Michael Angele
12.12.2012 | 13:57 44

Hass und Liebe zur Suhrkamp-Kultur

Kommentar Der Suhrkamp-Verlag ist nicht mehr der einzige Stichwortgeber zur geistigen Lage der Republik. Aber er ist immer noch mehr als nur ein Verlag

Hass und Liebe zur Suhrkamp-Kultur

Es hat sich eine neue Suhrkamp-Kultur entwickelt, weniger raumgreifend, weniger auratisch

Foto: Steinach/Imago

Es ist noch nicht ganz klar, was es für den Suhrkamp-Verlag bedeutet, dass Ulla Unseld-Berkéwicz vom Berliner Landgericht als Geschäftsführerin abgesetzt wurde. Sicher, nun ist der jahrelange Streit zwischen ihr und dem Minderheitengesellschafter Hans Barlach eskaliert, und die Experten können nicht ausschließen, dass es den Verlag in der bestehenden Form bald nicht mehr gibt. Zu lesen ist von einem der Anwälte auch, dass Barlach von einem „tief sitzenden Hass gegen die Suhrkamp-Kultur“ getrieben sei. Das ist geschickt gemacht: Hass gegen die Suhrkamp-Kultur – da läuten die Alarmglocken.

In ihrer alten Form war die "Suhrkamp-Kultur" (Georg Steiner, Exponent der Hanser-Kultur) singulär in der deutschen Nachkriegswelt. Man denke an die Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft, jeder Student kannte sie. Neulich landete auf meinem Schreibtisch so ein schwarzes Ding. Band 2056. Pierre Bourdieu: Politik. Einen Tag später sah er aus, wie ein stw immer ausgeschaut hat, mit Eselsohren und vielen Anstreichungen. Man muss vorne nachschauen. Tatsächlich: 2013 erschienen, wenn auch mit Schriften aus dem Nachlass des 2002 verstorbenen französischen Soziologen. Bourdieu, der Name stand für eine Erweiterung der Suhrkamp-Kultur, die davor eng an die Kritische Theorie eines Adorno oder Habermas gebunden war. Bourdieu ist ein inspirierender Denker des „man müsste mal“.

Symbolisches Kapital

Man müsste mal das „journalistische Feld“ untersuchen, heißt es in einem seiner nachgelassenen Texte. Ich denke, man müsste bald auch mal das literaturbetriebliche Feld in Deutschland untersuchen und die besondere Rolle, die der Suhrkamp-Verlag darin spielt. Mit seinem imposanten Autorenstamm hat er echtes, aber auch ein beträchtliches symbolisches Kapital angehäuft. Lange Zeit war ein Buch aus dem Suhrkamp-Verlag eben mehr als nur ein Buch, es hatte eine, um mit Walter Benjamin einen anderen legendären Suhrkamp-Autoren zu zitieren, besondere Aura. Diese Aura wurde verstärkt durch die spezielle Rolle des Verlegers, der bis 2002 Siegfried Unseld hieß. Ein charismatischer Mann, wie man liest. Ihm folgte die Witwe, eine Hexe, wie man bis vor Kurzem mehr oder weniger explizit las.

Historisch gesehen wurde weibliches Charisma sehr oft als Hexentum beschrieben. Frau Berkéwicz wird ein Hang zur Esoterik nachgesagt. In einem irre guten Text von 2003 hat Harald Martenstein das Gewese beschrieben, das im Verlag um Siegfrieds Erbin gemacht wurde. „Man möchte andauernd rufen: Es ist doch nur ein Verlag, um Himmels willen!“

Kein Internetanschluss

Ist es eben nicht, und man muss sagen, dass die Verlegerin und ihre Getreuen offenbar doch ganz gute Arbeit geleistet haben, auch der erst so harsch kritisierte Umzug von Frankfurt nach Berlin scheint den Verlag belebt zu haben. Es hat sich eine neue Suhrkamp-Kultur entwickelt, weniger raumgreifend, weniger auratisch, das verlegerische und das literarische Feld haben sich nun einmal verändert; aber ein Rainald Goetz, eine Sibylle Lewitscharoff, ein Dietmar Dath, oder ein Buch wie Kongo von David Van Reybrouck geben dieser Kultur ein Gesicht.

Und wenn man nun liest, dass Herr Barlach mit all dem nichts anfangen kann und auf die imposante Backlist setzt, wofür er aus ökonomischer Sicht vielleicht sogar gute Argumente hat, dann kann man schon verstehen, dass die Sympathien jetzt gerade der oft belächelten Verlegerin zufliegen. Nur eins müsste man bei einer Analyse der neuen Suhrkamp-Kultur auch beachten. Mit dem Internet hat sie noch so gar nichts gemein. „Was läuft da eigentlich bei euch ab mit diesem Herrn Barlach?“, irrlichtert ein Kommentar auf Facebook zwischen den Verlagsannoncen herum. Die Antwort steht aus.

Kommentare (44)

anne mohnen 12.12.2012 | 17:56

Zunächst einmal Danke, lieber Herr Angele, dass Sie nicht in den allgemeinen Abgesang auf den Verlag einstimmen.

Ja, der Text von Harald Martenstein ist zunächst nur „irre“, denn ich erfahre nichts über Ulla Unseld-Berkéwicz, allerdings eine Menge über den Zeit-Kolumnisten: sein Frauenbild und wie „gut“ er sich  versteckt hinter Kollegen, die über die Unseld-Witwe schreiben, was für Liz Mohn oder Friede Springer ebenso zutrifft:  drei  inzwischen mächtge Damen schafften  den Aufstieg von der Geliebten, „der viel jüngeren Geliebten“, zur Ehefrau . Ob da Liebe im Spiel war – und interessiert mich das wirklich?

Machen Mohn, Springer oder Unseld-Berkéwicz ihr Geschäft deswegen schlechter? Für die beiden Älteren gilt ja, dass sie äußerst erfolgreich agieren, freilich nach Irrungen und Wirrungen. Erinnert sei an das Middelhoff  erinnert, ein moderner Freibeuter , den Liz Mohn schließlich schasste, um Schlimmstes zu verhindern; an das viele Geld, das Mathias Döpfner versenken durfte, ohne dass Friede Springer ihm die Treue aufkündigte,  und Herr Dr. Döpfner nun da steht, wo er steht.

Also, was macht Unseld-Berkéwicz falsch, unabhängig von der Tatsache, dass sie ihre Villa an den Verlag vermietete, sich dadurch Vorteile verschaffte hat, wofür sie nun eine beträchtliche Summe zurückzahlen soll?

Hat Unseld-Berkéwicz die falsche Leute, Berater um sich geschart? Ist sie selbstherrlich, liegt sie mit dem Programm falsch? Fragen über Fragen. Die FAZ probt schon einmal den  Abgesang! Die Berliner Morgenpost hat den Anwalt interviewt, und wir Leser erfahren Irrationales über Hass, während das Handelsblatt, Autoren aufmarschieren lässt, die sich hinter ihre Verlegerin stellen. Der Focus zitiert Hans Magnus Enzensberger:„Was ich mit Bestimmtheit sagen kann“, so Enzensberger, „ist, dass Ulla Berkéwicz mit Autoren umgehen kann und dass sie ein Programm auf die Beine gestellt hat, das sich sehen lassen kann.“ Enzensberger drohe mit Verlassen des Suhrkamp Verlags

Nur zur Ergänzung, Herr Dr. Angele: Ulla Berkéwicz hat den Verlag ja nicht nur um jüngere literarische Blockbuster, die Gegenwartsliteratur prägende Namen aufgestockt, vielmehr hat sie  sie sowohl mit dem Verlag der Weltreligionen  ein bedeutendes kulturelles Projekt auf den Weg  gebravht als auch Mut zum Risiko bewiesen. Der Jüdische Verlag im Suhrkamp Verlag erhielt  durch Unseld-Berkéwicz' Engagement  neue Impulse; jedenfalls ist dies mein Eindruck. Das alles ist nicht unter Esoterik zu verbuchen, wie z.B. Martenstein dies versucht herabzuwürdigen, vielmehr unter verlegerischer Weitsicht und kulturellem Verantwortungsbewusstsein.

