Alexander Wragge

Blog von Alexander Wragge

09.03.2009 | 12:08

Die Mosaiksteine sind auf dem Weg

Attac hat es geschafft, den Kapitalismus offen und kontrovers zur Debatte zu stellen. Nach Abschluss des Kapitalismus-Kongresses will das Netzwerk Analysen, Fragen und Alternativen zum bestehenden System in die Gesellschaft tragen. Eine große Einheit der Ideen und Akteure wurde nicht erkennbar - und ist für viele auch nicht der Anspruch.

Persönliche Politisierung

Aufbruchstimmung nach drei Tagen Kapitalismus-Kongress? Wolfgang Brahmann winkt ab. Der Duisburger attac-Aktivist referiert im Nieselregen vor der TU Berlin lieber über die Spaltung im Netzwerk - "zwischen denen, die wie Helmut Schmidt nur ein paar Leitplanken und Ampeln im internationalen Kapitalverkehr aufstellen möchten, und denen, die über den Kapitalismus hinaus wollen." So ein Kongress sei halt eine "bunte Melange aus Leuten mit unterschiedlichen Erwartungen." Brahmanns größte Enttäuschung: Kongressteilnehmer, die nur in die "kuschelige Zeit von Willy Brandt" zurück wollen. "Das wäre ein Rückschritt um 30 Jahre, und dann geht die ganze Sch... von vorne los."

Was nach Resignation klingt, hält Brahmann nicht davon ab, weiter zu denken. Als ich ihn das nächste Mal sehe, diskutiert er schon wieder eindringlich in einer Gruppe von fünf Leuten - diesmal über die "Mondragón Corporación Cooperativa", die weltgrößte Genossenschaft mit Sitz im Baskenland.

Im Audimax,  kurz vor Beginn des Abschlusspodiums, bekennt jemand seine Euphorie. Meine Sitznachbarin erklärt: "Ich nehme die Idee mit, dass ein neue Gesellschaft möglich ist, das ist sehr viel." Vielleicht seien die diskutierten Alternativen zum bestehenden System schwer durchsetzbar, aber: "die Vielfalt der Ansätze hat gezeigt, dass wir nicht alle am Ende sind."  Ihrem Bekanntenkreis, der attac größtenteils nicht kennt, will sie demnächst von den Möglichkeiten eines keynsianisches Wirtschaftssystems berichten.

Sollten viele Bekanntenkreise ab Montag über baskische Genossenschaften, Keynes und die Systemfrage diskutieren, wäre der oft geäußerte Graswurzel-Gedanke des Kongresses aufgegangen.

Abschluss-Podium: Meterhoher Schnee, die Mosaik-Linke und laute Fragen
 
Als erste Rednerin markiert Frigga Haug, marxistisch-feministische Soziologin und Philosophin aus dem wissenschaftlichen Beirat von attac, die Trennung zwischen Kongress und Bevölkerung. Die Stimmung in der TU Berlin habe sie an die 68er Zeit erinnert. Bei den Menschen draußen herrsche dagegen trotz der Krise eine „ungeheure Lähmung und Apathie.“ Wie eine meterhohe Schneedecke habe sich ein tiefer Schlaf über Deutschland gelegt. Die Jahre des Neoliberalismus hätten zu Vereinzelung, Desolidarisierung und Angst geführt. Frigga Haug plädiert für eine Mobilisierung der „Demokratie von unten“. Eine Politik von oben interessiere sie nicht, entsprechende Ansätze beunruhigten sie. Applaus und Gelächter kommt aus dem Plenum als Haug eine Gesellschaft fordert, die „Männern die Möglichkeit gibt, sich als soziale Wesen zu entfalten.“

Hans-Jürgen Urban, Politologe und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, beginnt mit einem Paradox. Das linke Spektrum habe die derzeitige Situation vorhergesagt, sei aber weder vom Konzept noch von den Akteuren her auf die Krise vorbereitet. „Jetzt haben wir Recht bekommen und die Linke steht ratlos da.“ Die Gewerkschaften seien in eine Defensiv-Positition geraten, weil sie verlernt hätten „Kapitalismus kritisch“ zu denken.

