Robin McKie
12.03.2012 | 15:10 52

Vergifteter Diskurs

Treibhauseffekt Michael E. Mann hat als Klimawarner viel Prügel eingesteckt. Jetzt schlägt der Urheber des sogenannten Hockeyschläger-Diagramms zurück

Er erhielt Morddrohungen. Er wurde beschuldigt, Forschungsgelder veruntreut zu haben. Man beschimpfte ihn, versuchte ihn einzuschüchtern. Und man stahl seine Emails. Kein Klimawissenschaftler hat die Attacken von Klimawandel-Leugnern in den vergangenen Jahren mit ähnlicher Wucht zu spüren bekommen wie Michael E. Mann. Doch der Urheber des sogenannten Hockeyschläger-Diagramms, auf dem zu sehen ist, wie schnell die globale Temperatur in den vergangenen Jahrzehnten angestiegen ist, wird nun ein Werk veröffentlichen, in dem er die „hinterhältigen und zynischen“ Methoden seiner Gegner detailliert offenlegt. The Hockey Stick and the Climate Wars (Columbia University Press, ab April auf Englisch) ist ein erschreckendes Dokument darüber, wie ein Wissenschaftler verfolgt wird, nur weil er versucht, die Wahrheit zu sagen.

Zu den Taktiken, die Mann-Gegner sich zu eigen machten, gehörten auch der Diebstahl und die Veröffentlichung von E-Mails, die er sich mit dem Klimatologen Phil Jones von der Universität von East Anglia geschrieben hatte. Aus dem Zusammenhang gerissene und verzerrte Fassungen dieser Mails wurden dann im Internet veröffentlicht, um die UN-Klimagespräche zu untergraben, die wenige Wochen später in Kopenhagen stattfinden sollten – und die schließlich scheiterten. Der Missbrauch der E-Mails um die Kopenhagener Klimaverhandlungen im Keim zu ersticken, „war ein Verbrechen gegen die Menschheit, ein Verbrechen gegen den Planeten“, sagt Mann, der seit 2005 an der Pennsylvania State University forscht.

In seinem Buch schreibt Mann nun, „der öffentliche Diskurs“ sei „auf Jahre hinaus durch die Desinformationen vergiftet, deren Verbreitung von Unternehmen bezahlt wird. Das betrifft nicht nur den Klimawandel, sondern auch gesundheitliche, umweltpolitische und gesellschaftliche Gefahren.“ Die Auswirkungen für den Planeten seien düster.

Korallen, Eis und Bäume

Mann wurde zum Hassobjekt von Klimawandel-Leugnern, weil seine Untersuchungen offenbarten, dass die Temperaturen rund um den Globus seit Beginn des 20. Jahrhunderts um fast ein Grad Celsius angestiegen sind. Dieser Temperaturanstieg, wie es ihn „mindestens während der vergangenen 1.000 Jahre“ nicht gegeben habe, wird von Experten seither übereinstimmend mit gestiegenen CO2-Emissionen von Kraftfahrzeugen, Fabriken und Kraftwerken in Zusammenhang gebracht. Manns Erkenntnisse wurden durch viele weitere Studien gestützt. Die Leugner des Klimawandels weisen Manns Schlüsse allerdings nach wie vor zurück. Besonderen Zorn zogen Manns Untersuchungen auf sich, nachdem sie vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen 2001 in dessen drittem Sachstandsbericht zitiert wurden (siehe Kasten). So wurde er zum Ziel rechter Skpetiker.

Dabei stieß der 46-Jährige rein zufällig auf sein heutiges Forschungsgebiet. „Ich interessierte mich eigentlich für die Schwankungen der Meerestemperaturen der vergangenen tausend Jahre. Da es über diese Veränderungen keine Berichte gibt, musste ich mich an bestimmten Dingen orientieren: am Wachstum von Korallen, an Eisbohrkernen und Baumringen.“

Bald wurde dem Forscher klar, dass er anhand derartiger Untersuchungen die Temperaturschwankungen der ganzen Erde über 1.000 Jahre weit zurückverfolgen konnte.

Weißes Pulver mit der Post

Das Ergebnis war jenes Schaubild, auf dem zu sehen ist, wie die Temperatur während dieses Zeitraums immer ein wenig schwankte, bis sie vor etwa 150 Jahren sprunghaft anstieg – ein deutlicher Hinweis darauf, dass menschliches Handeln mit großer Wahrscheinlichkeit eine Rolle spielte. Ein Kollege meinte, das Schaubild sehe aus wie ein Hockeyschläger – der Name blieb hängen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden 1998 im prestigeträchtigen Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht. Manns Leben sollte sich nun für immer verändern.

„Das Problem ist, dass das Hockeyschläger-Diagramm zum Symbol wurde. Und diejenigen, die den Klimawandel leugnen, dachten, wenn es ihnen gelänge, dieses Symbol zu zerstören, würde die ganze Vorstellung des Klimawandels in sich zusammenbrechen. ,Wenn wir Mike Mann zu Fall bringen, dann können wir damit auch das IPCC zu Fall bringen‘, dachten sie sich. Es handelte sich um eine für die Leugner-Bewegungen nachgerade klassische Strategie, wie mir scheint. Und ich meine damit nicht nur diejenigen, die die Vorstellung von der Erderwärmung zurückweisen, sondern auch die, die darauf beharren, Rauchen verursache keinen Krebs oder die industrielle Verschmutzung habe nichts mit dem sauren Regen zu tun.“

Ein „potemkinsches Dorf“ aus politischen Stiftungen eröffnete das Trommelfeuer an Einschüchterungen auf ihn, wie Mann es formuliert. Diese Gruppen wurden wiederum durch Unternehmen wie etwa Koch Industries oder die vier Scaife Foundations ins Leben gerufen. Sie tragen Namen wie Cato Institute, Americans for Prosperity oder Heartland Institute. Diese Gruppen bombardierten Mann mit Anfragen zur Informationsfreiheit und der republikanische Kongress-Abgeordnete Joe Barton lud ihn schriftlich vor, um Zugang zu seiner Korrespondenz zu erhalten. Angeblich ging es darum, die Dinge zu klären. Das eigentliche Ziel aber bestand darin, Mann einzuschüchtern.

Anruf beim FBI

Gleichzeitig wurde er auch von dem republikanischen Generalstaatsanwalt von Virginia, Ken Cuccinelli, angegriffen, der eine Kampagne startete, um den Wissenschaftler um dessen akademische Reputation zu bringen. Mehrere Untersuchungsausschüsse haben Manns Arbeit untersucht und alle haben ihn entlastet und ihm bestätigt, dass er sich keines wissenschaftlichen Fehlverhaltens schuldig gemacht hat.

Mann wurden aber nicht nur E-Mails gestohlen, er hat auch Tausende mit zutiefst widerwärtigem Inhalt bekommen. „Sie und Ihre Kollegen sollte man zusammen mit Ihren ganzen, gottverdammten Familien erschießen, vierteilen und den Schweinen zum Fraß vorwerfen“, hieß es in einer. „Ich hatte gehofft, ich würde in den Nachrichten von Ihrem Selbstmord erfahren“, lautete eine andere.

Dabei hatte er lediglich eine Studie veröffentlicht, in der er in vorsichtigen Worten behauptete, dass die Erde in den vergangenen Jahrzehnten unerwarteter Weise angefangen habe, sich stärker zu erwärmen. „Einmal musste ich das FBI rufen, nachdem ich einen Brief erhalten hatte, der ein Pulver enthielt. Es stellte sich als Maismehl heraus. Auch hier ging es darum, mich einzuschüchtern. Am Ende waren alle meine Fenster und Türen mit dem Sicherheitsklebeband der Polizei zu gesichert. So sieht das Leben eines Klimawissenschaftlers in den USA heutzutage aus.“

Mann will dennoch nicht aufgeben. „Ich habe eine sechsjährige Tochter, die mich daran erinnert, wofür wir kämpfen.“ Er ist zuversichtlich, dass die Klimawandel-Leugner mit ihren Unterstützern in der Öl- und Kohleindustrie im Rücken den Bogen überspannt haben und die Wissenschaftler so sehr gereizt haben, dass diese sich jetzt zur Wehr setzen. Er verweist auf einen kürzlich in Science veröffentlichten Brief, in dem Forscher vor den Gefahren der gegenwärtigen Angriffe auf Klimawissenschaftler warnen. Sie fordern „ein Ende der an die McCarthy-Ära erinnernde Androhung von strafrechtlicher Verfolgung gegen Kollegen, die sich auf versteckte Anspielungen und Vorurteile stützen; der Gängelung von Wissenschaftlern durch Politiker, die davon ablenken wollen, dass sie nicht handeln wollen; und der schamlosen Lügen, die über Klimaforscher verbreitet werden.“ 250 Mitglieder der amerikanischen National Academy of Sciences haben die Forderung unterzeichnet. Darunter elf Nobelpreisträger. Und Mann ist dankbar. „Worte wie diese geben mir Hoffnung“, sagt er.

