merdeister
15.02.2012 | 12:26 108

Homöopathie und Ich V -Mystik und Transparanz

[Alle Texte der Serie werden hier, der Reihe nach, gesammelt veröffentlicht, damit man sie gesammelt lesen kann.]

In diesem Teil werde ich weitere Beispiele anführen, die meiner Ansicht nach zeigen, dass Homöopathie aufgrund ihrer Struktur in heutiger Zeit eher schadet als nutzt. Dabei geht es mir nicht nur um die "Behandlung" an sich, sondern auch um das damit einhergehende Selbverständnis und dessen Folgen. Ich werden versuchen zu zeigen, dass das Problem im Kern der Homöopathie liegt und nicht in verirrten Schäfchen, die sie nicht "richtig" durchführen.

Im letzten Teil ging es um infektiöse Erkrankungen, deren Gefahren und teilweise Existenz von Homöopathen bestritten wird, weil in Hahnemanns Organon nichts davon steht (ein anderer Grund fällt mir nicht ein). Mit infektiösen Erkrankungen mache ich hier weiter.

Auf einer Seite, die homöopathische Mittelchen für viele Leiden aufführt, findet man auch eines für...

„Scharlach Betroffene haben bläulich-rote, angeschwollenen Mandeln, dazu starke Schluckbeschwerden [Anm.: Das können Zeichen für Scharlach sein]. Betroffener redet viel, Beschwerden treten eher links auf, Kinder ertragen nichts Einengendes am Hals oder am Bauch, Betroffener will viel Kaltes trinken. Verschlimmerung nach dem Schlafen, beim Schlafen, durch Wärme, bei Wetterumschwung von kalt nach warm. Besserung durch Ausscheidungen, etwa durch Schwitzen, Schnäuzen, nach dem Klo - Lachesis

Scharlach mag sich harmlos anhören, ist jedoch eine Erkrankung, die schwere Spätfolgen haben kann, wenn sie nicht vernünftig behandelt wird. Zu den Spätfolgen gehört unter anderem das rheumatische Fieber. Dazu heißt es auch "Das rheumatische Fieber leckt die Gelenke aber es beißt das Herz". Damit wird die Gefahr der möglichen Zerstörung von Herzklappen nach einer Scharlachinfektion beschrieben. Ohne Herzklappen hilft auch die Behandlung der seelischen, metaphysischen oder spirituellen Ebene nicht mehr. Höchstens noch zur Karmakosmetik, für das nächste Leben.

Auch um sich akut zu schaden ist Lachesis geeignet:

„Darm - Blinddarmreiz Drohende Blutvergiftung und drohendes septisches Fieber. Betroffener hat zwischendurch Frost, schwitzt nicht, hat einen trockenen Mund und viel Durst, manchmal Übelkeit und Erbrechen. Lachesis D12 - Zweimal eine Gabe pro Tag“

Auf der Seite steht unten ganz klein, wie es sich gehört, der Hinweis: "Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt!" Damit sind die Betreiber der Seite aus dem Schneider. Der oder die Ratsuchende noch lange nicht. Es kann nämlich sein, sie treffen auf einen Homöopathen (Arzt inklusive) der die Schriften von Adolf Voegeli gelesen hat. Der schreibt in seinem Werk "Homöopathische Therapie der Kinderkrankheiten" zum Thema Blinddarmentzündung:

"Die Appendizitis wird heute allgemein als chirurgische Krankheit betrachtet, weshalb ein homöopathischer Arzt bei einem Versager mit Unannehmlichkeiten zu rechnen hat. Aus diesem Grund empfehle ich deshalb, die akute Appendizitis der Chirurgie zuzuführen. Das ist jedoch nur eine Konzession an die heute herrschende Meinung."

Einem Versager droht in diesem Fall der Tod, mindestens jedoch ein langer Klinikaufenthalt. Natürlich kann man eine Blinddarmentzündung, die nicht operiert wird, überleben. So wie man auch den Sturz aus dem 6. Stockwerk überleben kann oder eine Tetanusinfektion.

Herr Voegeli weilt nicht mehr unter den Lebenden, sein Werk ist jedoch noch zu haben, ich habe seine Worte in einer Aachener Buchhandlung lesen dürfen. Andererseits, wer hat denn schon eine Blinddarmentzündung? Oder Scharlach? Wie wäre mit etwas konkreterem, einer Verbrennung vielleicht? Wie behandelt man homöopathisch eine Verbrennung (nicht eine homöopathische Verbrennung)? Man wendet das simile Prinzip an! Nach dem Unfall lässt man heißes Wasser über die Verbrennung laufen, bis der Schmerz verschwindet. Ein Homöopath mag darin die Aktivierung von Selbstheilungskräften sehen, der "Schulmediziner" würde von absterbenden Nervenfasern sprechen. Die Alliance of Registered Homeopaths empfiehlt genau diese Therapie und verlinkt einen Beitrag, auf irgendeiner anderen Zirkusseite zur Homöopathie, wo jemand erzählt, wie er oder sie das eigene Kind gequält hat.

Zur Beruhigung und allgemeinen Erbauung darf sich jetzt jeder jeweils die albernste Behandlung und das alberenste Mittel ausdenken. Homöopathisch, versteht sich. Und dann werde ich jeweils etwas noch alberneres aus den Tiefen des Netzes zaubern. Fertig? Los.

Die Behandlung der Stahlenkrankheit.

„Homeopathy is a truly diverse and deeply effective natural health care system for every illness under the sun. Including radiation. How is this possible?“

Vielleicht wird bei einem der Patienten die Strahlenkrankheit mit diesem Mittel behandelt: Tyrannosaurus rex

.

Im dritten Teil hatte ich ein Zitat von Prof. Walach von der Viadrina aufgeführt. Das Interview in dem er sich zu dieser Perle hinreißen ließ, erschien auf einer Internetseite, die sich sehr um die Homöopathie bemüht und da Homöopathie ein internationales Geschäft ist, gibt es auch Interviewpartner aus anderen Ländern. Zum Beispiel aus Indien.

Indien scheint mir so eine Art gelobtes Land der Homöopathie zu sein. Ich stoße zumindest immer wieder auf Hinweise, in Indien sei Homöopathie enorm populär. Die Menschen dort sind vielleicht noch "ursprünglicher" und noch nicht von der Zivilisation verdorben wie wir. Ich zumindest. Auf dieser Seite wurde auch ein Dr. Manchanda interviewt. Der arbeitet auch in Indien und schreibt auf seiner Website:

„Homeopathy is proven to be very effective in the beginning stages of cancer.“

In frühen Stadien von Krebs hilft auch beten, habe ich gehört. Nicht fehlen sollte auch:

„Homeopathy doesn’t claim the cure to AIDS as yet, but helps the AIDS cases to slow down the progress of immunodeficiency for years without any further complications“

Ist das nicht toll? AIDS wird behandelt, ohne die teuren Medikamente und Nebenwirkungen in Kauf nehmen zu müssen! Ja, es ist so schön, dass einem vor Freude übel wird. Ein Kollege des Doktors arbeitet umsonst und sogar kostenlos, ebenfalls mit dem Ziel Menschen mit AIDS zu helfen

.

Dr. Mitra has developed a homeopathic protocol for HIV/AIDS that he thinks may be a hope to millions of people suffering from HIV/AIDS in the world today.

Inder müsste man sein, da wirkt Homöopathie nicht nur bei Schnupfen, sondern auch gegen AIDS!

Dann war da noch diese andere von Dr. Manchanda erwähnte Erkrankung: Krebs. Auch hier gibt es Therapeuten, die selten an ihre Grenzen kommen. Wir sind in Arizona, in einer Klinik, die den ganzen Menschen behandelt.

The importance of balance in your leukemia treatment cannot be overstated. Leukemia is a cancer of the blood or bone marrow that is characterized by an abnormal disease in white blood cells. Dr. Paul Stallone and the staff offer an alternative leukemia treatment to work in tandem with your traditional treatment for leukemia. Learn about homeopathic medicines, immuno-modulation, nutrition therapy, and other modalities our center offers.

Eine kleine Einschränkung scheint es zu geben, vielleicht eine Konzession an die heute herrschende Meinung, man wird in der Klinik auch traditionell behandelt, womit wohl Chemotherapie und Bestrahlung gemeint ist. Merke: Älter als 200 Jahre: Modern. Jünger als 100 Jahre: Traditionell. Man nennt das auch chronologisches Simileprinzip.

Lansam wird es langweilig und Zeit wieder in die Heimat zu kommen. Denn was die verrückten Inder und die merkwürdigen Amerikaner machen, ist eine Sache. Doch im regulierten und vernünftigen Deutschland sieht es ein wenig anders aus. Immerhin gibt es hier einen Verein echter Ärzte, die sich mit Homöopathie beschäftigen und für die Qualität der Behandlung sorgen. Die Ansichten Ravi Roys zu Tetanus und Tollwut scheinen den Verantwortlichen dort keine Sorgen zu machen, werden doch seine Bücher auf der Website empfohlen und Roy bei Referenten, neben George Vithoulkas, als Referrenz genannt.

In einem Interview mit einer Studentenzeitschrift wird deutlich, dass auch Dr. Saine aus Kanada seine Grenzen als Therpeut ziemlich weit steckt.

„In seiner großen Praxis in Montreal behandelt Dr. Saine fast ausschließlich schwerstkranke Patienten wie psychiatrische Krankheitsbilder, Aids, MS, Epilepsie, Autoimmunerkrankungen, Nierenversagen, Krebs mit dem Ziel, den Wirkungsbereich und die Möglichkeiten der Homöopathie zu erweitern.“

Dr. Saine taucht beim DZVhÄ als Referent bei diversen Vorträgen auf, von ihm sollte man nicht zuviel erwarten, wenn es um Grenzen der Homöopathie geht. Er scheint die Qualitäten von mindestens 5 Fachärzten in sich zu vereinen, traut er sich doch zu ein sehr heterogenes Krankheitspektrum abzudecken.

Auch der Homöopath Dr. Manchanda wird auf den Seiten des DZVhÄ gewürdigt. Die Wasserheiler dieser Welt, vereint unter dem Dach des Sprachrohrs für Homöopathie in Deutschland.

Adolf Voegeli (der mit dem Blinddarm) taucht in vielen Biografien von Mitgliedern auf der Website des Vereins als Ausbilder oder Vorbild auf. Ebenfalls dort zu finden ist dieses Zitat Voegelis:

"Den guten Homöopathen erkennt man daran, dass auf seinem Schreibtisch der Kent und der Boericke liegen."

James Kent Taylor war Homöopath in den USA und ist 1916 gestorben. Ich möchte an dieser Stelle die Frage in den Raum stellen, wer sich von einem Hausarzt behandeln lassen würde, der seine Therpieentscheidungen auf Basis eines Buches von 1916 trifft. Aber das ist wirklich nur ein Kleinigkeit, denn Kent wird uns nun erklären, worum es sich bei "Psora" handelt.