Ihre Kritik an dem Internetauftritt des Verlags, lieber Herr Angele, kann ich so nicht nachvollziehen. Wann immer ich dort angefragt habe, oder zuletzt einfach nur telefonisch bei Suhrkamp, war der Service exzellent, freundlich und prompt. Das ist sicherlich nur meine individuelle Erfahrung. Steigern kann sich so ein Haus allemal und im Internet ist sowieso noch für Luft nach oben, wenn es um Service geht.

LG am

Michael Angele 12.12.2012 | 20:59

@Anne Mohnen. Mit Internet meine ich dann schon mehr als ein guter Kundenservice, obschon das nicht zu unterschätzen ist.

Und: "unabhängig von der Tatsache, dass sie ihre Villa an den Verlag vermietete, sich dadurch Vorteile verschaffte hat, wofür sie nun eine beträchtliche Summe zurückzahlen soll?"

Ein Kleks ist das eben nicht, es war ja der Grund für den Richterspruch, und mit Jürgen Kaube muss man halt schon auch sagen:

" dass die manifesten Rechtsbrüche bislang nicht auf der Seite des Investors liegen. Ohne sie wären dem, was man ihm als Zerstörungswillen attestiert, sehr viel engere Grenzen gesetzt."

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/streit-um-traditionsverlag-wer-suhrkamp-schadet-11990429.html

anne mohnen 12.12.2012 | 21:34

Lieber Herr Angele,

mein Kommentar war nicht als Kritik, .mehr als Ergänzung gemeint. Und den Hinweis auf Martenstein habe ich ironisch aufgefasst ;-))

Natürlich ist das "selten dämlich“, so eine Vorteilsnahme zum Fallstrick für diesen modernen Freibeuter zu knoten. Da ist eine Menge Abgehobenheit im Spiel: d'accord!  Jenseits der Rechtsfrage sind  Taktgefühl sowie ein notwendiges Gespür für den Zeitgeist,  den Suhrkamp im besten Sinne des Wortes immer verkörperte, abhanden gekommen. Das rächt sich jetzt. In dem Punkt bringe  ich weder für die Privatperson U.-B. noch für die Geschäftsfrau Verständnis auf. Es wäre tragisch, wenn dadurch solch ein "Glücksritter" zum Zuge käme.

Liebe Grüße am

Uwe Theel 12.12.2012 | 22:29

Das ist mir hier alles zu abgehoben und geschmäcklerisch.

Als Leser einer Zeitung würde ich gerne inhaltlich erfahren inwiefern Frau U. U.-B. für "alte" oder überhaupt welche daraus ableitbare "Suhrkampkultur" im mindestens linsbürgerlich aufklärerischem Sinne  Sinne stünde (esoteriscch qausitheologische Literatur wäre mir da keine Fortsetzung), bzw. wofür Herr B. denn konkret als Verleger steht, bzw. wo er "Suhrkampkultur" zerstört hätte.

 

anne mohnen 12.12.2012 | 23:30

Nehmen Sie doch einfach das Programm der einzelnen Suhrkamp Verlage zur Kenntnis und checken das einmal auf Ihre Ansprüche hin: Autoren, Themen.

In der Tat habe ich mir nach der Vorstellung des Buches Das Recht der Freiheit von Axel Honneth im letzten Jahr die Augen gerieben über die Rezensionen  im deutschen Feuilleton. Da ist Die Zeit vorangegangen und der Rest, wenn überhaupt, hat hinterherparaphrasiert. Für so einen Faktencheck ist Google allemal gut, oder?

U-B. hat den Verlag geöffnet für neue Themen. Warum sollten diese Themen Linke nicht auch  interessieren?

Weder esoterische noch quasireligiöse Literatur wird weder beim Jüdischen Verlag noch beim Weltverlag der Religionen verlegt!  Das ist einfach nur denunziatorisch. Auch wenn Sie mit all dem nichts zu tun haben, es Ihrem Wetbild zuwider läuft, müssten Sie einräumen, setzten Sie sich denn kritisch damit auseinander, dass das Programm ambitioniert ist, die Autoren hochkarätig sind.

In dem Zusammenhang  finde ich es wichtig, dass neben dem doch sehr problematischen Weltbild Verlag oder dem sich  nicht selten (aus ökonomischen Gründen)  in klerikaler Geiselhaft befindenden Herder -Verlag eine ernstzunehmende Konkurrenz erwächst - zumindest  inhaltlich.

Was bitte schön hätte Ihrer Meinung denn der Kontrahent von Frau U.-B- zu bieten, hm? Denn darum geht es doch in dieser Auseinandersetzung zuvorderst.

 

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Ehemaliger Nutzer 13.12.2012 | 09:25

Auf der Suhrkamp-Seite findet man Folgendes:

>Über das heutige Urteil sind wir überrascht. Das Landgericht hat heute in zwei Urteilen der Klage stattgegeben:

1. Das Landgericht Berlin hält die Anmietung der Veranstaltungsräume in der Gerkrathstraße für gesellschaftswidrig, weil die Zustimmung des Minderheitsgesellschafters vorab hätte eingeholt werden müssen, da die mit der Anmietung Hand in Hand gehenden Kosten den Betrag von 75 Tsd. jährlich geringfügig übersteigen. Die Geschäftsführer haben die Anmietung vorgenommen, weil die Kaltmiete unter diesem Schwellenwert liegt.

2. Da das Landgericht die Anmietung für rechtswidrig hält, hat es dem Antrag auf Abberufung der für diesen Beschluß verantwortlichen Geschäftsführer stattgegeben.

Diese Urteile werden mit der Berufung angegriffen und erhalten vor einer rechtskräftigen Entscheidung keine Wirkung. Erfahrungsgemäß wird eine Entscheidung nicht vor Ende 2013 gefällt werden.

Die Geschäftsführung des Suhrkamp Verlags

Ulla Unseld-Berkéwicz (Vorsitzende)
Dr. Jonathan Landgrebe
Dr. Thomas Sparr<

bei der TAZ findet man etwas über die doch recht drastischen Personalkürzungen beim Freitag

http://www.taz.de/Kuerzungen-bei-Wochenzeitung-Freitag/!107308/

Abgesang hier, Abgesang da.

Ansonsten finde ich den Artikel und die Kommentare dazu hier lesens - und bedenkenswert.

Es ist schon sehr lange her, daß ich mir ein Buch von Suhrkamp gekauft habe - mit denen der Hausautoren habe ich mich noch zu Unselds Zeiten eingedeckt, vor allem antiquarisch allerdings, nachdem die Altlinken - West ihre linksintellektuellen "Altlasten" zu Schleuderpreisen wahllos an Antiquariate verhökert hatten und im gleichen Zuge die Lesekultur der neuen BRD auf dem Tiefpunkt angekommen war, nahm meine Bibliothek auf preiswerte Weise ungeahnte Dimensionen an.

Mit dem neueren Suhrkamp-Programm und deren Autoren kann ich allerdings bis heute wenig anfangen - vielleicht hat der Niedergang des Verlags - und Wochenzeitungswesens ja auch etwas mit der digital zerhackten Aufmerksamkeit der RezipientInnen und der Unübersichtlichkeit des in seinen Verwertungs-Zyklen enorm beschleunigten Büchermarktes zu tun?

Beides ist mir suspekt, im Resultat weiss ich kaum noch von Leuten, mit denen ich mich über das eine oder andere Buch - und sei´s noch so bemerkenswert - unterhalten könnte, abgesehen von den Kommentarspalten hier und anderswo... 