Robin McKie ist Wissenschafts- und Technikredakteur des britischen Observer.
Übersetzung: Holger Hutt

Kommentare (52)

Columbus 12.03.2012 | 20:07

Bestes (linkes) Boulevard. Viel Information, verknüpft mit einem glaubwürdigen Persönlichkeitsbild des streitbaren Wissenschaftlers, der nie aufgibt, aber nun einmal auch einmal berichtet, was ihm persönlich zusetzte. Dazu gibt es noch einen dF-Redaktionshintergrund. Was will ich Leser mehr?

Gut, es fehlt eine Anmerkung dazu, ob der neue, wieder mehr öffentlichkeitsaktive M.E.M., nach dem Gang zum Friseur oder vor ihm geboren wurde (siehe Foto). - Mittlerweile ist Mann auch als Wissenschaftler wieder voll rehabilitiert (Frau Zinkant schrieb es), nachdem an der Penn-State ein ziemlich hartes Verfahren, wegen der bösen Verdächte aus de eMail-Affäre lief, und auch der Bericht der National Science Foundation der USA hat ihn frei gesprochen. Übrigens Freispruch erster Klasse!

Als Mann begann, Jahresringstudien, Isotopen-Dentrochronologie, Eisbohrkerne und Naturbeoabchtungen zusammen zu bringen, da kam man "wissenschaftlich gesichert" ca. 1500 Jahre zurück.
Heute gilt als sehr wahrscheinlich, dass ein vergleichbar schneller Klimawandel, wie wir ihn derzeit erleben, eher hunderttausende Jahre zurück liegt (Kopenhagen Diagnose Bericht, 2009).

Weiter, weiter
Christoph Leusch

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helena-neumann 12.03.2012 | 20:48

"Bestes (linkes) Boulevard. Viel Information, verknüpft mit einem glaubwürdigen Persönlichkeitsbild des streitbaren Wissenschaftlers, der nie aufgibt, aber nun einmal auch einmal berichtet, was ihm persönlich zusetzte. Dazu gibt es noch einen dF-Redaktionshintergrund. Was will ich Leser mehr?"

Ich schließe mich Ihrer Meinung an, Columbus! Besser hätte man es nicht auf den Punkt bringen können.
Allerdings bedarf es eines starken Naturells, diese Anfeindungen auszuhalten und unbeirrt weiterzumachen. Das kann man nicht voraussetzen. Hut ab vor Michael Mann!

Weiter, weiter so gegen schrägen Populismus - gegen Klimawandelleugner!

HN

Calvin 13.03.2012 | 10:59

@ aristo

Gähn...

Die Industrie regt sich zu unrecht auf, spielt ihr doch die Treibhauserwärmung in die Tasche: Wer zahlt horrende Energiepreise? Der Verbraucher.
Wer glaubt die Klimaerwärmung mit Bio aufhalten zu können? Der Verbraucher.
Wer bezahlt den Wahnsinn?
Der Verbraucher.

Das ist der eigentliche Skandal: Das die dafür verantwortlichen Politiker nicht nackt durch die Straßen gejagt werden. Damit wenigstens einer was von der Klimaerwärmung hat.

Dr. E. Schulze 13.03.2012 | 19:45

U. a. findet sich folgende Aussage im Artikel

"....... des sogenannten Hockeyschläger-Diagramms, auf dem zu sehen ist, wie schnell die globale Temperatur in den vergangenen Jahrzehnten angestiegen ist......"

Entscheidender ist, was nicht zu sehen war, nämlich die Temperaturabsenkung während der "Kleinen Eiszeit" zwischen 1600 und 1750 und die mit den heutigen (2012) vergleichbaren Temperaturen der Zeit zwischen 900 bis 1200, die daher als „Mittelalterliches Klimaoptimum“ bezeichnet wird. Beide Perioden sind klimahistorisch reichhaltig belegt. Ihr Fehlen in der originalen Temperaturrekonstruktion von Mann et al. 1999 führte zu heftiger Kritik aus der Disziplin der Klima-Paläontologie. Im immer noch aktuellen Weltklimabericht von 2007 wurde daher eine korrigierte Fassung von Mann et al. im Vergleich zu den Temperaturrekonstruktionen anderer Autoren aufgenommen.
Weiterhin schreiben bzw. übersetzen Sie "....die Attacken von Klimawandel-Leugnern...".
Ein Hauptargument der Kritiker an der CO2-Erderwärmungs These ist der Hinweis darauf, dass sich das Klima ständig ändert und sich auch vor der industriellen Periode geändert hat.
Eine blödere Bezeichnung als "Klimawandel-Leugner" gibt es wohl kaum. Die Verwendung des Wortes "Leugner" in diesem Zusammenhang läßt auf eine bedenkliche Relativierung des Strafbestandes der Holocaust-Leugnung schließen.

Columbus 13.03.2012 | 22:51

Tatsächlich, Calvin, ist der Trickser-Vorwurf (Aristo) nur eines Gähners wert.

Aber, dass die klassische Energiewirtschaft von der Klimawandelforschung und deren bisher noch überhaupt nicht wirksamen Forderungen profitiere, das stimmt nicht. Nur ein sehr kleiner Teil, die neue Energiewirtschaft nämlich, arbeitsintensiv, aber resourcenschonend, kann diese Vorteile z.T. abschöpfen, und soll derzeit wieder ausgebremst werden.

Deren Fähigkeit (der klass.Energiewirtschaft), die Preise über fiktive und reale Eingriffe auf einem weitestgehend deregulierten, also freien Markt, für den Endkunden, also Sie, in einem gewissen Rahmen nach Belieben zu steuern (es darf nur nicht rechtsrelevant danach aussehen), obwohl ausreichend Energie, d.h. Energie in großem Überschuss vorhanden ist, ergibt sich völlig ohne die Klimawandeldiskussion und hätte sich, genau so, auch ohne die ganzen Sekundäreaktionen auf Klimawandel eingestellt.

Daher kämpft die "Industrie", nicht nur versteckt, sondern ganz offen, für die fossilen Energieträger und die Uran-Energie, weil hier die Art und Weise der Gewinnerzielung (Return on investment) bekannt, planbar und vergleichsweise sicher ist, gegen einen schnellen Wechsel auf regenerative, CO-2 freie oder neutrale Energien.

Auf diesen Märkten haben eine Hand voll Anbieter das Sagen und dies wird, über ein Netz tausender
Beteiligungsgesellschaften und über "Scheinbörsen", geschickt getarnt.

Sie verwenden ein sehr wichtiges Wort "Verbraucher". Der hätte es zwar in der Hand, mit einem anderen Konsumverhalten und gewandeltem privaten Investitionsverhalten, kurz und mittelfristig Druck auszuüben. Aber rein marktgesteuert und das ist die eigentliche Absicht der so genannten Industrie, ist es völlig sekundär, ob z.B. Automobile 3 L, 5 L oder 15 L verbrauchen, wenn die 3 Liter für den gleichen, besser einen wesentlich höheren Preis verkauft werden können, als einst die 15 Liter und die Renditen stimmen. Die einzige wirkliche Folge ist, dass die technisch komplizierte Ausbeutung fossiler Energieträger und die Produktion von Uran aus gering materialreichen Quellen, sich wieder lohnt und am Markt bezahlt wird.

In dieser Hinsicht wäre zu viel regenerative Energie, die ihr Potential vor allem regional, dezentral und bei Bedarf ausspielt, sogar eine Gefährdung der Gewinnmaximierungschancen mit Großtechnologie, in den Händen weniger Anbieter oder des Staates.

Was Sie also derzeit sehen, ist der Versuch, auf dem Markt die (hohen) Energiepreise durchzusetzen, die es erlauben den weiteren Verbrauch fossiler Energien und der Uranerze, auch aus den entlegensten Quellen und mit den schwierigsten Bedingungen, produktiv zu halten, obwohl die technisch einfacheren, solaren Produkte und die Windenergie rapide günstiger werden. Käme noch eine Mobiltätswende (Utopie) hinzu, die aus uns Menschen machte, die sich bei Bedarf fahren lassen, statt selbst zu fahren. Diese alte Wirtschaft bräche völlig zusammen.

