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Das Unwort des Jahres ist, laut Pressemitteilung des Instituts für Sprach- und Literaturwissenschaft von heute, „Dönermorde“. Dem kann ich gut zustimmen, ich fand auch, dass diese Verharmlosung einer Mordserie lange genug gedauert hat. Eine Mordserie, der weder Döner zum Opfer fielen noch als Mordwaffe benutzt wurden, wie es jemand zusammenfasst.
Jedoch, erst mit dem Tod der zwei Haupttatverdächtigen und ihrer hinterlassenen Geständnisse kam die Einsicht über die Widerlichkeit dieser Bezeichnung. Zuvor, seit mehreren Jahren, war dieser Begriff sowie die Bezeichnung einer Ermittler-Gruppe als „SoKo Istanbul“ kommentarlos hingenommen und von der Presse teils mitbegründet, teils weiterverwendet worden.
Die Auswahl zum Unwort des Jahres ist daher in meinen Augen ein wenig dem sich bildenden schlechten Gewissen geschuldet. Hätte ich die Verwendung im letzten Jahr gerügt, hätte es vielleicht wieder geheißen, „stell’ dich nicht so an“, „sei doch nicht so empfindlich“ – oder: „blöde PC“.
Sprache – die Einstellung, die sie erzeugen kann, die Gewalt, die mit Sprachgebrauch ausgeübt wird, die Herrschafts-(sic!)Ansprüche, die durch sie begründet werden, ist ein interessantes Thema. Wer bestimmt, wer was sagen darf, wer darf – und kann – sich dagegen wehren?
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@ Alien59
Danke für die Info. Ich liefere hier als "Dankeschön" mal das Wort des Jahres: www.gfds.de/index.php?id=11Stesstest. Die Sprachwelt ist also bunt (nun könne man sich Gedanken machen, ob bunt genug .....) Das ganze ist meine Reflex: warum negativ, warum nicht positiv geschuldet. So positiv find ich aber das Wort des Jahres nicht. Die Auswahl von Sprache bzw. der Sprachgebrauch ist ohne Frage ein interessantes Thema. Feinen Resttag noch Christiane |
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Das Thema Sprache/Sprachgebrauch/PC lief ja nun seit ein paar Tagen in einem anderen thread - insofern wollte ich das Unwort in einen breiteren Kontext stellen.
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Aus der Begründung: [...]Ähnlich wie der meist ebenfalls in diffamierender Absicht gebrauchte Ausdruck Wutbürger widerspricht der abwertend verwendete Ausdruck Gutmensch Grundprinzipien der Demokratie[...]
Vielleicht können sich das mal einige derer aus den Schreibstuben hinter die Ohren kritzeln. "Gutmensch" schaffte es auf Platz 2. |
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Hätte ich vielleicht noch erwähnen können - aber die "Gutmensch"-Diskussion wäre noch eine ganz andere.
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Die Wahl ist leider eine sehr sehr gute. Die Tatsache, dass das Wort "Dönermorde" nicht nur von der Jury "ausgezeichnet" wurde, sondern außerdem der häufigste eingereichte Vorschlag ist, spricht für die häufig unterschätzte Bewertungskompetenz der Bevölkerung.
Unberücksicht werden darf bei der Würdigung der Entscheidnung jedoch nicht die meiner Meinung nach starke Konkurrenz: "Gutmensch" und "marktkonforme Demokratie"! Beide hätten die Auszeichnung wahrlich verdient. Der "Gutmensch" als "Kampfbegriff gegen Andersdenkende" (wie es in der Pressemitteilung heißt) ist eine Diffamierung sondergleichen die im Gewand des pragmatischen Realisten daherkommt, im Grunde aber den Inhumanismus bzw. die Unreflektiertheit des Verwenders offenbart. Zum dritten Platz braucht es bloß noch ein Zitat von Pelzig: "Ich frage, ob ihr [Angela Merkel] statt einer marktkonformen Demokratie schon mal ein demokratiekonformer Markt ins Hirn gekommen ist." Viel Dank für den Beitrag und Hinweis. |
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"Wer bestimmt, wer was sagen darf, wer darf – und kann – sich dagegen wehren?"
