Wolfram Heinrich
04.01.2013 | 20:04 237

Volle Breitseite

Israel Wat jeht misch mein dummet Jeschwätz von jestern an?

Aber seit 1977, seit engstirnige, verbohrte Nationalisten die Macht übernommen haben, weht durch dieses Land (Israel, W. H.) wieder der Wind des Ghettos. Diese Schauer der Erleichterung, dieses kollektive Aufatmen, wenn aus der großen weiten Welt ein Wiederaufleben von Antisemitismus bekannt wird, sei es in Deutschland, Griechenland oder Japan. „Sie hassen uns noch immer – Gott sei Dank!“. Und es steht nie weniger auf dem Spiel als gleich „unsere nationale Existenz“. Leute, die lesen und schreiben können und einen Bismarck-Hering von einer Schillerlocke zu unterscheiden wissen, entblöden sich nicht, die PLO mit den Nazis zu vergleichen.

(...)

„Was glaubst du“ hast Du mir am Telefon gesagt, „wenn die (die Palästinenser, W. H.) könnten, würden sie dich nicht umbringen?“ – Ich weiß nicht was „die“ täten, wenn sie könnten. Ich weiß nur, wer wen umbringt und ich weiß auch, wozu Vermutungen, Mutmaßungen und Unterstellungen gut sind, vor allem Projektionen. Du ahnst in der Tiefe Deiner Seele, dass wir es sind, die den Palästinensern Unrecht tun und nicht umgekehrt, und um dieses Unrecht zu rechtfertigen, musst Du darüber spekulieren, was „die“ tun würden, wenn sie könnten, wie sie wollten.

(...)

Früher mussten wir fürchten, sie (die Araber, W. H.) wollten uns ins Meer treiben, heute fürchten wir, sie könnten mit ihren Friedensangeboten ernst meinen. Eine vermieste Geschichte reicht uns nicht, wir brauchen auch eine vermasselte Zukunft.

(...)

Jeder israelische Soldat, der fällt und verwundet wird, schreibst Du, tut Deiner Seele weh, während jeder Palästinenser, der auf seine Weise für sein Volk kämpft und fällt, Dir nicht nur gleichgültig ist, Du betrachtest ihn „als Feind“, mit anderen Worten, Du freust Dich über seinen Tod. Du hast in den letzten Wochen und Monaten viel Grund zur Freude gehabt. Rund 400 Tote in anderthalb Jahren ist eine schöne Bilanz. Hast Du Dich auch über den Tod des 12jährigen Jungen in Nablus gefreut oder über den Tod des 8jährigen Mädchens in Gaza oder den Tod der Frau in Ramallah, die beim Wäsche-Aufhängen von einer verirrten Kugel getroffen wurde?

(...)

Tut es Deiner Seele nicht weh, dass der Kommandant von Nablus einem Dutzend Palästinenser die Arme und Beine brechen ließ? Dass die Soldaten, die diesen Job korrekt ausführten (obwohl es sich um einen ungesetzlichen Befehl handelte, den sie hätten verweigern können), so hart zuschlugen, dass bei dieser Aktion auch ihre Holzknüppel brachen? Dass sie während der Prügel die Motoren ihrer Fahrzeuge aufheulen ließen, damit die Schreie der Geschlagenen übertönt wurden?

(...)

Du schreibst, die Palästinenser hätten das Glück, es mit einem Gegner zu tun zu haben, „der von moralischen Skrupeln zerrissen ist und sich nicht entscheiden kann, ihren Aufstand durch Gewalt niederzudrücken.“ – Wie recht Du hast, unsere Soldaten schießen nur mit Mozartkugeln, und wenn ein Palästinenser davon tot umfällt, dann nur, weil er gegen Schokolade allergisch ist.

(...)

Nur im Notfall haben vier Soldaten einer Eliteeinheit einen Palästinenser vor den Augen seiner Kinder zu Tode geprügelt, nur im Notfall wurde ein palästinensischer Junge gezwungen, eine palästinensische Fahne von einem Strommast zu entfernen (es stand mal wieder unsere nationale Existenz auf dem Spiel!), wobei er durch einen Stromschlag getötet wurde, nur im Notfall hat eine Einheit der Grenztruppen in dem Dorf Nahalim ein Blutbad angestellt, bei dem fünf Einwohner getötet und über 20 verletzt wurden – die Haustiere nicht mitgerechnet, die in eindeutiger Selbstverteidigung umgelegt werden mussten.

(...)

Entweder wir oder sie, es geht ums Überleben. Mit einer solchen Blankovollmacht auf den eigenen Namen lässt sich alles begründen und rechtfertigen. Aber am Ende wendet sich diese Moral immer gegen ihren Urheber. Hat man sich erst einmal an eine chronische Notwehrsituation gewöhnt, kann man mit der Selbstverteidigung gar nicht mehr aufhören, es müssen ständig neue Feinde her. Nach den Arabern kommen die jüdischen Verräter an die Reihe, die Nestbeschmutzer und Sympathisanten. Moral und Menschlichkeit bleiben auf der Strecke, Logik und Vernunft kommen unter die Räder.

 

Starker Tobak, all das. Eine volle Breitseite gegen die israelische Politik den Palästinensern gegenüber. Der Text ist schon etwas älter, er stammt aus dem Jahre 1989 und ist in der von Abraham Melzer herausgegebenen Zeitschrift "SEMIT" erschienen. Autor ist ein gewisser Henryk M. Broder.

Kommentare (237)

Gold Star For Robot Boy 04.01.2013 | 20:51

Interessanter Fund! Heute mimt Broder den  US/Israel-Lobbyisten, der in Artikel wie diesem (Vor dem Islam Angst zu haben ist eine Tugend) den clash of civilisations befördert, Ängste schürt,den 11. September 2001 als Ausgangspunkt seiner "Islamkritik" definiert und hierbei historische Fakten ,die verdeckte staatliche Unterstützung muslimischer Fundamentalisten seitens der USA und ihrer Verbündeten (z.B.Saudi-Arabien + Pakistan),ignoriert.Vor 9/11 verhandelten US-Offizielle ohne Skrupel mit den Taliban über den Bau einer Pipeline durch Afghanistan,nachdem sie bereits im kalten Krieg Bin Laden und seine Freiheitskämpfer hochgerüstet haben.

William E. Odom (Leiter der National Security Agency unter Ronald Reagan):"Because the United States itself has a long record of supporting terrorists and using terrorist tactics, the slogans of today’s war on terrorism merely makes the United States look hypocritical to the rest of the world."

Ex-FBI Mitarbeiterin Sibel Edmonds:"Certain elements within our government absolutely,intentionally,purposefully ignored and let it (9/11) happen."

Der ehemalige CIA-Verhörexperten Glenn Carle bezüglich der demokratischen Verfassung der Bush/Cheney-Regierung:

” Die Praktiken zeigen, dass da in einigen Bereichen keine rechtsstaatliche Regierung am Werk war, sondern nur ein paar Männer die es irgendwie schafften alle Macht an sich zu reißen.Wir waren in vielerlei Hinsicht eine Junta und keine Demokratie.”

Dies Junta und ihre Nachfolger unterstützen die israelische Politik seit Jahrzehnten. Die Diffamierung Augsteins,die Entscheidung des SWC ,die Aufregung über Grass sind vermutlich gut kalkulierte PR-Aktionen, die eine klare Botschaft übermitteln.Rabbi Cooper vom Simon-Wiesenthal-Center kommentierte Augstein heute folgendermaßen:

"Wenn man das Bild von islamischen Extremisten heraufbeschwört, deren wesentlicher Beitrag zur Welt aus Selbstmordbombenanschlägen, Extremismus und Hass besteht, und dann eine gesamte religiöse Gemeinschaft nimmt und sie so stereotypisiert, dann hat das nichts mehr mit Journalismus zu tun. Damit wird eine Grenze überschritten".

Maul halten,Augstein.Stereotype dürfen nur andere verbreiten!

"Vor dem Islam Angst zu haben ist eine Tugend." (Broder)

Vor den Drohnen und Besatzungsarmeen,den geostrategischen Interessen des moralisch überlegenen Westens Angst zu haben überlassen wir den Menschen in Afghanistan, im Irak und anderswo...

Die Geburt des War On Terror (Jerusalem Conference on International Terrorism,1979):

The concept of a ‘‘war on terror’’ pre-dates 9-11 by 22 years. Its seeds were first planted in 1979 at the Jerusalem Conference on International Terrorism (JCIT) organized by Benjamin Netanyahu (future Israeli Prime Minister). JCIT kicked off a campaign for a ‘‘war on terror’’ against ‘‘international terrorism’’. It featured: pre-emptive attacks on states that are alleged to support ‘‘terrorists;’’ an elaborate intelligence system apparatus; slashed civil liberties, particularly for Palestinians targeted as potential terrorists, including detention without charge, and torture; and propaganda to dehumanize ‘‘terrorists’’ in the eyes of the public. George H.W. Bush Sr. and (...) George Schultz, Reagan’s Secretary of State enthusiastically endorsed this concept. Bush Sr. gave a speech at JCIT advocating precisely the type of ‘‘war on terror’’ that his son implemented in 2001."(Diana Ralph)

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 21:11

Ja, eine steile Karriere. Bei K2Rs (Klaus Rainer Röhls)  "Konkret" (Motto: Mao & Möpse) schrieb er Anfang der 70er neben Stefan Aust. Beide auch für die St.Pauli-Nachrichten. Kumpel Aust, Chef beim "Spiegel" geworden, versorgte ihn dort. Nach seines Freundes Ausscheiden ging's zu Springers "Welt".
Wes' Brot ich ess' ... dokumentierte ausgezeichnet:

Konkret 01/96, S. 48  

 
wider das vergessen
 
heute: Herr Broder
 
1995
Vierundsiebzig Millionen Deutsche leben friedlich miteinander vereinigt zusammen mit sieben Millionen Ausländern in einem Staat, der seinen Einwohnern individuelle Freiheit, kollektiven Wohlstand und soziale Sicherheit in einem Maß garantiert, wie dies in einem deutschen Gemeinwesen nie zuvor der Fall war. Nirgendwo haben die Arbeitnehmer mehr Urlaubstage, geben die Verbraucher mehr Geld für Reisen, Körperpflege und Luxusgüter aus. Keine Nation leistet sich mehr Bühnen und Orchester, gibt mehr Geld für Kunst und Kultur aus. Und kein Volk hat in diesem Jahrhundert mehr Glück gehabt. Nach zwei verlorenen Kriegen ist Deutschland die nationale Einheit plötzlich und unerwartet in den Schoß gefallen, die Bonner Republik hat sich zur führenden europäischen Macht entwickelt, die ihre Nachbarn mit Qualitätsprodukten und guten Ratschlägen versorgt. So hätten die Deutschen allen Grund, mit sich und dem Schicksal zufrieden zu sein.  
Henryk M. Broder: Die Unfähigkeit zu feiern, in: »Der Spiegel«, Nr. 40/1995
 
1980
 Dieser »freiheitlichste Staat, den wir je hatten« steht – historisch, materiell und personell – auf einem Fundament aus Terror und Gewalt. Es waren staatliche Organe, die Terror in einem Ausmaß und in einer Weise als Mittel der Politik einsetzten, wie es in der Geschichte der Menschheit einmalig war und immer noch ist. Es waren staatliche Organe, die eine Gewalt ausübten, deren einziges Rechtfertigungsmoment ihre »Staatlichkeit« war. Das alles liegt noch nicht einmal vierzig Jahre zurück, die Referendare von damals sind Staatssekretäre, Minister und Präsidenten von heute, und trotzdem ist alles vergessen. Wenn heute von Terror die Rede ist, dann ist nur der »private« Terror gemeint, jener, der sich gegen den Staat, seine Organe und Symbole richtet. Der Terror von Staats wegen, der sich zum privaten verhält wie eine Waggonladung Nitroglyzerin zu einem Knallfrosch, wird noch nicht mal als solcher erkannt. (Was ist die Baader-Meinhof-Bande gegen den Volksgerichtshof?) Die Überzeugung, daß amtliche Stellen weder irren noch Unrecht tun können, ist genauso verbreitet wie der Glaube an die Überlegenheit der deutschen Wertarbeit. (...)  
 

(...)

