MopperKopp
12.02.2013 | 11:56 67

Der 30-Stunden-Witz

Arbeit Wer keine Macht hat, kann wenigstens mal reden. Nach dieser Devise wird eine weitere Variante linker Politik auf den Markt geworfen und stößt auf Widerstand ...

Der 30-Stunden-Witz

Foto: 96dpi / Flickr (CC)

... im linken Lager, was zu erwarten war. Worum genau geht es? 100 Wissenschaftler, Politiker der Links- und Piratenpartei und Gewerkschafter schlagen in einem Offenen Brief eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden wöchentlich bei vollem Lohnausgleich vor. Das Ergebnis: Vollbeschäftigung. Für Aprilscherze ist es noch etwas früh, vielleicht sollte es eine Büttenrede werden. Jedenfalls kursiert nun ein Papier mehr auf dem Markt.

Natürlich bezeichnet das DIW diesen Vorschlag als "weltfremd" und "von marxistischen Vorstellungen geprägt". Aber auch Personen aus dem sozialdemokratischen Spektrum,  Flassbeck  und Bofinger positionieren sich gegen diese fixe Idee.

Genau das ist die Krux, auf der einen Seite werden neoliberale Vorstellungen rigoros durchgezogen, die SPD mit Kasperkandidat Steinbrück befindet sich hier an forderster Front, auf der anderen Seite werden Papiere produziert, die nicht einmal den Sprung aus den eigenen Reihen heil überstehen, eine auch nur teilweise Realisierung ist ausgeschlossen. Das wissen diejenigen, denen eine solche Regelung helfen würde, genau das macht sie wütend. Bei denen kommt solch ein Pamphlet als ohnmächtige Profilierungssucht an, die mit den Hoffnungen der Menschen spielt.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde, meiner Meinung nach ist eine 5-Stunden-Woche ausreichend. Mit ein paar Systemmodifikationen wird in dieser Zeit all das produziert, was jetzt auch produziert wird.

Nun kann man fragen: "Warum redest du diese Idee schlecht, es ist immerhin ein Ansatz." Das hat Gründe. Der Wunsch nach Vollbeschäftigung weist den Weg der Kritik. Wenn es im linken Spektrum, egal ob im westlichen, in der DDR oder im Kommunismus, generell eine heilige Kuh gab oder gibt, dann heißt die:

ARBEIT

Arbeiten sollen sie - alle, so definiert sich die linke Philosophie der Vollbeschäftigung. Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen, das bringt diese Denke auf den Punkt. Diese heilige Kuh, diese ersatzreligiöse Einstellung zum Arbeitszwang für alle, die erklärt, warum Linke sich in Diskussionen über religiöse Themen fast ein Bein ausreißen, man wittert Konkurrenz.

Wer im jetzigen (Wirtschafts) System mit Zwang zur Arbeit für alle einsteigt, der landet in Sonderwirtschaftszonen. China macht es vor. Das wissen die Menschen, dass wissen die Wirtschaftswissenschaftler, dass wissen die Arbeitgeber, das wissen alle. So kann man das System nicht ändern, so verfestigt man das System und optimiert es nur, so werden die Menschen an der Kandare der Arbeit gehalten. 

Das Alternativprojekt zum Zwang zur Arbeit für alle,  das bedingungslose Grundeinkommen, hat daher, wie nun einfach ersichtlich, besonders im linken Spektrum viele Feinde. Letztendlich stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch einen linken Ansatz gibt, der bedenkenswert ist und der den Realitätstest besteht. Oder ist es dringend Zeit für gänzlich neue Strategien? Kann Links die überhaupt denken, oder ist linke Ideologie das Brett vor dem Kopf, welches Weitblick gründlich verhindert?

 

Kommentare (67)

Oberham 12.02.2013 | 13:20

... und auch bei den Unterzeichnern herrscht eine große Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis - ......

Eines muss man jedoch konstatieren, sollten im Spekrum des Irrsinns keine beschwichtigenden Elememente mehr zur Wirkung kommen, dürften wir die totale Magdeburgisierung der Sozialsysteme noch erleben - schließlich schreien gerade in diesen Tagen die aufgescheuchten, etablierten "Wirtschaftswissenschaftler" lauter den je, das Credo der Wettbewerbsfähigktei auf globalen Märkten.

Da stellt sich mir die Frage - Exportchampion Deutschland? - wo soll das noch hinführen? - haben die gnadenlosen Leuchten in den Marketingzentralen, eigentlich begriffen, dass China den Übergang in spätestens fünf Jahren geschafft haben dürfte?

Dann hat sichs ausexportiert, und wo gibts die nächsten Märkte?

Südamerika? Afrika? Indonesien? Fernost? - die Marsbewohner?