"Die Psora ist also die Grundursache aller Krankheiten des Menschen, sie war die erste, die Urkrankheit der menschlichen Rasse. Sie ist eine Ordnungsstörung im Innern des menschlichen Organismus. Diese Ordnungsstörung wirkt sich in Form der allerverschiedensten chronischen Krankheiten aus, der allerverschiedensten chronischen Krankheitsmanifestationen. Wäre die menschliche Rasse nie von der Ordnung abgewichen, so wäre die Psora nie ins Leben getreten."

Nun wissen wir es, Hahnemann hat in der Psora den Urgrund gesehen, wusste aber nicht Recht, was es ist. Und Kent wird es uns jetzt gleich sagen. Und, liebe Frauen, wenn ich das richtig verstehe...aber lest selbst.

"Hier sei nur gesagt, dass sie [Anm: die Psora] zusammenhängt mit dem ersten großen Fehltritt des Menschen, der Ursünde, welche die erste Krankheit des Menschen gewesen ist, ich verstehe darunter die geistige Aberration, diesen Primärzustand, der der gesamten menschlichen Rasse die Anfälligkeit für die Psora einbrachte und welche ihrerseits die Grundlage für alle weiteren Krankheiten gab."

Willkommen im 21. Jahrhundert.

Epilog

Jeder einzelne dieser, in den fünf Teilen vorgestellten Bausteine, wäre amüsant oder kurios, nicht der Rede wert. Doch in Zusammenschau, da gruselt es mich jedes mal ein bisschen mehr. Homöopathie ist ein mystisches Konzept, dem eine eigene Ideologie innewohnt, deren Teile an vielen Stellen zu finden sind. Ich habe nichts gegen mystische Konzepte, solange ich nichts damit zu tun habe und den Teilnehmern offen kommuniziert wird, wo sie mitmachen. Wer auf das mystische Konzept der Homöopathie verzichten kann, benötigt auch keine Globuli, sie sind, ich wiederhole mich, wirkungslos.

Vor kurzem hörte ich in einem Podcast, viele Menschen nähmen Alternative Medizin nicht in Anspruch, weil sie unzufrieden mit konventioneller Medizin wären, sondern weil es sie gibt. Weil Menschen, die sich (vermeintlich) damit auskennen, behaupten, es funktioniere. Ich hoffe und vermute oft im besten Glauben. Darum sage ich, wieder und wieder, nach bestem Wissen, es funktioniert nicht*. Was Ihr damit macht, ist mir egal. Hauptsache Ihr bleibt gesund!!!

*Nicht besser als eine entsprechende Scheinbehandlung, soviel Zeit muss sein.

Kommentare (108)

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2012 | 13:45

"Hier sei nur gesagt, dass sie [Anm: die Psora] zusammenhängt mit dem ersten großen Fehltritt des Menschen, der Ursünde, welche die erste Krankheit des Menschen gewesen ist, ich verstehe darunter die geistige Aberration, diesen Primärzustand, der der gesamten menschlichen Rasse die Anfälligkeit für die Psora einbrachte und welche ihrerseits die Grundlage für alle weiteren Krankheiten gab."

Etwas abgewandelt habe ich gefunden ...

Grundlage dafür ist so eine haarsträubende Räuberpistole über einen Lehm-Mann und dessen diätischen Fehlgriff, zu dem er durch (Insubordination) eine(r) Rippen-Frau und eine(r) sprechende Schlange verleitet wurde.

Zitat aus:
www.scienceblogs.de/bloodnacid/2012/02/sonderrechte-fur-religion.php

mklingma 15.02.2012 | 15:43

Ja, das ist wirklich eine blühende Mischung aus Sinn und Unsinn, den Sie da verzapfen. Haben Sie sich übrigens intensiv oder auch nur ein wenig damit beschäftigt, was Kent unter der Ursünde verstanden hat oder haben Sie das einfach nur so aus dem Zusammenhang gerissen? Nicht dass ich annehmen würde, dass Sie die Auffassung von Kent, wenn Sie sie denn kennen würden, akzeptieren würden.

Nein, ich kenne sie auch nicht? Ich habe die Stelle auch nicht angeführt. Ich habe allenfalls eine vage Vorstellung, aber die sagt mir, dass es sich um ein wesentlich anderes Konzept handelt, als das, was ein durchschnittlicher Messdiener unter der Erbsünde versteht.

Was Sie hier zusammenschustern hat mit Homöopathie nichts zu tun, es reicht nicht einmal hin, dieses Heilverfahren zu kritisieren.

ed2murrow 15.02.2012 | 18:21

Zu Kent (1849 – 1916) sind zwei Dinge anzumerken:

Seine Materia Medica wurde ab 1877 veröffentlicht. Zu der Zeit (ab 1860) begann erst, die Avogadro-Formel in wissenschaftlichen (zunächst europäischen) Kreisen Fuß zu fassen. Einer Auseinandersetzung mit Avogadros Erkenntnissen hat sich Kent nie gestellt. Hahnemann kann dies nicht angelastet werden, er verstarb 1843.

Eine seiner Grundthesen, die u.a. vom Hahnemann Instituut Nederland publiziert wird, lautet: „You cannot divorce Medicine and Theology. Man exists all the way down, from his innermost Spiritual, to his outermost Natural.“ Wäre es nur die Theorie, die Medizin und Glauben zu einem Amalgam verrührt, nun gut, dann kämen wir in die Richtung dessen, was gemeinhin als Sekte zu bezeichnen wäre. Aus seinen Vorlesungen aber destilliert dieser Herr Kent so Sätze wie: „Have you ever studied the face of an individual who has grown up a murderer or villain of some sort ? Is there no difference between his face and that of one who has the will to do good, to live uprightly ? Go down into the lowest parts of our great city and study the faces of these people. These people are night prowlers ; they are tip late at night studying villainy. If we inquire into it we will see that their affections are of that kind. They have the stamp upon their faces. They have evil affections and an evil face. The countenance then is expressive of the heart.“ Aha, Mr. Kent also kennt das, was man „Verbrechervisage“ nennt. Später wurden derartige „Überzeugungen“ verwendet, um einer ganzen „Rasse“ das „Verbrecherische“ anzudichten.

Was also Kent unter original sin versteht, braucht nicht weiter diskutiert werden. Das sind Dinge noch von vor dem zweiten Vatikanum. Und das als Alternative zur Medizin. Gruselig.

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2012 | 20:08

So jetzt hab' ich mich durch sämtliche Texte, die du unter der schamlosen und nicht autorisierten Verwendung meines Nicks veröffentlicht hast, durchgewühlt.
;-)

Dabei fand' ich die persönlichen Bezüge am interessantesten. Der Auseinandersetzung mit der Homöopathie konnte ich nicht so viel abgewinnen, was meiner nach Ansicht daran lag, dass es nicht einfach ist, vernünftig gegen Schwachsinn zu argumentieren. Ich finde es sowieso besser für etwas zu streiten. Da würde ich mich z. B. wahnsinnig freuen, wenn Du Dich mehr auf die moderne Medizin konzentrieren würdest.

Die Homöopathie hat ja mit der organisierten Religion gemein, Du hast das ja auch im Text anklingen lassen, dass Sie etwas »verkauft«, das man nicht sehen kann. Deshalb spielt die Vermittlung, wie in der Kirche oder auch in der Kunst (quasi das Marketing, der Weihrauch) eine viel größere Rolle. Darin sehe ich für Dich ein interessantes Themenfeld, denn genau daran gebricht es der »modernen Medizin«. Gerade weil sie sich auf Empirie und wissenschaftliche Methoden als Rechtfertigungsgrundlage berufen kann, zeigen Ihre Vertreter im Alltag zu selten die Bereitschaft im Kontakt mit dem Patienten Zusammenhänge zu vermitteln. Die Etymologie des Wortes Homöopathie deutet da schon einiges an. Aus der Erfahrung als Patient weiss man, die schlimmsten Tiraden Thomas Bernhards gegen Humanmediziner sind leider gerechtfertigt.

Natürlich wird es dabei erst richtig interessant, wenn man, angesichts der zeitlichen Rahmenbedingungen für die Vermittlungsarbeit eines Mediziners, beginnt darüber nachzudenken, inwiefern die Wandlung der Medizin von einer Heilkunst in Richtung einer Wissenschaft auch dazu geführt hat, dass sich diese immer mehr in den Bereich der tatsächlichen Berechenbarkeit und der Evalierbarkeit als Kostenfaktor begeben hat. Kunst, Kirche und Homöopathie verspüren diesen Druck viel weniger.

s0cialliberalism 15.02.2012 | 20:29

1. Die Medizin als Wissenschaft im strengen Sinne zu sehen, halte ich zumindest für dubios. Die Anforderungen an die medizinischen Forschungen/Experimente etc., sind viel geringer als an Experimente Forschungen z.B. in der Physik, der Chemie etc. ZUDEM (Zusätzlich!) ist der menschliche Faktor (sprich: Interessen) viel gewichtiger.
2. Ich weiß nicht, was die Aufzählung von absolut komisch und absurd anmutenden Arzneimitteln (tyranno rex), hier gegen die Homöopathie sagt. Ich meine, nur weil jemand ein komisches Arzneimittel anbietet und sagt es sei Homöopathie, ist Homöopathie schlecht? Gibt es in der Schulmedizin keine schwarzen Schafe? Soll ich die mal aufzählen? Komm ich da überhaupt jemals zum Ende?
3. Und ein Lehrbuch irgendeines Mannes, der (de facto, so wird hier suggeriert) empfiehlt, auf eine Operation bei Blinddarmentz. zu verzichten? Ich glaube ich habe das von Ihnen, Merde, gelesen in Bezug auf den Chemie-Nobelpreisträger der AIDS leugnet: "Wirrköpfe gibt es überall." Ich meine, das trifft hier zu.
3. Ich glaube, ich muss mal einen Artikel über Homöopathie schreiben und dabei viele Missverständnisse aufklären. Ich hätte nie gedacht, dass die Freitag-Blogger auch die Argumente der Pharma-Industrie (und deren Kampagne in Spiegel, Zeit etc.) so wohlwollend aufnehmen, ohne sich selbst kritisch mit der Sache auseinanderzusetzen. Und einhundert absurde Fakten aus dem Netz zu ziehen. Mal ehrlich. Kann man das mit der Schulmedizin nicht machen? Was ist allein mit all den Medikamenten die nachträglich wieder verboten wurden, Contergan mal als prominentes Beispiel? Und dann die, die zugelassen sind, aber mehr Nebenwirkungen als positive Wirkungen haben? Die unzählige Tode jedes Jahr produzieren? Was ist mit denen? Ich finde diese Hexenjagd auf die beweisbare Homöopathie absurd. Warum, wieso und so weiter - alles hoffentlich bald in einem Blogpost.

dekabrista 15.02.2012 | 20:59

www.homoeopathieforschung.de/mittel.php?reper=19

Sie haben sich ja eingehend mit der Materie beschäftigt. Ist obiger Link Satire oder Ernst? Ich grüble seit Jahren darüber.