Die Diskussion um Erderwärmung und Klimawandel, bzw. Treibhausgase CO-2 und CH-4, kann nicht mit Energiemarktinteressen zusammen gesehen werden.
Jeden Monat belegt z.B. die Vorstellung neuer Automobile in den Publikumsmedien, die Ausstattung und Weiterentwicklung in der privaten Haustechnik und bei Gewerbeimmobilien, genau das Gegenteil.

Daher sind auch die ganzen bisherigen politischen Anstregungen über Verbraucherberatung weiter zu kommen, bezüglich des Zieles völlig ineffizient.

Beste Grüße
Christoph Leusch

Columbus 13.03.2012 | 23:28

ad Dr. E. Schulze schrieb am 13.03.2012 um 18:45 :

So, wie es keine Tier-Shoah gibt, gibt es auch keinen Zusammenhang zwischen Klimawandel-Leugner und Holocaust-Leugner. Das ist ein ganz schwaches Argument. Keiner der Wissenschaftler und auch kein enrsthafter Journalist startet diesen Versuch. Auf dem Niveau gibt es zwar Web-Seiten, die sich für besonders "gut" halten, aber das ist wirklich marginal, so wie radikale Tierschützer eine extreme Minderheit darstellen.

Mann konnte 1998 nur eine Korrelation zw. Treibhausgasen und Temp.-Anstiegen einigermaßen plausibel herleiten. Heute ist mehr möglich und die neueren Daten belegen ihn eindrücklich.

Die "kleinen Eiszeiten" und Optima sind Phänomene die auch heute in untersch. Regionen auftreten. Über die globalen Verhältnisse sagen diese Untersuchungen wenig.

Mehr wird hoffentlich klar, wenn nun die ersten globalen Daten aus der Dentrochronologie Indonesiens oder des Amazonas-Gebietes einfließen. Mittlerweile kommt man dort mit den Ringen (6000) und Isotopen-Untersuchungen vielleicht bis zu 25.000 Jahre zurück, weil mittlerweile gelernt wurde, auch Altersbestimmungen an Holzkohlebohrmaterial durchzuführen und zu wissen, wie die Verkohlung berücksichtigt werden muss, um die Ergebnisse für die Klimaforschung zu nutzen. Dann entsteht ein genaueres Bild der globalen Verhältnisse, um Anomalien einzuordnen. Derzeit haben wir das doch auch schon. Z.B. wachsen 3-4% der beobachteten Gletscher dieser Erde.

Beste Grüße
Christoph Leusch

Uwe Theel 13.03.2012 | 23:53

Wa soll diese saublöde Formulierung: "bestes (linkes) Boulevard"?

Boulevard ist eine Form des Journalismus, die die seriöse Information, den Kern der harten Nachricht hinter einer Kulisse eines pseudomenschelnden Voyjeurismus versteckt, unkenntlich macht.

Wird also der Artikel von McKie als guter Nachrichtenjournalismus charakterisiert, kann er kein Boulevard sein.

Es gibt keinen "linken" Boulevard, da Boulevard nicht wirklich unterhaltend, sondern vernebelnd ist. Allerdings gibt es linke Unterhaltung, ergo auch linken Journalismus, der unterhaltend sein kann und informativ. Das aber ist eben, ich wiederhole es, kein Boulevard.

h.yuren 14.03.2012 | 08:59

lieber columbus,

es ist nicht sehr ergiebig, die leugner oder die tierschützer zu zählen, um daraus auf den wahrheitsgehalt einer these oder theorie zu schließen. über wahrheit wird zwar auch irgendwie abgestimmt, aber nur unter den ihr verpflichteten, die die erforderlichen voraussetzungen mitbringen.

dass der artikel mit bezug auf manns neues buch die person in den fokus stellt, verdammt den text hier im freitag nicht zum boulevard, der per definitionem rechts ist.
popularisierung von wissenschaft ist nicht verboten, kann rechts oder links daherkommen. hier sehe ich keine gefahr der rechtsdrehung.

Dr. E. Schulze 14.03.2012 | 10:39

@ed2morrow

Ein logischen Denkfehler ist, dass gerade diejenigen, die mit einer permanenten Änderung des Klimas argumentieren, als Klimawandel-Leugner bezeichnet werden. Darauf habe ich hingewiesen.

Die Verknüpfung eines Begriffs mit der Bezeichnung "Leugner/denier" ist im deutschen und angloamerikanischen Sprachraum keine zufällige Wortwahl, sondern zielt auf gewollte Ausgrenzung. Robin McKie/Holger Hutt sind ja keineswegs die Einzigen, die diesen Begriff in Verbindung mit Kritikern einer anthropogenen Klimabeeinflussung unterschiedlichen Grades benutzen und damit, um es freundlich auszudrücken, historische Reflektion vermissen lassen.

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Ehemaliger Nutzer 14.03.2012 | 12:15

Da ham mer ihn wieder....die große Diskussion über den Klimawandel. Wer ist schuld...kommt er nun oder doch nicht.

Also ich orientiere mich da an der Natur. Die hat sich nämlich schon immer verändert, auch wenn der Mensch dies nicht gerne zugeben will und vorallem aufhalten will. Und ein alter Mann aus meinem Landkreis, der schon seid Jahrzehnten (50 Jahren) private Wetteraufzeichnungen macht, bestätigte dies. Er kann sich dem "schnellen" Klimawandel nicht anschliessen. Das Wetter hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht wesentlich verändert. Auch wenn es die Wissenschaft gerne anders sehen möchte. Es ist der Mensch mit seiner Dummheit, der die Natur nicht achtet und respektiert und sich somit gegen die Natur stellt. Häuser in Überschwemmungsgebieten baut, die schon immer wieder mal überschwemmt wurden. Flüsse begradigte usw. Der Mensch mit seinem Narzissmus, der meint über allem zu stehen.

Ja mit so einem Angstmacher Klimawandel entstehen ganze Industriezweige, wird die Wirtschaft angekurbelt und Interessen durchgesetzt, vorallem aber viel Geld verdient.

Ansonsten verweise ich auf die Zusammenhänge bei Krysmanski.

www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/globalss04.htm

Columbus 14.03.2012 | 15:07

ad h.yuren schrieb am 14.03.2012 um 07:59 :
Lieber H.Yuren,

Das mit dem Boulevard nehmen Sie jetzt zu ernst. Es hat eher was mit dieser "Boulevard" Diskussion beim dF/dFC, zu tun. Die eben nicht unterscheidet, ob es sich um Haarspaltereien oder um Motive, Haltungen und Glaubwüprdigkeiten dreht.

Inhalte, die über den Fachjournalismus hinaus gehen, erkennen Sie doch auch. - Ich finde es notwendig und richtig, in einer Publikumszeitschrift die Motivationen und Haltungen eines Forschers offen zu legen und hier die Rehabilitierung und die vorher auch persönlich gegen Mann gerichteten Anfeindungen vorzustellen.

Das rundet das Bild und sorgt auch für die nötige Würze, denn noch immer gibt es Kritiker, die nicht etwa mit Forschung und Ergebnissen die Klimawissenschaftler angehen, sondern grundsätzlich mit den Begriffen "Lügner, Fälscher, Trickser" arbeiten.

Darum geht es und darum muss es in einer Öffentlichkeit auch gehen, die weitestgehend so geeicht ist, jedes Problem auf eine Personalisierung zurück zu führen. Setzte sich also für Mann
fest, er sei ein "Lügner, Fälscher, Trickser", dann sinkt seine Glaubwürdigkeit und zwar vor allem da, wo viel mehr Menschen angesprochen werden, als ausgerechnet hier beim Freitag. Beim Guardian, dem großen Schwesterblatt des dF, gibt es wenigstens Leute, die ihre falsche Haltung einsehen (z.B. der superkritische Monbiot).

Beste Grüße
Christoph Leusch

Columbus 14.03.2012 | 15:31

ad we Theel schrieb am 13.03.2012 um 22:53:

Klar, gibt es linken Boulevard. Meinen Sie wirklich, Kommune 1, "Der Willi" vom alten Wecker, Neuinszenierungen bestimmter Brecht-Stücke, eine Begeisterung für Ikonen besonderer Art, von Che, den anderen Commandantes, ich schreibe z.b. häufiger "Weiter, weiter" als Gruß, oder "Venceremos", seien keine Boulevard-Äquivalente?

