Zé do Rock
22.01.2013 | 15:51 1

Nordscharfweisskrautland

Rücken-Sprünge Asien - Nordkorea

Wir besuchen das Nationalzirkus, das in ainem UFO-gebäude untagebracht is. Zimlich beaindrukend. Am beaindrukendsten war der ligende sailspringa - wi kann man nur mit sainem rüken und arsh springen, auch wenn nur ain par zentimeta vom boden? Und natürlich die trapezartisten in luftiga hö. Aine artistin is abgestürzt, es wundat mich auch nich: nachdeem si mehrmals in die luft geshleudert wurde, fligt si fast senkrecht runta, der körpa und die arme drehn sich wi ain propella, und si soll vom shaukelnden typen abgefangen werden. Wi gut dass es das sichaheitsnetz gibt. Der österreicha Rainer maint, die sollten ihre bemühungen in andre beraiche konzentriren, aba ich glaube nich dass es den leuten so vil bessa ginge wenn man disen bereich vernachlessigen würde. Auch die armen leute brauchen panis et circencis, brot und spile, oda im fall von Nordkorea, rais und spile.

Am abend get es zum Arirang-Fest, das zum letzten mal stattfindet. Es kommen um die 100. 000 zuschauis, und genauso vile performis. Einige tausendis sitzen gegenüber dem publikum und ire funktion is es, farbschilder in der hand zu halten, die direkt an den nachbarschildern anschliszen und als pixel von buchstaben und bildern dinen, bilder von mereren tausenden quadratmetern fläche. Damit alles im takt läuft, wird die ganze zeit auf den boden gestrampelt, und das macht ein mordslärm. Auf dem rasen formen tausende leuti sich in sekundenschnelle ändernde bilder, eine explosion aus farben, formen und bewegung. Von sinkronisiru versteen die nordekoris was. Vermutlich war das beste die atletis, die über 50 meter hoch katapultiert werden und über das ganze stadion elegant fligen, bis sie ins netz landen. Das Arirang-Fest wird es nich mer geben, vermutlich wird es durch eine andre veranstaltu ersetzt, die änliche elemente hat. Und sicher wird ma sich auch was neues einfallen lassen.

Am näxten tag get es zum geburtshaus von Kim Il Sung, natürlich eim heiligtum, wie so viles hir. Dann faren wir mit der u-ban, und ein wagen wird gesperrt damit wir faren. Keine frage, es gibt kein museum und kein u-banhof, in dem kein bild von den Kims hängt. Bei der rückfart dürfen normale koris mitfaren. Wir besuchen das U-Ban-Museum. Eine oxitur durch 19 säle, wo die heldihaften soldatis der baubrigade gezeigt werden, und hunderte fotos von Kim Il Sung. Er war ein tausendsassa, und muss zimlich beschäftigt gewesen sein, sogar die farben der wände in den u-banhöfen hat er persönlich ausgewält. Ausserdeem wollte er die u-ban tif und modern. Tif is sie immer noch, im schnitt 100 m unter der erde, manchmal tifer. Die tiefste u-ban der welt, die auch als bunker gegen bombenangriffe benutzt werden kann. An einer wand hängt das streckennetz mit den 2 u-ban-linien, die funktioniren, dazu die 3 linien, die seit langem geplant sind. Unter den namen der u-banhöfe sit man sterne, die sten für die zal der besuche von Kim Il Sung in der entsprechenden station. Die namen der stationen ham nix mit dem namen des virtels oder der strasze, in der sich der banhof befindet, zu tun, ma muss eben wissen wo der banhof is. Die banhöfe heissen Fackelzug, Sig, Kamerad, usw. Ich werd mal dem Christian Ude so ein vorschlag machen, wenigstens ein banhof in München könnte doch 'Kamerad' heissen. Am faszinirendsten fand ich die stelle im u-ban-tunnel, in der Kim Il Sung mit den bausoldatis fotografiert wurde, die leuchtet hellrot im dreidimensionalen baumodell. Das muss ein magischer ort sein.

Am abend sollen mich die brasilis abholen für eine birrunde, leider können die nich kommen, und können mir das nich mitteilen. Mit händi könnten sie mir bescheid geben, aber das hab ich jetz nich. E-mails kann ma vom kleinen postamt in der hotellobbi schicken: in der schlange warten, dann formular ausfüllen, im einzigen outlook (für alle sichtbar) des einzigen computers die email schreiben und bitten, das die dame es verschickt. Eine e-mail verschicken kostet 2,50 euro. Um zu prüfen, ob man eine e-mail bekommen hat, zalt man nur 1,50 euro. Toll.

Kim fragt uns - es heisst ja Demokratische Volksrepublik hir - ob wir in der stadt bleiben und weiter denkmäler anschaun oder nach Nampo an der küste faren wollen, warnt uns aber, das die infrastruktur im hotel dort etwas dürftig is, die gegend wurde schwer von den überschwemmus getroffen. Die merheit will trotzdeem hin, und so faren wir über eine 10-spurige autoban, auf der alle 10 minuten ein auto vorbei färt - ma braucht sie trotzdem, für die panzer, im notfall. Das sie nich 100%ig glatt is, versteet sich von selbst - wie kann so ein land 10-spurige autobanen im schuss halten?

Das hotel soll zwischen 19 und 20 ur warmes wasser haben, die badewannen sind schon voll mit eim etwas bräunlichen wasser, das is das kalte wasser, dazu soll ma das heisse wasser geben. Ma soll das wasser nich rauslassen weil es dann eine überschwemmu gibt, der abfluss funktioniert grade nich so richtig. Leider kommt nur ein rinnsal lauwarmes wasser daher, und ich begnüge mich mit einer katziwäsche. Manche reisegruppis beschweren sich über dicke spinnis im zimmer, bei mir gibt es nur eine dünne, und ich bin sicher nich auf irem speiseplan. Alles nich so toll, dafür funktioniert das dekorative licht um das ganze gebäude einwandfrei. Und das personal versucht mit anstreng und simpatie die technischen mängel des hotels zu kompensiren. Als wir das hotel verlassen, kommen alle winkiwinki machen. Sicher keine spontane reaktion, so was muss ma hir lange suchen, aber liber hat ma freundlichkeit auf komando als unfreundlichkeit auf komando. In Nampo gibt es übrigens ein groszen staudamm zu besichtigen.

Kim erklärt alle unzulänglichkeiten im lande mit dem boikott, er muss es vermutlich tun. Das land war hochindustrialisiert, trotzdem ging es den leuti nich besser als in andren komunistischen ländern. Nach dem zusammenbruch der komunistischen welt wollte nimand mer ir zeugs kaufen, und seitdeem get es inen zimlich dreckig. Landwirtschaft funktioniert nur in eim schmalen streifen im süden, der rest is bergland. Zur ernte benutzt ma teilweise sicheln die kaum gröszer sind als scheren, und ma hat kaum treibstoff um das zeug in die märkte zu bringen. Alles suboptimal, und der boikott macht es sicher nich besser. Ma versucht investis ins land zu locken, vili bleiben aber nich, wegen den vilen bürokratischen hürden und der paranoia der regiru. Was Nordkorea am meisten exportiert, is laut dem Nordkorea-Handbuch von Arno Maierbrügger - übrigens eine interessante lektüre für jemand der das land besucht - falschgeld und drogen. Plus zeichentrickfilme - angeblich sind sogar vile disney-filme mit hilfe der nordkoris produziert worden.



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