Uwe Theel 13.12.2012 | 14:48

@ Anne Mohnen

Ich hbe als Zeitungslesender nur Fragen gestellt, die sich mir aus den hieer gelesenenen Texten zu ergeben scheinen.

Mir diese zu eigen gemacht habe ich nicht, habe auch sonst keine Stellungnahme abgegeben und danke, lesen und googlen kann ich alleine, da brauchte ich nicht im Freitag extra zu lesen.

******

"Suhrkampkultur" war in den 60igern und 70igern nie Mainstreamzeitkultur, sondern überlieferte die Aufklärung. Wenn Tellkamp als würdiger Nachfolger in der Reihe der klassischen Suhrkampautoren jetzt geführt wird oder Sie Sujhrkamp als eggenherder gerade mal sehen, scheinen mir das Momente im Zusammenhang, die Zweifel nährten, ob wir erst im jetzigen juristischen Streit wirklich den Niedergang des Suhrkampverlages, wie er zumindest mir etwas bedeutete, zu bedauern haben. Dabei sind mir die "führenden" Personen auf beiden Seiten zunächst völlig egal, ihre Geschlechtsdifferenz allemal.

 

anne mohnen 13.12.2012 | 15:40

Lieber Theel,

ausnahmsweise(!) sind wir gar nicht so weit auseinander. Der Suhrkamp-Verlag ist für mich ein Verlag im besten Sinne in der Tradition der Aufklärung. Dies schließt dann freilich mit ein, dass sogar die Kritiker eben dieser Tradition dort ihren Stammplatz erhielten und hoffentlich weiter erhalten.

Wenn ich auf die Erweiterung durch Frau U.-B. abhebe, dann, weil ich meine, und  ich bin mir sicher, mit Ihnen in dem Punkt schnell auf eine grünen Zweig zu kommen, dass Aufklärung ein Prozess ist. Folglich kann und darf es sich der Suhrkamp-Verlag es nicht leisten, sofern er nicht zum Denkmal  für eine bestimmte Generation erstarren wollte, in den 1960ziger oder 70ziger Jahre zu verharren, so schön und glorreich, dies meine ich ohne Hohn und Spott, diese Ära auch gewesen sein mag.

 Sicherlich wäre zu diskutieren, warum und von wem(!)  in den letzten zwanzig Jahren diese Zeit diskreditiert wurde; ein Philosoph wie Habermas, um ein Beispiel zu nennen,  mit dem Makel  "Philosoph der Bonner Republik" abgekanzelt werden sollte.

Wenn Sie mit der Programmerweiterung des Verlags nicht einverstanden sind, ist das für mich völlig in Ordnung.  Solange Sie es allerdings mit  Ihrem  "Gegenherder"  bei einem Aperçu bewenden lassen, bleibe ich auf jeden Fall dabei, dass  U.-B. f auf Weitsicht fährt.

LG am

Columbus 14.12.2012 | 01:41

Also Herr Angele,

Auf ins Reich der Spinnenfrau. Lassen sie sich küssen. Dann gibt es bestimmt auch ein Interrendezvous mit der Astarte vom Suhrkamp (programmatisch). Sie könnten es überleben und müssten nicht an Fensterscheiben bibbern oder gar ein Blutopfer beibringen. So bestünde noch die Chance, mindestens zehntwichtigster Kolumnist überhaupt noch werden zu können, geht es nach dieser seltsamen Jury auf Nannens Namen.

Soll ich ihnen was verraten? Der neuntwichtigste Kolumnist der Bundesrepublik hat gar keine Zeit, allzu viele Bücher zu lesen, er muss kolumnieren und schreiben, und wieder kolumnieren und wieder schreiben, um sich Fahrten in die Uckermark leisten zu können. Dazu gilt es, unheimlich viele Zeitungen zu lesen. - In Wahrheit, so vermute ich,  reicht ihm eine pro Woche.

Bezüglich der Rechteverletzung am Miteigentümer kann ich ihnen nur Recht geben. Aber, der ist auch fleißig ruf-und geschäftsschädigend tätig.

Wie sie dann selbst ausführen (letzter Absatz), es fehlt dem Herrn Barlach, er ist eher eine neokonservative Reinkarnation des blauen Bolls und möchte endlich gründlch tun, was dem urtümlich expressiven Menschen auf der Bühne in letzter Sekunde noch einen schreienden Schrecken versetzte, nämlich der Frau Grüntal zum vollendeten Gifttod verhelfen (FAZ-Interview).

NB: Erinnert sie diese Martensteingeschichte nicht verdammt an die Spielzeugeisenbahn-Reportage aus dem Spiegel? Die war auch wichtig und preiswürdig.

Weiter

Christoph Leusch

 

oi2503 14.12.2012 | 13:52

Wenn es stimmt, was auf der Internetseite des Verlags steht, dann scheint mir bei der Zustimmung des Gerichts zur Abberufung der Geschäftsführung die Verhältnismäßigkeit des Urteils zumindest fragwürdig zu sein. Ja, wahrscheinlich lag ein Verstoß vor. Ein Verstoß gegen die Satzung/die Verträge. Ja, es ist dem Verlag VIELLEICHT  ein Schaden entstanden, der jedoch niemals die volle Miethöhe ausmachen kann sondern maximal die Differenz zu einem vergleichbaren Objekt. VIELLEICHT deshalb weil Räume immer auch Identität für ein Unternehmen mit erschaffen. Und genau dafür können die angemieteten Räume ideal gewesen sein, ich vermag das nicht zu beurteilen.

Wenn die Kaltmiete sogar unter dem Schwellenwert gelegen hat: ist der Schaden wirklich so groß, dass er eine Abberufung der GF deswegen erlaubt? Ich bezweifle stark, dass dies im weiteren Fortgang des Prozesses so gesehen werden wird. Bis dahin jedoch hat der Minderheitsgesellschafter durch das Beharren auf den Buchstaben der Satzung oder der Verträge dem Verlag einen größeren Schaden zugefügt als Frau U-B. Und bei dieser Betrachtung ist es komplett unerheblich ob Frau U-B. einen guten Job gemacht hat, sie Witwe ist, Geliebte war, ob sie attraktiv ist oder esoterisch, welche Verdienste U. hatte, welches Programm B. (nicht) hat.

anne mohnen 15.12.2012 | 13:07

Das Gericht hat sein Urteil - die zurückzahlbare Geldsumme in beträchtlicher Höhe und die Absetzung von Frau U.-B.-  ja nicht ungeprüft gefällt.

Nun geht der U.-B.-Anwalt Raue in Berufung. Dann wird sich zeigen, ob das Urteil Bestand hat. Es bleibt, egal wie es ausgeht, ein beträchtlicher Schaden, man bedenke, wie lange sich solche Prozesse hinziehen können. Und es bleibt der Eindruck vom  mangelnden Gespür der Frau U.-B. Fakt ist auch, dass der Suhrkamp-Verlag für Buchvorstellungen und Diskussionen durchaus andere Lokalitäten nutzt: ESMT

Am Ende geht das alles auf den alten Unseld zurück,  also auf das Problem: "Welchen Sinn möchte ich stiften"

 

Wolfram Heinrich 15.12.2012 | 13:46

@anne mohnen

Ja, der Text von Harald Martenstein ist zunächst nur „irre“, denn ich erfahre nichts über Ulla Unseld-Berkéwicz, allerdings eine Menge über den Zeit-Kolumnisten: sein Frauenbild und wie „gut“ er sich  versteckt hinter Kollegen, die über die Unseld-Witwe schreiben, was für Liz Mohn oder Friede Springer ebenso zutrifft

 

Für den Artikel " Siegfrieds Erbin" werde ich Harald Martenstein ewig  hassen. Dieser Artikel ist so was von saumäßig gut, daß ich mir vor Wut in den Arsch beißen könnte, ihn nicht selbst geschrieben zu haben. Und was das fehlende Information über dem Unseld seine Uschi betrifft - unter uns Pastorentöchtern: Wer will schon wirklich was über Ulla Unseld-Berkéwicz wissen?