Das gibt es auch in der Wissenschaft. Es ist auch haltungsmäßig schon ein Unterschied, ob man etwa Eduard Teller, Philipp Lenard oder Trofim Lyssenko zu Vorbildern macht, oder ob man sich für Leó Silárd, Albert Einstein, Enrico Fermi, Leona Woods und Lise Meitner interessiert und deren Forscher und Menschengeschichte als vorbildlich ansieht.

Daher ist die Rehabilitierung Manns, auch vor einer prinzipiell unwissenschaftlichen und unkritischen Öffentlichkeit, eine wichtige und berichtenswerte Aufgabe, die ich mit "linkem Boulevard" in Anführungszeichen besser hätte charakterisieren können.

In konservativen Zeitungen finden Sie so etwas kaum, wiewohl doch manche Tendenzen im Feuilleton, z.B. der FAS/FAZ (Dath), immer wieder hoffen lassen.

Beste Grüße
Chrsitoph Leusch

Columbus 14.03.2012 | 16:38

Liebe Karin L.,

Nicht so sehr auf Männer hören, sondern die Natur beobachten. Dann sehen Sie auch, wie schnell der Klimawandel voran kommt.

Ein Beispiel: Wenn Sie das folgende Foto betrachten und wissen, das Tierchen gibt es jetzt auch bei uns und jedes Jahr findet man Exemplare ein paar Kliometer weiter nördlich, dann ist schneller Klimawandel für Sie keine Frage mehr:

1.bp.blogspot.com/-xAUhccWIUNQ/T2CrqsDlGhI/AAAAAAAAAxY/r5_Pc23JJGE/s640/Grabwespe-1.jpg

Beste Grüße
Christoph Leusch

ed2murrow 14.03.2012 | 17:05

Herr Doktor,

von jemandem, dem seine Wissenheit so wichtig ist, dass er sie sogar in seinem Nickname bespiegelt, hätte man folgendes erwarten können: Dass man nicht, wie Sie schreiben, einen Strafbestand (was es so gar nicht gibt) oder eine gesetzte Norm relativieren kann, sondern bestenfalls eine Tat oder ihren (Unrechts-)Gehalt.

Der Unrechtsgehalt des Leugnens ist das in Abrede stellen von Tatsachen. Wir können uns erinnern, dass das sogar zum Gründungsmythos der katholischen Kirche gehört. Oder erinnern Sie sich vielleicht nicht mehr an Simon, genannt Petrus, der die Bekanntschaft mit dem Herrn gleich drei Mal leugnete? Und das erwähne ich nur, um den von Ihnen wohl ebenfalls "leicht" verkürzten historischen Zusammenhang ein wenig auszuweiten.

Umgekehrt, in dem von Ihnen gebrauchten schiefen (sic) Bild versuchen Sie allerdings das zu relativieren, was Michael Mann widerfahren ist, und das kann man getrost mit Hexenverfolgung vergleichen: Auch das war von interssierter Seite gesteuert, richtete sich vornehmlich gegen Menschen, die in der einen oder anderen Weise gegen den Mainstream (das kannte man damals nicht, aber das Gottesurteil des Schwimmens im Strom ist doch auch ganz schön, nicht wahr?) schwammen und diente der Absicherung von Macht. Meine Frage, Herr Doktor: Sind Sie ein Büttel?

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Ehemaliger Nutzer 14.03.2012 | 17:07

Lieber Christoph,

ich hab den Klimawandel ja gar nicht in Abrede gestellt, denn Natur verändert sich eh schon immer. Deswegen gehen und kommen ja auch die lieben Tierchen, entstehen neue Arten.

Mir ist dieses ganze Pseudointellektuelle der Wissenschaft suspekt, zumal es noch oft aufgebauscht wird.

Das ausländische Arten seitens des Menschen eingeschleppt werden (Bsp. Tourismus) steht wohl auch nicht zur Debatte. Inwieweit sich die Arten dann den gegebenen Bedingungen anpassen können und sich verbreiten zeigt sich in solchen Bildern.

Und auf alte Männer höre ich sehr gerne, weil die oft Weise sind :-). Wenn dieser Mann seid Jahrzehnten Wetteraufzeichnungen macht, die nicht mit dem, was Wissenschaftler so aussagen, übereinstimmen, glaube ich so einem alten Mann doch mehr. Das Wetter hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich verändert. Jedenfalls nicht in meiner Region. Und ich kann ihnen versichern, ich beobachte die Natur sehr genau. Schliesslich haben Sie den falschen erwischt...ich bin nämlich im Naturschutzbund. Und selbst da argumentiere ich ab und an gegen die Vorhaben der Naturschützer.

Beste Grüße zurück :-)

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Ehemaliger Nutzer 14.03.2012 | 17:26

Lieber Christoph,

ich hab den Klimawandel ja gar nicht in Abrede gestellt, denn Natur verändert sich eh schon immer. Deswegen gehen und kommen ja auch die lieben Tierchen, entstehen neue Arten.

Mir ist dieses ganze Pseudointellektuelle der Wissenschaft suspekt, zumal es noch oft aufgebauscht wird.

Das ausländische Arten seitens des Menschen, Vögel usw. eingeschleppt werden (Bsp. Tourismus) steht wohl auch nicht zur Debatte. Inwieweit sich die Arten dann den gegebenen Bedingungen anpassen können und sich verbreiten zeigt sich in solchen Bildern.

Und auf alte Männer höre ich sehr gerne, weil die oft Weise sind :-). Wenn dieser Mann seid Jahrzehnten Wetteraufzeichnungen macht, die nicht mit dem, was Wissenschaftler so aussagen, übereinstimmen, glaube ich so einem alten Mann doch mehr. Das Wetter hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich verändert. Das sind auch meine Erinnerungen an die Kindheit. Mal mehr, mal weniger Sonne, Regen und Schnee. Und ich kann ihnen versichern, ich beobachte die Natur sehr genau. Schliesslich haben Sie die falsche erwischt...ich bin nämlich im Naturschutzbund. Und selbst da argumentiere ich ab und an gegen die Vorhaben der Naturschützer.

Beste Grüße zurück :-)

Columbus 14.03.2012 | 17:33

Ich weiß ja nicht, in welcher Region sie diese Erkenntnis gewinnen konnten? Hier am Rhein (Wein, sonstige Vegetation (Zeigerpflanzen), Insekten (Grabwespe, Schwärmer, Zecke, Winterstand von Zugvögeln) hat man schon das Gefühl, dass ein ziemlich rasantes Geschehen im Gange ist. Dabei sind wir gar nicht die Region mit der größten Dynnamik, weil eben gemäßigte Klimate mehr Puffer eingebaut haben, bevor ganze Vegetationsformen ausfallen und aride (trocken) werden.

Die Wanderbewegung der Grabwespe ist übrigens nicht durch Tourismusimporte erklärbar, sondern erfolgte entlang der Erwärmungszone, schrittweise, über die klassischen Nord-Süd-Flusstäler und Verbindungen. Das spricht gegen ihre These, es handele sich um einen Globalisierungseffekt aus der menschlichen Mobilität. Die Grabwespe ist keine Wollhandkrabbe, keine Termite oder exotische Pflanze, die per Schiffsladung oder mit Fluggepäck kam.

Grüße
Christoph Leusch

h.yuren 14.03.2012 | 19:23

liebe leugnerin karinl,
glaub mir, ich bin ein alter mann und habe aufzeichnungen vom wettergeschehen plus phänologische beobachtungen, die bereits die 50 jahre weit überschreiten. es gibt nach meinen aufzeichnungen nichts zu deuteln und zu leugnen, der klimawandel ist eine tatsache.
übrigens kann ich mich erinnern, dass eine erdkundelehrerin bereits in den 50er jahren davon sprach, dass die gletscher in den alpen schrumpfen. heute nimmt der schrumpfungsprozess dramatische formen an. das liegt nicht an den feurigen skifahrern.

Georg von Grote 14.03.2012 | 19:38

Ohne jetzt in Frage stellen zu wollen, dass wir tatsächlich mit unseren Emmissionen Umwelt und auch Atmosphäre schädigen.

Aber wieviel Klimawandel hat diese Erde eigentlich schon hinter sich?
Unsere Wetteraufzeichnungen reichen doch nur einen Bruchteil dieser Zeit zurück.
Wieviel Eis- und auch Auftauzeiten hat die Erde denn schon hinter sich? Ohne Einwirkung der Menschen, die da nicht mal existierten.

