Alem Grabovac

Blog von Alem Grabovac

25.06.2010 | 11:56

"Wir sind Deutsche und ihr seid Idioten!"

Das Viertelfinale ist erreicht. Mesut Özil glänzt im Mittelfeld, Khedira hält ihm den Rücken frei und Klose & Co sorgen für die Tore. Die ganze Nation freut sich über ihre neue Multikulti-Spielergeneration (11 der 23 Spieler im deutschen WM-Kader haben einen Migrationshintergrund) und manch einer träumt bereits vom Finale. Aber zeigt sich wirklich ganz Deutschland begeistert? Ich habe mich gefragt, was eigentlich die Rechten dazu sagen, dass es im Deutschen Team Spieler mit polnischen, tunesischen, türkischen, brasilianischen und nigerianischen Migrationshintergrund gibt? Unterstützen sie das Nationalteam? Sind sie für Deutschland? Hier nun das Antwortschreiben der NPD:  

„Die NPD vertritt das Abstammungsprinzip. Daher differenziert die NPD zwischen Deutschen und Nichtdeutschen unabhängig von ihrem Geburtsort. Migration als bloße Kategorie ist für die NPD undifferenziert und wirkt auf betroffene Deutsche diskriminierend.

Das Abstammungsprinzip sollte nach Auffassung der NPD für alle Nationalmannschaften gelten. Bis vor wenigen Jahren war dies Politik der FIFA, die so verhinderte, was aktuell geschieht: Menschen aus der Dritten Welt werden mit der Staatsangehörigkeit westlicher Hochtechnologiestaaten ausgestattet. In diesem Zusammenhang steht ein moralisch verwerflicher Menschenhandel von ungeheurem Ausmaß. Menschenhandel ist ein Kennzeichen kapitalistischen Handelns. Der Kapitalismus benachteiligt die Menschen, die in seiner Peripherie leben und schafft so den Anreiz, sich Menschenhändlern zu unterwerfen. Trauriges Beispiel und symbolische Spitze dieses Trauerspiels sind die Brüder Boateng.

Nach Auffassung der NPD muss die FIFA wieder zu ihren moralischen Regeln zurückkehren und die Schwachen vor den anarchokapitalistischen Menschenhändlern schützen. Im Ergebnis wird dann im wesentlichen im Fußball das Abstammungsprinzip vertreten und damit einer der politischen Grundsätze der NPD. Religiösen Äußerungen steht die NPD neutral gegenüber.

Die Diskreditierung multikultureller Integrationshalluzinationen durch die Weigerung die deutsche Nationalhymne zu singen, ist ein Faustschlag der migrantischen Fußballsöldner in die Gesichter der Multikultilobbyisten. Auf diese Weise zeigen die Migranten ihr wahres Gesicht und führen den Deutschen vor, was sie von uns halten. Dieses Verhalten setzt sich dann im Spiel als einfallsloser Mulitkultikick fort. Eines Tages werden die enttäuschten Deutschen dieses Fehlentwicklung mit dem Ruf quittieren: „Wir sind Deutsche! Und ihr nicht!“

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Beier
NPD-Bundespressesprecher“

Eine paradoxe Situation: Die Rechtsnationalen sind gegen ihre eigene Nationalmannschaft und die  Bürger mit Migrationshintergrund unterstützen sie mit ganzem Herzen. Als Deutscher mit bosnischen und kroatischen Migrationshintergrund kann ich hierzu nur sagen:

„Wir sind Deutsche! Und ihr seid Idioten!“ 

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
goedzak schrieb am 25.06.2010 um 12:02
Ich finde an solchen Texten immer wieder lustig, wie die sich letztendlich doch selbst entlarven, trotz des ganzen scheinheiligen 'antikapitalistischen' Geschwafels.
merdeister schrieb am 25.06.2010 um 12:03
"Diskreditierung multikultureller Integrationshalluzinationen"

Eigentor?
merdeister schrieb am 25.06.2010 um 12:05
Wieso eigentlich nicht:

"Ihr seid Idioten und wir nicht." ?
thinktankgirl schrieb am 25.06.2010 um 12:10
"anarchokapitalistische Menschenhändler"

Anarchokapital! Gibt es das Wort schon länger, oder ist das eine Neuschöpfung dieser Toitschen?
KalleWirsch schrieb am 25.06.2010 um 21:52
Dabei gibt es doch den Sprachkurs Deutsch für Nazis



nosferatu schrieb am 25.06.2010 um 22:01
...der Begriff des 'Anarchokapitalismus' gibt es tatsächlich schon etwas länger. Er wird im Zusammenhang mit (neo-)liberalen Gesellschaftsvorstellungen verwendet und meint wohl in etwa eine Gesellschaft, in der die Menschen ungehindert durch eine staatliche Instanz auf dem Markt agieren können.