Grundsätzlich d'accord ... wenn ich auch inzwischen den Nutzen der Homöopathie begreife. Es ist ein Glaubensding, ja. Solange schwerwiegende Erkrankungen richtig behandelt werden, kann 'der Mensch' ja immernoch ergänzend dazu ganzheitlich geheilt werden. Das Problem ist ja nicht die "Schulmedizin", sondern die engstirnigen Homöopathen, die sowas nicht zulassen wollen.

merdeister 15.02.2012 | 21:09

Hallo ich,
ich dachte, es macht Dir sicher nichts aus.

Und Du hast Recht, das sind alles Themen, die es sich lohnt, näher zu betrachten und wenn die Zeit reif ist, werde ich sie thematisieren. Wobei ich denke, das auch jetzt schon hier und da zu tun, meist ist die Resonanz dann nicht so groß.

Leider muss man gegen etwas argumentieren, wenn andere unter falschen Vorraussetzungen für etwas argumentieren. Gelegentlich lasse ichauch anklingen, was ich persönlich für die Stärken der Homöopathie halte, nämlich die Zeit, die dem Gespräch gewidmet wird (wenn es auch nicht immer 60 Minuten sein müssen ;-)). Ich sehe es als Aufgabe der aktuellen Ärztegeneration, sich diese Zeit wiederzuholen.

Gerade weil sie sich auf Empirie und wissenschaftliche Methoden als Rechtfertigungsgrundlage berufen kann, zeigen Ihre Vertreter im Alltag zu selten die Bereitschaft im Kontakt mit dem Patienten Zusammenhänge zu vermitteln.

Das ist sicher ein zentraler Punkt. Als Beispiel sei angemerkt, dass 1/3 der Patienten ihre Medikemente nicht, 1/3 unregelmäßig und 1/3 regelmäßig einnehmen. Wenn man ketzerisch sein wollte, könnte man sagen, dass man keine neuen Medikamente auf den Markt bringen muss, bevor die alten nicht genommen werden. Und ich denke, da geht viel auf dem Weg von der Intention des Behandlers zum Verständnis des Patienten verloren.

Aus der Erfahrung als Patient weiss man, die schlimmsten Tiraden Thomas Bernhards gegen Humanmediziner sind leider gerechtfertigt.
Ohne Frage.

merdeister 15.02.2012 | 21:36

Schreiben Sie nur.

Ich muss Sie fragen, aus welcher Stelle meines Textes oder meiner Kommentare Sie entnehmen, ich hielte Medizin für eine Wissenschaft? Ich will Ihnen gerne die Mühe sparen und sagen, dass ich der Ansicht bin, Medizin benötigt definitiv eine wissenschaftliche Basis.

Was den Rest ihrer Antwort angeht, nehmen Sie sich Einzelheiten heraus und tun so, als hätte ich diese eben nicht in einen Zusammenhang gesetzt. Der von Ihnen angeführte Adolf Voegeli hat noch andere Dinge von sich gegeben, die ich aus Platzgründen nicht benutzt habe (und konkret noch einmal nachschlagen müsste), Sie können sich ja mal eines seiner Bücher vornehmen. Und dieser Voegeli wird auf der Site des DZVhÄ als Autorität geführt, ebenso wie Kent und Roy. Und ich habe nicht lange suchen müssen, um das alles zu finden, die hälfte des Materials habe ich überhaupt nicht genutzt.

Ich hätte nie gedacht, dass die Freitag-Blogger auch die Argumente der Pharma-Industrie (und deren Kampagne in Spiegel, Zeit etc.) so wohlwollend aufnehmen, ohne sich selbst kritisch mit der Sache auseinanderzusetzen.

Das ist wirklich das alberenste Strohmannargument dass es gibt. Woher wissen Sie denn, dass sie nicht einer Kampagne aufgesessen sind? Haben Sie sich mal mit offenen Augen Illustrierte angesehen? Wenn Sie tatsächlich der Meinung sind, bei Homöoapathie ginge es nicht um Geld, sind sie naiv.

Kann man das mit der Schulmedizin nicht machen?
Bedeutet das s0cialliberalism? Kritisiere nur, was mir auch nicht gefällt?

Was ist allein mit all den Medikamenten die nachträglich wieder verboten wurden, Contergan mal als prominentes Beispiel?

Ich glaube, eine Beitrag zum Thema von Ihnen wäre ein großer Spaß, Sie bedienen wirklich jedes Klischee. Der Conterganskandal hat spuren hinterlassen und wäre in der Form heute nicht mehr möglich, weil Medizin aus Ihren Fehlern lernt, sich verändert. Ich könnte Ihnen aus dem Kopf drei Beispiele nennen, die sie mir viel besser um die Ohren hauen könnten. Abgesehen davon wird Contergan, das mag ein Schock für Sie sein, heute wieder benutzt.

Und dann die, die zugelassen sind, aber mehr Nebenwirkungen als positive Wirkungen haben? Ist das Ihr Weltbild oder haben Sie belege für diese Behauptung?

Ich finde diese Hexenjagd auf die beweisbare Homöopathie absurd.
Hexen wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt, während Homöopathen das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Wäre das nicht ein Thema für Sie, als Systemkritiker?

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2012 | 21:54

Mein Kommentar war auf jeden Fall als Ermunterung gedacht. Leider/zum Glück, lese ich auch nicht alles was hier geschrieben wird. Aber ich dachte mir, wenn Du schon so ein großes Fass aufmachst, muss ich auch mal da rein schauen. Homöopathie habe ich für mich schon als Quatsch abgehakt. Daher vielleicht auch meine in eine andere Richtung gehende Anregung - als purer Leseegoismus.

Übrigens, noch schlimmer als die Leute, die Ihre Medikamente nicht einnehmen, sind jene welche Dinge schlucken, die Ihnen kein Arzt verordnet hat. Wenn ich da an meine Oma denke, die gelegentlich die Pillen, ihrer Nachbarin ausprobierte....

ed2murrow 15.02.2012 | 22:29

Bevor Sie von Unterstellungen schreiben, beschäftigen Sie sich bitte mit der Mythentheorie von Sorel. Anschließend sollten Sie sich kundig machen, ob es nicht ggfs. ein verbindendes Element zwischen Theosophen, Ariosophen, Anthroposophen, Welteislehre, Nationalsozialisten bis zur Neuen Rechten gibt, und weswegen ausgerechnet aus der sog. Naturheilecke die Germanische Neue Medizin kommt. Wenn Sie das bewältigt haben, unterhalten wir uns weiter.

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2012 | 23:20

homöopathische Zubereitungen des T-Rex

Beim Zahnarzt:
Verantwortungsvolle Eltern geben ihren Säuglingen ab dem 3. Tag nach der Geburt 3 X täglich T-rex C200 Gluboli Das macht ein starkes Gebiss.

Beim Hausarzt:
Verantwortungsvolle Eltern geben ihren Kindern morgens und abends je ein C30 T-Rex Glubolus zur Förderung des Appetits. Diese Forschungsstudie ist Peer reviewt und wurde mit freundlicher Unterstützung von McDonalds in 114 Ländern erstellt.
Unterstützt den Heilungsprozess bei Anorexia nervosa

Kampfkatzenzucht:
Durch die Verabreichung von C30 Globuli an die rollige Katze werden deren Junge mit zwei kraftvollen großen Klauen an den Vorderbeinen geboren. Achtung! Das Muttertier stirbt meist nach ca. 2 Wochen: es wird gefressen.

Psychiatrie:
Die Behandlung von Veganern und Vegetariern gestaltete sich in der Vergangenheit bisweilen langwierig. Durch den Einsatz von 3 X täglich 4 C12 T-Rex Globuli konnten Heilerfolge verzeichnet werden: Nach dem abendlichen Meditieren im japanischen Garten der Klinik wurden häufig an mehreren Stellen Reste von Kaninchen oder Hasen gefunden.

Beim Tierarzt:
Der Schäfer Friedegard fragte bei der Frühlingsimpfung Dr. Mumpstadt nach einem Mittel zur Kräftigung der Beine seiner Tiere. 2 Tage nach der Verabreichung hoch dosierter T-Rex Globuli fand er seine 3 Hütehunde zerfleischt auf der Wiese … die Schafe grasten

Doping:
Ebenso wie der Schäfer haben sich die 100 Meterläufer
Usain Bold
Tyson Gay
Asafa Powell und
Dwain Chambers
Homöopathisch beraten lassen und verdanken ihre hochentwickelte Oberschenkelmuskulatur jahrelangen Gaben von T-Rex C12 Gluboli. Der Frühstart von Usain Bold war darauf zurück zu führen, dass sein Trainer im vor dem Start versprach, mit eine rohen Schweinshaxe zu warten.

mklingma 15.02.2012 | 23:34

@s0zialliberalism
In der Tat, es liegt nahe, angesichts solcher wirrer, aber nichtsdestoweniger verbissen geführter Auslassungen, den Vergleich zu ziehen zu der hier wie Sauerbier feil gebotenen angeblich alternativlosen Schulmedizin. Ich gehe mal ein bisschen darauf ein, so gut oder schlecht ich das als Laie vermag, und schließe damit dann auch meine Beteiligung in dieser Sache (hoffentlich) ab. Die folgenden Sätze klingen vielleicht apodiktisch, sie geben aber jeweils meinen Wissensstand und meine Einschätzung wieder. Ich bin sehr froh und dankbar für den hohen technischen Standard, den die medizinische Forschung heute schon erreicht hat:

Zunächst ein negatives, aber in vielen Fällen leider anzutreffendes Szenario: Die Schulmedizin behandelt mit Ergänzungsmitteln, Krankheitserregern und Giften in substantiellen Dosierungen. Ihr Ausgangspunkt, da sie den Menschen als Mängelwesen versteht, ist das Ideal des auf Medikamente eingestellten und somit vorläufig stabilisierten Menschen.

Es beginnt mit Vitamingaben unmittelbar nach der Geburt, setzt sich fort mit diversen weiteren Ergänzungsmitteln sowie in den ersten Lebensjahren geballt verabreichten Impfungen. Es endet in den letzten Lebensjahren wiederum mit täglichen Medikamentengaben. Die Tendenz dieses Systems geht dahin, möglichst viele solcher Gaben, seien es Jod, Fluor oder Chlor ohne spezielle Indikation und vor allem ohne eigens eingeholte Einwilligung des somit Behandelten en passent zu verabreichen. Medikamente, eingeschlossen ausgewiesene Gifte wie Anti-Biotika, werden mit der alltäglichen Nahrung verabreicht (vgl. Geflügelmast).

