MopperKopp
07.01.2013 | 17:07 112

Meistkommentiert

Idee Wie es die Motten zum Licht zieht, so sammeln sich Extremisten bevorzugt im Brennpunkt der Öffentlichkeit, der in dieser Community "Meistkommentiert" heißt

Die Beiträge der letzten Zeit belegen meine Vermutung: Hitlisten der meistkommentierten Beiträge sind immer auch ein Anziehungspunkt für Extremisten, für schräge Vögel, Ausgeflippte und all die Personen, die ihre merkwürdigen Ergüsse in Form von Kommentaren wenigstens einmal an exponierter Position ausbreiten wollen.

Eine Meistkommentiert-Rubrik, welche auf allen Seiten an bevorzugter Stelle platziert ist, übt einen zerstörerischen Einfluss auf eine ausgewogene Diskussionskultur aus, die lautesten Schreihälse mit ihren kruden Themen verdrängen nachhaltig leisere und nachdenkliche Beiträge. (Möglicherweise ist es so gewollt und nennt sich Boulevard.)

Es ist lobenswert und liberal, wenn jeder alles schreiben kann, gleichzeitig sollte aber meiner Meinung nach die Rubrik Meistkommentiert gestrichen werden. 

Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.

Da es sich um einen freien Meinungs-Markt handelt, kann ein Blick in die geschichtliche Entwicklung nicht schaden. Der Markt war und ist ein Treffpunkt zum Waren- und Meinungsaustausch, es gelten einfache und klare Regeln, Monopolisierung, Zusammenrottung und Seilschaften werden zum Wohle aller Teilnehmer nicht geduldet. 

Dann klappt es auch mit der Zirkulation und dem Ruf und der öffentliche Treffpunkt verkommt nicht zu einer Brutstätte von (verbaler) Gewalt, Extremismus und Antisemitismus.

 

Der Vorschlag-Hammer:

Die Meistkommentiert-Rubrik probeweise einen Monat abschalten und erleben, wie die Zivilität wächst.

 

summa summarum:

Nach dem bisherigen Stand der Diskussion sieht es so aus, dass die Abschaffung der Meistkommentiert-Rubrik viele Vorteile mit sich bringt.  Sie bedeutet keine Einschränkung, im Gegenteil, es wird mehr und freier kommentiert, da keiner Angst haben muss, Angst davor, angeraunzt zu werden, weil er gerne "chattet" oder Angst vor der Qualitäts- Kavallerie, weil es sich um einen Nonsense-Beitrag handelt, immer mit der Begründung, so würden wertvolle Ranking-Plätze belegt.

Eine weiterere und nicht zu unterschätzende Auswirkung ist der reduzierte Moderationsbedarf, in Zeiten einer abgeschmolzenen Personaldecke kein unerheblicher Punkt. Wer will und kann jeweils sehr zeitnah entscheiden, ob in einem Blog gezielt fragwürdige Inhalte gepusht werden, oder ob dort einfach nur locker geplauscht wird. Da die betroffenen Blogs nicht an exponierter Stelle auftauchen, fallen bestimmte Motivationenen weg.

Auch für den Fall, den Herr Augstein schon angedroht hat, dass er sich verstärkt in das redaktionelle Geschehen einschalten wird und mehrere Beiträge verfasst, die fast zwangsläufig häufig kommentiert werden, artet das Ganze nicht in eine One-Man-Show aus, bei der die ersten sieben Plätze vom Verleger höchstpersönlich belegt sind. Ohne die Ranking-Falle kann auch hier nach Herzenslust kommentiert werden.

Zusätzlich geht es darum, dass die Vielfalt der verfassten Beiträge nicht unter den wenigen "Spitzenreitern" erdrückt wird und dass nicht der falsche Eindruck entsteht, im Freitag ginge es letztendlich immer nur um die gleichen abgegriffenen Themen.

Auffindbarkeit ist eine ungelöste Problematik. Vielleicht kann man Hinweise bekommen, wenn in gemerkten Blogs kommentiert wird? Ansonsten verschafft einem das Logbuch einen schnellen Überblick darüber, was momentan so läuft.

Kommentare (112)

Achtermann 07.01.2013 | 17:29

"Idee"

Es ist immer gut, eine Idee zu haben. Schön öfter wurde Meistkommentiert diskutiert. Ich vermute, du wirst mit dieser Idee so viel Erfolg haben wie einem Ochsen ins Horn pfetzen, damit er mehr Milch gebe. Meine Idee, die allerdings auch nur in den Wind geblasen ist, ist die, der zuletzt kommentierten Beitrag wandert an die Spitze.