Aus meiner Sicht ist der Begriff in sich widersprüchlich, da sich eine anarchistische Gesellschaft mit ihrem Anspruch auf ein solidarisches, egalitäres Miteinander und die Dominanz eines Marktes und einer nach der jeweiligen 'Leistungsfähigkeit' des Individuums hierarchisierten Gruppe von Menschen gegenseitig ausschließen.

Der Begriff ist so krude, dass in dem gleichnamigen Wikipedia Artikel (de.wikipedia.org/wiki/Anarchokapitalismus) in der Literatur neben einem Buch von Horst Stowasser auch ein Buch aus dem "eigentümlich frei"-Verlag aufgeführt wird. Steht ersterer für einen Anarchismus ein, dem "die Praxis über den Gestus geht" (Horst Stowasser) und der auch außerhalb linker/anarchistischer Wohlfühlzonen (von ihm als eine Art 'Ghetto' bezeichnet) zu Hause ist, so bewegt sich der Verlag eigentümlich frei sich im rechten bis 'rechtsextremen' Bereich bewegt....

Mit der politischen Theorie des Anarchismus und der anarchistischen Praxis unzähliger Gruppen und Einzelpersonen hat das Ganze herzlich wenig zu tun.....
j-ap schrieb am 25.06.2010 um 23:48
(nosferatu schrieb am 25.06.2010 um 22:01)
Mit der politischen Theorie des Anarchismus und der anarchistischen Praxis unzähliger Gruppen und Einzelpersonen hat das Ganze herzlich wenig zu tun...
Nun, mit der Theorie des Anarchismus hatte bisweilen die Praxis desselben bei den Spaniern auch relativ wenig zu tun, oder halten Sie es für anarchistheoretisch völlig unbedenklich, daß auf das Verwenden von Geld als Zahlungsmittel die Todesstrafe verhängt wird? Das ist weder Fremdherrschaftslosigkeit noch Emanzipation, sondern schlicht und ergreifend Mord.

Nur: Aus diesem Umstand den spanischen Anarchisten den Anarchismus abzusprechen ist nicht nur falsch, sondern absurd. Ebenso verhält es sich mit Ihren dogmatischen Ausführungen zu den AnCaps.
nosferatu schrieb am 26.06.2010 um 11:12
Das war mir bisher noch nicht bekannt, vielen dank für den interessanten Hinweis. Mit einer freiheitlichen Theorie hat das sicherlich wenig zu tun,da stimme ich mit Ihnen überein. Wo haben sie diese Information her, interessehalber gefragt?

Über einen Begriff von "Anarchismus" zu diskutieren, hat stets etwas ungenaues, da - wie in der Frage, ob es einen 'Anarchokapitalismus' geben könne, deutlich wird - nicht definiert ist, was der Begriff jenseits von 'ohne Herrschaft' eigentlich bedeutet. Und ja, im Laufe der Geschichte wurde der Begriff sehr unterschiedlich ausgelegt; mal sollte dieses Gesellschaft mit Gewalt herbeigebombt werden, mal mittels friedlicher Netzwerkarbeit von unten (grassroots). Nur, ob sich mit der Vorstellung einer freien Gesellschaft wie sie in der politischen Theorie des Anarchismus durchscheint, eine kapitalistische Ordnung vereinbaren lässt, bezweifel ich.
j-ap schrieb am 26.06.2010 um 12:49
Lieber nosferatu,

woher ich die Information habe, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Ich beschäftige mich allerdings schon so lange mit anarchistischer Theorie, daß ich sie einfach weiß, auch ohne genau sagen zu können, woher ich sie habe, kann allerdings gerne noch einmal in die Archive steigen, wenn Sie's wirklich wissen wollen.

Völlig richtig ist, daß der Anarchismus mehr als eine einzige monolithische Theorie umfaßt, weshalb Anarchisten sehr zu meinem Leidwesen auch zur Segregation und zum Kampf untereinander neigen und zwar genau darüber, wer von ihnen nun wirklich den »wahren« Anarchismus vertritt, und deshalb oft genug ihre jeweiligen Gemeinsamkeiten aus dem Blick verlieren: Die wichtigste davon ist die Ablehnung des Staates als der großen autoritären und zentralisierten Gewalt- und damit Herrschaftsorganisators.