Ich bin es leid, mir solche Schamlosigkeiten wie »Abtreibung gleich Auschwitz« anzuhören, und ich bin es inzwischen auch leid, darauf zu reagieren. Und ich habe keine Lust mehr, Ungeheuerlichkeiten zu analysieren und zu erklären, warum sie ungeheuerlich sind. Mag Herr Geißler weiter die Kampagne gegen Strauß mit der Stürmer-Hetze gegen die Juden vergleichen – er markiert damit das politische Niveau in diesem Land, dessen materieller Wohlstand und moralische Verfassung so weit auseinanderklaffen wie ein offenes Krokodilmaul. Ich habe mich lange über solche Geschichten aufgeregt, aber ich habe inzwischen eingesehen: Es muß so sein, es geht nicht anders.  
Eine Nation, die einmal ausgezogen ist, die ganze Welt an ihrem Wesen genesen zu lassen; eine Nation, in deren Mitte dann ein Völkermord weitgehend unbemerkt stattfinden konnte; eine Nation, die anschließend über Auschwitz so zur Tagesordnung übergegangen ist, als wäre es ein verlorenes Fußball-Länderspiel; eine Nation, die ihre Art, mit der eigenen Vergangenheit umzugehen, »Bewältigung« nennt – einer solchen Nation sind alle politischen und moralischen Maßstäbe durcheinandergeraten. Sie hat nicht nur, ohne es zu merken, ihre eigene Geschichte liquidiert, sie muß auch mit der Gegenwart auf eine sehr spezielle Weise umgehen. (...)  
Dies alles sind Versatzstücke der deutschen Realität, mit der die Mehrheit der Deutschen offenbar zufrieden ist. Anstatt zu versuchen, die Verhältnisse zu ändern, ist es deshalb vernünftiger, seine Einstellung zu diesen Verhältnissen zu ändern, sich ihnen sozusagen positiv-pragmatisch anzunähern.  
Henryk M. Broder: Danke schön. Bis hierher und nicht weiter. Konkret Literatur Verlag, Hamburg 1980
 
1995
Melancholie und Resignation machen sich breit. Das Leben in der unkommoden Demokratie ist öd und fad. Keine Utopie verzaubert den Alltag. Er habe, sagt Heiner Müller, den Niedergang von drei Systemen, Weimar, Nazideutschland, DDR, erlebt und findet es schade, daß es ihm »vermutlich zeitlich nicht vergönnt sein wird, auch das vierte sterben zu sehen«. Das mag den großen Dramatiker schmerzen, spricht aber doch für das System, das nach Weimar, Nazideutschland und DDR auf deutschem Boden entstanden ist.  
Henryk M. Broder: Die Unfähigkeit zu feiern, in: »Der Spiegel«, Nr. 40/1995

schlesinger 04.01.2013 | 21:20

Bemerkenswerter Fund. Danke dafür.

Broder ist nicht der erste und nicht der einzige, der angesichts der tatsächlichen Umstände sein Heil in zynischer Haltung sucht.

So z.B. auch der israelische, längst weltberühmte Historiker Benny Morris.

Der hatte als erster dem Mythos des ehrhaften "Unabhängigkeitskriegs" Israels von 48 gründlich auseinander genommen (hunderttausendfache Vertreibung, Massenexekutionen, Vergewaltigungen, systematische Plünderungen...).

Doch längst propagiert er, man sei nicht hart genug vorgegangen gegen die Bestien...

Das erinnert stark an die kaum zu überbietenden rhetorischen Angriffe Broders gegen alle vermeintlichen Antisemiten.

sinister77 04.01.2013 | 23:07

Man könnte fast darüber lachen, wenn dass Thema nicht so ernst wäre.

Wes Brot ich fress, des Lied ich sing.

Broder ist kein ernstzunehmender Journalist. Ein Gutes hat es vielleicht, Broder verhalf dem Blatt,  der Freitag, eine riesige PR, international, die Aufmerksamkeit wäre dem Blatt ansonsten nicht zugekommen. Ich hoffe das dies eine massive Auflagensteigerung nach sich zieht und zumindest der seriöse Journalismus und Augstein hier als Sieger vom Feld gehen.

 

Frohes Neues Jahr

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 05:58

@anna T.

Wofram ram, das sind ja " Trüffel"  die du da in der Tiefe gefunden hast.

 

Die Trüffel habe nicht ich gefunden, sondern ein gewisser Erhard Arendt, GEBE hat oben auf seine Website verlinkt, ich tue es hier nochmal. Ich hatte eine zeitlang überlegt, ob ich den Link selber setzen sollte, habe es dann aber aus dramaturgischen Gründen gelassen, ich wollte die Pointe erst mal so platzen lassen. Das glaubt mir eh keiner, dachte ich mir, sicher wird mindestens einer, sich zu vergewissern, daß ich ihn nicht verarsche, nach einer Textstelle googeln und dann die Website finden.

Zur Authentizität: Ich habe versucht, die Zitate von Arendt zu verifizieren, mir war es verdächtig, daß er nirgends den Text als Ganzes - geschweige als Bild - bringt. Ich habe nur Belegstellen gefunden, die sich ihrerseits wieder auf Arendt berufen. Allerdings ist diese Seite bereits seit Ende Oktober 2012 im Netz, und ich habe keinen Widerspruch gegen eine mögliche Fälschung von Broder selbst oder von einem seiner Freunde gefunden. Und, dachte ich mir, Broder hätte sich bestimmt gegen eine Verleumdung gewehrt, wenn es denn eine Verleumdung wäre.

Verdächtig ist allerdings, daß dieser Text von 1989 bereits die Neue Rechtschreibung benutzt, die damals noch nicht mal angedacht war (lässt, musst, dass). Aber gut, wirklich beweiskräftig ist das nicht, es könnte gut sein, daß Arendt den Text eingescannt und dann das Ergebnis an die Neue Rechtschreibung angepaßt hat.

Auf die Website der Zeitschrift "Der SEMIT" wird öfter mal verlinkt, die Domain ist allerdings inzwischen nicht mehr vorhanden, sie steht zum Verkauf.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich kann für die Authentizität des Textes nicht garantieren, halte sie aber für wahrscheinlich. Vielleicht hat ja einer noch irgendwo eine alte Ausgabe der Zeitschrift herumliegen oder kann den Text in einer Bibliothek finden. Hier ist eine Auflistung der deutschen Bibliotheken, die den Jahrgang 1989 archiviert haben.

 

Ciao

Wolfram

tlacuache 05.01.2013 | 07:42

Heute ist "Ton 6 - Flow", "Sonnenzeichen Adler (TZIKIN)", = "Reiches Leben, Fülle und Zentriertheit - hin zur fließenden Entwicklung.", ich kann Dir aber beruhigt sagen, "Eberhard", das man esoterische Internetscheisse, bezueglich Kalenderumrechnungen gleich die Klospühlung runterspühlen kann.

Ernsthafte wissenschaftliche Programme kann ich kaum auf meinem PC verstehen, geschweige dir erklären, dazu bin ich zu doof...

;-)

P.S.

Nur soviel: Im August 3114 vor Christus ging ein kleiner Zyklus der Mayas los, der hoerte jetzt mal im Dezember 2012 auf, 5126 Jahre spaeter, jetzt geht eine neuer Zyklos los...

Menschliche kulturelle Konstruktionen halt. nix weiter...

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 09:31

@tlacuache

Nur soviel: Im August 3114 vor Christus ging ein kleiner Zyklus der Mayas los, der hoerte jetzt mal im Dezember 2012 auf, 5126 Jahre spaeter, jetzt geht eine neuer Zyklos los...

 

5126 Jahre - so alt bin ja nicht mal ich.

Im übrigen kannst du dein spanisches Keyboard so konfigurieren, daß du ganz normal Deutsch schreiben kannst, mit Umlauten und scharfem "s". Schreibst du dann wieder Spanisch kannst du einfach rüberswitschen.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 09:32

@Theda

@Wolfram Heinrich, dank dieses Beitrags habe ich schon wieder, wohlwissend in die Zukunft schauend wettend, eine verfickte (beg me pardon!) Kasten Kölsch nahezu intus hinsichtlich vermuteter üblicher Kommentatoren.

 

Kölsch? Wieso trinkst du nicht richtiges Bier? Und: Wieviel ist ein Kasten Kölsch? Ein bayerischer Kasten Bier sind 20 Flaschen á  0,5 Liter, enthaltend Bier von ca. 4,8 bis 5,2 Vollprotz.

 

Henryk ist schon ne ganz arme dumme Sau, oder?

 

Wohl wahr. Aber das ginge ja noch, dann aber auch noch die eigene Armdummsau-Existenz öffentlich zur Schau tragen...

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 09:33

@seriousguy47

Muss ich mich jetzt umstellen, um Broder die Peinlichkeit zu ersparen, dass er sich plötzlich mit einem pro-israelischen "Antisemiten" in einem Boot befindet....?

 

Nein, nein, Broder hat sich ja bekehrt.

Im übrigen glaube ich, für Israel zu sein heißt, gegen die derzeitige israelische Regierung zu sein. Was die israelische Regierung (in der Siedlungspolitik, aber nicht nur dort) macht ist Hoch- und Landesverrat. Israel kann sich die arabischen Nachbarn nicht einfach wegwünschen, sie sind und bleiben da, man kann sie militärisch so oft besiegen, wie man nur will. Ein Land, auch Israel nicht, kann nicht permanent und auf lange, lange Sicht im Kriegszustand leben. Man muß sich mit den Arabern irgendwie arrangieren, es gab und gibt ausreichend Chancen dazu. Israel müßte eigentlich ein vitales Interesse daran haben, die wirtschaftliche Entwicklung seiner arabischen Nachbarn zu fördern. Satte, zufriedene Menschen fangen keinen Krieg an.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 09:33

@Theda

Och nööö, höhö, volle BeitSaite, Sie. Aliquot oder Bordun? *rubbeldiekatzchpaffendandelionwine*

 

Immer mal wieder frage ich mich, woher dieser brennende Ehrgeiz kommt, mit seinen Äußerungen nicht verstanden zu werden. Ich mein, wenn du Lyrikerin wärst, hättest du ja einen Jagdschein und könntest straflos so schreiben, daß dich kein Schwein versteht.

Aber wahrscheinlich bist du gar keine Lyrikerin, ich meine Diplom-Lyrikerin, mit Diplom, mit Lyriker-Diplom, damit du was eigenes hast, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 09:37

@janto ban

Erst habe ich mich tot

(...)

Entschuldigung, falsche Taste.

 

Grundregel: Niemals, wirklich nie - mals einen Kommentar direkt in das Kommentarfeld schreiben. Zum einen schickst du manchmal Zeugs ab, ehe du es eigentlich abschicken willst, zum anderen schreibst und schreibst du einen erleuchteten Kommentar, der sämtlichen Musen die Tränen der Rührung in die Augen treibt, weil sie dergleichen in dieser Schön- und Wahrheit noch nie gelesen haben. Dann schickst du den erleuchteten Text ab und in diesem Moment spinnt der Browser oder dein Betrübssystem oder die Internetverbindung klemmt... und - schawupp! - ist dein Text im Nirgendwo des Internets verschwunden. Du schreibst den Text neu, aber - klar! - du kriegst ihn in dieser erleuchteten Form nicht mehr hin.

Ratschlag, kostenlos: Einen Kommentar immer erst in einem Textverarbeitungsprogramm schreiben, dann erst in das Kommentarfeld einfügen.

 

Erst habe ich mich total erschrocken und denke: Schande, was stellt der Wolfram antisemitische Texte hier ein. Will er wieder gesperrt werden?

 

 

Im übrigen kann ich (fast) jeden Satz von Broder ©1989 unterschreiben, Augstein wahrscheinlich auch.

 

Ciao

Wolfram

 

// Dieser Kommentar wurde editiert

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 10:11

@tlacuache

Du ueberschaetzt mich, ich kann ja nicht einmal mein Hirn konfigurieren, wie soll ich da mein Keyboard konfigurieren???

 

Okay, dann schaltest du jetzt mal dein Hirn in den Stand-by-Modus und tust nur, was ich dir sage. (Das Folgende gilt nur, wenn du Windows benutzt, falls nicht, lies gar nicht erst weiter.)

Also, du drückst auf "Start" (ganz links unten). Es öffnet sich ein Menü, rechts findest du den Punkt "Systemsteuerung" (oder wie immer das Spanisch heißen mag). Du klickst drauf und es öffnet sich ein Seiterl "Einstellungen des Computers anpassen". Dort gehst du auf "Zeit, Sprache, Region", Unterpunkt "Tastaturen und Eingabemethoden ändern". Es erscheint der Ordner "Tastaturen und Sprachen", falls nicht, klickst du drauf. Dann klickst du auf "Tastaturen ändern". Deutsch wird als Option auf der Seite "Textdienste und Eingabesprachen" wahrscheinlich nicht erscheinen, also klickst du auf "Hinzufügen" und wählst dort "Deutsch (Deutschland), Standard" aus. Dann gehst du zurück und klickst auf den Ordner "Sprachenleiste" und dort auf die Option "Auf Taskleiste fixieren". Du klickst auf "OK" und solltest dann ganz unten rechts ein neues Symbol haben, "DE" oder eine entsprechende Abkürzung Spanisch. Klickst du nun darauf, kannst du ganz einfach zwischen Spanisch und Deutsch hin- und herwechseln.

