Dirk de Pol

Brave New World

29.01.2009 | 19:01

So kann und muß der Mensch einfach sein ...

Als Mängelwesen sind wir ein prometheisches Grenzwesen. Was wären wir schon allein mit unserem vergeßlichen Hirn und ohne die Erweiterung unserer Sinne durch Elektronik und Computer?
Lebloses Werkzeug ist fast widerspruchslos zum Organ geworden, so selbstverständlich wie Gliedmaßen. Mit reiner Willenskraft steuern wir schon bald dank Gehirnwellenscanner Maschinen und Implantate; das Gehirn gedopt mit neurostimulierenden Substanzen, den Wachstumsphasen angepaßt, um es im ausgewachsenen Zustand Stück für Stück durch kleine Biochips zu ersetzen, solange bis wir wortwörtlich nur noch die Elektronik im Kopf haben, deren Präzision uns einst beschämte, bloß geboren und nicht gemacht zu sein.
Dann ewig, kopierbar und kaleidoskopisch mit sich selbst kommuniziert unser Geist, der sich ins Internet verselbständigt, um als telematischer Weltgeist zu verschmelzen.
Damit wir für solche Anforderungen gewachsen und gewappnet sind, wenn die Künstlichen Intelligenzen ihren menschlichen Haustieren die wahre Bedeutung der Industriellen Revolution beibringen wollen, "informieren" wir uns mit der Programmiersprache DNS in ganz neuem Sinne und finden Antworten auf die bedrohlichen Steigerungen maschineller Intelligenz.
Wenn wir dabei die Obergrenze einer physikalisch wie ästhetisch zumutbaren Größe erreichen und auch im Körper kein Platz mehr ist für Implantate und ein gentechnisches Tuning der Intelligenz und Reflexe, werden wir die nächste Stufe der Evolution erklettern. Durch ein gigantisches Kommunikationssystem schließen sich, für uns unmerklich, kaum beanspruchte Teile unserer Milliarden Gehirne zur Parallelverarbeitung zusammen ...
Dann endlich verfügen wir über die Rechenleistung, die es braucht, um mit der DNS ein Lebewesen zu entwickeln, das sich während es lebt unmittelbar reprogrammieren kann: den Universal-Organismus, der jede Lebensbedingung und vor allem jede Universal-Maschine meistert. So kann und muß der Mensch einfach sein ...
 
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Dirk de Pol
Tertium non datur ...
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