»Anarchokapitalismus« ist ein ungünstiges Wort, weil er »Kapitalismus« enthält und deshalb folgerichtig bei marxistisch/sozialistisch/kommunistisch verorteten Anarchisten spontane Abwehrreaktionen hervorruft, die darin begründet liegen, daß der »Kapitalismus« dort als ein Archetyp einer nicht herrschaftsfreien Ordnung definiert ist. Weitaus besser wäre der Begriff »Individualanarchismus« (der in der wesentlich besseren englischen Version des von Ihnen verlinkten Artikels auch verwendet wird), weil er zudem klarstellt, daß nicht eine kapitalistische Ordnung angestrebt wird, sondern eine Ordnung, auf deren Grund stets das Individuum steht.

Es wäre vollkommen absurd, so einer freien Gesellschaft eine bestimmte ökonomische Ordnung vorzuschreiben, und obwohl AnCaps das gar nicht wollen, so entsteht doch zwangsläufig dieser Eindruck, wenn sie sich auf den »Kapitalismus« berufen. AnCaps glauben, daß freie Individuen früher oder später gar nicht anders können als freiwillig in Markt-, d.h. Austauschbeziehungen zu treten. Das definieren sie als Kapitalismus, weswegen die AnCaps auch enorme Probleme damit haben, den derzeitigen Vergesellschaftungszustand als echten Kapitalismus zu begreifen: Wer sich auf den Staat zur Durchsetzung seiner Präferenzen stützt (beispielsweise, indem dieser Staat Privilegien gewaltsam aufrechterhält, die man dann nutzt), begibt sich von vornherein ins Unrecht, weil alle Anarchisten die Initiierung von Gewalt ablehnen.

Sie selbst haben weiter oben auch (jedenfalls für Anarchisten) Problematisches geäußert, wobei ich allerdings glaube, daß Sie das nicht wirklich so gemeint haben, sondern nur etwas zu kurz formulierten: Es gibt nämlich für Anarchisten kein durchsetzbares Recht auf Solidarität und Egalitarismus. Anarchisten wollen fremdherrschaftslose Gesellschaften, und wer Menschen vorschreibt oder sie gar dazu zwingt, solidarisch und egalitär zu sein, der ist bestimmt kein Anarchist. Beides, Solidarität und Egalitarismus, setzen Freiwilligkeit voraus, demnach ist das Korollarium der Solidarität stets die Möglichkeit, sich eben nicht solidarisch zu verhalten. Anarchisten beschäftigen sich daher in aller Regel auch über weite Strecken damit, wie sich solch ein Verhalten sanktionieren ließe — etwa durch Boykott oder Ausschluß aus der Gemeinschaft.

Meines Erachtens besteht aber dringender Bedarf, von dieser Sektiererei alsbald wegzukommen und endlich einmal eine Art, nunja, »Vereinigter Anarchisten« zu schaffen.
B.V. schrieb am 26.06.2010 um 13:09
Der Anarchokapitalismus ist eine extreme Form des amerikanischen Libertarism (in Deutschland nennen sie sich Libertäre und führen einen Kampf um diesen Begriff mit traditionellen Links- und SozialLibertären). Seit Anfang der Siebziger hat er seine ideologische Entwicklung ausgebaut.

Hier ein paar Links zu einigen Hauptvertretern:

de.wikipedia.org/wiki/Anarchokapitalismushttp://de.

wikipedia.org/wiki/David_D._Friedman

de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Blankertz

de.wikipedia.org/wiki/Hans-Hermann_Hoppe

de.wikipedia.org/wiki/Objektivismus_(Ayn_Rand)

de.wikipedia.org/wiki/Ayn_Rand

www.aynrand.org/site/PageServer?pagename=index&cvridirect=true

libertaer.wordpress.com/ (Libertäre in der FDP)

www.facebook.com/LibertaerePlattform

ef-magazin.de/ (Deutsches Zentralorgan)
Wolfram Heinrich schrieb am 26.06.2010 um 13:37
@KalleWirsch
Dabei gibt es doch den Sprachkurs Deutsch für Nazis

Je deutsch fühlen desto nicht Deutsch können. Deitsches Sprak nix leicht für deitsches Patriot.

Ciao
Wolfram
j-ap schrieb am 26.06.2010 um 13:57
(B.V. schrieb am 26.06.2010 um 13:09)

Da haben Sie tatsächlich einige interessante Links zusammengestellt.

Gestatten Sie mir aber zwei Anmerkungen:

1. »Libertäre«, die in Parteien (in dem Fall der FDP) organisiert sind, sind ein Widerspruch in sich. Anarchisten, die sich am Staatsgeschehen via Partei beteiligen, sind keine.

