Andererseits

Was auch immer, ich bin dagegen

13.02.2009 | 23:35

Keine Gerechtigkeit für Jean Charles de Menezes

Der Brasilianer Jean Charles de Menezes ist am 21. Juli 2005 in der Stockwell U-Bahnstation in London von einem Polizeibeamten erschossen worden. Augenzeugen hatten den Vorfall damals gefilmt, der Beamte hat auf den am Boden liegenden, wehrlosen und unbewaffneten Mann gefeuert.

Der Täter wird nicht angeklagt.

Heutzutage werden Leute, die vor einem Polizeistaat warnen, immer mal wieder gerne als Verschwörungstheoretiker abgestempelt, auch deutsche Politiker gefallen sich in solcher Pose. Indes, was soll man sonst halten von diesem Vorgang, der auch nicht der erste dieser Art ist?

Was ist denn das Kennzeichen eines Polizeistaats? Der Staat in Gestalt der Polizei geht willkürlich und gewaltsam gegen Bürger vor und verschafft den Beamten Immunität. Mal durch Gesetze, mal durch Unverschämtheiten wie dieser hier in London.Wenn man als Bürger macht- und wehrlos dem Staat gegenüber steht, keine Möglichkeit hat, Gerechtigkeit einzufordern, dann entspricht das eigentlich ziemlich glasklar der Definition eines Polizeistaates.

Dies ist nur eines von unzähligen Beispielen, die zeigen, dass niemand etwas aus der Geschichte gelernt hat. Heute wie früher ist es der grossen Masse der Bürger völlig gleichgültig, was "da oben" vor sich geht. Kaum jemand fragt sich, was die Motive für deren Handeln sein mögen. Kaum jemand kommt auf den Gedanken, dass da vielleicht etwas nicht stimmen könnte.

Und am Ende, wenn es - sollte es ebenso schlimm kommen, wie im vorigen Jahrhundert - vorbei ist, werden alle sagen, sie haben von nichts gewusst. Obwohl es Nachrichten wie diese von de Menezes gibt und jeder sie lesen kann. Und einmal mehr werden uns unsere Kinder fragen, warum wir das offen Auges mit uns haben machen lassen.
 
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