Mich würde jedoch eine Begründung interessieren, weshalb die Redaktion meint, Meistkommentiert sei eine sinnvolle Einrichtung. Weshalb werden nur 5 und nicht etwa 20 Beiträge in dieser Rubrik angezeigt?

Was definitiv fehlt: Die eigenen Diskussionsbeiträge müssten im eingeloggten Zustand unter Meine Kommentare gesammelt zu finden sein.

Oberham 07.01.2013 | 18:17

ist doch müsig, mein Motto ist doch ähnlich deinem Motto, ob nun Fäkalien oder Edelstoff assoziiert werden, es zählt letztlich einzig der Augenblick des Therapietippens - oder bei wenigen - Lohntippens - ich denke Ersteres passiert nur nach Lust und Laune, Letzteres ist manchmal eine lästige Pflicht.

Die einen warten im Dunklen auf Godot, die anderen unter der Laterne - geht der Strom aus, oder das Gas - was auch immer die Laterne zum brennen, leuchten bringt - stehen alle in der Finsterniss -  unsichtbar pulsieren die Herzen, ungelesen rutschen die Beiträge über die Zeitleiste.

Wir sind hier ein gar braves Grüppchen, man könnte auch von den annonymen Tippern sprechen....

GEBE 07.01.2013 | 18:20

Meistkommentiert zeigt nichts anderes auf als die soziale Realität.

Sollte diese Realität etwa besser geschönt werden?

Welche andere als die gegebene Realität wird denn stattdessen gewünscht?

Seit wann ist jemals aus Vermeiden jemals eine andere Tatsachenlage entstanden?

Es gibt andere Foren, in denen die Selektierung von Meinungsäußerungen schon (ideologisch) regide gesteuert wird. Oftmals genug kommt dadurch ein trügerisches Bild als Fassade zutage, welches mit den sozialen Realitäten und der tatsächlichen Beschaffenheit der Gesellschaft sehr, sehr wenig zu tun hat.

Gewiß kann man (vermeintliche) Probleme und (unbequeme) Tatsachen umschiffen, wirkliche Veränderung tritt dadurch nicht ein.

 

janto ban 07.01.2013 | 20:13

Dass du

| einen zerstörerischen Einfluss auf eine ausgewogene Diskussionskultur |

ausmachtest, weil du seit einiger Zeit nicht mehr mit zwei bis drei Beiträgen in diesem Teufelshaufen vertreten bist, wäre womöglich menschlich. Ich finde die Kategorie eigentlich ganz gut. ("Eigentlich ganz gut" ist übrigens die noch kleinere Schwester von Sch**ße.) Würde sie aber massiv ausweiten. 5 Positionen sind zu wenig. Von mir aus könnten es 20 (oder mehr) sein. Dann flutschte vielleicht mal ein 10er mit rein. Ist ja nicht wenig, zehn. Aus meiner Sicht :o)

janto ban 07.01.2013 | 21:06

Das kann man ja ändern.

Aber es stimmt schon. Du bleibst - trotz aller berechtigten Kritik - immer ziemlich ruhig. Das imponiert mir. Aber es regt mich auch tierisch auf. So. Soll ich jetzt losbrüllen? :o)

Die Meistkommentiertenliste ist - neutral gesprochen - schon ein mächtiges Instrument. Kann man gar nicht anders sagen. Zur richtigen Tageszeit für eine halbe Stunde drin - und es ist ziemlich gewiss, dass der Eintrag die nächsten 7 Tage lang drin bleibt. Die rotiert kaum. Das ist doof.

Hier und hier hatte Augstein mal was ausprobiert gehabt. Gesetze der Aufmerksamkeit. Dabei ging es zwar um inhaltliche Aufmerksamkeit. Aber neben den inhaltlichen scheint es mir auch technische Gesetze zu geben. In den einzelnen Kategorien ("Journale" etc.) gelisteten Beiträge entwickeln nicht den Bruchteil der Anziehungskraft der Meistkommentiertenliste. Vielleicht, weil man von außen nicht erkennt, wie viele Kommentare drauf sind..? Ich vermute das.