Die Antwort ist aus meiner Sicht relativ einfach: Wir! Es liegt an mir, bestimmte Begriffe nicht zu verwenden und ihre Verwendung durch andere zu unterbinden (wenn möglich) oder aber zu thematisieren. Ja, gut, die oben genannten Kommentare muss ich ertragen. Aber das ist es mir auch wert. Auch wenn mir natürlich klar ist, dass bestimmte Begriffe nur dann vermieden werden, wenn ich dabei bin - es ist ein erster Schritt. Zum anderen setze ich ja auch durch meinen Sprachgebrauch möglicherweise ein Zeichen. Allein durch die Verwendung bestimmter Begriffe werden diese auch öffentlich. Sprache bildet Bewusstsein, aber es geht auch umgekehrt - das ist unsere Chance! |
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Was heißt es einen Begriff zu verwenden?
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Ein gutes Beispiel (auch wenn es mir inhaltlich nicht gefällt) ist "alternativlos".
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@ Ian Bellyn
Ian Bellyn schrieb am 17.01.2012 um 14:01 “Was heißt es einen Begriff zu verwenden?“ Vielleicht ist ja zunächst die Frage zu klären, was den überhaupt ein Begriff ist. Eine individualisierte Vorstellung ist ein als Wort gefaßter Begriff . Begriffe repräsentieren Vorstellungen und ebenso werden die Dinge der Wirklichkeit durch Vorstellungen repräsentiert, die in einem Begriff sich kund tun. Die volle Wirklichkeit eines Dinges ergibt sich uns im Augenblick der Beobachtung aus dem Zusammengehen von Begriff und Wahrnehmung. Der Begriff erhält durch eine Wahrnehmung eine individuelle Gestalt - einen Bezug zu dieser bestimmten Wahrnehmung. In dieser individuellen Gestalt, die den Bezug auf die Wahrnehmung als eine Eigentümlichkeit in sich trägt, lebt er in uns fort und bildet die Vorstellung des betreffenden Dinges. Treffen wir auf ein zweites Ding, mit dem sich derselbe Begriff verbindet, so erkennen wir es mit dem ersten als zu derselben Art gehörig; treffen wir dasselbe Ding ein zweites Mal wieder, so finden wir in unserem Begriffssystem nicht nur überhaupt einen entsprechenden Begriff, sondern den individualisierten Begriff mit dem ihm eigentümlichen Bezug auf denselben Gegenstand, und wir erkennen den Gegenstand wieder. Die Vorstellung steht also zwischen Wahrnehmung und Begriff. Sie ist der bestimmte, auf die Wahrnehmung deutende Begriff. |
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applause from the pit for GEBE
Die Begriffslehre-Ontologie-ist ein wichtiger Teil der Metaphysik. Eigentlich sollte das ein Hauptfach in der Schulbildung sein, aber Metaphysik gilt ja als "abgeschafft". Seufz. |
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@GEBE
Gefällt mir was du schreibst. Aber ich gehe trotzdem nicht mit. Besonders der Begriff als Repräsentant der Vorstellung, der im Bezug zur Wahrnehmung eine individuelle Gestalt erhält, scheint mir im Widerspruch zum formal universalen Anspruch des Begriffs zu stehen. Der Begriff ist etwas logisches. Aber zur Frage: Ich bin der Meinung, ein Begriff ist eine Definition. Eine Definition ist der Versuch, etwas in der Art zu bestimmen, dass es anhand dieser Bestimmung und eigentlich an dieser von allem anderen unterschieden (definiert) ist. Worauf meine ursprüngliche Frage aber abzielte war die Unterscheidung zwischen Wort als Repräsentant des Begriffs und des Begriffs als solcher. Eine Unterscheidnung, die mir im Kommentar von Ismene (17. 1., 13:52) zu verwischen drohte. Gruß, Ian |
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@ abghoul
abghoul schrieb am 18.01.2012 um 13:18 “Die Begriffslehre-Ontologie-ist ein wichtiger Teil der Metaphysik. Eigentlich sollte das ein Hauptfach in der Schulbildung sein, aber Metaphysik gilt ja als "abgeschafft". Seufz“ Ich bin da vollkommen Ihrer Meinung! Sehe ich mir an, mit was für hanebüchenen Angelegenheiten in NRW, sich Abiturienten dieses Jahr herumquälen müssen im Fach Philosophie, nämlich mit Johann Gottfried Herder, „Abhandlung über den Ursprung der Sprache“, wird mir klar, wie man mit pädagogelnder Absicht so ein für alle Mal nachhaltigsten Widerwillen gegen Philosophie erzeugen kann. Hier nur ein Beispiel aus dem Herderschen Pamphlet: „ Schon als Tier