Die Selbstkritik trifft auf großen Beifall. Laut geklatscht wird auch als Urban „Bündnisfähigkeit“ anmahnt. „Was wir uns nicht leisten können, sind die alten Spielchen nach dem Motto: Rufst du nicht zu meiner Demo auf, ruf ich nicht zu deiner auf.“ Hintergrund ist der Streit darum, dass die Gewerkschaft Verdi seine Mitglieder nicht offiziell zur attac-Demonstration am 28. März mobilisiert. Verdi will sich stattdessen auf die Demonstration der europäischen Gewerkschaften am 16. Mai konzentrieren. Hans-Jürgen Urban forderte das Plenum auf, an beiden Tagen auf die Strasse zu gehen.

Das politisch stark fragmentierte Netzwerk attac bezeichnet Urban als "Mosaik-Linke". Das Mosaik sei ein „künstliches Produkt" und "als Ganzes schön“. Wie verschieden die Teile des Mosaiks sind, beweist Urban sogleich selbst in der Auseinandersetzung mit Heiner Geißler (CDU). Unter lauten Pfiffen fordert Geißler eine Rückbesinnung auf die soziale Marktwirtschaft und ihre ethischen Grundlagen christlicher Prägung. Urbans Antwort „Wir schmeißen die Illusionen der sozialen Marktwirtschaft über Bord!“ Stattdessen fordert Urban eine „Mixed Economy“ mit unterschiedlichen Formen des Eigentums. Hier stehe man am  Anfang der Debatte, müsse aber den Begriff „soziale Marktwirtschaft“ hinter sich lassen.

Heiner Geißler, den die vielen Pfiffe aus dem Plenum kaum anzufechten scheinen („Wir sind doch  alle beieinander“), ruft attac auf, mehr Propaganda zu machen. Es brauche ein Konzept, um die  Bevölkerung zu mobilisieren. Geißler schlägt unter anderem vor, die Schließung von Steuer-Oasen und eine internationale Börsen-Umsatzsteuer zu fordern. „Wir dürfen uns doch nicht zu Tode analysieren und…“ – der Satz geht in einem Pfeifkonzert unter.

Den Vorwurf der Konzeptlosigkeit will Jutta Sundermann, freie Journalistin und Mitbegründerin von attac Deutschland, nicht stehen lassen und verweist auf die Abschlusserklärung des Kongresses (www.attac.de). Außerdem sagt Sundermann: „Wir sind nicht die, die bis übermorgen einen fertigen Masterplan zur Lösung der Finanzkrise vorzulegen haben.“  Aber: „Wir stellen unsere Fragen ganz laut“.
 
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Kommentare
Knilch schrieb am 09.03.2009 um 23:08
Schön, dass Du das geschrieben hast. Ich war schon ganz vom (dünnen) Medienecho heute enttäuscht. Die Berliner Zeitung hat einen Artikel geschrieben, der glauben macht, dieser Kongress wäre nur ein netter kleiner Versuch von ambitionierten, aber leider völlig konzeptlosen jungen Leuten gewesen. Die Massen hätten gejubelt, als Geißler zu mehr Aktivität und Konzeption aufrief. Da wollte wohl einer die Pfiffe nicht hören.

Diese Dinge fand ich beim Abschlußplenum bemerkenswert:

- Geißler sprach von einer großen Angst der Bevölkerung, einer Unsicherheit wegen den Unwägbarkeiten der Krise. Mein psychologisch sensibles Ohr hörte die Angst aber aus seinem eigenen Herzen wimmern. Genau diese Ex-Elite der katholischen Sozialethik fürchtet sich vor allem, was eine (sogenannte) soziale Marktwirtschaft transzendiert. Zurecht rief meine Sitznachbarin, dass diese soziale Marktwirtschaft sich das Soziale nur leisten konnte, da auch zu der Zeit der 50er und 60er Jahre d.l.Jh. ärmere Länder ausgebeutet wurden. Doch beruhigte ich sie und sagte: Lass ihn doch diese soziale Marktwirtschaft zurückwünschen - er wird sie nicht bekommen, da das die Ausgebeuteten nicht mehr zulassen werden. Jedenfalls war es ernüchternd, den ängstlichen Hund bellen zu hören.

