Achtermann

Der Schatten in mir

02.03.2010 | 20:57

Freiheit wählen heißt FDP wählen

In wenigen Wochen wird in NRW ein neuer Landtag gewählt. Da lohnt sich eine kleine Rückschau auf die Slogans der Partei, die von Hartz-IV-Betroffenen nur heimlich gewählt werden wollte.

Über 14 Prozent derer, die ihre Stimme den Gelben schenkten (mehr als 6,3 Mio.), ließen sich von folgenden plakatierten Aufforderungen und den sie verkündenden Persönlichkeiten beeindrucken:

Rainer Brüderle: Die Mitte wählen.

Wolfgang Gerhardt: Freiheit wählen.

Dirk Niebel: Leistung wählen.

Cornelia Piper: Bessere Bildung wählen.

Andreas Pinkwart: Innovation wählen.

Philipp Rösler: Aufschwung wählen.

Hermann Otto Solms: Faire Steuern wählen.

Guido Westerwelle: Arbeit muss sich wieder lohnen.

Die FDP beherzigte die Analyse des Professors für Medienmanagement Christian Schicha: „Die Abbildung wird aus wenigen prägnanten Botschaften verdichtend zusammengesetzt, die nicht verwirren dürfen, sondern rasch verstanden werden müssen. Nur dann bleibt eine einprägsame Kernbotschaft erhalten. Zu viele Reize sorgen für Verwirrung und führen zu einer Abwehrhaltung (Reaktanz) bei der Zielgruppe.

Es spielt demnach keine Rolle, ob die Inhalte zu verifizieren sind („Faire Steuern wählen.“ versus Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers). Die Prägnanz der Aussage steht im Zentrum. Diese wird ergänzt durch die politische Persönlichkeit, die angeblich diese Botschaft verkörpert. Niebel steht für Leistung, Pinkwart für Innovation, Rösler erreicht den Aufschwung und Brüderle verkörpert die Mitte. Nicht jeder kann diese Zuordnungen nachvollziehen, doch sie hatten Erfolg.

 
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Kommentare
Carl Gibson schrieb am 02.03.2010 um 21:14
Diese "Freiheitlichen" (Westerwelle, Goll u.a.) führen durch ihre Demagogie die "Freiheit" ad absurdum.

Es gab einmal einen Slogan der CDU: "Freiheit statt Sozialismus"!

Was ist mit Hilfe der FDP daraus geworden?
Ein Raubtierkapitalismus der zynischen Art, in dem die Macht alles ist und das Einzelschicksal nichts.

Die Ideale der Humanität - Freiheit,Gleichheit, Brüderlichkeit - scheitern an dem Willen zur Macht einer Minderheitspartei, die jetzt erstmals ihr "wahres Gesicht" gezeigt hat - die Antwort auf das Gepenst des Kommunismus:

Die Fratze des nackten Kapitalismus.

Parolen bleiben Parolen ... auch wenn die Internationale das "Menschenrecht" erkämpfen soll und eine Partei "immer recht hat", auch wenn sie nicht im Recht ist.

Parolen sind da, um durchschaut zu werden!
Carl Gibson
Alien59 schrieb am 03.03.2010 um 06:15
Wenn ich diese Gestalten sehe, ist mir zum Heulen. Früher gab es da Leute wie Hamm-Brücher, Funke (mir in freundlichster Erinnerung) Hirsch, Baum, von noch vorherigen ganz zu schweigen. Heute ist es allenfalls noch Sabine Leuthäuser-Schnarrenberg, die eine liberale Tradition ahnen lässt. (Ihre Freude als Verliererin in Karlsruhe gestern war typisch für eine Politikerin, die lieber zurücktrat, als ein verfassungswidriges Gesetz mit ihrem Namen zu zeichnen - ein Verhalten, dass sie bei mir immer noch in guter Licht stehen lässt, trotz anderer Differenzen.)