Wir suchen Beweise für einen selbstverschuldeten Klimawandel, aber finden keine wirklichen.

Columbus 14.03.2012 | 20:30

Na, Herr von Grote, wenn Sie ihren Schärenkreuzer (30er, 40er?) über den Chiemsee bewegten, dann kennen Sie sich im Voralpenland a weng aus. Da gab es tatsächlich die Endmoränen der letzten Eiszeit. Ein paar moorig-tümplige Badeparadiese und die Seen sind der glückliche Rest.

Aber Sie verkennen die Situation. Auf die These vom humanen Klimawandel stieß man, weil eine Eiszeit anstünde und die gemessenen globalen Anstiege nicht mit einem normalen Klimaablauf, ohne menschlichen
Einfluss, zu erklären sind.

Nicht-humane Ursachen für den extrem schnellen Klimawechsel lassen sich nicht finden, bzw. fallen viel zu schwach aus (Zuletzt stand ja die These von der Sonnenaktivität im Vordergrund), um den anhaltenden Trend zu belegen.

Die Treibhausgase (Man weiß was die atmosphärisch machen!) sind aber, sowohl in Laborversuchen belegt, als auch durch die auffällige Korrelationen mit dem Temp. -Anstieg, mittlerweile zu sehr großer Sicherheit dafür verantwortlich. - Die Klimawisssenschaften reflektierten die Unsicherheit. 1998 war man z.B. viel vorsichtiger als 2009 oder nun 2012.

Wir leben in einer Warmzeit und es wird schnell weiter wärmer. Was bedeutet das für uns? Was sind die Folgen?

Stellen Sie sich nur einmal vor, die relevante Filmkritik ihrer Nachfolger fiele im Sommer 2100 schon deshalb aus, weil die Kühlung der digitalen Server die endlose Erweiterung des dF und anderer Blätter im Web nicht mehr verkraftete, oder ihr mobiles Smartgerät fürs Cappucinobrühen, Videoglotzen und Kommunizieren oberhalb von 40°C schlapp macht.

Stellen Sie sich vor, die Kernreaktoren im Rhonetal hätten im Sommer 2030-2040 kein Kühlwasser mehr.

Beste Grüße
Christoph Leusch

Georg von Grote 14.03.2012 | 20:58

Columbus,

ich bezweifele doch die Einflüsse gar nicht.
Man sieht sie ja auch, wenn man sie sehen will.

Aber im Moment bewegen wir uns im Graubereich der Theorie. Machen Zukunftsprognosen, ohne dass wir wirklich Beweise haben. Ausser den Auswirkungen der Treibhausgase, die man nachweisen kann.
Wir hatten hier zum Beispiel einen extrem kalten trockenen Winter. Theoretisch hätten wir den nach diesen Theorien nicht haben dürfen.

Irgendwie fehlen mir noch die schlüssigen Beweise für eine Klimawandel-Theorie an die ich ja selbst auch gerne glauben würde.

Die Kernreaktoren in Frankreich werden übrigens im Sommer öfter abgeschaltet als man hierzulande erfährt. Wegen mangelndem Kühlwasser. Da müssen wir nicht bis 2020 warten.

Achja :-) vergessen.

Es war ein 30er :-)

Columbus 14.03.2012 | 21:45

"Aber im Moment bewegen wir uns im Graubereich der Theorie."

Na, sehen Sie, dann ist doch alles klar wie geputztes Fensterglas. Wetter ist aber nicht Klima, und warum es bei uns sogar häufiger zu diesen polaren Kälteperioden als Extremwetter kommen könnte, erklärten sogar schon die freundlichen Wettermenschen auf allen denkbaren Kanälen.

Mehr Extremwetter belegen aber die energetische Seite des Klimawandels. Eine Atmosphäre die sich aufheizt, speichert mehr Energie, die fördert den Trend zu Wetteranomalien.

Beste Grüße
Christoph Leusch

Schachnerin 14.03.2012 | 22:36

@Karin L.
Herrschaftzeiten (Herrschaftssprache und ausgrenzen)

bei mir sind hier die Grenzen

ermorden wollten die den Michael Mann: „Sie und Ihre Kollegen sollte man zusammen mit Ihren ganzen, gottverdammten Familien erschießen, vierteilen und den Schweinen zum Fraß vorwerfen“, hieß es in einer e-mail. „Ich hatte gehofft, ich würde in den Nachrichten von Ihrem Selbstmord erfahren“, lautete eine andere.

Der Text im Guardian
www.guardian.co.uk/science/2012/mar/03/michael-mann-climate-change-deniers

In der Landwirtschaft wirkt sich der Klimawandel schon aus. Die Pflanzen werden schneller reif, das heißt das Getreide und der Mais werden eher geerntet. Schädlinge wie der westliche Maiswurzelbohrer breiten sich aus. Die Pflanzen sind durch die höheren Temperaturen und geringere Niederschläge krankheitsanfälliger.

Die Niederschläge im Sommer werden weniger, im Winter mehr, was den Nitrataustrag in das Grundwasser erhöht. Im Winter nehmen die Pflanzen keinen Stickstoff auf.

www.landwirtschaftskammer.de/extern/vlk/pdf/klimawandel.pdf

Uwe Theel 14.03.2012 | 23:35

@ Columbus am 14.03.2012 um 14:31

Es geht mir hier nicht um eine Diskussion Manns, oder sonst eines speziellen Themas.

Ich hinterfrage den Begriff, die Kategorie "linker Boulevard".

Sie definieren den Begriff nicht, behaupten schlicht es gäbe ihn und der wäre gut.

Definieren Sie den Begriff auf der kategorialen Ebenen von Journalismus und/oder Literaturtheorie, und belegen Sie mir damit, dass linke Argumentation von solchem "Stil" nicht beschädigt würde, während er in BILD oder BUNTE als das Identische zu kritisieren sei, bzw. erklären sie mir den Unterschied auf dem Boden des Begriffs.

Danke
ut

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Ehemaliger Nutzer 15.03.2012 | 00:32

Lieber Christoph,

Für Brandenburg hatte man schon vor 10 Jahren eine Wüste vorausgesagt. Wenn ich aber so meinen Garten betrachte, dann blüht und wächst eben alles doch bestens und das auch noch ohne groß zu bewässehttp://www.freitag.de/wissen/1210-vergifteter-diskursrn.

Ist Ihnen schon mal in den Sinn gekommen, dass es ein ganz natürlicher Vorgang der Erde ist, sich zu verändern? Nämlich durch die Verschiebung der Platten - Kontinentaldrift - und sich somit auch das Klima verändert?

de.wikipedia.org/wiki/Kontinentaldrift

Und das die Sonne in erster Linie zur Veränderung des Klimas beiträgt?

de.wikipedia.org/wiki/Klimaver%C3%A4nderung

Das mit den Treibhausgasen könnte, muß aber nicht so sein.

de.wikipedia.org/wiki/Kontroverse_um_die_globale_Erw%C3%A4rmung#Die_.E2.80.9Eunausgewogene_Balance.E2.80.9C_in_US-amerikanischen_Medien

Besonders der Absatz - Wirtschaftswissenschaftliche und technische Kontroversen- hinsichtlich der Agrokraftstoffen sagt doch alles aus und bestätigt die globalen Zusammenhänge der Eliten, welche Krysmanski in seinem Buch "Hirten und Wölfe" sehr gut beschreibt! Vorallem aber die Denkfabriken der Eliten sind dabei interessant.

www.uni-muenster.de/PeaCon/krysmanski/

Ich habe jedenfalls kein vorgefertigtes Weltbild!

Das der o.g. Wissenschaftler bedroht und sehr scharf denunziert wurde, ist natürlich durch nichts zu entschuldigen.

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Ehemaliger Nutzer 15.03.2012 | 00:43

Schachnerin schrieb am 14.03.2012 um 21:36
@Karin L.
"Herrschaftzeiten (Herrschaftssprache und ausgrenzen)

bei mir sind hier die Grenzen...ermorden wollten die den Michael Mann"

Ja das sehe ich doch auch so. Wegen einer anderen These droht man keinem mit Mord.

Das mit dem schneller reifen in der Landwirtschaft kann ich so nicht teilen, da ich selber mit der Landwirtschaft zu tun habe. Und jedes Jahr ist es halt wegen dem Wetter anders. Auch hängt dies mit dem Saatgut zusammen.