Die wissenschaftliche Basis für derartige Verabreichungen sind statistische Risikoabschätzungen. Das Individuum und seine Abweichungen werden als statistischer Risikofaktor in diese Rechnung integriert. Eine Anamnese in Form eines ausführlichen Gesprächs (z.B. Homöopathie) widerspricht der Grundtendenz dieser medizinischen Auffassung, das persönliche Empfinden kann in dieser Sicht keinen vergleichbar objektiven Aufschluss liefern wie die Diagnostik mittels Apparaten und Analysen. Sie einzufordern heißt, dass Grundprinzip zu verkennen. Mit den Worten Herrn merdeisters: „... mein Ich könnte eine Illusion sein, vorgekaukelt von meinem Hirn.“

Diese naturwissenschaftlich gegründete Medizin, die sich auf messbare und statistisch gewichtete Wirkungen von Substanzen gründet und Empfindungen, das subjektive Befinden als Kriterium auszuklammern versucht, steht in der Tradition der Behandlung mit starken Giften, hat sich aber in Bezug auf die Dosierung mittels technisch fortgeschrittener Messmethoden verfeinert. Sie lässt sich missbrauchen, aber die Methode kann auch äußerst segensreich und lebensverlängernd eingesetzt werden.

Eine grundsätzliche Alternative hierzu stellen Heilmethoden dar, die die Selbstheilungs- / Gesundungskräfte des Menschen zum Ausgangspunkt nehmen. Hierhin gehört neben anderen die klassische Homöopathie.

Auch wer heutzutage voller Dankbarkeit auf die technisch fortgeschrittene – wenn auch natürlicherweise nach wie vor sehr fehlerbehaftete – medizinische Diagnostik sowie auf die medikamentöse Behandlung als sehr effektive Notfallmedizin zurückgreift, möchte vielleicht in vielen Fällen unabhängig davon die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen. Hier stehen sich aber – wie oben aufgeführt neben den technisch unterschiedlichen Herangehensweisen auch unterschiedliche Glaubensbekenntnisse gegenüber.

Ich möchte nicht bestreiten, dass Homöopathie aus meiner Sicht voraussetzt, dass Materie und Geist zusammengehören. Die naturwissenschaftlichen Medizin hat völlig andere Voraussetzungen. Dessen ungeachtet lassen sich beide durchaus versöhnen.

Aber sie lassen sich auch zu doktrinären Glaubenssystemen ausbauen, verbissen abgrenzen und verteidigen und wer daran Spaß hat oder seine Befriedigung darin findet, der möge das jetzt und in Zukunft tun.

merdeister 16.02.2012 | 10:25

Ihr Ausgangspunkt, da sie den Menschen als Mängelwesen versteht, ist das Ideal des auf Medikamente eingestellten und somit vorläufig stabilisierten Menschen.

Das ist eine Perspektive es zu betrachten. Man könnte auch sagen, Medizin sucht nach einem Gleichgewicht, das dem Verlängern des Lebens und dem Verhindern von Leid dient.

Es beginnt mit Vitamingaben unmittelbar nach der Geburt

Sie sprechen von der Vitamin K Prophylaxe. Wissen Sie warum dieses Vitamin Säuglingen gegeben wird? Wissen Sie, warum Säuglinge dieses Vitamin noch nicht haben? Haben Sie belege für einen Schaden dieser Maßnahme? Haben Sie schon mal ein Kind mit einer Hirnblutung gesehen?

setzt sich fort mit diversen weiteren Ergänzungsmitteln
Sie können nur von der Vitamin D Gabe sprechen, die für Kinder im ersten Lebensjahr empfohlen wird. Abgesehen davon, dass eine ganze Alternativmedizinindustrie die Einnahme von Vitaminen in grotesk hohen Dosen empfielt, kennen Sie hier, die zugrunde liegende Überlegung? Wissen Sie wofür Vitamin D benötigt wird? Haben Sie Belege für den Schaden dieser Maßnahme? Wann haben Sie das letzte Mal ein Kind mit Rachitis in unseren Breiten gesehen?

sowie in den ersten Lebensjahren geballt verabreichten Impfungen.

Haben Sie sich schon einmal mit dem Thema beschäftigt? Sich die Zahlen angesehen? Oder sich einmal angesehen, was für Krankheiten durch Impfungen verhindert werden? Es gibt im Netz Hörbeispiele für Keuchhusten und bei Youtube mindestens ein Video von einem Mädchen mit SSPE, einer Komplikation von Masern.

Es endet in den letzten Lebensjahren wiederum mit täglichen Medikamentengaben.
Es steht Ihnen und jedem anderem frei, auf diese Medikamente zu verzichten, zusammen mit den Lebensjahren.

Die Tendenz dieses Systems geht dahin, möglichst viele solcher Gaben, seien es Jod, Fluor oder Chlor ohne spezielle Indikation und vor allem ohne eigens eingeholte Einwilligung des somit Behandelten en passent zu verabreichen.

Welcher Medizin hat Ihnen oder jemandem anders Jod, Fluor oder Chlor ohne spezielle Indikation und vor allem ohne eigens eingeholte Einwilligung verabreicht? Das sollten Sie nicht in einem Forum thematisieren, sondern mit einem Anwalt.

Medikamente, eingeschlossen ausgewiesene Gifte wie Anti-Biotika, werden mit der alltäglichen Nahrung verabreicht (vgl. Geflügelmast).

Und Sie sind der Ansicht, Mediziner schleichen Nachts durch Geflügelfarmen, über Felder und durch Supermärkte und verteilen Antibiotika? Wo leben Sie eigentlich? Fragen Sie mal jemanden, der sich damit auskennt was er oder sie von Antibiotika oder sonstigen Medikamten im Essen hält? Wenn Sie gegen Antibiotika in der Hühnermast sind, sollten Sie mit Ihrem Abgeordneten Sprechen, nicht mir Ihrem Hausarzt.

Die wissenschaftliche Basis für derartige Verabreichungen sind statistische Risikoabschätzungen.

Richtig und diese Methode hat mehr Menschen das Leben gerettet als alle Homöopathen der Welt zusammen, suchen Sie doch mal nach der "Franingham-Studie" um nur ein einzigen Beispiel zu nennen.

Das Individuum und seine Abweichungen werden als statistischer Risikofaktor in diese Rechnung integriert.

Richtig. Und? Fühlen Sie sich als Individuum nicht Wertgeschätzt, wenn Sie in eine Rechnung integriert werden?

Eine Anamnese in Form eines ausführlichen Gesprächs (z.B. Homöopathie) widerspricht der Grundtendenz dieser medizinischen Auffassung, das persönliche Empfinden kann in dieser Sicht keinen vergleichbar objektiven Aufschluss liefern wie die Diagnostik mittels Apparaten und Analysen.

Sie sollten den Arzt wechseln, ganz ehrlich. Anamnese und körperliche Untersuchung sind zentral in der Behandlung, in jeder Behandlung. Dass sie zum Teil nicht den Raum bekommen, der ihnen gebührt, ist ein anderes Thema, ein politisches, würde ich sagen.

das subjektive Befinden als Kriterium auszuklammern versucht

Haben Sie schonmal etwas von der Visuellen Analog Skala gehört?

steht in der Tradition der Behandlung mit starken Giften, hat sich aber in Bezug auf die Dosierung mittels technisch fortgeschrittener Messmethoden verfeinert.

Sie nehmen vermutlich mehr Quecksilber durch Fisch auf, als durch ihren Arzt.

Eine grundsätzliche Alternative hierzu stellen Heilmethoden dar, die die Selbstheilungs- / Gesundungskräfte des Menschen zum Ausgangspunkt nehmen. Hierhin gehört neben anderen die klassische Homöopathie.

Wenn Sie es nicht schaffen, Selbstheilungs- / Gesundungskräfte mit Inhalt zu füllen, bleiben diese Begriffe vollkommen bedeutungsloser Wohlfühlsprech. Wenn Sie etwas konkretes darüber wissen wollen, suchen Sie nach "p53".

Aber sie lassen sich auch zu doktrinären Glaubenssystemen ausbauen, verbissen abgrenzen und verteidigen und wer daran Spaß hat oder seine Befriedigung darin findet, der möge das jetzt und in Zukunft tun.

Wer von uns beiden glaubt und wer weiß, habe ich nun ja schon wiederholt gezeigt. Möchten Sie sich weiter lächerlich machen?

abghoul 16.02.2012 | 10:38

Grrr... also meine Idee zu diesen Blogs war ja, das wir sozusagen zum aufwärmen erstmal die Homöopathie fertigmachen und uns dann der Allgemeinmedizin widmen.
Das Thema verdient ganz bestimmt ein eigenes Blog!
Die Nummer hier ist doch eigentlich recht gelungen. Halbwegs saubere Analyse der Grundidee und halt auch der subtilen Positionen der Homöopathie. (arg, was ein schräges Wort, hätten die sich was bequemeres einfallen lassen können)
Das Gleiche oder Ähnliches lässt sich bestimmt auch zur allgemein Medizin, oder eher modernen Pharmazeutik machen, aber am besten doch anderswo,...
grr

mklingma 16.02.2012 | 11:18

Ich hatte schon lange den Eindruck, dass Ihnen Lesen und Verstehen schwer fällt. Es ist im Augenblick meine einzige Erklärung. Sie zitieren einen Teilsatz, verwechseln sachliche Aussage, Gefühl und Bewertung und ziehen dann die weitreichendsten Schlüsse.

Behalten Sie das im Hinterkopf, fahren Sie so fort und achten Sie auf die Reaktionen ihrer Mitmenschen, ja und dann heißt es: nicht aufgeben - üben, üben, üben.

Eine Prognose ist nicht leicht zu stellen, auf jeden Fall ist es schwer, diese Defizite in fortgeschrittenem Lebensalter auszugleichen. Auch was den Kommunikationsstil betrifft, ist es schwer aus einer eingewachsenen Haltung heraus zu kommen, aber mit der Zeit kann es schon besser werden, wenn der Wille da ist und das Bewusstsein wächst.

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wilfried-zupp 16.02.2012 | 11:46

der Worte sind nun genug gewechselt....

aktuell von heute : 1712 Todesfälle durch schulmed. Pfusch (offiziell-BILD-Zeitung) im Jahr,
17 000 Todesfälle (inoffiziell) nach Angaben von Patientenorganisationen
Dunkelziffer ??