Wie halten das nur Leute wie Genscher aus?
merdeister schrieb am 03.03.2010 um 07:30
Manchmal befürchte ich, die Beschäftigung mit der FDP wird dazu führen, dass auch in NRW wieder viele Leute ihr Kreuz dort machen. Auch schlechte Werbung ist Werbung.
Knüppel schrieb am 03.03.2010 um 09:11
@merdeister

"Manchmal befürchte ich, die Beschäftigung mit der FDP wird dazu führen, dass auch in NRW wieder viele Leute ihr Kreuz dort machen. Auch schlechte Werbung ist Werbung."

Diese Einschätzung, die ich häufig lese und höre, beschäftigt mich. Gibt es belastbare Untersuchungen über sog. "schlechte Werbung" und ihre Auswirkung auf das Verhalten der Menschen?

Ich kann mich häufig nicht zurückhalten, wenn mir in Internet-Foren Aussagen "über den Weg" laufen, die rassistische, fremdenfeindliche, antisemitische oder homophobe Inhalte haben. Gehe ich dagegen an, so kommen garantiert jedesmal auch Kommentare, mit dem Inhalt: "Gar nicht drum kümmern, das ist die beste Reaktion, weil man ihnen sonst nur das Forum bietet, das sie anstreben ..."

Ich setze dem meist entgegen:
Wenn derartige Aussagen unwidersprochen stehen bleiben, setzen sie sich u.U. als "Wahrheiten" bei einigen Lesern fest ("wenn niemand etwas dagegen setzt, wird es wohl eine allgemein anerkannte Einschätzung sein ...")

Beispiel:
Ich kann mich noch gut an den antisemitischen Flyer von FDP-Mann Jürgen W. Möllemann erinnern, den ich damals im Briefkasten fand und bis heute aufbewahrt habe.

Was wäre wohl passiert, wenn diese ungeheuerlichen Behauptungen "Juden würden den Antisemitismus erst schaffen" völlig unwidersprochen geblieben wären ...?

Oder ... die Versuche "unangenehme Themen, mit denen mann/frau sich lieber nicht so intensiv beschäftigen möchte" (homophobe Gewalt, Diffamierungen und Schlechterstellungen aufgrund von Homosexualität usw.) als "unbedeutend" abzutun, die man lieber überhaupt nicht erwähnen sollte, "weil ... sonst werden die Schwulenhasser erst noch aufgestachelt etc."

Ich habe mir über "ignorieren oder angreifen" noch kein "endgültiges" Urteil gebildet.

Zurück zur FDP:
Ich bin dafür, jede sachlich-falsche (Wahlkampf-) Aussage sofort massiv zu kontern, damit sich solcher "Schwachsinn" nicht in den Hirnen "unbedarfter" Wähler/innen festsetzt.

Wie denken meine MitforistInnen darüber?

SexPower
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.03.2010 um 09:12
@ Sex-Power
Only bad news are good news.
Carl Gibson schrieb am 03.03.2010 um 15:49
Richtig ist:
"Wenn derartige Aussagen unwidersprochen stehen bleiben, setzen sie sich u.U. als "Wahrheiten" bei einigen Lesern fest ("wenn niemand etwas dagegen setzt, wird es wohl eine allgemein anerkannte Einschätzung sein ...")

Lügen und Gerüchten (Gerede) aller Art muss widersprochen werden.
Fakten können das Gegenteil beweisen, eine subjektiv verzerrte, entstellte, verfälschte Sache objektivieren.
Das ist Aufklärung - ein gutes Mittel gegen Konspiration und Desinformation bzw. Manipulation.

Weil ich daran glaube, bin ich hier und widerspreche dort, wo ich Gegenbeweise vorlegen kann.

Politiker wie Westerwelle, die auf "Hetze" uns "Hass", setzen (bad news!) spekulieren auf den "Skandal" -
und sie rechnen sich dabei aus, dass der "Skandal" ihnen etwas einbringt.
Stimmen!
Sie leben vom "Skandal" - wie die Boulevardpresse, ganz nach dem Motto:

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert!