hat der Mensch Sprache. Alle heftigen und die heftigsten unter den heftigen, die schmerzhaften Empfindungen seines Körpers, alle starke Leidenschaften seiner Seele äußern sich unmittelbar in Geschrei, in Töne, in wilde, unartikulierte Laute. Ein leidendes Tier sowohl als der Held Philoktet, wenn es der Schmerz anfället, wird wimmern, wird ächzen, und wäre es gleich verlassen, auf einer wüsten Insel, ohne Anblick, Spur und Hoffnung eines hülfreichen Nebengeschöpfes. Es ist, als obs freier atmete, indem es dem brennenden, geängstigten Hauche Luft gibt; es ist, als obs einen Teil seines Schmerzes verseufzte und aus dem leeren Luftraum wenigstens neue Kräfte zum Verschmerzen in sich zöge, indem es die tauben Winde mit Ächzen füllet. So wenig hat uns die Natur als abgesonderte Steinfelsen, als egoistische Monaden geschaffen! Selbst die feinsten Saiten des tierischen Gefühls (ich muß mich dieses Gleichnisses bedienen, weil ich für die Mechanik fühlender Körper kein besseres weiß!), selbst die Saiten, deren Klang und Anstrengung gar nicht von Willkür und langsamen Bedacht herrühret, ja deren Natur noch von aller forschenden Vernunft nicht hat erforscht werden können, selbst die sind in ihrem ganzen Spiele, auch ohne das Bewußtsein fremder Sympathie zu einer Äußerung auf andre Geschöpfe gerichtet. Die geschlagne Saite tut ihre Naturpflicht: sie klingt, sie ruft einer gleichfühlenden Echo, selbst wenn keine da ist, selbst wenn sie nicht hoffet und wartet, daß ihr eine antworte.“ |
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@ Ian Bellyn
Ian Bellyn schrieb am 18.01.2012 um 13:36 Ich verstehe vollkommen, daß man nicht unbedingt mitgehen möchte, so ja hier auch Sie. Sehen Sie, lieber Ian Bellyn, Sie schreiben: “Ich bin der Meinung, ein Begriff ist eine Definition. Eine Definition ist der Versuch, etwas in der Art zu bestimmen, dass es anhand dieser Bestimmung und eigentlich an dieser von allem anderen unterschieden (definiert) ist.“ Wie vollzieht sich den das überhaupt? Es kann doch solch eine Aussage überhaupt nicht getroffen werden ohne daß alleine schon inbezug auf den Begriff Definition sie eine Vorstellung anwenden. Und so geht es mit allem. Sie können gar nicht anders als Vorstellungsinhalte zu haben, die Sie dann denkerisch als Begriffe anwenden. Nur ist es nun mal so, daß bei diesem Denkvorgang vergessen wird, daß man denkt, da man vorderhand das Objekt des Denkvorgangs im Auge hat! Selbstverständlich aber könnte man sich im Denkvorgang ja auch als Denkender selbst zum Wahrnehmungsobjekt nehmen und so das Denken als Voraussetzung konstatieren. |
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Da hätte ich auch keinen Spaß dran an dem Herderschem Zeugs*schauder*
Hat heute religiösen Beiklang und wird gern zur Diskreditierung gebraucht, die Metaphysik. Metaphysik ist ja auch nur ein Begriff, sobald ein Wesen sein eigenes Wirken erkennt und bewusst Veränderungen schafft, ist es ja schon dabei. Daraus einen Textverwaltungssport zu machen ist wieder so ein Un-Ding der Paedagogen, die halt keine Philosophen sind, aber diese Bewerten wollen. |
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Ja, ja, ich versteh schon und ich stimme in gewisser Hinsicht auch zu. Aber ich will doch das Begriffliche rein logisch verstanden wissen und eine Vorstellung ist etwas "vorlogisches" oder nicht?
Und noch eine Anm. zu "sich im Denkvorgang [...] als Denkender selbst zum Wahrnehmungsobjekt nehmen": Vorsicht, Denken und Wahrnehmen sind zwei sehr verschiedene Sachen. In der zitierten Formulierung könnte man den Anschein gewinnen, Denken sei eine Subklasse der Wahrnehmung, das aber ist sicher falsch. Und das bezieht sich im Grunde auch auf meinen ersten Verweis: Die Vorstellung resultiert aus der Wahrnehmung, d´acord. Aber: "Vorstellungsinhalte [...] denkerisch als Begriffe anwenden." Hm... ich will es nicht gänzlich abstreiten (schon richtig, irgendwie muss der Begriff generisch begründet werden), aber den Begriff als solchen generisch als Begriff zu treffen versuchen, ich glaube damit gerät man aufs Glatteis. Gruß, Ian |
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Ist halt eine Frage der Perspektive.
