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Das künftige schwedische Staatsoberhaupt, Kronprinzessin Victoria, feierte ihre Hochzeit. 250.000 Menschen sollen ihr und ihrem Gatten bei der Fahrt mit der Kutsche durch Stockholm zugejubelt, Millionen sollen das Ereignis gerührt am Bildschirm verfolgt haben. "Wir, mein Mann und ich, sind so unglaublich froh und sehr, sehr dankbar, dass so viele hier mit uns feiern. … Eure Unterstützung zu spüren, bedeutet für uns mehr, als ihr jemals verstehen könnt. Es ist etwas Unglaubliches."
Wie trist und verbohrt wird dagegen das deutsche Staatsoberhaupt inthronisiert. Zwei Bewerber und eine Bewerberin, von konkurrierenden Parteien auf die Bewerbungsplattform gestellt, tingeln durch die Medien und trommeln für sich, gestützt von den Werbeagenturen der Parteien, die ihren Kandidaten bzw. ihre Kandidatin pushen. In unzähligen Artikeln werden die politischen Folgen für Regierung und Opposition diskutiert, wenn dieser oder jener Kandidat - nicht vom Volk direkt, sondern von einem aus rund 1200 Personen umfassenden Funktionärsgremium gewählt werden sollte. - Schrecklich!
Die Schweden verstehen sich, die Export- und potenziellen Fußballweltmeister kotzen sich an.
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Und da kann man ja noch die ganze Standesgrenzen auflösende Geschichte dranhängen, die Tränen, das Glück - trotz aller Royal-Kommentare auf ZDF. Ich fands sehr sympathisch und bin gestern zum Monarch konvertiert.
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Ja, der Welt wurde nur die anheimelnde Seite der Monarchie gezeigt. Schwedischen Umfragen nach soll die Bevölkerung gespalten sein. Etwa die Häfte würde der Monarchie gerne adieu sagen und eine Republik einrichten. Die eher linksliberal orientierten Parteien trauten sich nicht, einen parlamentarischen Vorstoß zu unternehmen, weil dieser auch in einer Niederlage enden könnte.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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