 

"...drei  inzwischen mächtge Damen schafften  den Aufstieg von der Geliebten, „der viel jüngeren Geliebten“, zur Ehefrau. Ob da Liebe im Spiel war – und interessiert mich das wirklich?"

 

Pardon, der entscheidende Karrieresprung besagter Damen war der von der Ehefrau zur Witwe.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 15.12.2012 | 13:48

Zu lesen ist von einem der Anwälte auch, dass Barlach von einem „tief sitzenden Hass gegen die Suhrkamp-Kultur“ getrieben sei.

 

Einem 1fältigen Menschen wie mir stellt sich in diesem Zusammenhang eine Frage. Wir machen ein Gedankenexperiment:

Ich heiße Barlach und ich habe 1 Haufen Geld, der so groß ist, daß ich ihn weder versaufen noch verfressen kann. Wäre ich ein religiöser oder auch einfach nur irgendwie freundlicher Mensch, so würde ich diesen Haufen Geldes an die Armen verschenken, auf daß ich irgendwann in die Ewige Seligkeit einführe (religiöse Variante) oder mich am Glück der Armen erfreuen könnte (irgendwie freundliche Variante). Nun aber bin ich (also Barlach) weder religiös noch freundlich. Ich möchte vielmehr, daß sich mein Geld, mit dem ich nichts rechtes anzufangen weiß, mehr werde, auf daß ich noch weniger damit anzufangen weiß.

Was mache ich also? Richtig, ich investiere das Geld, auf daß meine Probleme mit dem Geld - Herrgottsnein, wo tu ich jetzt bloß das ganze Geld hin? - noch größer werden. Wo aber investiere ich all die Kohle? In Öl, in Gas in Trallala, wie's alle machen, die mehr Geld haben als sie versaufen können?

Keine schlechte Idee. Aber, ich (also Barlach) habe einen tiefsitzenden Haß gegen die Suhrkamp-Kultur. Diese kotzelendiglich verschissene Suhrkamp-Kultur geht mir so was von auf den Senkel, es ist nicht zu sagen. Was mache ich also? Ich investiere meine überflüssige Kohle in genau diese kotzelendiglich verschissene Kultur.

Nach meinem - absolut hypothetischen - Gedankenexperiment müßte dieser Barlach ein Volltrottel der Sonderklasse sein.

Das Grausame kommt zuletzt: Womöglich ist meine völlig schwachsinnige Überlegung richtig. Einem Menschen, der überflüssiges Geld, statt es zu verschenken investiert, auf daß es mehr und also noch überflüssiger werde, ist alles zuzutrauen.

Ich habe nachgeschlagen: Der Begriff "Investition" taucht als Geisteskrankheit nicht in der psychiatrischen Fachliteratur auf.

 

Historisch gesehen wurde weibliches Charisma sehr oft als Hexentum beschrieben.

 

Dieses Weibstum, nein aber auch. Man sollte als Mann dieses Weibstum ganz einfach ignorieren. Konsequent. Frauen zu Pflugscharen!

Wie? Was? Barbarisch? Es wäre vielmehr der Weg zum Himmlischen Frieden. Binnen weniger Jahrzehnte hätte sich das Menschtum auf dieser Erde ganz naturwüchsig, biologisch-dynamisch, von selbst erledigt. Gott bliebe also, in Ermangelung von Menschen auf seiner Erde, gar nichts anderes mehr übrig, als den Jüngsten Tag auszurufen (1). Dann wär eine Ruhe mit Eurokrise und Islamismus und wir alle könnten uns, Hosianna singend und Manna mümmelnd einen schönen Tag machen.

Wer sich vermehrt lebt verkehrt!

 

Ciao

Wolfram

(1) Aber vielleicht kommt der sowieso am 21. dieses Monats.

anne mohnen 15.12.2012 | 14:34

@ Wolfram

"Pardon, der entscheidende Karrieresprung besagter Damen war der von der Ehefrau zur Witwe."

Sorry, Wolfram, das finde ich geschmacklos.

Aber am Ende des Jahres sind wir alle ein wenig erschöpft. Wenn Du besagte Martenstein- Kolumne gut findest, ist das o.k.  Männer reden gerne am liebsten über sich selbst. Und so ein rechter Frauenversteher bist ja auch nicht.

Nee, ob U.-B. hübsch oder hässlich ist, interessiert mich persönlich  nicht. Die Frage ist: Macht sie oder "die Liz "oder "die Friede" einen guten Job? Doch darum ging‘s dem Harald  nicht!

Um mal in Deinen Worten zu reden: „Scheiß drauf!“ Die Kolumne vom Harry les' ich nie. Die Zeit ist so dick,  da  kleide ich gleich mit der einen oder anderen Seite den Mülleimer aus - wegen der Geruchsbildung und so. Und damit das keine Ablenkung vom Thema wird, lieber Wolfram: Was hast Du so abonniert. Und liest Du noch "Suhrkamp"?

Schönen dritten Advent am

 

Wolfram Heinrich 15.12.2012 | 14:55

@anne mohnen

"Pardon, der entscheidende Karrieresprung besagter Damen war der von der Ehefrau zur Witwe."

Sorry, Wolfram, das finde ich geschmacklos.

 

Die Frage ist doch, ob meine Darstellung an der Wirklichkeit vorbei geht.

 

Männer reden gerne am liebsten über sich selbst.

 

"Ich bin schön, ich bin stark, ich bin weise, ich bin gut. Und ich habe das alles selbst entdeckt!" (Stanislaw Jerzy Lec)

 

Und damit das keine Ablenkung vom Thema wird, lieber Wolfram: Was hast Du so abonniert. Und liest Du noch "Suhrkamp"?

 

Abonniert hab ich nichts, mir werfen sie die "Passauer Woche" in den Briefkasten, aber in den letzten Wochen hat der Einwerfer anscheinend drauf vergessen.

Und Suhrkamp habe ich noch nie gelesen. Ich habe dies und das gelesen, und wenn der Autor halt bei Suhrkamp erschienen ist, dann habe ich Suhrkamp gelesen, notgedrungenerweise.

 

Dir auch einen schönen dritten Advent.

 

Ciao

Wolfram

Columbus 15.12.2012 | 17:15

Sie dürfen sich die sehr speziellen Meinungssporen aus dem Aldersbacher Bovisten nicht so zu Herzen nehmen, Anne Mohnen.

Unser Volksdichter und Derbsprachliebhaber,  ein Human-Ornithologe (Ich las die ganze Woche immer Ornithologie wo doch Ontologie stand), eigentlich aber  privatontologischer Mensch auf der Suche nach einer unkopierbaren Rara avis-Haltung, kann alles umdichten, was gleichbedeutend mit umhauen ist.

 

Kurz, es gibt nichts was er nicht für sich klein gefaltet kriegt und nach Belieben biegt. So hat er auch nur ausnahmsweise einmal, bei diesem Frauenthema, dem Harald Martenstein aus Mainz den Vortritt gelassen. (;-))

Suhrkamp und die allgemeine Lesekultur, das ist nämlich ein echtes, fast schon einseitig besetztes, reines Frauenthema, weil die meisten Mannsbilder, auch wenn sie ein paar bunte Suhrkampheftchen aus Gründen des eingebildet-gelehrten Smalltalks zur Kenntnis genommen haben, bekennende Nichtleser schwergängiger und inhaltsbasierter Literatur mit lebenslanger Standzeit bis zu ihrem statistisch früheren Ableben bleiben. Ob ein Grund dafür ihr Hang zum faden Witz ist? - Wolfram Heinrich jedenfalls, kokettiert gerne  mit seiner Ignoranz (s.u.+ Blog). Was ihm nicht einfällt oder auffällt, ist eigentlich nichts und was ihm auffällt wird meist zu einem Nichts verdampft.