Hier bestaunst du übrigens gerade meinen Trick, um die Konkurrenz so klein wie möglich zu halten. Ich schreibe alles, was ich zum Thema sagen will, in einen einzigen Kommentar :o)

Frage an mich selbst: Warum mache ich ein Smilie? Ist doch so. Irgendeine blöde Kuh thront auf der Startseite, während mein eigener, viel besserer (!!) Beitrag mal wieder im Sande verläuft?? Neehe, da hinterlasse ich doch mal schnell einen Kommentar bei der blöden Kuh, der besagt, dass ihr Beitrag mal wieder total überschätzt wird. Darüber, dass sich für meinen Kram keine Sau interessiert, schweige ich mich natürlich aus. Muss dann ja auch keiner wissen. (zwinker)

Konfuzikuntz 07.01.2013 | 21:19

Ich würde eher eine die Idee einbringen wollen, dass jeder User unter jedes Blog nur einen einzigen Kommentar schreiben kann: seine Meinung.

DAS wäre dann wirklich "meistkommentiert" und ein Fingerzeig für einen interessanten, lesenswerten, kontroversen Beitrag. Ganz egal. Im Moment sind Beiträge oftmals allein deswegen meistkommentiert, weil Blogger gewissermaßen anfangen zu chatten.

janto ban 07.01.2013 | 21:30

Das Mittel gegen solcherlei Art von Frustration (,die ich hier natürlich nie zugeben würde,) lautet: Janto, was du zu sagen hast, kannst du zur Not auch in Kommentarform kundtun. Und wenn ich Einträge schreibe, gehe ich immer erstmal vom Schlimmsten (= kein Feedback) aus. Hört sich nicht sexy an, aber es funktioniert - von der psychischen Hygiene her betrachtet - soweit ganz gut. Der Theorie, dass ganz dringend zwischen Qualität und Quantität zu unterscheiden ist, kann ich zwar auch einigermaßen folgen. Aber ich sag's mal andersrum: Natürlich freut man sich über Kommentare. Ist doch gar keine Frage. Und ganz (ganz ganz) last but not least greift dann Jakob Augsteins deprimierende Feststellung, dass es letztlich um Sympathie geht. (Eine Aussage, die ich - in aller Öffentlichkeit - selbstverständlich von Grund auf ablehne, klar.)

Konfuzikuntz 07.01.2013 | 21:31

Gut, ergänze meinen Vorschlag dahingehend: auf jeden Kommentar, den der Verfasser des Blogs beantwortet, kann wiederum (und wiederum... und wiederum) geantwortet werden kann.

Dann kann man mit dem Autor sein Thema diskutieren. Dieser hat aber den Hut auf unter seinem Blog und erlebt keine Schlammschlacht zwischen Dritten.

Die reinen Kommentator-User mit Null eigenen Blogs würden motiviert, auch einmal etwas außerhalb der Kommentarspalte zu schreiben, wenn sie sich länger mitteilen wollen. Was die Community insgesamt seriöser macht und durch mehr Beiträge aufwertet.

janto ban 07.01.2013 | 21:49

Ich hatte das oben schon angedeutet. Du hast vermutlich recht. Aber durch die exponierte Position werden ja auch User, die keine Trolle im eigentlichen Sinne sind, insofern zum "Troll", als dass mal eben schnell ein Kommentärchen abgesetzt wird. On- oder off-topic, egal. Im Strang ist ja meist schon beides vorhanden, wenn ein Eintrag es in die Liste geschafft hat. Irgendwo schließt man sich dann an. Bei einem bekannten Nutzerbild vielleicht. Oder einer unbekannten Meinung :o) Mache ich doch auch so. Ich weiß ja, dass du das nicht meinst, wenn du Troll sagst. Aber wenn wir über die Anzahl der Kommentare reden, sollten wir auch über die Anzahl reden.

O je. Wenn das hier so weiter geht, bekommst du das Problem, dass die Leute fälschlicherweise annehmen, du hättest wieder was Schlimmes gesagt. In Klammern: Oder was sehr sehr Schlaues. Aber eher nicht:o)

janto ban 07.01.2013 | 22:00

| Im Moment sind Beiträge oftmals allein deswegen meistkommentiert, weil Blogger gewissermaßen anfangen zu chatten. |

Das stimmt. In diesen Modus bin ich hier auch gerade geswitcht. (Oder sagt man gezwitscht? Egal.) Findest du das denn unter einem Eintrag wie diesem hier schlimm? Hier muss man immerhin nicht aufpassen, dass man nicht zwischen den Zeilen Erzkonservative kritisiert. Israelis meine ich. Mist. Dann fange ich an, fast so schnell zu tippen, wie ich spreche. Doppelte Denkgeschwindigkeit also. Da sind dann oft Sachen bei, die ich am nächsten Tag bereue. Dies hier könnte auch wieder sowas sein. Aber ich schicke das jetzt ab :o) Guten Abend zusammen.

janto ban 07.01.2013 | 22:18

Ach, Herr Kuntz. Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich habe versucht, in - fast - jeden Kommentar etwas irgendwie Substanzielles mit hinein zu packen. Der Blogeintrag ist doch ohnehin von vornherein com-selbstreferentiell angelegt. Was kümmert neue Nutzer die Meistkommentiertenliste? Die brauchen doch für gewöhnlich wochenlang, bis sie die hiesigen Gesetze der Aufmerksamkeit einigermaßen verstanden haben.

