Aufarbeitung der medizinischen Verbrechen im Dritten Reich fand nicht statt. Die etablierte Ärzteschaft tat sich schwer mit einer offenen und ehrlichen Vergangenheitsbewältigung: Als der junge deutsche Arzt Hartmut Hanauske-Abel in der Fachzeitschrift ,The Lancet' 1986 Material über die Vergangenheit der deutschen Ärzte veröffentlichte, wurde er dafür vom höchsten deutschen Ärztefunktionär Karsten Vilmar persönlich angegriffen und verlor seine Arbeitsstelle. Drei Präsidenten der Bundesärztekammer nach 1945 waren Mitglieder in der SA oder SS gewesen. 1993 wollte sich einer von ihnen - Hans Joachim Sewering - zum Präsident des Weltärztebundes wählen lassen. Protest aus dem Ausland verhinderte jedoch seine Wahl, da er 1943 die Euthanasie-Ermordung eines 14-jährigen Mädchens mitverschuldet hatte.

merdeister 18.02.2012 | 16:01

Ok, ttg, und was möchtest Du damit sagen? Ich glaube, die Frage wurde Dir bereits gestellt.

Um das klarzustellen, das Godwins Law hat sich in diesem Blog erfüllt, nachdem ich die Quelle des Posts von Willi Zupp suchte und sofort (!) auf eine Seite mit rechtem Inhalt stieß. Auf seine Verteidigung hin, suchte ich nochmal, um herauszufinden, ob ich zu schnell geurteilt hatte. Dabei stieß ich auf weitere Verbindungen der von ihm angeführten Kronzeugen zum rechten Rand.

Dann empfahl luggi die Zeitschrift "Naturarzt" als Quelle für Fachinformationen, ebenfalls ohne einen Link zu setzen, so dass ich selber auf die Suche gehen musst. Der erste Text den ich las, war der eines Impfskeptikers, der zweite den ich las, handelte von Kaffee, der außer der Farbe nichts mit rechter Gesinnung zu tun hat. luggi ist der letzte, dem ich unterstellen würde, Sympathien für Nazis zu haben, ich habe also nicht danach gesucht. Und doch war der erste Name (s.o.) ein Treffer.

Anstatt, dass Du Deine Recherchefähigkeit dafür einsetzt, nachzuweisen, dass ich mich irre, kommst Du mit derselben Nummer wie immer: "Schulmedizin ist genauso."

Offenbar war ich nicht in der Lage, klarzumachen, worum es mir in den Teilen 1-5 ging. Oder Du warst nicht in der Lage, das zu verstehen.

Wenn Du weiter Spielen willst, such doch mal näheres zu August Bier.

tlacuache 18.02.2012 | 16:43

Nach fast einem Jahr Analyse:
Wir Zuppen, Luggen und Merden uns im Kreis!

www.bundesaerztekammer.de/downloads/Alternativpdf.pdf

Stand '98
(„Evidence Based Medicine“ ("What the fuck is this?"))
Außerhalb der wissenschaftlichen Medizin stehende Methoden der Arzneitherapie:
Knut-Olaf Haustein, Dietrich Höffler, Rainer Lasek, Bruno Müller-Oerlinghausen