Über die subjektive Verbitterung einer solchen Seele und die möglichen historischen Folgen, sollte sich solcher Solipsismus und  Sophismus massenhaft unter der deutschen Webintelligenz ausbreiten, ließe sich privatissime vertieft nachdenken, aber eben nicht öffentlich und nicht in der Sprache der Psychopathologie. Das haben Psychiater, klinischen Psychologen und Psychotherapeuten, und vor allem Klienten und Patienten, einfach nicht verdient.

Ulla Berkéwicz schrieb dazu übrigens, nämlich was passiert wenn dieser Art Deformation im öffentlichen Auftreten allgemein und ideologisch Schule macht, ein paar eindringliche Sätze in ihrem prophetischen Buch, "Vielleicht werden wir ja verrückt", -Martenstein erwähnt es mit der unwichtigsten Nebensächlichkeit-, im Untertitel, "Eine Orientierung in vergleichendem Fanatismus".  - Ich kann es nur empfehlen!

Beste Grüße

Christoph Leusch

PS: Die Absichten Barlachs als Investor, sie zielten auf die Verlagsmarke. Mit der Marke wollte und will er Geschäfte machen. So einfach und platt ist das. Herr Angele hat es, vor uns, gut und zum Ende hin, klar erkannt.

Wir dürfen aber hoffen, dass der dF sich zukünftig um Aufklärung und Gespräche vor Ort, es sind doch nur ein paar Meter Stadtstraße oder U-Bahnschacht, einmal mehr und heftig bemühte. Eine strategische Kooperation mit Suhrkamp, mit der Spinnenfrau, wäre auch was für den dF!

 

anne mohnen 16.12.2012 | 19:11

Lieber Columbus,

lassen Sie mir bloß den „Aldersbacher Bovisten“ rumschrameln, den „Franze“ tanzen. Ich will das nicht missen:

 

Hier meine Antwort auf Ihre Replik:

Zeitung und insbesondere das Feuilleton steht seit den 1980ziger Jahren für einen Ort der Debattenbildung. Da wo die 68ziger in der bräsigen Kohl-Ära Fett ansetzten, hat es seine Chance ergriffen und Zeitung zum Ereignis gemacht durch Diskussionen und Streit, die Gesellschaft veränderten. Thomas Steinfeld, der von mir hochgeschätzte Feuilletonchef der SZ, nennt in diesem Zusammenhang immer als ein Beispiel den Historikerstreit.

Mein subjektiver Eindruck ist, dass das  Feuilleton nicht mehr der Ort sein will, wo die Gesellschaft über sich nachdenkt. So wie im Politikteil von vielen Zeitungen die intellektuell herausfordernde und damit angreifbare Analyse ersetzt wird durch den leichtfüßigen Kommentar, so gibt sich das Feuilleton auf als ein Ort, wo Themen gesetzt werden können mit der Folge, dass an  Stelle der Debatte eine penetrierende „Kolumnisierung“ als Ausdruck von kurzweiligem Boulevard tritt.

Und dies lieber Columbus hat nur vordergründig etwas mit der schönen, neuen Netzwelt zu tun. Das scheint mir ein eher Vorwand für Müdigkeit und Gleichgültigkeit zu sein: ein ausbaufähiges Thema!

 Natürlich hat ein Verlag wie Suhrkamp lange davon profitiert, dass das Feuilleton zu einer mächtigen Meinungsinstanz aufstieg. Habermas betont immer wieder, dass er ohne dieses öffentlichkeitswirksame, gesellschaftliche Diskurse gestaltende und befördernde (Print-)Feuilleton, nicht der Philosoph wäre, der er durch Zeitungsrezensionen und eigene Zeitungsartikel geworden ist.

Lieber Columbus, es kann keine Rede davon sein,  dass Suhrkamp zum Verlag „reiner Frauenthemen" abgestiegen ist. Checken Sie einmal das Sortiment, die Köpfe. Die großen Themen,  Autoren nicht nur der Literatur , vor allem der (Gegenwarts)Philosophie, Soziologie, der Politischen Theorie – Suhrkamp versammelt die meisten unter seinem Dach.

Ihre am

Columbus 16.12.2012 | 19:32

"Wer will schon wirklich was über Ulla Unseld-Berkéwicz wissen?"(W.H.) und Harald Martensteins Witwenbild, stammen aus dem gleichen Urgrund, nämlich eigentlich nur sagen zu wollen, ich interessiere mich nur für Sachen, die ich wichtig finde und was ich nicht wichtig finde, beschließe ich platt zu schreiben. Ahnung brauche ich keine, lesen muss ich auch nix, mein Halbwissen reicht mir. Suhrkamp geht mir am Arsch vorbei..

Schade eigentlich, dass sie nicht einmal verstanden haben, wie sehr ich hier für Frau Berkéwicz schrieb und für deren Buch, das im Text Martensteins eine Rolle spielte. Sie haben sich dazu entschieden, das "Frauenthema" als Antifeminismus zu deuten, dabei war diese Wendung genau umgekehrt gemeint. Irgendwie ist es doch besser für sie, bei den Kalauern unseres Mitkommunauten zu bleiben und sich mit dem zu balgen. Da passt die Faust aufs Auge.

Beste Grüße

Christoph Leusch

 

 

 

 

 

anne mohnen 16.12.2012 | 19:52

Lieber Columbus,

schade Sie haben  Sie den Ball verpasst, den ich Ihnen zuwarf.

Nein, das Buch von U.-B. habe ich nicht gelesen. Insofern habe ich Sie  missverstanden, obwohl ich Sie deswegen nicht zum "Antifeministen" erklärte.

Ich weiß nicht welche Auswirkungen der Rechtsstreit  auf  Frau U.-B. ' Psyche haben wird.  Aber ich  greife Ihren Tipp auf, und lese einmal das Buch.

Es sit schade, dass Sie immer so ausschließlich werden. Das macht es schwer : ein vermeindlicher falscher Schritt und schwupp.

Na, vielleicht ging es auch darum, mich einzusortieren.

Schönes Restwochenden am

 

Columbus 16.12.2012 | 20:32

Bin gar nicht ausschließlich, mag es aber nicht, wenn sich Leute über die Karrieren anderer, in diesem Falle einer Frau, so aussprechen und es wirklich auch genau so blöd meinen, wie sie es schreiben.

Wie will man sich mit einem Menschen über Suhrkamp Kultur und deren Bedeutung für die Kultur der Bundesrepublik unterhalten, der recht eigentlich nur geeignete Presseschnipsel aufsammelt, um daraus ein paar Kalauer zu basteln. Die Leserate der männlichen Kritiker dürfte im Schnitt deutlich niedriger liegen, als die ihres weiblichen Lustobjektes der Kritik. Darum ging es mir.

Flacher: So lautet immer noch ein männliches Muster, mach´ die Suhrkamp-Tante, Witwe, Spinne platt, die Schönheit kannste ihr lassen, dafür kann sie ja nüscht.

Gelesen hat nämlich der nette Marty im zitierten Buch auch nur fünf Minuten, zwischen Bahnhof Zoo und Hbf. Oder meinetwegen, zwischen Frankfurt Ost und Frankfurt Hbf. Dafür hat er die Zeitungskolportagen zu biografischrn Details reichlich strapaziert.

Und unser lieber W.H. hatte mal wieder Meinungsdiarrhoe. Da kennt er bekanntlich keine Grenzen und s....überall hin. 

