MopperKopp
13.08.2013 | 16:45 71

Steinbrück endgültig erledigt

Aus Der schlechteste Kanzlerkandidat aller Zeiten wird von seinen Unterstützern öffentlich beerdigt. In der sPD nennt man das Wahlkampfhilfe.

Der 1000 jährige Barbarossa der sPD schubste Steinbrück als Kanzlerkandidaten auf die Bühne, indem er durch die ihn stetig umschwallenden Dampfschwaden seiner Zigaretten bekundete: "Er kann es."

Schon damals fragte sich so mancher: "WAS kann er?"

Danach entwickelten sich die Dinge so, wie sie sich entwickeln mussten. Der NRW-Verlierer stolperte von einem Fettnapf in den nächsten, gab den Begriffen Unglaubwürdigkeit und Unfähigkeit ein neues Gesicht und ist das, was er immer schon war, der schlechteste Mann der SPD.

Nun krabbelt der fünfhundertjährige Grass auf die Bühne, stänkert in offensichtlich geistiger Umnachtung und daraus resultierender Tatsachenverdrehung schmierig gegen Lafontaine, diesem Stachel im Zombiefleisch der verstorbenen sPD.

Nein, es reicht immer noch nicht, nun taucht auch noch der hundertjährige Müntefering auf der Bühne auf und keilt gegen die Partei, die seiner Meinung nach Steinbrück nicht genügend unterstütze. Steinbrück müsse Steinbrück sein dürfen. Medien blasen Müntefering als tollen Wahlkämpfer auf, sein letztes Wahlergebnis bleibt außen vor.

Sind diese Burschen völlig merkbefreit? Sie wollen eine Lusche zum Kanzler machen, indem sie ihn wie einen kleinen Jungen am Händchen führen und vor den bösen Schmuddelkindern beschützen? Welch eine freudsche Fehlleistung und Offenbarung dessen, was dieser Kandidat braucht - er braucht Führung. Egal ob durch Merkel in einer Großen Koalition oder durch die Banker oder die Arbeitgeberverbände oder durch wen auch immer. Der kann nichts alleine. Nicht mal verlieren.

Kommentare (71)

GEBE 13.08.2013 | 16:53

„Nein, es reicht immer noch nicht, nun taucht auch noch der hundertjährige Müntefering auf der Bühne auf und keilt gegen die Partei, die seiner Meinung nach Steinbrück nicht genügend unterstütze. Steinbrück müsse Steinbrück sein dürfen. Medien blasen Müntefering als tollen Wahlkämpfer auf, sein letztes Wahlergebnis bleibt außen vor.“

Müntefering?

Wer nicht sozial ist, sollte auch nichts mehr essen!

aram Ockert 13.08.2013 | 18:50

Der lange Zerfallsprozess der SPD auf dem Komposthaufen der Geschichte wird von Ihnen sehr nett beschrieben. Ich denke, über G. Grass kein Wort verloren werden muss, aber er hasst m.E. Lafontaine zurecht. Ohne Lafontaine ist die SPD nicht mehr die Partei der "sozialen Frage" gewesen, sondern nur noch Erfüllungsgehilfin der Großunternehmen und des Finanzsektors. Lafontaine ging, weil er sich mit seinen Regulierungsplänen nicht durchsetzen konnte. Eichel und Steinbrück sorgten für das Gegenteil. Die Folgen kann jeder sehen und das verzeiht ihm die SPD und deren Urgroßväterliche Freund nie. Nicht in 100 Jahren. Allerdings gibt es dann die SPD nicht mehr.

MopperKopp 13.08.2013 | 19:28

Das verzeihen die sPD ihm wirklich nicht, er ist immer noch most wanted, obwohl er sich von den wichtigen Positionen zurückgezogen hat. Das mag auch daran liegen, weil die "Strategie" der sPD nicht aufgeht. Man wollte die Linke in der Opposition kannibalisieren und sich dann in Ruhe wieder einer möglichen Regierungsbeteiligung zuwenden. Pustekuchen, die Linke dümpelt weiterhin fröhlich vor sich hin und Wagenknecht renoviert mit Hilfe von Erhard Kommunismus und Kapitalismus. Wenn das so weitergeht, dann wird die sPD eine Untergruppe der CDU, eine Art CSU, vielleicht verschmelzen die auch, Seehofer ist wesentlich linker als Steinbrück, auch wenn er momentan nationale Glanzstücke auf deutschen Autobahnen vollführt.

Martin Franz 13.08.2013 | 19:37

...."dies" ist aber ein sehr diffuser Kommentar....über/für  genauere Aussagen, auf die ich dann genau antworten kann, wäre ich sehr dankbar.....was meine Denkungsart betrifft, so habe ich "da"  in meinen Artikeln von "Diktatur der Angst und Einschüchterung" bis "SINN des LEBENS?!?"  wohl, und "dies" auch noch als "aktiver" Beamter, mein INNERSTES nach AUßEN gekehrt....und hier zitiere ich abschließend eine Aussage aus einem Artikel: "Sollte unser Denken und Handeln nicht stets so sein, dass nicht nur jederzeit jeder daran teilhaben könnte, sondern gar sollte, da es so vorbildlich ist!?"

.....und außerdem, bei dieser abgestumpften, tumben Gesellschaft, kann man nicht deutlich und herausfordernd genug auf die KACKE hauen, darin rumrühren und damit in der Gegend herumspritzen ...denn sonst wacht der Michel, mal wieder, erst nach dem AUFPRALL auf....und den weiteren Fortgang, wieder mal,  möchte ich hier, zumindest zunächst nicht, beschreiben.....

....in diesen SINNEN......

