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Beinahe hätte ich mir ein paar neue Turnschuhe gekauft, und zwar ausschließlich deshalb, weil sie mir mit „Schnürsenkelösen aus recyceltem Aluminium“ feilgeboten wurden. Das rührte mein ökologisches Herz. Bis mir aufging, dass vermutlich kein Schuh ohne Recycling-Ösen auf dem deutschen Markt ist.
Denn mit 720.900 Tonnen lag der Anteil von Alu, das aus Schrott und Spänen zusammengeschmolzen wird, 2008 deutlich über der Menge von „Primäraluminium“, das direkt aus Bauxit gewonnen wird (605.000 Tonnen). Und irgendwo muss das Zeug ja hin. Für Recycling-Aluminium braucht man übrigens nur ein 20stel der Energie von Original-Aluminium. Es gibt nicht die geringsten Qualitätseinbußen. Außerdem sichert die Alu-Wiederverwertung in Deutschland 20.000 Arbeitsplätze. Das weiß ich alles vom Verband der Aluminiumrecycling-Industrie e. V., denn auch der existiert natürlich, von mir seit Jahrzehnten ignoriert. Manchmal steckt die Welt voller Wunder.
Tatsächlich kann sogar die Aluminiumschicht aus Getränkekartons wiederverwertet werden, und zwar als „Zuschlagstoff in der Zementproduktion“, wie mir die Seite berlin-sammelt.de verrät: „Aluminium erfüllt den Zweck, dem Zement die nötige Schwere zu geben.“ Heißt das, vor der Erfindung des Getränkekartonrecyclings war Zement leichter? Und: Warum muss der eigentlich schwer sein?
Man kann Getränkekartons aber auch als Ganzes zu kleinen Chips zermahlen, erhitzen und zu Formteilen pressen. Das nennt sich dann Tectan und wird zum Beispiel in der Möbelproduktion verwendet. Wir sitzen also in unseren aus geschredderten Plasteflaschen gefertigten Fleece-Pullovern und mit unseren Recycling-Ösen-Schuhen auf zermahlenen Tetrapaks – ist das nicht fantastisch?
Die Wahrheit ist allerdings: Für Fleecepullover ist es zu heiß, und das mit den Tetrapakmöbeln kommt wahrscheinlich auch nicht hin. Denn die stoffliche Verwertung von Getränkekartons ist erheblich zurückgegangen, wie mir die Deutsche Umwelthilfe schon Ende Juni vorrechnete.
In einer geradezu Watergate-artigen Recherche fanden die DUH-Detektive heraus, dass zwei Drittel der benötigten Verwertungskapazitäten derzeit stillgelegt sind. In der einen Mühle, die noch läuft, kann theoretisch nur die Hälfte der in Deutschland anfallenden 220.000 Tonnen Getränkekartons recycelt werden. „Damit fehlen selbst nach unseren ausgesprochen wohlwollenden Berechnungen für das Jahr 2009 in Deutschland Verwertungskapazitäten für mindestens 35.000 Tonnen der in Deutschland gesammelten Getränkekartons“, schloss die DUH. „Die Menge füllt fast 1.500 große LKW, das entspricht einer LKW-Reihe von über 27 Kilometern Länge.“
Stattdessen - so die Vermutung des Umweltverbands nach „nicht abschließend bestätigten Informationen“ - wird der Müll „in unbekanntem Ausmaß zum Teil als Ersatzbrennstoffe verbrannt“. Zum Teil wird er aber auch nach Spanien gekarrt. Und daraus wiederum schließt die DUH: „Verbrennung oder Transport von Getränkekartons über mehr als 1.000 Kilometer ist ökologischer Irrsinn.“
Tja, irgendwie schwante mir doch, dass die Erfolgsmeldungen der deutschen Recyclingindustrie vielleicht etwas übertrieben sein könnten. Schon vor fünf Jahren fand die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung heraus, dass zum Beispiel nur die Hälfte des Abfalls aus dem Gelben Sack verwertet wird und davon noch einmal ein erheblicher Teil thermisch, also im Müllofen. Und woran liegt das?
Der Markt kann die ganzen Recyclingprodukte gar nicht aufnehmen, hat das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg herausgefunden. Wir kaufen nicht genügend Schredder-Ösen-Schuhe und Plastikgießkannen. Und vermutlich auch zu wenig mit Aluschnipseln beschwerten Zement. Ich persönlich habe auch schon sehr, sehr lange keinen mehr gekauft.
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Irgendwann steht auch an jedem Baum eine Parkbank aus recyceltem Plastikmüll, wo kommen die denn dann hin?
Das mit dem Verbrenne ist aber sehr schlau. Das CO2 geht in die Atmosphäre, es wird wärmer, überall bildet sich Urwald, der Meeresspiegel steigt, der Wald wird zu Öl. Und wenn die Schimpansen von den Bäumen steigen, haben sie auch was, für ihre Autos. DAS ist Recycling. |
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Statt kleiner, grüner Plastik-Gießkannen können Eltern und Kindgebliebene auch gleich "was Richtiges" kaufen: Playmobil in Lebensgröße - zu sehen an immer mehr Baustellen...
de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Kunststoff-absperrzaun.jpg&filetimestamp=20050605114955 (Irgendwann muss mir jemand mal erklären, wie ich hier Bilder direkt einfügen kann...) |
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Das ist wirklich ein sehr schöner Zaun. Schade, dass ich keinen Vorgarten habe.
Viele Grüße, Adriane |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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