2. EF war früher einmal tatsächlich ein libertäres Magazin, allerdings ist das schon seit einigen Jahren nicht mehr der Fall — weswegen übrigens auch die tatsächlichen Anarchisten von dort längst verschwunden sind, ua. der bereits angesprochene und von mir sehr geschätzte Stefan Blankertz (der im Zuge dessen zur freiheitsfabrik umgezogen ist). EF ist heutzutage nichts anderes als ein publizistischer Ankerplatz für rechte und beinhart reaktionäre Querfrontler.
thinktankgirl schrieb am 25.06.2010 um 12:13
Eine paradoxe Situation: die Rechtsnationalen sind gegen ihre eigene Nationalmannschaft ...

Weiß jemand, ob die Antideutschen auch gegen die deutsche Nationalmannschaft ist?
goedzak schrieb am 25.06.2010 um 12:36
Die Anti-Deutschen, deren Leben sich um ihre Ideologie und das Bashen aller anderen Ideologien dreht, gleichen denjenigen, die aus ideologischen Gründen keine McD****d-Produkte verzehren; das Fleisch ist schwach, meist siegt aber ihr "Geist".
B.V. schrieb am 26.06.2010 um 13:15
"Eine paradoxe Situation: die Rechtsnationalen sind gegen ihre eigene Nationalmannschaft ..."

Nö, für die ist das einfach keine Nationalmannschaft.
thinktankgirl schrieb am 26.06.2010 um 13:44
@ BV

Chapeau!
Exilant schrieb am 25.06.2010 um 13:22
Hier relativieren Sie aber.
Keine McD.....-Produkte zu verzehren, können Sie doch nicht vergleichen mit Leuten, die sehr agressiv auftreten und mit Sicherheit keine Deutschland-Freunde sind.
McD... ist ein Symbol der Fast-Food-Kultur und des Neoliberalismus. Beides kam etwa zur gleichen Zeit nach Deutschland - ebenso wie derzeit auch etliche andere Konsum-Ketten wie Kaffeehäuser, usw. (Findet man noch viele Kaffeehäuser alten Stils? Dies hat nämlich auch etwas mit Kultur zu tun).
Und Kultur oder auch Stil hat nichts mit Nationalsozialismus zu tun.
j-ap schrieb am 26.06.2010 um 00:22
McD... ist ein Symbol der Fast-Food-Kultur und des Neoliberalismus.
Vermutlich ist das so, ja. Da geht's aber McDonalds auch nicht anders als den urdeutschen Kaffeehäusern. Die mußten nämlich auch erst mühsam und, wer wollte es bestreiten, von allgegenwärtigen Kapitalverwertungsinteressen veranlaßt dazu bewogen werden, sich von Byzanz über den Balkan und Wien nach Deutschland aufzumachen.

Und zweifelsohne gab es auch schon zu Zeiten der ersten Kaffeehäusern einige, die sich dachten: Na, diese Kaffeehäuser, die kamen doch erst mit den neoliberalen Osmanen nach Europa.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.06.2010 um 00:35
Fazit: Nur der King ist Big.
Bigger noch als der Kaiser!
j-ap schrieb am 26.06.2010 um 00:47
Ob das so ist, lieber walter ter linde, kann ich Ihnen nicht sagen. Ich finde es nur reichlich komisch, sich über jüngste Importware zu mokieren, weil man den älteren Import für's Eigene und Echte hält.

Das paßt hinten und vorn nicht zusammen. Wer das Autochthone und Unverfälschte erhalten will, das hier und nur hier aus dem Boden kam, der soll nicht über »McD....« (*) schimpfen, sondern seine Wohnung verlassen und in die nächstgelegene Höhle einziehen, denn nur da ist wirklich alles, wie es immer war, rein und nur sich selbst genug.

Vermutlich geht's aber mal wieder nur darum, daß der Big Mac eigentlich ganz kernig Teuto-Burger heißen soll.


