siegstyle
06.02.2013 | 10:54 5

Doktorgrad, das Stalingrad der Minister

Satire Schavan ist die neue Guttenberg: Es warten aber noch weitere Doktoren-Bomben im Kabinett Merkel. Wir stellen sie heute exklusiv vor

Doktorgrad, das Stalingrad der Minister

"Dracula jagt Frankenstein"

Screenshot: Trailer

Ob Karl-Theodor (steht bei uns im Fußballtor) von und ab und zu Guttenberg, Silvana (Miss Europaparlament) Koch-Mehrin oder „Person und Gewissen“ in einem Annette Schavan: Sie alle wurden von den grassierenden, tödlichen Promoviren dahingerafft. Oder wie die BILD heute titelte: „Das Kabinett ist außer Doktorrand und Band.“ Immer mehr Doktoren geben freiwillig ihren Titel zurück und hoffen so auf eine Strafmilderung, wie zum Beispiel Steuersünder.

Wir haben uns im Kabinett Merkel bei weiteren Ministern umgehört:

Dr. Frankenstein (Verteidigungsminister): „Natürlich habe ich meine Doktorarbeit „Mumien, Monster, Mutationen“ aus mehreren Teilen zusammengesetzt. Dies war schon immer Teil meiner Arbeitweise, fragen Sie Graf Gut...äh Dracula.. So habe ich erst vor wenigen Jahren ein Monster Namens Daniela Katzenberger erschaffen. Dabei habe ich erstmals mit Materialien wie Botox, Silikon und Spatzenhirn gearbeitet. Ich kann die Aufregung um meine Doktorarbeit nicht verstehen und ich werde auch nicht zurücktreten. Da müsste ich ja erst sehen, welches Teil von mir zurücktritt.“

Dr. Jekyll (Entwicklungshilfeminister): „Man nennt mich ja auch Dr. Jekyll und Mr. Niebel. Ich habe eine gespaltene Persönlichkeit: Ich bin Entwicklungshilfeminister, obwohl ich die Entwicklungshilfe abschaffen will. Schizophren, oder? Bei meiner Doktorarbeit zum Thema „Ich und ich – das ist zweierlei“ ist nicht sicher, wer sie geschrieben hat: Ich oder ich. Selbst Vroniplag ist an mir und mir verzweifelt (übrigens auch wie der afghanische Teppichhändler, mit dem Ich und Ich um den Preis schacherten).

Dr hc Hase Cäsar (Gesundheitsminister): „Theorie der Praxisgebühr“ lautete das Thema meiner Doktorarbeit. Die habe ich damals für 20 Mark (heute 10 Euro) von einem Ghostwriter schreiben lassen. Später wurde die Praxisgebühr dann Bahr jeder Vernunft eingeführt und dann sogar gängige Praxis. Das mit dem Ghostwriter ist natürlich doof, aber als Hase konnte ich ja gar nicht schreiben, sondern nur hoppeln. Darum hoppel ich jetzt auch ganz schnell aus dem Kabinett.

Dr. Bob (Wirtschaftsminister): „Als Wirtschaftsminister muss ich nicht nur parteiinterne FDP-Kröten schlucken, sondern auch CSU-Kakerlaken und CDU-Kamelpenisse. Das ich dafür keinen Doktor gemacht habe, dürfte ja jedem klar sein. Meine Doktorarbeit zum Thema „Entwicklung der Inflation anhand des Grimme-Preis“ sollte mir rote Teppiche auslegen von hier bis sagen wir mal zur Verleihung der goldenen Henne. Aber nüscht war’s. Wenn man dann noch einen „Parteifreund“ wie Brüderle hat, der unbedingt ins Kabinett will, weil er meint das wäre ein Wein. Was will man da noch machen, außer seinen Doktor zurückzugeben und das Himmelreich zu suchen? Obwohl Himmelreich, da komm ich ja vom Regen in die Traufe!“

Dr. Alban (Kulturstaatssekretär): „Zugegeben: Meine Doktorarbeit zum Thema „Krise der Euro-Disco anhand des Beispiels Nord-Zypern.“ war in weiten Teilen gesamplet und dann neu von mir abgemischt worden. Ich nenne so was Mashup, die Leute da draußen Sauerei. Ist halt immer die Frage, auf welcher Seite des Mischpults man sitzt. Als Nachfolger der ehelamigen Pop-Beauftragten Stigma Gabriel, war ich der Roberto Blanco des Kabinetts mit dem Motto „Ein bisschen Copy&Paste muss sein.“ Ich trete jetzt zurück, denke „nach mir die SintfluT“ und „SING HALLELUJAH DADDADAADADADA...“

Dr. Sommer (Familienministerin): „BRAVO! Ich finde es echt gut, dass das mit meiner Doktorarbeit endlich mal aufgeklärt wird. Ich will sowieso nicht mehr arbeiten, ich kassier einfach das Betreuungsgeld und verschwinde dahin, wo ich hingehöre als Frau: Hinter den Herd. In meiner Freizeit male ich dann moderne Frauenbilder im Stil des 15. Jahrhunderts. Und zwar nicht nur im Sommer, sondern auch im Herbst meiner Karriere.

Dr. Oktopus (Innenminister): „Lebensräume von Datenkraken“ war ein Thema, welches mich auch ganz persönlich interessiert hatte. Ich hatte alle Krakenhände voll zu tun, die Arbeit nicht zu schreiben. Immer wieder störte mich Spiderman, gerade wenn ich mich an meine Schreibmaschine setzen wollte. Schließlich kopierte ich weite Teile der Arbeit auf Betamax-Cassetten und reichte sie bei meinem Doktorvater, dem grünen Kobold, ein. Das hatte damals niemanden interessiert. Da aber neben Mord, die Erschleichung eines Doktortitels nicht verjährt, bin ich jetzt gefangen im Netz meiner Lügen. Das war bestimmt Spiderman!

Kommentare (5)

Heinz Boxan 07.02.2013 | 14:30

EU–Bürger haben ab sofort die Möglichkeit bei der Uni Jerewan den Titel Dr. Plagiatus zu erwerben. Gebühr: 529,22 AMD = 1€.

Steuerlich voll absetzbar!

Bedingung: Dissertation mindesten Zweizeiler, egal über was, Hauptsache unverständlich. Bei Bedarf erfolgt Hilfe durch ansässige

Dr.-Väter. Mehrkosten 265,43 ADM.

Dieser Titel ist nicht löschbar, ebenso wenig wie das Dr.- Ausweis-Tattoo auf dem A…..ch was soll’s.