Erst jammern die Bauern immer, dass alles so schlecht ist. Und dann war die Ernte doch wider erwarten gut. Also ich geb nix mehr auf das Gezeter der Landwirte. Und ich weiß genau wie die Ernten so ausfallen.

Bei uns wird übrigens der Mais noch bis in den Dezember hinein, letztes Jahr bis Mitte Dez, geerntet. Das aber liegt wiederum an der fehlenden Technik bzw den Leuten und nicht am Wetter.

Es kommt doch darauf an was eine Landwirtschaftskammer mit solchen Aussagen bezwecken will. Dahinter stehen doch ganz gezielte Interessen.

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Ehemaliger Nutzer 15.03.2012 | 01:14

columbus schrieb am 14.03.2012 um 16:33

"Die Wanderbewegung der Grabwespe ist übrigens nicht durch Tourismusimporte erklärbar, sondern erfolgte entlang der Erwärmungszone, schrittweise, über die klassischen Nord-Süd-Flusstäler und Verbindungen. Das spricht gegen ihre These, es handele sich um einen Globalisierungseffekt aus der menschlichen Mobilität. Die Grabwespe ist keine Wollhandkrabbe, keine Termite oder exotische Pflanze, die per Schiffsladung oder mit Fluggepäck kam."

Wo hatte ich denn behauptet, dass die Grabwespe, die übrigens auch in Europa- bei uns- vorkommt, eine ausländische Tierart ist und von Touristen eingeschleppt wurde?!
Kommentare sollten auch richtig gelesen werden :-)

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Ehemaliger Nutzer 15.03.2012 | 01:45

Also, was soll das alles? Noch nie war die Erde so kalt wie im Quartiär, unserer geologischen Gegenwart, die durch Eiszeiten und Zwischeneiszeiten geprägt ist. Der Mensch, etwa 1 Mio. Jahre alt, ist ein Anpassungsprodukt an diese Situation, das Wesen, das aus der Kälte kam. Und sich zudem gegen Killerviren durchsetzen musste, auch daraus ergab sich die Integration des Bösen in die menschliche Genenstrukturen. Beweise: Bitte schauen Sie sich die geschichtlichen und gegenwärtigen Ereignisse an oder die Gesichter Ihrer Zeitgenossen, wenn Sie morgen mit der U-Bahn ins Büro fahren.

Dr. E. Schulze 15.03.2012 | 04:31

Im Gegensatz zu Ihnen benutze ich keinen Nicknamen.

Nach § 130 StGB wurde Abs. 3 ist Holocaustleugnung ein Strafbestand.

In der juristischen Fachliteratur findet man die Formulierung, dass sich ein Strafbestand relativeren lasse (vergl. Peters, JZ 1978, 230 (231).

Als Luther das Neue Testament übersetzte, war der Begriff des Leugnens noch nicht mit dem Holocaust assoziiert.

Ich habe mich zu dem, was M. Mann widerfahren ist nicht geäußert!
@ed2morrow

M. Mann ist nicht gegen einen Mainstream geschwommen. Zentraler Bestandteil des 3. Weltklimaberichts von 2001 des IPCC als auch Al Gores (mit dem Friedensnobelpreis bedacht) Films (oskar geehret) ist seine originale und mittlerweile von ihm überarbeitete Temperaturrekonstruktion von 1999.

Wenn Sie mich schon so bezeichnen, teilen Sie mir doch bitte auch mit, wessen Büttel ich bin.

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Ehemaliger Nutzer 15.03.2012 | 09:28

Dr. E. Schulze schrieb am 13.03.2012 um 18:45

Mal so zum drüberschauen, Sie Schlauberger:

www.freitag.de/community/blogs/kunibert-hurtig/klimawandel-und-anderes-vi-der-norden-brennt

www.freitag.de/community/blogs/kunibert-hurtig/klimawandel-vii-desaster-1

Forschungsergebnisse werden vom Netz genommen
www.freitag.de/community/blogs/kunibert-hurtig/klimawandel-und-anderes-viii-schweigen-

www.freitag.de/community/blogs/kunibert-hurtig/klimawandel-x1-atmosphaere--methan

Energieumsätze der Eisschmelze
www.freitag.de/community/blogs/kunibert-hurtig/klimawandel-x1-meeresspiegel--methan

absehbare Vernichtung von Nahrungsketten im Meer
www.freitag.de/community/blogs/kunibert-hurtig/klimawandel-xi-sauer-nicht-lustig

journalistische Klimaschau selbstverliebter Auguren
www.freitag.de/community/blogs/augstein-und-blome/kaeltewelle-und-klimaluege

Ich habe selten von einem Skeptiker etwas anderes als skeptisch zu Betrachtendes gehört. Wenn Sie Ihren Titel nicht gerade an der Universität in Bayreuth gemacht haben, sollte es Ihnen nicht schwerfallen, sich mal kundig zu machen.

Gruß Kuni

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Ehemaliger Nutzer 15.03.2012 | 11:12

Ja @Schachnerin...ist das Wetter denn nicht das Klima? Ich denke wir reden vom gleichen. Und selbst das Klima hat die Ernte der Bauern nicht wesentlich verändert. So sind jedenfalls die Aussagen der Bauern. Meckern gehört zum Geschäft bzw. sind es ja in 1.Linie die Medien, die immer alles aufbauschen.

Und noch einmal...das Klima hat sich schon immer verändert. So ist die Natur. Nur ob die Treibhausgase letztendlich dafür zuständig sind und nicht die Verschiebung der Kontinentalplatten ist sogar unter Wissenschaftler strittig.

Auch ist die Interessenleitung der IPCC gerade im Zusammenhang mit den Agrokraftstoffen interessant wie ich finde. Denn durch den vermehrten Maisanbau in Deutschland sind wir vom Getreide aus den USA abhängig. Und was sich daraus ergibt, kann sich jeder denken.

Ich verweise nochmals auf den Artikel hier

de.wikipedia.org/wiki/Kontroverse_um_die_globale_Erw%C3%A4rmung

und in dem Zusammenhang auf die Erkenntnisse von Krysmanski. Wie die globale Elite, mit all ihren Think Tanks (Denkfabriken) funktioniert.

ed2murrow 15.03.2012 | 11:38

Auf Augenhöhe ist das alles nicht, Herr Doktor. Wollte man fundiert kritisch an die Sache herangehen, dann wäre es wert, sich Assessing an IPCC assessment. An analysis of statements on projected regional impacts in the 2007 report anzusehen. Man kann die Zusammenfassung wie den Langtext (pdf, 1,87 MB) abrufen. Ich fürchte, das ist Klimawandel-Leugnern zu sachlich. Und das ist der Kern des hier besprochenen Artikels.

Hätten Sie ihn gelesen, dann wüssten Sie auch, auf welchem Weg Manns Arbeit Eingang in den Bericht des IPCC gefunden hat. Dort steht nämlich: „Die Ergebnisse der Untersuchung wurden 1998 im prestigeträchtigen Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht.“ Erst dann wurde Manns Forschung im wissenschaftlichen Teil des Sachstandsberichts aufgenommen. Und der heißt so und nicht Weltklimabericht – damit werden in der öffentlichkeit nur die Teile des Berichts bezeichnet, die für sog. policy-makers bestimmt sind. Auch da stellt sich die Frage, warum Sie Begriffsverwirrung zu betreiben suchen.

Daher das: Was der Aufsatz von Peters aus 1978 thematisch zur Bestellung eines Pflichtverteidigers bei einer Mordanklage im Verfahren vor dem Bundesgerichtshof für Strafsachen zu tun haben soll -denn damit befasst sich die von Ihnen genannten Fundstelle-, wird auf ewig Ihr Geheimnis bleiben. So wie Ihre Anonymität: „Dr. E. Schulze“ ergibt bei Google derzeit „43.200 Ergebnisse (0,21 Sekunden)“. Sie hätten sich auch Karin Mustermann nennen können, um Persönlichkeit zu simulieren.

Was mich aber noch ein wenig mehr stutzig macht, sind zwei Dinge: Sie benennen das nach wie vor „Strafbestand“. Das gibt es nicht, wie ich Ihnen weiter oben bereits schrieb, sondern allenfalls einen Stratatbestand. Denn damit rückt in den Mittelpunkt, was der Kern ist – die Tat. Sie leugnen Tatsachen. Sich darüber ein Urteil zu bilden, ist u.a. Sache der Leser.