Dreizehn 13.08.2013 | 21:08

Klaus von Dohnanyi gibt's auch noch. Karsten Voigt könnte was beitragen. Leider unvermeidlich, daß sich so Altvordere zu Worte melden. Die CDU hat ihren Heiner Geißler, auch den Sohn (!) von Helmut Kohl mal für nen ausgefallenen Beitrag. Man muß sich darüber nicht aufregen.

Im Text selbst und den Äußerungen dazu gerät meines Erachtens der Aspekt ein wenig in den Hintergrund, daß am 22. September Frau Merkel abgelöst werden soll.

 

MopperKopp 13.08.2013 | 21:40

Bezüglich der Frage, ob, wann und wie Merkel abgelöst wird, habe ich im Beitrag "Die geteilte Kanzlerschaft" Stellung bezogen. Wenn man die dort vorgetragenen Argumente betreffs Merkel einbezieht, dann werden die nächsten sozialen Schweinereien nicht unter Merkel stattfinden, da ihr Andenken unbefleckt bleiben soll. Die nächsten großen Schweinereien finden, ganz in der Tradition seines großen Vorbildes Schröder, unter Steinbrück statt. Man wird ihn auch dazu wieder rechtzeitig bei der Hand nehmen und ihm sagen, welche das zu sein haben. Das Drama dieser Angelegenheit ist, dass es momentan in der sPD niemanden gibt, der dem Einhalt gebieten kann.

MopperKopp 13.08.2013 | 23:25

Richtig, es ist nur eine Prognose, nichts Genaues weiß man nicht. Allerdings sind die (Macht)Strukturen sehr festgezurrt, da gibt es kein Entkommen, der oben erwähnte Klaus von Dohnanyi zählt dazu. 

Es gab zwei Möglichkeiten:

1. Variante - CDU/FDP zerstören den "Sozialstaat" und etablieren etwas Hartz IV typisches. Anschließend kommen sPD/Grüne an die Macht und nehmen große Teile der Maßnahmen zurück. Das Ergebnis wäre das typische zwei Schritte vor, anderthalb Schritte zurück.

2. Variante - sPD/Grüne etablieren eine unsoziale Schweinerei wie Hartz IV. Anschließend verfestigen CDU/FDP die Angelegenheit und verschärfen sie noch, beispielsweise durch willkürliche Sanktionen. Das Ergebnis sieht hier gänzlich anders aus, zwei Schritte vor, festklopfen und einen weiteren halben Schritt vor.

Wir befinden uns in Variante zwei, die sPD kommt da nicht raus, der innere Zirkel duldet kein Abweichen.

Ein Lichtblick: Vielleicht darf die sPD, dann, wenn die "blutigen Einschnitte" die blanken Knochen an vielen Stellen freigelegt haben, wenn die Zustände so hergestellt sind, dass man mit China konkurrieren kann, wenn es an die Substanz geht, vielleicht darf die sPD dann endlich als Lohn etwas wie einen Mindestlohn, ein Grundeinkommen einführen. Ich gehe allerdings davon aus, dass wird ihr die CDU auch nehmen, vielleicht als Merkels letzte Handlung, bevor sie endgültig in den Ring aufgenommen wird.

Achtermann 14.08.2013 | 06:13

"Welch ein Horror, egal wie die Wahl ausgeht, die Personalien sind gruselig..."

Hier eine weitere Personalie: Christiane Krajewski. Eine Frau aus dem "Kompetenzteam" des Kanzlerkandidaten, das man früher Schattenkabinett nannte. Vielleicht ist es noch in Erinnerung: Die Wahlkampfmanager fanden es toll, das "Kompetenzteam" häppchenweise vorzustellen. Damit, dachten sie, könnte mehr mediale Aufmerksamkeit auf die Kompetenten fallen. Schon beim zweiten Happen war's langweilig. Aber das nennt man heute Wahlkampf. Frau Krajewski soll ihre Kompetenzen als Wirtschaftsministerin einbringen, sozusagen das Schwesterle der SPD werden. Immerhin hat sie eine gute Ausbildung erfahren. Sie ist gelernte Investmentbankerin und war auch mal Finanzministerin im Saarland.

Dreizehn 14.08.2013 | 07:42

Genau. Volker Hauff. Es gibt allerlei so zwischengelagertes Politpersonal, das nicht am Hungertuch nagt.

Es ist unterhaltsam, zu spekulieren, aber müßig. Meine Prognose - verzweifelt bis Oberkante Unterlippe - wäre: weiter Merkel, mit welcher Mehrheit auch immer, und 2015/16, wenn sie den Stab, welchen auch immer, weiterreicht, findet sie für die Nachfolge keine Stimmen bei Rot/Rot/Grün, die sich dann gezwungen sähen, einen eigenen Kandidaten zu stellen.

Es gibt, ich weiß, immer wieder Märchen zu erzählen, und erstmal, also September, wäre Wechseln wichtig. Dann müßte ich mir meine hübsche Prognose abschminken, aber da wär ich nicht traurig.

Lukasz Szopa 14.08.2013 | 09:46

Sorry, aber ich verstehe langsam nicht, was Ihr Beweggrund ist, die SPD zu kritisieren - vor allem nicht programmatisch. Wobei ich all Ihren Punkten zustimme. Mein Gedanke ist: Was soll eine solche Kritik bezwecken? Es ist doch klar, dass die SPD so ist wie sie ist... Warum machen Sie sich die Mühe? Es scheint doch klar, dass Sie diese Partei nicht wählen wollen, und auch die meisten Kommentare der Leser weisen in diese Richtung. Mir scheint - nicht nur im Falle dieses Blogs - dass es (nicht nur hier in der FCommunity) öfter ein SPD-Bashing gibt als CSU- oder FDP-Bashing (auch wenn alle Bahsings berechtigt sind). Wie ist es zu erklären?