Beste Grüße

Christoph Leusch

 

Wolfram Heinrich 17.12.2012 | 06:29

@Columbus

Unser Volksdichter und Derbsprachliebhaber,  ein Human-Ornithologe (Ich las die ganze Woche immer Ornithologie wo doch Ontologie stand), eigentlich aber  privatontologischer Mensch auf der Suche nach einer unkopierbaren Rara avis-Haltung, kann alles umdichten, was gleichbedeutend mit umhauen ist.

 

Manchmal ist es doch ganz gut, wenn jemand sich nicht klar auszudrücken versteht (oder sich schlicht weigert, es zu tun). Was nur würden die Leute von mir denken, hätten sie obigen Satz verstanden?

 

Kurz, es gibt nichts was er nicht für sich klein gefaltet kriegt und nach Belieben biegt. So hat er auch nur ausnahmsweise einmal, bei diesem Frauenthema, dem Harald Martenstein aus Mainz den Vortritt gelassen. (;-))

 

Das Vortritt-lassen ist mir leicht gefallen, hat doch Martenstein seinen Artikel schon vor 9 Jahren geschrieben.

 

Suhrkamp und die allgemeine Lesekultur, das ist nämlich ein echtes, fast schon einseitig besetztes, reines Frauenthema, weil die meisten Mannsbilder, auch wenn sie ein paar bunte Suhrkampheftchen aus Gründen des eingebildet-gelehrten Smalltalks zur Kenntnis genommen haben, bekennende Nichtleser schwergängiger und inhaltsbasierter Literatur mit lebenslanger Standzeit bis zu ihrem statistisch früheren Ableben bleiben.

 

Ach, hätten wir der Frauen nicht, es müßten sich immer noch die (meist männlichen) Philosophen mit Linsenschleifen durchbringen, weil kaum ein Mann ihre Bücher kauft.

Was den eingebildet-gelehrten Smalltalk betrifft, so findet der geschätzte Geist-Bluffer hier einige Anregungen.

 

Wolfram Heinrich jedenfalls, kokettiert gerne  mit seiner Ignoranz...

 

Dergleichen muß man sich leisten können.

 

Über die subjektive Verbitterung einer solchen Seele und die möglichen historischen Folgen, sollte sich solcher Solipsismus und  Sophismus massenhaft unter der deutschen Webintelligenz ausbreiten, ließe sich privatissime vertieft nachdenken, aber eben nicht öffentlich und nicht in der Sprache der Psychopathologie.

 

Massenhaft verbreiteter Solipsismus, der Gedanke hat was.

"Metaphysischer Solipsismus: Nur das eigene Ich existiert. Nichts außerhalb des eigenen Bewusstseins existiert, auch kein anderes Bewusstsein" (Wikipedia)

 

Ulla Berkéwicz schrieb dazu übrigens, nämlich was passiert wenn dieser Art Deformation im öffentlichen Auftreten allgemein und ideologisch Schule macht, ein paar eindringliche Sätze in ihrem prophetischen Buch, "Vielleicht werden wir ja verrückt"

 

Und Sie, grausamer Meister, enthalten uns diese eindringlichen Sätze vor.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 17.12.2012 | 06:30

@Columbus

"Wer will schon wirklich was über Ulla Unseld-Berkéwicz wissen?"(W.H.) und Harald Martensteins Witwenbild, stammen aus dem gleichen Urgrund, nämlich eigentlich nur sagen zu wollen, ich interessiere mich nur für Sachen, die ich wichtig finde und was ich nicht wichtig finde, beschließe ich platt zu schreiben.

 

"... ich interessiere mich nur für Sachen, die ich wichtig finde..."

Na ja, nun, für was denn sonst? "Ach, ist das belanglos, ja, da will ich mehr darüber wissen..." - ist das die Haltung, die uns eine neue, produktivere Sicht auf die Welt eröffnet?

 

Ahnung brauche ich keine, lesen muss ich auch nix, mein Halbwissen reicht mir.

 

Ich habe zu viele Menschen mit Vollwissen kennengelernt, um mich davon noch beeindrucken zu lassen. Es ist wie beim Essen: Wer frißt und frißt und frißt, wird dick und unbeweglich. Wer liest und liest und liest, hat kaum noch Zeit zum Denken, er wird zum bräsigen Lesefrüchtekotzer.

"Dosis sola venenum facit" - "Allein die Menge macht das Gift" (Theophrastus Bombastus von Hohenheim)

 

Schade eigentlich, dass sie nicht einmal verstanden haben, wie sehr ich hier für Frau Berkéwicz schrieb und für deren Buch, das im Text Martensteins eine Rolle spielte.

 

Ein schönes Beispiel. Sie werben vorgeblich für Frau Berkéwicz und ihr Buch, und was machen Sie? Sie lassen den Namen fallen und erwähnen den Buchtitel, fügen noch schnell hinzu, es handele sich um ein prophetisches Buch, das eindringliche Sätze enthalte.

Wenn ich einen Text anderen Leuten empfehle, dann skizziere ich zumindest den Inhalt des Textes, dann zitiere ich ein, zwei, drei (womöglich gar eindringliche) Sätze daraus, die neugierig machen und zum Lesen anregen.

 

Irgendwie ist es doch besser für sie, bei den Kalauern unseres Mitkommunauten zu bleiben und sich mit dem zu balgen.

 

Zu den "Kalauern unseres Mitkommunauten" führe ich - quasi als Mini-Expertise - einige eindringliche Sätze eines umfassend gebildeten Menschen über diesen "Volksdichter und Derbsprachliebhaber" an:

"So ein wunderbarer Artikel."

"Hach, der Artikel war so gut, da denkt Mann doch glatt mit und nach."

"Sie liefern Material und Argumente, auf die man reagieren kann, an denen sich auch ein Gegenargument gut entfalten lässt."

 

Ciao

Wolfram

Columbus 17.12.2012 | 23:43

Na, wenn sie das "Marty"- Stück gelesen haben, dann glauben sie doch, im erwähnten Buch habe sich die "Frau von Suhrkamp" über Belanglosigkeiten, wie das H.Schmidt-TV, u.ä. ausgelassen.

Das ist die gleiche Taktik die unser  W.H. auch gerne anwendet und hier nun wieder vorführt, um zu Autoren oder Künstlern eine kurzschlüssige, aber eindeutige  Meinung los werden zu können. Ob es stimmt oder nicht, kratzt unseren schreibenden Bruder Leichtfuß nicht. Allerdings gilt das in diesem Falle auch für H.M.!

Ich wundere mich über die Hartnäckigkeit, mit der Wolfram Heinrich vorgeht. Er hat da durchaus nicht die Lockerheit Martensteins. Vielleicht liegt es am fehlenden Rheinwasser. -  Es muss also nichts stimmen und eine Meinung muss nur stark sein.

In Wahrheit handelt nämlich das Buch der Berkéwicz, das ja weder M. noch W.H. gelesen haben, von eigenen Erlebnissen wie denn der Fanatismus in die Menschen gelangt und dazu, im Überblick (Gefolge 9-11), wie sich religiöser Fanatismus erzeugen lässt. Hinzu kommt zum Ende ein Blick auf den Fanatismus in der säkularen, westlichen Zivilisation und eine Einleitung, die sich mit dem IT-Wahn (Hans Moravec, Jaron Lanier)und dessen Fanatismus beschäftigt, aus allem eine Megamaschine zu machen.

Klasse und mit viel Witz geschrieben sind auch die Teile, in denen es um ihre und "Siegfrieds" Begegnungen mit Hans Jonas und Fania Scholem geht. Das sind die besten Stellen,  neben den wirklich außergewöhnlichen Passagen zum Privatfanatismus.

Geschickt hat Frau B. eigene Initiationserlebnisse in die gut geschriebenen, ganz sachlichen Passagen einfließen lassen.

