Irene Habich
30.10.2012 | 11:21 13

Von wegen zu dick!

Ernährung Übergewicht macht krank, heißt es. Aber zu viele Kilos auf der Waage bedeuten nicht immer höhere Gesundheitsrisiken

Von wegen zu dick!

Auch für jemanden, der nach üblicher Definition als "adipös" gilt, ist aus medizinischer Sicht Abnehmen nicht immer angesagt

Foto: ChinaFotoPress/AFP/Getty Images

"Mehr als jeder zweite Deutsche ist zu dick“, so lautete vor wenigen Wochen die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion zur Beleibtheit der Deutschen. Die Meldung sorgte für Schlagzeilen: Schnell war es wieder heraufbeschworen, das Bild der weltweiten Dicken-Epidemie, die nun auch Deutschland zu überrollen droht. Schließlich warnen Medien und Politik seit Jahren davor, dass Fettsucht und ihre Folgekrankheiten die Gesundheit gefährden. Das Ganze geht mit Appellen einher – wer dick ist, sei selbst schuld, müsse weg vom Fernseher und ran an die Nordic-Walking-Stöcke. Medizinisch betrachtet ist Abnehmen aber nicht nur schwierig, sondern oft unnötig. Neuere Studien zeigen nämlich, dass sich viele Dicke trotz Übergewicht bester Gesundheit erfreuen.

BMI trügt

Um die gesundheitlichen Folgen von Übergewicht einordnen zu können, ist zunächst einmal wichtig, wie „ zu dick sein“ überhaupt definiert ist. Offizielle Stellen wie die Weltgesundheitsorganisation oder das Robert-Koch-Institut teilen nach dem Body-Mass-Index (BMI) ein. Die Formel für den BMI eines Menschen lautet: Gewicht in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Als übergewichtig gilt, wer einen BMI-Wert von mindestens 25 hat, als adipös, wer auf einen BMI von mindestens 30 kommt. Problematisch am BMI-Wert ist: Er ist ein reines Rechenmaß. Auch wer sehr muskulös ist, ist nach der BMI-Definition zu dick. Den Körperfettanteil oder die Figur eines Menschen berücksichtigt er nicht, genauso wenig wie dessen Gesundheit.

Medizinisch betrachtet sei der Gewichtsverlust selbst bei einem BMI von 32 nicht zwingend, sagt Mathias Faßhauer. Er ist Professor am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) Adipositas-Erkrankungen der Universitätsklinik Leipzig. Ein mittleres Übergewicht, betont der Spezialist, habe kaum Einfluss auf die Lebenserwartung. Gute und schlechte Effekte gleichen sich nämlich aus. Zwar nehmen Folgekrankheiten wie Typ-2-Diabetes bei höherem Körpergewicht zu: Betroffene sind resistent gegen das Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel reguliert. Dafür leiden übergewichtige Frauen zum Beispiel seltener an Osteoporose, einer Knochenkrankheit.

Kein höheres Diabetes-Risiko

Typ-2-Diabetes ist ein geläufiges Thema, wenn es um das „Gesundheitsrisiko Dicksein“ geht. Andreas Fritsche ist Diabetologe und leitet den Bereich Ernährungsmedizin und Prävention im Universitätsklinikum Tübingen. Entgegen verbreiteter Meinung, meint Fritsche, kann Übergewicht nicht als alleinige Ursache von Typ-2-Diabetes gelten: „Bewegungsmangel und hohe Kalorienzunahme sind zwar ein Risikofaktor. Es gibt aber hundert weitere solcher Faktoren. Und wir kennen viele Übergewichtige, die kein Diabetes haben.“

2003 startete das Universitätsklinikum Tübingen eine Langzeitstudie dazu, wie „Lebensstil-Interventionsprogramme“ Diabetes vorbeugen können. Wie sich zeigte, war aber von den Teilnehmern mit Übergewicht ein Drittel so gesund, dass es eigentlich gar keine Prävention betreiben müsste, berichtet Fritsche. Sie hatten eine ähnlich gute Insulinempfindlichkeit wie die Normalgewichtigen. Auch ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten war nicht erhöht. Die Forscher gehen heute davon aus, dass diese sogenannten „glücklichen Dicken“ einen entsprechend großen Teil der Bevölkerung repräsentieren.