Möglichkeit 1: Ehemalige SPD-Sympathisanten müssen immer noch ihren Frust auslassen.

Möglichkeit 2: Man möchte potenzielle SPD-Wähler davon abhalten / warnen, diese Partei zu wählen (und wenn sie es dennoch tun, kläert man sie vorher auf was auf sie zukommen kann)

Möglichkeit 3: Man möchte potenziell "linke" Wähler eher zur Konkurrenz lotsen (Piraten, Grünen, Linke,  MLDP, DKP, AfD, NPD, Nichtwähler?)

Ansonsten fällt mir nicht ein, warum man so gerne und oft über diese Partei und diesen Kandidaten sich Gedanken macht...

MopperKopp 14.08.2013 | 11:07

Eine interessante fragende Sichtweise.

Anfangs eine Bemerkung zum Thema "Bashing". Ich bevorzuge den Begriff Kritik und kritisiere auch andere Parteien.

Warum mache ich mir die Mühe?

Gäbe es sieben in etwa gleich starke Parteien, würde ich auch dann Teile meiner Energie in die Kritik der sPD stecken? Ja, allerdings nicht wegen der sPD, nicht aus Frust, nicht um andere Wähler vor der sPD zu warnen und auch nicht um Stimmen auf die Mühlen anderer Parteien zu lenken. Damit scheiden Möglichkeit 1 - 3 aus.

"Es ist doch klar, dass die SPD so ist wie sie ist..."

Die Sonne ist, wie sie ist, der Mond ist, wie er ist, die Sterne sind, wie sie sind, aber die sPD ist so, wie wir sie machen, wenn man Demokratie aktiv interpretiert und nicht den Zusammenschluss politisch aktiver Menschen (Parteien) als etwas akzeptiert, was außerhalb und unbeeinflussbar von einem selbst existiert, eine überholte Betrachtungsweise, die zu dem führt, was die sPD momentan erlebt. Früher wurde es so durchgezogen, der Kaiser, Pardon, die Partei-Spitze entschied, setzte durch, treue Parteigänger nickten ab und machten ihr Kreuz. So war es auch bei den Sauereien der Ära Schröder geplant. Anschließend geht man in die Opposition, regeneriert sich, derweil die anderen Parteien Ärger auf sich ziehen, vernichtet en passant Konkurrenten wie die Linke (daher auch das überstürzte Ende von Rot/Grün), Medien schreiben die Opposition wieder hoch, es wird auf ein kurzes Gedächtnis der Wähler gesetzt und das Spiel beginnt von vorne.

Das Prinzip galt und gilt generell und für alle Parteien. Es wird momentan auch versucht, der Spiegel baut Steinbrück/sPD als Rettung des Abendlandes auf, da es nur ein Ziel gegeben dürfe - die Abwahl Merkels. Damit würde der sPD Wähler die vorherigen Schweinereien akzeptieren, als kleineres Übel. Eine Abart von "dazu gibt es keine Alternative".

Politisch festgezimmmerte Kisten, Black Boxes mit Hinterzimmermachzirkeln, Politik ohne Vergangenheit und passend dazu von Lobbyisten bestellte Politiker, all das akzeptiere ich nicht. Kurz gesagt, es handelt sich um Kontext und Korrelation. Immer wieder auf Zusammenhänge hinweisen, ohne dass diese durch Ideologie verstümmelt oder zensiert werden, Probleme beim Namen nennen, Hintergründe erhellen und Steinbrücks/Merkels/Westerwelles neue Kleider einer kritischen Betrachtung unterziehen, das ist meiner Meinung nach die Pflicht moderner Demokraten und Journalisten, auch wenn es sich "nur" um Blogger handelt.

Lukasz Szopa 14.08.2013 | 11:47

Erstens, das mit "Bashing" nehme ich zurück (Habe ja selbst vorher "Kritik" geschrieben).

 @"Die Sonne ist, wie sie ist, der Mond ist, wie er ist, die Sterne sind, wie sie sind, aber die sPD ist so, wie wir sie machen, wenn man Demokratie aktiv interpretiert"

- das würde ich Ihrerseits als Wunsch/Hoffnung interpretieren, die SPD doch zu ändern - u.a. durch unseres Wahlverhalten. Stimmt, diese Option/Begründung hatte ich nicht in Betracht gezogen.

@ "Es wird momentan auch versucht, der Spiegel baut Steinbrück/sPD als Rettung des Abendlandes auf, da es nur ein Ziel gegeben dürfe - die Abwahl Merkels".

- das weist auf eine Kritik am allgemeinen demokratischen System und den Medien hin - womit wir doch bei der Option 3 wären: "Wählt was anderes Leute oder geht nicht wählen!, aber Finger weg von dieser SPD die kaum besser als die Regierungsparteien ist!"

Wobei (langsam verstehe ich Sie vielleicht) Ihr Argument wahrscheinlich die (scheinbare, kaum inhaltliche, eher mediale) Polarisierung ist: Hier Angela - Dort Steinbrück. GroßPolitikerin gegen Großpolitiker. Sie wollen wahrscheinlich zurecht diejenigen Wählen ansprechen, die bei Wahlentscheidungen "eher an die Großen" denken, als hätten wir ein System wie GB oder USA. D.h. an die, die denken: "Wer Angela weg haben will, MUSS (kann nur) Peer wählen!" Was ja wahltechnisch gar nicht stimmt. Auch wenn man keine Mehrheit außerhalb con CDU/CSU & SPD erwarten kann - so kann man die Gewichtung der NichtCDU/CSU/FDP-Parteien im Parlament durchaus beeinflussen.