>Großbritannien: Todesfall nach HPV-Impfung verunsichert Patientinnen 29.09.2009
www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,651967,00.html

>GEBÄRMUTTERHALSKREBS: Mädchen (14) stirbt nach Impfung 29.09.2009
www.bild.de/BILD/ratgeber/gesund-fit/2009/09/29/gebaermutterhals-krebs/maedchen-in-england-nach-impfung-mitglaxo-
serum-gestorben.html

2005 gab es in Japan 12 Tote und dutzende Geisteskranke nach der Einnahme vom Grippemittel Tamiflu
vom Pharmakonzern Roche [1],

2007 waren dann 1.079 Tamiflu-Schadens-Fälle allein in Japan aktenkundig [2], 128 davon zeigten Fälle
von anormales oder gestörtes Verhalten, Halluzinationen, geistiger Verwirrtheit bis hin zum Selbstmord.
„2006 setzte Roche mit Tamiflu 1,7 Milliarden Euro um [2].“

Bei der Recherche zu IMPFTOD und IMPFSCHADEN fiel ein statistischer Zusammenhang durch Dr. med.
Gerhard Buchwalds Ausführungen zu Impfung und „plötzlicher Kindestod“ auf. Beim plötzlichen Tod wird
von „unbekannter Ursache“ ausgegangen, die 1992 548m + 392w = 940 Säuglingstode ergaben (ICD-Nr.
798). Es lag nahe, sich alle Sterbedaten von Säuglingen und Kindern bis zu einem Lebensjahr anzusehen.
Jahr Lebendgeborene [4] Totgeborene Gestorbene Säuglinge (24h – 1 Jahr) Tote Tote pro 1000
Die mehrere Tausende umfassende Totgeborenen und gestorbenen Säuglinge pro Jahr, 1990 waren es
zusammen fast 10.000 Tote, sind eine höchst erschreckende Größenordnung, zumal für Impftodesfälle
auszuschließende Todesursachen wie Unfälle und Gewalteinwirkung nur im zweistelligen Bereich sind,
also unter 100 Fällen liegen (ICD-Nr. E800-E999)........ tausende Beispiele ließen sich anfügen... wäre es nicht an der Zeit Prioritäten zu setzen und an der "richtigen" Stelle zuzuschlagen ?? Anstatt eine Geld- und Unmenschlichkeits-Medizin weiter zu hofieren ??
W.Z.

merdeister 16.02.2012 | 13:42

Willi Zupp,

sie argumentieren, als wäre ihr Nervensystem unterentwickelt und Ihre Wut wäre verständlich, wäre die Ursache dafür eine Impfung, wie Herr Buchwald es postulierte. So wie auch den Zusammenhang zwischen Dummheit und zunehmender Gewaltkriminalität, denn Intelligenzverlust führt zur Kriminalität und Ursachen dieser Entwicklung sind die Impfungen.

Und wenn Sie es darauf anlegen, von mir aus.
Durch Behandlungsfehler in der Medizin kann man Schaden nehmen, so wie durch eine homöopathische Behandlung.

Warum erzählen Sie eigentlich nicht etwas aktuelles zu HPV-Impfungen? Wie wäre es mit den Äußerungen von Michelle Bachmann zum Risiko von HPV Impfungen und ihr Behauptungen zerlegt wurden, das war Ende letzten Jahres.

Tamiflu ist keine Impfung und der Hersteller hat offenbar ähnlich agiert, wie die Gemeinde der Homöopathieforscher, nämlich nur die positiven Studien veröffentlicht, nachzulesen ist das im aktuellen "arznei telegramm". Und wissen Sie was das Beste ist? Wenn die Fragen geklärt sind, werden die Verantwortlichen ihr handelt den neuen Erkenntnissen anpassen. Ihnen mag das merkwürdig erscheinen.

Was den plötzlichen Kindstod angeht, können Sie mir ganz bestimmt erklären, warum die Zahl der Fälle zurückgegangen ist, nach sehr einfache Maßnahmen empfohlen wurden, sein Kind davor zu schützen, während weiter geimpft wurde?

merdeister 16.02.2012 | 13:47

Mir lag bereits nach den Zitaten von Buchwald auf der Zunge, dass ich ihn für einen Rassisten halte aber dass Sie ihr Zitat aus einen Naziforum über Reichsflugscheiben holen, ist wirklich das allerletzte.

Rechte Esoterik at its best. Herr Zupp zeigt Flagge.

Die Verlinkung spare ich mir, wer es finden will möge teile seines Kommentars googlen, es gibt nur eine Fundstelle. Neuschwabenland.

Ich kotze.

thinktankgirl 16.02.2012 | 14:40

Ich bin mir ganz sicher, daß es unter den Impfbefürwortern nicht einen einzigen Rassisten gibt.
Und jeder "Schulmediziner" hat auch eine Gewissensprüfung hinter sich, die sicherstellt, daß er keinerlei esoterisches oder rechtes oder Nazigedankengut in sich trägt.

Die ärztlichen Standesverbände haben nach Ende des Dritten Reiches beim geringsten Naziverdacht hart durchgegriffen, vor allem an den Unis wurde sorgfältig daraufgeachtet, keine kompromittierten Personen einzustellen.
Alle "Forschungsergebnisse" aus der NS-Zeit wurden verbrannt und nicht weiterverwendet.

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wilfried-zupp 16.02.2012 | 17:59

@ merdeister,
Sie hören die Flöhe husten, ich bin alter Gewerkschaftler und linker als DIE LINKE! Wer Peter Schmidt ist, habe ich eben mal geguckt. Das scheint in Richtung Ihrer Vermutung zu gehen, aber der hat sich offenbar gut getarnt. Weder Duesberg noch Buchwald ( kannte ich persönlich) haben den Schimmer rechter Gesinnung. Nur weil ein Nazi Fakten zitiert, werden sie dadurch nicht unwahr.
Mein Zitat zu Sids stammt nicht aus dem besagten Forum, sondern war eine Zusammenstellungsseite ohne jeglichen Hinweis auf rechtes Gedankengut.
Sie sollten mit Ihren Urteilen vorsichtiger sein.
W.Z.

merdeister 16.02.2012 | 21:27

Was mit Ihnen ist, weiß ich nicht, wo Sie Ihre Informationen her haben, ist ziemlich klar, das ist nicht die Richtung sondern genau das.

aber der hat sich offenbar gut getarnt.

Vielleicht müssen Sie zum Augenarzt? Das ist seine Site, die Site von der offenbar auch ihre Informationen kamen. (Es gab doch drei Links, die anderen beiden sind aber nicht besser) www.fuer-deutschland.net/

Nur weil ein Nazi Fakten zitiert, werden sie dadurch nicht unwahr.

Er zitiert keine Fakten, er schwadroniert. Und meine Frage haben Sie noch nicht beantwortet.

Ihr Idol Lanka hat auch wenig Berührungsängste, wenn es um eine zusammenarbeit mit einem "Nazi" geht. Ebenso wenig wie Duesberg. Vielleicht weil es der Sache dient? Da sieht man über so Kleinigkeiten gerne mal hinweg.

Buchwald scheint, wie Hamer, der auch in dem PDF auftaucht, durch eine persönliche Tragödie für seine Arbeit motiviert worden zu sein. Äußerungen, wie die folgende halte ich für rassistisch:
"In der Dritten Welt ist sicher vieles anders als bei uns; Kultur, Zivilisation und Wohlstand. Wahrscheinlich sind nicht nur die dortigen Länder in ihrer Gesamtheit unterentwickelt, möglicherweise sind dies auch die Nervensysteme der Neugeborenen und der Kleinkinder. Vielleicht liegt es daran, dass Impfungen so komplikationslos vertragen werden"
Gerhard Buchwald "Gedanken zu Publikationen eines Impfgegners" Naturheilpraxis 1989; 5: 5-10


Dem thinktankgirl empfehle ich mal selbst in den Sumpf zu steigen und sich umzuschauen. Vielleicht habe ich Dich auch falsch verstanden, in dem Fall siehe: goedzak schrieb am 16.02.2012 um 14:04

merdeister 17.02.2012 | 23:07

Da schreibe ich ein Epos und hätte doch nur an der richtigen Stelle suchen müssen:

There is haradly any young man who does not masturbate at one time or the other. The self-abuse is the prime cause of various sexual disorders and it is one of the earliest abuses when a boy engages himself in this evil act. Masturbation has serious consequences since it drains the young men of his vital forces and in many case it causes impotency, if it is over-indulged. Therefore, parents are advised to keep a watch on their children against all possible factors which can tempt their children to masturbate.

(...)

The other cause of masturbation is rectal worms. The worms cause irritation to the anus and consequently it gives rise to erection of penis. In such circumstances, boy handles his penis which gives intense pleasure to masturbate and later it forms the habit of masturbation.

(...)

Some of the after-effects of masturbation are :
The nervous system is affected the most.
(...)
Dizziness and loss of memory.
(...)
Unable to perform any heavy physical or mental work.
(...)
All the senses are impaired.

Therefore, young men are advised to consult a qualified and honest homoeopathic practitioner for his expert advice and effective treatment instead of wasting his money with quacks. Further, those young men who are or have been engaged in the regular habits of masturbation should not ignore the necessity to consult the qualified homoeopaths to avoid sexual embarrassment at the time of marriage.

SuzieQ 17.02.2012 | 23:17

Ich habe alle Beiträge ganz leise gelesen.
Und habe keine Ahnung nicht.

Wenn einer glauben möchte und es hilft, gut.
Wenn einer nicht glauben kann und sich ne Alternative sucht, gut.
Wenn einer Aufklärung sucht, sollte er sie finden können, leicht verständlich und nicht kompliziert. Einfache Sprache versteht jeder.
Wenn einer aufklären möchte, dann ohne Bewertung.
Wenn einer ohne Bewertung aufklärt, darf er seine eigene Meinung einbringen, muss sie auch als solche kennzeichnen.

