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Mary Scherpe ist Mutter zweier Modeblogs, die sie mit Texten und eigenen Fotos befüllt: Stil in Berlin und Quite Contratry. Was zunächst als Hobby begann, finanziert mittlerweile das Studium der Berlinerin. Neben der Arbeit für ihre privaten Blogs arbeitet sie frei für Print- und Onlinepublikationen und verkauft ihre Fotos. Ein großer Verlag nun hat die Gratiskultur des Netzes, die Nutzung von Bildern unter der Creative Commons License und die Zusammenarbeit mit Bloggern falsch verstanden: Im letzten Jahr druckte das mittlerweile eingestelle Magazin "Young" des Burda Verlags 9 Bilder von Mary Scherpe im Rahmen eines Artikel ab. Ohne sie um Erlaubnis gefragt zu haben, ohne Credit, ohne Honorar. Der weitere Verlauf der Geschehnisse liest sich auf Marys Blog teils amüsant, teils haarsträubend.
Nach Nichtbegleichung der gestellten Rechnung hat die Modebloggerin Klage eingereicht. In der letzten Woche war die Verhandlung, das Urteil soll Anfang Oktober verkündet werden. Doch fast wichtiger als die rechtmäßige Entlohnung sieht auch Mary Scherpe die Debatte um die Gratiskultur im Netz, die derzeit die Verlage umtreibt, weniger die Blogger: "Die Summe, die ich noch einfordere, ist nicht sonderlich hoch. Geklagt habe ich natürlich, weil für mich eine kleine Summe trotzdem ziemlich viel Geld ist. Und weil ich im Recht bin: weil es nicht sein kann, dass ein Verlag, der derzeit wie kaum ein anderer darauf pocht, dass das Internet kein Umsonst-Laden ist, sich dann dort einfach bedient, wissend, dass sie im Unrecht sind."
Mary Scherpes Schilderung des Falls ist hier nachzulesen.
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Liebe Tessa;
danke für den Beitrag - ein wichtiges Thema! Freie Journalisten kennen das schon lange: Eine Geschichte oder ein Konzept wird einem Medium angeboten, abgelehnt - und wenig später findet man dann die gleiche Geschichte, oder das umgesetzte Konzept, geringfügig abgeändert, unter dem Namen eines dort fest angestellten Redakteurs - so spart sich der Verlag die Honorarkosten. Das machen gerade auch große Verlage gern (gerade die, die es nicht nötig haben), weil sie eigene Syndicatsabteilungen beschäftigen, und daher keine Anwaltskosten extra, im Fall einer Klage, anfallen. Sie lassen es eben drauf ankommen. Freie Journalisten/ Fotografen scheuen dagegen oft einen kostenaufwändigen Prozess... Umso besser, dass Mary Scherpe sich nicht hat einschüchtern lassen. Das wird immer mehr um sich greifen im Netz, fürchte ich. Wie könnte man das besser kontrollieren? Herzliche Grüße nach Berlin, hoffentlich auch sonnig, Anna |
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das problem, dass burda da für sich selbst generiert, würde ich so umschreiben: man kann diesen leuten einfach nicht wünschen, dass sie nicht vom internet in die insolvenz getrieben werden.
vor allem entsteht bei mir immer der eindruck, dass sie eigentlich nur sauer darauf sind, dass das internet ihr eigenes, staatlich geschütztes, treiben perfektioniert und für die masse (l)egalisiert. was, wenn nicht korrektur, solls dann noch sein, was das internet hier auslöst? zurück zur normalität des gebrauchs und rechts. |
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hahaha, burda hier als den schuldigen zu titulieren geht doch etwas über den sachverhalt hinaus oder ?
eine bildredakteurin klaut ein paar bilder unter zeitdruck, der verlag checkt es nicht nach und schwupps sind sie in der young. passiert doch täglich, anders könnten die meisten blogs garnicht existieren, ohne die unerlaubte benutzung von informations- und urheberrechtlich geschütztem material wie kunst, musik, mode, etc. wie oben der erste kommentar beschreibt, ist solches verhalten an der totalen tagesordnung und teil der maschiene. wer dort ansetzt, der kämpft gegen windmühlen. |
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wenn das teil der maschine ist, dann ist es nicht falsch burda als solchen direkt zu attackieren, der immerhin die wirtschaftliche verantwortung für diese, seine, maschine trägt.