@neue Nutzer

Entschuldigung, aber ich bin sehr müde. Nach müde kommt bei mir grundsetzlich doof. Falls ihr hier gelandet sein solltet und findet, dass es ein Fehler war, sich wegen der Liste (ihr wisst schon) anzumelden, empfehle ich die wirklich sehr guten Abschriften der Gespräche der Herren Kuntz und Tagebuch. Von fingierten Chats zwar nicht im Geringsten zu unterscheiden, aber das macht ja nichts. So, nochmal gute Nacht. (Und keine Widerworte mehr, sonst gibt's Widerworte.)

Magda 07.01.2013 | 22:24

Ich bin hin - und hergerissen. Es gab mal einen Blog von mir, da habe ich mich mit einer gewissen Rahab u. a. gestritten, ob man bei Rot über die Kreuzung gehen darf, wenn nur noch 3 Sekunden bis zum Umschalten auf Grün sind. Über 300 Kommentare. Ein kompletter Quatsch war das. Ich habe dann selbst gefragt, ob die das nicht aus den "Meistkommentierten" nehmen.

Andererseits - man wird leichter gefunden. Und das finde ich dann in anderen Fällen wieder ganz gut. Kommt immer drauf an. Aber, eigentlich, so ganz eigentlich sagt es wenig aus. Höchstens muss man bei "Meistkommentierten" meist mehr einstecken. Es sind ja nicht nur Lobeshymnen.  Die "Meistkommmentierten"  entstehen, weil es an Chatmöglichkeiten fehlt. Oder, weil man einen Blog, der was weiterführt, nicht wiederfindet. Es gab früher mal bei einem anderen Portal eine Art Sitzecke, wo sie alle dann ein Thema bekakeln  konnten. Aber, das war auch ein System, wo man sich immer wieder nach oben kommentieren konnte. Es wurde immer gefunden. Sie sollten so eine Rubrik - wiederauffindbar - mal einführen .

Jedenfalls mache ich keine Haufen, das ist einfach nicht wahr. :-))

mymind 07.01.2013 | 22:38

was nervt ist, wenn 2-4  + des Bloggers sich die Pingpong-Bälle hin & erschmeissen & das Thema verlassen wird & durch Nebensächlichkeiten, Empathie, Lobhudeleie ode das Gegenteil davon,  & tw. bullshit hochgehypt wird.  Die Qualität kann nicht kontrolliert werden. Was ich an der Ranking-List interessant finde ist, auf welche Themen  DF-online-Leser anspringen & natürlich die Kommentare, so ätzend sie auch sind. Wollen wir in einer Tramwelt leben oder wollen wir wissen wie die Welt um uns herum denkt & fühlt?

janto ban 07.01.2013 | 22:51

| Die Qualität kann nicht kontrolliert werden. |

Ich meine mich zu erinnern, dass das eine der grundlegenden Erkenntnisse der Wir müssen reden/verzahnen-Sache war. Das einfach mal zu akzeptieren, kommen wir - wie ich es sehe - vorerst nicht umhin.

Das Wort hochgehypt verstehe ich im Zusammenhang nicht. Der Inhalt wird mit der Zahl der Kommentare doch nicht hochgehypt. Nur die Click-Rate - wenn du so willst. Wir sind eben nur bedingt Multitasking-fähig. 15 bis 20 Blogs/Tag sind zu viel, als dass man sich mit allen intensiv beschäftigen könnte. Selbst wenn man wollte. Den letzten Satz verstehe ich nicht. Nicht wegen des Tippfehlers. So billig bin ich nicht. Was meinst du mit "Traumwelten" oder "denken&fühlen"?

Konfuzikuntz 08.01.2013 | 05:28

Und noch etwas, was mich nervt und unter philosemitischen Bloggern im Trend zu sein scheint: Die Leute anduzen und das beibehalten, solange sie einem zustimmen, aber sofort zum Sie übergehen, wenn sie anderer Meinung sind.

Das ist indiskutabel.

Da wir kaum jemals einer Meinung sein werden, schon gar nicht in politischen Fragen, ab sofort bitte Herr Kuntz!

T: Und Herr Tagebuch!

