Tessa

Ein Fetzen Gemeinschaft.

23.01.2010 | 20:02

Drei Hochzeiten und ein Sündenfall - Fashionweek VIII

                                                                                all credits: mercedes-benz fashion week


Michael Sontag präsentierte heute morgen auf der Mercedes-Benz Fashion Week sein Können. Dies ist eine Auswahl der Entwürfe, die mir am besten gefallen. Die klaren, geometrischen Schnittführungen ergeben einen cleanen, gradlinigen und dennoch femininen Look, aus meiner Sicht ein idealer, moderner Business-Look. Firmenchefs mögen das anders sehen - ich hingegen halte den klassischen Hosenanzug und das Kostüm für eine Erniedrigung und Schmähung von Weiblichkeit. Nachdem Clay Shirky sich ausgedehnt dafür ausgesprochen hat, dass Frauen im Berufsleben eine aufgeblasene, arrogante und narzisstische Seite an sich entdecken und ausleben sollten, wäre ich gespannt auf ein Statement zum Dress Code. Ich kann kluge Männer in Jeans ernstnehmen, ebenso eloquente Frauen im Sommerkleid.

 

Frida Weyer durchbrach das eisige Berlin und die Welle der Jahresendtrennungen mit wallendem Gewand für die heiratswillige Frau. Ich schreibe schon seit Dezember an einem Text, der unter anderem den Relevanzverlust der Ehe als Institution behandelt. Er wird länger, böser, aber nicht fertig. Frida Weyer erinnerte mich daran, dass ausgehend von der Symbolik einer Hochzeit in weiß, es unumgänglich ist, die traditionelle Farbe des Hochzeitskleid zu verwerfen.

 

 

Angesichts der ausgewählten Stücke von Strenesse Blue könnte man nun denken, das Label unter der Führung von Viktoria Strehle hätte sich weiter verjüngt, vieles ist hingegen noch bieder gefärbt und in Kombination mit Perlenohrringen zu erwarten. Das erste Outfit jedoch war mein absoluter Favorit und erinnerte mich an eine Kombination, die ich morgens an einem jungen Mann gesehen hatte, und mir irritierender Weise großartig gefiel: er trug eine silberne, schmal geschnitte Pailettenhose und darüber einen grau-weiß, grob gestrickten Norwegerpulli. Das Leder weiterhin ein Thema bleibt, kann ich nur begrüßen. Drei butterweiche Varianten von Gestuz habe ich in diesem Winter bei mir einziehen lassen. Der rote Lederfetzen von Kilian Kerner ist hingegen weniger kleidsam und ich interpretiere ihn gutwillig als Provokation. Das letzte Show-Kleid seiner Präsentation gewonn mein Herz durch Pferdeprint und die Herausforderung, dafür ein Model mit Brüsten zu finden. Das Foto davon schoss Trevor von Good & Up.

 

 
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Kommentare
mh schrieb am 23.01.2010 um 20:28
"Nachdem Clay Shirky sich ausgedehnt dafür ausgesprochen hat, dass Frauen im Berufsleben eine aufgeblasene, arrogante und narzisstische Seite an sich entdecken und ausleben sollten, wäre ich gespannt auf ein Statement zum Dress Code."

"ich hingegen halte den klassischen Hosenanzug und das Kostüm für eine Erniedrigung und Schmähung von Weiblichkeit."

mE entdecken viele frauen diese seite an sich, wenn sie einen hosenanzug tragen. sie werden agressiver, ihre entscheidungen kälter, nett formuliert rationaler.

dabei mag auch reinspielen, dass frauen die sich solcherlei unterwerfen, auch definitiv das ziel der anpassung an ihre männlichen gegenstücke haben.

es beleidigt allerdings meine intelligenz, mit menschen zu kommunizieren, die sich bewusst dieser anpassung unterwerfen. ich kann sie einfach nicht ernst nehmen.

ich wüsste adhoc nur eine frau zu nennen, der das auch wirklich gestanden hätte.

sexuell gesehen sind solche frauen aber äußerst interessant. so viel unterdrücktes, soviel gespielte härte die nach ausgleich sucht und unverarbeite maskerade, dass sie alles auf diesem wege zu kompensieren gedenken. kann ich nur empfehlen.^^

mfg
mh
Streifzug schrieb am 23.01.2010 um 20:52
Ich schreibe schon seit Dezember an einem Text, der unter anderem den Relevanzverlust der Ehe als Institution behandelt. Er wird länger, böser, aber nicht fertig.
Möglicherweise nicht fertig, weil momentan nicht nur die Ehe betroffen ist.

Relevanzverlust der/des ........ als Institution
Tessa
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