und wenn das an der tagesordnung ist, ja dann also auch noch wissentlich duldet. aber eignetlich ging es schlicht darum, dass der verbal größte contentwächter selbst den content anderer klaut .. und wird er erwischt, dann geht er auch noch mit seinen anwälten auf die nun wahrlich schwächeren los. dieses verhalten ist verderbt und das gehört gebrandmarkt. mfg mh |
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Nun in diesem Fall ist wohl eher die Bloggerin mit den Anwälten losgezogen - aber dies eben völlig zu recht. Es liest sich ja so, als ob dem Verlag nicht gerade an einer gütlichen Einigung lag. Stattdessen hat man versucht, das alles auszusitzen. Dass dieser Verlag nun ausgerechnet Burda ist, ist nurmehr Ironie. Zu tun haben Verleger und der Bilderklau wohl nichts. Ist halt ein Riesenkonzern - gutheißen würde Hubert Burda solch ein Verhalten sicherlich ebenfalls nicht. Soviel Konsequenz darf man ihm ruhig schon mal zutrauen.
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da es bei weitem kein einzelfall ist, duldet er es mE. dass er hier nicht eingreift und die einigung herbeiführt .. zeigt ja auch schon wo der hammer hängt.
aber ja, ich bin mir auch sicher, dass wenn man ihn drauf ansprechen würde, er vollkommen schockiert wäre. |
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hm, vielleicht sollte ich ihm einfach mal eine email schreiben?
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bei nem laufenden verfahren aber besser nicht ohne vorherige absegnung des eigenen anwalts.^^
mfg mh |
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schrieb am
12.10.2009 um 10:57
Auch eine Bildredakteurin von Burda, vor allem von Burda, hat zu wissen, wann Content zahlungspflichtig ist und wann nicht. Wenn sie das in der Position nicht weiß, dann hat der Verlag bei seiner Einstellung geschlampt. Vielleicht sollten Verlage doch mal wieder professionelles Geld für professionelles Personal hinlegen und nicht nur auf das halbseidene Fachwissen von günstigen bis kostenlosen Volontären oder Praktikanten vertrauen?
Und bitte: natürlich können Blogs genau so existieren, denn üblicherweise generiert der Blogger seinen Content selbst. Das macht primär den Sinn eines echten oder sagen wir ursprünglichen Bloggers aus. Und wenn nicht, benutzt er nicht unerlaubt Foto- oder Filmmaterial, sondern verwendet i. Allg. dafür Foto- und Filmmaterialen, die CC lizensiert sind. So ist die Verwendung von fremden Content gestattet gemäß der Leitlinien für eine nicht kommerzielle Nutzung. Und da genau ist der Unterschied, ob ein rein kommerziell tätiges Unternehmen wie Burda sich an den Inhalten Dritter versucht zu bereichern oder ob einem privaten Blogger von einem privat agierenden Fotografen die Nutzung des Bildmaterials gestattet wird oder nicht. Per se wird es nicht einfach gestattet nur weil es auf Blogs publiziert wird. Und von Profis wie Burda sollte man soviel Rechtsverständnis abverlangen dürfen. Es ist ja nicht so, dass das Netz rechtsfreier Raum ist. Für Burda ist so etwas doch alleine imagemäßig völlig plemplem es zu einer Klage kommen zu lassen. |
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Von Jan Söfjer gibt es den Fall nun noch etwas genauer:
www.freitag.de/alltag/0937-mode-blog-scherpe-burda-contentklau |
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Die Verwechslung von Meins und Deins kommt nur in einer falschen Gesellschaft vor. Ich schreibe das nicht polemisch oder blank theoretisch; denn besser wäre, wenn alle an allem teilhaben könnten, und damit und davon gut leben könnten ... miteinander.
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"Am 12.10. wird das Urteil verkündet."
das wollen wir nun natürlich auch noch wissen. ;) mfg mh |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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