Das Gefühl habe ich bei Guido Westerwelle.
Ähnliches war mir vorher aus der literarischen Landschaft schon wohlbekannt.
Carl Gibson
merdeister schrieb am 03.03.2010 um 17:08
@SP

Es geht nicht darum, das keiner etwas auf Guido erwidert. Es geht nicht um Mamas Rat: "Einfach nicht beachten". Ich bin ja auch immer gerne dabei, wenn es um Guido geht. Ich frage mich eben, ab wann diesem und seiner Sache eher ein Gefallen getan wird.
Achtermann schrieb am 03.03.2010 um 17:52
Hallo merdeister,

mir ist seit der Bundestagswahl noch keine plausible Erklärung vor Augen gekommen, weshalb die Freien Demokraten einen derart erfolgreichen Wahlkampf hingekriegt haben. Sind wir Wählerinnen so manipulierbar, dass wir diesen Wahlaussagen, die ihrem Inhalt nach primitiver nicht sein können, vertrauen?

Vergleicht man die seitherige Regierungszeit mit der Wahlkampf-Performance, müsste die Zusammenschau für die Wählerinnen und Wähler doch eher peinlich sein. Wieso ist es möglich, dass einem vormaligen rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister einer SPD-FDP-Koalition, der in bürgerlichen Zeitungen schon als „Grüßaugust aus dem Wirtschaftsministerium“ bezeichnet wurde, vor der Wahl wirtschaftspolitische Kompetenz beigemessen wurde? Diesen Herrn hätten die Medien doch vorführen können. Was ist mit dem Gesundheitsminister, der vor der Wahl als Garant für den Aufschwung dargestellt wurde? Dessen Kompetenzgrenzen haben sich doch nach wenigen Monaten als so eng erwiesen, dass man von seinen inhaltlichen Darlegungen manchmal peinlich berührt ist.

Ich denke nicht, dass die Beschäftigung mit diesen Fragen der FDP hilft, noch fester im Regierungssattel sitzen zu können.
merdeister schrieb am 03.03.2010 um 19:17
Hallo Achtermann,

Deine Zusammenfassung treibt mir die Tränen in die Augen. Wenn jemand einen Film mit einer ähnlichen Handlung drehen würde, hielte ich das für billigen Klamauk.

Ich hoffe Du hast Recht, doch mit einem Auge behalte ich die Prognosen im Blick, mit dem anderen den holländischen Wohnungsmarkt.
Achtermann schrieb am 03.03.2010 um 20:02
merdeister,

wenn ich Dich richtig verstehe, willst Du rübermachen nach Holland. Oder hast Du vor, den niederländischen Immobilienmarkt durch Gründung eines Fonds aufzumischen?

Denk' dran: Auch die Zeitschrift "Focus Money", die durchhaus den Hauspostillen des bundesdeutschen Außenministers und dessen Parteifreunde zugerechnet werden kann, meinte am 11.8.2009: "Im Sommer 2009 ist an den Finanzmärkten das Schlimmste wohl überwunden – dennoch trauen sich noch immer sechs Fonds nicht, Anteile zurückzunehmen."

Die Redakteure dort, die haben sich wohl am geistigen Horizont des jetziges Wirtschaftsministerdarstellers orientiert. Dann bleibt doch wohl eher die Emigration.
merdeister schrieb am 03.03.2010 um 20:19
Da ich von Geld und Wirtschaft wenig verstehe, wäre es keine gute Idee einen Fond zu gründen. Wenn ich es mir jedoch recht überlege scheint das nicht nur eine hinreichende sondern eine notwendige Bedingung zu sein.

Rübermachen war jedoch mein eigentlicher Plan.

Ich mache mir übrigens ein bisschen Sorgen. Wenn ich den Titel "Focus Money" lese muss ich unwillkürlich grinsen, das geht ein wenig ins Debile.
mahung schrieb am 03.03.2010 um 20:33
@Achtermann

"mir ist seit der Bundestagswahl noch keine plausible Erklärung vor Augen gekommen, weshalb die Freien Demokraten einen derart erfolgreichen Wahlkampf hingekriegt haben. Sind wir Wählerinnen so manipulierbar, dass wir diesen Wahlaussagen, die ihrem Inhalt nach primitiver nicht sein können, vertrauen?"