Falls das klappt erbitte ich mir eine Kerze am nächstgelegenen Marienaltar.

 

Ciao

Wolfram

tlacuache 05.01.2013 | 10:25

Das virtüellche Kerzchen mache ich mir schon mal an...

(Was hat die da nur in der Hand?)

Das Problem ist nicht die Software,

Wie soll ich aber das "ü" (alt + 129), "ä (alt+132) auf mein Keyboard hauen, Steinmeisseln wie bei den Stelen  (ägyptisch Stelea) der Mayas?

Stattdessen habe ich hier so komische Sachen wie "Ñ" auf meiner Tastatur, soll ich die mir jetzt esoterisch "wegdenken"?

Versuch mal auf deiner Standarttastatur ein ¡ oder ¿ hinzubekommen, da kommst du garantiert schwer ins Schwitzen... Ich kann das...

;-))))))))))

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 10:46

@tlacuache

(Was hat die da nur in der Hand?)

 

Das ist ein Kerzerl mit einem Tropfschutzhand fürs zarte Handerl.

 

Das Problem ist nicht die Software,

Wie soll ich aber das "ü" (alt + 129), "ä (alt+132) auf mein Keyboard hauen, Steinmeisseln wie bei den Stelen  (ägyptisch Stelea) der Mayas?

Stattdessen habe ich hier so komische Sachen wie "Ñ" auf meiner Tastatur, soll ich die mir jetzt esoterisch "wegdenken"?

 

Genau das sollst du, dir die Angaben auf der Tastatur wegdenken nämlich. Wenn die Tastatur deutsch konfiguriert ist, dann drückst du auf die Taste rechts vom "l" (also Klein-L, nicht Groß-i) und es erscheint auf dem Monitor ein "ö", was immer dir die spanische Tastatur einzureden versucht. Rechts vom "ö" ist das "ä", und das "ü" ist schräg links über dem "ä".

Hier hast du die deutsche Tastatur.

http://www.jea-bartsch.de/ebay/Tastatur%20NC4010.jpg 

Glaub mir, ich hab jahrelang auf einer italienischen Tastatur ganz normal deutsch geschrieben. Wenn du 10-Finger-Schreiben kannst, flutscht eh alles von selbst, wenn nicht, mußt du dir einige Tastenbelegungen halt merken.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 10:54

@janto ban

|| zum anderen schreibst und schreibst du einen erleuchteten Kommentar, der sämtlichen Musen die Tränen der Rührung in die Augen treibt, weil sie dergleichen in dieser Schön- und Wahrheit noch nie gelesen haben ||

Oh, du scheinst mich ja doch öfter mal zu lesen :o)

 

Sowieso. Derart gottvolle Prosa liest man doch sonst nur bei den Klassikern.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 10:55

@janto ban

Hoops. Danke für den Tipp. Aber vielleicht hat es ein Gutes, dass mir die Klaviatur derartig aus den Fingern glitscht. Wir müssen doch erstmal an Magdas Scheißjahr für Männer mit seinen 93 Kommentaren vorbei.

 

Pfui! So was ist unlauterer Wettbewerb, ist das.

"Zur Tür hinaus, linke Reihe anstellen, jeder nur einen Kommentar!" (Commentarii vitae Briani)

 

Ciao

Wolfram

janto ban 05.01.2013 | 11:16

| So was ist unlauterer Wettbewerb, ist das. |

Unlauter passt ganz gut in die Gesamtsituation, findest du nicht auch?

| "... jeder nur einen Kommentar!" |

Wer sagt denn sowas? Ich sage: Ist der Ruf erst ruiniert, kommentiert es sich... usw.

Muss jetzt eh weg. Du schaffst es aber auch ohne mich bis ganz nach oben. Das weiß ich. Meine Schwester wird heute 30 - und bei der trinke ich heute Abend mal 1 Bier. In Worten: eins. Jeder trinkt nur eins - und dann gehen wir alle nach Hause.

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 11:16

@tlacuache

"Das ist ein Kerzerl mit einem Tropfschutzhand fürs zarte Handerl."

Da spricht der Profi, das kommt davon, wenn man 20 Jahre in Italien gelebt hat...

 

Nein, nein, schon mein Kommunionkerzerl hatte einen Tropfschutz. Als gelernter Katholik kenn ich mich halt aus.

Im übrigen war ich nur 10 Jahre in Italien.

 

Uebrigens ist das im Umkreis von 1000 Km meine wichtigste Schutzheilige, kein Wunder, das ich vor die Hunde gehe, wenn ich noch nicht mal eine Kerze erkennen kann...

 

In katholischen Weltgegenden ist die Madonna immer schon wichtiger gewesen als unser Herr Jesus. Der Kommunist und Atheist Peppone aus Boscaccio entzündet seine Kerze auch nicht vor dem Herrn Jesus ("Der hält es zu sehr mit der Reaktion"), sondern vor der Madonna.

Boscaccio könnte man im übrigen mit "Scheißwald" übersetzen. Bosco ist der Wald und -accio ist ein Suffix, welches das davorstehende Wort abwertet. Parole etwa sind die Worte und parolacce die Pfui-Wörter wie Arsch, Kacke, Schwanz und Fotze - Worte also, die ein anständiger Mensch wie ich niemals hinschreiben würde.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 11:32

@janto ban

| So was ist unlauterer Wettbewerb, ist das. |

Unlauter passt ganz gut in die Gesamtsituation, findest du nicht auch?

 

Ja, ja. Trotzdem... irgendwie schofel.

 

| "... jeder nur einen Kommentar!" |

Wer sagt denn sowas?

 

Der freundliche Gefängniswärter.

 

 

Meine Schwester wird heute 30 - und bei der trinke ich heute Abend mal 1 Bier. In Worten: eins.

 

Ein Bier ist kein Bier.

 

Ciao

Wolfram

 

tlacuache 05.01.2013 | 11:39

"In katholischen Weltgegenden ist die Madonna immer schon wichtiger gewesen als unser Herr Jesus."

Als lateinisch/italienisch babbelnder kennst du ja den "Sincretismo",

in doerflichen Gegenden wird nicht der "Sohn" Gottes angebetet, sondern die "Mutter" vom Sohn Gottes,

reiner Pragmatismus, der Frau vom lieben Gott kann der liebe Gott schwer einen Wunsch ausschlagen, dem Sohn schon eher...

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 11:53

@tlacuache

reiner Pragmatismus, der Frau vom lieben Gott kann der liebe Gott schwer einen Wunsch ausschlagen, dem Sohn schon eher...

 

Die Frage ist natürlich, wieso der Liebe Gott himself bei der ganzen Heiligenverehrung so was von dermaßen eine Nebenfigur bleibt. Wieviele Bilder aus der Kunstgeschichte fallen dir spontan ein, auf denen Jesus oder Maria oder beide zusammen abgebildet sind - und wie viele, auf denen Gott Vater dargestellt ist.

Okay, das hier, aber dann beißt es auch schon aus.

http://www.predigten.uni-goettingen.de/bilder/adam.jpg 

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 11:58

@janto ban

| Ich ernenne dich hiermit zum Großmeister im poetischen Zehnkampf |

Ich freue mich, will aber für dich hoffen, dass Broder niemals auf dieser Liste stand. Ich will einmal etwas nicht mit ihm gemeinsam haben!

 

Ich gebe dir mein Ehrenwort, ich wiederhole: mein Ehrenwort, daß ich dich niemals mit Barsch, äh, Broder in einem Atemzug genannt habe noch dich je nennen werde.

 

Ciao

Wolfram

janto ban 05.01.2013 | 12:23

Frechheit. Es gibt sowieso zu wenig Luft in der Atmosphäre dieses Planeten - für all die Leute, mit denen man nicht in einem Atemzug genannt werden will. Ich empöre mich!

Und ich muss jetzt mal aufhören, mich schadenfroh zu gerieren. Mit Schadenfreude kann mein gutmenschliches Gewissen nicht umgehen. Das ist tatsächlich so.

Nach der Veröffentlichung deines Fundstücks, Wolfram, müsste man meinen, dass Broder in der deutschen Öffentlichkeit nie wieder für Geld eine Hand an ein leeres Blatt Papier setzen dürfte. Nicht wegen des Inhalts des Textes von 1989 oder darauffolgenden Texten. Sondern wegen der inhaltlichen Dissonanz, auf der seine Geschäftsgrundlage offensichtlich basiert.

Ausgehen wird es wieder so, dass Augstein eine stigmatische Schramme davon trägt, während Broder weiter lustige Texte über Schuld, Sühne und Sühnessühne schreibt. Aber zumindest wissen jetzt alle, dass er seine eigenen Gedanken zu verarbeiten sucht, während er mit der Feder fuchtelt.

Es ist ein bisschen wie mit der Homophobie. Ich rate immer allen, die Angst haben, von mir ungefragt am Hintern begrabscht zu werden, zu einem kleinen Angst-Expositions-Training. Erst tippe ich nur mal kurz mit dem Zeigefinger an eine Pobacke. Dann steigern wir die Dosis langsam. Was nicht falsch zu verstehen ist. Man muss es - als heterosexueller Mann - nicht können, sich von mir begrabschen zu lassen. Aber die Angst davor scheint oftmals so quälend, dass ich unbedingt helfen möchte. Ich will doch nur gut! Peace, Wolfram. (Ohne mir nun den Kopf in die Hände stützen zu müssen!)

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 14:09

@janto ban

Nach der Veröffentlichung deines Fundstücks, Wolfram, müsste man meinen, dass Broder in der deutschen Öffentlichkeit nie wieder für Geld eine Hand an ein leeres Blatt Papier setzen dürfte.

 

Ach, wenn Lumpen geächtet würden, wie viele Bettler im zerschlissenen Nadelstreif gäb es dann wohl.

 

Ausgehen wird es wieder so, dass Augstein eine stigmatische Schramme davon trägt, während Broder weiter lustige Texte über Schuld, Sühne und Sühnessühne schreibt. Aber zumindest wissen jetzt alle, dass er seine eigenen Gedanken zu verarbeiten sucht, während er mit der Feder fuchtelt.

 

Mach dir keine Illusionen. Gerhard Schröder war mal Vorsitzender der Jungsozialisten, huhu, Revolutionär. Joschka Fischer war mal... eh schon wissen. Otto Schily, der unerschrockene Anwalt der RAF, Peter Schütt, Hofpoet der DKP, später WELT-Kolumnist, Martin Walser, ehdem DKP-Sympathisant...

Alles Leute, die mal jung waren und dann von der Greisenweisheit befallen wurden wie von der Cholera. Gesindel. Je Saukerl desto gesellschaftlicher Aufstieg.

 

Es ist ein bisschen wie mit der Homophobie. Ich rate immer allen, die Angst haben, von mir ungefragt am Hintern begrabscht zu werden, zu einem kleinen Angst-Expositions-Training. Erst tippe ich nur mal kurz mit dem Zeigefinger an eine Pobacke. Dann steigern wir die Dosis langsam.

 

Wehe! Mach das ja nicht mir. Mein Hund wird meine Tugend zu bewahren wissen. Hoffe ich jedenfalls. Es wäre denn, du schmeicheltest dich bei ihm ein, was die einfachste Sache von der Welt ist.

 

Aber die Angst davor scheint oftmals so quälend, dass ich unbedingt helfen möchte. Ich will doch nur gut!

 

Der Dingenskirch, wie heißt er nur?... Der Freud Sigmund hat mal geschrieben, der Mensch komme polymorph-pervers (was freundlicher gemeint war als es sich heute anhört) auf die Welt, und suche sich dann erst seinen Weg.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 14:11

@janto ban

Ach ja. Heterosexualität, wollte ich sagen, ist im Grunde genommen keine schlechte Sache.

 

Ich weiß ja  nicht. Wenn's keine Heterosexuellen gäb, gäb's auch keine Homosexuellen. So gesehen sind wir für die ganzen Schwulitäten verantwortlich. Hast du darüber schon mal nachgedacht? (Wenn nicht ist es auch wurscht. Diese ganze Sexualität macht doch nix als wie 1 Ärger.)

 

Ciao

Wolfram

janto ban 05.01.2013 | 14:29

| Je Saukerl desto gesellschaftlicher Aufstieg. |

Kann ja nicht sein. Wieso knapse ich dann am unteren Rand herum?