Aber ich glaube darüber haben wir uns schon mal zu einem anderen (meinem?) Blog unterhalten: Warum sich Deutschland "repräsentative Demokratie" nennt, und bei den Wahlen die Leute auf Spitzen- und Kanzlerkandidaten abfahren (bzw. dass die Politik wirklich von diesen mehr als von Parteien und erst Recht Abgeordneten gesteuert wird: siehe Schröder vs. SPD oder auch Merkel vs. CDU.

MopperKopp 14.08.2013 | 12:37

@ "das würde ich Ihrerseits als Wunsch/Hoffnung interpretieren, die SPD doch zu ändern - u.a. durch unseres Wahlverhalten."

Gibt es nicht mehr Möglichkeiten als dieses Kreuz auf dem Wahlzettel? Eine Möglichkeit ist Transparenz, das Aufzeigen der Vorgänge, Strategien, Manipulationen und Hintergründe, das kann sehr wirkungsvoll sein, nicht ohne Grund haben so viele Politiker Unbehagen vor dieser anarchistischen Öffentlichkeit in Form von Blogs, Abgeordnetenwatch, Bewertungsportalen, ja, sogar - oder natürlich - vor dem Informationsfreiheitsrecht.

@ "das weist auf eine Kritik am allgemeinen demokratischen System und den Medien hin" + "repräsentative Demokratie"

Das sind große Kisten, vollgepfropft mit Denkblockaden, schwer aufzubrechen. Ich korreliere querbeet, Politiker wie Steinbrück gibt es überall, in jeder Partei, das Verhalten von Merkel findet man zu verschiedenen Zeiten. Verdeutlichen, kenntlich machen, einfach so, ohne es durch ideologische Zwänge entschuldigen oder erklären zu wollen, so lassen sich (vielleicht) dicke Balken im Auge der medialen Öffentlichkeit zerhacken.

Ist es nicht interessant, im Zeitalter der Individualisierung, des neoliberalen Einzelnen, wird die Repräsentanz weiterhin als angemessene politische Struktur beibehalten, wenn auch gleichzeitig der Einfluss des Politischen rudimentiert wird.

Oberham 14.08.2013 | 16:55

.... sagen wir so -

die Karrikatur mit dem Boot, dessen Kapitän und dessen Offinziere überall Lecks in den Rumpf schlagen

und dessen Matosen verzweifelt Wasser schöpfen, Pumpen bedienen, Löcher flicken...........

haben die Zeichner in den letzten hundert - ja wohl zweihundert Jahren gefühlte zig millionenmal gezeichnet..........

der Franz ist nicht irr und nicht wirr, der Franz ist einfach wütend, zornig und schlägt entprechend um sich - er hat wohl keine Lust mehr noch mit dem Eimer zu schöpfen, die Pumpe zu bedienen oder ein Loch zu flicken.

.... ich denk grad etwas anders - da ich wohl glaub das Boot muss untergehen, hoffentlich ersaufen dann endlich mal die Offiziere und der Kapitän - bis dato lief es immer so, dass sich die Matrosen auch noch für deren Rettung geopfert haben und eine Brücke aus Leichen bis ans rettende Ufer für sie bildeten.

Es gab und gibt seit jeher jene hoffenden, wirklich gut und gütig wirkenden und lebenden Menschen -

doch was bring es dazu z.B,. hier ganz akutell -

die Ärtze ohne Grenzen gehen raus aus Somalia - dort werden die Matrosen sogar schon beim flicken der Lecks erschlagen.

Guerillia Gardening und Dacia-Bewegung was immer man auch sucht - die Transission Leute, die Occupy Aktivisten - sie sind nichts weiter als träumende - noch optimistische - es sei ihnen zutiefst vergönnt!- Menschen die nicht aufgeben.

Nur - es kommt der Punkt, da schreit man eben seine Wut heraus, damit sie einen nicht innerlich zerfrisst -

seid nicht zu streng mit uns, mit uns den wirren, zornigen Typen--

 

die eben auch gerne mal verallgemeinern - da ja jeder der lebt letztlich am Ganzen mitwebt und mitwirkt - und die revolutionäre, destrukitve Kraft verurteilt letztlich jeden Kollaborateur -nur - daher sind die Revolutionen am Ende auch immer nur ein gradueller Wechsel im grundsätzlichen Irrsinnsprinzip menschlicher Zivilisation.

Glückwunsch an alle die sich Hoffnung bewahren!

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Ehemaliger Nutzer 15.08.2013 | 09:59

Wenn man keine originellen Ideen für einen Beitrag in der FC hat, schreibt man eben über Steinbrück. Nur wenig ist ja eichter, als sich über den SPD-KK herzumachen! Der wievielte Steinbrück-Bashing-Text ist das jetzt schon???? Der 999. oder habe ich das 1000er-Jubiläum verpasst? Muss man jeden Kommentar abgehalfteter SPDler kommentieren? Was hat Müntefering der SPD gebracht? Von seinem Beginn als Generealsekretär 1999 (BTW 1998: 20,2 Mio Zweitstimmen) bis zum Wahldesaster 2005 (16,2 Mio Zweitstimmen) lies er mal locker 4 Mio Stimmen liegen. Also wer nimmt diesen alten Mann überhaupt ernst?

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Ehemaliger Nutzer 15.08.2013 | 10:00

Wenn man keine originellen Ideen für einen Beitrag in der FC hat, schreibt man eben über Steinbrück. Nur wenig ist ja leichter, als sich über den SPD-KK herzumachen! Der wievielte Steinbrück-Bashing-Text ist das jetzt schon???? Der 999. oder habe ich das 1000er-Jubiläum verpasst? Muss man jeden Kommentar abgehalfteter SPDler kommentieren? Was hat Müntefering der SPD gebracht? Von seinem Beginn als Generalsekretär 1999 (BTW 1998: 20,2 Mio Zweitstimmen) bis zum Wahldesaster 2005 (16,2 Mio Zweitstimmen) lies er mal locker 4 Mio Stimmen liegen. Also wer nimmt diesen alten Mann überhaupt ernst?