*) Weshalb wird hier der Name der Firma, McDonalds, eigentlich nicht ausgeschrieben? Derlei ist mir nur von christlichen Fundamentalisten bekannt, die ua. das Wort Satan nicht aussprechen dürfen.
Fro schrieb am 26.06.2010 um 00:57
"Teuto-Burger" - ich hoffe du hast dir die Rechte gesichert.:-)
Deaktivierter Nutzer schrieb am 26.06.2010 um 00:57
Nicht ausgeschrieben: Weil nicht-ganz-durchdachte McDonaldskritiker den geschmähten Namen nicht ganz nennen wollen: Kapitalismuskritik als zudem verkürzte Kulturkritik, so etwa.
Ich bin eh für Burger King und halte das für ne echt gute Sache. Der weltweite Export dieser Burger-Schmieden geht in Ordnung. Mit unseren Kaffeehäusern bin ich auch recht zufrieden, Hauptsache, sie sind nicht authentisch, sondern atmen irgendwas, was ich mag. Druckerschwärze zum Beispiel. In Fußballzeiten thront aber, das will ich betonen, als ewige Lichtgestalt der Kaiser.
Fro schrieb am 26.06.2010 um 01:05
Die Kaiserzeiten sind vorbei – oder besser wir sind alle Kaiser.:)
goedzak schrieb am 26.06.2010 um 13:06
@exilant
Sorry, unklar ausgedrückt. Gemeint war: Es gibt Leute, die essen keine Fast-Burger, weil sie ihnen nicht schmecken. Und es gibt Leute, die versagen es sich, solche Burger zu essen, weil die verkaufende Institution für sie ein Symbol für etwas Böses oder Falsches ist. Verstehste den Unterschied?
Ähnlich verhält es sich, das war meine These, mit den Anti-Deutschen. Sie sehnen sich so sehr nach einverständigem Aufgehobensein in einer Gemeinschaft, wie z.B. der schwarz-rot-goldenen Jubelmasse, müssen es sich aber VERSAGEN.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 25.06.2010 um 13:42
Das fängt doch im Verein schon an ...
Deaktivierter Nutzer schrieb am 25.06.2010 um 13:46
Und deshalb hat Kalle Marx ja geschrieben: Fußballer aller Länder, vereinigt Euch! Weil er wußte, daß es wegen der Globalisierung mit den Nationen nix wird.
Rahab schrieb am 25.06.2010 um 14:03
also... dass Berlin-Wedding als sogenannter sozialer brennpunkt an der 'peripherie' liegt - das könnte vielleicht so sein... aber Berlin-Wilmersdorf? Mit seinen witwen? das bringt mir ja das ganze abstammungsprinzip durcheinander!
Fro schrieb am 25.06.2010 um 14:58
Ja, wenn es nach dem Abstammungsprinzip ginge...

Irgendwie sind wir alle Afrikaner und Immigranten – die Wiege der Menschheit befindet sich nach Ansicht der Paläoanthropologen in Afrika.
Poldi, Schweinsteiger und Co müssten dann in der Kenianischen, Südafrikanischen oder Äthiopischen Nationalmannschaft spielen....
GeroSteiner schrieb am 25.06.2010 um 19:24
Das Schreiben dieses -was?- Bundespressesprechers? Meine Güte. NPD in Deutschland: das ist demnach da, wo die Sonne der Weisheit am tiefsten steht und selbst Zwerge große Schatten werfen.

Deutschland ist ein an Rohstoffen armes Land. Der größte Teil des Phosphors befindet sich beim Menschen im Gehirn. An der NPD als Studienobjekt deutschen Phosphormangels kann man ganz klar erkennen, wohin germanische Inzucht führt. Das Resultat ist eine angeborene Idiotie, getarnt als Parteiprogramm. Verlautbarungen der Gruppe stammen sämtlichst aus einem in Absurdistan programmierten Textbausteingenerator, der damals schon dem Propagandaministerium zu einfältig war.

Bei solchen hirnverbrannten Äußerungen reicht es bei mir noch nicht mal mehr zum Fremdschämen. Der Mann braucht sofort eine blaue Ganzkörpertätowierung, die ihn zum Oberschlumpf macht, bevor er zu seinen krakeelenden Hohlisten zurückgeschickt wird. Wir singen dazu jetzt alle: Azzuro...
Deaktivierter Nutzer schrieb am 25.06.2010 um 21:45
Den "Faustschlag der migrantischen Fußballsöldner" will ich sehen, aber richtig!
GeroSteiner schrieb am 25.06.2010 um 22:58
Faustschlag? Wohin denn? Wenn es etwas für Deutschland bewirken soll, ist das hochgezogene Knie deutlich effizienter.

An den Leerdemokraten der NPD kann man auch studieren, wie einige deutschtümliche Idioten auf einem sehr eigenen Weg in die Normalität sind. Erst haben sie von nichts gewußt, dann wollten sie nichts mehr davon wissen, und jetzt? Jetzt wissen sie schon wieder alles besser.