Es ist alles nur noch lächerlich - wahrscheinlich erleben wir noch eine letzte Aktienhausse - eine ultimative Reichtumseuphorie, in der die Oligarchen ihre Hunde mit den Menschen von der Straße füttern - einige werden lustvoll und sabbernd daneben stehen und sich in ihrer Skybox .....

ich ende hier lieber.

.... und darum ´finde ich auch Sandel widerlich, da dieser Typ das alles erkennt, jedoch mit diesen widerlichen Menschen seinen Tisch teilt!

 

Lukasz Szopa 12.02.2013 | 15:31

Ich finde die Initiative richtig, auch wenn der Grund nicht die "Vollbeschäftigung" sein soll - sondern eine faire Verteilung der Produktivitätszuwächse auf die Angestellten. Denn da stimme ich Ihnen zu - "Vollbeschäftigung" oder "Arbeit" als dogmatische Ziele sind - ob "links" oder nicht - keine zukunftsweisenden (nicht einmal gegenwartsweisende) Punkte. Außerdem gibt es bereits in Deutschland ein BGE (Bedingtes Grund Einkommen) - das Hartz 4 (wer es bestreitet möge sich etwas in Europa und anderen Kontinenten umsehen und sagen, wo es ein derart großzügiges Sozialprogramm für Arbeitslose gibt).

Zurück zu dem 30-Std.-Projekt: Ich bezweifle, dass es zur Vollbeschäftigung führen kann, wenn es - wie im "Spiegel" zitiert - wie folgt aussehen soll: "Das Konzept der Unterzeichner sieht vor, die 30-Stunden-Woche schrittweise über mehrere Jahre einzuführen. Die Initiatoren versprechen sich deutliche Produktivitätssteigerungen. Diese sollen dann komplett den Beschäftigten zufließen - um den vollen Lohnausgleich zu sichern."

Es ist gut, dass es schrittweise erfolgt. Doch wie ich es verstehe, sollen künftig - pro Jahr - die Produktivitätszuwächse nicht als Unternehmensgewinne dazu genutzt werden, sondern als Ausgleich für weniger Arbeit durch konstanten Lohn. Da es sich aber um Produktivitätszuwächse handelt, bedeutet es an sich schon, dass weniger Arbeitsstunden den gleichen Ertrag erarbeiten. Somit würde die Gleichung "Genausoviel Geld für weniger Arbeitsstunden, bei konstanten Arbeitgeber-Ertrag" aufgehen - doch daraus würden keine NEUEN Arbeitsplätze entstehen! Diese entstünden nur, wenn es neue (Export-)Märkte geben würde, also mehr Produktion&Verkauf unabh. von Produktivität (denn deren Steigerung bedeutet ident. Geld für weniger Arbeitsstunden der BISHERIGEN Angestellten). Und neue Arbeitsplätze durch mehr Export-Märkte bedeutet meistens, dass man Arbeitslosigkeit (oder Schulden) lediglich auslagert...

Hans Springstein 12.02.2013 | 15:41

Ich finde die Initiative auch gut, schon allein, weil sie Leben in die (Debatten)Bude bringt und eine Möglichkeit aufzeigt, ausgehend von den realen Gegebenheiten. Erstaunlich, dass Flassbeck, Bofinger & Co. so erschrecken und diese Initiative ablehnen, weil alles, was sie vorrechnen, führt zu dem gleichen möglichen Ergebnis.

Und natürlich soll Arbeit nicht der einzige Maßstab für Leben sein. Aber dann bin ich mal gespannt, wie dafür gesorgt werden soll und kann, dass jede und jeder genug bekommen, um würdevoll und selbstbestimmt leben zu können, ohne sich an der Herstellung der verschiedenen zum Leben notwendigen Güter zu beteiligen und ohne, dass jene, die sich den (ob durch menschliche oder Maschinenkraft) produzierten Mehrwert aneignen, davon freiwillig oder gezwungenermaßen abgeben. Ich bin wirklich gespannt auf entsprechende Vorschläge, die realistischer sind als die kritisierte 30-Stunden-Initiative.

Es bleibt ein Dilemma menschlicher Gesellschaft, zum einen allen ein gutes Leben zu ermöglichen und zum anderen das ohne jeglichen Zwang und ohne Entfremdung zu ermöglichen. Da gibt es keine reinen guten Lösungen, nur sowas wie Kompromisse. Als solchen sehe ich die die Initiative. Das die Vertreter des Kapitals und ihre politischen und medialen Knechte dagegen zu Felde ziehen ist klar und nicht überraschend. Dass es auch jene tun, die sich eine andere Gesellschaft wünschen, überrascht mich schon etwas.

MopperKopp 12.02.2013 | 16:37

Was sich mir noch nicht erschließt: Wie soll erreicht werden, ganz konkret, dass Produktivitätszuwächse nicht als Unternehmergewinne genutzt werden sondern auf die Angestellten verteilt werden. Per Gesetz? Per Verhandlung? Wer mit wem? In welchem Umfeld, eingedenk einer Exportnation, deren Produktivitätszuwächse fast ausschließlich im Umfeld internationaler Konkurrenz erwachsen?

