Als
Mängelwesen sind wir ein prometheisches Grenzwesen. Was wären wir schon
allein mit unserem vergeßlichen Hirn und ohne die Erweiterung unserer
Sinne durch Elektronik und Computer? Lebloses Werkzeug ist fast
widerspruchslos zum Organ geworden, so selbstverständlich wie
Gliedmaßen. Mit reiner Willenskraft steuern wir schon bald dank
Gehirnwellenscanner Maschinen und Implantate; das Gehirn gedopt mit
neurostimulierenden Substanzen, den Wachstumsphasen angepaßt, um es im
ausgewachsenen Zustand Stück für Stück durch kleine Biochips zu
ersetzen, solange bis wir wortwörtlich nur noch die Elektronik im Kopf
haben, deren Präzision uns einst beschämte, bloß geboren und nicht
gemacht zu sein. Dann ewig, kopierbar und kaleidoskopisch mit sich
selbst kommuniziert unser Geist, der sich ins Internet verselbständigt,
um als telematischer Weltgeist zu verschmelzen.
Damit wir für solche Anforderungen gewachsen und gewappnet sind, wenn
die Künstlichen Intelligenzen ihren menschlichen Haustieren die wahre
Bedeutung der Industriellen Revolution beibringen wollen, "informieren"
wir uns mit der Programmiersprache DNS in ganz neuem Sinne und finden
Antworten auf die bedrohlichen Steigerungen maschineller Intelligenz.
Wenn wir dabei die Obergrenze einer physikalisch wie ästhetisch
zumutbaren Größe erreichen und auch im Körper kein Platz mehr ist für
Implantate und ein gentechnisches Tuning der Intelligenz und Reflexe,
werden wir die nächste Stufe der Evolution erklettern. Durch ein
gigantisches Kommunikationssystem schließen sich, für uns unmerklich,
kaum beanspruchte Teile unserer Milliarden Gehirne zur
Parallelverarbeitung zusammen ...
Dann endlich verfügen wir über die Rechenleistung, die es braucht, um
mit der DNS ein Lebewesen zu entwickeln, das sich während es lebt
unmittelbar reprogrammieren kann: den Universal-Organismus, der jede
Lebensbedingung und vor allem jede Universal-Maschine meistert. So kann
und muß der Mensch einfach sein ...
Seit der Erfindung des Kredits treibt das Versprechen auf Rückzahlung Menschen in die Sklaverei. Die Geschichte der Menschheit erzählt David Graeber als eine Geschichte der Schulden: eines moralischen Prinzips, das nur die Macht der Herrschenden stützt. Damit durchbricht er die Logik des Kapitalismus und befreit unser Denken vom Primat der Ökonomie
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