- Das Bekenntnis Urbans, die Illusion der soz. Marktwirtschaft überwinden zu wollen, war ja programmatisch. Ich hoffe, die Gewerkschaften werden auf diese Äußerung festgenagelt. Denn, mit Marx: "die Forderung, eine Illusion über einen Zustand aufzugeben, ist immer die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der dieser Illusion bedarf."

- Mosaik-Linke ist ein guter Begriff: zunächst meinte ich, dass dies eine recht zynische Umdeutung für "Spaltung der Linken" ist - aber es ist ein hoffnungsvoller Begriff - so wie auch (das von einem anderen Plenum) die Idee, den Postneoliberalismus herbeizureden. Konstruktivistisch ist beides: mal sehen, was diese Begrifflichkeiten mit uns machen...

- Sundermann hatte ich eher so verstanden, dass es eventuell auch gut ist, k e i n festes (starres) Konzept in der Schublade zu haben - wir sind eher eine Bewegung, die sich gründet und konzeptualisiert, indem sie sich bewegt...

...soweit

Ein guter Kongress! Und vielen Dank für diesen Blog, Alexander!
Alexander Wragge schrieb am 10.03.2009 um 00:14
Danke für die weiteren Eindrücke/Erklärungen/Ergänzungen. Kurz zum Schluss, die Gedankenfigur der "Bewegung" von Jutta Sundermann ist wirklich interessant. Ich bekomme sie aber noch immer nicht richtig formuliert.
Der Druck ein festes Konzept - eine Power-Point-Präsentation - zu haben, ist natürlich groß, ein "Suchmodus" auch medial nur schwer vermittelbar. Alle stürzen sich dann lieber auf Grabenkämpfe (Gewerkschaften vs. attac) oder erklären ausgerechnet Heiner Geißler zum "Hauptredner".

Apropos Geißler, attac ist alles andere als eine Partei, aber seine Forderung nach "Propaganda" (politisch unkorrektes Nazi-Wort) ist zumindest zu diskutieren. Eine kurze, neutral und konkret gehaltene Forderungs-Liste würde vielleicht viele "Bürgerliche" für Demos mobilisieren.
Auf dem aktuellen Demo-Flyer findet sich Vokabular, was bestimmt viele abschreckt. Es ist zum Beispiel von den "Herrschenden" die Rede. Selbst wenn die Wut auf die Entscheidungsträger groß und verständlich ist, sie sind in Deutschland alle demokratisch gewählt. Und ich empfinde mich auch nicht als von der Regierung oder von Bankern "beherrscht" wie von Kaisern und Königen. Etwas mehr Nüchternheit könnte den Parteien vielleicht mehr Mosaik-Steine in den Weg legen, mit denen sie sich auseinander setzen müssen.

Noch ganz kurz: Im Radio wurde heute Italien vorgeworfen, es sei einfach nicht fit für den globalen Wettbewerb. Da musste ich Lachen und an Flassbeck denken: Italien hat also alles richtig gemacht.
I.D.A. Liszt schrieb am 10.03.2009 um 00:59
Zum Kommentar Alexander Wragges auf den Kommentar Knilchs:

Seit wann ist denn "Propaganda" ein politisch unkorrektes Nazi-Wort? Wer hat denn diese Kategorisierung vorgenommen? Und Mund-Propaganda heißt dementsprechend, dass man Nazis küssen will?
Außerdem: Wenn "Propaganda" ein politisch unkorrektes Nazi-Wort sein soll, was ist dann, bitteschön "Bewegung"? Und ist der "Führerschein" dann nicht auch politisch unkorrekt?

Zum Thema "Herschende":
Die Leibeigenen in der Feudalgesellschaft haben sich bestimmt nicht beherrscht gefühlt oder ihre Lehnsherren als Herrschende empfunden. Vielmehr waren sie der Ansicht, von Gott an den ihnen zukommenden Platz gesetzt worden zu sein, wo sie von einem anderen, den Gott an den ihm zukommenden Platz gesetzt hatte, beschützt und gelenkt wurden.

Manchmal sollte man schon mal eher ein wenig nachdenken, als vorschnell ungereimtes Zeug von sich zu geben, sei es auch noch so gut gemeint.
Alexander Wragge schrieb am 10.03.2009 um 11:16
Hallo,
das mit dem politisch Unkorrekten ist so eine Sache. Ich hatte mal eine lange Diskussion, als ich selbst das Wort Propaganda benutzt habe, jemand fühlte sich ernsthaft verletzt. Man kann drüber lachen oder sensibel werden, Sprache nicht ganz so ernst nehmen oder eben doch.
Ist Porpaganda neutral konnotiert? Es war vielleicht Heiner Geißlers Absicht, zu provozieren, damit er gehört und diskutiert wird. Hat funktioniert.