Ernstchen 15.08.2013 | 11:19

Hassliebe. Ist ein Grund. Das Problem ist, dass sich seit der Schröderzeit sehr viele von der SPD abgewandt haben und jetzt vor folgendem Dilemma stehen: Sie wollen die SPD nicht mehr wählen, weil sie sich mittlerweile in der LINKEN, bei den Grünen, den Piraten oder den Nichtwählern besser aufgehoben fühlen. Sie wissen aber auch dass wenn die SPD so schwach bleibt und immer mehr absäuft, Angela Merkel nach Belieben immer weiter regieren können wird. Das Schwächeln, ja Röcheln der SPD ist ein Problem für den gesamten "linken Flügel", oder sagen wir besser, für die Merkel-Gegner. Denn eine starke Koalition aus vier kleineren Parteien ist nicht zu erwarten, die Trennlinie verläuft ja bereits in der Opposition. Die SPD ist also das einzige Schwergewicht das die Möglichkeit zur Abwahl Merkels bietet. Und dieses Schwergewicht demontiert sich Tag für Tag für Tag auf das bitterlichste. Und das macht wütend.

Die Medien haben schon auch ihren Anteil daran, denn wenn sich die bundesdeutsche Journaille nicht wie die Aasgeier auf Äußerungen Steinbrücks wie "Wein unter 5 Euro", "In Italien wurden zwei Clowns gewählt" oder "Die Bundeskanzlerin bekommt weniger Geld als ein Sparkassendirektor" gestürzt hätten um mit solchen Belanglosigkeiten zu demonstrieren dass Steinbrück "es nicht kann", wären sicherlich seine Umfragewerte höher als sie es sind, wäre sein Standing bei der Bevölkerung ein anderes.

Aber all das deutet ganz klar auf eine fast schon universelle Wahrheit hin: Weder Volk, noch SPD-Anhänger, noch Medien halten Steinbrück für einen geeigneten Kanzlerkandidaten. Nur eine Partei die den Kopf verloren hat und nichts mehr versteht, trifft soetwas völlig unerwartet und unvorbereitet. Das heißt: Entweder der SPD war klar dass es so kommen würde, dann hieße das sie hat kein Interesse oder keinen Mumm Frau Merkel aus dem Amt zu jagen. Dann kann sie sich gleich direkt in die Union eingliedern. Oder ihr war es nicht klar. Dann ist sie so "out of touch" dass sie auf der deutschen Politikbühne wahrlich nichts mehr verloren hat.

[In der Theorie, also beispielsweise dem Wahlprogramm, ist die SPD weiterhin eine eigenständige Partei, die eine Alternative zur Merkelunion bietet. In ihrer "Oppositionsarbeit" der letzten Jahre hat sie jedoch die Theorie meist gut hinter merkelhöriger Praxis verstecken können.]

MopperKopp 15.08.2013 | 11:23

Wie wahr, welch eine überflüssige Betrachtung, wen interessiert schon der Kanzlerkandidat der ehemaligen Volkspartei sPD? Soll sich doch der Spiegel um ihn kümmern. Wir wenden uns derweil wesentlicheren Personalien zu, beispielsweise dem geplanten Match zwischen einem Kirmesboxer und einer Schlammcatcherin. Da steckt alles drin, was das Herz begehrt, Mainstreaming bis zum Abwinken.

MopperKopp 15.08.2013 | 17:11

Der Gedanke ist gut, ein Besenstiel. So ein Besenstiel würde besser abschneiden als Steinbrück, nicht, weil die Person Steinbrück als solche dermaßen negativ ist, vielleicht ist er ein ganz netter Kerl, aber diese Personalie, sie symbolisiert in nie dargewesener Deutlichkeit den Verfall linker Parteipolitik. All das Elend, welches nach dem Ende der Systemkonkurrenz die linken Parteien ergriff, all die Ohnmacht, all die Anbiederung an die Gewinnerseite, all das Überbordwerfen ehemaliger Werte, die Aufgabe jeglicher Haltung, der fehlende Kompass, diese haltlose Suche nach einer neuen Führung, all das gipfelt in der Personalie des aktuellen Kanzlerkandidaten, der passenderweise von den Figuren ins Rampenlicht geschoben wurde, die Teil des beschriebenen Elends sind. Ein Besenstiel, vielleicht sollte man Steinbrück noch gegen so einen Besenstiel austauschen, mit dem Hinweis, das wäre das passende Vehikel, mit dem man Merkel aus dem Amt befördern könne.  

balsamico 15.08.2013 | 18:53

Ein Besenstiel, vielleicht sollte man Steinbrück noch gegen so einen Besenstiel austauschen, mit dem Hinweis, das wäre das passende Vehikel, mit dem man Merkel aus dem Amt befördern könne. 

Mir tut Steinbrück Leid. Er war schon "verbrannt" bevor sie ihn zum Kandidaten machten. Und es war ein Kardinalfehler, das Agenda-Personal - Gabriel, Steinbrück, Steinmeier - wenn nicht ganz zurückzuziehen so doch wenigstens in den Hintergrund treten zu lassen. Die SPD hätte nur mit neuen Gesichtern eine (gute) Chance gehabt, z.B. mit Hannelore Kraft oder Manuela Schwesig. Aber was soll's? Sie werden die Wahl nicht nur verlieren, sondern vermutlich auch noch krachend. Danach wird Steinbrück bestenfalls noch ein Versorgungsfall sein. Denn wer will ihn denn dann noch wenigstens als Vortragsredner engagieren, geschweige denn zu den Honoraren, die man ihm vor seiner Kandidatur zahlte?

MopperKopp 15.08.2013 | 19:11

Eine Möglichkeit gibt es noch für ihn und seine Anhänger. Sie ziehen mit dem weiter oben erwähnten Zirkuszelt durch die Lande, ein politisches Bestiarium auf Reisen, sagen vor zahlendem Publikum ihre bekannten Sprüchlein auf, einen haben wir noch, Müntefering springt, während er sein "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" deklariert, von der Kuppel mit einer eleganten Schraube in einen winzigen Eimer, gefüllt mit Phrasen, das Publikum rast, wirft je nach Polarisierung Tomaten oder trocken Brot, vielleicht treten auch Löwen auf, die Kapelle spielt dazu "Wann wir schreiten Seit' an Seit", ein gelungener Abend, eine wunderbare Abschiedstournee.

MopperKopp 15.08.2013 | 20:13

Wer wissen will, wie es um die sPD und ihren Wahlkrampf bestellt ist, der kann sich das Interview mit Johannes Kahrs, Sprecher des Seeheimer Kreises, dem rechten Flügel der sPD, zu Gemüte führen. Wirres Gerede, welches mit einer Unverschämtheit dem Interviewer gegenüber abgeschlossen wird. 

Kahrs: Ehrlich gesagt, das glaube ich nicht. Ich glaube eher, dass wir alle keine Große Koalition wollen. Wir haben alle gesehen, was in der Bewertung der Bürger beim letzten Mal aus der Großen Koalition rausgekommen ist: 23 Prozent für die sPD.

Kapern: Schließen Sie damit eine Große Koalition aus?

Kahrs: Wissen Sie, diese und ähnliche Fragen halte ich für ausgesprochen dämlich.

Kapern: Danke schön!

...

Kapern: Aber ich glaube nicht, Herr Kahrs, dass es meine Aufgabe ist, zum Wahlergebnis der sPD beizutragen.

Welch ein arroganter und unverschämter Schnösel, aber passend zum rechten Seeheimer Kreis, der maßgeblich für den Untergang der sPD verantwortlich zeichnet.

MopperKopp 16.08.2013 | 09:44

Die Führungsriege der sPD hat, mit Unterstützung interessierter Kreise, die Personalie Steinbrück in den Vordergrund geschoben. Damit wollte man programmatische Diskussionen abwürgen, dieses "Er kann es" ohne Darlegen dessen, was er kann, deutet darauf hin.

Wie sieht die Realität aus? Schauen wir uns den aktuellen DeutschlandTrend an.

Angemessene Löhne und Arbeitsbedingungen - 57%

Eine gute Absicherung im Alter - 57%

Die Sicherung des künftigen Lebensstandards - 47%

Das waren man Kernthemen der sPD, aufgegeben, kaputtgemacht, vorbei, Steinbrück ist in diesen Belangen nicht die Lösung sondern Teil des Problems, die Wähler, besonders die (ehemaligen) sPD- Wähler, wissen das.

Stattdessen will man sich an diesen Themen vorbeidrücken und thematisiert die NSA-Affäre, 17%, die kaum jemanden wahlentscheidend interessiert und bei der auch einer dieser Stones, Steinmeier, Teil des Problems ist. Als Notnagel und Wahlkampfthema muss nun die künftige Energieversorgung herhalten, 42%. 

Zum schlechten Schluss geht auch die Bekämpfung der Linken in die Hose, die plötzlich putzmunter als einzige Partei zulegen kann.

Thematisch ist die sPD blockiert, personell ruiniert - aber, das hat auch was Gutes - es kann nur besser werden, oder?

MopperKopp 17.08.2013 | 18:25

Die neusten Äußerungen von Steinbrück bestätigen, warum man ihn auserkoren hat:

Steinbrück spricht sich gegen Schuldenschnitt für Griechenland aus

"Allerdings hat Steinbrück mit seiner Erklärung ein Signal an die Millionen Menschen in Griechenland und der europäischen Peripherie gesendet, die durch die von deutscher Regierungsseite wesentlich gestaltete Austeritätspolitik ihre Arbeit, ihr Einkommen, oft auch ihre Wohnung verloren haben. Diese Politik würde sich unter seiner Ägide nicht ändern. Das ist natürlich auch ein wichtiger Hinweis für Oppositionsparteien wie Syriza in Griechenland, die auf eine andere Europapolitik drängen.

Aber es ist nicht nur eine klare Ansage an linke Politiker. Als der neugewählte konservative Präsident Zyperns in einem Brief an die EU-Gremien eine Änderung der Austeritätspolitik anmahnte, die der Bevölkerung seines Landes nicht so große Opfer abfordern würde, bekam er eine brüske Abfuhr nicht zuletzt von der deutschen Regierung. Steinbrück hat mit seinem Schulterschluss mit der Regierung in der Griechenlandpolitik noch einmal allen Kritikern Deutschlands in Europa deutlich gemacht, dass die deutschen Sozialdemokraten hier, wie immer seit 1914, auf Seiten der Nation stehen."

Kai Rüsen 18.08.2013 | 00:22

Nach meinem Eindruck haben die SPD-Strategen die Bundestagswahl 2013 bereits vor zwei/drei Jahren verloren gegeben und einen Kanzlerkandidaten aufgestellt, der seine politische Laufbahn bereits hinter sich hat. Vor dem Hintergrund eines vermutlich schlechten Abschneidens der SPD am 22.09.2013 kann sich die Partai dann neu erfinden und mit einer aussichtsreichen Kandidatin - wie Hannelore Kraft zum Beispiel - im Jahr 2017 ins Rennen gehen.