Selbst für den lieben W.H. wäre zu seinen Lieblingsthemen dort Gehaltvolleres zu finden, als er sich je bisher hat abringen können, weil er so sehr von seiner derben "Witzischkeit" überzeugt ist. Gegen einen solchen Blogger mit Ignoranzgen ist allerdings wenig anzuschreiben, denn er macht 24 Stunden lang nichts anderes, als seine Deviation in diesem Zusammenhang weiter zu füttern.

Ich finde, das ist eine Verschendung von Zeit und Talent, aber schließlich steht mir dazu kein Urteil zu.

Hier im speziellen Fall, hat er sich einfach mit seiner Misanthropie und Misogynie auf die Vorlage Martensteins draufgesetzt (Sumo+ was wohl) und geschwallt, weil er weder viel vom Suhrkamp-Verlagsprogramm, noch von Frau Berkéwicz kennt. - Aber das ist ja schon notorisch und nicht ungewöhnlich, denn so wie bei diesem Fall, lässt es W.H. z.B. auch bei Fassbinder oder Beuys krachen, oder  er schreibt sich kurz, zur Erzielung einer Pointe ein bisschen Wikipedia und ein paar Zeitungsartikel um. - Seine Selbstbekenntnisse entlarven  zwar, aber ich glaube, die Grundanlage ist völlig beratungsresistent. Hinzu tritt, wenn man es ihm sagt, ist er eingeschnappt und wird autoritär.

So lange sich das in seinen eigenen Blogs austobt, ist es mir egal. Hier aber , muss schon zur Ehrenrettung des Suhrkamp-Verlags und seiner kugen, schönen und kenntnisreichen Chefin, dagegen gehalten werden.

Es werden nun wieder die Hundstrümmerl aus Aldersbach angeflogen kommen, -Einige kamen ja schon an und ähneln im Jargon doch der üblichen Flachlage- , aber ein bisschen Gerechtigkeit und Pflicht zur Wahrhaftigkeit muss schon sein, bevor hier jeder Wirrsinn sich dreist durchsetzt und ein völlig falsches Bild von Ulla Berkéwicz hängen bleibt.

Beste Grüße 

Christoph Leusch 

 

 

 

 

Wolfram Heinrich 19.12.2012 | 23:00

P@rdon Leute, ich zitiere jetzt mal etwas ausführlicher. Normalerweise sind die Zitate, die ich dann im Anschluß kommentiere, punktgenauer, weil sich dann gezielter argumentieren läßt. In diesem Fall allerdings ist es die Menge, die pure, inhaltlich dünne Menge, gegen die ich zu argumentieren gezwungen bin.

 

Na, wenn sie das "Marty"- Stück gelesen haben, dann glauben sie doch, im erwähnten Buch habe sich die "Frau von Suhrkamp" über Belanglosigkeiten, wie das H.Schmidt-TV, u.ä. ausgelassen.

Das ist die gleiche Taktik die unser  W.H. auch gerne anwendet und hier nun wieder vorführt, um zu Autoren oder Künstlern eine kurzschlüssige, aber eindeutige  Meinung los werden zu können. Ob es stimmt oder nicht, kratzt unseren schreibenden Bruder Leichtfuß nicht. (...)

Ich wundere mich über die Hartnäckigkeit, mit der Wolfram Heinrich vorgeht. Er hat da durchaus nicht die Lockerheit Martensteins. Vielleicht liegt es am fehlenden Rheinwasser. -  Es muss also nichts stimmen und eine Meinung muss nur stark sein.

(...)

Selbst für den lieben W.H. wäre zu seinen Lieblingsthemen dort Gehaltvolleres zu finden, als er sich je bisher hat abringen können, weil er so sehr von seiner derben "Witzischkeit" überzeugt ist. Gegen einen solchen Blogger mit Ignoranzgen ist allerdings wenig anzuschreiben, denn er macht 24 Stunden lang nichts anderes, als seine Deviation in diesem Zusammenhang weiter zu füttern.

Ich finde, das ist eine Verschendung von Zeit und Talent, aber schließlich steht mir dazu kein Urteil zu.

Hier im speziellen Fall, hat er sich einfach mit seiner Misanthropie und Misogynie auf die Vorlage Martensteins draufgesetzt (Sumo+ was wohl) und geschwallt, weil er weder viel vom Suhrkamp-Verlagsprogramm, noch von Frau Berkéwicz kennt. - Aber das ist ja schon notorisch und nicht ungewöhnlich, denn so wie bei diesem Fall, lässt es W.H. z.B. auch bei Fassbinder oder Beuys krachen, oder  er schreibt sich kurz, zur Erzielung einer Pointe ein bisschen Wikipedia und ein paar Zeitungsartikel um. - Seine Selbstbekenntnisse entlarven  zwar, aber ich glaube, die Grundanlage ist völlig beratungsresistent. Hinzu tritt, wenn man es ihm sagt, ist er eingeschnappt und wird autoritär.

So lange sich das in seinen eigenen Blogs austobt, ist es mir egal. Hier aber , muss schon zur Ehrenrettung des Suhrkamp-Verlags und seiner kugen, schönen und kenntnisreichen Chefin, dagegen gehalten werden.

Es werden nun wieder die Hundstrümmerl aus Aldersbach angeflogen kommen, -Einige kamen ja schon an und ähneln im Jargon doch der üblichen Flachlage- , aber ein bisschen Gerechtigkeit und Pflicht zur Wahrhaftigkeit muss schon sein, bevor hier jeder Wirrsinn sich dreist durchsetzt und ein völlig falsches Bild von Ulla Berkéwicz hängen bleibt.

 

Man erfährt aus diesem Text von Herrn Leusch eine ganze Menge über mich.

Ich bin ein schreibender Bruder Leichtfuß, der von Pointe zu Pointe hüpft und dem es dabei scheißegal ist, ob das, wovon er schreibt, nun stimmt oder nicht.Ich bin fixiert auf meine derbe "Witzischkeit" (in einem anderen Kommentar weiter oben nennt Herr Leusch mich einen "Derbsprachliebhaber").Ich trage, unheilvoll, ein Ignoranzgen in mir, tue 24 Stunden am Tag nichts anderes, als meine Deviation zu füttern.Eine meiner hervorstechenden Eigenschaften sind Misanthropie (Menschenfeindlichkeit) und Misogynie (Frauenfeindlichkeit).Ich kenne weder viel vom Suhrkamp-Verlagsprogramm, noch von Frau Berkéwicz, was vielleicht eine läßliche Sünde ist. Aber diese Ignoranz (genetisch verankert) ist  bei mir notorisch und nicht ungewöhnlich, denn so verführe ich auch in anderen Fällen, etwa bei Fassbinder oder Beuys. Nix wissen, aber dumm daher reden.Statt mir fundiertes Faktenwissen anzueignen schreibe ich mir zur Erzielung einer Pointe lieber ein bißchen Wikipedia und ein paar Zeitungsartikel um.Ich bin beratungsresistent, und dies völlig.Will jemand mich eines Besseren belehren, so bin ich eingeschnappt und werde autoritär.

Sakra!

Schaue ich mir diese Liste - sie ernst nehmend - an, dann wird mir speiübel von diesem Blick auf mich selbst. Das Beste wird wohl sein, ich verkrieche mich in ein Erdloch und hoffe, nicht entdeckt zu werden.

Aber halt! Wird etwas begründet in dieser Suada? Wird irgend etwas begründet? Ist dieser wütende Angriff auf meine Person mehr als eine "Erwin ist doof"-Argumentation aus dem Kindergarten? Es ist hastig hingehustetes Ressentiment, nichts weiter.

Wer eine Begründung in Herrn Leuschs Ausführungen zu meiner Person entdeckt, möge sich bei mir melden.