Die Antwort kommt hier (gern immer, immer wieder ;-))

„Guido Westerwelles Atout: Er bietet jedem etwas. Die einen wählen den FDP-Chef, weil sie ihn für einen angepassten Streber halten, die anderen lieben ihn als Krawallkopf mit Profilneurose. Westerwelles Kurs ist dialektisch: Wählen lässt er sich vom kleinen Mann mit Neidkomplex, den er dann für seine asoziale Wahlentscheidung mit Leistungsentzug und Lohnverbot bestraft; das Geld reicht er weiter an jene, die weder finanziell noch politisch auf ihn angewiesen sind und es sich leisten können, Hobbyparteien wie die Grünen zu wählen. So etwas imponiert Westerwelle! Nebenbei bewahrt er sich auf diese Weise seine Unabhängigkeit – Westerwelle nennt sie `das Wichtigste, was es auf dem politischen Markt zu kaufen gibt`“ TITANIC 11/2009; S. 35
Achtermann schrieb am 03.03.2010 um 20:49
merdeister, bevor Du abhaust wirst Du doch noch wählen gehen und den Freien Demokraten zeigen, wo das Kreuz zu setzen ist.

Und: Erinnere Dich an die Neuorientierung der Balltreter der Stadt, in der Du lebst. Das neue Tivoli brachte ihnen kein Glück. Das erste Heimspiel an der neuen Wirkungsstätte ging mit 0:5 verloren. Und seither krebsen sie eher im unteren Drittel der Tabelle rum.
merdeister schrieb am 03.03.2010 um 21:02
Wenn es im Wahllokal eine Schlange geben sollte, werde ich rufen: "Wenn ich nicht nach vorne darf, wähle ich FDP!!!"
Achtermann schrieb am 03.03.2010 um 21:04
@ mahung

Naja, Westerwelle soll angeblich jedem etwas bieten. Mir hat er noch nix geboten. Und wenn ich den Text näher analysierte, befürchte ich, er würde nicht allzu viel hergeben. Was ist ein „kleiner Mann mit Neidkomplex“, der angeblich Westerwelle wählen würde? So schnell kann man den nicht ausfindig machen. Die schnelle Unterstellung eines Neidkomplexes hatten wir schon auf anderer Ebene. Diese wurde von den Verfechtern der freien Marktwirtschaft gerne auf Die Linke projiziert, um den Marktgewinnlern ihre Spekulationsgrundlage belassen zu können. Ich selbst würde nicht allzu forsch den Wenigbesitzenden Neid unterstellen, wenn sie eine gerechtere Verteilung des Vermögens und der Macht einfordern. Mit solchen Begriffen wird versucht, politische Positionen in den Würgegriff zu nehmen, wenn es um „einprägsame Kernbotschaften“ geht, die der oben im Blog zitierte Professor den Wahlkämpfern empfiehlt.
merdeister schrieb am 03.03.2010 um 21:09
Ich dachte, Westerwelle bietet jeder etwas.
Achtermann schrieb am 03.03.2010 um 21:21
Danke für den Hinweis. Jetzt weiß ich, weshalb der Guido mir noch nix geboten hat. Hieße ich etwa Jessica oder Schantale, könnte ich jetzt mitreden.
Alien59 schrieb am 04.03.2010 um 06:20
@merdeister: "Rübermachen war jedoch mein eigentlicher Plan."

Oh,oh... hast du das gelesen?
www.dw-world.de/dw/article/0,,5316917,00.html

Gut, du bist kein Marokkaner, aber soooo beliebt sind ja die Deutschen oft auch nicht (guck mal in die Schweiz)^^
merdeister schrieb am 04.03.2010 um 07:10
Die Niederländer sind sehr freundlich, nur manchmal etwas polterig. Die sind sogar nett zu Jessicas und Schantals, zumindest in Grenznähe.
Alien59 schrieb am 04.03.2010 um 07:20
Was ich meinte, war eigentlich: könntest du mit einer Regierung dich abfinden, die u.U. einen Minister namens Wilders beinhaltet - wenn du schon Westerwelle kaum erträgst?
merdeister schrieb am 04.03.2010 um 07:34
Ach Mist!
Alien59 schrieb am 04.03.2010 um 07:38
wollte dich ja nur gewarnt haben ...
Sarah Rudolph schrieb am 04.03.2010 um 08:47
Die Realität ist Weltmeisterin im Schnippchenschlagen.
Carl Gibson schrieb am 04.03.2010 um 08:56
Im Namen der "Freiheit" darf nirgendwo Ausländerfeindlichkeit propagiert oder gehetzt werden, sch gar nicht gegen Minderheiten.

