Wolfram Heinrich
12.07.2013 | 09:32 94

Datenschutz, Massai und Castellabate

Intimsphäre Es ist halt 1 Sache der Gewöhnung

Vor vielen, vielen Jahren, als es Deutschland noch im Zweierpack gab, habe ich im Bayerischen Rundfunk in "Evangelische Perspektiven" eine Sendung über die Mission in Afrika gehört. Ein Missionar berichtete darin von seinen Erfahrungen mit den Massai. Die Seelsorge dort, so meinte er, laufe ganz anders ab als bei uns. Wenn dort jemand zur Beratung komme, laufe die ganze Beratung vor allen anderen ab, die ebenfalls zur Beratung gekommen sind. Völlig ungeniert erzähle der Massai von seinen häuslichen Problemen, auch über sehr intime Themen und alle anderen hörten zu, ja, mischten sich auch ganz selbstverständlich in die Beratung mit ein.

In Castellabate (Provincia di Salerno) sind die Türen zum Büro des Sindaco (Bürgermeisters) im Regelfall offen. Ich sitze dort und bespreche mit ihm etwas, das ich der Besprechung für wert halte. Ein anderer, der auch ein Anliegen hat, tritt ein, bleibt an der Tür stehen und wartet geduldig, bis meine Angelegenheit beendet ist. (Entgegen anderslautenden Gerüchten sind Italiener von bemerkenswerter Geduld.) Der Bürgermeister scheucht ihn nicht hinaus. Während der andere wartet hört er alles mit, was ich mit dem Bürgermeister zu besprechen habe. Für einen Deutschen ist das alles ausgesprochen irritierend, dennoch Realität.

Als einst meine Frau bei der Gemüsefrau (deren Tochter die gleiche Klasse wie unser Sohn besuchte) einkaufte, gratulierte ihr diese zum ausnehmend guten Zeugnis des Sohnes. "Was für ein Zeugnis?", fragte meine Frau, denn wir selbst hatten es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Gesicht bekommen. Die Sache war aber die, daß in Castellabate die Zeugnisse sämtlicher Schüler in der Schule öffentlich aushängen. Geschähe dergleichen in Deutschland, so würden Legionen von Rechtsanwälten das Recht auf privacy (so  heißt das Ding auf Italienisch) bis zur letzten Instanz durchsetzen.

 

Einige Jahre vor der Sendung über die Massai hatte ich eine Science-fiction-Geschichte gelesen. Jemand erfindet eine Strahlung, die Menschen derart umformt, daß diese dann künftig alle Gedanken der anderen lesen können. Jeder ist also immer über die geheimsten Gedanken seiner ihn umgebenden Mitmenschen informiert. Die Geschichte hat als Pointe, daß schließlich das ganze Sozialgefüge zerfällt, alles in Wahnsinn und Chaos endet.

In Afrika, bei den Massai, würde anscheinend dergleichen nicht passieren. Es ist alles eine Sache der Gewöhnung. Unter obiger Voraussetzung würde das Zusammenleben ganz anderes verlaufen als jetzt, aber es würde wohl auch dann irgendwie funktionieren. Betrügereien liefen dann halt nicht, da das mögliche Opfer die Hintergedanken des Betrügers kennt. Andererseits: Wenn ich weiß, was für wüste Gedanken die anderen so im Kopf rumtragen, brauche ich mich letztlich - anders als jetzt - für meine eigenen wüsten Gedanken nicht mehr zu genieren.

 

Was ich damit sagen will: Die derzeit umlaufende Geschichte mit den aufgesaugten Telefonaten, E-Mails und abgehörten Gesprächen wäre nicht einmal halb so wild, würden die Rohdaten dieser Ausforschung ins Internet gestellt, jedermann zugänglich. Frau Merkel wäre - sollte sie sich je dafür interessieren - über meinen E-Mail-Verkehr informiert und ich über ihren. Der Begriff "Bespitzelung" würde sich auflösen in einer allgemeinen Kultur der Transparenz.

Kommentare (94)

Ernstchen 12.07.2013 | 10:31

Na, der Unterschied ist doch offensichtlich: Die rein schriftliche Kommunikation lädt zu Missverständnissen und Umdeutungen, zu Manipulationen und Wort-im-Mund-Umgedrehe ein. Wenn du im selben Raum stehst und denjenigen hörst wie er von sich erzählst, kannst du ihn einschätzen, siehst seine Gestik und Mimik, kannst davon ausgehen dass er - wenn er schon am gleichen Ort ist - vermutlich nicht aus einer völlig anderen Kultur stammt die Dinge komplett anders interpretieren würde. Außerdem basieren deine Beispiele von den Massai und dem Büro des Bürgermeisters auf einer Art Grundvertrauen. Die Praxis der Geheimdienste und ihrer Verharmloser basiert hingegen auf einem Grundmisstrauen. Dass wir ("das Volk") über Frau Merkels Emails informiert wären ist allerdings eine sehr folgerichtige Forderung. Schließlich dachte ich mal dass das Volk das Kontrollgremium für die Regierung ist und nicht umgekehrt. Naja, es soll ja auch schon ein Ei eine Henne gelegt haben. Kurz darauf wurde dann spontan irgendein Expapst dafür heilig gesprochen...

balsamico 12.07.2013 | 11:30

Geschähe dergleichen in Deutschland, so würden Legionen von Rechtsanwälten das Recht auf privacy (so  heißt das Ding auf Italienisch) bis zur letzten Instanz durchsetzen.

Legionen nicht. Und: Merke: Wo kein Mandant, da kein Mandat. Und wo kein Mandat, da kein Anwalt.

Jemand erfindet eine Strahlung, die Menschen derart umformt, daß diese dann künftig alle Gedanken der anderen lesen können. Jeder ist also immer über die geheimsten Gedanken seiner ihn umgebenden Mitmenschen informiert. Die Geschichte hat als Pointe, daß schließlich das ganze Sozialgefüge zerfällt, alles in Wahnsinn und Chaos endet.

