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Zur derzeitig stattfindenden Vorverurteilung von Herrn zu Guttenberg und seiner Dissertationsschrift sowie der Behandlung der Sache durch die Medien seien mir folgende Anmerkungen gestattet:
1. Wie es nicht zulässig ist, einen beispielsweise online auffindbaren Text unmarkiert und ohne Quellenangabe in die eigene Arbeit zu übernehmen, ist ebenso unmöglich durch zusammengesuchtes Material (wie bei GuttenPlag Wiki) Plagiate zu beweisen, wovon fast überall die Rede ist. Dazu benötigt man, genau wie beim Anfertigen der Arbeit selbst, die originalen Quellen und im Falle des Vergleichs die originale Dissertationsschrift. Derzeit können Verdachtsmomente geäußert werden, der schwerwiegende Verdacht auf eine "zusammenkopierte" Dissertation kann jedoch nicht mit anderen "zusammenkopierten" scheinbaren Beweisen erbracht werden
2. Es ist von Amtsmissbrauch die Rede, wobei sich diese Vermutung auf das Nutzen einer Ausarbeitung des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages bezieht. Mehrfach wurde in den großen Medien behauptet, die Quelle sei nicht angegeben und der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages sei missbraucht worden für private Zwecke. In den Kopien der von Herrn zu Guttenberg publizierten Dissertation ist die Quelle sehr wohl angegeben! Die Anschuldigung des missbräuchlich bemühten wissenschaftlichen Dienstes wird sich problemlos entkräftigen lassen, durch die Angabe, dass sie Ausarbeitung primär für die Funktion als MdB Verwendung fand, darüber hinaus auch in der Dissertation zitiert wurde. Dass in der Dissertation die Anführungszeichen fehlen sollen ist ein begründeter Vorwurf, doch ist bei dieser wissenschaftlich dann als ungründlich oder schlecht zu bezeichnenden Arbeit eine vorsätzliche Täuschung sehr unwahrscheinlich. Diese wäre jedoch nötig, um im Nachhinein die Doktorwürde in Frage zu stellen. Zum weiteren liegt der Originaltext bis heute nicht vor, so dass es sich bei dem Vorwurf der wörtlichen Übernahme, welche eine Markierung benötigen würde, nur um eine Vermutung handelt.
3. Dass von Herrn zu Guttenberg angegeben wurde, er verzichte bis zur Klärung der Sachverhalte auf das Führen des Titels, ist völlig normaler und praktikabler Vorgang. Entgegen der Behauptung von Herrn Karl Lauterbach (20.2.2011, Anne Will, ARD) ist der Doktortitel kein Namensbestandteil, muss nicht in den Ausweispapieren stehen, muss nicht verwendet werden und es besteht kein Anspruch darauf, damit angeredet zu werden. Viele meiner (promovierten) Kollegen verzichten auf das Führen Ihres Doktortitels, dies ist nichts weiter als eine Geschmacksfrage. Die sich ständig wiederholenden Mediendebatten mit der Aussage "Ein Doktortitel könne nicht 'ruhen'" sind wirklich unerträglich.
Vielen Dank für kontroverse Kommentare!
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In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen Artikel von Katrin Schuster verweisen: Journalismus heißt jetzt Jagd.
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Und ich auf die Rezension von Andreas Fischer-Lescano, von der alles ausging und die online abrufbar ist: www.kj.nomos.de/fileadmin/kj/doc/zu_guttenberg.pdf
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Ich habe eine dunkle Vision.
In ein paar Wochen wird "belegt" das Guttenberg unschuldig ist. Dann wird auf diese Unmenge von hämischen Artikeln und Kommentaren zurückerinnert. Und am Ende geht Guttenberg als Gewinner aus der Geschichte hervor. Das schmeckt wie geplant... |
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Sehr richtiger Einwand! Deshalb empfehle ich, egal ob pro oder contra Guttenberg, nur Dinge zu behaupten, die in jedem Fall haltbar sind.
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schrieb am
21.02.2011 um 18:05
Ähmm wie soll denn dieser Beleg für seine Unschuld aussehen???
Ich kann mir nicht vorstellen das sich die Öffentlichkeit oder die Uni so für dumm verkaufen lässt. |
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Der "Beleg" ist ja nicht ohne Grund in Ausrufezeichen.
Maike Hank`s Link spricht ja schon von weitverbreiteten irrationalen Schutzverhalten der Guttenbergschen Freunde,und wenn auch nicht seine "Unschuld", so doch die extreme "radikalität" des "Anti Guttenberg Progroms". Sehen wir uns einfach an was in den nächsten Wochen so passiert. Irgendwas sagt mir das Guttenberg einen Nutzen aus der Geschichte ziehen wird, mit oder ohne Unschuld. |
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Hallo Mandelbrot! "Unschuldig" wäre Herr Guttenberg, wenn sich für die Fehler (wie fehlende Anführungszeichen, fehlende Fußnoten) kein Vorsatz nachweisen lässt, da dies Bedingung ist, um jemandem im Nachhinein die Doktorwürde abzuerkennen. Die Beweislast liegt jetzt auf Seite der Gutachter, während Herr zu Guttenberg vor Abschluss des Promotionsverfahrens in der Beweispflicht gewesen wäre, nachzuweisen, dass die Inhalte aus seiner Feder stammen.
