Lorz

Blog von Lorz

26.02.2009 | 16:08

Das Arschloch von Berlin - Drogen-Lokalpolitik am Kottbusser Tor

Unter dem Titel "Wir sind nicht das Arschloch von Berlin" moderiert morgen am Freitag Cem Özemir in Berlin eine Podiumsdiskussion. Es geht um das Kottbusser Tor ("Kotti") einen Kreisel nebst ober- und unterirdischer U-Bahn Station, die als Knotenpunkt der Dealer- und Drogenkonsumentenszene dient - zentral gelegen im Kreuzberg-Nord, dem früheren Postzustellbezirk SO36 und ein Mahnmal für architektonische Verbrechen in den 70er Jahren, die unter dem Label "Sozialer Wohnungsbau"begangen wurden.

Die recht kurzfristig anberaumte Podiumsdiskussion im Feststaal Kreuzberg um 19 Uhr, ein Pflastersteinwurf von eben diesem "Kotti"entfernt, hat eine Bürgerinitiative (BI) organisiert, die neulich zu einer Kundgebung gegen die Dealer aufgerufen hat. Die "Vertreibungspolitik" dieser BI wurde seitens linksradikaler Gruppe kritisiert und mit einer Gegendemo bedacht - wer sich in deren Sicht und die zugehörige Gerüchteküchen (irgendwie stecken die "grauen Wölfen" da mit drin, wird gemunkelt), wer sich da also einlesen möchte, siehe hier bei Indymedia.

Seitens der Springerpresse breitet man sich genüßlich über den Grünenvorsitzenden Cem Özemir aus, der in einem ehemaligen besetzten Haus einige dutzend Meter südlich des "Kotti" wohnen soll. Aus den Besetzern dieses Hauses ist eine Eigentümer-GbR geworden und wegen der Gewerberäume im Haus ist es wohl zu einigen Umstimmigkeiten gekommen:  Ein Cafe mit Gebetsräumen, das vor allem Kurden dienen - die selbstverständlich, wie könnte es anders sein, irgendwas mit der PKK zu tun haben könnten - muss sich woanders hin verlagern.

Jetzt möchte der Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne), so berichet Holtzbrinks Tagesspiegel in eben diese freiwerdenen Räume ein Fixerraum einrichten, in dem Drogenkonsumenten ihre Drogen zu sich nehmen können. Die Eigentümer-Gesellschaft des Hauses, zu der laut Tageszeitung Welt eben auch Cem Özemir gehören soll, ist wenig begeistert von dieser Idee.

Es verspricht also eine interessante Podiumsdiskussion zu werden, die vermutlich oft an bittere Realsatire grenzen wird. Eins ist klar: Um die herrschende absurde und bigotte Drogenpolitik, die Dealer und ein Großteil des Elends der abhängigen Drogenkonsumenten hervorbringt, wird es nicht gehen.
 
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Kommentare
satyasingh schrieb am 26.02.2009 um 17:11
Und wie ist nach diesem Bericht nun die Überschrift zu verstehen?
Etwas diffus das Ganze...
merdeister schrieb am 26.02.2009 um 20:29
Heißt der erste Grüne Kanzler nicht Özdemir?

Diffus bleibt es dennoch. Was ist denn jetzt doof. Die Bigotterie der Politik oder die des Herrn Özdemir, die wäre ja keineswegs ein unmenschlicher Zug.
Lorz
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