Columbus 20.12.2012 | 11:23

Kommen sie runter Wolfram Heinrich,

Es geht hier nur um ihre Meinung, die jeder Leser in diesem Thread gut nachvollziehen kann. Sie haben sich doch selbst als Nichtleser und Nichtkenner qualifiziert und über Frau Berkéwicz und Martensteins launigen Text, aufgrund ihres Nichtwissens folgendes geäußert:

>>Für den Artikel " Siegfrieds Erbin" werde ich Harald Martenstein ewig  hassen. Dieser Artikel ist so was von saumäßig gut, daß ich mir vor Wut in den Arsch beißen könnte, ihn nicht selbst geschrieben zu haben. Und was das fehlende Information über dem Unseld seine Uschi betrifft - unter uns Pastorentöchtern: Wer will schon wirklich was über Ulla Unseld-Berkéwicz wissen?

 "...drei  inzwischen mächtge Damen schafften  den Aufstieg von der Geliebten, „der viel jüngeren Geliebten“, zur Ehefrau. Ob da Liebe im Spiel war – und interessiert mich das wirklich?"

 Pardon, der entscheidende Karrieresprung besagter Damen war der von der Ehefrau zur Witwe.<<

Unter uns, lieber Herr Heinrich, ihre Ausführungen zu Ulla-Berkéwicz mussten die dFC Leser zur Kenntnis nehmen. Sie erzeugen den Zwang, weil sie eben einfach überall, auch da wo kein Argument mit  ihnen ist, sich dranhängen.

Ich gehe ja davon aus, dass alle Erwinas und Erwins auf dFC noch lesen können und daher so einem Schmonzes letztlich nicht folgen und verstehen, dass sich der Herr Barlach als Minderheitengesellschafter einkaufte, um nun dem Suhrkamp- Verlag, der sehr erfolgreiche Geschäfte tätigte und ein gutes neues Programm unter Berkéwicz aufbaute, zu einer ganz anderen Art von Verlag umbauen möchte, der nämlich aus seiner berühmten Backlist und ein paar Rosamunde Pilcher-Doubles maximalen Profit zieht. Das hat Barlach doch selbst erklärt.

Die meisten bekannten Autoren des Verlags begreifen das. Ebenso die Feuilletons des Landes. Nur sie lassen es sich angelegen sein, auch noch mit dem Hinweis auf eigene Unwissenheit, Frau B. als Autorin und als Mit-Geschäftsführerin abzumeiern.     

Mensch Jesus, sende unserem Universalschreiber aus Aldersbach ein wenig mehr Denk- und Überlegezeit, bevor der seine Blogs und Kommentare unter die unterhaltungssüchtige Meute wirft! - Man wünscht sich ja fast, sie beschäftigten sich nur wieder mit den Derbheiten und rotzten Kraftausdrücke, das ist nämlich harmlos.

Beste Grüße

Christoph Leusch

 

Vaustein 20.12.2012 | 12:58

Aus dem Kommentar von Columbus: "

und verstehen, dass sich der Herr Barlach als Minderheitengesellschafter einkaufte, um nun dem Suhrkamp- Verlag, der sehr erfolgreiche Geschäfte tätigte und ein gutes neues Programm unter Berkéwicz aufbaute, zu einer ganz anderen Art von Verlag umbauen möchte, der nämlich aus seiner berühmten Backlist und ein paar Rosamunde Pilcher-Doubles maximalen Profit zieht. Das hat Barlach doch selbst erklärt.

Die meisten bekannten Autoren des Verlags begreifen das. Ebenso die Feuilletons des Landes.

Ähnlich argumentiert Stephan Thomas in der Printausgabe des SPIEGEL dieser Woche: "Die jetzt aufkommenden Rufe nach Kompromiss und Einigung sind gut gemeint, und ginge es tatsächlich um Event-Räume und deren Warm- oder Kaltmiete, wären sie vernünftig. Angesichts der Ambitionen von Herrn Barlach übersehen sie aber, dass einander diametral entgegengesetzte Vorstellungen darüber, was ein Verlag sein soll, nicht unter dem Dach einer Geschäftsführung koexistieren können".

Das ist der Wesenskern der Auseinandersetzung. Barlach versteht sich als verlegender Geschäftsmann, der mit dem Verlag ordentlich Geld verdienen will.

Frau Berkéwicz sieht sich der Tradition des Verlegers Unseld. Und diese ist unvereinbar mit Barlachs Vorstellungen.

Wolfram Heinrich 20.12.2012 | 14:28

@Columbus

Es geht hier nur um ihre Meinung, die jeder Leser in diesem Thread gut nachvollziehen kann.

 

Sie haben die Pointe meiner obigen Ausführungen anscheinend nicht kapiert. Es ging nämlich hier gerade nicht um meine Meinung. Hätten Sie meine Meinung(en) kritisiert, meinetwegen hart und unnachsichtig kritisiert, dann hätte ich Ihnen antworten können und es hätte sich wahrscheinlich eine Diskussion entwickelt.

Sie aber haben sich mit meinen Meinungen nicht lange aufgehalten, Sie haben eine Generaldisqualifikation ausgesprochen und haben sich dann damit vergnügt, meine Person anzugreifen,

Nach Ihrer Einschätzung bin ich ein schreibender Bruder Leichtfuß, dem die Wahrheit seiner Äußerungen scheißegal ist, der derbe Witze und derbe Sprache liebt, der habituell ignorant ist (Ignoranzgen - was immer darunter zu verstehen ist). Ich bin ein Misanthrop und Misogyn, eine verbitterte Seele, leicht eingeschnappt und autoritär.

Ich habe mir meine Kommentare in diesem Thread noch einmal durchgelesen - ich habe in keinem einzigen Fall die Sachebene verlassen, ich habe niemals Ihre Person als solche angegriffen.

Ich habe Sie sogar einen "umfassend gebildeten Menschen" genannt, und das war gar nicht sarkastisch gemeint, habe ich Sie doch als Leumundszeugen für meine Person und meine Art zu argumentieren aufgerufen.

Allerdings muß ich gestehen, daß ich mich im Blog "What the fuck tell you me? zu einer Beschimpfung Ihrer Person habe hinreißen lassen. Allerdings war diese Beschimpfung so subtil, daß anscheinend weder Sie noch ein anderer sie bemerkt haben. (Zumindest hat keiner drauf reagiert.)

Ich meine meinen Abschiedsgruß Ars gratia artis. Die Beschimpfung erschließt sich allerdings erst dann, wenn man auf den Link klinkt. So zurückhaltend bin ich selbst dann noch, wenn ich stinkegrantig bin.

 

Ciao

Wolfram

Vaustein 20.12.2012 | 15:13

Es ist schon etliche Jahre her, da fühlte ich mich gezwungen, einem Kollegen sagen zu müssen: "Wenn es mir meine gute Erziehung nicht verbieten würde, würde ich jetzt gesagt haben, Herr H. Sie sind ein Arschloch, so aber sage ich es nicht".

Ergebnis, er rennt zum gemeinsamen Chef und beklagt sich, ich hätte ihn als Arschloch bezeichnet.

Chef liess sich den Satz erklären und entschied, ich habe ihn nicht so bezeichnet.

Freunde wurden wir nie. ,-))

Wolfram Heinrich 20.12.2012 | 15:24

@Vaustein

Es ist schon etliche Jahre her, da fühlte ich mich gezwungen, einem Kollegen sagen zu müssen: "Wenn es mir meine gute Erziehung nicht verbieten würde, würde ich jetzt gesagt haben, Herr H. Sie sind ein Arschloch, so aber sage ich es nicht".

 

Das sind so diese hinterfotzigen Beschimpfungen. - "Ich würde niemals behaupten, daß Sie ein Arschloch sind, eher würd ich lügen."

 

Ciao

Wolfram