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schrieb am
21.02.2011 um 18:43
@ abghoul
Achso. Jetzt verstehe ich wie sie es meinen :-). @ Alexander K Also bei aller Liebe, aber das ist doch eine Verdrehung der Sachlage! Allein die Tatsache das inzwischen auf über 70% der Seiten der Ausarbeitung kopierte Stellen gefunden wurden sind spricht ja wohl für sich. Sollte seine Doktorarbeit nur aus Zitaten bestehen? Selbst wenn man keinen Vorsatz unterstellen würde, was schon reichlich schwerfällt, bliebe immer noch die Feststellung das bei sovielen vergessenen Anführungszeichen und fehlenden Fußnoten sehr sehr schlampig gearbeitet wurde. Die Doktorarbeit würde dann nichteinmal einfachsten wissentschaftlichen Kriterien genügen. Ich bin selber Student, alles andere als ein Aberkennen der Doktorarbeit wäre ein Schlag ins Gesicht für den gesamten Wissentschaftsbetrieb in Deutschland. Und das hat auch nichts mit Vorverurteilung zu tun; Vorverurteilung wäre es wenn "irgendwer" die Anschuldigungen in den Raum stellt und es dafür keine Beweise gibt. Die Beweise kann man aber auf zig Seiten nachlesen. |
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Heute 20:15 läuft in der ARD die Aufzeichnung der Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst mit der Rede des Bruders. Soll lustig werden, freut sich die SZ.
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1) Bei der Sammlung "GuttenPlag Wiki" handelst es sich nicht um einen Vorverurteilung sondern um einen öffentliche Sammlung von Nachweisen zu bin Guttenberggs Dissertation unbelegten texten. Da diese jetzt öffentlich mit WQuelle belegt werden, steht es jedem als Quelle belegtem Autor frei dem zu widersprechen, oder eigenen Ansprüche geltend zu machen. Zudem kann die Scientific Community jederzeit Gegenschecks vornehmen.
Wie Herr Alexander K stellen sie sich eigentlich anders demokratische Öffentlichkleit und Evaluierung Wissenschaftlichen Schrifttums vor? - So wie Herr zu Guttenberg dies handhabt? 2) Gerade weil es so ist, dass das "Führen" des Doktorgrades - nicht "Titels" - Privatsache ist, ist es substanzlos, ob Herr zu Guttenberg ihn "öffentlich führt" oder verschweigt. "Ruhen lassen" jedenfalls kann er ihn von sich aus sowieso nicht, das ist juristisch gar nicht möglich; er könnte ihn höchstens entweder zurückgeben, oder aberkannt bekommen. Dass zu Guttenbergr glaubt, mit der Pseudohandlung "Ruhen lassen" seiner öffentlichen Reputation jetzt einen Dienst zu leisten, zeugt nur von seinem gedankenlosen, bzw. berechnendem Umgang mit wissenschaftlicher Seriosität. |
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Danke für die Hinweise! Zu Ihrem 2. Punkt - da haben Sie recht, dass er ihn nicht führt ist seine Sache, es bewirkt rein gar nichts. Jedoch die Debatte um das "Ruhen Lassen" kam nicht von ihm, sondern von den Medienvertretern.
Ich habe nichts gegen GuttenPlag - im Gegenteil. Es ersetzt nur den offiziellen Weg in keiner Weise... |
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Herr Guttenberg wird durch diese "Diskussion" hindurchsegeln, mit oder ohne Doktortitel. Wenn die Uni Bayreuth (Übrigens: auch der Doktorvater/die Doktormutter sowie der gesamte Prüfungsausschuss sollten zumindest ein wenig, wenn nicht äußerst, peinlich berührt sein.) ihm den Titel aberkennt: who cares? Frau Merkel jedenfalls nicht. Wäre ich sein PR Berater, würde ich ihm raten, sich als Mann des Volkes zu inszenieren, der solchen akademischen Firlefanz nicht nötig hat. Müsste doch irgendwie gehen.
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Guttenberg?
War das nicht kurzfristig ein Kriegsminister und angehender BILD-Kanzlerkandidat, der dann als Hochstapler entlarvt wurde? Wer erinnert sich nicht an seine öffentliche Rücktrittserklärung: “Denn Dreinstolpern war nie meine Art, eine ernste Sache in Angriff zu nehmen; vielmehr habe ich stets dafür gehalten, dass ich gerade mit dem äußerstem, der gemeinen Menge unglaubhaftesten Wagemut kühlste Besonnenheit und zarteste Vorsicht zu verbinden habe, damit das Ende nicht Niederlage, Schande und Gelächter sei, und bin gut damit gefahren.“ |
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Guttenberg ist ein Sicherheitsproblem. Er hat mehrere male die Öffentlichkeit getäuscht. Ein Verteidigungsminister muss 100%ig vertrauenswürdig sein – alles andere wäre einfach nur absurd.
Auch den Bundeswehrsoldaten in Afghanistan werden Zweifel ob der Glaubwürdigkeit Guttenbergs kommen..... Was hat Guttenberg den Soldaten eigentlich erzählt, wofür sie töten und ihr Leben riskieren sollen? Guttenberg sollte so schnell wie möglich sein Ministeramt und Abgeordnetenmandat niederlegen. Das reichte eigentlich schon für einen Rücktritt: Nicht nur der Doktorand zu Guttenberg pflegte einen freihändigen Umgang mit den Fakten. Auch der Minister nahm es mit der Wahrheit nicht immer so ganz genau..... |
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Interessant ist das "momentum". Jetzt - schreibt Spiegel-Online - will er seinen Doktor zurückgeben. Aber das Geschehen hat seine Eigendynamik, der Guttnbg mindestens eine Woche hinterherhinkt, und da findet er nicht raus. Außerdem ist der Schaden längst angerichtet, und ob er nun zurücktritt oder bleibt, das ist wohl fast nachrangig. Ein Rücktritt dürfte für die Regierung genauso katastrophal sein wie ein Verbleiben im Amt.
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getroffen, 13.
Ein Rücktritt dürfte für die Regierung genauso katastrophal sein wie ein Verbleiben im Amt. das macht den krimi ktg weiterhin spannend. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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