A: Und Herr Gesangverein, mein Lieber. Ist das klar?

Lukasz Szopa 08.01.2013 | 09:36

Es stimmt, dass durch das "Meistkommentiert" (zu) viel Aufmerksamkeit entsteht, welches oft den Blogs nicht gerecht ist - vor allem wenn man die vielen qualitativen "nicht meistkommentierten" Blogs als Vergleich heranzieht. Aber - ist es nicht ein bisschen wie bei Zeitschriften und TV? Wer sich - als Leser/Zuschauer wenig Mühe gibt, und nach dem "Erst-Sichtbarem" greift (anstatt ein bisschen in den hinteren Reihen bzw. in Programmzeitschrift rumzustöbern) - ist selber schuld. Ich missachte meiste das "Meistkommentierte", und sehe mir - je nach dem wie oft ich mich einlogge - alle Community-Beiträge über die letzten 3-5 Seiten. Dauer wirklich nicht soooo lange. Und dann natürlich liegt es schon daran, wodurch meine Aufmerksamkeit geweckt wird - der Titel, die einleitenden Worte, das Thema, das ich dahinter vermute, manchmal auch der Autor etc. Aber - bei ca. 20-30 neuen Blogs pro Tag - es ist wirklich nicht schwierig, ein bisscher herumzustöbern. Daher meine ich - wer sich an "Meistkommentiert" stört, ist selber schuld, daß seine Aufmerksamkeit nicht weiter reicht.

Andererseits gab es früher auch die Bewertung der Blogs mit Sternchen. War natürlich auch subjektiv und konnte sich willkürlich entwickeln. Eine Rubrik "Meist gesternt" wäre aber aussagekräftiger als "Meistkommentiert", da man nur einmal einen Beitrag bewerten konnte.

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Ehemaliger Nutzer 08.01.2013 | 14:34

grüß dich mopperkopp,

bin ja jetzt schon ein paar monate 'bei'-leser, in der ffffffffr - C,

und mein ganz persönlicher eindruck ist, mit dem heutigen tag,

dass der online - ffffffffffr, immer fffffffffffffrerer wird; und wenn schon nicht frrrrrrrrrrrerer, dann wird er zumindest nicht besser, der  online-teil,

oder auch das online-teil. mir kommt das online-teil wie eine art abgenutzte prothese vor;

was andere wohl als patina bezeichnen würden, das nenne ich abgenutzt.

das denken und das darstellen des gedachten, wirkt auf mich (hier) zunehmend wie eine abnutzung der denkapparate schlechthin: eine art verbrennung von ressourcen, in den zweitaktmotoren der (geist/denk-)vehikel, mit denen 'man' den boulevard rauf- und wieder runter cruist (laut duden ein schwaches verb, das wort cruisen).

allein wenn ich mir die  zur verfügung gestellten 'technischen' möglichenkeiten anschaue, die ich als c-mitglied zur verfügung habe, um auf bereits gedachtes (geschriebenes) einen optimalen zugriff zu haben, und auch zu behalten ... - dann empfinde ich den online-fffffffffr, das online-teil des ffffffffffffr als recht abgenutzt, bzw. alles andere als zeitgemäß, wobei sich das 'zeitgemäß' eher auf die tools bezieht, welche nicht-vorhanden dafür sorge tragen, sich immer schön 'fremd' zu bleiben ... - meine meinung, erstmal.

grüße vom max

ps. aber wahrscheinlich ist das der preis, den 'man' für einen 'linken' boulevard-'liberalismus' zu zahlen hat, wenn 'einem' suggeriert wird, dass 'man' eben nix anderes erwarten darf, wenn 'man' gedanken für lau konsumiert ... - online.

MopperKopp 08.01.2013 | 15:28

Hmmmm, das hört sich nicht sehr schmeichelhaft für den Freitag an. Bist du der Meinung, man steuert auf ein Bezahlsystem zu und macht das schmackhaft durch die Nichtbehebung mancher Mängel im noch freien System? Hinter der Bezahlschranke wird dann alles besser? Nur noch qualitativ hochwertige Beiträge, kein Gepöbel mehr, Friede, Freude, Eierkuchen? Was nix kostet, taugt nix? Im Zweifel linker Wohlfühl-Boulevard für Besserverdienende? Der Rest soll sich doch in Hartz IV-Foren tummeln?

MopperKopp 08.01.2013 | 16:11

Das sagt genau der Richtige :-)

Ich antworte in meinem Blog als Gastgeber, eine Frage der Höflichkeit, manchen ist so ein Verhalten allerdings nur als Relikt vergangener Tage bekannt.