MopperKopp 12.02.2013 | 17:12

Wer will denn wie für dieses Ziel kämpfen, freiwillig? Oder treiben Politiker- und Funktionärsgeneräle die Betroffenen ins offene Messer oder Maschinengewehrfeuer? Sturmangriff für wahnwitzige Ideen? Ich denke mal, die Betroffenen werden den Kommandeuren was husten, da sie ihre Opferung auf dem Altar überholter Ideologien und die daraus resultierende Konsequenz, Arbeitslosigkeit, Hartz IV, Schulden, nicht einsehen. 

MopperKopp 12.02.2013 | 17:17

Das passt ja wie maßgeschneidert auf die bisherige Diskussion, ein Auszug:

"Wie hilflos die Linke immer wieder dastand, als sie die Macht, aber kein Konzept hatte, beschrieb unübertrefflich Robert Wilbrandt, parteiloser Sozialist und Professor der Nationalökonomie, Mitglied der ersten sozialdemokratischen Sozialisierungskommission, 1919 mit folgendem Bild, um die Konzeptionslosigkeit der Linken in dieser Situation zu charakterisieren: „Auf einer Studienreise trat ich an eine Fabrik heran. Ein Kettenhund bellte, er tobte, riß an der Kette, sprang hin und her und schien mich zerreißen zu wollen, wenn sie etwa risse. Da riß die Kette. Der Hund tat noch einen Sprung. Dann stand er erschreckt still. Er bellte nicht mehr. Er war, schien es, von der Stunde der Macht programmlos überrascht. Er traute sich nicht. Er hatte keine Idee, was er nun anfangen sollte. Damit der Linken nicht das Gleiche immer wieder passiert, bedarf es der Konkretisierung und öffentlichen Diskussion von Alternativkonzepten."

Hans Springstein 12.02.2013 | 17:19

Ach Mopperkopp,

es gibt viele Arten zu kämpfen. Vielleicht ist kämpfen das falsche Wort. Auf jeden Fall gibt es Alternativen zu dem, was Du zu Recht kritisierst (ich meine jetzt nicht die Initiative) gewissermaßen nicht umsonst, nicht geschenkt oder fallen irgendwie vom Himmel ... Und selbst sich einfach ausklinken aus dem mörderischen und menschenfeindlichen Verwertungssystem ist ja nicht so einfach, wie es mal schnell geschrieben ist. Denn da hat Marx schon recht: Erst das Fressen ... und das muss irgendwie irgendwoher kommen. Das ist ganz einfach: Ohne Fressen keine Freiheit. Das ist das Problem ... Aus meiner Sicht jedenfalls. Vielleicht irre ich mich ja.

Hans Springstein 12.02.2013 | 17:38

Das ist natürlich eine spannende Diskussion, was Arbeit ist, ob sie das nur als Ausbeutungsverhältnis sein kann ...

Ich komme da wieder auf die Frage, wie der Hund wie auch der Mensch ganz ohne Ketten dazu kommt, sein Sein zu sichern, seine Existenz. Ich bin auch dafür, dass das ohne Ketten möglich sein muss, dafür, dass für meine Existenz nicht andere ausgebuetet werden und ich selbst auch nicht ausgebeutet ..

Aber das geht weit weg von der konkreten Initiative, die einen konkreten Vorschlag macht. Die Initiatoren haben sicher nichts dagegen, ihren Vorschlag zu diskutieren und mit anderen Alternativkonzepten zu vergleich und zu diskutieren. Das ist aber etwas anderes als solche Vorschläge gleich vom Tisch zu wischen, weil sie vermeintlich nur die Ketten der Ausbeutung rosa streichen helfen sollen und den Stahl der Ketten und der Kugel durch das leichtere aber umso festere Kevlar austauschen ...

miauxx 12.02.2013 | 18:44

"Nun kann man fragen: "Warum redest du diese Idee schlecht, es ist immerhin ein Ansatz."

"Nicht, dass ich falsch verstanden werde, meiner Meinung nach ist eine 5-Stunden-Woche ausreichend. Mit ein paar Systemmodifikationen wird in dieser Zeit all das produziert, was jetzt auch produziert wird."

"Letztendlich stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch einen linken Ansatz gibt, der bedenkenswert ist und der den Realitätstest besteht."


Du wendest dich gegen "Vollbeschäftigung" und "Arbeitszwang", weshalb die 30h-Woche nicht besser sei, als die 40h-Woche. Du sprichst von einer "linken Philosophie", die einen Arbeits-Ethos als "Ersatzreligion" pflege. Selbst wärst du für eine 5h-Woche und wirfst dann "der Linken" (übrigens stehen auch Kirchenvertreter hinter der 30h-Forderung) fehlenden Realismus vor! Welcher Vorschlag könnte denn den "Realitätstest" bestehen, würde dabei aber wiederum keinen verkappten "Arbeitszwang" (oder -ethos) in sich tragen und wäre trotzdem links??