Was du zu Heterosexualität sagst, ist aber alles richtig. Ihr hört nicht auf, polymorph-perverse Babies zu zeugen, die irgendwann loslaufen, um sich ihren Weg zu suchen. Ganz schrecklich ist das.

Dieses Herrn Arendt kannte ich nicht. Was nichts heißen muss. Siehe "knapsen". Die Fähigkeiten zum Auslernen und Aussorgen sind mir nicht in die Wiege gelegt. Ich sag doch: Ihr macht ales falsch! :o)

Birobidzhan 05.01.2013 | 14:49

Broder vom Paulus zum Saulus. Zu erwähnen auch all die israelischen Terroristen und Mörder, denen immer eine Karriere in Staatsdiensten sicher war und ist. Nicht zu vergessen die stalinistischen Mörder, die nach Stalins Tod in Israel eingewandert sind und natürlich in der Knesset landeten. Da wundert man sich dann noch über die Politik Israels? Zur Ablenkung zeigt man mit dem Finger auf kritische Menschen. Was bleibt denen auch anderes übrig? Bei all den Verbrechen stehen die mit dem Rücken zur Wand. Nur hochgerüstet bis an die Zähne bewaffnet fühlen sie sich noch halbwegs sicher, in ständiger Angst vor der Rache der Gedemütigten, Vertriebenen und den Hinterbliebenen der Ermordeten. Was bleibt da anderes übrig als jährlich zigtausende Kinder nach Polen karren um ihnen klar zu machen, dass sie gehasst werden und das sie ewig Angst haben und ums Überleben kämpfen müssen. Wie lange will und kann Israel dies noch in dieser Form aufrecht halten? Dem Lehrpersonal, die solche Reisen nach Auschwitz begleiten kommen erhebliche Zweifel. Zitat: „wäre es nicht besser sich mehr auf die Zukunft zu konzentrieren, als den Kindern immer wieder die Gräuel der Vergangenheit einzuhämmern.“ Was kann aus solchen Köpfen für die Zukunft entspringen außer Hass, Angst und Vernichtungsphobie?

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Ehemaliger Nutzer 05.01.2013 | 17:23

Lustig, wieviele Leute in den verschiedensten Threads dieses Online-Mediums den Namen Broder im Munde führen und sich quasi noch im selben Atemzug darüber mokieren, wie wenig ernstzunehmen dieser Typ doch eigentlich sei.

Ich finde den Broder weder uninteressant noch dumm. Er löckt halt gerne gegen den Stachel. Und das mit einer gewissen Potenz und Kunstfertigkeit. Wir bräuchten mehr Intellektuelle seines Schlags aus den verschiedensten weltanschaulichen Richtungen. Dann würde so manches weniger langweilig sein.

Ich finde es auch nicht schlimm, wenn man zu verschiedenen Zeiten einander widersprechende Standpunkte einnimmt. Nennt man Dialektik. Fördert die Erkenntnisfähigkeit. Die hatten viele Juden schon lange vor Herrn Hegel in recht hohem Maße. Mussten sie auch, denn die Welt, in der zu leben sie gezwungen waren, lehrte es sie gnadenlos.

miauxx 05.01.2013 | 18:17

"Ich war davon ausgegangen, daß sehr vielen die Website von Erhard Arendt bekannt ist, ich deshalb nur müdes Lächeln ernte."

Echt? Aber dann hättest Du den Text doch nicht hier reingestellt, oder?

Meine Klappe ging schon runter, als ich den Text las. Andererseits: Der Broder, den ich kenne, der hat sich bei mir mit der Zeit als einer zurechtgelegt, der in erster Reihe einen schmerzhaften Stachel mit gehörigem Showpotential abgeben will. Jedoch betreibt er seine ganz eigene Show - respektlos und selbstgerecht. Ob er wirklich eine Linie und tiefe Überzeugungen, die er mit Herzblut vertritt, hat, wird für mich hinter all dem nicht sichtbar.

Freilich bliebe auch die Möglichkeit, dass sich seine Ansichten zur Israel-Palästina-Problematik, hier v.a. seine Sichtweise des Islams, grundlegend gewandelt haben. So etwas ist ja unter Menschen soo selten nun auch nicht - auch wenn man wiederum sagen muss, dass Broder 1989 der Pubertät längst entwachsen gewesen sein dürfte. Mit anderen Worten: Spätestens jenseits der Altersmarke 30 dürften sich Weltbilder doch nicht mehr so grundlegend wandeln!? Naja, Beispiele gibt es ja trotzdem: Denken wir an Horst Mahler - erst RAF dann NPD ...

elisRea 05.01.2013 | 19:54

Aus dem anderen Strang:

@thinktankgirl

Seit Augsteins "Beförderung" wird der Freitag möglicherweise als bevorzugter Spielplatz betrachtet.

http://www.haaretz.com/print-edition/news/israel-recruits-army-of-bloggers-to-combat-anti-zionist-web-sites-1.268393

"...The Immigrant Absorption Ministry announced on Sunday it was setting up an "army of bloggers," to be made up of Israelis who speak a second language, to represent Israel in "anti-Zionist blogs" in English, French, Spanish and German...."

"...Halfon said volunteers who send the Absorption Ministry their contact details by e-mail, at media@moia.gov.il, will be registered according to language, and then passed on to the Foreign Ministry's media department, whose personnel will direct the volunteers to Web sites deemed "problematic."..."

Hervorhebung nachträglich :)

Wolfram Heinrich 05.01.2013 | 20:00

@miauxx

"Ich war davon ausgegangen, daß sehr vielen die Website von Erhard Arendt bekannt ist, ich deshalb nur müdes Lächeln ernte."

Echt? Aber dann hättest Du den Text doch nicht hier reingestellt, oder?

 

Es ist bei so was wie bei einem Witz. Du denkst, den kennt sowieso schon jeder, erzählst ihn und alle lachen los, weil sie den Witz eben doch nicht kennen. Ich dachte mir, wenn die Sätze sowieso fast jeder kennt, dann habe ich mich halt blamiert, kennt sie fast keiner, wäre es sträflich, sie nicht bekannt zu machen.

 

Ciao

Wolfram

elisRea 05.01.2013 | 20:16

Die Broders, Friedmanns, Kramers, Coopers usw., die nerven! Sollen nur sie das Bild des  Judentums in D. prägen?

Ich möchte mal etwas Schönes, Warmes, Intelligentes, Konstruktives, Verrsöhnliches.... aus jüdischer Feder zitieren:

"Opfer immer, Täter nimmer

Mein Vater hatte Auschwitz überlebt, meine Mutter die KZs im Baltikum. Sie zogen mich in der Erkenntnis auf, dass es die Wahl zwischen Gut und Böse gibt und jeder Mensch für seine Taten verantwortlich ist: Sie erzogen mich in der Ethik der jüdischen Religion.

In seiner "Außenansicht" propagierte der Präsident des Jüdischen Weltkongresses eine alternative Ethik. Wir Juden seien vor allem eines: Opfer. Daran solle der Gedenktag 27.1. erinnern. Aktuell sei unser Staat Israel das Opfer unverständlicher Hassausbrüche von Arabern und von "selbst ernannten Gutmenschen".

Ich würde gern Herrn Lauder fragen:

Die Tatsache, dass keiner meiner Großeltern das Dritte Reich überlebt hat, - gab sie 1947/48 den jüdischen Freischärlern und der israelischen Armee das Recht, Hunderttausende Araber aus Israel zu vertreiben?

Die "Arisierung" des Berliner Grundstücks meines Urgroßvaters - gab sie dem Staat Israel das Recht, Anfang der 50er Jahre den Boden und Besitz der arabischen Vertriebenen zu konfiszieren?

Die Ermordung meiner Onkel und Tanten durch die SS - gibt sie dem Staat Israel das Recht, seit 40 Jahren die Diktatur eines Besatzungsregimes auszuüben?

Die Erschießung meiner Großmutter Hanna dafür, dass sie in Berlin ohne Gelben Stern zum Friseur ging - gibt sie dem Staat Israel aktuell das Recht, die Bevölkerung Gasas auszuhungern?

Allgemein: Gibt die Tatsache, dass wir europäischen Juden Opfer eines großen Unrechts wurden, dem jüdischen Staat vor Gott und vor den Menschen das Recht, nun Anderen Unrecht zu tun?

Können uns die Sonntagsreden am "Holocaust-Gedenktag" vor dieser Frage schützen?

 Prof. Dr. Rolf Verleger                                                            23562 Lübeck

--------------------------------

 Lieber Herr Prof. Dr. Rolf Verleger, ich möchte mehr von Ihnen in unseren Medien hören und lesen. Wo sind Sie und Ihresgleichen?

Wo sind die Stimmen von Felicia Langer, Hajo Meyer, Abraham Melzer, Uri Avnery, Avi Primor ....

seriousguy47 06.01.2013 | 14:53

@ elisRea 05.01.2013 | 20:16

Vielen Dank für diesen Text. Er passt als humanes  Gegenstück wunderbar hierher - wie auch die Spur, die ich weiter verfolgt habe.Unter anderem bin ich dabei auch auf  einen "persönlich-politische[n] Reisebericht" des Frankfurter Politikwissenschaftlers  Gert Krell gestoßen, der die verletzenden Abstrusitäten des sich selbst erfüllenden Antisemitismus-Vorwurfskreises quasi als "Selbsterfahrunsgs"-Bericht erzählt. Er schließt  so:

"Freundschaft und Kritik gegenüber Israel, geht das zusammen? Dazu fallen mir abschließend noch drei Gesichtspunkte ein:

 (1) In kaum einem anderen Land wird die eigene Politik, werden die eigenen Versäumnisse, die eigenen Vergehen ständig so offen und so intensiv diskutiert wie in Israel, und zwar von Menschen, die sich dafür regelmäßig rabiate Vorwürfe einhandeln. Ihre „Zivilcourage im Belagerungszustand“ hat zweifellos mehr Gewicht als die Kritik von Menschen wie mir, die nicht unter den Bedingungen realer äußerer Bedrohung leben und arbeiten.

(2) In einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ vom 17. März 2008 sagt der israelische Autor und Regisseur Etgar Keret, der Holocaust verleihe Israel keine Immunität. Es sei eine Pflicht für die Deutschen, die Welt zu einem sichereren Platz für alle Menschen zu machen, und nicht nur für Israelis. Es wäre sogar eine Art Missachtung der Holocaust-Toten, wenn das die Deutschen dauerhaft stumm gegenüber Israel machen würde. Moral bedeute nicht, höflich zu sein, sondern zu sagen, wenn etwas falsch ist.2

(3) Fritz Stern zitiert in seinen Erinnerungen folgenden Satz von Isaiah Berlin: Man erkenne seine Loyalität daran, dass man sich für das Handeln der Regierung eines Landes auch schämen könne.“

Georg von Grote 06.01.2013 | 15:33

Das SWC ist eine reine INteressensvertretung, wie es sie zu Hauf über die ganze Welt verteilt gibt. Die meisten dieser Zentren werden von Mitarbeitern betrieben, die eher den sehr konservativen, orthodoxen Strömungen verbunden sind.

Mit dem Zentrum in Wien verbindet es nur den Namen. Simon Wiesenthal selbst war mit der Vorgehensweise des SWC in Los Angeles absolut nicht einverstanden.

freedom of speech? 06.01.2013 | 15:42

"...Es wäre sogar eine Art Missachtung der Holocaust-Toten, wenn das die Deutschen dauerhaft stumm gegenüber Israel machen würde. Moral bedeute nicht, höflich zu sein, sondern zu sagen, wenn etwas falsch ist..."

 

Sehr schöner Satz.

Es ist das Spannungsverhältnis zwischen Demut und Verantwortung. Und es ist unvermeidbar, dass die Enkelgeneration, die keine Schuld auf sich geladen hat, irgendwann begreift, dass sie sich schuldig machen kann, wenn sie zu den Vorgängen in Israel nur schweigt.

Herr Cooper vom SWC hat diesen Wandel sogar beschleunigt.

Artikel von Augstein wie dieser: http://www.spiegel.de/politik/ausland/jakob-augstein-ueber-israels-gaza-offensive-gesetz-der-rache-a-868015.html#spCommentsBoxPager

erhalten jetzt enorme Aufmerksamkeit. Vorher waren solche Meinungen im Blätterwald nur eine "Randerscheinung". Jetzt sind sie aufgewertet.

Denn es muss doch etwas dran sein, wenn es solche Wellen schlägt.