Äpfel und Birnen

Ob ein Dicker für Stoffwechselstörungen wie Diabetes anfällig ist, hängt davon ab, wie sich das Fett an seinem Körper verteilt. Gesünder ist in der Regel der Figurtyp Birne, charakterisiert durch Fülle in der unteren Körperhälfte. So sind ein ausladendes Gesäß und dicke Oberschenkel eher unproblematisch, erklärt Diabetologe Fritsche. Denn bei den Betroffenen lagert sich Fett vor allem unter der Haut an – wo es weniger schädlich für den Organismus ist. Ungesünder leben „Apfeltypen“, bei denen sich das Fett stärker um die Körpermitte ansammelt und damit auch im Innenbauch und um die Organe. „Das Fettgewebe wirkt im Körper wie eine riesige Hormondrüse“, so der Forscher. Es produziert Signalstoffe, die Diabetes begünstigen können.

Apfeltypen mit Übergewicht haben also tatsächlich ein erhöhtes Risiko, eine Stoffwechselkrankheit zu entwickeln. Aber Vorbeugung und Abnehmen sind für einige Menschen eben deutlich leichter als für andere. Auch dies demonstrierte das Tübinger „Lebensstil-Interventionsprogramm“. Unter Anleitung von Fritsche und seinen Kollegen stellten 400 normal- und übergewichtige Studienteilnehmer ihre Ernährung gezielt um und bewegten sich mehr, um ihr Diabetes-Risiko zu senken. Das Ergebnis: 70 Prozent waren hinterher gesünder, hatten bessere Blutwerte und verloren an Gewicht. Bei den restlichen 30 Prozent tat sich nichts, oder nur sehr wenig. Als „Non-responder“ bezeichnet Fritsche diese Menschen. „Es lag nicht daran, dass sie faul waren oder keine Lust hatten. Alle waren gut motiviert und machten das gleiche.“ Es war tatsächlich ihr Organismus, der es den Non-respondern schwerer machte. Beim Abbau von Übergewicht spielen Gene eine wichtige Rolle. Zwar gibt es nicht das eine Gen, das dick, oder ein anderes, das dünn macht. Aber die Gene können es leichter oder schwerer machen, das Gewicht zu verändern. Ein Beispiel: Menschen nehmen in der Regel ab, wenn sie viele Ballaststoffe essen. Für Menschen mit einem bestimmten Gen gilt das jedoch nicht. Diese könnten Unmengen an Ballaststoffen essen, werden davon aber trotzdem nicht schlank.

Kinder im Fokus

Experten richten das Augenmerk heute vor allem auf die dicken Kinder in Deutschland. Denn als Alternative zum späteren mühsamen Kampf gegen die Kilos lässt sich bei Kindern noch vorbeugen. Und anders als bei den Erwachsenen hat sich hier der Anteil der Schwerstgewichtigen in den letzten 20 Jahren verdreifacht.

Gut neun Prozent der Jugendlichen sind adipös, sagt Bärbel-Maria Kurth, die Professorin leitet die Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitberichtserstattung am Robert-Koch-Institut. In der unteren sozialen Schicht seien es sogar 15 Prozent. Kurth findet, dass es in Schule und Kita gesunde Mahlzeiten für alle geben sollte. „Man muss Schülern auch mehr Angebote für Bewegung machen – aber ohne Druck auf die Kinder auszuüben. Denn diese Kinder fühlten sich ohnehin schon unglücklich und diskriminiert.“

Davon abgesehen: Bereits die Hälfte aller normalgewichtigen Mädchen ab zwölf fühle sich zu Unrecht viel zu dick. Gerade diesen Mädchen, hat Kurth in einer Studie zur Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen festgestellt, geht es oft viel schlechter als den adipösen Kindern.