Wenn Du das mal ordnen könntest?! Ich steige da nicht durch ...

JR's China Blog 12.02.2013 | 20:42

Ich sach ma so: VW ist ein Unternehmen mit einer erheblichen niedersächsischen Landesbeteiligung. Die Vergangenheit dieser staatlichen Beteiligung ist ziemlich braun - das Automobilwerk wurde ja von der NSDAP errichtet -, aber der Konzern ist sowohl wettbewerbsfähig als auch sozial.

Ein Anfang wäre gemacht, wenn der Bund Betriebe, die von einem Großkonzern verkauft werden, die aber durchaus wettbewerbsfähig sind (manchmal ist einem Kapitalgeber eine Rendite von 10 Prozent ja zu mickrig), kaufen und vorübergehend verstaatlichen würde, um sie dann mit Maximalgrenzen für Beteiligungen wieder zu privatisieren.

So würde der eine oder andere "Hochtechnologiestandort" gehalten - das soll ja angeblich volkswirtschaftlich sehr sinnvoll sein.

Dagegen sprächen keine Marktgesetze. Der EU könnte man im Konfliktfall bekunden, dass eine deutsche EU-Mitgliedschaft zwar weiterhin gewünscht wird, dass man sich aber in Brüssel bitte an das Subsidiaritätsprinzip halten möge (was ein Mitgliedsstaat selber kann, macht er auch selber). Der Wettbewerbsfähigkeit wäre ebenfalls Rechnung getragen (woran ich bei Arbeitszeitverkürzungen mit vollem Lohnausgleich so meine Zweifel hätte).

Aber auch ds Machbare muss politisch überhaupt gewollt sein.

JR's China Blog 12.02.2013 | 20:55

Eine solche "Zähmung des Kapitalismus" durch Verteilung der ökonomischen Macht auf kleinere Kapitalgeber - in bestimmten Verkaufsfällen - hätte auch weitere Vorteile: Arbeitnehmer, die sich sicherer fühlen, lassen sich nicht so leicht gegen eine EU-Transferunion für den Wiederaufbau der südeuropäischen Staaten aufhetzen. Ich glaube, ein Großteil der öffentlichen "Empörung" über "faule" Griechen oder Italiener hat viel mit eigener Unsicherheit zu tun.

Und eine langfristige Transferunion braucht die EU. Auch Deutschland - sonst fallen die europäischen Handelspartner nämlich weg - für den Im- und den Export.

MopperKopp 12.02.2013 | 21:10

Die 5h-Woche zeigt, dass Zeiten, in denen möglicherweise ALLE, also Mann, Frau, Kind, Hund, Katze und Maus täglich 10h arbeiten mussten, damit niemand verhungert längst vorbei sind. Roboterisierung lässt die notwendige menschliche Arbeitsleistung weiter fallen, es gibt keinen sachlichen Grund für einen Arbeitszwang mehr, die Gründe sind ideologischer Art, die Kirche unterstützt einen Arbeitszwang aus disziplinarischer Sicht, die Schäflein, die Sünde und die Erlösung. Linke und Kirche konkurrieren hier um eine Herde.

Stell Dir einfach mal vor, es ist schon soweit, menschliche Arbeit kann komplett wegfallen, der Mensch bastelt, verfeinert und optimiert nur noch, das, was schon Kinder freiwillig gerne machen ...

chrislow 12.02.2013 | 21:16

"Links_Wer keine Macht hat, kann wenigstens mal reden."

-> Köstlich. Meinungsfreiheit zur Pöbellei degradiert. Nur so wird es landläufig aufgenommen.

Noch köstlicher ist aber das hier:

"Wenn es im linken Spektrum, egal ob im westlichen, in der DDR oder im Kommunismus, generell eine heilige Kuh gab oder gibt, dann heißt die:

ARBEIT

Arbeiten sollen sie - alle, so definiert sich die linke Philosophie der Vollbeschäftigung.§


ARBEIT macht nämlich frei ... bilden wir uns noch heute zuweilen völlig entfremdet ein - total traumatisiert. Und die Linken scheinen hier offenbar kräftig in der Tonne zu rühren. Wie schizophren ist das denn? Warum muß denn immer auch linke Politik die Arbeit für die Nutzniesser machen, aber selbst davon keinen Vorteil haben?

Egal, manches lässt sich einfach nicht verändern. Ist wie genetisch veranlagt...! Äh, posttraumatisch konditioniert im strukturell traumatisiertem Staatsbürger.

