Lorz

Blog von Lorz

03.03.2009 | 09:44

Digitale Planwirtschaft

Planwirtschaft als Wirtschaftskonzept des “real-existierenden Sozialismus” gilt als gescheitert. Tatsächlich gibt es weiterhin Bereiche, die gänzlich planwirtschaftlich organisiert sind, etwa der durch den UN-Suchtstoffkontrollrat (INCB) organisierte Anbau von Opium für die Herstellung von Morphien und anderen Arzneimitteln (siehe z.B. hier: “Das ständige Opium-ZK und der kleine Bruder der Planwirtschaft: der Schwarzmarkt” oder hier: “Vom Rauschmittel zum Medikament”).

In Zeiten der “Weltwirtschaftskrise” sind gangbare Alternativen zum herrschenden kapitalistischem Wirtschaftssystem rar; die Idee einer durch Computer unterstützten Planwirtschaft ist zumindestens als Anregung beachtenswert. W. Paul Cockshott and Allin Cottrell haben bereits 1993 ihr Buch Towards a New Socialism gechrieben (hinter dem Link findet sich u.a. das englischsprachige PDF des Buchs - 2006 ist es in Deutsch erschienen).

Auf der letzten Rosa-Luxemburg Konferenz in Berlin hat Cockshott ein Referat gehalten. Dort hieß es:

"Die Grundlage für die Bearbeitung solcher Probleme durch den Computer ist die so genannte Input-Output-Tabelle. Die Input-Output-Tabelle für eine Wirtschaft zeigt, wie viel von einem Produkt verwendet wird, um den End-Output zu erreichen. Diese Berechnung lässt sich für die Planung verwenden, um festzustellen, wieviel Arbeit in jeder Ware steckt. (…) Mit der Verwendung dieser Methode erreicht man eine ganz andere Komplexitätsordnung. Die Zeit, die für komplizierte wirtschaftliche Berechnungen erforderlich ist, reduziert sich von 10 000 Jahren auf etwa sechs Sekunden, das heißt, das Ganze lässt sich durch moderne Technik enorm reduzieren. Man kann die Kalkulation mit Hilfe von Supercomputern heute in Echtzeit machen."

Kritisch setzt man sich mit diesem Ansatz bei keimform.de auseinander.
 
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