Ich bin bedient.
Gut.
*fliegt weiter*

(Ich höre gerade den Satz 'Es ist sehr individuell hier', ja, so könnte man es wohl auch nennen.) ; )

Yola 18.02.2012 | 15:40

Was für ein Akt, möchte man sagen, wäre da nicht die Verzweiflung! Vom Vorspiel über die Suche nach Samuel (*g*), dem Ketzer jenseits der Potenz bis zum mystischen, transparenten Erguss am Ende. Vollbracht. Der Protagonist hat sich redlich abgemüht, die Technik und Methodik buchstabengetreu und fachgerecht angewandt und an der Länge kann es auch nicht liegen, dass die erbrachte Leistung fast nur Erleichterung auslöste, die in dem Seufzer SuzieQs kulminierten: "Ich bin bedient."

abghoul 18.02.2012 | 18:32

Ach was soll eigentlich das ganze Gefauche.
Eigentlich hatte ich merdeister im Verdacht anschließend halt die Schulmedizin zu hauen.
Wenn er da jetzt keine Lust mehr zu hat seit ihr selber schuld.
Ich vereinfache jetzt mal das ganze Konzept und frage:
"Wo wäre die Homöopathie wenn mit ihr kein Profit erwirtschaftet werden könnte?"

merdeister 18.02.2012 | 18:43

Doch doch, ich habe noch Lust. Ich bin mir aber nicht sicher, ob wir uns da richtig verstehen. Die "Schulmedizin" als solche gibt es ersten nicht und zweitens halte ich das Konzept, wenn man das so nennen will, für das Beste, was wir haben..zur Zeit. Es gibt aber sicher Aspekte, die der näheren Betrachtung, Kritik und Verbesserung bedürfen. Und manchmal schreibe ich etwas dazu. "Avastin" fällt mir da auf Anhieb ein, da gab es aber deutlich weniger Resonanz...

abghoul 18.02.2012 | 18:55

Schulmedizin-Allgemeinmedizin
die Medizin an sich hat von den Göttern gelernt, da gehn noch viel wildere Sachen.
Der Stab des Asklepios ist ja wohl immer noch übliches Symbol.
Über die Medizin an sich kann man einfach nichts schlechtes Sagen.
Die schließt ja auch unerforschtes nicht aus.
Ziel ist es nicht irgendeine Lehre zu verbreiten sondern Menschen zu helfen.
Das ist aber nur die Idee, die Praxis sieht anders aus, und in der "praktisch Angewandten Medizin"(das ist nun wirklich ein zu langes Wort-Schulmedizin ist einfach kürzer) sind oft ganz andere Motive als die Hilfe am Menschen zu finden.

Yola 19.02.2012 | 01:56

@merdeister, ich bin noch beim Zählen deiner 'sachlichen', von intimem Verständnis der Homöopathie durchdrungenen Blogs und Kommentare, die ich, falls ich die Zählung je zu Ende bringen kann, gerne gegen die Anzahl meiner Kommentare gegenrechnen kann.
Ich hoffe, dass ich deine Frage damit hinreichend beantwortet habe und verbleibe bis zum nächsten Mal, natürlich hochachtungsvoll,
Yola

claudia 19.02.2012 | 05:00

>>Nimm nicht soviel Vitamin A,...
Der Satz von Paracelsus, dass die Dosis das Gift macht, ist bis heute unwiderlegt.
Wer es geschmacklich aushielte könnte sich auch mit Kochsalz frühzeitig unter die Erde bringen.

Die hauptsächliche Quelle des Vitamin A in der Nahrung ist beta-Karotin.
Daraus macht der Körper Vitamin A, das in der Leber gespeichert wird. Wenn man die Leber damit überfordert, war die Langzeitdosis giftig. (Zusätzlich zu den Risiken, über die Gero schrieb.)

Von einer einmaligen Überdosis beta-Karotin oder Vitamin A stirbt man nicht.

>>Eisbärenleber kommt nicht auf den Tisch,...
Bei mir auch nicht, denn hier kommen Eisbären ausserhalb des Zoos praktisch nicht vor, und im Zoo ist die Jagd verboten.
Ausserdem enthält Leber ziemlich viel Purine, und eine langzeitige Purinüberdosis kann zu Gicht führen.

>>...dass Frauen besser kein X für ein U vorgemacht wird,...
>>...Prostatakarzinom...
Mein Risiko in der Beziehung schätze ich etwa gleich hoch ein wie die Gefahr, an Hodenkrebs zu erkranken, X hin oder U her...

tlacuache 19.02.2012 | 06:18

Ihr seit ja schon bei der 5., hatte ich uebersehen, hier noch mal aus dem 3.:

"
tlacuache schrieb am 18.02.2012 um 15:43
Nach fast einem Jahr Analyse:
Wir Zuppen, Luggen und Merden uns im Kreis!

www.bundesaerztekammer.de/downloads/Alternativpdf.pdf

Stand '98
(„Evidence Based Medicine“ ("What the fuck is this?"))
Außerhalb der wissenschaftlichen Medizin stehende Methoden der Arzneitherapie:
Knut-Olaf Haustein, Dietrich Höffler, Rainer Lasek, Bruno Müller-Oerlinghausen

..."Diese Verfahren (gemeint sind die besonderen Therapierichtungen) halten einer Prüfung auf Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit nicht stand und sprengen somit die Grenzen des ohnehin bis an den Rand der Leistungsfähigkeit
strapazierten Sozialversicherungssystems"...
"Beispiel Homöopathie:
Die Homöopathie ist die heute am meisten verbreitete Behandlungsrichtung außerhalb der wissenschaftlichen Medizin. Auch wenn in ihre Konzepte und Erklärungen Aspekte moderner physikalischer Theorien, wie zum Beispiel der Quantentheorie, aufgenommen wurden, basiert sie auch heute noch auf den Vorstellungen des ausgehenden 18. Jahrhunderts:
auf dem Vitalismus (Krankheit und Heilung sind "IMMATERIELLE" Prozesse (UUPPPS!!!)) und einer mit modernen biologischen Konzepten schwer kompatiblen Definition des Krankheitsbegriffs (Krankheiten sind Regulationsstörungen,
wobei nicht zwischen Symptomen und Krankheit unterschieden
wird). Nachprüfungen an Gesunden ergaben, daß homöopathische „Arzneimittel“ die ihnen früher zugeschriebenen Symptome beziehungsweise Wirkungen („Arzneimittelbilder“) häufig gar nicht zeigen. Der mehrfach und kürzlich nochmals wiederholte Schlüsselversuch von Hahnemann mit Chinarinde war nicht zu reproduzieren.
Das derzeitige Aufleben der Homöopathie im Umfeld anderer
„naturgerechter“ Behandlungsverfahren ist nicht ohne Beispiel in der Geschichte. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die „Alternativmedizin“ intensiv gefördert. In Berlin wurde ein Lehrauftrag für Homöopathie
vergeben, in Stuttgart ein homöopathisches Krankenhaus, in Leipzig eine homöopathische Poliklinik gegründet. Das Rudolf-Heß- Krankenhaus in Dresden erhielt die Aufgabe, „Schul-“ und Außenseitermedizin zu integrieren. Dort wurde unter anderem versucht, die Syphilis mit Saftfasten zu kurieren. Es sollte eine „Neue Deutsche Heilkunde“ etabliert werden. Die vom Reichsgesundheitsamt verordnete Testung zahlreicher homöopathischer Verdünnungen verlief niederschmetternd,
so daß die Homöopathen seinerzeit gegen die Fortführung der Untersuchungen beim Reichsgesundheitsführer intervenierten. Die ERGEBNISSE wurden bis HEUTE nicht veröffentlicht. Die homöopathische „Forschung“ stagnierte nach 1945 über 40 Jahre.
Sie bedient sich nunmehr bei der Deutung des Wirkungsmechanismus von bis zur Wirkstofffreiheit verdünnten homöopathischen Lösungen andernorts nicht reproduzierbarer Versuchsanordnungen oder physikalischer Thesen von der
„Einführung des Wassergedächtnisses“ bis hin zur Bemühung quantenphysikalischer Erklärungen. Alle derartigen Untersuchungen zum Wirkungsmechanismus sind hier, wie auch in der wissenschaftlichen Medizin, nicht geeignet, die therapeutische Wirksamkeit zu belegen."..."(Arzneimittel-Rezeptor- Wechselwirkungen, Dosis-Wirkungs- Beziehungen, Nachweis der Beeinflussung biochemischer bis hin
zu psycho-physiologischen Regulationsstörungen)"...
"Die nicht wissenschaftlich fundierten Therapierichtungen mache in der Regel Besonderheiten geltend, um sich der wissenschaftlichen Prüfung ihrer Hypothesen zu entziehen. Dies gilt für die im Arzneimittelgesetz explizit erwähnten Formen wie „Homöopathie“, anthroposophisch begründete Heilverfahren und für die Therapie mit sogenannten traditionellen
Phytopharmaka ebenso wie für die Vielzahl heterogener Methoden von Ayurveda bis zur Bach-Blüten- Therapie. Alle diese Verfahren haben einen gemeinsamen Nenner:
Trotz jahrzehnte- bis jahrhundertelanger Anwendung derartiger Methoden liegen bislang für diese keine den modernen arzneitherapeutischen Heilmethoden vergleichbaren Wirksamkeitsnachweise vor. Seltene Ausnahmen, zum Beispiel im Rahmen der Phytotherapie, sollten Anregung zur Herstellung chemisch definierbarer Präparate sein und sind nicht als Beleg für diese Therapierichtung zu werten.
Der viel zitierte Satz „Wer heilt, hat recht“ ist spätestens seit der 1932 erschienenen „Methodenlehre der therapeutischen Untersuchungen“ von Paul Martini um die Beweispflicht für die Wirksamkeit nach wissenschaftlichen Prinzipien zu ergänzen.
Erst mit dem Instrumentarium der wissenschaftlichen Medizin (DACHAU und AUSCHWITZ 20. Jahrhundert?) ist eine in ihrer Wirksamkeit gesicherte Behandlung ernsthafter Erkrankungen wie der arteriellen Hypertonie (zum Beispiel mit
Betarezeptorenblockern, Diuretika oder ACEHemmern), von
Stoffwechselerkrankungen wie dem Diabetes mellitus (mit Insulin) oder von Infektionskrankheiten (mit Antibiotika), möglich geworden. Ihren therapeutischen Wert haben große Studien belegt, was für Homöopathika nicht zutrifft"...
ETC.ECT.ECT. und PiPaPo...

Haben wir eine Ahnung, in wie weit der
KNUT-OLAF HAUSTEIN, DIETRICH HOEFFLER, RAINER LASEK und BRUNO MUELLER-OERLINGSHAUSEN bei wie vielen Kongressen der Pharma-Riesen eingeladen war?
Natuerlich wissen die "da gibt es noch mehr zu erzaehlen"...

Es gibt auch in der ökonomischen Fachwelt "Prof. Dr. Hab." die haben den Lehmanncrash vorausgesagt und werden heute noch wie seltsame Schafe angesehen, als hätte sie die Realität nicht schon längst eingeholt...

1705 wurde Newton von Königin Anne – nicht wegen seiner Verdienste um die Wissenschaft sondern für seine politische Betätigung – zum Ritter geschlagen. Trotz seiner Häresie, der kann froh sein, dass er nicht auf dem Scheiterhaufen gelandet ist!
Heute landet keiner mehr auf dem Scheiterhaufen, aber der "Dr. Prof. Hab. mit systemimanenten Funktionen" z.B. als Kliniksleiter kommt ohne die Medizinlobby keine Spur weiter, egoistisch opportunistisch Betrachtet, ODER?