Und dann immer auch die These von der gesellschaftlichen Teilhabe. Auch nur ein Angebot zur "Arbeitisierung" - weil das mit der Teilhabe mit der Vollbeschägftigung doch so gut passt. Zwei Klappen mit einer Fliege besudelt; ist dann ideologisch doch alles in bester Ordnung (auch im Sinne jedes Kapital-Oligarchen). Um den Rest braucht man sichdann nicht mehr so intensiv zu kümmern - der Vollbeschäftigte (und Teilhabende) sitzt nach Feierabend eh erschöpft vor dem Fernseher und wird weiter hypnotisiert und traumatisiert.


---

Aber psychologisch ist Arbeit eben unterm Strich noch das Beste für jeden Menschen - weil sie ihn frei macht...nicht wahr?

MopperKopp 12.02.2013 | 21:21

Was durchschimmert ist die Problematik einer (vordergründigen) Verknüpfung von NATION und ARBEIT, die ebenso militante Züge annehmen kann, wie die Verknüpfung von NATION und GEWALT.

Es handelt sich um ordnende Herrschaftsräume, die jedem einen Platz zuweisen. Das Kapital ist das flüchtige Reh, so wird es dargestellt. Kann es sein, dass wir es mit grundlegend unterschiedlichen Räumen zu tun haben?

JR's China Blog 12.02.2013 | 22:08

Ja, aber die Unterschiede, die zwischen diesen Räumen bestehen, sind überwiegend mit unterschiedlichen wirtschaftspolitischen Ansätzen in Deutschland einerseits und in den südeuropäischen Staaten andererseits erklärbar. Deutschland setzte auf eine repressive Lohnpolitik (stagnierende oder sinkende Realeinkommen, hohe Abgaben, Subventionierung der Arbeit durch Infrastruktur); die südlichen Länder eher auf steigende Realeinkommen. Man kann wohl davon ausgehen, dass die Regierungen z. B. Griechenlands oder Italiens das auch durchaus so wollten, weil sie damit bei Wahlen punkteten - und das die Bundesregierungen (sowohl Schröder als auch Merkel) das auch so wollten, weil sie damit ein "Jobwunder" (Fußnoten lassen wir mal beiseite, ja? ;-)) schaffen konnten.

In Deutschland wurde somit mehr produziert als per Kaufkraft aufgenommen werden konnte - daher der Exportüberschuss mit anderen europäischen Ländern. In denen war es zwangsläufig umgekehrt.

Darum jetzt die betroffenen Gesichter: "Oh, wir haben ja im gemeinsamen Währungsraum die gemeinsame Wirtschaftsregierung "vergessen"!

Hamse natürlich nicht. Und wenn Griechenland und Italien wieder "fit-saniert" (und ziemlich arm)  sind, erzählt unsere politische Klasse uns wieder: "Hey, guckt mal wie wettbewerbsfähig die sind! Meint ihr nicht, wir Deutschen müssten auch mal wieder abspecken?"

Und wenn das dann durch ist, werden die Südstaaten-Regierungen ihren Leuten erzählen...

Naja, Sie wissen schon.

miauxx 12.02.2013 | 22:13

Es gibt doch auch keinen Arbeitszwang - man lässt dich durchaus verhungern. Und eine 5h-Woche wird es nie geben. Rationalisierung und Automatisierung hat bisher nur Beschäftigungsverhältnisse abgebaut. Denkst du, dir wird irgendwann ein ausreichendes Gehalt gezahlt für nur noch einen Bruchteil der Arbeit?! Warum sollte ein guter Kapitalist das tun?

Und es geht ja auch gar nicht um die "Arbeit" als solche, sondern - leider - ums Geldverdienen.

Ansonsten: Entschleunigung täte uns sicher sehr gut! Weniger Zeit in der Woche für Lohnarbeit aufbringen. Gerne bei weniger Produktvielfalt und mit Verzicht auf rasante Weiterentwicklungen.

Aber eigentlich geht es mir um was anderes: Nach wie vor ist mir nicht verständlich, wieso du mit deiner 5h-Woche um die Ecke kommst, "die Linke" aber des Realismus-Verlustes zeihst? Es passt einfach nicht zusammen, was du in deinem Artikel schreibst; es ist in sich widersprüchlich! Oder sagen wir so: Was wäre dein realistischer Vorschlag? (Sag jetzt nicht die 5h-Woche ... !)

janto ban 13.02.2013 | 00:02

8 - 8 -8

8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Freizeit, 8 Stunden Schlaf

Ist das nicht toll? Man ist den ganzen Tag lang mit irgendwas beschäftigt und bekommt sogar noch Geld dafür.

Aber hier geht's um Erwerbsarbeit als Zwangsarbeit, nicht als Beruf. Dass ich da nicht schreiben darf, dass mir meine dämliche Arbeit zeitweilig (bei schönem Wetter zum Beispiel) sogar Spaß macht, weiß ich natürlich. Und mein Wecker ist ein Arschloch, das halten wir mal fest. Liegenbleiben ist schöner.