Eine "Pointe," bei der es einem kalt wird. Denn wir sind in dieser Richtung ja gut unterwegs. Zwar ist (noch) nicht jeder über die geheimsten Gedanken seiner Mitmenschen informiert. Aber es gibt immerhin heute schon Leute, die ganz ernsthaft behaupten: "Wir" wissen, was Sie morgen tun werden!

http://thebusinessweb.de/2013/06/17/wir-wissen-was-sie-morgen-tun-werden-ist-der-nsa-skandal-auch-ein-beleg-fur-okosystemisierung/

Alles Andere ist eine Frage der Optimierung, die in Ermangelung anderslautender Regeln und Gesetze unter der Maxime erfolgt: Was gemacht werden kann, wird gemacht! Und selbstverständlich, das ist doch klar, wird es so gemacht, dass "wir" wissen, was du morgen tust, aber du nicht weißt, was wir damit anfangen. Und genau hier kommt die nackte Angst ins Spiel - und zwar durchaus bewusst und gewollt.

Was ich damit sagen will: Die derzeit umlaufende Geschichte mit den aufgesaugten Telefonaten, E-Mails und abgehörten Gesprächen wäre nicht einmal halb so wild, würden die Rohdaten dieser Ausforschung ins Internet gestellt, jedermann zugänglich. Frau Merkel wäre - sollte sie sich je dafür interessieren - über meinen E-Mail-Verkehr informiert und ich über ihren. Der Begriff "Bespitzelung" würde sich auflösen in einer allgemeinen Kultur der Transparenz.

Ein schlimmer Irrtum. Richtig ist, dass sich bereits jetzt ein Markt und eine "Industrie" etabliert haben, die auch nach privatesten Daten giert, um sie zu interpretieren, zu bewerten, auch zum Zwecke der Denunziation, und um damit Handel zu treiben, mit allem Getue und allen Verwirrspielchen, die beim Handeltreiben üblich sind. Es wird einen Run auf privateste Informationen geben. Gegenseitiges Belauern und Beluren, das beim Geschäftemachen üblich ist, wird sich tief in das Private hineinfressen und es zerstören. Die Vorstellung, Bespitzelung würde sich auflösen, in einer allgemeinen Kultur der Transparenz ist - leider - vollkommen illusionär.  

Wolfram Heinrich 12.07.2013 | 14:44

@Ernstchen

Na, der Unterschied ist doch offensichtlich: Die rein schriftliche Kommunikation lädt zu Missverständnissen und Umdeutungen, zu Manipulationen und Wort-im-Mund-Umgedrehe ein. Wenn du im selben Raum stehst und denjenigen hörst wie er von sich erzählst, kannst du ihn einschätzen, siehst seine Gestik und Mimik, kannst davon ausgehen dass er - wenn er schon am gleichen Ort ist - vermutlich nicht aus einer völlig anderen Kultur stammt die Dinge komplett anders interpretieren würde.

 

So gesehen bin ich der Kanzlerin gegenüber deutlich im Vorteil. Ich weiß, wie sie spricht, ich kenne ihre Gestik und Mimik. Sie hingegen müßte sich auf einen spontanen Kaffee bei mir einladen oder sich inkognito (als Frau Dr. Sauer etwa) in einen meiner Kurse setzen.

 

Außerdem basieren deine Beispiele von den Massai und dem Büro des Bürgermeisters auf einer Art Grundvertrauen. Die Praxis der Geheimdienste und ihrer Verharmloser basiert hingegen auf einem Grundmisstrauen.

 

Du wirst lachen, das ist mir aufgefallen.

 

Dass wir ("das Volk") über Frau Merkels Emails informiert wären ist allerdings eine sehr folgerichtige Forderung. Schließlich dachte ich mal dass das Volk das Kontrollgremium für die Regierung ist und nicht umgekehrt.

 

"Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Wo aber geht sie hin?" (Bertolt Brecht). Mehr dazu hier. (Das Wort "Gauweiler" suchen, ab da geht's los.

 

Naja, es soll ja auch schon ein Ei eine Henne gelegt haben.

 

"Ein Huhn ist die Methode eines Eis, ein neues Ei zu erzeugen." (Samuel Butler)

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 12.07.2013 | 15:02

@balsamico

>>Geschähe dergleichen in Deutschland, so würden Legionen von Rechtsanwälten das Recht auf privacy (so  heißt das Ding auf Italienisch) bis zur letzten Instanz durchsetzen.<<

Legionen nicht.

 

Ach Gott, ja. Eine römische Legion war 3000 bis 6000 Mann stark, in Deutschland gibt es 140.000 Rechtsanwälte, es müßten sich doch 3000 Eltern(paare) finden lassen, die sich über den öffentlichen Aushang von Schulzeugnissen empören.

 

Und: Merke: Wo kein Mandant, da kein Mandat. Und wo kein Mandat, da kein Anwalt.

 

Wo ein Wille ist, ist auch ein Anwalt.

 

>>Jemand erfindet eine Strahlung, die Menschen derart umformt, daß diese dann künftig alle Gedanken der anderen lesen können. Jeder ist also immer über die geheimsten Gedanken seiner ihn umgebenden Mitmenschen informiert. Die Geschichte hat als Pointe, daß schließlich das ganze Sozialgefüge zerfällt, alles in Wahnsinn und Chaos endet.<<

Eine "Pointe," bei der es einem kalt wird.

 

Ach, so schlimm würde das wohl doch nicht werden. Die bei Beginn der Geschichte leidlich erwachsenen Menschen werden daran zu knabbern haben, gewiß, bereits die nachfolgende Generation aber wird damit aufwachsen und sich irgendeinen Weg suchen.