Kommentare (13)

Martin Gebauer 30.10.2012 | 12:32

Die Schwierigkeit für Übergewichtige im späteren Leben ein maßvolles Normalgewicht zu halten ist dem geschuldet, dass das Gehirn ein Körperbild erstellt und somit immer versucht ist durch Ausschüttung bestimmter Botenstoffe dahingehend auf die Psyche einzuwirken, dass der Mensch veranlasst bestimmte Menge an Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, bis das in der Kindheit über Jahre hinweg geprägte Körperbild mit dem tatsächlichen Körper übereinstimmt. Deswegen sind alle späteren Versuche abzunehmen zwecklos, genauso wie es fast unmöglich ist bestimmte Charakterliche Prägungen in der Kindheit, im späteren Leben umzuformen.

Martin Gebauer 30.10.2012 | 12:54

Der natürliche Fett-Bezwinger Kurkuma - Curcumin 

Autoren erklären :

"Durch Verringerung der Sedimente von Fett, Lockerung des lymphatischen Gegenzug und Unterlassen die Apoptose von Betazellen, könnte der Curcumin deutlich  verringert es die Höhe der Insulinresistenz und den Leptin Widerstand der durch die fettreiche Ernährung verursacht wird. "

Read more: http://naturalsociety.com/turmeric-a-superfood-secret-for-healthy-fat-loss/#ixzz2AmYFW0Dq

und in deutscher Sprache,  Biomedizien-Blog

Kurkuma hilft beim Abnehmen

luggi 30.10.2012 | 22:27

Was ist denn das für ein unsinniger Artikel im "dF".

Also lieber Leser dieses Artikels ... lies und friß ... und hoffe, dass du nicht zu den zwei Dritteln der über BMI 25 gehörst, die gesundheitliche Folgen eines Übergewichts zu bewältigen haben. Du hast die nicht auswählbare Chance, zu jenem Drittel zu gehören, denen die Überfülle, außer vor Spiegel und XXXL-wear nichts ausmacht.

Weitere Schmonzetten gefällig?

" Betroffene sind resistent gegen das Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel reguliert." -> nur noch Kopfschüttel.

" Dafür leiden übergewichtige Frauen zum Beispiel seltener an Osteoporose, einer Knochenkrankheit." -> Ja Herrschaftszeiten, wenn das nicht mal eine Therapie ist; gnädige Frau, Sie haben Osteoporose, dann werden Sie bittschön übergewichtig.

Ein Artikel, veröffentlicht unter der Rubrik "wissenschaftlich" ... der Autor sollte einmal gründlich darüber nachdenken, ob Wissenschaftlichkeit nicht eigenes Nachdenken voraussetzt.

Und.

Glaubt der Autor, was er schreibt? "Bereits die Hälfte aller normalgewichtigen Mädchen ab zwölf fühle sich zu Unrecht viel zu dick. Gerade diesen Mädchen, hat Kurth in einer Studie zur Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen festgestellt, geht es oft viel schlechter als den adipösen Kindern." Schlimm liebe Hälfte der normalgewichtigen Mädchen ... ihr wollt eure Lebenskwalität verbessern .... dann fresst und werdet fett nach Kurth. Schlimm, solcher adipöser Journalismus.

brandiruns 31.10.2012 | 14:26

Hallo,

irgendwie hat mich das Lesen des Artikels fassungslos gemacht, ich frage mich gerade ob der Artikel heimlich von McDoof & co gesponsort wurde.

Übergewicht ist Volkskrankheit und Nummer 2 auf der Liste der vermeidbaren Todesursachen nach Nikotin, abgesehen davon sind gehen die Folgekosten für Übergewicht in die Milliarden, aber hey, alles nicht so schlimm: 
Man wird nicht zwingend krank an den Folgen von Übergewicht, zumindest kann es unter bestimmenten Bedingungen sein, dass man durch sein Übergewicht kein höheres Diabetisrisko hat. Herr Andreas Fritsche kennt sogar viele Übergewichtige die kein Diabetis haben, na wenn das nicht beruhigt. Außerdem müssen sogenannte "glückliche" Dicke keine Prävention machen, wie gut, dass sie immerhin 1/3 (33%!) der Gruppe von Herrn Fritsche ausmachte. 66% mussten übrigens was tun um das ihr Diabetis-2-/Herkrankheiten-Risiko zu verringern, erwähnenswert war das anscheinend nicht.