Du kannst mir aber mal schreiben, welche "paar Systemmodifikationen" notwendig sind, damit ein Paketzusteller den ganzen Plunder, den die Unterbeschäftigten tagsüber bei ebay ersteigern, in einer Stunde/Tag an Mann und Frau bringen soll. Das hätte ich mal gerne gewusst.

Tatsächlich Käse, was du hier schreibst. Aber es offenbart, was du dir vom Grundeinkommen zu versprechen scheinst. In dieser Deutlichkeit habe ich das noch nicht gelesen. Der Redaktion scheint's zu gefallen. Nundenn.

janto ban 13.02.2013 | 00:10

Ich glaube übrigens, dass die Einführung einer 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich die lohnabhängig beschäftigte Bevölkerung in den kollektiven Burnout treiben würde. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ich in 2 Stunden weniger Arbeitszeit/Tag auch nur einen einzigen Handschlag weniger vollführen dürfte für mein Geld. Eher fiele meine Vollzeitstelle weg und ich dürfte auf 400-Euro-Basis antanzen. Parallel zu einem neuen 400-Euro-Kollegen. Das wäre das Ende vom Lied. Da müssten die Strukturen des gesamten Arbeitsmarktes erstmal neu geregelt werden, bevor sowas denkbar wäre.

miauxx 13.02.2013 | 00:25

Ja, eben. Isoliert von grundsätzlichen Strukturänderungen kann man eine 30h-Woche nicht einführen - es würde sich systemisch nichts ändern und damit alles noch schlimmer werden. Welcher Kapitalist würde denn noch eine weitere Person für eine Stelle einstellen, weil der bisherige Mitarbeiter nur noch 30h arbeiten darf? Dann heißt es höchstens wieder: "Der Chinese schläft nicht!" Es beißt sich die Katze in den Schwanz. Leider ...

chrislow 13.02.2013 | 10:58

Zitat:

"Da müssten die Strukturen des gesamten Arbeitsmarktes erstmal neu geregelt werden, bevor sowas denkbar wäre."

 

-> Aha, da steckt also doch noch eine Idee/Vision eines Szenarios im Hinterkopf?

formulier es doch mal kurz, was dich zu dieser Aussage genötigt hat.

Ich hätte jedenfalls nichts gegen eine 30 Stunden Woche.

Aber es gibt ein Problem. Wenn das Arbeit(splätze) für alle bringen soll, muß man bedenken, dass man die Qualifikationsbemühungen umfänglicher und effektiver gestalten muß -  damit auch noch der unqualifizierteste Pöbel zu gebrauchen sein wird.  In der heute zumeist "hochspezialisierten"  Fachdisziplin kann man nicht so universel jeden einsetzen.

Und zum Thema "Nachschub" für den (Arbeits)Markt: Deutschland (und seine Bürger) ist nicht alleine auf der Welt.  Und es wird immer wieder Ausrufe geben, dass man "Zuwanderung" benötigt.  Zuwanderung in Form von dankbaren und fleissigen und konditionierbaren "Arbeitskräften" aus aller Welt.  Es gibt in jedem Land / in jeder Gesellschaft einen Anteil "unbrauchbare" Mitglieder - die, wo alle Bemühungen umsonst sind. Da geht es nur zweitrangig um "hochqualifizierte" - auch, wenn uns dass immer wieder eingeredet werden wollte. So hoch können die nur in den seltensten Fällen sein, um mitteleuropäische Ansprüche  befriedigen zu können - wenn sie etwa aus Drittweltländern kommen würden.

MopperKopp 13.02.2013 | 11:52

Geht es um Arbeit als solche, ums Geldverdienen oder um das "gute" Leben? Was ist Mittel, was ist Zweck?

Sind Produktvielfalt und Weiterentwicklung wirklich zwangsläufig an eine Zeit in der Woche für Lohnarbeit gekoppelt?

Die 5h-Woche (nur als Beispiel) und die 30h-Woche bei vollem Lohnausgleich repräsentieren gänzlich unterschiedliche Ansätze. Der 5h-"Arbeiter" verschläft nicht den Rest seiner Zeit. Vielleicht kümmert er sich vermehrt um Weiterentwicklung und Alternativen? Solche Ansätze führen nicht in einen immer größere Überproduktion und landen nicht gleichzeitig in einer ärmlichen Mangelwirtschaft.

Auf welchen Annahmen basiert der 30-h-Witz denn? Berücksichtigt er die sich momentan abkühlende Weltwirtschaft, die weltweiten Verfelchtungen usw.

Mit würde es schon reichen, wenn die Linke in der Gegenwart ankommt und nicht Arbeitsmodelle von Vorgestern neu lackiert, da fühlen sich die Leute veräppelt, zu genau kennen sie die realen Gegebenheiten, das wird nicht als Alternative oder Neuerung aufgefasst, finde doch mal jemanden, der diesen Gedanken ernst nimmt.