Das Zweite: Sie sind offenkundig nicht mit Kommentarfunktionen hier vertraut, sie würden sonst nicht beständig einen neuen Thread eröffnen. Es sei denn, Sie bedienten sich dessen als Alleinstellungsmerkmal. Beides ist derzeit plausibel, denn meine Frage haben Sie lediglich mit einer Gegenfrage beantwortet.

Columbus 15.03.2012 | 14:34

Ad KarinL. schrieb am 14.03.2012 um 23:32:

Liebe Frau L.,

Wer hat für Brandenburg zum aktuellen Datum eine Klimawüste voher gesagt? Das werden Sie weder bei Mann, noch in einem der IPCC- Berichte, aber auch nicht bei den hiesigen Klimaforschern gelesen haben.

Kehren wir beide zur eigentlichen Sache, dem Thema hier zurück. - Was bleibt von wissenschaftlichen Vorwürfen gegen Mann, wenn die Polemik, die Drohungen, die Verdächte abgezogen sind? Nichts! Es gibt nur eindrucksvolle Bestätigungen seiner Forschungen.

Der Vorwurf, er habe nur 1000 Jahre zurück geschaut, das ist ja auch für Laien erkennbar, läuft ins Leere, denn er wollte und konnte nur den Unterschied zwischen der industrieüberformten Welt und der Vorwelt dokumentieren. Heute ist mehr möglich. Der Zeitrahmen der einigermaßen überblickt wird, reicht weiter. Diese Ergebnisse bestätigen, was Mann damals fand (mehrere Arbeitsgruppen, Zusammenfassung im Kopenhagen Diagnosis Report, 2009, der für jeden als pdf zur Verfügung steht).

Ihr Link zu Wikipedia.de ist zwar gut gemeint, aber da steht auch nur das Selbstverständliche. Nämlich, dass die Sonne langfristig wirke und eben täglich, relativ konstant, die Energieeinstrahlung für die Erde liefere.
Dieser deutsche Wiki-Artikel ist nun wirklich nicht sehr gut. Vergleichen Sie zumindest einmal hiermit: en.wikipedia.org/wiki/Climate_change.

Völlig vom Pfad ab, ist jedoch die Meinung, für den derzeitigen Klimawandel sei die Kontinentaldrift verantwortlich. Das sind Vorgänge im Millionen-Jahre Bereich.

"Das mit den Treibhausgasen könnte, muß aber nicht so sein." - Die Frage aber, ob das sehr wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist, die ist sehr, sehr wichtig für uns. Denn es geht da um Menschenzeitalter und Einflüsse, die heute schon wirksam sind und sich verstärken. - Die Wahrscheinlichkeit ist groß, es stimmt so, wie vom IPCC berichtet, und dann muss auch was getan werden.

Die Agrokraftstoffe sind deswegen ein Problem, weil mit dem Begriff Nachhaltigkeit geworben wird, in Wahrheit aber mittlerweile eine Industrie entstanden ist, die a) der Nahrungsproduktion global Konkurrenz macht b) CO-2 Neutralität nur behauptet, weil oftmals der tatsächliche Energieaufwand für die Erzeugung des Agro-Treibstoffs so hoch oder gar höher liegt (damit auch die CO-2 Produktion), als bei der konventionellen, fossilen Energieerzeugung, für die gleiche Menge an Energie, die in einem Endprodukt (Gase, Öle) gespeichert ist.

Das hat aber mit der Diskussion um die wissenschaftliche Bestätigung des Menschen-gemachten Klimawandels nichts zu tun.

Einmal abgesehen davon, dass auch in Wissenschaftsmagazinen Unsinn, von Koryphäen überprüft, stehen kann, so ist das IPCC selbst ein riesiges Board gegenseitiger Kontrolle und oftmals sehr unterschiedlicher Ansichten. Was die Mann-Thesen angeht, wurden sie mehrfach von unabhängigen Arbeitsgruppen bestätigt.

Dass die klimabewusste Wirtschaft und Wissenschaft weltweit führte und das Denken, wie das Geldausgeben bestimmte, das glauben Sie doch selbst nicht! Es sind selbst bei uns nationalen Superökologen nur niedrige Prozentbeträge, im Vergleich zum Investment und Aufwand für ganz konventionelle Energie, konventionelle Produktion und konventionellen Konsum. - Von dieser mindestens 95%igen-Wirkmacht gilt es sich erst einmal ein wenig freier zu machen und deren Manipulationen los zu werden, bevor Sie da der Klima- und Umweltwissenschaft etwas vorwerfen könnten.

Die Entwicklung eines einzigen neuen nationalen Automodells oder Phamakons verschlingt, so jammern die Hersteller auf ihren Messen, mehr Geld als die Klimawissenschaften in 10 Jahren ausgeben.

Für die Budgetüberschreitungen von Stuttgart 21 könnte man Klimawissenschaften und Umweltforschung sehr wahrscheinlich mehrere Dezennien betreiben.

Der Vorwurf, es handele sich bei den Klimawissenschaften um einen Verschwörer- und Lobbyistenzusammenhang, ist also auch von Seiten der Ökonomie her, eher wenig plausibel.

Grüße
Christoph Leusch

Dr. E. Schulze 15.03.2012 | 15:03

@ ed2murrow

Zuerst zum Zweiten: Sie haben recht, ich bin mit den Kommentarfunktionen nicht vertraut.
.
Das Geklaube um juristische Termini finde ich wohl nicht so aufregend wie Sie (s. Stratatbestand)

Bleibt Ihre Belehrung zu den IPCC Assessment Reports, von ihnen wenig kompetent mit Sachstandbericht übersetzt bzw. nachgeplappert. Den Schuh muß ich mir allerdings auch selbst anziehen, habe ich mich doch damit auf den Boulevard begeben und die allzu geläufige und euphemistische Bezeichnung „Weltklimabericht“ benutzt. Beide Bezeichnungen beschränken sich keineswegs auf die „Summary for Policymakers“ , die im deutschen Sprachgebrauch als „Kurzfassung für politische Entscheidungsträger“ bezeichnet wird.
Hätte ich doch nur Ihre Augenhöhe erahnt, hätte ich natürlich gleich die zutreffenden Bezeichnungen FAR, SAR, TAR und AR4 benutzt.
Diese nur einmal hinsichtlich der dort aufgenommenen Temperaturrekonstruktionen vergleichend zu studieren, läßt den Schluß zu, dass die IPCC-reviewer nicht mit allem, was im "prestigeträchtigen Wissenschaftsmagazin Nature“ veröffentlicht wurde, übereinstimmen. (siehe AR4, WG 1, ch 6, p 467, fig 6.10).
In diesem Zusammenhang erfährt die von Ihnen bevorzugt benutzte Bezeichnung „Klimawandel-Leugner“ die Bedeutung, dass M. Mann et al. einen Klimawandel ( richtiger: signifikante Temperaturänderungen) in der von ihnen ursprünglich untersuchten Periode von 1000 bis 1850 nicht wahrnehmen konnten und gegenüber anerkannten Paläontologen mit davon abweichenden Erkenntnisstand auch nicht wollten.
Hingegen wundere ich mich, dass Sie mich trotz Ihrer sprachlogischen Anstrengungen weiterhin als Klimawandel-Leugner bezeichnen. Ich muss keinem ideologischen Lager zugeordnet sein und kann auch ohne “Assessing an IPCC assessment“ gelesen zu haben, feststellen, dass Klima per definitionem eine Variable ist.
“Assessing an IPCC assessment“ wurde gegen den Willen des amtierenden IPCC Präsidenten veröffentlicht, um Fehler im AR4 zu korrigiern und ersetzt keineswegs die wesentlich faktenreicheren ARs.

In der Hoffnung, diesmal den von Ihnen bevorzugten button der Kommentarfunktion getroffen zu haben, ziehe ich mich von jeder weiteren Diskussion mit Ihnen zurück.

Konfuzikuntz 15.03.2012 | 18:10

Gedanken...

Wozu führt eine Diskussion unter interessierten Laien, wenn sich selbst Experten - oftmals seit Jahrzehten hauptberuflich forschend! - uneins sind.

Geht es hier um "Glauben"?

Wann finden die ersten Konzile statt? (der Experten natürlich)

Eine Stufe höher: Welchen Wert hat Messbarkeit? Einen absoluten? Warum?

Selbst wenn es möglich wäre, ohne persönliche Interessen "richtig" zu messen - wozu wäre das gut?