 

seriousguy47 06.01.2013 | 16:59

"....und das zentrum in wien schweigt?"

Ich bin ja nun weiß-Gott nicht befugt, für dieses Zentrum  zu sprechen...;) Ich sehe es aber als Außenstehender eigentlich nicht als dessen Aufgabe, mehr dazu zu sagen, als vielleicht, dass LA nicht in seinem Namen spricht.

Das Wiener Institut betreibt seriöse Aufarbeitung/ Forschung, LA offenbar für die US-Provinz nicht ganz untypische Propaganda tumber  Fundamentalisten mit chronisch implodierenden Horizonten.

Insofern schiene mir eine andere Frage angebracht: Wissen die in LA überhaupt von der Existenz des Wiener Zentrums? Würde mich nicht wundern, falls nicht....;)

Dazu -ausnahmsweise -nochmals Jan Fleischhauer. Und das ganz und gar unsägliche Original im Interview .

 

seriousguy47 06.01.2013 | 17:10

freedom of speech? 06.01.2013 | 15:42

Habe nach dem Kommetar nochmals Augsteins Text überflogen und meine, darin etwas Typisches zu sehen, was die "Antisemitismus"-Keuler möglicherweise deshalb so gnadenlos niederknüppeln "müssen", weil sie es sich selbst nicht eingestehen wollen: Gefühle von Angst und Verzweiflung über die Lage dort unten.

"Typisch" habe ich deshalb geschrieben, weil mir scheint, dass dies häufig der emotionale Hintergrund pointierter deutscher Israel-Kritik ist. Vielleicht sollte man noch ein drittes, spezifisch "deutsches" Element hinzufügen: das Gefühl, wegen der Vergangenheit sich selbst aus diesem Konflikt nicht heraushalten zu können.

Solchen Gefühlen ständig mit dem "Antisemitismus"-Vorwurf zu begegnen, ist ebenso schäbig wie die Ignoranz gegenüber der realen Lebenssituation dort unten - die hierzulande auch gerne parteiisch aufgeteilt wird..

freedom of speech? 06.01.2013 | 17:14

Man bekommt wirklich den Eindruck, dass dieser "Meinungsapparat" (hier noch ein Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=LofScCiJT4c

)  und seine Protagonisten ( http://content.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/2144747_0_9223_-dokumentiert-broder-an-palmer-an-broder.html

) so langsam völlig durchdreht und zum eigenen Schaden polarisiert und eskaliert.

Wo soll das enden?

janto ban 06.01.2013 | 17:23

| Wir bräuchten mehr Intellektuelle seines Schlags (...) Dann würde so manches weniger langweilig sein |

Bitte nicht. Dann lieber Langeweile.

| Ich finde es auch nicht schlimm, wenn man zu verschiedenen Zeiten einander widersprechende Standpunkte einnimmt. Nennt man Dialektik. |

Nee, da liegt ein tragisches Missverständnis vor.. Dialektik nennt man es, wenn zur gleichen Zeit verschiedene Standpunkte eingenommen werden. Die besteht aus einerseits/andererseits. Broder scheint seine öffentlich zur Schau getragene Meinung geändert zu haben. Umso schlimmer, dass er nun gegen eine Meinung zufelde zieht, der er selbst einst war. Falls es eines weiteren Bildes bedarf: Ex-Raucher sind die militantesten Nichtraucher, erzählt man sich. Sympathisch geht anders. Dialektisch sowieso. Oder wie ich immer sage: Seht, da steht er und hat keine Freunde mehr, der bessere Mensch. Aber das auch alles (wie immer) nur am Rande.

thinktankgirl 06.01.2013 | 17:33

weiss vielleicht einer von euch ob  das SWC mit dem Dokumentationszentrum in Wien, das von Simon Wiesenthal betrieben wurde irgendwie verwechselt wird?

Das SWC wurde erst 1977 in Los Angeles gegründet und hat, soweit ich weiß, nichts zur Verfolgung von Nazis beigetragen.

 

Wikipedia sagt:

The organization is named after Simon Wiesenthal, a former architectural engineer and an Austrian Jew who lost many family members in the Holocaust, and later pledged to hunt down Nazis and bring them to justice. He founded and headed the Jewish Documentation Center in Vienna. Simon Wiesenthal had nothing to do with the operation or activities of the SWC other than giving it its name.

Unterstreichungen durch mich

 

Und dann ist das auffällig:

The SWC is headed by Rabbi Marvin Hier, its Dean and Founder. Rabbi Abraham Cooper is the Associate Dean and Rabbi Meyer May is the Executive Director. 

Der Laden wird ausschließlich von Rabbis geleitet.

thinktankgirl 06.01.2013 | 17:33

weiss vielleicht einer von euch ob  das SWC mit dem Dokumentationszentrum in Wien, das von Simon Wiesenthal betrieben wurde irgendwie verwechselt wird?

Das SWC wurde erst 1977 in Los Angeles gegründet und hat, soweit ich weiß, nichts zur Verfolgung von Nazis beigetragen.

 

Wikipedia sagt:

The organization is named after Simon Wiesenthal, a former architectural engineer and an Austrian Jew who lost many family members in the Holocaust, and later pledged to hunt down Nazis and bring them to justice. He founded and headed the Jewish Documentation Center in Vienna. Simon Wiesenthal had nothing to do with the operation or activities of the SWC other than giving it its name.

Unterstreichungen durch mich

 

Und dann ist das auffällig:

The SWC is headed by Rabbi Marvin Hier, its Dean and Founder. Rabbi Abraham Cooper is the Associate Dean and Rabbi Meyer May is the Executive Director. 

Der Laden wird ausschließlich von Rabbis geleitet.

rechercheuse 06.01.2013 | 17:38

@ seriousguy47

 

hm ... ignoranz in dieser angelegenheit ... oder ignorieren dieser ... verstehe ich da was nicht???

 

schweigen oder ignorieren ist ja auch nicht nichts ... ich denk, dass zentrum in wien fürchtet nicht um seinen ruf und will sich vielleicht deshalb nicht auf diese ebene begeben ... und die reaktionen von augstein finde ich souverän ... und in der presselandschaft hat sich "die welt" isoliert ... interessanterweise mit der "taz" und herrn wickert im ihrem kielwasser

janto ban 06.01.2013 | 17:58

| Dazu -ausnahmsweise -nochmals Jan Fleischhauer |

Aber nur ausnahmsweise!

Ja, der hat engagiert geschrieben und einige interessante Hintergrundinfos ausgeplaudert. Einem mit Broder zerstrittenen und von Broder (... hier weitere Worte selbständig einsetzen ...) als "antisemitische Dreckschleuder" erkannten und benannten Verleger die Hand nicht zu schütteln und nicht im selben Raum mit ihm sitzen zu wollen, ist natürlich irgendwie...

...nicht links (oder so). Klingt ein bisschen, als sei das, was Broder bei Augstein diagnostiziert hat, ansteckend. Hoffentlich fährt der in seinem Zustand nicht mit öffentlichen Verkehrmitteln, der Augstein. Das war aber...

 

Birobidzhan 06.01.2013 | 18:54

Dieser Briefwechsel wäre eine ganze Sendung Wert im ARD um 20:15. Broder ist noch mehr vom Wahnsinn befallen, als ich gedacht habe. Kann man sich das vielleicht damit erklären, dass er sich einer Clique zugehörig fühlt, die sich absolut unantastbar hält. Man stelle sich vor ein Nichtjude würde so mit einem Juden kommunizieren. Die Strafanzeige wäre ihm sicher, und er würde für immer mundtot gemacht werden.

Wolfram Heinrich 07.01.2013 | 00:16

@janto ban

Umso schlimmer, dass er nun gegen eine Meinung zufelde zieht, der er selbst einst war. Falls es eines weiteren Bildes bedarf: Ex-Raucher sind die militantesten Nichtraucher,

https://www.titanic-magazin.de/shop/images/default_shop/POSTER-Elche-PK.jpg 

Der kritische Elch hat es inzwischen sogar aufs Denkmal-Podesterl geschafft

http://wernerkrebber.files.wordpress.com/2012/06/schaerfstekritiker.jpg?w=299&h=539 

(Skulptur von Hans Traxler, zu besichtigen vor dem Caricatura-Museum, in Frankfurt/Main, am Weckmarkt)

 

Ciao

Wolfram

zelotti 07.01.2013 | 00:47

Die Wahrheit ist natürlich, dass Augstein so anständig war, Broder nicht vor die Pressekammer zu zitieren und ihm seine Aussagen gerichtlich zu untersagen.

Was mich nun richtig schockiert ist, wie viel Sympathie von Leuten gegenüber der SWC Veröffentlichung geäußert wird, wobei doch eigentlich klar ist, das die Liste und der Broder-Zitat "Brüller" (FAZ) nicht stimmt. Da hat man bisher doch eigentlich anerkannte Vertreter, die die Verständnis für Nazivergleiche für Augstein äußern und allen Ernstes im Sinne der doch offensichtlichen Rufmord-Pattern diskutieren, ob der Augstein nun ein Antisemit sei statt ob das SWC eine Institut der Kategorie Vollmeise ist.

Broder sehe ich hier eigentlich nur als Troll, der das SWC mit seinen Jakobinereien vorführt, und die Antisemiten klatschen ihm Beifall.

Enttäuscht hat mich mal wieder das Deutschlandradio:

http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2013/01/03/dlf_20130103_1224_6fcd1f82.mp3

Abonnent 07.01.2013 | 11:00

@ Birobidzhan  

Das SWC heißt so und nicht SWZ. Abgesehen davon könntest du es unterlassen,  notdürftig verschleierte rassistische Tiraden  - Beispiel: "Kann man sich das vielleicht damit erklären, dass er sich einer Clique zugehörig fühlt, die sich absolut unantastbar hält." vom Stapel zu lassen. NS-Jargon hat beim Der Freitag nichts verloren.  

Hallo - Moderation?

@ thinktankgirl

Simon Wiesenthal und das SWC haben durchaus zusammengearbeitet. So meinen dazu die AutorInnen des  deutschsprachigen Wikipedia (Stichwort Simon Wiesenthal):

"1977 wurde das nach ihm benannte Simon Wiesenthal Center mit Hauptsitz in Los Angeles gegründet. Ziel des Zentrums war und ist es bis heute, flüchtige Kriegsverbrecher und Nazis zu verfolgen. Inzwischen sind weitere Institute in New York, Miami, Toronto, Jerusalem, Paris und Buenos Aires gegründet worden. Zunächst empfand Simon Wiesenthal es als große Ehre, dass das Simon Wiesenthal Center nach ihm benannt wurde. Dessen Leiter Marvin Hier vermittelte ihm zahlreiche Vorträge, Preise und Ehrungen in den Vereinigten Staaten. Es gelang ihm nicht, Simon Wiesenthal mit dem Nobelpreis ehren zu lassen. In späteren Jahren fühlte sich Simon Wiesenthal häufig übergangen oder schlecht informiert, so dass sich die Konflikte häuften. Marvin Hier gelang es immer wieder, ihn zu besänftigen. Simon Wiesenthal hinterließ dem Simon Wiesenthal Center seinen Schreibtisch mit der dahinter aufgehängten Landkarte." 

 

schlesinger 07.01.2013 | 22:08

"Freundschaft und Kritik gegenüber Israel, geht das zusammen?"

Das muss eine rhetorische Frage sein, nicht wahr?

Die Menschen, die mir wirklich nahe stehen, bekommen meine schärfste Kritik. So auch ich von ihnen.

Wie könnte es anders sein? Sie sind mir am wichtigsten. Ich bin ihnen am wichtigsten. Hoffentlich.

Wer das nicht versteht, versteht wenig.

Das Problem ist: Manche oder viele kritisieren nicht aus warmer Nähe, sondern aus kalter Distanz.

Und: Manche oder viele erkennen gutmeinende Kritik nicht, sondern setzen jegliche Kritik gleich mit feindlicher Haltung.

Ein kaum zu lösendes Dilemma.

mymind 07.01.2013 | 22:26

Danke auch von meiner Seite für diesen link!

Aus einer wohlgemeinten Einschätzung & aufrichtigem Mitgefühl wünsche ich HMB professionelle Hilfe. Vermutlich ist er zu stolz oder noch nicht so weit, sie anzunehmen, intelligent genug eigentlich schon. Aber auch schlaue Menschen werde zu Wadenbeissern, die dann nicht selten eine Kieferklemme ereilt, die beeinträchtigt offensichtlich das Denkvermögen & somit die Einschätzung der wahren Bedrohung..

 

 

TamirM 08.01.2013 | 13:00

Broder vom Paulus zum Saulus?