Johannes Renault 14.02.2013 | 05:05

Der Hund, der Arbeitgeberpräsident empfiehlt:

50h pro Woche bei 0€ Stundenlohn = Vollbeschäftigung, da sonst Sanktionen greifen. Arbeit macht dann freier. Freie Lohnarbeit mit so wenig Lohn wie möglich, plus Aufstocken.

"Bei 0€ Mindestlohn kann ein kleiner Bäcker 50 Gesellen einstellen. Bei VW stehen die dann überall rum, wenn dann mal einer ausfällt kann gleich einer in der Nähe einspringen."

 

philmus 14.02.2013 | 06:37

Was die heilige Kuh "Arbeit" angeht, haben Sie völlig Recht. Nur vergessen, daß es schon die der bürgerlichen Revolution war, gegen die feudalen "Müßiggänger". Und auch bei den Rechten: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!"

Also keine speziell linke Krankheit.

Wieso es jetzt verkehrt sein soll, den Weg über kürzere Arbeit zu nehmen, erschließt sich mir allerdings nicht.

Was dann  "vollbeschäftigt" heißt, wäre vor 50 Jahren eine Halbtagsstelle gewesen. Und, ja, 20 Stunden weniger "gefressen" werden finde ich schon einen Unterschied in der Lebensqualität, der sich lohnt.

sven kyek 15.02.2013 | 17:02

Ohne revolutionäre Ideen kann es auch keine revolutionäre Bewegung geben. Hatte Lenin mal gesagt. Veolia und Suez hatten die revolutionäre Idee weltweit von Städten u.A. die Wasser Ver und Entsorgung zu privatisieren. Das hat  den Städten  große Ablöseprämien beschert. Die Wasserpreise wurden drastisch erhöht. Die Instandsetzung und Mitarbeiterzahlen minimiert. Dann hat in (typisch?) Frankreich eine ,revolutionäre Idee´zur erfolgreichen  ,revolutionären Bewegung` der Re-Privatisierung geführt. Damit war und ist der Ideen-Geber nicht aus dem Lager das Lenin meinte, aber zeigt das auch Ideen ,,der Anderen" eine Bewegung auslösen können solange man keine Eigene auf die Reihe bekommt. Aber da waren wir schon mal. Echte Mehrheiten für eine Bewegung mit Durchschlagskraft kriegt man Heute nur noch mit Mangel an Essen,Trinken und Wärme. Die Ideologie die das gewährleistet wird weder angegriffen, noch verändert. 

sven kyek 15.02.2013 | 17:36

Eine Wurzel versorgt Stamm, Zweige und Blätter mit Wasser und Nährstoffen. Gleichmäßig und nach Bedarf. Wenn etwas am Baum nicht stimmt, kann das Jeder sehen. Das ist wie mit der Gesellschaft. Das Äußere sieht man immer zuerst. Woran es liegt das etwas nicht stimmt , kann sich ja gestritten werden. Vielleicht wäre ja mal ein Anfang der Analyse , Deutschland mal isoliert zu betrachten.Und das so simpel wie möglich und nur den Geldkreislauf betreffend. 3 Eimer voll mit Wasser hängen an der Wand.  Eimer 1= Kapital( Industrie,Banken und Gewerbe)   Eimer 2= Der Staat    Eimer 3 = Alle Lohn, Gehalts und Sozialempfänger. Aus jedem Eimer läuft über einen Schlauch die gleiche Menge Wasser in ein Sammelbecken. Aus dem Becken führt in jeden Eimer ein Schlauch zurück und die Menge des zurückgepumpten Wassers wird über Ventile eingestellt. Na mal sehen , wer die Ventile bedient, bei wem Land Unter ist, wer durstet, wer darbt ?  Später noch ein Eimer = China u.s.w.   Haben Sie das schon mal gemacht? Ganz Einfach. Nehmen Sie Ihr Geld Selber in die Hand. (TV bankenreklame)

MopperKopp 15.02.2013 | 17:48

Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto
Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto - Ein Loch!

Verstopf' es, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Verstopf' es, oh Henry, oh Henry - mach's dicht!

Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?

Mit Stroh, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Mit Stroh, oh Henry, oh Henry - mit Stroh

Das Stroh ist zu lang, Karl-Otto, Karl-Otto
Das Stroh ist zu lang, Karl-Otto, zu lang

Dann kürz' es, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Dann kürz' es, oh Henry - Mensch, hack's ab!

Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?

Mit 'ner Axt, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Mit 'ner Axt, oh Henry, oh Henry, mit 'ner Axt

Die Axt ist zu stumpf, Karl-Otto, Karl-Otto
Die Axt ist zu stumpf, Karl-Otto - zu stumpf

Dann schärf' sie, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Dann schärf' sie, oh Henry - mach sie scharf!

Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?