..."Diese Verfahren (gemeint sind die besonderen Therapierichtungen) halten einer Prüfung auf Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit nicht stand und sprengen somit die Grenzen des ohnehin bis an den Rand der Leistungsfähigkeit
strapazierten Sozialversicherungssystems"...
"Beispiel Homöopathie:
Die Homöopathie ist die heute am meisten verbreitete Behandlungsrichtung außerhalb der wissenschaftlichen Medizin. Auch wenn in ihre Konzepte und Erklärungen Aspekte moderner physikalischer Theorien, wie zum Beispiel der Quantentheorie, aufgenommen wurden, basiert sie auch heute noch auf den Vorstellungen des ausgehenden 18. Jahrhunderts:
auf dem Vitalismus (Krankheit und Heilung sind "IMMATERIELLE" Prozesse (UUPPPS!!!)) und einer mit modernen biologischen Konzepten schwer kompatiblen Definition des Krankheitsbegriffs (Krankheiten sind Regulationsstörungen,
wobei nicht zwischen Symptomen und Krankheit unterschieden
wird). Nachprüfungen an Gesunden ergaben, daß homöopathische „Arzneimittel“ die ihnen früher zugeschriebenen Symptome beziehungsweise Wirkungen („Arzneimittelbilder“) häufig gar nicht zeigen. Der mehrfach und kürzlich nochmals wiederholte Schlüsselversuch von Hahnemann mit Chinarinde war nicht zu reproduzieren.
Das derzeitige Aufleben der Homöopathie im Umfeld anderer
„naturgerechter“ Behandlungsverfahren ist nicht ohne Beispiel in der Geschichte. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die „Alternativmedizin“ intensiv gefördert. In Berlin wurde ein Lehrauftrag für Homöopathie
vergeben, in Stuttgart ein homöopathisches Krankenhaus, in Leipzig eine homöopathische Poliklinik gegründet. Das Rudolf-Heß- Krankenhaus in Dresden erhielt die Aufgabe, „Schul-“ und Außenseitermedizin zu integrieren. Dort wurde unter anderem versucht, die Syphilis mit Saftfasten zu kurieren. Es sollte eine „Neue Deutsche Heilkunde“ etabliert werden. Die vom Reichsgesundheitsamt verordnete Testung zahlreicher homöopathischer Verdünnungen verlief niederschmetternd,
so daß die Homöopathen seinerzeit gegen die Fortführung der Untersuchungen beim Reichsgesundheitsführer intervenierten. Die ERGEBNISSE wurden bis HEUTE nicht veröffentlicht. Die homöopathische „Forschung“ stagnierte nach 1945 über 40 Jahre.
Sie bedient sich nunmehr bei der Deutung des Wirkungsmechanismus von bis zur Wirkstofffreiheit verdünnten homöopathischen Lösungen andernorts nicht reproduzierbarer Versuchsanordnungen oder physikalischer Thesen von der
„Einführung des Wassergedächtnisses“ bis hin zur Bemühung quantenphysikalischer Erklärungen. Alle derartigen Untersuchungen zum Wirkungsmechanismus sind hier, wie auch in der wissenschaftlichen Medizin, nicht geeignet, die therapeutische Wirksamkeit zu belegen."..."(Arzneimittel-Rezeptor- Wechselwirkungen, Dosis-Wirkungs- Beziehungen, Nachweis der Beeinflussung biochemischer bis hin
zu psycho-physiologischen Regulationsstörungen)"...
"Die nicht wissenschaftlich fundierten Therapierichtungen mache in der Regel Besonderheiten geltend, um sich der wissenschaftlichen Prüfung ihrer Hypothesen zu entziehen. Dies gilt für die im Arzneimittelgesetz explizit erwähnten Formen wie „Homöopathie“, anthroposophisch begründete Heilverfahren und für die Therapie mit sogenannten traditionellen
Phytopharmaka ebenso wie für die Vielzahl heterogener Methoden von Ayurveda bis zur Bach-Blüten- Therapie. Alle diese Verfahren haben einen gemeinsamen Nenner:
Trotz jahrzehnte- bis jahrhundertelanger Anwendung derartiger Methoden liegen bislang für diese keine den modernen arzneitherapeutischen Heilmethoden vergleichbaren Wirksamkeitsnachweise vor. Seltene Ausnahmen, zum Beispiel im Rahmen der Phytotherapie, sollten Anregung zur Herstellung chemisch definierbarer Präparate sein und sind nicht als Beleg für diese Therapierichtung zu werten.
Der viel zitierte Satz „Wer heilt, hat recht“ ist spätestens seit der 1932 erschienenen „Methodenlehre der therapeutischen Untersuchungen“ von Paul Martini um die Beweispflicht für die Wirksamkeit nach wissenschaftlichen Prinzipien zu ergänzen.
Erst mit dem Instrumentarium der wissenschaftlichen Medizin (DACHAU und AUSCHWITZ 20. Jahrhundert?) ist eine in ihrer Wirksamkeit gesicherte Behandlung ernsthafter Erkrankungen wie der arteriellen Hypertonie (zum Beispiel mit
Betarezeptorenblockern, Diuretika oder ACEHemmern), von
Stoffwechselerkrankungen wie dem Diabetes mellitus (mit Insulin) oder von Infektionskrankheiten (mit Antibiotika), möglich geworden. Ihren therapeutischen Wert haben große Studien belegt, was für Homöopathika nicht zutrifft"...
ETC.ECT.ECT. und PiPaPo...