Die Logik als Methode zum Verstehen oder als Sache die verstanden werden soll. Da sind wir beim Ei und dem Huhn. Wir nehmen halt eine bestimmte Struktur wahr und innerhalb dieser Wahrnehmung können wir Regelmäßigkeiten feststellen. Daraus können wir auch ganz andere Strukturen und Regelmäßigkeiten erkennen. Sicherlich können wir damit "unsere" Welt erklären. Aber es wird immer ein Zweifel bleiben ob Unsere Welt=Die Welt an sich |
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schrieb am
24.01.2012 um 18:23
"Es liegt an mir, bestimmte Begriffe nicht zu verwenden"... So ist es. Und deshalb - ich schweife ab - ist niemand gezwungen, "sich aufzustellen", etwas "stylish" zu finden oder "vor Kurzem" so zu schreiben. Zugegeben, das sind kleinere Probleme als Morde sprachlich zu verniedlichen.
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Aber: damit fängt es an, nämlich sich - wenigstens gelegentlich oder an einigen Themenbereichen - sprachliche Unabhängigkeit zu erhalten bzw. zu schaffen, soweit das möglich ist.
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"Die Auswahl zum Unwort des Jahres ist daher in meinen Augen ein wenig dem sich bildenden schlechten Gewissen geschuldet. Hätte ich die Verwendung im letzten Jahr gerügt, hätte es vielleicht wieder geheißen, „stell’ dich nicht so an“, 'sei doch nicht so empfindlich' – oder: 'blöde PC'." - Du solltest nicht pauschalisieren. Die Leute, die jetzt das Wort zum Unwort des Jahres erklärt haben, sind nicht dieselben, die es kreierten. Sie leisten damit eine wichtige und öffentlichkeitswirksame Kritik an diesem herabwürdigenden Sprachgebrauch bei Behörden und Medien und vor allem an dem Geist, aus dem es zu diesem kommt.
Was den zweiten Teil in diesem Zitat angeht, etwas behaupten, bevor es passiert ist, zumal als pauschale Vermutung quasi gegen jedermann, muss man das nicht Vor-Urteil nennen? Diejenigen jedenfalls, die das Wort jetzt ein Unwort nennen, und die, die mit dieser Wahl sehr einverstanden sind, hätten solche Sachen jedenfalls nicht zu Dir gesagt. |
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Un-Wörter sind geauso ein Un-Sinn wie Un-O Einsätze in Un-Iversitäten.
Es ändert sich ja nichts. Weder das Unrechtsbewusstsein noch die Sensibilität. Nächstes Jahr gibt es das nächste Un-Wort. Mittlerweile ist wohl auch das Ansehen des Amtes des Bundespräsidenten Herr Un-Tergekommen. |
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Wie oben schon geschrieben wurde - die Sprache hat Einfluss auf das Bewusstsein. Insofern halte ich die Un-tersuchung von Un-wörtern nicht für Un-sinn.
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Liebe Alien59,
"die Sprache hat Einfluss auf das Bewusstsein", das stimmt unbenommen. Aber das Bewusstsein ist schon vorher da, sonst würden diese Worte oder Worthülsen gar nicht erst entstehen oder genutzt. Da hilft auch die Kreation des "Unwortes" des Jahres nicht. Es ist nur eine Retrospektive auf das was schiefgelaufen ist, hat aber keinen Einfluss auf das, was an Verdrehungen, Verrohungen und gesprochenen Bösartigkeiten auf uns in diesem oder im nächsten Jahr zukommt. Es wird sich dadurch nichts ändern, denn Merkel und Wulff sind immer noch 'alternativlos'. |
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@GeroSteiner
"Aber das Bewusstsein ist schon vorher [vor der Sprache] da" also ohne Sprache. Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Bewusstsein ohne Sprache gibt es nicht!!! Und zwar weder logisch noch historisch betrachtet. Entweder ist die Sprache vor dem Bewusstsein oder mit dem Bewusstsein aber sicher nicht nach dem Bewusstsein. (Aber du befindest dich in großartiger Gesellschaft: Freud hats auch nicht erkannt.) Oder offenbart sich hier ein kruder mystizistischer Bewusstseinsbegriff. |
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schrieb am
18.01.2012 um 15:02
"Freud hats auch nicht erkannt."