Wenn man den Artikel liest, könnte man fast meinen, das Diabetis fast die einzige Folgeerkrankung von Übergewicht sein könnte, leider stimmt das nicht ganz, ich zitiere an dieser Stelle mal aus der Wikipedia:  http://de.wikipedia.org/wiki/Adipositas#Folgen

"Viele Zivilisationskrankheiten hängen direkt mit Übergewicht zusammen. Adipositas ist ein hoher Risikofaktor für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Kommen andere Erkrankungen dazu wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes Cholesterin, bzw. LDL) oder Bluthochdruck, wird die Gefahr einer Herz-Kreislauf-Erkrankung (Metabolisches Syndrom) nochmals deutlich erhöht, ebenso das Risiko eines verfrühten Todes.

Adipositas erhöht das Risiko für arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), Diabetes mellitus Typ 2 (Altersdiabetes, Zuckerkrankheit), RefluxHerzinfarkteArteriosklerose,SchlaganfälleBrustkrebsArthrose, degenerative Wirbelsäulenerkrankungen, GallenblasenerkrankungenGicht und das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom. Ab einem BMI von 30 ist das Krankheitsrisiko deutlich erhöht.[15]

Adipositas ist darüber hinaus auch ein Risikofaktor für eine Verminderung der kognitiven Leistungsfähigkeit und für Demenzerkrankungen, einschließlich der Alzheimer-Krankheit.[16][17] Dies könnte zumindest zum Teil mit dem Diabetes mellitus zusammenhängen, von dem man heute weiß, dass er mit einem erhöhtem Risiko für Alzheimer-Krankheit assoziiert ist.[18][19] Eine Rolle spielen hierbei Defekte des Gefäßsystems, der beeinträchtigte Insulin-Metabolismus und Signalweg und ein Defekt imGlukosetransportmechanismus im Gehirn.[20] Neuere Untersuchungen zeigen, dass mit zunehmendem BMI das Risiko für eine Atrophie (Gewebsschwund) bestimmter Hirnareale und in Folge das Risiko für eine Demenz steigt.[21] Betroffen von der Schrumpfung des Gehirngewebes sind vor allem der Frontallappen, Teile des Scheitellappens und derHippocampus. Noch nicht abschließend geklärt ist allerdings, ob der Hirngewebeschwund zuerst auftritt und das Übergewicht hierdurch erst ausgelöst wird, da sich in den betroffenen Regionen auch Hirnzentren befinden, welche die Nahrungsaufnahme und den Stoffwechsel beeinflussen.[22]

Auch die seelischen Folgen der Adipositas sind gravierend. Die Betroffenen fühlen sich oft als Versager und Außenseiter. Oft treten psychische und sogar wirtschaftliche Schäden für die Betroffenen auf, weil Fettleibigkeit gesellschaftlich nicht toleriert wird und Betroffene oft sozial und beruflich ausgegrenzt werden. Adipositas kann beispielsweise einer Einstellung in den öffentlichen Dienst oder einer Verbeamtung entgegenstehen.[23][24]

Die finanziellen und sozialwirtschaftlichen Folgen von Übergewicht sind enorm. Allein die Schäden am Stütz- und Bewegungsapparat führen zu einer Vielzahl von Therapien bis hin zu operativen Eingriffen (zum Beispiel Knieoperation, Hüftoperation), die ihrerseits insbesondere bei ausgeprägter Adipositas zu Komplikationen wie Wundheilungsstörungen und verzögerter Wiederherstellung führen.

Andererseits ist es durch epidemiologische Studien erwiesen, dass adipöse Patienten bei einigen Erkrankungen, wie zum Beispiel Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus Typ 2 undChronisches Nierenversagen, bessere Überlebenschancen haben als normalgewichtige. Dieses Phänomen bezeichnet man als Adipositas-Paradoxon.[25]"

Übergewicht ist in den allermeisten Fällen vermeidbar und reversibel, jeder Betroffene muss aber den Willen haben etwas zu ändern und es dann auch tun, es lohnt sich aber!