Mit 'nem Stein, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Mit 'nem Stein, oh Henry, oh Henry - mit'm Stein
Der Stein ist zu trocken, Karl-Otto, Karl-Otto
Der Stein ist zu trocken, Karl-Otto - zu trocken

Hol' Wasser, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Hol' Wasser, oh Henry, oh Henry - hol' Wasser!

Worin denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Worin denn, Karl-Otto, Karl-Otto, worin?

Im Eimer, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Im Eimer, oh Henry, oh Henry - im Eimer!

Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto
Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto - ein Loch

asansörpress35 15.02.2013 | 18:11

Gewiss ist der 30-Stunden-Vorschlag zunächst einmal interessant zu nennen. Aber ihm wohnen naturgemäß auch bestimmte Tücken inne. Zum Beispiel derart, dass ihm Arbeinehmer argwöhnisch bis ablehnend begegnen. Nichtsdestrotz sollte eine Diskussion hinsichtlich von Arbeitszeitverkürzung stattfinden.

Hier noch einmal mein Hinweis auf  der im pad-Verlag Bergkamen im Rahmen des "Ökonomischen Alphabetisierungsprogramms" erschienene Text "Arbeitszeitverkürzung jetzt! 30-Stundenwoche fordern!" von Heinz-J. Bontrup/Mohssen Massarrat via freitag-community:

http://www.freitag.de/autoren/asansoerpress35/arbeitszeitverkuerzung-jetzt

sven kyek 15.02.2013 | 18:34

Flag commentMopperKoppMOPPERKOPP 15.02.2013 | 17:48@SVEN KYEK

Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto 
Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto -

 

Genau..Es soll keiner Hungern ohne zu Frieren.  Und bei den Temp. ist der Eimer eh eingefroren. Brauchste Wärme ,brauchste Putin. Vor einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit haben die Menschen vermutlich nur Argwohn ,weil es die fleischgewordene Vorstufe zum Aus und Abstieg (bislang) ist.

sven kyek 17.02.2013 | 21:34

Nun, geworfen wird ja. Die Stohköpfe werfen mit Edelsteinen in Form von Arbeitskraft . Die Holzköpfe werfen mit Sand der in den Augen der Strohköpfe landet . Und die Schlauköpfe die sich darüber Gedanken machen werfen auch . Perlen vor die Säue . Scheint wie ein Perpetuum Mobile , das nur anhält , wenn einer der Werfer einen Feldstein schmeißt .

kds 18.02.2013 | 12:44

Eigenartig wie hier die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens gegen eine Arbeitszeitverkürzung ausgespielt wird. Das hat für mich sehr viel damit hzu tun, dass das bedingungslose Grundeinkommen derzeit als Religionsersatz für orientierungslose Linke dient.

In den letzten 90 Jahren hat es eine technische Entwicklung gegeben, die Arbeit um ein vielfaches effektiver gemacht hat. Es gab eine Produktivitätsentwicklung der menschliche Arbeitskraft, die historisch ohne Gleichen ist. Doch die Arbeitszeit ist nahezu unverändert geblieben.  (sieht man mal von der in den 80er Jahren erkämpften 35h Woche ab und das ist auch schon über 25 Jahre her) 

Warum nur????? 

kds 18.02.2013 | 21:44

Ich glaube einfach, dass die meisten keine Vorstellung entwickeln, welche Rolle die verrichtete Arbeit, also die aufgewendete Arbeitszeit, für das Funktionieren der kapitalistischen Wirtschaft spielt. Es wird viel lieber abstrakt über Finanzmärkte geredet oder die in Arbeit als erzwungene Lohnarbeit im Namen eines bedingungslosen Grundeinkommens verteufelt, ohne zu reflektieren, dass das Bedingungslose Grundeinkommen der Arbeit bedarf, denn nur die durch Arbeit hergestelltem Produkte kann ich auch mittes des BGE konsumieren . Seltsamerweise wird auch kaum noch über die Aneignung von geleisterter Arbeit in Form des Eigentums geredet, sprich über mittels Besitz realisierten Profite (die ja auch nur abstrakter ausdruck von Arbeit sind)

kds 18.02.2013 | 21:44

Ich glaube einfach, dass die meisten keine Vorstellung entwickeln, welche Rolle die verrichtete Arbeit, also die aufgewendete Arbeitszeit, für das Funktionieren der kapitalistischen Wirtschaft spielt. Es wird viel lieber abstrakt über Finanzmärkte geredet oder die in Arbeit als erzwungene Lohnarbeit im Namen eines bedingungslosen Grundeinkommens verteufelt, ohne zu reflektieren, dass das Bedingungslose Grundeinkommen der Arbeit bedarf, denn nur die durch Arbeit hergestelltem Produkte kann ich auch mittes des BGE konsumieren . Seltsamerweise wird auch kaum noch über die Aneignung von geleisterter Arbeit in Form des Eigentums geredet, sprich über mittels Besitz realisierten Profite (die ja auch nur abstrakter ausdruck von Arbeit sind)