"Auch Galilei blieb bis zu seinem Tod als Gefangener der Inquisition unter Hausarrest. Ein letztes Werk zur Mechanik erschien 1638 in Leiden. Erst im Jahr 1992, 350 Jahre nach seinem Tod, wurde Galilei von Papst Johannes Paul II. rehabilitiert."

Nur dass der "Glaube" in diesem Fall die Umsätze der Pharmariesen ist:
Man "glaubt" diesen Zahlen:
www.bvitg.de/branchenbarometer.html

"...In Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen spielt der IT-Bereich im Krankenhaus eine immer wichtigere Rolle. Durch den Einsatz von IT soll die Dokumentation erleichtert, die Effizienz der Arbeitsabläufe gesteigert und die Kommunikation
verbessert werden; kurz: die Produktivität soll erhöht werden..."

AH SO, so läuft der Hase oder liebe Gott oder wie auch immer...
Cash Carry..
Meidet wechselnde Schichtarbeit, Drogen und Alkohol, zuckerhaltige Kohlensäuregetränke, trinkt viel Wasser, raucht nicht, fresst wilde Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln, lasst euch nicht Mobben, aber der Sensemann kommt sowieso...
LG

mklingma 19.02.2012 | 20:48

So, ich war ein paar Tage offline, ist auch mal recht erholsam.

Was wir für erbärmlich halten ist bei uns beiden offenbar unterschiedlich. Ich stelle mal fest, dass Sie in diesem Blog, wenn Sie mit Argumenten kontrontiert werden folgende Strategien angewendet haben:

Sie sagen, da wären keine Argumente.

Sie kommentieren Argumente polemisch und rücken Sie damit in einen Zusammenhang, den die ursprüngliche Aussage nicht nahelegte.

Sie werten die Argumente als z.B. lächerlich ab.

Das letzte Mittel ist in dieser Diskussion ein häufig angewandtes, nämlich den anderen in die Nähe von Faschisten zu rücken.

Wie gesagt, wir sind ganz unterschiedlicher Auffassung, was die Erbärmlichkeit betrifft und damit haben wir ja zumindest einmal etwas gemeinsam.

mklingma 20.02.2012 | 12:10

Leider nicht, da wo ich war, gab es nur ganz wenig Schnee.

Allerdings erwarte ich von Ihnen in einem Blog zur Homöopathie inhaltliche Stellungnahmen, als Reaktion auf inhaltliche Beiträge. Ich erwarte noch etwas mehr als Polemik und Provokation, denn wenn Sie davon ausgehen, dass alle, die der Homöopathie positiv gegenüberstehen und das auch begründen können, sich somit der Lächerlichkeit preisgeben, wozu dann dieser Blog? Dann sollten Sie Ihre Thesen doch eher in einer geschlossenen Gesellschaft von Homöopathiefeinden verkünden, wo Sie sich wohlgefälliger Bewunderung sicher sein könnten.

Wenn ich hier nun also auf die Metaebene wechsle und Ihr merkwürdig abweichendes Verhalten kommentiere - ist Ihnen jemals in den Sinn gekommen, dass Sie das auch einfach zurückweisen könnten, anstatt den Hausmeister zu spielen.

merdeister 20.02.2012 | 20:41

mklingma schrieb am 20.02.2012 um 11:10

Allerdings erwarte ich von Ihnen in einem Blog zur Homöopathie inhaltliche Stellungnahmen, als Reaktion auf inhaltliche Beiträge.

Ich würde gern Stellung beziehen, warte allerdings auf inhaltliche Beiträge von Ihnen. Falls Sie der Meinung sind, bereits einen gemacht und darauf keine Antwort erhalten zu haben, seien Sie doch so gut und wiederholen Sie ihn. Bitte auch für einen Materialisten erkennbar.

thinktankgirl 20.02.2012 | 21:36

merdeister schrieb am 16.02.2012 um 20:27

Dem thinktankgirl empfehle ich mal selbst in den Sumpf zu steigen und sich umzuschauen.

Herr Buchwald äußert einen rassistischen Gedanken – sprich verbaler Rassismus. Ist bekannt, ob Herr Buchwald, außer abstruse Gedanken über die „Dritte Welt“ zu äussern, irgendwie zum Schaden der dortigen Bevölkerung tätig wurde? Hat er Leib und Leben anderer Menschen in Gefahr gebracht, die er als weniger entwickelt ansieht? Offenbar nicht, da ihm in Wikipedia eine lupenreine Karriere im schulmedizinischen Bereich attestiert wird. Sein einziger Makel ist, daß er zu einem vehemten Impfgegner geworden ist und dies mit nicht pc-konformen, schrulligen Argumenten unterlegt.
Dann gibt es Pharmaunternehmen, die für die Schulmedizin und mit schulmedizinisch ausgebildeten Ärzten in der oben erwähnten „Dritten Welt“ Medikamententests machen. Bisher ist nicht bekannt geworden, daß sie rassistische Äusserungen über die Bewohner der Dritten Welt machen. Sie sind also aus diesem Grunde - im Gegensatz zu Herrn Buchwald - wissenschaftlich ernstzunehmen.
Diese Medikamententests finden in der „Dritten Welt statt“, da hierzulande keine Genehmigungen dafür zu erhalten sind, da zu gefährlich. In der „Dritten Welt“ sind die Kontrollen wesentlich laxer und mancher analphabetischer Probant unterschreibt mit seiner Einverständiserklärung unwissentlich sein Todesurteil. Es sterben Menschen in der „Dritten Welt“ bei Versuchen, die bei uns nicht zugelassen sind, um Medikamente für die Erste Welt zu testen, die in der Schulmedizin verwendet werden sollen. Herr Buchwald ist verbal rassistisch, aber harmlos, der Rassismus der schulmedizinischen Medikamententests hingegen ist tödlich.

merdeister 20.02.2012 | 22:22

Nun weiß ich gar nicht, wie ich darauf antworten soll, will ich Dir doch nicht das Gefühl geben, Dich irgendwie genannt zu haben.

Mich wundert auch ein bisschen, dass von Dir hier so naiv zu lesen. Vielleicht könnte man, wenn man wollte, Buchwalds Gedanken als geistige Vorarbeit für die Versuche der Pharmakonzerne sehen. So gesehen stünden sie in seiner Tradition und sein verbaler Rassismus hätte tödliche Folgen.

Ich bezweifle allerdings, dass die Verantwortlichen in den Konzernen rassistische Motive haben. Ich denke, sie gehen den Weg des geringsten Widerstands bei maximalem Profit. Und damit stehen sie nicht alleine da, sind doch sowohl mein, wie auch Dein Rechner mit seltenen Erden bestückt, deren Schürfung das Leben anderer gekostet haben dürfte. Um die Methoden von Pharmafirmen zu ändern, wobei ich bezweifle, ob es sich immer ganz so plakativ vollzieht, wie Du das hier anführst, wäre es nötig, in den betroffenen Ländern, die Deklaration von Helsinki durchzusetzen.

Die Gedankenwelt von Impfgegnern und Menschen, die Dinge äußern, wie Buchwald es getan hat, dürfte schwieriger zu ändern sein. Ihre Ideen beruhen, auf einem naiven Bild von "Natürlichkeit", dass sich auch in Ideologien finden lässt, vielleicht mehr oder weniger mythisch aufgeladen.

Meine Frage von oben, merdeister schrieb am 16.02.2012 um 12:42 , bleibt weiterhin unbeantwortet:
Was den plötzlichen Kindstod angeht, können Sie mir ganz bestimmt erklären, warum die Zahl der Fälle zurückgegangen ist, nach sehr einfache Maßnahmen empfohlen wurden, sein Kind davor zu schützen, während weiter geimpft wurde?

Das sage ich nur der Vollständigkeit halber, nicht weil ich von Dir eine Antwort erwarte.

thinktankgirl 20.02.2012 | 22:55

merdeister schrieb am 20.02.2012 um 21:22

Mich wundert auch ein bisschen, dass von Dir hier so naiv zu lesen. Vielleicht könnte man, wenn man wollte, Buchwalds Gedanken als geistige Vorarbeit für die Versuche der Pharmakonzerne sehen. So gesehen stünden sie in seiner Tradition und sein verbaler Rassismus hätte tödliche Folgen.

Die rationalen Schulmediziner haben die Aussage, daß das Nervensystem der Menschen in der „Dritten Welt“ weniger entwickelt sei, aufgegriffen – dazu fehlen die Belege - und ihre Medikamententest ausgelagert? Hattest du nicht behauptet, daß diese Aussage Buchwalds ein Anzeichen für Unwissenschaftlichkeit sei? Wie kann es dann sein, daß Schulmediziner sich dieser Ansicht anschliessen und dann auch noch Menschen in den Tod schicken, obwohl Buchwalds Aussage dies in keinster Weise insinuierte?

Ich bezweifle allerdings, dass die Verantwortlichen in den Konzernen rassistische Motive haben. Ich denke, sie gehen den Weg des geringsten Widerstands bei maximalem Profit

Der geringste Widerstand heißt hier, es gibt Menschen, die nicht der eigenen ethnischen Gruppe angehören, dazu auch noch „unterentwickelt“ sind – arm, analphabetisch, etc. – denen man Medikamententests zumutet, die man an der eigenen ethnischen Gruppe nicht (mehr) erproben darf, da zu gefährlich. D.h. diese „Dritte Welt Bevölkerung“ ist weniger wert, als die eigene Gruppe => Rassismus.

Ihre Ideen beruhen, auf einem naiven Bild von "Natürlichkeit", dass sich auch in Ideologien finden lässt, vielleicht mehr oder weniger mythisch aufgeladen.

Das "naive Bild von Natürlichkeit" beinhaltet keine Medikamententests an „armen Schweinen“ aus der „Dritten Welt“, die ihre Gesundheit und ihr Leben für die Schulmedizin aus Armut und/oder Unwissenheit verlieren.

thinktankgirl 20.02.2012 | 22:55

merdeister schrieb am 20.02.2012 um 21:22

Mich wundert auch ein bisschen, dass von Dir hier so naiv zu lesen. Vielleicht könnte man, wenn man wollte, Buchwalds Gedanken als geistige Vorarbeit für die Versuche der Pharmakonzerne sehen. So gesehen stünden sie in seiner Tradition und sein verbaler Rassismus hätte tödliche Folgen.

Die rationalen Schulmediziner haben die Aussage, daß das Nervensystem der Menschen in der „Dritten Welt“ weniger entwickelt sei, aufgegriffen – dazu fehlen die Belege - und ihre Medikamententest ausgelagert? Hattest du nicht behauptet, daß diese Aussage Buchwalds ein Anzeichen für Unwissenschaftlichkeit sei? Wie kann es dann sein, daß Schulmediziner sich dieser Ansicht anschliessen und dann auch noch Menschen in den Tod schicken, obwohl Buchwalds Aussage dies in keinster Weise insinuierte?

