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22.01.2013 | 17:31

Steinbrück und seine Bodyguards

Realsatire Steinbrück wurde zwar nicht demontiert, ist aber beschädigt, so lautet das Fazit der politischen Kommentatoren nach der Niedersachsen-Wahl. Und er braucht Unterstützung.

Im Willy Brandt Haus treffen sich deshalb Gabriel, Nahles, Steinbrück und Steinmeier zu einem Gespräch, um die  Wahlkampfstrategie der SPD für die kommenden 8 Monate  festzulegen.

Gabriel: Liebe Genossen, dass Warten auf das endgültige Wahlergebnis in Niedersachsen am Sonntag hat sich wahrlich gelohnt.

Nahles: Habt ihr das Gesicht von dem Mac Allister gesehen, als ihm bewusst wurde, dass er seinen Sessel räumen muss?

Steinmeier: Wer zuletzt lacht, lacht am besten, liebe Genossen.

Steinrück: Ich habe mein Lächeln auch wieder gefunden.

Nahles: Lieber Peer, kennst Du eigentlich die genaue Bezeichnung für die Maßeinheit  „ein Steinbrück“?

Gabriel, Steinbrück und Steinmeier schauen sich fragend an.

Nahles: Das ist die kürzeste Entfernung von einem Fettnäpfchen zum nächsten, mein lieber Peer.

Steinbrück: Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen, meine liebe Andrea. Und Fett schwimmt bekanntermaßen immer oben. Das solltest gerade auch Du wissen.

Gabriel: liebe Leute, so kommen wir doch nicht weiter. Wir sollten das Kriegsbeil begraben, schließlich sitzt der politische Gegner ganz woanders.

Steinmeier: Sehr richtig, mein lieber Sigmar. Und dieser Gegner ist schwer zu treffen. Das habe ich in 2009 schmerzlich erfahren müssen.

Nahles: Die Regierung besteht im Prinzip aus Frau Merkel. Darum ranken sich ein Gruselkabinett, ein Kanzlerwahlverein CDU, eine total zerstrittene und inhaltslose FDP und eine CSU, die nur deshalb so stark ist, weil die anderen in Bayern so schwach sind.

Gabriel: Wir können Frau Merkel nur stellen, wenn wir sie zwingen, Farbe zu bekennen. Im Bundesrat hat Rot/Grün jetzt die gestalterische Mehrheit. Frau Merkel ist faktisch bewegungsunfähig.

Steinbrück: Richtig, ich habe die Bundeskanzlerin immer mit einer Königskobra verglichen, die lange abwartet, um zum richtigen Zeitpunkt zuzubeißen. Aber jetzt befindet sich Frau Merkel in einer Art Schockstarre, weil ihr innenpolitischer Aktionsradius erheblich eingeschränkt ist.

Nahles: Merkel ist isoliert. Um sie herum sind nur boch Speichellecker und JA-Sager. Ihre innerparteilichen Gegner hat sie alle ausgeschaltet oder sie haben sich resigniert zurückgezogen.

Steinmeier: Wir dürfen aber nicht den Fehler machen und alles ablehnen, was vom politischen Gegner kommt. Verweigerer mag die Bevölkerung nicht. Das sieht man gerade auch bei den Linken.

Steinrück: Dann müssen wir eben unseren gestalterischen Spielraum über den Bundesrat nutzen. Über unsere Ministerpräsidentenriege treiben wir die Regierungskoalition vor uns her wie eine Herde Schafe.

Gabriel: Und wir müssen der Alleinunterhalterin Merkel ein schlagkräftiges Team gegenüberstellen. Du, lieber Peer in der Mitte, ich links und Frank-Walter rechts von Dir.

Steinbrück: Aber, wo bleibt denn da meine „Beinfreiheit“?

Steinmeier: Du kannst Dich ja nach vorne oder nach hinten bewegen bzw. treten. Bei alldem solltest zu künftig beachten, wohin Du trittst, mein lieber Peer.

Nahles: Wir müssen uns auf das Thema soziale Gerechtigkeit konzentrieren? Die Agenda 2010 wirkt hier immer noch nach. Das haben uns die Leute übel genommen, dass wir als Steigbügelhalter für eine neoliberale Politik aufgetreten sind. Wir haben doch den Weg für die jetzige Regierungspolitik erst freigeräumt.

Gabriel: Deshalb müssen wir eben zurück rudern, ohne dass es auffällt. Zuerst kassieren wir die Wähler der Linken und der Piraten und gleichzeitig versuchen wir die unentschlossenen Wähler des linken Flügels der CDU für uns zu gewinnen.

Steinbrück: Ein Zurück wird es mit mir nicht geben. Ich weiß ja schließlich nur zu genau, wem ich meine Kandidatur zu verdanken habe.  Ich kann mich doch nicht nach links verbiegen, wenn meine Wirbelsäule einen Rechtsknick hat. Von den möglichen Rückenschmerzen einmal abgesehen, das kaufen mir die Leute doch nicht ab.

Steinmeier: Genau, deshalb stützen wir Dich doch auf beiden Seiten, um zu verhindern, dass Du zur Seite kippen könntest.

Nahles: Und wenn wir Dich auf Krücken ins Kanzleramt schleppen müssen, mein lieber Peer. Wir wollen an die Macht. Opposition ist Mist, da muss ich dem Müntefering ausnahmsweise einmal Recht geben.

Gabriel: Reißt euch gefälligst zusammen. Es gibt nur ein Ziel: Eine rot/grüne Regierung. Zwar haben wir mit dem Ausgang der Niedersachsenwahl keinen echten Rückenwind bekommen, aber auch ein laues Lüftchen kann sich zu einem Orkan entwickeln, liebe Genossen.