In dem Artikel wird übrigens auch der Eindruck erweckt, dass Abnehmen vor allem eine Sache der Gene sei, dabei funktioniert abnehmen im Prinzip bei allen Menschen gleich:
Auf Dauer nimmt man ab, wenn man weniger kcal zu sich nimmt als man als Tagesbedarf hat. Auf Dauer funktioniert das IMMER und bei JEDEM!. Das schöne daran ist auch, dass ich gleich zwei Stellschrauben habe, an denen ich drehen kann:
Durch Sport und körperliche Aktivität kann ich den Tagesbedarf steigern, durch das was (& vor allem wieviel) ich esse bestimme & regel ich meinen kcal-Zufuhr.

Wichtig ist es hierbei zu sagen, dass es auch beim Abnehmen sehr wichtig ist, sich gesund zu ernähren und Kalorien zu sich zu nehmen, der Körper braucht Energie um vernünftig zu arbeiten!

Sie als Autor haben eine Verantwortung wenn Sie einen Artikel wie diesen schreiben und genau diese Verantwortung haben Sie hier scheinbar vergessen. Übergewichtige Menschen benutzen Artikel wie diesen hier als Rechtfertigung nichts gegen ihren krankhaften Zustand zu tun! Raucher verharmlosen die Folgen ja auch immer wieder, trotzdem weiß jeder Menschen, das Rauchen auf kurz oder lang tötet, Übergewicht ebenso! Und falls Übergewicht einen nicht direkt umbringt haben die meisten Übergewichtigen früher oder später eine andere Folgekrankheit... Übergewicht zu verhamlosen finde ich einfach nur ekelhaft - und genau das tut Ihr Artikel!

Nansy 31.10.2012 | 17:10

In der Tat, die Panikmache um die angebliche "Epidemie" Übergewicht kann einen schon fassungslos machen.

Eine kurze Recherche in Google fördert folgende Monsterzahlen zu Tage:

"Wie das britische Fachjournal „The Lancet“ in einem Leitartikel berichtet, sind insgesamt mehr als zwei Milliarden Menschen übergewichtig oder fettleibig."
"Weltweit 1,7 Milliarden Übergewichtige, davon 300 Millionen Adipöse"
"Mehr als 1,5 Milliarden Erwachsene Menschen auf der Welt sind einer neuen Untersuchung zufolge übergewichtig."
"Weltweit sind mehr als 1 Mrd. Menschen übergewichtig"
und dann noch: "Eine halbe Milliarde Menschen ist übergewichtig"

Hat noch jemand Lust, eine Schätzung abzugeben? Auf eine Milliarde mehr oder weniger kommt es wohl nicht an. Das hat nichts mit Wissenschaft zu tun, hier soll den Menschen wohl systematisch Angst gemacht werden.

Bezeichnend für die Flexibilität der Grenzwerte ist die Entwicklung des BMI (Body-Mass-Index), der übrigens nichts über Gesundheitsgefahren im Zusammenhang mit BMI-Werten aussagt. Seit Juni 1997 gilt weltweit ein BMI zwischen 18,5 und 25 als Normalgewicht, ein BMI größer als 25 als Übergewicht, und ein BMI größer als 30 als krankhaftes Übergewicht bzw. Adipositas. So wurden 1998 mit Übernahme der WHO-Grenzwerte durch das US-amerikanische Gesundheitsinstitut mehr als 35 Millionen US-Amerikaner übergewichtig, ohne ein Gramm zugelegt zu haben. Vorher galten in den USA weniger strenge Grenzwerte: Frauen galten dort zuvor erst ab einem BMI von 27,8 als übergewichtig und ab einem BMI von 32,3 als adipös. Bei Männern lagen bei 27,3 bzw. 31,1.

Viele Studien zu Übergewicht werden von der Pharmaindustrie finanziert, die ganz zufällig gerade ein paar Abnehmpillen in der Mache haben oder Medikamente zum Senken des Blutdrucks oder des Cholesterinspiegels – wobei die Grenzwerte da durch Lobbyarbeit auch gerne nach unten korrigiert werden.