Wenn Parteien den Begriff "Freiheit" in ihren Namen aufnehmen wie in Holland oder in Italien, dann zeugt das nur von übler Demagogie und von einer perversen Auffassung von "Freiheit".

Es gibt auch negative Formen der Freiheit - etwa die Freiheit des Tyrannen, seine Macht auszuüben, indem er die Freiheiten aller anderen einengt, beschneidet, abschafft.
Carl Gibson
Alien59 schrieb am 04.03.2010 um 09:03
Tja, aber derzeit scheinen solche Herrschaften auf dem aufsteigenden Ast zu sein, Carl. Und da gibt es dann manchen, der sich überlegt, ob man nicht mit ähnlichen Sprüchen auch den erhofften Machtzuwachs erlangen könnte.
Carl Gibson schrieb am 04.03.2010 um 09:21
Silvio Berlusconi hat es vorgemacht: Ein Demagoge, wie er im Buche steht!
Wilders hat das Rezept übernommen?
Weil es funtioniert!
Weil es an primitive Ressentiments (der Schlechtweggekommen, würde Nietzsche sagen) appelliert.

Jeder Demagoge findet in seinem Land eine kulturell-rassisch-religiöse Minderheit ohne Lobby, gegen die man hetzen darf.

In Italien sind es Sinti und Roma oder rumänische Gastarbeiter.
In Holland und Frankreich ist es das koloniale Erbe!

Der Präzedenzfall schlechthin: Le Pen!

Er hetzte gegen Menschen aus dem Maghreb (Araber aus Algerien, Tunesien Marokko etc. oder Afrikaner) - wurde populär und eine politische Kraft.

Im neuen Osteuropa wird dieser Le Pen von Rechtsradikalen aller Art kopiert, die munter darauf los hetzen mit dem Argument, Frankreich leiste sich einen Le Pen.

Wenn Schufte und Halunken sich unter der Flagge einer "Partei der Freiheit" zusammen rotten, dann meinen sie "die Freiheit, andere erschlagen zu dürfen."

Das hatten wir alles schon einmal unter braunem und rotem Vorzeichen, in Italien, in Deutschland, in der Sowjetunion, in China etc. etc.

Wehret den Anfängen!
Hetze, gegen wen auch immer, ist keine demokratische Gepflogenheit - und "Xenophobie" ist keine Lösung.
Carl Gibson
hibou schrieb am 04.03.2010 um 09:30
den türkischen Premier net zu vergessen :-)
Achtermann schrieb am 04.03.2010 um 17:06
Jetzt sind wir an dem Punkt angelangt, an dem zu fragen ist: Wo liegen die Ursachen? Die deutsche Wirtschaftspolitik der letzten Jahre, bestimmt von Rot, Grün, Gelb und Schwarz, war insgesamt darauf angelegt, den Konkurrenzkampf um den Arbeitsplatz zu verschärfen. Die entsprechenden sozialpolitischen Gesetze, wie Rente mit 67, die schleichende Aushebelung der Parität, der ständig an die Wand gemalte demographische Faktor, der den Sozialabbau geradezu erzwinge u.a., schüren Angst und verstärken das Denken in primitiven Mustern, indem etwa Minderheiten ausgesucht werden, die an allem Übel schuld seien. Eine Sozialgesetzgebung, die auch Gerechtigkeit zum Ziel hat, könnte dazu beisteuern, dass Parteien, die den Begriff „Freiheit“ wie eine Monstranz vor sich hertragen, um ihre eigentlichen Ziele zu camouflieren, nicht mehr diesen Zulauf haben.
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