Ich mokiere mich nicht nur, ich setze mich aktiv dafür ein, dass die Meistkommentiert-Rubrik abgeschafft wird. Dann fallen auch solche kleinen Sticheleien unter den Tisch, bei denen die wahren Beweggründe kurz aufblitzen.

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Ehemaliger Nutzer 08.01.2013 | 16:44

"Bist du der Meinung, man steuert auf ein Bezahlsystem zu und macht das schmackhaft durch die Nichtbehebung mancher Mängel im noch freien System?"

ich weiß es nicht, ob er, der fffffr, so vorbereitet wird, also der 'patient', auf seine anstehende(?) schönheits-op.

denke mal eher nicht. denn dann müsste ich dem online-frrrrr unterstellen/attestieren,

dass der freitag als ganzes etwas in der rückhand hat/hätte, um das geist-potenzial der ffffffffffr-community, für eine realistische zukunft 'fit' zu machen.

wie will 'man' denn eine nächste leser-generation heran(er-)ziehen, die nicht allein links(liberal) denkt, sondern diesem denken auch einen adäquaten ausdruck verleiht, der eben nicht 'unterhalb der gürtellinie' nach neuen ausdrucks-formen sucht.

was ich mindestens vermisse, vermisst habe, war eine art ansprache an die ffffffffffffr - c, des chefs oder einer seiner mitarbeiter/innen - auch zum neuen jahr, in welchem wieder viel passieren wird.

ich, als 'neu/quereinsteiger' ... - würde ich als solcher den freitag über die c-basis kennenlernen (wollen) ... - ich wäre verblüfft, was alles vollkommen unter den tisch fällt, an wirklich guten beiträgen.

angefangen 'mitzuschreiben', das begann bei mir, mit der auseinandersetzung um die zu entlassenden journalisten - mögen diese wieder lohnschreiberei betreiben können/dürfen!

okay, herr augstein junior hat nun wahrlich besseres zu tun, als sich um die ffffffr - c zu kümmern, aber - aber - aber ... - sobald der 'meister' hier was postet ... - was für ein auflauf, was für ein hofhalten - fühlt sich dann meist komisch für mich an, das schlagen auf die schilde, mit den speeren der selbst ernannten leibwächter, des herrn J.A..

der mann ist journalist, ein studierter journalist, (unter anderem auch) besitzer einer wochenzeitung, welche "im zweifel links" ist.

ich vermisse beim online-freitag zunehmend die IDEE, die hinter all den bemühungen steht, hinter all der arbeitskraft, die in die beiträge investiert wird.

dem einzelnen mag es befriedigung verschaffen, sich im 'ranking' wiederzufinden - 'oben', aber die sache ... - was ist DIE gemeinsame(?) sache, für die hier gearbeitet wird/werden soll, mit dieser -  teilweise zu beobachtenden, selbstausbeutung der beitragschreiber.

das von mir gefühlte durcheinander, nehme ich mittlerweile nicht als etwas zufälliges wahr, sondern als ein 'egal, das wird schon ...'; kommt darauf an wie und was es wird, das, was 'wir' unter qualität verstehen; qualität der streitkultur, aber vor allem qualität der aufklrären wollenden beiträge ...

ich meine damit eben nicht ein zu erreichendes "Friede, Freude, Eierkuchen", sondern eine art lust-steigerung des lesens, eine lust-steigerung beim nachdenken, eine lust-steigerung beim entdecken von 'fortschritten' und-und-und ...  

"Der Rest soll sich doch in Hartz IV-Foren tummeln?"; so weit würde ich nicht einmal denken, weil ich das gefühl habe, dass 'die' verantwortlichen dies auch nicht tun, gar nicht können, zum jetzigen zeitpunkt, weil ... - dann würde es hier, in der

ffffffffr-community noch ... zugehen, inhaltlich und vor allem formal. kannst für die punkte (eine zeile höher) selbst ein eigenschaftswort einsetzen, wertgeschätzter mopperkopp.

- der max

JR's China Blog 08.01.2013 | 16:59

In den Troll-Kommentaren drücken sich Meinungen aus, die zwar widerwärtig, aber vielleicht gar nicht so selten sind, wie wir das gerne hätten. Ich meine, wer auf diese Aufmerksamkeit dankend verzichten kann, sollte einfach bei Auftreten des Trolling großflächig die "flag-comment"-Funktion anwenden und auf Auseinandersetzungen mit den entsprechenden Vertretern verzichten.

Und wer Aufmerksamkeit für seine Beiträge will, soll sich um einen Platz unter den Top-Kommentierten bemühen, sich dann aber auch nicht über den verzichtbaren Teil des Interesses ärgern.