Ich bezweifle allerdings, dass die Verantwortlichen in den Konzernen rassistische Motive haben. Ich denke, sie gehen den Weg des geringsten Widerstands bei maximalem Profit

Der geringste Widerstand heißt hier, es gibt Menschen, die nicht der eigenen ethnischen Gruppe angehören, dazu auch noch „unterentwickelt“ sind – arm, analphabetisch, etc. – denen man Medikamententests zumutet, die man an der eigenen ethnischen Gruppe nicht (mehr) erproben darf, da zu gefährlich. D.h. diese „Dritte Welt Bevölkerung“ ist weniger wert, als die eigene Gruppe => Rassismus.

Ihre Ideen beruhen, auf einem naiven Bild von "Natürlichkeit", dass sich auch in Ideologien finden lässt, vielleicht mehr oder weniger mythisch aufgeladen.

Das "naive Bild von Natürlichkeit" beinhaltet keine Medikamententests an „armen Schweinen“ aus der „Dritten Welt“, die ihre Gesundheit und ihr Leben für die Schulmedizin aus Armut und/oder Unwissenheit verlieren.

merdeister 20.02.2012 | 23:25

thinktankgirl schrieb am 20.02.2012 um 21:55

Hattest du nicht behauptet, daß diese Aussage Buchwalds ein Anzeichen für Unwissenschaftlichkeit sei?

Meine Intention war, zu zeigen wie groß die Schnittmengen von Impfgegnern und rechten Ideologen ist. "Wissenschaftlichkeit" war nicht das Thema.

Was den Rest angeht, habe ich den Konjunktiv benutzt, weil ich rassistische Äußerungen nicht für so harmlos halte, gerade wenn sie von einem "Vordenker" einer Bewegung geäußert werden. Ich denke nicht, dass Buchwald die heutige Praxis von Medikamententests wesentlich beeinflusst hat.

Der geringste Widerstand heißt hier, es gibt Menschen, die nicht der eigenen ethnischen Gruppe angehören, dazu auch noch „unterentwickelt“ sind – arm, analphabetisch, etc. – denen man Medikamententests zumutet, die man an der eigenen ethnischen Gruppe nicht (mehr) erproben darf, da zu gefährlich. D.h. diese „Dritte Welt Bevölkerung“ ist weniger wert, als die eigene Gruppe => Rassismus.

Wenn Deine Aussagen stimmt, ignorierst Du trotzdem, dass wir alle Teil dieses Systems sind, andere Unternehmen ebenso handeln und das Problem somit kein der "Schulmedizin" imanentes ist.

Das "naive Bild von Natürlichkeit" beinhaltet keine Medikamententests an „armen Schweinen“ aus der „Dritten Welt“, die ihre Gesundheit und ihr Leben für die Schulmedizin aus Armut und/oder Unwissenheit verlieren.

Das habe ich auch nicht behauptet. Die Folgen können langfristig jedoch ebenso, wenn nicht folgenschwerer sein.

thinktankgirl 21.02.2012 | 12:05


"thinktankgirl schrieb am 20.02.2012 um 21:55
Der geringste Widerstand heißt hier, es gibt Menschen, die nicht der eigenen ethnischen Gruppe angehören, dazu auch noch „unterentwickelt“ sind – arm, analphabetisch, etc. – denen man Medikamententests zumutet, die man an der eigenen ethnischen Gruppe nicht (mehr) erproben darf, da zu gefährlich. D.h. diese „Dritte Welt Bevölkerung“ ist weniger wert, als die eigene Gruppe => Rassismus."

merdeister antwortet am 20.02.2012 um 22:25
Wenn Deine Aussagen stimmt, ignorierst Du trotzdem, dass wir alle Teil dieses Systems sind, andere Unternehmen ebenso handeln und das Problem somit kein der "Schulmedizin"imanentes ist.

Wie du selbst im selben Kommentar schreibst - Meine Intention war, zu zeigen wie groß die Schnittmengen von Impfgegnern und rechten Ideologen ist und es zeigen sich eben auch grosse Schnittmengen von Schulmedizinern und Rassismus/Sozialdarwinismus, ohne daß diese überhaupt rechte Ideologen formulier(t)en,sie handeln einfach entsprechend und dies mit tödlichen Folgen für einige Betroffenen. Wobei noch immer nicht die Frage geklärt wurde, ob das rechte Gedankengut der Buchwalds, Hamers oder Lankes beinhaltet, Menschen wegen ihrem Anderssein (sozial und ethnisch) zu Versuchskaninchen zu machen oder ihnen sonstwie zu schaden.

thinktankgirl 21.02.2012 | 23:14


merdeister schrieb am 21.02.2012 um 20:47
Möchtest Du wirklich Hamer und Lanka zu Deinen Kronzeugen machen? Hast Du vor allem Hamer mal zugehört?


Wir haben auf der einen Seite Schulmediziner, die in rassistischer Weise Medikamententests in Drittweltländer auslagern und dabei Gesundheitsschäden und Todesfälle bei ihren menschlichen Versuchskaninchen in Kauf nehmen.
Ich habe mich nicht mit Hamer und Lanka beschäftigt, deshalb wiederhole ich meine Frage: Haben sie, abgesehen von ihren abstrusen Ideen, bewußt Menschen - die nicht der eigenen ethnisch-kulturellen Gruppe angehören und/oder sozial unterpriviligiert sind - für ihre Forschungszwecke mißbraucht, obwohl sie wußten, daß einige Probanten daran sterben oder schwere Gesundheitsprobleme davon tragen werden?

merdeister 21.02.2012 | 23:59

Schwer zu fassen, dass Du das nicht von alleine schnallst.

Die Antwort auf Deine Frage lautet wahrscheinlich: "Nein". Und genau da liegt auch das Problem. Natürlich hat Hamers Lehre Menschenleben gekostet, auf dem Gewissen hat er sich aber nicht, denn er handelte in bester Absicht. So wie auch Lanka seine wirre Virenlehre in bester Absicht verbreitet und Menschen, die ihm widersprechen mit gutem Gewissen kranke und kriminelle Hirne bescheinigt. Wieviele Menschen die Leugnung von HIV und AIDS das Leben gekostet hat, darüber lässt sich nur spekulieren, einige Quellen sprechen von über 300 000 Menschen. Die Handlungsanweisungen dieser Menschen resultieren aus einem auf ideologischen Ideen basierenden Verständnis von Biologie und Medizin. Sie handeln genauso, wie es diese Ideen vorgeben.

Jemand der Medikamente testet, an Menschen, die ohne es zu wissen schaden nehmen, muss aktiv die Helsinki-Deklaration brechen. Er oder sie weiß vermutlich ganz gut, dass es nicht richtig ist, was sie machen. Je mehr Menschen dafür sorgen, dass die Regeln die sie schützen durchgesetzt werden, desto geringer ist die Chance dass sie Schaden nehmen. Egal wodurch, bleib von mir aus bei Deinem Beispiel wenn es Dir so gut gefällt. Entscheident ist, für mich, dass es in der Medizin keine (!) Rechtfertigung für diese Handlungen gibt. Jemand der aus rassistischen Motiven Versuche an Menschen macht, muss sich einer Ideologie bedienen, um diese Versuche zu rechtfertigen.
In Deutschland ist es wahrscheinlich so, dass eher sozial gut gestellte Gruppen unter Personen "leiden", die einem esoterischen Medizinverständnis anhängen. In anderen Ländern ist das anders, Homöopathen ohne Grenzen, die ihre Kunst gegen Malaria einsetzen, AIDS, Krebs, was weiß ich.

Ich bin mir nicht sicher, ob Du verstehst, dass ich durchaus und explizit zwischen den Menschen und den Ideen unterscheide. Nicht jeder Impfgegner steht einer rechten Gesinnung nahe, wahrscheinlich sogar ziemlich wenige. Wenn sie aber begründen müssen, warum sie dagegen sind, greifen sie auf Ideen zurück, die ich eher dem rechten Spektrum zuordne oder, von mir aus auch, dem totalitären.

bertamberg 22.02.2012 | 23:25

Zwischenruf von draußen:

Im Titel dieses Blogs steht das Wort "Transparanz". Leider ist nicht definiert, was es aussagen soll.
Im ersten Absatz ist auch von "Selbverständnis" die Rede. Ein Deutsches Wort Marke Eigenbau? Ist das ein angewandtes Spardiktat das in tätiger Weise symbolisch hier zum Ausdruck bringen soll, was Merkozy von den Griechen erwarten: Selbstverstümmelung?

102 Kommentare, und dann muss ich drauf kommen. Da fällt mir als Gesamtbewertung nur ein, was Hans Mayer vor längerem schrieb:

“Was heute unter den Deutschen am wichtigsten ist: eine Kritik der Sprache, eine Kritik der Klischees, eine Kritik an dem unklaren Denken.”
Hans Mayer (1907-2001) in Wendezeiten (1993), zit. in konkret 5/2007, S. 50

Oh hätte er doch Unrecht gehabt!

.. und schon bin ich wieder weg.

thinktankgirl 23.02.2012 | 12:08

merdeister schrieb am 21.02.2012 um 22:59

Nicht jeder Impfgegner steht einer rechten Gesinnung nahe, wahrscheinlich sogar ziemlich wenige. Wenn sie aber begründen müssen, warum sie dagegen sind, greifen sie auf Ideen zurück, die ich eher dem rechten Spektrum zuordne oder, von mir aus auch, dem totalitären.

Wie kann es sein, daß bestimmte naturmedizinische Ansichten u.a. Impfgegnertum, Vollwertkost und Rohkost, heute auf eine rechte/konservative Traditionslinie zurückgreifen, obwohl sie vor der NS-Zeit in verschiedenen politischen Spektren vertreten waren?
Kannst du dir nicht vorstellen, daß während der NS-Zeit, alle Vertreter dieser naturmedizinischen Ansätze, die links, anarchistisch, jüdisch, homosexuell, bolschewistisch, slawisch ...dasselbe Schicksal erlitten haben, wie Schulmediziner (auch Künstler), die mit diesen Eigenschaften behaftet waren: mundtot gemacht, ausgewandert, in KZs gesperrt, getötet ...

Nur die Vertreter aus der rechten/konservativen Ecke haben überlebt und diese naturmedizinischen Methoden weitergegeben, alle anderen samt dem Schriftgut sind in der NS-Zeit verschütt gegangen.
Diese Ansätze gehörten zur Lebensreformbewegung, die bis in die Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Allerdings darf man nicht den Fehler machen, daß sie sich teleologisch auf die NS-Doktrin hinentwickelte. Sondern die völkische Bewegung entnahm der Lebensreform Elemente, wie z.B. gesunde Ernährung, um sie für die eigenen Ideen nutzbar zu machen, hier: eine starke und gesunde arische Rasse (im Sinne als Edelrasse) zu fördern.