Es wird Zeit, dass aus der Gruppe der "Nutzlosen Phrasen-Drescher" auch Nominierungen für den Darwin-Award kommen.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 25.06.2010 um 23:07
Auch die Fußballwelt will sich solche Aussagen - wenn auch beobachtet durch den Verfassungsschutz - sagen lassen. Ich würde sagen: Sowas ist doch verboten!
Z.B., denke ich, am Millerntor.
GeroSteiner schrieb am 25.06.2010 um 23:26
Verboten ist, was man trotzdem tut. Unbefugten ist z.B. der Tritt gegen das Schienbein verboten.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 25.06.2010 um 23:38
Ich gebe zu: Ich war befugt, bin es nicht mehr (heute Platzwart).
GeroSteiner schrieb am 26.06.2010 um 00:06
Auch Eintracht hat Platzwart.

Mein Kopf ist voller Unsinn,
kein Platz mehr für Gedanken.
Das Gesicht braucht auch noch Platz,
darum sind so wenig Haare auf dem Kopf.
Fro schrieb am 25.06.2010 um 22:46
Ach, manchmal tun mir die Nazis schon etwas Leid. In Anbetracht der Tatsache, dass wir zu 70% aus Wasser bestehen, das irgendwann aus ausländischen Wolken abregnete und die meisten Nahrungsmittel heute Bestandteile ausländischer Herkunft beinhalten, sind die Nazis wie wir alle mindestens 80-95%ige Ausländer.
Und dass auch ihre Stammbäume ihre Wurzeln in Afrika haben und auch sie eigentlich Afrikaner sind deren Vorfahren hier einst einwanderten....

Wie werden sie damit fertig? Sind sie vielleicht aus Verzweiflung aggressiv? Brauchen sie nicht Hilfe statt Hass?
Und wenn wir rufen: „Nazis raus“ rufen wir dann nicht auch „Ausländer raus“?
Oh Mann.....:)
GeroSteiner schrieb am 25.06.2010 um 23:00
Stimmt. Ich habe schon richtig Mitleid. Dummes braunes Wasser mit Schwimmfahnen.
Achtermann schrieb am 26.06.2010 um 06:35
Trotz aller Bereitschaft, die ich hier gelesen habe, die bundesdeutsche Nationalmannschaft als Ausdruck migrationsfreundlicher Bevölkerungspolitik interpretieren zu wollen, möchte ich hinzufügend erwähnen, dass die Internationalisierung der Nationalmannschaften Synonym kommerzieller Interessen ist, die der Fußballweltverband in den vergangenen Jahren in die Wege leitete. Die einstmals ergänzenden internationalen Wettbewerbe der nationalen Meister und Pokalsieger wurden, um ein europäisches Beispiel zu nennen, zur Champions-League ausgebaut, die sich zur etablierten Liga mit enormen Einnahmemöglichkeiten entwickelte. Da wird im Verein mit den Medien ausschließlich auf Kommerz gesetzt, denn die Vermarktungsgesetze stehen an oberster Stelle. Die sog. Einkaufspolitik, bei der die Ware Fußballspieler weltweit von festangestellten Scouts für die Fußballclubs gesucht wird, ist einer der Hauptursachen, weshalb sich ausländische Fußballer für Nationalmannschaften ihrer Arbeitgeberländer anheuern lassen, da Status und eigene Vermarktungsmöglichkeiten - zumindest vorübergehend - steigen.
B.V. schrieb am 26.06.2010 um 13:13
Also ich kann mich mit diesem neuen Multikulti-Nationalismus ganz gut anfreunden. Sollen sich die NPD und die Anti-Deutschen, jeder auf seine Weise, ruhig weiter ärgern.
Achtermann schrieb am 26.06.2010 um 14:22
Ich hoffe, nachdem Du alles so schon zusammengerührt hast, dass Du zu Beginn eines jeden Spiels unserer Nationalmannschaft fahnenschwenkend beistehst und Deinen stimmlichen Beitrag beim Absingen der dt. Nationalhymne ablieferst während die öffentlich-rechtliche Fernsehkamera die zuschauenden Bierbäuche, über deren Wölbung die Nationalfarben sich spannen, ins deutsche Wohnzimmer holt.