Lüge und Betrug gäbe es dann nicht mehr, da jeder die Gedanken und Hintergedanken des jeweils anderen lesen könnte. Man stelle sich vor: Die Menschen müßten Klartext reden. Alle Menschen.

 

Ciao

Wolfram

balsamico 12.07.2013 | 18:12

Wenn du eine Nadel im Heuhaufen suchst, brauchst du einen Heuhaufen. M.a.W: Wer eine Nadel hat, muss einen Heuhaufen generieren

Da ist keine Nadel drin; das sehe ich sofort. Aber verlassen wir lieber das Glatteis. Der leider verblichene Präsident des BVerfG hat mal gesagt (Mein Zitatenschatz ist enorm, gell?): Bei uns, also beim BVerfG, ist es wie beim Barbier: Wer zu uns kommt, wird rasiert! Und so ist es bei den meisten Anwälten auch. Nur kommen muss das hochverehrte Publikum halt schon selbst. Wenn keins kommt, nützt Dir der stärkste Wille nix. Schließlich kannst Du Dich schlecht auf die Gasse stellen und die Arme aufhalten. Da kommt nix, jedenfalls nix, das es lohnen würde so komisch dazustehen. 

Wolfram Heinrich 12.07.2013 | 18:24

@balsamico

Und so ist es bei den meisten Anwälten auch. Nur kommen muss das hochverehrte Publikum halt schon selbst. Wenn keins kommt, nützt Dir der stärkste Wille nix.

 

Nun sollen sich selbst Anwälte gelegentlich vermehren und haben demnach Nachwuchs in die Schule zu schicken. Die Schule hängt die Zeugnisse öffentlich aus und - schawupp! - wird der Anwalt sein eigener Mandant.

 

Ciao

Wolfram

balsamico 12.07.2013 | 19:41

Nun sollen sich selbst Anwälte gelegentlich vermehren und haben demnach Nachwuchs in die Schule zu schicken. Die Schule hängt die Zeugnisse öffentlich aus und - schawupp! - wird der Anwalt sein eigener Mandant.

"Wer sich selbst vertritt, hat einen Narren zum Mandanten."

PS:

Ich verrate hier ein Berufsgeheimnis nach dem anderen. Werde vor den zu erwartenden Nachstellungen meiner Kammer bei Putin um Asyl bitten müssen.

Wolfram Heinrich 12.07.2013 | 22:33

@balsamico

"Wer sich selbst vertritt, hat einen Narren zum Mandanten."

 

Das hört sich so an, als stecke da eine tiefe Wahrheit dahinter. Ich komm noch dahinter.

 

Ich verrate hier ein Berufsgeheimnis nach dem anderen. Werde vor den zu erwartenden Nachstellungen meiner Kammer bei Putin um Asyl bitten müssen.

 

Ach, du Scheiße! Wie verzweifelt muß einer sein, der bei Putin um Asyl bittet. Verrate keine weiteren Geheimnisse, bitte.

 

Ciao

Wolfram

anne mohnen 13.07.2013 | 10:23

In Berlin kann man den Ehemann von Frau Dr. Merkel in einem bestimmten Supermarkt einkaufen sehen.  Ihn anzusprechen wäre sinnlos, derr er ist nicht nur äußerst zugeknöpft, sondern, wie es aus unterrichteten Kanälen heißt ;), auch sehr unhöflich. Herr Prof. Sauer „möchte das nicht“.

Also, andere Länder, andere Sitten - auch zum Thema Privatsphäre.

Ich denke, wie es hier in den Threads schon einmal steht, hinter der Errungenschaft des  Schutzes der Privatsphäre, des Briefgeheimnisses etc. liegen große, politisch schmerzliche Prozesse, die man mit dem Hinweis aufs sonnige neapoliansiche Verhältnisse nicht verwechseln sollte. 

Salut am

 

Wolfram Heinrich 13.07.2013 | 10:50

@anne mohnen

In Berlin kann man den Ehemann von Frau Dr. Merkel in einem bestimmten Supermarkt einkaufen sehen.

 

Ich würde den Prof. Sauer auch dann nicht erkennen, wenn er mir stundenlang im Zug gegenüber säße. Dem Sauer sin Fru dagegen schon.

 

Ich denke, wie es hier in den Threads schon einmal steht, hinter der Errungenschaft des  Schutzes der Privatsphäre, des Briefgeheimnisses etc. liegen große, politisch schmerzliche Prozesse, die man mit dem Hinweis aufs sonnige neapolitanische Verhältnisse nicht verwechseln sollte.

 

Meine - zugegebenermaßen etwas schalkhafte - Utopie von der allgemeinen Kultur der Transparenz geht von strikter Symmetrie aus. Wenn ich deine Geheimnisse kenne, du aber nicht meine, dann bist du mir ausgeliefert. Kennst aber auch du meine Geheimnisse, dann sind wir wieder auf Augenhöhe.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 13.07.2013 | 11:42

@anne mohnen

Der Punkt, lieber Wolfram ist, dass ich nicht alle Geheimnisse unbedingt kennen möchte. Es gibt noch so etwas wie Schamgrenzen :)))))

 

Ich frage mich manchmal, ob es bei mir die Schamgrenzen sind, die mir den Spaß an den privaten Geheimnissen anderer verderben. Womöglich liegt es daran, daß die privaten Geheimnisse anderer genau so langweilig sind wie meine.

 

Geheimnisenthüllung dieser Qualität interessieren mich allerdings auch sehr :

 

Was ich immer schon wissen wollte: Welchen Badezusatz hat Archimedes verwendet, der ihn veranlaßt hat, nach der Entdeckung des archimedischen Prinzips "Heureka" rufend nackt durch Syrakus zu laufen.

 

Ciao

Wolfram

anne mohnen 13.07.2013 | 11:53

Jedenfalls kaum Lavendel, das wäre ja beruhigend gewesen. Vielleicht hat er während des Bades ganz viel Weihrauch eingeatmet, zu hoch dosiert und zu lang eingeatmet, wurde er "sehend",  lief schießlich komplett "erleuchtet"  durch Syrakus. 

