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Wissen Sie überhaupt was "Neoliberalismus" ist oder benutzen Sie das nur als Schlagwort (wie eigentlich fast alles andere auch).
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Ich denke schon, daß ich das weiß. Besser als die meisten "Neoliberalen" sogar, denn so Neo ist dieser Liberalismus ja nicht. Und ein freudiges Ja: natürlich verwende ich diesen Begriff auch als Schlagwort, um damit auf diejenigen einzu"schlagen", die uns die ganze Misere eingebrockt haben. Das ist doch legitim, oder?
Eigentlich müssen wir zwei Begriffe von Neoliberalismus auseinanderhalten. Ursprünglich entstand der Begriff in den 1920er bzw. 1930er Jahren zur Abgrenzung von den totalitären Ideologien von Kommunismus und Faschismus (wobei Hayek etwa beide als "sozialistisch" einstufte). Auf diesem "Neoliberalismus" baute auch die soziale Marktwirtschattskonzeption von Erhard auf. In der Folge entwickelte sich Hayek immer radikaler, und die Chicago Boys rund um Friedmann entwarfen jene Theorien, die wir heute unter dem Überbegriff "Neoliberalismus" zusammenfassen: Deregulierung, keine staatlichen Eingriffe, der Markt regelt alles von allein, schrankenloser Freihandel etc. etc. In meinem Buch "Nach dem Wohlstand. Politik jenseits der Menschen." (Molden, Wien 2007), das bereits vor dem Crash geschrieben und veröffentlich wurde, kann man meine Kritik am neoliberalen Denken im Detail nachlesen. Geschrieben ist das Buch übrigens so, daß es auch Nichtökonomen leicht lesen können. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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