Und darauf ein Budweiser. Coca-Cola, adidas, BP, McDonald's und andere Sponsoren des Fußballs danken ebenso.
B.V. schrieb am 30.06.2010 um 13:26
Mit "anfreunden" ist ja nicht gemeint alles GENAUS0 mitzumachen. Fahne habe ich nicht (nicht mal Alkoholfahne: trinke ein wenig Alster, Selter oder Ayran, davon aber viel).
Nationalhymne mitsingen geht auch nicht, bin einfach zu heiser: vom anfeuern und Tor schreien!
"Sponsoren des Fußballs danken ebenso."
Jo, Nike dürfte mir dankbar sein. :-)))
Wolfram Heinrich schrieb am 26.06.2010 um 13:48
HARRAS ...Jetzt wollen wir mal den ganzen Stiebel vergessen und so tun, als ob wir Menschen wären. Ja? Vergessen Sie bitte, daß ich Ihr General bin und daß wir verschiedene Ansichten haben und aus verschiedenen Fässern abgezogen sind - denken Sie einfach, wir wären beide in Zivil, und alte Freunde, und in dieselbe dusselige Schule gegangen. Können Sie sich das für fünf Minuten vorstellen?
HARTMANN Nein, Herr General.
HARRAS (seufzend) Ein guter Anfang. - Dann will ich's anders fassen. Wenn ich jetzt irgend etwas sagen oder fragen sollte, was mich nichts angeht, oder worüber Sie nicht reden wollen - dann sagen Sie einfach: Schnauze. - Werden Sie das tun?
HARTMANN (leicht lächelnd) Ich glaube kaum, Herr General.
HARRAS Sie sind ein schwieriger Junge. Mit Ihnen kann man nur Fraktur reden. Alsdann. Was ist mit der kleinen Mohrungen? Seid ihr ernstlich verkracht - oder ist es nur eine Kiste?
HARTMANN (unbewegt, mit einer fast maskenhaften Starrheit) Es ist aus, Herr General. Fräulein von Mohrungen hat die Verlobung gelöst. Das heißt - wir waren noch nicht offiziell verlobt. Aber - der Herr Präsident war einverstanden.
HARRAS So. Hm. Warum denn?
HARTMANN (stockend, aber immer im Ton eines militärischen Rapports) Wegen einer Unklarheit in meinem Stammbaum, Herr General. Meine Familie kommt nämlich vom Rhein. Mein Vater und Großvater waren Linienoffiziere - es besteht kein Verdacht einer jüdischen Blutmischung. Aber - eine meiner Urgroßmütter scheint vom Ausland gekommen zu sein. Man hat das öfters in rheinischen Familien. Sie ist unbestimmbar. Die Papiere sind einfach nicht aufzufinden.
HARRAS (hat sich auf die Lippen gebissen, brummt vor sich hin) So so. Daran liegt's. Da läuft so ein armer Junge mit einer unbestimmbaren Urgroßmutter herum. (In aufsteigender Wut.) Na, und was wissen Sie denn über die Seitensprünge der Frau Urgroßmutter? Die hat doch sicher keinen Ariernachweis verlangt. Oder - sind Sie womöglich gar ein Abkömmling von jenem Kreuzritter Hartmann, der in Jerusalem in eine Weinfirma eingeheiratet hat?
HARTMANN (sachlich) So weit greift die Rassenforschung nicht zurück, Herr General.
HARRAS Muß sie aber! Muß sie! Wenn schon - denn schon! Denken Sie doch - was kann da nicht alles vorgekommen sein in einer alten Familie. Vom Rhein - noch dazu. Vom Rhein. Von der großen Völkermühle. Von der Kelter Europas. (Ruhiger.) Und jetzt stellen Sie sich doch mal Ihre Ahnenreihe vor - seit Christi Geburt. Da war ein römischer Feldhauptmann, ein schwarzer Kerl, braun wie 'ne reife Olive, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Und dann kam ein jüdischer Gewürzhändler in die Familie, das war ein ernster Mensch, der ist noch vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet. - Und dann kam ein griechischer Arzt dazu, oder ein keltischer Legionär, ein Graubündner Landsknecht, ein schwedischer Reiter, ein Soldat Napoleons, ein desertierter Kosak, ein Schwarzwälder Flözer, ein wandernder Müllerbursch vom Elsaß, ein dicker Schiffer aus Holland, ein Magyar, ein Pandur, ein Offizier aus Wien, ein französischer Schauspieler, ein böhmischer Musikant - das hat alles am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen und gesungen und Kinder gezeugt -und - und der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven, und der Gutenberg, und der Matthias Grünewald, und - ach was, schau im Lexikon nach. Es waren die Besten, mein Lieber! Die Besten der Welt! Und warum? Weil sich die Völker dort vermischt haben. Vermischt - wie die Wasser aus Quellen und Bächen und Flüssen, damit sie zu einem, großen, lebendigen Strom zusammenrinnen. Vom Rhein - das heißt: vom Abendland. Das ist natürlicher Adel. Das ist Rasse. Seien Sie stolz darauf, Hartmann - und hängen Sie die Papiere Ihrer Großmutter in den Abtritt. Prost.
HARTMANN (unverändert, nur etwas trauriger) Fräulein von Mohrungen ihrerseits hat Nachweis über vier Generationen. Das genügt zur Eheschließungslizenz mit Waffen-SS und für jede Parteikarriere. Darunter wird sie nicht heiraten. Sie hat Ehrgeiz. Sie möchte nicht - in der zweiten Linie stehn.
HARRAS (ausbrechend, mir rotem Gesicht) Dann seien Sie doch froh, daß Sie die Schnepfe los sind! Und lassen Sie den Kopf nicht hängen - wegen so einer Gans! Verdammt noch mal. (Er haut auf den Tisch, unbeherrscht.) Die ist doch nichts als 'ne hohle Randverzierung, und so billig wie 'n angebissener Appel. Die is' doch keine Briefmarke wert. Die ist 'n Spaß für acht Tage Urlaub, bestenfalls. Der haut man den nackten Hintern mit der Reitpeitsche, damit sie 'n Andenken hat, und vergißt, wie sie heißt, eh man die Treppe runtergeht.