Übrigens, der Film passt gut zu der Snowdon-Story, denn beim Schnüffel in Mrd. von E-Mails geht's ja auch, wenn nicht zuvorderst, um ökonomische Interessen.

Wolfram Heinrich 13.07.2013 | 12:06

@anne mohnen

Jedenfalls kaum Lavendel, das wäre ja beruhigend gewesen. Vielleicht hat er während des Bades ganz viel Weihrauch eingeatmet, zu hoch dosiert und zu lang eingeatmet, wurde er "sehend",  lief schießlich komplett "erleuchtet"  durch Syrakus. 

 

Weihrauch, ich weiß nicht. Es soll - bislang nicht wirklich bestätigt - beim Verbrennen von Weihrauch Tetrahydrocannabinol (THC) entstehen, auch nicht grad ein Aufputschmittel. Jedenfalls hab ich's bislang noch nie erlebt, daß sich in einer weihrauchgeschwängerten Kirche jemand die Kleider vom Leib gerissen hat (wofür ich Gott ewig dankbar bin).

Ob's vielleicht Fichtennadelessenz aus dem nahegelegenen Kalabrien war?

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 13.07.2013 | 12:38

@anne mohnen

Fichtennadeln beleben. Aber gab's in Syrakus Fichten?

 

Syrakus ist so weit nicht vom Ätna entfernt und der ist 3000 m hoch. Der Ätna ist heute ein Skigebiet, mit Liften und all. Die Sizilianer, erzählte man mir, seien so skiverückt wie die Bayern oder Österreicher. In Kalabrien gibt es den Monte Pollino, die Landschaft dort erinnert in den Hochlagen an Norwegen.

 

Ciao

Wolfram

abghoul 13.07.2013 | 19:58

Es gibt auch Homöo-Nadeln.

Nachweisen das solche in den Heuhaufen eingebracht wurden ist aber ein altes Dilemma.

Ich kann auf jeden Fall garantieren das die Nadel im Heuhaufen Such-Energie stark anreichert wird durch den Focus auf die homöopathische Nadel.

Also mein Tip, benutze Homöo Nadeln für die Heuhaufen.

Haste geschummelt, das de geschulmmelt hast, eben nicht geschummelt zu haben, oder so.

Die sind dann schuld- und kostenfreier;)

greetings from the pit - abghoul

mymind 13.07.2013 | 22:15

Wolfram Heinrich,

bitte nicht böse sein & auch nicht beissen _ aber: es geht hier nicht um privaten Firlefanz. Meinetwegen kann der Rest der Welt die für sie belanglosen Dinge lesen, die ich meinen Freunden schreibe. Mich persönlich würde es weniger interessieren, auch nicht das was Frau Merkel so mailt.

Interessant wird doch die Denke, wie jeder so tickt & welche potentielle Gefaht davon ausgehen könnte. So wie jegliche Bildung _ vor allem die politische Bewußtseinsbildung - auch immer eine Gefahr für willkürliche Machtregierungen darstellt.

Dann kann es ganz schnell passieren, dass all diejenigen ins Visier der Rasterfahndung bzw. digitaltechnischen Filter gelangen können, unabhängig von ihrem Revoluzzergeistesmut. Willst Du das bzw. siehst Du das genauso locker? Vermutlich ja & der ganze Blog war ein Joke ;-)))

Wolfram Heinrich 14.07.2013 | 08:40

@mymind

bitte nicht böse sein & auch nicht beissen _ aber: es geht hier nicht um privaten Firlefanz. Meinetwegen kann der Rest der Welt die für sie belanglosen Dinge lesen, die ich meinen Freunden schreibe.

 

Natürlich geht es bei der Datensaugerei nicht um privaten Firlefanz. Was ich in meiner kleinen Plauderei gemacht habe ist, klarzumachen, daß es in unterschiedlichen Weltgegenden unterschiedliche Vorstellungen von Privatheit gibt. Und - nicht die Datensaugerei an sich ist das Problem, sondern deren Asymmetrie. Die wissen (fast) alles über uns (oder könnten es doch wissen, wenn sie uns fokussierten), wir wissen fast nichts über die.

 

Vermutlich ja & der ganze Blog war ein Joke ;-)))

 

Joke ist vielleicht nicht das richtige Wort. Der Blog ist eine kleine Denkübung meinerseits. Das Gedankenexperiment "Was wäre, wenn..." gibt Aufschluß über das, was ist.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 14.07.2013 | 08:42

@mymind

Ich habe noch keinen Versuch gestartet, aber ab wann stinken gekochte Eier eigentlich?

 

Meiner Erfahrungen nach halten sich gekochte Eier verdammt lang. Länger als rohe Eier, und die sind schon ganz schön haltbar. Rohe Eier halten sich übrigens noch länger, wenn man sie an beiden Enden mit einer... hüstel: Stecknadel anpiekst und dann das Zeug innen rausbläst. Ein Tip von Hausfrau zu Hausfrau.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 14.07.2013 | 08:44

@tlacuache

Ich würde die Haufen liegenlassen, ein ausgesprochen gelungener Ort, bei dem sich Minister und Spitzenbeamte aus Berlin, die gerade in Washington sehr gestresste Urlaubstage hatten, nach getaner Arbeit entspannen könnten.

 

Das ging mir noch ab, Die ganze Polit-Mischpoke, direkt vor dem Haus campierend. "Wollns noch ein Schalerl Tee, Herr Friedrich?"

Ich könnte dann nicht mal mehr nackt vors Haus treten und auf die Wiese brunzen, was ich jetzt kann (und gelegentlich tue). Ich möchte meinen unbekleideten Leib in der Weltpresse wiederfinden. So viel Nacktenschutz muß sein.