Vielleicht würde es schon helfen, die Redaktionsempfehlungen den "Meistkommentierten" in etwa gleichgewichtig gegenüberzustellen.

Ist natürlich auch keine Ideallösung - der einzige meiner bisher elf Beiträge, dem ich einen "Meistkommentiert"- oder "Redaktionsempfehlung"-Status gewünscht hätte, bekam keins von beidem. Aber letztlich entscheidet immer das öffentliche Interesse - auch in einer "Teil"-Öffentlichkeit.

Ob das gut für den "Freitag" ist, muss das Blatt / die Plattform schon selbst entscheiden. Aus meiner Sicht ist es in Ordnung.

Es kommt noch etwas hinzu: manche Differenzen sind nach meiner Wahrnehmung längst persönliche, zwischen verschiedenen Bloggern, bestehende Animositäten. Daran ändert auch ein Wegfall der "Meistkommentierten-Liste" nichts. Persönliches führt immer zu heißer Luft.

MopperKopp 08.01.2013 | 17:16

Es handelt sich um zwei verschiedene Ebenen. Zukünftig soll jeder sein Blog moderieren können, laut Augstein, damit entscheidet der Autor des jeweiligen Artikels darüber, ob bestimmte Kommentare zugelassen werden.

Ich persönlich habe wenig Probleme mit Kommentaren und bin kein Freund von Zensur.

Die Meistkommentiert-Liste hat als Leitstern meiner Meinung nach in vielen Fällen äußerst negative Auswirkungen auf den Freitag, nicht nur in der Außenwirkung. Diese überall stattfindene sich selbst produzierende und verstärkende Rankingmasche gehört in die Mottenkiste überholter Contentgenerierungsinstrumente.

Achtermann 08.01.2013 | 18:03

"Andererseits gab es früher auch die Bewertung der Blogs mit Sternchen. War natürlich auch subjektiv und konnte sich willkürlich entwickeln. Eine Rubrik "Meist gesternt" wäre aber aussagekräftiger als "Meistkommentiert", da man nur einmal einen Beitrag bewerten konnte."

Mit der Sternerei hat sich ein Sub-System entwickelt. Die Ein-Stern-Bewertung war später nicht mehr positiv gemeint. Sie bedeutete kurz zusammengefasst: Du bist ein Arsch. Deshalb wäre "Meist gesternt" nicht aussagekräftig.

GEBE 08.01.2013 | 18:06

Ich mache mal einen konkreten Vorschlag:

Da gibt es einen Artikel als Gastartikel von

Christoph Butterwegge vom 04.01.2013 mit dem Titel: „Arbeiten bis der Hartz kommt“.

Dieser Artikel verdient es m. E. mehr frequentiert und evtl. auch mehr kommentiert zu werden. - Nur mal so, als mein Vorschlag in die Debatte um qualifizierte Beiträge, denen die "Meistkommentierten" (auch qualifizierten!) Beiträge angeblich den Rang ablaufen.

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/arbeiten-bis-der-hartz-kommt/@@view#1357323738975925

 

GEBE 08.01.2013 | 18:17

Ihrem Gedankengang kann ich etwas abgewinnen.

Jedenfalls ist es bei einer „Ein-Sterne-Beurteilung“ mit Aufwand verbunden und passiert offensichtlich nicht so en passant so häufig, wenn man sich der „Mühe“ unterziehen muß den einen Stern auch selbst noch zu tippen und abzuschicken, als ihn nur anzuklicken.

Und ein getipptes und abgeschicktes „* * * * *“ als Lob, ist auch heute möglich und zeugt von Ernsthaftigkeit bezüglich des Inhalts. Das ist schon ein Unterschied. Und dennoch fände ich es eben durchaus bequemer, mein Gefallen und/oder Mißfallen durch ein Sternchen-Bewertungs-System vornehmen zu können. Insofern kann ich auch @ Herrn Szopas Darlegungen folgen. Vollkoffer gibt es immer wieder, die das eine oder das andere für Hinterfotzigkeiten instrumentalisieren. – Wie (oben schon) gesagt: Das ist eben soziale Realität!