es offenbart sich hier ein kruder mystizistischer freud-begriff. |
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Ian Bellyn schrieb am 18.01.2012 um 13:13
@ Ian Bellyn Sehen Sie, so kann es gehen, verwechselt man Begriff und Sprache! Selbstverständlich gibt es Bewußtsein ohne Sprache, denken Sie nur an nicht sprechende Menschen – egal aus welchen Gründen, ob aus rein physiologisch-organischen oder aus psychischen. Man müßte ja ansonsten z.B. Hellen Keller nachträglich nochmals das Bewußtsein absprechen. Zudem ist es entwicklungspsychologisch nun mal so, daß man erst die Sprache, also das Sprechen erlernt und dann erst das Ich-Bewußtsein entsteht. Nicht war, damit ist der Moment gemeint, in dem der kleine Kevin oder die kleine Chantalle auf die Frage: „wer möchte noch ein Bier?“, jeweils nicht mehr mit Kevin oder Chantalle antworten, sondern ICH ausrufen. Dann ist die Grundlage für ein Bewußtsein erst gegeben – mal mit Ausnahme des Biers jetzt gemeint. :-) |
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War schön, das ihr mal darüber gesprochen habt.
Sonst habt ihr keine Probleme? |
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schrieb am
18.01.2012 um 16:05
fahrwax, ich offenbare dir gleich einen kruden, aber sehr konkreten baseballschläger-begriff.
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Ihr Denken bewegt sich in einer traurigen "alternativlosen" Welt. Das sagt aber nur etwas über ihre bescheidene Ebene.
Die beiden Personen sind alles andere als "alternativlos". Oder kann es doch noch schlimmer kommen? |
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Ist doch schön, dass ihr euch so gerne mögt.
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Entschuldigung, aber ich bezog mich auf diesen Soziologenwitz: in dem kennen beide nicht den Weg zum Bahnhof, freuen sich jedoch nachher wenigstens mal darüber geredet zu haben.
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Ich weiß, ich kenne den. Ich bezog mich eher auf den Baseballschläger ;-) - und da ihr beide mir nicht unbedingt als verbale Raufbolde bekannt sei, gab es nur einen eher flapsigen Kommentar von mir.
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@GEBE. 18.1., 15:50
"Selbstverständlich gibt es Bewußtsein ohne Sprache, denken Sie nur an nicht sprechende Menschen". Seit wann muss Sprache gesprochen werden um Sprache zu sein? "Zudem ist es entwicklungspsychologisch nun mal so, daß man erst die Sprache, also das Sprechen erlernt und dann erst das Ich-Bewußtsein entsteht." Sag ich doch: erst Sprache dann Bewusstsein! |
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@ cuchulainn
Der Mystizismus (ob krude oder raffiniert) scheint an Attraktivität nicht verloren zu haben :-) |
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@ Ian Bellyn schrieb am 19.01.2012 um 11:56
Weil Sprechen ein stimmlicher Lautausdruck ist, also eine Lautäußerung, die das seelische Gestimmtsein nach außen mitteilt. Differenziert ist sie eine komplexe Mitteilung als onomatopoetisches Schallwortgefüge. Sprache kleidet seelisch empfundene Phänomene klanglich qua Lautgestalt in einen sprachlichen Ausdruck. Körper,- Zeichen- resp. Schriftsprache repräsentieren sie symbolisch. Symbole aber sind kein eigenständiges Sprechen und in ihrem Stellvertretungscharakter auch nicht eigenständige Sprache, da sie nur anstelle stehen. |
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Dann legen wir verschiedene Sprachdefinitionen zugrunde. Ich denke Sprache kommt auch auch ohne flatus vocis aus. Genauer: Ich setze Sprechen und Denken als Äquivalente und glaube mich darin in einer langen Tradition. Man kann das negieren, sicher, ich bin damit auch einverstanden. Aber dann sprechen auch Tiere und vieleicht sogar Pflanzen, eine Folge die ich aber nicht in Kauf nehmen will. Oder wir fassen einen Begriff von Sprache im weiten und engen Sinne, dann passts vieleicht?
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Sowas ähnliches wie verkappter Werbeblogger?
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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