Bei dem "Herrschende" bin ich noch nicht überzeugt. Das Wort macht Emanzipation und Selbstbestimmung gedanklich rückgängig, oder? Und: Leibeigene konnten nicht wählen gehen. Ich sehe da einen fundamentalen Unterschied zu uns heute. Beweisen Sie mir das Gegenteil.

Das mit dem gut gemeinten, vorschnellen, ungereimten Zeug - wirkt auf mich eher autoritär als diskussionsfreudig.
I.D.A. Liszt schrieb am 10.03.2009 um 12:12
SIe scheinen meinen Kommentar nicht genau gelesen zu haben, denn sonst wäre Ihnen aufgefallen, dass ich mein Augenmerk auf das Wort "Bewegung" gelegt habe. Dieses Wort, lieber Herr Wragge, hat sehr viel mehr mit Nationalsozialismuns zu tun als "Propaganda".
Ich persönlich habe eine tiefe Abneigung gegen jegliche politische Bewegung, eben genau aus dem Gund, dass diese Bewegungen sich irgendwann unter der Führung der alles besser Wissenden selbständig machen und die bewegungsfreudige Naivität der Anhänger ausnutzen. Und in genau jenem Moment werden die Naiven zu Beherrschten und die Schlauen zu Herrschenden. Beispiele gibt es in der Geschichte genug, auch in der jüngeren.
Bewegungen sind suspekter als Propaganda, weil sie so nett daherkommen. Bei der Propaganda weiß man, woran man ist: Eine Meinung oder Information soll verbreitet werden. Bei Bewegungen denkt man immer so an etwas Neues, Frisches, Unkonventionelles. Das ist doch süß, oder? Vorsicht! Der Nationalsozialismus war auch einmal eine neue, frische, unkonventionelle Bewegung. Ich erinnere an München, das in jener Zeit als "Hauptstadt der Bewegung" galt. Na, welche Bewegung war wohl gemeint?
So viel zum sensiblen oder ernsten Umgang mit der deutschen Sprache.
I.D.A. Liszt schrieb am 10.03.2009 um 12:58
Um fortzufahren: Das Wort "Bewegung" benutzen Sie unkommentiert. Warum kommentieren Sie das nicht, wenn es doch offensichtlich ein Nazi-Wort ist, wie ich in meinem voraufgegangenen Kommentar gezeigt habe?
Noch einmal zum ungereimtenZeug:
Dazu gehört besonders, dass Sie mir hier als Begründung, warum das Wort "Propaganda" ein "Nazi-Wort" sei, anführen, dass Sie einmal eine lange Diskussion mit jemandem geführt hätten, der sich duch den Gebrauch des Wortes verletzt gefühlt habe. Entschuldigen Sie bitte meine "autoritäre" Denk- und Ausdrucksweise, doch jemand, der sich durch den Gebrauch des Wortes "Propagande" verletzt fühlt, wahrscheinlich weil es auch von den Nationalsozialisten verwendet wurde, ist, wenn nicht psychisch äußerst labil, so doch zumindest kindisch. Und jemand, der sich mit so jemanden in einer langen Diskussion auseinandersetzt, ist selbst schuld, wenn man ihn als nicht minder kindisch einschätzt.
Darüber hinaus scheinen Sie lange Diskutiererei über den politsch korrekten Gebauch eines solchen, an sich politsch neutralen Wortes, für sprachlich sensibel zu halten.
Wahrscheinlich ist es auch sprachlich sensibel, dass man politisch korrekt nicht mehr von "Negerküssen", sondern von "Schaumküssen" spricht. Und nicht wenige der sprachlich ach so Sensibilisierten gehen dann nicht "Fidschis klatschen", sondern wahrscheinlich "suchen sie die Auseinanandersetzung mit Menschen mit asiatischem Miigrationshintergrund".
Schöne neue Welt!
I.D.A. Liszt schrieb am 10.03.2009 um 13:35