MopperKopp 18.08.2013 | 11:19

Man höre und staune:

"SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück war als Vorlauf-IM des DDR-Geheimdienstes erfasst. Das ergeben Recherchen der "Welt am Sonntag". Steinbrück will alle Unterlagen offenlegen.

Die Behörde hatte eine Karteikarte dieses IM-Vorlaufs mit dem Decknamen "Nelke" im Zuge von früheren Recherchen der "Welt am Sonntag" im März 2013 herausgegeben, die die Redaktion jetzt zuordnen konnte. Nach Recherchen der "Welt am Sonntag" existiert zu dem Vorgang auch eine Klarnamen-Kartei mit dem Namen Peer Steinbrück.

Als Vorlauf bezeichnete die Stasi Personen, die aus verschiedenen Gründen als werbbar galten und angesprochen werden sollten."

Tad Baste 18.08.2013 | 16:36

Na, wenn da der eine oder die andere mal das (politische) Sterbeglöcklein nicht zu früh läutet...

Wie weiland die Westerwell´sche FDP haben Kandidat Steinbrück und Freund Parteivorsitzender Gabriel nun in ungeahnter Einigkeit das Steuerthema endlich richtig und wählerverlockend formuliert: Steuersenkung! Wahlprogramm? Papperlapapp! Nicht erhöhen, sondern senken wird der neue Kanzler Peer die Steuern nach der Wahl - sagen sie. Fehlt nur noch ein Schröder´sches Basta!

Und ein Ruck ging durch das Volk, ein Besinnen und Neuorientieren, denn schon am 23.09. könnte es wahr werden, weil zwar spät war das Simsalabim-Wort gesprochen, aber jetzt war es raus!

Hui, jetzt wird´s wohl nochmal spannend....

MopperKopp 18.08.2013 | 17:37

Steuersenkung, welch ein genialer Schachzug. Nun folgt die Westerwellisierung der sPD.

Die Überlegungen werden wohl so aussehen:

Gewinnen können wir keine Stimmen mehr, verlieren aber sehr wohl. 

DiesPD-Führungs-Riege ist zu der Einsicht gekommen, dass das Glaubwürdigkeitsdefizit der sPD Stimmgewinne verhindert. Keiner nimmt der sPD nach Schröder und nach Münteferings:"Wir werden an den Wahlversprechen gemessen - das ist unfair." noch irgendwas ab, insbesondere glaubt kein ehemaliger/echter Sozialdemokrat an irgendwelche Versprechungen bezüglich der Lebenslage. 

Auf der anderen Seite kann man aber sehr wohl noch die paar Wähler auf der rechten Mitte verlieren, die Schröder mühsam zusammengekratzt und mit dem Herzblut der sPD bezahlt hat. Dann landet man auf einmal bei 18%, eine Westerwellisierung der unbekannten Art.

Dieses hilflose HickHach ist einfach jämmerlich, die Eröffnung eines Dialogs über Sterbehilfe für überlebte Parteien scheint angebracht...

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Ehemaliger Nutzer 18.08.2013 | 20:45
Sinngem. Zitat eines Kabarettisten (Ich glaube, es war D. Nuhr): Meinungsfreiheit heißt nicht, dass man zu jedem Thema seine Meinung haben und schon gar nicht äußern muss. (Zitatende) Soll heißen: Die hohe Kunst ist es nichts zu schreiben, wenn man nichts wirklich substanzielles zu sagen hat. Diese Kunst beherrschen sie leider nicht. Kommentar beantworten Flag comment
Grabert 22.08.2013 | 11:18

Moin, lieber Moppenkopp,

drei Dinge gibt es anzumerken, mit Kahrs möchte ich anfangen, seine Reaktion ist mehr als folgerichtig, wenn man sich den Verlauf des Interviews genau betrachtet. Vielleicht erinnern Sie sich noch an ein Interview Lueg mit Wehner, wo Lueg auch Dinge von Wehner wissen wollte, die er noch nicht beantworten konnte. Ähnlich erging es nun Kahrs.

Nun ziehen Sie also auch noch einen Vorgang aus einem Geheimdienst eines untergegangenen Staates heran, der nichts anderes aussagt als die Tatsache, dass dieser Geheimdienst sich für Politiker eines gegnerischen Staates interessiert. Natürlich wäre Steinbruck eine interessante Quelle gewesen, war er doch ab 1974 Mitarbeiter im BMVBS (Verkehrsministerium) und im BMFT (Forschungsministerium), also in Ressorts, in denen die DDR bis zu ihrem Untergang peinliche Lücken aufwies.

Das wirkt schon nach einer verzweifelten Herleitung, warum Steinbrück als Generalschuldiger herhalten soll. Mehr Substanz hätte ich schon erwartet, womit ich gleich zum dritten Punkt komme, die Kronzeugin Wagenknecht. Ihre Position entspricht auch nicht der Auffassung anderer führender Mitglieder der Partei DIE LINKE, in der sie sich selbst zunehmend so isoliert wie Lafontaine. Dabei sind dem Interview mit ihr, das Sie angeführt haben, interessante Details zu entnehmen. Das beginnt mit dem Vorwurf gegenüber der SPD, nicht weit genug links zu sein. Nun nimmt DIE LINKE ja bereits diese politische Position ein und belegt damit in den Umfragen derzeit bis maximal 8 %, schon rein rechnerisch wäre die SPD nicht gut beraten, diesen Weg zu gehen.

Nun stellt Wagenknecht fest, dass "die Wirtschaft" inzwischen sozialer als die SPD sei, weil eine Mehrheit befragter Manager sich für einen Mindestlohn ausspricht, der oberhalb der SPD-Vorstellung von 8,50 € liegt. Durchschnitt der Befragung 8,88 €, das sind 0,38 € mehr. Nun stand und steht es "der Wirtschaft" doch frei, dies auch umzusetzen, womit sich die Mindestlohn-Debatte vollständig erübrigt hätte. Offensichtlich klaffen hier aber doch weite Lücken zwischen Wagenknechts Weltsicht und dem, was viele andere Leute wahrnehmen.

