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Auf vielfachen und ausdrücklichen Wunsch, wenn auch außer Konkurrenz, hat sich Palmstroem in die Andreasstraße aufgemacht. Hausnummer 66, ein Klassiker des klassizistischen Fassadenbaus.
Ganz unten, links: Die Piratenpartei.
Daneben: Ibrahim Ferrers Patenkind, die kubanische Restaurantdisco „Cueva Buena Vista“ - Ohrstöpsel und Kondome bei dringendem Bedarf direkt an der Theke abzuholen.
Daneben: Plan B, ein Berliner Taxidienstleister, dessen Name auf den ersten Eindruck gut und gern bürgernahes Engagement vermuten lassen möchte.
Palmstroem rüttelt an der Tür, schaut durch dunkle Fensterscheiben. Kein Pirat in Sicht, zwölf Uhr mittags.
Hei nun, zu dieser frühen Morgenstunde ist so ein politisch motiviertes Überfallkommando wohl doch noch nicht präsent; Räuber werkeln nun mal nachtaktiv.
Wer aus dem Nichts stammt und sich nicht gleich wieder im Netz verheddern will, hat ja auch furchtbar viel zu tun, der muss sich emsig mühen, die Buschtrommel schlagen, das Megaphon schmieren, genügend Werbung plakatieren.
Plakate?
Profane Pappen, immerhin mit perfekt gestyltem Logo drauf, einem sich blähenden Segel, dass das „D“ wie „Deutschland“ als Vexierbild erkennen lässt. Aber damit hat es sich denn auch schon mit allzu viel Professionalität. Der Rest sind rotschwarze Stempel, getreu dem bewährten Kartoffeldruckverfahren.
Lieblingsmotiv: Der Piratenstaats-Feind Nummer Eins, Schaeuble.
Mister „Belausche“, wie Buchstabensalat-Experten dessen Namen in die WWWelt gedreht haben.
Bis an die Zähne bewaffnet, der Mann, immerhin will er das Internet und dessen Benutzer überwachen, kontrollieren, abschalten im Zweifel, ausschalten wenn’s geht.
Schon von daher gilt für einen anständigen Andersdenkenden gegen einen wie ihn grundsätzlich die Parole: "Freiheit statt Angst".
Dass und wie weit sich die Piratenpartei von den üblichen Verdächtigen, den Mitbewerbern, unterscheiden will, liest Palmstroem später im Programm nach, insbesondere unter dem Abschnitt Themenwahl: "Die Ziele der Piratenpartei sind eng begrenzt.“
Ebenso wie die Möglichkeit für deren Mitglieder, zuviel gezahlte Mitgliedsbeiträge (ein Jahr im Voraus) rückerstattet zu kriegen, falls Pleiten, Pech und Pannen den Einzug der mittels Augenklappe nur Einäugigen unter den Blinden in den Bundestag wider eigenes Erwarten verhindern: „Ein Anspruch auf Rückzahlung von Beiträgen besteht nicht“, sagt die Piratensatzung.
Wen das allerdings so gar nicht freut, der hätte jetzt noch ausreichend Gelegenheit, am 27. September schon mal einen "Wir-versaufen-unser-Oma-ihr-klein-Häuschen"-Termin für die Abschiedsparty der Partei in der Andreasstraße fest zu buchen.
Die Kubaner im „Cueva Buena Vista“, fidel wie sie nun mal sind, würden sich ganz bestimmt über zahlreiches Erscheinen freuen.
Und gutnachbarlich wie sie ebenfalls sind, könnten sie gleich mit Weisheit glänzen: Hinter dem Horizont geht’s weiter.
Wenn man nur bloß nicht immer das Fernrohr verkehrt rum hielte.
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Bla. Selten solchen Blödsinn gelesen.
Die Partei freut sich auf Palströms Spende, um mindestens eine Vollzeitkraft für das Büro bezahlen zu können, die dann auf Palströms wartet - die natürlich in der (durchaus möglichen) Mittagspause kommen. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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