 

Ciao

Wolfram

tlacuache 14.07.2013 | 09:06

..."Wollns noch ein Schalerl Tee, Herr Friedrich?"...

Jetzt macht' der  Herr W.H. wieder auf osmanische Gastfreundschaft, dabei weiss sogar Marco Polo dass man in Aldersbach nur Schierlingsbecher bekommt.

"Der Mensch handelt schlecht, wenn er das Gute nicht weiß."
Sokrates zu Herrn Friedrich...

Ja das war der mit ..."Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität"... etc. pipapo

;-)

Gruss

Diander 14.07.2013 | 09:17

Da würde ich dann doch eine Nadel mit Nadelöhr empfehlen, sehr schön geeignet für einen Feldversuch zur Erprobung eines Sprichwortes mit einem höckrigen Lebewesen, zur Gruppe der Schwielensohler gehörend. (ich weiß nicht, ob das ursprüngliche Wort nicht auf einer Liste steht, deren Gebrauch einen directemang für den Aufenthalt im Transferbereich eines Flughafens qualifiziert).

Grüßle, Di

 

 

tlacuache 14.07.2013 | 09:33

..."(ich weiß nicht, ob das ursprüngliche Wort nicht auf einer Liste steht, deren Gebrauch einen directemang für den Aufenthalt im Transferbereich eines Flughafens qualifiziert)"...

Du musst nur Didelphimorphia (Beutelratten-artige) in dein Tastwerk eingeben, schon schlägst 13 und wirst prompt zu den Top - Ten schönsten TerroristInnen in die Kartei gestopft, besondere Merkmale: "Verdachtsperson mit besonders gefährlichen Strick-, Häkel-,  Stick- sowie Nähnadeln"...

Gruss

Wolfram Heinrich 14.07.2013 | 09:36

@tlacuache

Jetzt macht' der  Herr W.H. wieder auf osmanische Gastfreundschaft, dabei weiss sogar Marco Polo dass man in Aldersbach nur Schierlingsbecher bekommt.

 

In Aldersbach ist osmanische Gastfreundschaft eine Selbstverständlichkeit. Und neben einem gutgekühlten Schierlingsbecher gibt's dort auch noch Bier, nebst einer Weißbierkönigin.

http://www.aldersbacher.de/typo3temp/pics/4cebc82c36.jpg

 

Sokrates zu Herrn Friedrich...

 

Was viele nicht wissen: Der Uropa vom Sokrates ist seinerzeit von Niederbayern nach Athen gezogen und hat dort ein Waagrecht-Radl-Restaurant eröffnet. Geschäftlich war das ein Flop, denn das waagrechte Radl (kyklos) war damals schon auch in der Gastronomie weit verbreitet. Also hat dem Sokrates sein Uropa kurzerhand das senkrechte Radl (gyros) erfunden und in die Gastronomie eingeführt. Zeuschen, da war dann die Bude aber voll. Dazu wurde Weißbier ausgeschenkt. Das Weißbier führte die Retsina-Industrie in eine bedrohliche Krise, im Zweiten Peloponnesischen Weißbierkrieg wurde das Wissen um die Herstellung von Weißbier in Griechenland total ausgerottet, so daß der Grieche fortan weiter seinen widerlich nach Baumharz riechenden Schrottwein trinken mußte. Der Grieche verfiel in tiefste Depression und wurde schließlich vom Römer kassiert. Und mit dem Römer ging das Elend erst so richtig los.


Ja das war der mit ..."Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität"... etc. pipapo

 

Eine Jugend, wo Retsina saufen muß statt Weißbier muß doch verrohen.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 14.07.2013 | 09:54

@Diander

Da würde ich dann doch eine Nadel mit Nadelöhr empfehlen, sehr schön geeignet für einen Feldversuch zur Erprobung eines Sprichwortes mit einem höckrigen Lebewesen, zur Gruppe der Schwielensohler gehörend.

 

Uns haben sie seinerzeit erklärt, das griechische Wort für Nadelöhr würde auch die kleine Tür neben dem großen Tor in der Stadtmauer bedeuten. Nachts hätte man allenfalls die Tür geöffnet, Reisende noch einzulassen, keinesfalls das Tor. Und (bepackte!) Kamele hätten nicht, und zwar gar nicht, durch die kleine Tür gepaßt.

 

...auf einer Liste steht, deren Gebrauch einen directemang für den Aufenthalt im Transferbereich eines Flughafens qualifiziert).

 

Hätte ich die Wahl, meine restlichen Tage im Transferbereich eines Flughafens zu verbringen oder in ein Flugzeug einzusteigen... Ich bliebe im Transferbereich. Jeder Narr nämlich weiß, daß Objekte schwerer als Luft niemals fliegen können, nicht dauerhaft jedenfalls. Lieber ginge ich zu Fuß nach Aldersbach und ließe mich dort als Eduard Schneekoppe einbürgern.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 14.07.2013 | 09:54

@tlacuache

...und wirst prompt zu den Top - Ten schönsten TerroristInnen in die Kartei gestopft, besondere Merkmale: "Verdachtsperson mit besonders gefährlichen Strick-, Häkel-,  Stick- sowie Nähnadeln"...

 

Aus einem Krimi:

Kommissar: Wie sieht's aus, Doc?

Doc: Das Opfer wurde erstochen. Dem Wundkanal zufolge mit einem sehr langen, sehr dünnen Instrument.

Kommissar: Einer Stricknadel?

Doc: Das könnte sein.

Kommissar: Der Täter ist also eine Frau.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 14.07.2013 | 10:04

@tlacuache

 (Kannst du es mal sein lassen, diese Weissbierfotos einzustellen, sabber sabber lechz, nein nicht die Dame, der Inhalt der Gläser!!!)...

 

Dein Befehl ist mir Wunsch. Als seinerzeit der Jozef Švejk in das Lokal "U kalicha" zu Praha ging, bestellte er - er hatte soeben vom Attentat auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Ferdinand ("Jeschis, sie ham uns den Ferdinand erschlagen") - ein dunkles Bier, denn "auch in Wien ham se heit Trauer".

http://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-s/02/b2/15/3d/filename-p1070785-jpg.jpg 

 

Ciao

Wolfram

Diander 14.07.2013 | 10:05

Der Uropa vom Sokrates ist seinerzeit von Niederbayern nach Athen gezogen und hat dort ein Waagrecht-Radl-Restaurant eröffnet.

Vorher war der Uropa vom Sokrates aber vermutlich mit Alexander dem Großen Richtung Euphrat und Tigris unterwegs, wo er zuerst die Waagrecht-Radl  entdeckt hat und sich dann mit dem ortsansässigen Hamdi befreundet hat, der die Dinger dann um 90 Grad gedreht haben soll.

LG, Diander

Wolfram Heinrich 14.07.2013 | 10:14

@Diander

Vorher war der Uropa vom Sokrates aber vermutlich mit Alexander dem Großen Richtung Euphrat und Tigris unterwegs, wo er zuerst die Waagrecht-Radl  entdeckt hat und sich dann mit dem ortsansässigen Hamdi befreundet hat, der die Dinger dann um 90 Grad gedreht haben soll.

 

Ich muß doch bitten, gnädige Frau. Sokrates lebte von 469 v. Chr. bis 399 v. Chr., Alexander dagegen von 356 v. Chr. bis 323 v. Chr.

Nein, nein, das Erstgeburtsrecht für das Gyros liegt eindeutig bei dem Sokrates seinem Urenkel, einem gewissen Lindinger Sebastian.

 

Ciao

Wolfram

tlacuache 14.07.2013 | 10:21

Ahh so, neuerdings Krimifreund:

Jetzt bekommst du Nachhilfe ;-)

Nach unsittlichen Bierbildern erzähle mal nachdem du die römischen-Gyrosgötter erklärt hast, nadelöhrige Schwielensohler zerfusseld hast, ob du den da kennst:

..."Los dioses se han marchado, nos queda la televisión"...

Freie Übersetzung:

"Die Götter sind abgehauen, uns bleibt das Fernsehen",

naja, das bekommst du mit deinem stinkstiefel - Italienisch und Latein auch noch hin.

Das meiste von ihm gibt es auf Deutsch.

Lesetipp und Gruss

P.S.

Und wenn du mir jetzt erzählst "ich habe alle Werke von ihm gelesen" müsstest du neben der Bibel, Werke der alten Griechen und Römern schon 140 Jahre alt sein...

;-)

Gruss

ed2murrow 14.07.2013 | 11:32

Keine Ahnung, ob das schon jemand gebracht hat (mir war es einfach zu lang, alles hier durchzuforsten): Dein Text entspricht den beiden ersten Absätzen der Hackerethik des Chaos Computer Clubs. Man kann sich darüber Gedanken machen, unter welchen Bedingungen der letzte Absatz hinzugefügt wurde bzw. wem gegenüber die Schutzfunktion gelten solle. „Verbesserungsvorschläge und Eingaben dazu gerne jederzeit an den Chaos Computer Club

balsamico 14.07.2013 | 11:39

Was ich damit sagen will: Die derzeit umlaufende Geschichte mit den aufgesaugten Telefonaten, E-Mails und abgehörten Gesprächen wäre nicht einmal halb so wild, würden die Rohdaten dieser Ausforschung ins Internet gestellt, jedermann zugänglich. Frau Merkel wäre - sollte sie sich je dafür interessieren - über meinen E-Mail-Verkehr informiert und ich über ihren. Der Begriff "Bespitzelung" würde sich auflösen in einer allgemeinen Kultur der Transparenz.

Also gut, nochmal von vorn: Stellt euch doch mal vor, ihr sitzt zu dritt beim Skat oder so, und jeder weiss, was der andere für ein Blatt hat. Das wäre doch eine ziemlich öde Veranstaltung und man ginge bald ins Bett. Ein bisschen interssanter wäre es, wenn nur einer die Blätter der beiden anderen ausspioniert hätte, weil es dann ordentlich Putz gäbe. Aber Spaß macht das auch nicht wirklich. Und ist es nicht, bei Licht betrachtet, auch so, dass das ganze Leben, oder jedenfalls das Salz in der Suppe, darin besteht, dass man erst rausfinden muss, wie und was der/die andere tickt? Das entfiele alles, wenn wir, ganz wie der liebe Gott, alles voneinander wüssten.  Gewiss, es gäbe keine Bespitzelung mehr. Aber langweilig wäre es, gähnend langweilig. Und da fragt man sich doch, was schlimmer wäre. Ergo: Es muss was dazwischen sein: Keine Bespitzelung und keine völlige Transparenz. Los! Macht euch an die Arbeit!

Wolfram Heinrich 14.07.2013 | 16:17

@Schachnerin

Bei uns im Dorf gibt es das Aldersbacher Weißbier im Sonderangebot. Wenn man ein ganzes Tragerl kauft, bekommt man ein Weißbierglasl und einen Flaschenöffner dazu.

 

Das Aldersbacher Bier hat halt 1 Ruf wie die Aldersbacher Asamkirche.

 

 

In drei Jahren kommen Bier und Kloster wieder zusammen. Zum 500. Jubiläum des Reinheitsgebots wird 2016 die Landesausstellung "Bier in Bayern" in Aldersbach zu sehen sein. Damit ist Aldersbach nun offiziell Bayerns "Bier-Stadt". (lokalpatriotischgröl)

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 14.07.2013 | 16:20

@balsamico

Also gut, nochmal von vorn: Stellt euch doch mal vor, ihr sitzt zu dritt beim Skat oder so, und jeder weiss, was der andere für ein Blatt hat. Das wäre doch eine ziemlich öde Veranstaltung und man ginge bald ins Bett.

 

Das wäre gut für die Gesundheit, wenn man bald zu Bett ginge. Aber man könnt ja virtuell Skat spielen, Der eine in A-Dorf, der zweite in B-Dorf usw. (wieviel Leute braucht man eigentlich für einen Skat?).

 

Ciao

Wolfram

Rufus T. Firefly 14.07.2013 | 19:02

Außerdem werden Bücher sowieso automatisch geschrieben.

Zumindest Wirtschafts- und Sportnachrichten werden in Teilen schon automatisch verfasst. Täte mich aber auch nicht wundern, wenn es das auch schon bei (Dreh-)Büchern gäbe. Ich erinnere mich grad dunkel an eine South-Park Episode namens "A.W.E.S.O.M-O"... :)
 

Und eine Kultur der Tranzparenz ist ja schön und gut, aber ich mit dem Filtern der jetzt schon vorhandenen Informationsflut bereits überfordert.

 

Diander 14.07.2013 | 20:21

Apropos Karten spielen: Letzte Woche ist wieder das Spiel des Jahres gekürt worden. Dieses Mal ein Kartenspiel, Hanabi, bei dem anscheinend jeder seine eigenen Karten nicht anschauen darf, alle anderen sie aber sehen. Durch Kooperation und Kommunikation aller Mitspieler erfährt man dann schlussendlich, was man auf der Hand hält. Scheint sooo langweilig gar nicht zu sein, und erinnert mich gerade ein bisschen an das Thema des Blogs...

http://www.neues-deutschland.de/artikel/827282.hanabi-so-wenige-regeln-so-grosse-spieltiefe-und-keiner-kennt-das-eigene-blatt.html

Grüßle, Diander

Diander 14.07.2013 | 20:29

Wolfram könnte Dir ja das Heu zuschicken, Du versteckst e bissl was drin und retour gehts ;-))

Ach nee, lassma, umgekehrt Stecknadeln schicken dürfte einfacher sein. Außerdem gibts hier Heuschnupfige, da hat keiner eine Freude dran.

Übrigens : EEEEEEEENDLICH wieder online :-)

Ich seh`s, schön! Die Kiste war ja ganz schön lange außer Gefecht. Dann kanns ja bald weitergehen :-)

LG Diander

rechercheuse 15.07.2013 | 19:13

eine nadel wird heute um 23:50 bei der ard aus den heuhaufen gezogen

 

Mit Hilfe renommierter Wirtschaftshistoriker entdeckt er etwas anderes: Natürlich arbeiteten die Menschen in Deutschland emsig, aber das taten sie in anderen Ländern auch - übrigens auch sehr erfolgreich. Dass daraus für die Bundesrepublik ein "Wunder" wurde, hat mit anderen Faktoren zu tun, die die Deutschen zum größten Teil nicht einmal beeinflussen konnten.

Es geht um amerikanische Weichenstellungen, um den extrem förderlichen Einfluss des Antikommunismus und des Korea-Krieges, um ökonomische und personelle Kontinuitäten in der deutschen Industrie zwischen Krieg und Nachkrieg und vieles mehr. Am Ende der spannenden Reise wird klar, dass kaum einer der beliebten Glaubenssätze der wissenschaftlichen Überprüfung standhält und dass der rasante wirtschaftliche Aufstieg der Bundesrepublik zwar ein großer Glücksfall, aber alles andere als ein Wunder war.

Ein Film von Christoph Weber.

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Ehemaliger Nutzer 16.07.2013 | 00:12

ich habe  nie verstanden, warum meine "privaten " daten nicht eingesehen werden sollten, kontoauszüge, strafbefehle, emails, nichts gibt es da, was ich vor einer öffentlichkeit verbergen sollte, im gegenteil, alle sollten begierig teilnehmen an meinem einsatz, das schmutzsystem zu   erkennen:

https://www.freitag.de/autoren/justizverfolgung/skandaloeses-aus-der-justiz-ein-aufruf

rechercheuse 16.07.2013 | 09:56

[l] Die angeblich fünf verhinderten Terroranschläge hat sich der Friedrich auch weitgehend aus dem Arsch gezogen. Dazu gehören natürlich wie immer die Sauerländer, deren Rädelsführer ja für dia CIA gearbeitet hat. Mit anderen Worten konnte dank NSA-Vollüberwachung eine CIA-Operation aufgedeckt werden. Was wären wir nur ohne unsere Freunde aus Amerika!1!! Dem Terror schutzlos ausgeliefert, das wären wir! Nun, zumindest dem CIA-Terror. [l] Friedrich hat in Washington nicht auf das Ende von Prism gepocht sondern weiteren BND-Zugriff auf das Prism-Material verhandelt. Das sagt — ausgerechnet — die "Bild"-"Zeitung", die in dieser Causa mal so gar nicht auf Regierungslinie liegt.

http://blog.fefe.de/

oi2503 16.07.2013 | 11:08

"Was ich in meiner kleinen Plauderei gemacht habe ist, klarzumachen, daß es in unterschiedlichen Weltgegenden unterschiedliche Vorstellungen von Privatheit gibt. Und - nicht die Datensaugerei an sich ist das Problem, sondern deren Asymmetrie."

Jaha, ist so. Das mit der Unterschiedlichkeit. Vergessen hast du den Klassiker zum Thema, die Offenlegung der Einkommen in Schweden für jedermensch. Ja, und?

Und, und, und ... und nicht nur die Asymetrie ist ein Problem. Auch die Nicht-Freiwilligkeit der Datensaugerei (an denen die Sammelnden ersticken mögen; ich sage so häufig wie möglich in letzter Zeit BOMBE, ATTENTAT, TALIBAN, ANSCHLAG AUF DEN PRÄSIDENTEN in Telefonaten). Die darin liegende strukturelle Gewalt ist - auch wenn sie unter Asymetrie subsumiert werden mag - ist m.E. mit Asymetrie nur sehr unzureichend beschrieben. Was sich auch und unter anderem an der Zwangslandung des Flugzeugs des Präsidenten von Bolivien zeigt. Die Reaktion der Spanier - die dem Gerücht entgegentraten auch Sie hätten die Überflugrechte verweigert - spricht Bände.