Broder schreibt:

Aber seit 1977, seit engstirnige, verbohrte Nationalisten die Macht übernommen haben, weht durch dieses Land (Israel, W. H.) wieder der Wind des Ghettos

Der Text richtet sich eindeutig gegen die israelische Rechte, die in 1977 zum ersten Mal die Wahl gewann. In meinen Ohren klingt er ähnlich wie dieser hier:

Was die israelische Regierung (in der Siedlungspolitik, aber nicht nur dort) macht ist Hoch- und Landesverrat

von @Wolfram Heinrich (s.o). Beide Texte könnten auch aus dem Munde eines israelischen "Meretz" Wähler kommen. Das, was man hier als die zwei Gesichter von Broder sieht, könnte einfach seine Art sein, sich von Leuten wie Augstein zu unterscheiden, denn selbst 1989 würde Broder nie einen Artikel schreiben wie Augsteins "Wem nützt die Gewalt?".

GEBE 08.01.2013 | 13:19

Und damit betreiben die "Stuttgarter Nachrichten" obszönen Journalismus, indem sie als Teaser / NLP-Knöpfchen, vulgo: Schlagzeile, wählen: "„Augstein bereitet die nächste Endlösung vor“

Das ist Dreck und es wird damit nur Umsatzdreck von den Schweinejournalismus Präferierenden versucht zu generieren.

Einfach erbärmlich! Man hätte aus dem Interview nämlich  genauso gut auch eine andere Stelle als  S c h l a g -Zeile wählen können.

angnaria 08.01.2013 | 15:34

Broder ist ein von Altersstarsinn getriebener Choleriker dem es unmöglich ist, seine Fehleinschätzung betreffend Augstein zu revidieren. Statt dessen setzt er mit jedem weiteren Interview eine weitere Eskalationstufe drauf.

Der Satz: "Augstein bereitet die nächste Endlösung vor“ muß inhaltlich nicht weiter kommentiert werden und erfüllt meiner Meinung nach alle Kriterien der üblen Nachrede. Wenn Augstein nicht klagen will um Broder keine größere Bühne zu geben ist das seine Sache - verstehen kann ich`s nicht.

Diander 08.01.2013 | 17:32

@ Freedom of speech und @ Angnaria

Wenn Augstein nicht klagen will um Broder keine größere Bühne zu geben ist das seine Sache - verstehen kann ich`s nicht.

Ich bin nicht sicher, ob dieses neue Interview nicht die Sachlage ändert, das ist mMn eine neue Qualität, Grenzüberschreitung. Andererseits stellt er sich damit noch weiter ins Abseits, insofern nützt er möglicherweise - wider Willen - Augstein damit.

janto ban 08.01.2013 | 17:59

|| Angela Merkel ist Bundeskanzlerin. Sie betrachtet ihre Mitstreiter, sie betrachtet ihre Konkurrenten, sie rührt sich nicht. Und sie ist dabei so beliebt wie nie zuvor. Die Frau aus dem Osten ist eine Meisterin des Wu wei, der Kunst des Nichthandelns: Setz dich ans Ufer des Flusses und warte und du wirst die Leichen deiner Feinde vorübertreiben sehen. || (JA) link

Ich habe keine Ahnung, was Wu wei ist, aber ich glaube zu wissen, wer sich gerade darin übt. (Tipp: Die Bundeskanzlerin ist es nicht. Die war wahrscheinlich als Meisterin dieser Disziplin vom Himmel gefallen. Seinerzeit.) :o)

TamirM 08.01.2013 | 21:34

@tamirm: "... würde Broder nie einen Artikel schreiben wie Augsteins "Wem nützt die Gewalt?"

@freedom of speech: "Warum eigentlich nicht? Ist an der Frage irgendwas Verwerfliches?"

Nicht die Frage sondern der Artikel und die Verschwörungstheorie, die darin gesponnen wird. Sowas hätte selbst der "alte" Broder nie geschrieben. Ausserdem scheint der "neue" Broder gar nicht so sehr anders zu denken als in 1989. Im letzten Interview (in den Stuttgarter Nachrichten - s.o. Link von @diander) sagte er nämlich:

Sie können sagen, Israels Regierung besteht aus lauter Vollidioten. Sie können sagen, die behandeln die Palästinenser falsch. Die Siedlungspolitik ist falsch. Das alles ist zulässig. Das alles ist richtig...

Wolfram Heinrich 08.01.2013 | 22:59

@Diander

Ich bin nicht sicher, ob dieses neue Interview nicht die Sachlage ändert, das ist mMn eine neue Qualität, Grenzüberschreitung.

 

Das darfst du laut sagen. Es ist eine Sache, zu behaupten, wer die israelische Politik kritisiert, sei ein Antisemit (das ist bereits hirnrissig genug), eine ganz andere Sache ist es, ohne die mindeste stichhaltige Begründung zu behaupten, jemand bereite die nächste Endlösung vor.

Ich wiederhole mich, gewiß, aber ich wiederhole meine Behauptung, daß es die israelische Regierung ist, welche eine Katastrophe ungeheuersten Ausmaßes für die israelischen Juden vorbereitet.

Der Einfachheit halber zitiere ich mich selbst: "Was die israelische Regierung (in der Siedlungspolitik, aber nicht nur dort) macht ist Hoch- und Landesverrat. Israel kann sich die arabischen Nachbarn nicht einfach wegwünschen, sie sind und bleiben da, man kann sie militärisch so oft besiegen, wie man nur will. Ein Land, auch Israel nicht, kann nicht permanent und auf lange, lange Sicht im Kriegszustand leben. Man muß sich mit den Arabern irgendwie arrangieren, es gab und gibt ausreichend Chancen dazu. Israel müßte eigentlich ein vitales Interesse daran haben, die wirtschaftliche Entwicklung seiner arabischen Nachbarn zu fördern. Satte, zufriedene Menschen fangen keinen Krieg an."

Jeder neue Siedlungsbau, jede neuerliche diplomatische oder militärische Demütigung der Palästinenser und Araber insgesamt, jeder neue Tote auf arabischer Seite verschärft die Situation und macht die Möglichkeit einer schiedlichen Lösung unwahrscheinlicher, zumindest schwieriger.

Schlagt mich tot, aber ich behaupte, meiner stinknormalen Lebenserfahrung folgend, daß die Fortführung der bisherigen israelischen Politik ein Massaker von ganz entsetzlichen Ausmaßen zur Folge haben wird. Netanjahu ist, das Gegenteil wollend, dabei, Israel von der Landkarte zu tilgen. Oder, um mit Henryk M. Broder ®1989 zu sprechen: "Eine vermieste Geschichte reicht uns nicht, wir brauchen auch eine vermasselte Zukunft."

Paul Watzlawick, der österreichische Psychologe, von dem ich seinerzeit viel gelernt habe (Gottchen, ich war nicht sein Schüler, ich habe bloß ein paar Bücher von ihm gelesen), hat in den späten sechziger, dann siebziger Jahren die fatale Problem"lösung" nach dem Motto "Mehr desselben" formuliert. (Ich zeichne seine Gedanken jetzt freihändig, ohne nachgeschlagen zu haben, nach.)

Ich habe ein Problem, was immer das auch sei. Eine bestimmte Lösung des Problems erscheint mir äußerst plausibel und ich setze diese in die Tat um. Der Erfolg bleibt aus. Für mich ist klar, daß die so plausible Lösung einfach nicht konsequent genug umgesetzt wurde. Ich lege ein Brikett nach, die Lösung wird konsequenter durchgesetzt. Wieder bleibt der Erfolg aus. Was für mich heißt, daß auch die verschärfte Lösung noch nicht scharf genug war. Ich muß noch eins drauflegen, und noch eins, etc. pp.

Auf die Idee, es könnte die gewählte Lösung grundsätzlich falsch sein, oder es könnte eine Lösung, die früher vielleicht mal richtig war, inzwischen falsch sein, komme ich nicht. Meine Lösung löst das Problem nicht nur nicht, sie verschärft es sogar. Und irgendwann ist die Lösung das eigentliche Problem.

 

Ciao

Wolfram

rose 09.01.2013 | 01:33

"Auf die Idee, es könnte die gewählte Lösung grundsätzlich falsch sein, oder es könnte eine Lösung, die früher vielleicht mal richtig war, inzwischen falsch sein, komme ich nicht. Meine Lösung löst das Problem nicht nur nicht, sie verschärft es sogar. Und irgendwann ist die Lösung das eigentliche Problem."

Solch ein Gefasel ist es, weshalb ich niemals einen "Watzlawick" zur  Hand nehmen würde. Wenn du keine Ideen hast, ist dies nicht von allgemeiner Bedeutung. Was soll gelöst werden?

Jeder, der sich lange um einen Beweis bemüht, wird auch fragen, ob die Behauptung überhaupt richtig ist. Dass eine Lösung das Problem  - padon das eigentlichen- ist, trifft bei mir niemals zu.

Oder war deine Lösung eben doch keine? Wie banal dies ganze doch ist, und  in so gescheiter Sprache daherkommt.

Ich habe vorhin einen Beitrag im Volksfernsehen gesehen zum Thema "warum wir nicht einhalten, was wir uns zu Neujahr vorgenommen haben". Der Frage-Antwort-Onkel war, na? ein Professor der Psychologie, du ahnst, welches Ansehen diese Zunft in den Augen von Lieschen Müller geniesst, warum sollte Thema einer Forschungsgruppe Psychologie sein.

 

Wolfram Heinrich 09.01.2013 | 02:02

@rose

Wenn du keine Ideen hast, ist dies nicht von allgemeiner Bedeutung.

 

Die Schilderung eines Vorgangs in der Ich-Form ist eine Sprachfigur. Ist die inzwischen tatsächlich so veraltet, daß man sie nicht mal mehr passiv erkennt?

Ich hätte auch schreiben können "Jemand hat ein Problem...", aber so eine Darstellungsweise ist papieren und langweilig.

 

Dass eine Lösung das Problem  - pardon das eigentliche - ist, trifft bei mir niemals zu.

 

Ich fürchte, du meinst diesen Satz ernst. Mit diesem Selbstbild ist es natürlich ausgesprochen schwierig, irgendwann innezuhalten und das eigene Vorgehen zu überdenken.

Ansonsten sagt dein Kommentar nur, daß du Psychologen irgendwie nicht magst.

Auch gut.

 

Ciao

Wolfram

rose 09.01.2013 | 02:37

"Die Schilderung eines Vorgangs in der Ich-Form ist eine Sprachfigur. Ist die inzwischen tatsächlich so veraltet, daß man sie nicht mal mehr passiv erkennt?

Ich hätte auch schreiben können "Jemand hat ein Problem...", aber so eine Darstellungsweise ist papieren und langweilig."

Stilmittel, akzeptiert, hatte auf dich persönlich bezogen, geklärt..

Ich mag kluge Psychologen, etwa solche, die eine gesellschaftliche Position beziehen, sie müssen Humanisten sein, alles andere ist Quatsch, nicht die Schwätzer, die die Seminare abgesessen haben, dann mit sehr gut-andere Zensuren gibt es nicht- abschliessen und Lieschen Müller oder die Sender-Moderatoren in Ehrfurcht versetzen, ihre Psychologie kann ich ganz genauso betreiben, ohne jemals studiert oder in Psychologie gebildet zu sein. Meinen freunden geht es ebenso. Jeder Schwätzer kann Eheberater machen, Frieder-Otto Wolf wird von ihnen nicht verstanden und nicht akzeptiert.

freedom of speech? 09.01.2013 | 02:39

"...Nicht die Frage sondern der Artikel und die Verschwörungstheorie, die darin gesponnen wird..."

Na denn mal Butter bei die Fische. Verschwörungstheorie, Theorie, Hypothese, Behauptung, Gespinnst. Copy paste, her mit dem Zeuch. Oben gibts das Link.

Aber zur Sicherheit nochmal: http://www.spiegel.de/politik/ausland/mohammed-film-wem-nuetzt-die-welle-der-wut-in-der-islamischen-welt-a-856233.html

 

TamirM 09.01.2013 | 11:40

Na denn mal Butter bei die Fische. Verschwörungstheorie, Theorie, Hypothese, Behauptung, Gespinnst. Copy paste, her mit dem Zeuch. Oben gibts das Link.

Erst der Hintergrund. September 2012 erschien "Innocence of Muslims" zum ersten Mal in arabischer Sprache auf youtube, ein islamistischer Fernsehsender strahlte ihn und es kam zu Ausschreitungen, erst in Ägypten, dann in vielen arabischen und muslimischen Ländern. Es gab hunderte Verletzte und 75 Tote.