Es gibt also ein gemeinsames Interesse von WHO und Pharmalobby an Schreckensmeldungen zum Übergewicht bis hin zur absurden Einführung des Begriffs "Epidemie".

h.yuren 01.11.2012 | 09:32

liebe irene,

beim lesen des artikels fiel mir altkanzler schmidt ein, der als beispiel vorlebt, dass die raucherschutzhysterie von unbekannten mächten gesteuert sein muss, denn schmidt qualmt schon länger als die durchschnittsraucher und hat noch beide beine.

jede position ist in frage zu stellen, theoretisch. cui bono? zumindest die glücklichen dicken brauchen den trost nicht. sie sind ja schon glücklich und gesund. also cui bono?

Martin Gebauer 03.11.2012 | 18:31

 „9% aller deutschen Kindergeburtstage werden inzwischen bei McDonald’s gefeiert.“

Wir haben inzwischen schon 4 mal bei McDonalds gefeiert. Und ich muß sagen, für die Kinder ist es immer wieder ein Erlebnis...

Wir spielten fröhlich im Spielzimmer und dann kamen die Happy Meals, genau so, wie es jedes Kind reserviert hatte, die einen mit Hamburger, die anderen mit Cheeseburger, die dritten mit Chicken Mc Nuggets 

http://www.ciao.de/Erfahrungsberichte/McDonald_s_Kindergeburtstag__469615/Start/15

 

 

Kimchitakopoke 06.11.2012 | 03:50

Sie haben ein ausgepraegetes vorstellungsvermoegen, das aber mit dem stand der medizin und wissenschaft gar nichts zu tun hat. Und um fiktion als real  erscheinen zu alssen finded mann immer einen schlechten artikel den am anfuegen kann, selbst bei pubmed (by the way nicht alle artikel sind peer reviewed). Ihr artikel is in Chinesisch, und das komplette journal seit erscheinen wurde etwas ueber hunder mal zitiert. Wahrscheinlich in aehnlich serioesen journalen. Ihrer uebersetzung nach zu deuten (vom abstract) verstehen Sie weder English noch irgendas medizinisch/wissenschaftliches. Bitte schreiben Sie nicht mehr ueber solche themen. Sie koennten Leute wie Sie verwirren

chrislow 06.11.2012 | 10:37

Gesundheit ist auch nicht vom Körpergewicht/fettanteil abhängig. Adipöse tendenzen weisen nur auf ein Problem hin - sind also nur eine Nebenwirkung... parallele Entwicklung. Niemand ist grundsätzlich krank, weil er dick ist. Es ist eher umgekehrt; sie werden dick, weil sie krank sind. (oder weil sich im Körper eine andere Symptomatik ereignet und diese auf irgend einer Weise mit dem Essverhalten oder/und dem Stoffwechsel Einfluß ausübt. )

Klar ist, dass Essverhalten den Stoffwechsel konditioniert, aber auch der Stoffwechsel das Essverhalten beeinflußen wird. Wenn man nun versucht herrauszufinden, was zuerst war, hat man recht schnell keine eindeutigen Zusammenhänge mehr und kann/wird nur noch am deutlichsten Symptom Pfuschen. Das hiesse dann eben traditionell ... Diät.

 

Ist unterstelle hier grundsätzlich eine neurologische Ursache/veränderung, die sich auf die ganze Persönlichkeit und seiner Organchemie auswirkt. Aber da unser neurologisches Organ noch nicht hinreichend erforscht ist, bleibt jede Therapie ein Pfuschen am Symptom.

Martin Gebauer 07.11.2012 | 12:33

Alles, was ein Kind an wichtigen Erfahrungen über sich selbst, über seinen Körper und seine Beziehung zur äußeren Welt gesammelt hat, ist in Form bestimmter Verschaltungsmuster von Nervenzellen in seinem Gehirn als innere Repräsentanz verankert worden, das meiste bereits während der frühen Kindheit, vieles davon auch schon vor der Geburt. Jede neue Wahrnehmung, also ein neuer Duft, eine neue Berührung, ein neues Geräusch oder ein neuer Sinneseindruck erzeugt im Gehirn ein entsprechendes Aktivierungsmuster, ein „Wahrnehmungsbild“. Im Gehirn wird nun versucht, ein bereits vorhandenes Nervenzell-Verschaltungsmuster zu aktivieren (ein „Erinnerungsbild“), das irgendwie zu dem durch die neue sinnliche Wahrnehmung entstandenen Aktivierungsmuster passt. Stimmen beide Bilder (das vorhandene Erinnerungsbild und das neue Wahrnehmungsbild) völlig überein, so