Da ist die wilde Sau los und Erzählungen von Massai und dem Bürgermeister eines Provinznests in Italien nebst Hinweis auf die Relativität von "Privatheit" helfen da m.E. nicht weiter.

Best, Oi (zurück aus dem internetfreien Urlaub)

 

Dersu Usala 16.07.2013 | 15:35

Also ich nehme jetzt mal an, alle E-mails wären öffentlich einsehbar. Online-Medienleute würden sich gewiss Filterprogramme schreiben (oder google nehmen), die nach bestimmten Stichwörtern suchen, um Veröffentlichungswürdiges - uups, ist ja schon veröffentlicht - Fokussierwürdiges rauszusuchen. Es dauert bestimmt auch nicht lange, bis Freewaretools diese Aufgabe nach jederleuts gewünschten Fokus übernehmen könnten. Dann würde ich hier sitzen und ein paar Namen eintippen, deren Träger ich mal kannte. Die Namen derer, die mir näher stehen würde ich auch mal eintippen, die der Kollegen auch. Klingt spannend, so was hat doch jeder schon mal bei google oder facebook gemacht. Aber was da raus kam, war eigentlich nie spannend, ob das bei E-mail-Analyse anders wäre?

Ehrlich gesagt, ich will das so nicht haben. Obwohl ich es vielleicht nicht scharf begründen kann. Schon beim Google-Stöbern nach Leuten, die ich wissentlich aus den Augen verloren habe, bekommt mich ein ungutes Gefühl. Warum tust du das, und warum jetzt? Es kann nichts Gutes dabei rauskommen. (Jeden Tag Klassentreffen wäre auch super öde)

Wenn an meiner statt eine Behörde stöbert, könnte daraus das gute erwachsen, dass böses verhindert wird. Oder aufgeklärt wird. Das gibt es ja schon. Ein Problem bei umfassender Ausweitung der Auswertung ist, dass "gut" und "böse" jetzt definiert wird, die Behörde kann Abweichungen feststellen und verhindernd handeln. Es wird also ein "normal" festgelegt, im besten Fall noch ein Toleranzfenster drumherum. Und das abweichende wird weggeholt. Oder nicht? Oder nur teilweise? Das wäre dann wissentliche Willkür. Auch heute wird nicht jede Straftat verfolgt, z.B. aus Kapazitätsmangel. Das ist dann zufällige Willkür, ich denke das ist besser, da bleibt Potential, da bleiben Freiräume.

Hm, die Argumentation ist noch ausbaufähig. Eins noch: ich will die Wahl haben zu bestimmen, wem ich was sage. da bin ich offenbar anders als die Massai.

Ein Wechsel in die totale Transparenz ist nicht der Tod, siehe Massai. Es wäre nur m e i n Tod. Das gilt für jeden, das gibt einen krassen Systemwechsel, was dabei rauskommt, ist ungewiss. Das sollte man erstmal im Kleinen - sagen wir also im Saarland - probieren. Dann schauen wir mal.

oi2503 17.07.2013 | 04:33

Also ich hab ja den Vorteil selbst Kunde zu sein. Und da geht das - je nach Verhältnis das sich aufgebaut hat - erstaunlich einfach. Bisher haben noch alle das verstanden und fröhlich mitgetan. Was unabhängig davon bleibt ist, dass sich im Umgang mit Snowden nicht nur die USA als scheindemokratisch gezeigt haben und die Datenmenge so groß werden kann (schon ist?), dass sie nicht wirklich in Gänze auszuwerten ist. Zu letzterem können wir beitragen. Dass sich das ncht durchsetzen wird, schon gar nicht langfristig, ist mir auch klar.

Best, Oi

mymind 18.07.2013 | 04:21

Die verdammt lange Haltbarkeit der gekochten Eier werde ich nächstes Jahr Ostern mal checken & dann berichten ;-))

Danke für den Tip! Von dieser langen Haltbarkeit der rohen Eier habe ich auch schon u. A. von meiner Nachbarin gehört. Sie bemalt die sogar & hängt sie dann auf Zweige oder sonstwo in ihrer Kruschelwohnung auf.

Eine künstlerisch begabte Freundin bemalt das ausgehöhlte Ei mit einem ganzen feinen Pinsel & verkauft sie dann auf dem Flohmarkt. Für die Oberflächengestaltung bevorzugt sie erotische Motive  _  die Eier verkaufen sich wie geschnitten Brot...was es nicht alles gibt....

Wolfram Heinrich 18.07.2013 | 08:03

@mymind

Die verdammt lange Haltbarkeit der gekochten Eier werde ich nächstes Jahr Ostern mal checken & dann berichten ;-))

 

Wissenschaft kennt keine Jahreszeit. Nunc pasqua nunc salta.

 

Danke für den Tip! Von dieser langen Haltbarkeit der rohen Eier habe ich auch schon u. A. von meiner Nachbarin gehört. Sie bemalt die sogar & hängt sie dann auf Zweige oder sonstwo in ihrer Kruschelwohnung auf.

 

Das Bemalen ausgeblasener Eier ist ein beliebter Frühlingssport in (fast) jedem Kindergarten.

 

Eine künstlerisch begabte Freundin bemalt das ausgehöhlte Ei mit einem ganzen feinen Pinsel & verkauft sie dann auf dem Flohmarkt. Für die Oberflächengestaltung bevorzugt sie erotische Motive

 

Das hier ist ein ziemlich schüchterner Liebhaber.

http://www.123gif.de/gifs/eier/eier-0015.jpg 

 

Ciao

Wolfram