aus "Des Teufels General" von Carl Zuckmayer

Ciao
Wolfram
KalleWirsch schrieb am 26.06.2010 um 20:16
Und zum Schluss singen wir alle gemeinsam ein Lied. Eins, zwei, drei, vier...

Exilant schrieb am 27.06.2010 um 14:41
@goedzak: Ich habe vergessen zu schreiben, daß, keine Hamburger aus bestimmten Gründen von McDonalds zu essen, keine Ideologie ist, sondern ein Prinzip.
Es ist das gleiche Prinzip, wie wenn man beispielsweise keine Waren von LIDL oder Schlecker kauft, weil diese ihre Mitarbeiter ausbeuten bzw. überwachen oder keine "Müllermilch".Produkte kauft, weil der Inhaber ein Steuerflüchtling ist.
Dies alles hat mit Ideologie nichts zu tun.
Deshalb kann man auch keine Äquivalenz zur Nazi-Ideologie herstellen.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.06.2010 um 15:46
Gibt es eigentlich semi-offizielle Fußballmannschaften aller nicht verboteten Parteien in Parlamenten? Dann wüßte ich was: Pressesprecher als Linienrichter ...
Simon Pschorr schrieb am 29.06.2010 um 20:23
Eigentlich ist es schade, dass es sogar heute, wo der Bildungsstand in Deutschland so hoch ist wie nie, noch in höheren Parteikreisen solche einfach nur idiotischen Menschen gibt. Wie kann man sich nur in solche Widersprüche verstricken und dann meinen, man wird Ernst genommen?

Aber gut, ich darf nicht verallgemeinern, es handelt es sich ja "nur" um Nazis...

Simon Pschorr
helmut@unser-piostfach.de schrieb am 30.06.2010 um 10:13
Hallo Simon Pschorr, so hoch wie noch nie ? Wodurch denn, Du sehr viel Nachhilfe und Paukstudios. Jedes Jahr verlassen etwa 70.000 Schüler die Schulen ohne Abschluß. Waren es früher noch mehr ???
Alem Grabovac
Autor
Mitglied seit:
1 Jahr 36 Wochen
Zuletzt aktiv:
13.08.2010
Status:
Autor
Aktivität:
Beiträge: 20
Kommentare: 26
Logbuch
03:56
mcmac hat gerade einen Kommentar geschrieben.
03:56
weinsztein hat gerade einen Kommentar geschrieben.
03:39
Wolfram Heinrich hat gerade einen Kommentar geschrieben.
03:34
Joachim Petrick hat gerade einen Kommentar geschrieben.
03:34
Joachim Petrick hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Liebeshandlung - Eugenides

Berlinale

Freitag_Salon

PortletSalon_120216.png

Christoph von Marschall Was ist mit den Amis los? Herder Verlag 2012

260 Seiten. Gebunden.

18,99
 
Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben. 2012 steht in den USA im Zeichen des Präsidentschaftswahlkampfs und auch Europa schaut gespannt zu. Christoph von Marschall erklärt die unterschiedlichen politischen Kulturen dies- und jenseits des Atlantiks und entlarvt typische Vorurteile auf beiden Seiten >> mehr
Occupy

portlet_occupy.png

Rote Perlen

wir müssen reden

Augstein und Blome

IGEL

portlet_IGEL.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Anti-Terror-Zelle Kraftklub

Ausgabe 06/12
09.02.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_05_06.jpg

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG