R.M.
10.05.2013 | 15:18 2

Schluss aus! Bagger drüber -

Ruhrgebiet Egal in welche der üblichen Richtungen man sich bewegt, es ist zu spät für das Ruhrgebiet!

Bereitstehender Liebherr-BaggerKeine Perspektive mehr in Sicht: wirtschaftlich, kulturell und auch für das Leben der Menschen. Die letzten bzw. aktuellen Sparwellen dienten und dienen dazu, die sogenannten ‘Stärkungsgelder’ vom Land zu erhalten, bei denen es darum geht, nicht von der Landkarte gestrichen zu werden. Regulär wäre es mit meisten Städten längst vorbei! Schluss aus! Bagger drüber!

Die Steuern für die Wirtschaft sind in der Region bereits – relational betrachtet – viel zu hoch. Niemand bekommt mehr etwas dafür, und kaum jemand von außen ließe sich auf solche Bedingungen ein. Es sei denn, man sieht die Chance, noch etwas aus der weitgehend trockenen Zitrone zu pressen. Die ‘Stärkungsgelder’ werden die wirtschaftlichen Bedingungen der Region nicht verbessern, lediglich zeitweise verhindern helfen, dass die Bagger kommen.

Es geht schon lange nicht mehr um Kultur, auch nicht um Wirtschaft, sondern um Leben und Tod. Die Politik gesteht dies öffentlich jedoch nicht ein. Ihre Zukunft wäre gefährdet, und nur um ihre Zukunft geht es ihr noch. Und um den Schein. Die Region ist längst reif für den Urwald, der nach den Baggern käme!

Das heißt aber auch, dass es für typische Kritiken zu spät ist, in denen z.B. die Kultur als Teil des Lebens, ja des demokratischen Lebens der Bürger ausgewiesen wird. Sie verfangen nicht mehr. Die Kultur ist am Ende, weil die Wirtschaft schon lange am Ende ist. Und die Wirtschaft ist am Ende, weil die Politik fachlich bereits sehr sehr lange am Ende ist. Und doch ist es gerade sie, der es von allen am besten geht. Eine Zukunft sehe ich – unter gleichbleibenden Bedingungen – nicht.

Zu beantworten wäre, was unter Berücksichtigung ALLER relevanter Faktoren getan werden könnte … Ich fragte in diesem Zusammenhang schon einmal lokal – speziell mit Bezug aufs Ruhrgebiet: Wie wärs mit einer Revolution?

Kommentare (2)

Ernstchen 10.05.2013 | 18:40

Die Kultur ... ach wenn es doch im politischen Tagesbetrieb einmal um Kultur ginge!! Ich ließe mich kurz blenden und bräche in einen ausufernden Jubeltanz aus. Wirtschaft, Wirtschaft, Außenpolitik, Innenpolitik, Wirtschaft, Wirtschaft, Energiepolitik, Gesundheitspolitik, Wirtschaft, Wirtschaft, Wirtschaft, Bildung. Und mitten da drin: Kultur! Das wäre doch was!! Darauf ließe sich anstoßen! Den Gedankengang, der unweigerlich bei dem Wörtchen Revolution Halt macht, den kenne ich. Aber es erscheint mir in Zeiten globaler Vernetzung als unmöglich, national. International ja. Aber es wird sich kein Aufhänger finden lassen worüber sich Deutsche, Nordkoreaner, Indonesier, Chilenen und die Bewohner Grönlands einug wären. Ich dachte früher dieser Gedanke ist: Wir dürfen diesen Planet nicht weiter schänden und ausbeuten. Aber keider ist auch das kein common sense ...

R.M. 11.05.2013 | 19:29

Herzlichen Dank für den Kommentar. Kultur ist in Deutschland hauptsächlich eine Sache der Länder und Kommunen. Ein schwerwiegendes Problem ist durch die Verlagerung von Sozialkosten, die zuvor vom Bund getragen wurden, hin zu den Kommunen entstanden. Regionen, die im Strukturwandel sind, Ostdeutschland und das Ruhrgebiet seien hervorgehoben, und überdurchschnittlich hohe Aufwendungen bei den Sozialleistungen erbringen müssen, bleibt kaum Geld für die Kultur. Da Kultur als freiwillige Leistung gilt, wird dort zuerst gespart.

Eine Revolution wäre im Ruhrgebiet bereits die Abschaffung der 'Fürstentümer':  Stellen Sie sich eine Städteregion vor, in der jeder gegen jeden kämpft, die wirtschaftlich am Ende ist, weil die bisherigen Branchen niedergingen, die nichts als überhöhte Gewerbesteuern und wenig Kaufkraft anzubieten haben. Und dazu noch im Schatten der nahen Landeshauptstadt (Düsseldorf) liegt. Von außen wirkt die Region wie ein Friedhof, darüber können auch Kampagnen und Kulturereignisse nicht hinwegtäuschen. Die Revolution wäre, sich zusammenzuschließen, eine Metropole zu entwickeln, anstatt nur per Marketing vorzugeben, eine Metropole zu sein. Damit entständen ganz neue Voraussetzungen, in Verwaltung, Politik, Kultur, Nahverkehr ... , die auch für die Wirtschaft von Interesse sein könnten ... Bei einer Revolution muss es nicht stets um alles, auch um eine Erlösung gehen ...