Und nun zu dem Begriff der "Herrschenden", Herr Wragge: Hier verdrehen Sie die Tatsachen. Inwiefern, bittesehr, macht dieser Begriff "Emanzipation und Selbstbestimmung gedanklich rückgängig"? Dieser Begriff wurde einmal gerade dafür gebraucht, um die politischen Strukturen deutlich zu machen, und wenn man über das Wort nachdenkt und es in einen politischen Kontext stellt, macht es einem die politischen Strukturen ziemlich klar. Nur Ihnen nicht, Herr Wragge.
Denn Sie können ja wählen gehen und gehören deswegen nicht zu den Beherrschten. Hat schon einmal das Kreuzchen, das Sie alle vier oder fünf Jahre machen dürfen, etwas an den politischen, sozialen usw. Zuständen hierzulande geändert? Ferner ersetzt der Ausdruck "die Herrschenden" den aus der Mode gekommenen Ausdruck "die herrschende Klasse". An den politischen Zuständen hat sich allerdings durch die Verwendung eines anderen Ausdrucks, durch die in regelmäßigen Abständen gemalten Kreuzchen der Wahlberechtigen, noch nichts geändert. Es wird sich auch nichts ändern, so lange es noch Menschen gibt, die glauben, sie hätten eine Wahl, weil sie zur Wahl gehen dürfen.
Etwas zum Nachdenken: "Wenn Wahlen das System verändern könnten, wären sie verboten." Schon mal gehört? Aber über so etwas Profanes spricht man wohl nicht auf der Kapitalismuskonferenz, denn das ist bestimmt eine Konferenz des Kapialismus, auf der immer hübsch polisch korrekt und sprachlich sensibel geschaumschlägert wird ohne die herrschende Klasse beim Namen zu nennen, und auf der Menschen, die (aufgrund ihrer politischen Zugehörigkeit oder ihrer Wortwahl) nicht ganz in das Mainstream-Spektrum passen, wie Herr Geißler, ausgebuht werden. Siehe oben: Bewegungen und Intoleranz.
I.D.A. Liszt schrieb am 10.03.2009 um 13:36
Um endlich zum Abschluss zu kommen. Herr Wragge, Sie verwenden hier diverse Totschlagbegriffe. Wenn ich Sie mit einem geschichtlichen Beispiel darauf aufmerksam zu machen versuche, was der Begriff "Herrschende" impliziert, wird der Begriff sogleich (fälschlicherweise, s.o.) in die antiemnzipatorische Ecke gestellt; die Verteidigung des Wortes "Propaganda" wird sogleich mit sprachlicher Insensibilität und Unernst gleichgestellt; und wer Sie mit der Nase auf das ungereimte Zeug stößt, das Sie von sich geben, ist autoritär und nicht diskussionsfreudig.
Danke. Ich verstehe schon, welcher Geist aus Ihrem Kommentar weht - der der Bewegungen, politisch korrekt und sprachlich sensibel bis zum Umfallen, aber zum Umfallen der anderen, die eine unterschiedliche Position vertreten (siehe Heiner Geißlers Bahandlung auf der sprachlich sensiblen und politisch korrekten Konferenz; vgl auch Bewegungen und Toleranz, s.o.).
Herr Wragge, ist Ihnen der Begriff der Polemik geläufig? Meine Kommentare betrachte ich als eine solche. Polemiken sind leider nicht immer politisch korrekt, dennoch sind sie diskussionsfreudig. Ich hoffe, Her Wragge, dass ich Ihnen meine Diskussionsfreude mit den letzten drei Kommentaren beweisen konnte, in deren Sinne ich Ihnen auch noch einmal nahelegen möchte , dass Sie künftig nicht nur ein wenig, sondern viel nachdenken, damit Sie nicht vorschnell ungereimtes Zeug von sich geben.
Freundlichst,
I.D.A. Liszt
Alexander Wragge schrieb am 10.03.2009 um 18:16
Nur ganz kurz: ich antworte später noch.
Dirk de Pol schrieb am 08.05.2009 um 09:07
Schöner Beitrag. Dürfen wir hier noch mehr erwarten oder bloggst du noch wo anders?
Alexander Wragge
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David Graeber Schulden. Die ersten 5000 Jahre Klett-Cotta 2012

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