wird der neue Eindruck als bekannt abgetan und entsprechend (routinemäßig) beantwortet. Kann keinerlei Überlappung zwischen dem Neuen und irgendeinem 4 bereits vorhandenen Bild hergestellt werden, so passiert gar nichts. Das neue Wahrnehmungsbild wird gewissermaßen als ein nicht zu den bisherigen Erfahrungen passendes Trugbild verworfen. ...

Interessant wird es immer dann, wenn das aus dem Gedächtnis abgerufene Erinnerungsbild zumindest teilweise zu dem neuen

Wahrnehmungsbild passt. Dann wird das alte Muster so lange geöffnet, erweitert und umgestaltet, bis das durch die neue Wahrnehmung entstandene Aktivierungsmuster in das nun modifizierte Erinnerungsbild integriert werden kann. Das wird dann als erweitetes inneres Muster festgehalten und für künftige Wahrnehmungen zum Abgleich erneut abgerufen. Dieses Muster bestimmt nun auch seine künftigen

Erwartungen. Ein Mensch nimmt also nie alles wahr, was ihm angeboten wird, sondern nur das, was irgendwie zu seinen Vorstellungen und Erwartungen (also zu seinen bisher gemachten Erfahrungen) passt, also Sinn macht. Zug um Zug werden auf diese Weise die komplizierten Nervenzellverschaltungen in den verschiedenen Regionen aufgebaut. Die von den Sinnesorganen ankommenden Erregungsmuster werden dabei benutzt, um immer stabilere und zunehmend komplexer werdende „innere Bilder“ in Form bestimmter Verschaltungsmuster in den verschiedenen Hirnregionen zu verankern.

Karg-Forum, Nürnberg 06.-08.11.2007 Prof. Dr. G. Hüther, Prof. für Neurobiologie, Universität Göttingen, Mannheim/Heidelberg

 

Martin Gebauer 07.11.2012 | 13:06

Wenn also im Körper an irgendeiner Stelle etwas passiert das zu einer Abweichung oder Störung, dieser frühzeitig eingeprägten Muster führt, so wird im Gehirn eine Reaktionskette ausgelöst, die erst dann zum Stillstand kommt, wenn das ursprüngliche Körperbild wieder erreicht wird.

Es kann Jahre dauern, bis ein neues Körperbild ins ursprüngliche Bild integriert ist und dauerhaft als positiv erlebt wird, weil zusätzlich zum neuen Körperbild alle alten Belohnungs-Muster überschrieben werden müssen und dieses gelte gleichermaßen für alle mit dem Körperbild verbundene Charaktereigenschaften.

Martin Gebauer 23.11.2012 | 06:35

In Afrika ist Fettleibigkeit die neue Hungersnot

Während Hunger bei Kindern seit jeher das dringendste Problem in afrikanischen Ländern ist, also je unterernährter im Wachstum verkümmerte Kinder sind, desto übergewichtiger als Erwachsene.

Dies bedeutet, dass die Länder in Afrika durch Unterernährung sowie von Infektionskrankheiten wie Malaria und HIV / AIDS geplagt sind , droht zusätzlich eine Gefahr von chronischen gesundheitlichen Problemen wie Diabetes und Herzerkrankungen.

Eine neue Studie ergab, dass Babys die von fettleibigen Müttern geboren, viel eher zu sterben - eine verheerende Situation im subsaharischen afrikanischen Ländern, die bereits einige der weltweit höchsten Kindersterblichkeit hat.

Die Menschen streben danach viel zu essen, damit sie nicht als arm bezeichnet werden.

Quelle:

http://www.globalpost.com/dispatch/news/regions/africa/south-africa/121119/african-health-obesity-malnutrition