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Ehemaliger Nutzer 08.01.2013 | 22:52

Hallo Mopperkopp,

ich bin ziemlich neu hier und erstaunt, daß mein 2ter Blog in die Top5 gehittet wurde.
Allerdings waren daran, außer mir nur ca. 10-20 ForistInnen beteiligt, d.h. es gab Mehrfachpostings.
Das ist - denke ich - das eigentliche Problem:
es gibt VielposterInnen, die wenn sie Lust haben jeden Blog pushen können.
Wenn man das abstellen will, aber auf das Ranking als Orientierung im Prinzip nicht verzichten möchte, dann sollte man den Counter so programmieren, daß die UserInnen nur 1x je Blog gezählt werden - dann werden die Nebenschauplätze, Diskussionen und Privatfehden nicht mitgezählt - fände ich gerechter.

Da du hier einige Vielposter versammelt hast, wirst du wohl gleich vorbeiziehen...
;-)

Meyko 09.01.2013 | 12:12

Eine mehr oder weniger offen eingestandene Frage für beinahe jeden (Blog-) Autor lautet doch: Will ich von (möglichst) vielen gelesen werden? Ist das so eine Art "Belohnung". Viel Aufmerksamkeit für einen guten Beitrag?

Und wenn ja, wieviel will und kann dafür tun und wie erkenne ich eine hohe Beitragsbeachtung...

Was nach meiner Beobachtung bei den "Kommentarhitlisten" ausser einem lockeren "Chatkommentieren" meist hilft, ist klassisch: z.B., hart am Mainstreamthema zu navigieren; evtl. etwas Politk, Sex and Crime einbauen; zweideutige, Streit und Unmut erregende Formulierungen verwenden; etc.

 

(Auf meinem "Privatblog" kann ich übrigens, ohne Kommentare zu generieren, anhand der Aufrufe erkennen, wie häufig eine Seite angesehen wurde. Und manchmal bin ich vollkommen überrascht.)

 

 

 

 

MopperKopp 09.01.2013 | 12:35

Die Anzahl an Kommentaren bleibt erhalten, es findet keine Zensur statt, das ist der springende Punkt, es fällt einfach nur der Anreiz weg, einen Beitrag durch eine möglichst hohe Zahl an Kommentaren nach oben in eine Hitliste zu kommentieren, wo er dann, sehr zum Ärgernis vieler anderer Community-Mitglieder, eine Woche trohnt und gleichzeitig noch den meist falschen Eindruck erweckt, hier handele es sich um das Community- relavante Thema. Auf die Art kann eine kleine Gruppe von "Extremisten", rechts, links, grün, braun, whatever, den Freitag in der Außenwirkung instrumentalisieren. Helfen würde dann nur noch Zensur, keine glückliche Alternative.

 

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Ehemaliger Nutzer 09.01.2013 | 14:35

... ja, der sporttteil - unbedingt!

ob die fdp die 5% - hürde nehmen wird, die spd-mannschaft, in der vermeintlich letzten kurve, mal wieder das rennen verlieren wird, weil der schlussläufer steinbrück seinen staffelstab fallen lässt, die merkel die hochsprunglatte höher hängen lässt, um ohne mühe grinsend darunter durch hüpfen zu können ... - all so was interessiert doch, im sport-teil ..., werter GEBE.

- der max

Meyko 09.01.2013 | 15:17

Grinsend: "Berlin (dpo) - Mit den im jüngsten stern-RTL-Wahltrend von Forsa ermittelten zwei Prozent ist der FDP eine echte Sensation gelungen. Da bei derartigen Umfragen eine Fehlertoleranz von +/- 2,5 Prozent anzunehmen ist, haben die Liberalen als erste Partei in der Geschichte der Bundesrepublik eine reelle Chance, bei Bundestagswahlen ein negatives Ergebnis von bis zu -0,5 Prozent zu erreichen..."

Popkontext 11.01.2013 | 23:30

Schon lange ist der aus meiner Sicht sinnvollste vorschlag im Raum: empfohlene Texte, alos durch diejenigen, die ihn gelesen haben und meinen, er sei auch lesenswert für andere. Will aber offenbar niemand umsetzen - so ist "meistkommentiert" oft oberpeinlich, weder für die Community noch dsas Blatt ein Aushängeschild. Stimme ich absolut dem zu, was @Mopperkopp geschrieben hat.

Anschluss Berlin 12.01.2013 | 09:09

Hallo Mopperkopp,

ich finde die Idee, die Kategorie abzuschalten, prima.

Bei meinem letzten Beitrag habe ich selbst erlebt, wie die Kommentierungen teilweise in einen öffentlichen Chat weniger Mitglieder abdrifteten. Das hat - mit Sicherheit zu Unrecht - für eine Präsenz meines Beitrags auf allen Seiten dieses Forums in der Kategorie Meistkommentiert gesorgt, die sicher zu hoch war für seine Relevanz.

Herzliche Grüße

AB