Der Filmemacher erzählte, er sei Israeli und der Film wäre durch 100 jüdische Spenden finanziert. Später stellte sich heraus, dass er ägyptischer Christ war. Aufatmen in der jüdischen Welt, die schon eine zweite Toulouse kommen sah.

Nun schreibt Augstein:
1. "Diese Gewalt ist keine Sache der Religion, sondern eine der Politik"
2. "Wem nützt solche Gewalt? Immer nur den Wahnsinnigen und den Skrupellosen"
3. "Israels Premier kamen die Bilder der wütenden Muslime mehr als gelegen"
4. "Kann man sich vorstellen, dass der kriminelle Kopte … in anderem als im eigenen Auftrag handelte?"

Ein Ägypter hat mir Mal erzählt, hinter 9/11 standen amerikanische Juden. Er wußte, dass ich Israeli bin, und trotzdem sagte er, ich soll nur die "Protokolle der Weisen von Zion" lesen, dann wird mir alles klar. Nun ist aber Augstein nicht irgend ein Blogger in der Freitag Community, dem gehört der Freitag. Das macht einen sehr großen Unterschied.

Wenn Broder schreibt:

Der Iraner leugnet den Holocaust, Augstein bereitet propagandistisch die nächste Endlösung der Judenfrage vor
(Stuttgarter Nachrichten - s.o. Link von @diander)

Dann meint er zu spiegeln ("Ich mache das, was er macht: Ich mache von meinem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch" - im selben Interview), also mit Hass auf subtilen Hass zu reagieren, mit aggressiver Sprache auf verwerfliche andeutungen. Ich find das falsch. Ich finde, so läuft sein Kampf gegen Antisemitismuszu zu sehr in die Richtung von Senator McCarthy.

fahrwax 09.01.2013 | 12:39

Broder erläutert in den Stuttgarter Nachrichte seine Weltsicht so:

"Niemand würde sich Bankräuber so vorstellen wie bei Dagobert Duck: Als Panzerknacker im roten Shirt und schwarzer Augenbinde. Der moderne Bankräuber sieht aus wie sie und ich. Er sitzt am Rechner und saugt die Konten mit Hilfe von Computerprogrammen leer. Er steht nicht mehr mit dem Schweißbrenner vor dem Tresor. So ist es auch mit dem Antisemiten:"

Leider hat Broder eine "seltsam statische Vorstellung" zu "modernen" Bankräubern und Antisemiten, der Blick in einen Spiegel könnte helfen:

anne mohnen 09.01.2013 | 15:05

@ Schlesinger

Freundschaft kennzeichnet ein Anerkennungsverhältnis, das Hegel auf den Punkt gebracht hat im Sinne von „und sie anerkannten sich an als sich Anerkennende.“ Dieses Anerkenntnisverhältnis , was für Freundschaft wie Liebe gleichermaßen gilt, verträgt auf die Dauer weder eine hässliche Streitkultur, in der eine den anderen z.B. als Idiot bezeichnet noch permanente Schulmeisterei, die sich in ihrer Penetranz den Vorwurf gefallen lassen muss, eben nicht auf gegenseitige Anerkennung zu gründen, sondern einen Überlegenheitsanspruch formuliert.

Ihre zweifelsohne durch Monothematik daherkommenden Blogs hinterlassen in mir den Eindruck eines Bloggers der über den Anspruch eines Zuchtmeisters nicht hinauskommt- meinetwegen aus Unvermögen.

Da nicht anzunehmen ist, dass sich irgendein politisch relevanter Israeli, geschweige eine israelische Regierung oder Institution sich um Ihre Meinung kümmert, frage ich Sie ferner: Wo ist dokumentiert, dass Sie zum erklärten Freund Israels wurden? Hat der Staat Israel Ihnen einen Orden verliehen, Ihnen gar die Ehrendoktorwürde verliehen und wenn ja, aufgrund welcher Taten?

Wenn Sie denn ein erklärter Freud wären, frage ich mich weiter: Warum verschanzen Sie sich ausgerechnet hinter dem Bild eines angesehenen US-Historikers, Arthur M. Schlesinger, der ganz andere Themen präferierte als Sie es tun und der zudem noch jüdischer Herkunft war?

freedom of speech? 09.01.2013 | 16:19

Hallo Tamirm,

 

vielen Dank für die Antwort. Aufgrund der Irritationen hier wird meine Antwort kürzer ausfallen, als ursprünglich beabsichtigt und sich auf das Wesentliche beschränken.

 

Deutschland hat im letzten Jahrhundert zwei Diktaturen durchgemacht, in deren Verlauf Menschen für ihre Meinungsäußerungen schwere Nachteile erleiden mussten. Einige davon wurden eingesperrt, andere haben sogar mit dem Leben bezahlt.

 

Meinungs- und Pressefreiheit haben für mich insbesondere deshalb eine sehr hohe Bedeutung.

 

Die Frage nach dem "cui bono" in der Presse zu stellen, ist deshalb in meinen Augen absolut zulässig, selbst wenn es sich später als völliger Unsinn herausstellen sollte. Das muss eine Gesellschaft verkraften, egal worum es geht.

 

Am Nächsten kommen mir dabei die Ausführungen von Michael Wolffsohn: "In einer Demokratie muss auch Unsinn erlaubt sein."

 

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1967345/

 

Viele Grüße

fos?

TamirM 09.01.2013 | 20:58

fos?

Lieber @Freedom of Speech,
das alles kann ich gut nachvollziehen. Die Meinungsäußerungsfreiheit muss aber Broder genauso wie Augstein gegönnt werden. Ich denke, hier geht es weniger um die Meinungsfreiheit sondern eher um Augsteins Verantwortung auf der einen und um Broders grobe, aggressive und vor allem sehr verletzende Art auf der anderen Seite. Broder kämpft gegen Augstein wie es Mal Woodey Allen in seinem Film "Manhatten" sagte:

"We should get bricks und baseball bats and really 'explain' things to them … physical force is always better with Nazis".

http://www.youtube.com/watch?v=BCb2Le3wtIk

Jemand sollte Broder daran erinnern, dass Augstein kein Neonazi ist. Mit zivilisierten Menschen sollte man anständig und respektvoll umgehen.

Wolfram Heinrich 10.01.2013 | 19:57

@thinktankgirl

Das liegt vielleicht mit daran, daß Wolfram Heinrich auch in der Klärgrube kommentiert, wie mir zugetragen worden ist.

 

Ist es nicht schrecklich? In der "Klärgrube" hatte ich früher öfter mal kommentiert und mich ausführlich mit den dort Schreibenden angelegt. Das ist eingeschlafen, jetzt habe ich wieder mal einen Ausflug dorthin gemacht.

Was habe ich dort Entsetzliches geschrieben?

thinktankboy, der Blogbetreiber, hatte einen Beitrag geschrieben, in dem er unter anderem schrieb:

In tausenden Artikeln, Blogs und Kommentaren werden im „Freitag“ seit Jahren einerseits die Verbrechen der Hamas oder der Hisbollah, die Vernichtungsdrohungen Ahmadinejads verschwiegen, verharmlost, geleugnet oder sogar gutgeheißen…

Die krause Logik dieses Satzes hat mich zum Widerspruch, ich antwortete:

"Ich frage mich, wie das gehen soll, rein technisch, meine ich. Wenn einerseits in zahllosen Äußerungen die Verbrechen der Hamas etc. pp. fleißig verharmlost, geleugnet oder sogar gutgeheißen werden, wie kann man sie dann noch verschweigen?"

Und? Ist mein Beitrag so entsetzlich?

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 10.01.2013 | 20:57

@mylflow

Die krause Logik dieses Satzes " 

Kraus ist daran gar nichts. Ist Ihnen das Wort "oder" bekannt?

 

Bei manchen Sachen gibt es kein "oder" mehr, da schließen sich die beiden Varianten gegenseitig aus. Wenn ich eine Sache verharmlose oder gar gutheiße, dann kann ich sie nicht mehr verschweigen. Zum Verharmlosen oder Verschweigen muß ich die Sache ja an- und aussprechen.

Abgesehen davon ist es mit dem Begriff "verschweigen" ohnehin so eine Sache. Ich verschweige hier zum Beispiel seit langem die zahllosen Morde in Chicago, ich habe das Thema noch nie angesprochen. Ist es nicht entsetzlich?

 

Ciao

Wolfram

mylflow 10.01.2013 | 21:14

Die Deutschen haben die judenfreundlichste Geschichte aller Nationen hinter sich.

Die Juden haben absolut keinen Grund, den Deutschen mit Argwohn zu begegnen. Jegliche jüdische antideutsche Stimmung ist mir unbegreiflich. Alles was je zwischen Deutschen und Juden war, war friedlich oder beschränkte sich auf kleinere Sticheleien. Wir sollten in der Zukunft harrgenauso weitermachen, wie wir es in der Vergangenheit getan  haben.

.

So. Jetzt habe ich den Holocaust verschwiegen, ihn gleichzeitig geleugnet, verharmlost und gutgeheißen.

schlesinger 12.01.2013 | 12:26

Werte(r) Mohnen: Leiden Sie unter einer Psychose, muss man sich ernstlich fragen? Was versprechen Sie sich von fortgesetztem Doppel- und Dreifachposten Ihrer ewig gleich bleibenden persönlichen Angriffe? Vor einer Woche habe ich Ihre kleine Hasspredigt so beantwortet:

"Werter Herr oder Dame Mohnen,

Sie tun mir tatsächlich ein bisschen leid in Ihrem extremen ans-Bein-Pinkeln-wollen.

Ihrem wie immer hyperventilierenden Tonfall zufolge saßen Sie vor Ihrem PC und haben übererregt Ihre "Enthüllung" eingehackt.

Bloß: wozu die Aufregung? Schätzungsweise 95% aller Community-Beitragenden hier verwenden Pseudonyme.

Das Konterfei Schlesinger jr. ist meins. Aber aufgrund des simplen Umstands, dass ihn die allermeisten hier nicht kennen, kann ich gar keinen Vorteil daraus ziehen, selbst wenn ich wollte. Wer ihn aber kennt, wird kaum annehmen ich behaupte ernsthaft, jener zu sein.

Ich denke Ihre Wut rührt daher, dass Sie ernstlich befürchten, meine Argumentationen könnten bei zu vielen Lesern ankommen.

Das passt Ihnen so gar nicht und daher kommen Sie - mangels Befährigung zur inhaltlichen Auseinandersetzung - ein ums andere mal mit der persönlichen Masche.

Insofern verstehe ich Sie und nehme Ihre Anfeindungen als Lob und Ansporn."

Dies ist zwar ebenfalls ein Doppel-post, aber die Leser hier könnten sonst meinen, Sie hätten Ihren Beitrag zum ersten mal geschrieben, während Sie nur Ihrem feigen persönlichen Feldzug nachgehen.

Wolfram Heinrich 13.01.2013 | 11:30

@Community-Redaktion

@Anne Mohnen, @Schlesinger,

wir bitten Sie, sachlich zu bleiben und nicht ins Persönliche abzudriften.

 

Ich wundere mich, ich wundere mich doch sehr. Sie ermahnen in einem Atemzug Anne Mohnen und Schlesinger, so als wäre das Unsachliche und Persönliche in den Äußerungen der beiden auf gleicher Ebene.

Anne Mohnen spricht von einer "häßlichen Streitkultur", einer "permanenten Schulmeisterei" und von "Penetranz", die sie Schlesinger zuschreibt, ferner nennt sie ihn einen "Zuchtmeister". Das sind alles keine Ausdrücke, die einen kultivierten Menschen beleidigt zurückschrecken lassen, das bleibt im Rahmen der üblichen Polemik. Das einzige echte Schimpfwort, "Idiot" nämlich, ist ganz offensichtlich ein Zitat oder eine Paraphrasierung einer Äußerung von Schlesinger.

Schlesinger dagegen frägt sich ernstlich, ob Anne Mohnen an einer Psychose leide. Das wäre an sich nichts Schlimmes, wenn es sich denn um eine klinische Diagnose handelte. Im gegebenen Zusammenhang jedoch ist das Wort als Beleidigung zu verstehen und auch so gedacht. Schlesinger nennt ferner A. Mohnens Kommentar eine "kleine Hasspredigt", er beschuldigt sie des "extremen ans-Bein-Pinkeln-Wollens", schreibt ihr einen "wie immer hyperventilierenden Tonfall" zu. (1) Er nennt ihre Beiträge ihn betreffend einen "feigen persönlichen Feldzug", ihre Phantasie sei von "niederen Instinkten beflügelt".

Ein Vergleich der Wortwahl zeigt, daß beider Wortwahl nicht auf derselben Ebene liegt.