Haben wir eine Ahnung, in wie weit der
KNUT-OLAF HAUSTEIN, DIETRICH HOEFFLER, RAINER LASEK und BRUNO MUELLER-OERLINGSHAUSEN bei wie vielen Kongressen der Pharma-Riesen eingeladen war?
Natuerlich wissen die "da gibt es noch mehr zu erzaehlen"...

Es gibt auch in der ökonomischen Fachwelt "Prof. Dr. Hab." die haben den Lehmanncrash vorausgesagt und werden heute noch wie seltsame Schafe angesehen, als hätte sie die Realität nicht schon längst eingeholt...

1705 wurde Newton von Königin Anne – nicht wegen seiner Verdienste um die Wissenschaft sondern für seine politische Betätigung – zum Ritter geschlagen. Trotz seiner Häresie, der kann froh sein, dass er nicht auf dem Scheiterhaufen gelandet ist!
Heute landet keiner mehr auf dem Scheiterhaufen, aber der "Dr. Prof. Hab. mit systemimanenten Funktionen" z.B. als Kliniksleiter kommt ohne die Medizinlobby keine Spur weiter, egoistisch opportunistisch Betrachtet, ODER?

"Auch Galilei blieb bis zu seinem Tod als Gefangener der Inquisition unter Hausarrest. Ein letztes Werk zur Mechanik erschien 1638 in Leiden. Erst im Jahr 1992, 350 Jahre nach seinem Tod, wurde Galilei von Papst Johannes Paul II. rehabilitiert."

Nur dass der "Glaube" in diesem Fall die Umsätze der Pharmariesen ist:
Man "glaubt" diesen Zahlen:
www.bvitg.de/branchenbarometer.html

"...In Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen spielt der IT-Bereich im Krankenhaus eine immer wichtigere Rolle. Durch den Einsatz von IT soll die Dokumentation erleichtert, die Effizienz der Arbeitsabläufe gesteigert und die Kommunikation
verbessert werden; kurz: die Produktivität soll erhöht werden..."

AH SO, so läuft der Hase oder liebe Gott oder wie auch immer...
Cash Carry..
Meidet wechselnde Schichtarbeit, Drogen und Alkohol, zuckerhaltige Kohlensäuregetränke, trinkt viel Wasser, raucht nicht, fresst wilde Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln, lasst euch nicht Mobben, aber der Sensemann kommt sowieso...
LG

thinktankgirl 18.02.2012 | 18:46


merdeister schrieb am 18.02.2012 um 09:50

Aber eigentlich wollte ich hierauf hinaus:
Verschiedene Vertreter der Vollwerternährung, zum Beispiel Dr. M. O. Bruker, betrachten das Volksgetränk relativ kritisch.

Man beachte, dass von verschiedenen Vertretern Max Otto Bruker herausgesucht wurde, ehemaliges Mitglied der SA, in den 60ern Kandidat für eine Rechtsextreme Partei in den Bundestag und Mitglied im Beirat der Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung (GfbAEV) Jürgen Riegers, der 2009 verstarb. Das ist eine kleine Auswahl, mehr ist hier zu finden.

Und ich wollte darauf hinaus:

Drei Präsidenten der Bundesärztekammer nach 1945 waren Mitglieder in der SA oder SS gewesen. 1993 wollte sich einer von ihnen - Hans Joachim Sewering - zum Präsident des Weltärztebundes wählen lassen. Protest aus dem Ausland verhinderte jedoch seine Wahl, da er 1943 die Euthanasie-Ermordung eines 14-jährigen Mädchens mitverschuldet hatte.

Daraus schliesse ich nach deiner Logik, daß Schulmediziner wissenschaftlich genausowenig ernstzunehmen sind, da wichtige Vertreter auch in der SA und SS tätig waren.