Ein hinreichend wuchtiger Meteoriteneinschlag in den Pazifik und es ist vorbei mit dem Gewimmel auf unserem kleinen Planeten.

Kann der Mensch sein eigenes Schicksal bestimmen?

Der GLAUBE daran ist um ein Vielfaches alberner als jeder Zweifel an Hockeyschlägerkurven!

Columbus 15.03.2012 | 19:34

Lieber Herr Kuntz,

Aus der GOTT-Perspektive, also im Maßstab von Äonen denkend, wird jede Diskussion, auch die klimatische, zu einem Mückenschiss. Dann holen einige Zeitgenossen zum großen Schlag aus: Braucht es den Menschen? Was passiert, wenn der große Stein aus dem Weltall auftaucht? Hatte Graf Bobby doch Recht sich zu fürchten?

Die Klimawissenschaftler halten ja beständig Konsil und, in regelmäßigen Abständen findet auch ein "Konzil" statt.

Grundsätzlich gibt es doch keine interesselose Wissenschaft, das können wir seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wissen. Aber umso wichtiger ist, dass die Forschung nach Regeln erfolgt, die überprüfbar, belegbar und nachvollziehbar sind.

Sie können mit Leichtigkeit gedanklich die Ebenen wechseln und die Erkenntnisse der Klimaforscher als irrelevant für ihre Zukunft und die der Menschheit erklären, das ist dann ein Aberglaube. Aber die meisten Profi-Experten streiten durchaus nicht mehr um den anthropogenen Klimawandel. Das machen noch ein paar Journalisten, ein paar Manager und die neuen wilden Rambos unter den älteren Mitbewohnern des Planeten, die grundsätzlich lieber auf glaubensnähere Ursachen setzen. Z.B. die Strahlungsintensität der Sonne, die Rettung aus dem Wasserdampf, den psychischen Neclect, d.h. die Fähigkeit den schnellen Klimawandel zumindest in der eigenen Umgebung nicht zu bemerken, usw.

Ganz wichtig: Sie erwähnen ja Interessen. Da ist es dann besonders wichtig, die Motivationen und Lebensumstände, z.B. der Forscher deutlich zu machen und das geht über reinen Sachstandsbericht deutlich hinaus. Glaubwürdigkeit heißt der öffentliche Maßstab, der Macht verleiht, auch wenn man sie nicht in Händen hält. Insofern ist die Glaubwürdigkeit des Hockey stick graph und seines ersten Publizisten nicht unwichtig.

Beste Grüße
Christoph Leusch

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Ehemaliger Nutzer 15.03.2012 | 20:16

Georg von Grote schrieb am 14.03.2012 um 18:38

Zunächst mal einen kleinen Link auf einene Artikel von Gestern, der sich auf die mittelalterliche, so genannte Zwischeneiszeit befasst, Ihre Ursachen sehr wahrscheinlich benennt:

www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,821162,00.html

Wir suchen Beweise für einen selbstverschuldeten Klimawandel, aber finden keine wirklichen.

Doch, Georg, man muss nur ein wenig mehr als der Durchschnitt etwas von Chermie, Physik, Mathe. und ggf. Thermodynamik verstehen, um das Podium des Geschwätzes zu verlassen.

Alle Daten, die ich ausgewertet habe, stehen allgemein zur Verfügung. Was hier und jetzt (Dr. E. Schulze) beblablat wird, ist Quark. Auch die wortreichen Einlassungen unseres Freundes Columbus helfen nichts, außer dass eine gewisse Simulation von Kenntnisreichtum durchscheint; aber mit den eigentlich Dingen hat das nichts zu tun.

Gruß

Georg von Grote 15.03.2012 | 20:50

@Kuni, bin aber nun nur normaler Durchschnitt auf diesen Gebieten. Vielleicht ein wenig drüber, was aber einfach dann ein Folge des Segelns ist.

Und ich halte mich auch bei diesen Themen zurück. Versuche mich zu informieren, soweit es möglich ist.
Andererseits, wenn man offen Auges durch die Welt geht und aus seinem Dorf raus kommt, dann sieht man ja auch Veränderungen. Die meisten machen es immer nur am Wetter fest. Ich sehe es eher an Gletschern in den Bergern, die nicht mehr so sind wie vor 20 Jahren. Küstenlinien verändern sich, Landschaften verkarsten teilweise.
Ob die Stärke und Häufigkeit der Stürme zunimmt kann ich so nicht sagen. Irgendwie kann ich mich immer an heftige Stürme erinnern.
Mir fällt eher die steigende Häufigkeit von Windhosen auf.
Ich bezweifle den sogenannten vom Menschen mitverschuldeten Klimawandel gar nicht, war auch ein absoluter Befürworter von Al Gores Film.

Vielleicht liegen meine leichten Zweifel an den Theorien auch da ran, dass mich die ausschließliche Bezogenheit auf den Menschen stört, weil ich meine, dass da auch die Natur mit im Spiel ist. Auch wenn wir jetzt nicht diese heftigen Vulkanausbrüche hatten in der letzten Zeit, denke aber mal, dass Ausbrüche, wie der Mt St. Helen oder der in Island durchaus auch Auswirkungen haben, die länger andauern als die irgendwann wieder verschwundenen Aschewolken.

Konfuzikuntz 16.03.2012 | 19:48

Werter Columbus,

der "seelische Weitwinkel" sei durchaus eingestanden... Die biblische Frage Jesu an Pilatus, was denn Wirklichkeit sei, ist nicht umsonst weithin bekannt geworden und hat ganze Kulturen geprägt...

Wobei doch genau das besagt, dass Menschen in ihrem Glauben und Denken frei sind und niemand verpflichtet ist, Hockeyschlägerkurven unmittelbare Bedeutung für das eigene Dasein zuzumessen.

Wenn Menschen eine sinnvolle Diesseitsgestaltung in der kritischen Begleiten erster Schritte zur Rettung des Klimas finden, freut mich das. (Ernsthaft)

Und damit wir uns nicht falsch verstehen: Über globale Entwicklungen mache ich mir sehr wohl Gedanken.

Siehe was ich hier schreibe:
www.freitag.de/community/blogs/oswaldo/der-kanincheneffekt

Nur lehne ich die Idee, dass "der Mensch" die Determinanten seines äußeren Schicksals "all-umfassend" messen oder gar sinnvoll lenken könne eben ab. DAS ist mein Punkt.

Womit das nicht heißen soll, dass man nicht vernünftig leben kann oder dass man keine Wissenschaft betreiben sollte.

Aber ein bisschen lockere Schicksaldemut würde vielleicht nicht schaden. Womöglich wäre sie sogar die Voraussetzung, wirklich etwas zu bewirken. Stattdessen ist eher verzweifelte szientistische Ersatzreligiosität zu besichtigen mit heraufziehenden Glaubenskämpfen.

Und wenn Tetzelfiguren am Horizont aufdämmern, ist die Vermutung so abwegig nicht, dass das Interesse der Handelnden nicht nur diesseits- (das ist bei dem Thema OK), sondern auch reichlich gegenwartsbezogen ist.

Und das überrascht angesichts des perspektivischen Katastrophenausmaßes dann doch. Das sind die Falschen. Oder auch nicht. Denn es die Prototypen der vorbeiziehenden Form namens "Mensch".

Columbus 16.03.2012 | 21:02

Ok, das ist als Haltung durchaus menschlich, durchaus verständlich. Niemand kann Sie davon abhalten.

Das heißt aber auch, letztlich nur den Einfluss ernst zu nehmen, von dem man glaubt, im Sinne einer festen Überzeugung, er treffe persönlich, bzw. diejenigen die einem was bedeuten, und man müsse nur dann reagieren.

Der "Hockeyschläger" macht eine Sache plausibel und in einer Graphik begreifbar. Das ist die Korrelation globale Temperaturerhöhung und industrieller Entwicklung, mit der Verbrennung fossiler Energieträger. Weil eben andere Gründe nicht auffindbar sind.

Ob und wie das "Hintreiben" auf neue Klimazustände noch steuerbar ist, das weiß heute auch kein Klimaforscher, selbst wenn er sich das dringlich wünschte. Ein Wunsch-Ziel, das nur noch sehr schwer erreichbar sein wird, formulierten Klimawissenschaftler, die UN, einige europ.Staaten (2°). Andere sagen derzeit noch, wir brauchen keine Ziele und eine größere Mehrheit der Staaten sagt, wir warten ab, obwohl sie die Deklarationen mit abgesegnet hatten.

Beste Grüße
Christoph Leusch