 

(1) Letzteres ist übrigens absolut lächerlich. Wenn an Anne Mohnens Tonfall etwas zu kritisieren ist, dann daß sie viel zu oft viel zu beherrscht und zurückhaltend formuliert, auch dort, wo härtere Bandagen angesagt wären.

neva 15.01.2013 | 08:55

@ Wolfram Heinrich

Sie schreiben allen ernstes einen Artikel mit einer Quelle, die sie nie in der Hand gehabt haben und über die Sie erst in den Kommentaren sagen, dass sie die Authentizität des Textes nicht garantieren können?

Dann kann man auch davon ausgehen, dass Sie, selbst dann, wenn dieser Text irgendwo im Original existiert, nicht darüber entschieden haben welche Textstellen weggelassen wurden.

Eigentlich erübrigt sich ja jeder weitere Kommentar zur journalistischen Qualität und wie sich diese Arbeitsweise in Teile der "Kritik an Israel" einreihen. Aber eins sei mir mit der Sprache des Internets ausgedrückt gestattet: lol.

Wolfram Heinrich 15.01.2013 | 09:54

@neva

Sie schreiben allen ernstes einen Artikel mit einer Quelle, die sie nie in der Hand gehabt haben und über die Sie erst in den Kommentaren sagen, dass sie die Authentizität des Textes nicht garantieren können?

Dann kann man auch davon ausgehen, dass Sie, selbst dann, wenn dieser Text irgendwo im Original existiert, nicht darüber entschieden haben welche Textstellen weggelassen wurden.

 

In diesen Zeiten des Internets wird es immer seltener, daß jemand eine Quelle in Händen hält. Ich habe die mir zugängliche Quellenlage in aller wünschenswerten Transparenz offengelegt. Widersprochen hat mir bislang keiner. Die Quelle im Internet ist seit Ende Oktober letzten Jahres zugänglich, weder Broder selbst noch irgendein anderer hat dem bislang widersprochen. Wenn irgend jemand sich in eine Universitätsbibliothek begibt, dort die von mir präzis benannte Ausgabe von "Semit" ausleiht und nachweist, daß die auf der Website von Arendt aufgeführten Sätze sinnentstellend zitiert, bin ich gerne bereit, mich für meine Voreiligkeit zu entschuldigen. Ich selbst wohne auf dem flachen Land, die nächste einschlägige Bibliothek ist zu weit entfernt, der Aufwand wäre zu groß.

 

Ciao

Wolfram

neva 15.01.2013 | 10:27

Nun, ich widerspreche Ihnen vehement und zweifel sowohl Ihre Quellenarbeit als auch Ihre journalistische Handfertigkeit an. Sie haben den Leser nicht darüber informiert die Originalquelle nie in der Hand gehabt zu haben. Desweiteren fehlt die Quelle, wo sie diesen Text dann her haben. Und "In Zeiten des Internets" ist keine Entschuldigung, sondern eine Bankrotterkärung. Denn auch "in Zeiten des Internets" gilt noch immer nicht, dass jemand etwas gesagt oder geschrieben hat, was nicht belegt werden kann.

Ich rate Ihnen also dringenst sich einmal selbst in die Universitätsbibliothek zu begeben und nicht darauf zu warten, dass das "irgendjemand" tut. Sie sind hier der Autor und Sie sonnen sich in "Ihrer" "Enthüllung.

Und wenn der Aufwand für sie zu groß ist müssen sie halt entweder auf derartige Enthüllungen verzichten oder ihren Verleger Jakob Augstein oder ihren Chefredakteu Philip Grassmann bitten ihre Quellenarbeit zu unterstützen.

Was Sie hier abliefern ist selbst dann, wenn dieser Text von Broder irgendwo existiert, grottenschlechte Arbeit. Und ihre Ausreden sind ein Schlag in den Nacken ein jeder Intelligenz.

Wolfram Heinrich 15.01.2013 | 16:16

@neva

Nun, ich widerspreche Ihnen vehement und zweifel sowohl Ihre Quellenarbeit als auch Ihre journalistische Handfertigkeit an. Sie haben den Leser nicht darüber informiert die Originalquelle nie in der Hand gehabt zu haben. Desweiteren fehlt die Quelle, wo sie diesen Text dann her haben

 

Gott, wie nachlässig von mir. Ich hatte geschrieben: "Die Trüffel (also die Textauszüge von Broder) habe nicht ich gefunden, sondern ein gewisser Erhard Arendt, GEBE hat oben auf seine Website verlinkt, ich tue es hier nochmal. Ich hatte eine zeitlang überlegt, ob ich den Link selber setzen sollte, habe es dann aber aus dramaturgischen Gründen gelassen, ich wollte die Pointe erst mal so platzen lassen. Das glaubt mir eh keiner, dachte ich mir, sicher wird mindestens einer, sich zu vergewissern, daß ich ihn nicht verarsche, nach einer Textstelle googeln und dann die Website finden.

Zur Authentizität: Ich habe versucht, die Zitate von Arendt zu verifizieren, mir war es verdächtig, daß er nirgends den Text als Ganzes - geschweige als Bild - bringt. Ich habe nur Belegstellen gefunden, die sich ihrerseits wieder auf Arendt berufen. Allerdings ist diese Seite bereits seit Ende Oktober 2012 im Netz, und ich habe keinen Widerspruch gegen eine mögliche Fälschung von Broder selbst oder von einem seiner Freunde gefunden. Und, dachte ich mir, Broder hätte sich bestimmt gegen eine Verleumdung gewehrt, wenn es denn eine Verleumdung wäre.

Verdächtig ist allerdings, daß dieser Text von 1989 bereits die Neue Rechtschreibung benutzt, die damals noch nicht mal angedacht war (lässt, musst, dass). Aber gut, wirklich beweiskräftig ist das nicht, es könnte gut sein, daß Arendt den Text eingescannt und dann das Ergebnis an die Neue Rechtschreibung angepaßt hat.

Auf die Website der Zeitschrift "Der SEMIT" wird öfter mal verlinkt, die Domain ist allerdings inzwischen nicht mehr vorhanden, sie steht zum Verkauf.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich kann für die Authentizität des Textes nicht garantieren, halte sie aber für wahrscheinlich. Vielleicht hat ja einer noch irgendwo eine alte Ausgabe der Zeitschrift herumliegen oder kann den Text in einer Bibliothek finden. Hier ist eine Auflistung der deutschen Bibliotheken, die den Jahrgang 1989 archiviert haben."

Ich habe also sowohl angegeben, woher der Text ist als auch meine Bedenken gegen die Authentizität vorgetragen. Und ich habe begründet, warum ich all diese Angaben erst in einem Kommentar und nicht bereits im Text des Beitrags gebracht habe.

 

Und "In Zeiten des Internets" ist keine Entschuldigung, sondern eine Bankrotterkärung.

 

Das ist keine Bankrotterklärung, sondern eine Anspielung darauf, daß man elektronische Texte, anders als gedruckte, nicht "in die Hand nehmen" kann.

 

Und wenn der Aufwand für sie zu groß ist müssen sie halt entweder auf derartige Enthüllungen verzichten oder ihren Verleger Jakob Augstein oder ihren Chefredakteu Philip Grassmann bitten ihre Quellenarbeit zu unterstützen.

 

Weder ist Herr Augstein mein Verleger noch Philipp Grassmann mein Chefredakteur. Ich bin auch kein Journalist, sondern ein ganz normaler Blogger, der ab und an einen Beitrag hier einstellt. Das könnten Sie auch, wenn Sie es denn können.

 

Und ihre Ausreden sind ein Schlag in den Nacken ein jeder Intelligenz.

 

Ich hoffe, meine Nackenschläge haben Ihrer Intelligenz nicht allzusehr geschadet.

 

Ciao

Wolfram

Wolfram Heinrich 15.01.2013 | 18:48

@abghoul

In dem wilden Scenario hat die Pointe wirklich hart eingeschlagen.

Biss in den Keller ist mir die Kinnlade. Da hat sich Wolfram dramaturgisch richtig Mühe gegeben. Ich sag lieber Dankeschön.

 

Bitte, bitte, man ist stets gern zu Diensten.

"Lieber einen guten Freund verlieren als eine gute Pointe." Der Satz wird Oscar Wilde zugeschrieben, ich bin da skeptisch. Fast jeder gute Satz, den zu merken es sich lohnt, wird Oscar Wilde zugeschrieben, wahlweise auch Georg Christoph Lichtenberg oder Mark Twain. Gerne genommen wird auch George Bernard Shaw.

 

Ciao

Wolfram

neva 15.01.2013 | 19:34

"habe es dann aber aus dramaturgischen Gründen gelassen"

Das ändert natürlich alles. Aber da sie nur ein normaler Blogger sind, muss das Drama tatsächlich nicht weiter beachtet werden. Ich werde demnächst wieder vorbeischauen und mich danach erkundigen, ob Sie diesen Akt mit einer verifizierten Quelle abschließen.

Wolfram Heinrich 15.01.2013 | 20:12

@neva

"habe es dann aber aus dramaturgischen Gründen gelassen"

Das ändert natürlich alles. Aber da sie nur ein normaler Blogger sind, muss das Drama tatsächlich nicht weiter beachtet werden.

 

Puh, da wisch ich mir jetzt aber die Schweißperlen der Angst von der Stirne.

 

Ich werde demnächst wieder vorbeischauen und mich danach erkundigen, ob Sie diesen Akt mit einer verifizierten Quelle abschließen.

 

Melde gehorsamst, Herr Inspizient, daß ich bibbernden Herzens Ihrem erneuten Erscheinen entgegen zittere.

 

Ciao

Wolfram

anne mohnen 16.01.2013 | 14:42

Liebe Neva, liebes Neumitglied seit 15.012013

hier zu Recherchezwecken:


Druckausgaben (und Verfilmungen) IDN: 015432750Titel: Semit : die unabhängige jüdische ZeitschriftErschienen: Dreieich : WeissErscheinungsverlauf: 1.1988/89,0-5; 2.1990 - 3.1991,3Anmerkungen: 1.1988/89,1-3 u.5 fälschlich als Jg. 2 bez; 1988/89,6 nicht ersch.Frühere/spätere Titel: Forts. ---> Semittimes Standardnummern: Autorisierte ISSN: 0940-3582ISSN der Vorlage: 0940-3582OCLC-Nr.: 183346200Sacherschließung: DDC-Sachgruppen der ZDB: 070 Nachrichtenmedien, Journalismus, Verlagswesen ; 320 PolitikSchlagwörter: Juden ; ZeitschriftNahostkonflikt ; ZeitschriftZDB-ID: 1010123-8 / (aus StabiKat Berlin)

 

Ich widerspreche Ihnen, es reicht nicht, die Quellen in die Hand zu nehmen. Man sollte sie vor Augen haben, liebe Neva. Die Möglichkeit haben Sie jetzt.  Anhand des oben aufgeführten Hinweises für Sie, sofern Sie sich dafür weiter interessieren sollten, doch überprüfbar, dass H.M. Broders Perspektive, sein Urteil über Israel eine 180 Grad Wendung genommen hat. Und das Problem mit Broder ist nun wirklich, das man nicht so recht nachvollziehen kann, wann, warum und weshalb. Aber vielleicht finden Sie dies für uns heraus – sauber recherchiert anhand der Quellen und fassen das mal in einem Blog zusammen. Das wäre von Interesse weit über diese kleine Gemeinde hinaus. Was meinen Sie?

Als ich hier meine ersten Kommentare absetzte, meinte ein Redakteur, das seien wohl Auszüge aus Seminararbeiten. Recht hatte er mit seiner Kritik, das ist hier kein Seminar, sondern ein "Meinungs"forum. Man kann , muss das aber nicht mögen. Ich komm' da auch gelegentlich an meine Grenzen ;)))

Liebe Grüße und in Erwartung auf  Ihre Blogs

am

PS. Woher wissen Sie um die Karriereziele des Herrn Heinrich :-)))))))))

 

tlacuache 17.01.2013 | 06:37

@Neva

"Sie wollen doch nicht ewig nur ein Blogger bleiben."

Naja Neva, ich weiss nicht was Sie noch im Leben vorhaben.

Bücher schreiben hat der W. Heinrich ja schon hinter sich, aber ich hoffe, wenn sie mal wieder hier vorbeikommen, schildern Sie uns Ihre qualifizierten Arbeiten, so aus der Bibliothek recherchiert.

Ich halt's mit der rescherschele im Internet wie der da:

"Wer hat schon mal mit seinem IPad nasse Schuhe ausgestopft?"

(Quelle unbekannt  ;-))