In einem möchte ich Ihnen aber zustimmen, das Personal-Tableau der SPD ist durchaus bescheiden zu nennen, zumindest im Bund. Das trifft aber auch zu auf die anderen Parteien einschließlich der Piraten und der Partei DIE LINKE.

Beste Grüße

Grabert

Grabert 24.08.2013 | 09:07

Moin, lieber JR,

ja, das kommt vor, ist aber kein Grund für mich, meine Beiträge zu einem Thread nicht doch sauber abzuschließen.

Beschreiben Sie nicht gerade einen wichtigen Aspekt, der nun in Ihrem Thread zu den Piraten nicht wirklich ausformuliert wurde? Wie kann man direktdemokratisch richtige Entscheidungen fällen, wenn man sich nur oberflächlich oder in Schlagzeilen informiert und diskutiert. Bauchentscheidungen wären die Folge, Bauchentscheidungen können aber grausam verkehrt sein. Dies aber nur als Seitengedanke, den wir hier nicht unbedingt vertiefen müssen.

Beste Grüße

Grabert

JR's China Blog 24.08.2013 | 21:01

Klar - das ist ein wichtiger Aspekt, Herr Grabert. Aber Ihnen ist ja nicht entgangen, dass ich die Piraten aus anderen Gründen wähle als aufgrund ihres Wahlprogramms.

Über die plebiszitären Vorstellungen dort mache ich mir schlichtweg keine Sorgen. Ich bezweilfe bis auf weiteres, dass eine Mehrheit oder auch nur eine starke Minderheit der Bürgerinnen und Bürger darauf aus ist, sich zu vielen Themen detailliert zu informieren und sich an Volksentscheiden darüber zu beteiligen. Und so lange die Nachfrage dafür sich in Grenzen hält, wird keine Partei mit solchen Vorstellungen durchdringen. Auch nicht die Piraten.

Mir ist viel wichtiger, dass es eine Partei gibt, die zu dem Thema, das mir zur Zeit am wichtigsten ist, kundige Fragen stellen kann - sei es im Parlament, sei es von draußen, aber mit dem Potenzial, hineinzukommen.

Das "Schlagzeilenproblem" haben wir ohnehin. Auch wenn gut informierte Bundestagsabgeordnete (oder Ausschüsse) sich mit Gesetzentwürfen auseinandersetzen oder die Arbeit der Exekutive kritisch hinterfragen: dass Entscheidungen im Interesse der Mehrheit dabei herauskommen, sehe ich zur Zeit auch ohne Plebiszite nicht gewährleistet, und insofern relativiert sich das Problem.

Ich war zu dem Thema in meinem Thread ja schon mal recht ausführlich. Ist nach diesem Sommer eben für mich eine ganz andere Wahl als sonst.

MopperKopp 25.08.2013 | 15:40

Zu Kahrs:

Über den von ihm gepflegten Umgangston, seine Ansichten und all das, was er hinter der Bühne durchdrückt, kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein. Er ist ein Rechtsausleger, einer von vielen in dem Umfeld und trägt maßgeblich Verantwortung für den Zerfall der sPD. Die verbliebene Rumpf-sPD wird nun von solchen Leuten bestimmt, von Personen wie Steinbrück repräsentiert und von ~ 20% gewählt. Kahrs steht für den Wandel der sPD von einer Volkspartei zu einer Klientelpartei à la FDP.

Die Stasi-Akten interessieren mich nicht. 

Die auf den ersten Blick mickrigen 8% der Linken relativieren sich, wenn man bedankt, dass es ein Hauptanliegen der sPD in der Oppositionsphase war, sich dieser Konkurrenz zu entledigen. Das ist gründlich misslungen und auch hier ist es an der Zeit, mal die langfristigen Strategien kritisch zu beleuchten.

Das Personal-Tableau aller Parteien zieht das Ansehen der Politik in den Keller. Je nach Standpunkt stellt das eine Win-Win-Situation dar, sind doch viele Politiker verkappte Lobbyisten für Gruppierungen, die langfristig von einem Zerfall der vorhandenen Politk profitieren. Massive Privatisierung bei einer verbliebenen Rumpfpolitik, deren Aufgabe die Sicherung des Einkommens ist, letztendlich also das kommende Zensuswahlrecht der 1%.

Grabert 30.08.2013 | 13:04

Moin, lieber Mopperkopp,

mit etwas Verspätung hier noch eine Rückmeldung. Zunächst war es einer Ihrer Kommentare, der Bezug nahm auf die Stasi-Akten, sogar mit Link auf einen Welt-Artikel, daher mein Senf zu den Akten. Nicht gerade eine Glanzleistung von Stasi damals und der Presse, die heute versucht, damit Steinbrück gegen den Koffer zu treten.

Mit Ihrer Analyse zur Rumpf-SPD kann ich nicht so recht konform gehen, wenn man davon ausgehen muss, dass jene, die eine deutlich linkere SPD wollen, entweder ohnehin schon DIE LINKE wählen — also nicht bei der SPD sondern eben für DIE LINKE gezählt werden — oder gar nicht wählen. Andererseits gibt es auch in der Anhängerschaft der SPD durchaus eine große Zahl von Stimmen, die deutliche Vorbehalte gegen DIE LINKE haben. Dies konnte man in Hessen, in Nordrheinwestfalen, in Rheinland-Pfalz, etc. beobachten. So einfach ist die Sache also nicht.

Beste Grüße

Grabert