Buch der Woche: Deutschsein. Eine Aufklärungsschrift

Deutschsein. Eine Aufklärungsschrift | Netzschau

Falsche Vorstellungen

Texte und Rezensionen aus dem Netz: "Es gibt eine nicht ausgesprochene Wahrheit: In Deutschland wird die gelungene Integration der Ausländer als Verschwinden fremder oder fremd empfundener Merkmale verstanden."

(Foto: Henning Schacht-Pool/Getty Images)

Der dritte Weg

Statt sich in der gegenwärtigen Integrationsdebatte zum Gegner oder Anhänger Sarrazins zu machen, wählt Senocak einen dritten, ganz eigenen Weg: Er betrachtet nicht die Einwanderer und ihre möglichen oder tatsächlichen Defizite, sondern die Deutschen und ihre - historisch bedingte - gebrochene Identität: 'Es hat sehr viel zu tun mit diesen Verunsicherungen, die im 20. Jahrhundert entstanden sind, und es hat aus meiner Sicht schon sehr viel damit zu tun, dass dieser Begriff des Nationalen, des Nationalgefühls, in Deutschland - im Unterschied zu Frankreich oder anderen Ländern - eigentlich nicht positiv besetzt ist.' Kein deutscher Politiker würde das Wort Nationalgefühl benutzen, so Senocak weiter: 'Für einen türkischen Politiker ist das kein Problem, das ist sein täglich Brot.'" >> NDR.de

Gebrochenes Deutsch

"Der Autor hat mit großer Sensibilität herausgefunden, dass die Ausländer nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch das 'gebrochene Deutsch' der Deutschen lernen müssen. Die Sprache der Tabus. Tabu sei zu einem Modebegriff geworden und das häufige Auftauchen des Wortes ist vielsagend. Der Versuch, dieses gebrochene Deutsch in korrektes Deutsch zu verwandeln, beschreibt die Identitätsfindung der Deutschen seit der Wiedervereinigung. 'Am Rande dieses Weges stehen Szenen aus der Geschichte, wie die Vertreibung der Deutschen aus Osteuropa wie Bilder der Gegenwart, wie Moscheen wie fremdländisch gekleidete Menschen.'" >> Sonnenseite

Ein bayerischer Türke übt sich im Deutschsein

"'Deutschsein, eine Aufklärungsschrift' lautet der Titel des neuen Buches von Zafer Şenocak. In DÖNERstag erzählte er von seiner Kindheit, in der er sich als Neuankömmling aus Ankara, als einziger Türke, durch den Schulalltag kämpfen musste." >> Radio MetropolFM

Türsteher und Empfangsdamen

"'Wenn ich an meine Kindheit in Deutschland denke, überkommt ich ein Gefühl der Geborgenheit.' So beginnt das erste Kapitel in Zafer Şenocaks neuem Buch 'Deutschsein. Eine Aufklärungsschrift'. Das wird viele freuen zu hören, aber wer Şenocak kennt, weiß, dass der in Ankara geborene Autor ein differenzierter und genau beobachtender Wandler zwischen deutscher und türkischer Kultur ist und dass es so kuschelig nicht weitergehen wird. Zafer Şenocak reflektiert in seinem Buch, was 'Deutschsein' bedeutet: Er fragt nach deutscher Identität und deutscher Sprache. Und er fragt nach der Zukunftsvision Deutschlands, nach seiner kulturellen Anziehungskraft. Die Aufgeschlossenheit der Deutschen gegenüber Migranten beurteilt der Schriftsteller kritisch: 'In Deutschland gibt es viele, zu viele Türsteher, aber nur wenige Empfangsdamen.' In den 'Resonanzen' stellt Zafer Şenocak die wichtigsten Thesen seines Buches vor, die sicher einige kontroverse Diskussionen nach sich ziehen werden." >> WDR 3

Die Potenziale der Debatte

"In der Migrationsdebatte gilt es auch Potenziale zu sehen. Elske Brault spricht mit dem Essayisten Zafer Şenocak über sein aktuelles Buch 'Deutsch sein - Eine Aufklärungsschrift'." >> ARD Mediathek

Beobachtungen in einer mäßig warmen Heimat

"Zafer Senocak ist deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund. An diesem Satz ist sachlich nicht das Geringste auszusetzen, aber er würde den Lyriker und Essayisten fuchsteufelswild machen oder ihn in stille Resignation fallen lassen. Denn der Satz rührt an genau die Hürde, mit der sich die Deutschen aus Senocaks Sicht den Weg zu einer offenen Zivilgesellschaft selbst verbauen. Der Fremde wird nach Ethnie und Religionszugehörigkeit katalogisiert, es fehlen Neugier und Skepsis gegenüber dem Anderen." >> Kieler Nachrichten

Mitnichten naiv

"Das Buch 'Deutschsein' ist mitnichten naiv. Um sich zwischen den Marktschreiern im Integrationsmassengeschäft Gehör zu verschaffen, müsste der Autor wohl wesentlich schlichter argumentieren. Er müsste von Geld und Genen erzählen anstatt von Geist. Geistvolle Sprache ist nun einmal keine Sortiermaschine mit hoher Verletzungsgefahr, sie ist kein Kommunikationsapparat, der nach Lektüre der Betriebsanleitung beherrscht werden kann. Senocak wünscht sich einen Sprachtest der anderen Art: Er fordert von der Mehrheitsgesellschaft heilsame, aufhellende, inspirierende Wörter. Wörter wie die Wunderlampe Aladins. Er selbst hat davon reichlich. Wer die Sprache liebt, sollte 'Deutschsein' lesen." >> Deutschlandfunk

 
Buch der Woche
Zafer Şenocak Deutschsein. Eine Aufklärungsschrift Edition Körber-Stiftung 2011

190 Seiten. Gebunden.

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Wikipedia: Zafer Şenocak

Zafer Şenocak (* 25. Mai 1961 in Ankara, Türkei) ist ein in Deutschland lebender Schriftsteller türkischer Herkunft. Şenocak ist gebürtiger Türke und der Sohn eines Publizisten und einer Lehrerin. 1970 siedelte die Familie nach München über. Dort besuchte Şenocak das Gymnasium und legte 1981 die Reifeprüfung ab. Anschließend studierte er Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie in München. eben seinem Erzählwerk, dessen Themenschwerpunkt im Bereich Orient-Okzident liegt, erhielten auch Essays Şenocaks zu interkulturellen Fragestellungen in der taz und der Welt mit provokanten Überschriften wie "Der Terror kommt aus dem Herzen des Islam" eine erhöhte Aufmerksamkeit des Lesepublikums.

>> zu Wikipedia
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