Andererseits

Was auch immer, ich bin dagegen

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Maske der Moral

Politik | 29.03.2009 | 08:00 Burga Kalinowski
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30.03.2009 | 00:03 Andererseits
"Die Maske der Moral". Aha. Wir sind uns einig, nicht die Zocker sind schuld an der Krise, sondern das System, wie es so schön heisst. Und zwar nicht, weil der Kapitalismus nun per Definition ein raffgieriges unmenschliches System wäre. Die Krise ist fester Bestandteil des Kapitalismus, egal wie man ihn "gestaltet". Es ist einerseits zu begrüssen, wenn mal wieder ein paar Leute auf die Strasse gehen. Aber - typisch Deutschland - das tun sie erst, wenn es an ihren Geldbeutel geht. Wegen Grundrechten, Meinungsfreiheit, Datenschutz, Versammlungsrecht etc geht hingegen kaum einer auf die Strasse. Eine "neue Protestkultur"? Da wartet wohl jemand auf die selbsterfüllende Prophezeiung. Bemerkenswert ist, wie leicht die Leute doch an der Nase herumgeführt werden können. Da regen sie sich über gewissenlose Banker oder ignorante Politiker auf. Man kritisiert den Kapitalismus, der neuerdings abgeschafft gehört. Wie auch immer diese Idee in die Köpfe der Leute gekommen sein mag - der Plan geht auf, ich kann förmlich das freudige Gröhlen der Leute, die sie in die Welt gesetzt haben, hören. Dabei ist die Sache doch im Grunde recht einfach. Die Arbeitsplätze, um die die Leute bangen und die sie zu behalten fordern, sind Resultat des Kapitalismus. Der Kleinwagen und das Mopped vom Youngster sind Resultat des Kapitalismus. Das Reihenhaus ist Resultat des Kapitalismus. Ebenso die warme Kleidung, der Sonntagsbraten, die Glotze, das Internet, die Zeitungen, die U-Bahn und so weiter und so fort - alles ist das Resultat des Kapitalismus. Kurzum: WIR sind der Kapitalismus. Es gibt kein "die da". "Die" sind wir. So simpel ist die Welt. Da stellen sich die Leute hin und fordern die Abschaffung eines Systems, das ihnen den grössten Wohlstand gebracht hat, in dem Menschen auf diesem Planeten je gelebt haben! Aber solange sich ein Sündenbock findet, den uns unsere Regierenden gerade vor die Füsse geworfen haben, müssen wir uns nicht die Frage stellen, welchen Anteil wir an der Misere hatten. O, ich höre schon die Proteste "Welchen Anteil am System hat denn ein HartzIV Empfänger?!". Die Antwort ist klar. Der Arbeitslose, sobald er wieder Arbeit hat, ist bestrebt, sich seine Existenz zu sichern. Bietet sich ihm die Gelegenheit, mehr draus zu machen, aufzusteigen, Karriere zu machen, eine Führungsposition zu ergattern, mehr Geld zu bekommen, dann wird er genau das tun, was ihn zum existentiellen Bestandteil des Systems macht: er wird ohne nachdenken zugreifen. Und wer würde das nicht? Also stellt sich die Frage, wen die Kritik am System denn wirklich meint? Doch wohl nur diejenigen, die genau das taten, was man selbst an deren Stelle ohne Skrupel ebenso getan hätte. PS: das Teil hier meint, der Kommentar wäre auf 3.000 Zeichen beschränkt. Daher muss ich an dieser Stelle abbrechen. Was ist das denn?
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Obama muss enttäuschen

Kultur | 21.03.2009 | 08:00 Susanne Goldenberg, The Guardian
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21.03.2009 | 18:46 Andererseits
Der Titel des Artikels ist doppelt falsch und den beiden Kommentatoren sage ich, ihre Ansicht ist es ebenso. Denn Obama "muss" nicht enttäuschen, sondern er WIRD. Und er tut es bereits. Beispiele gefällig? Während er von der Schliessung von Guantanamo spricht, wird Baghram mit keiner Silbe erwähnt. Dabei geht es dort noch schrecklicher zu als auf Kuba. Während er davon spricht, den Armen und Arbeitslosen zu helfen, stopft er die Taschen der Reichen und Mächtigen mit dem Geld der Steuerzahler, bzw. deren Erben, denn das Geld, das er dafür verwendet, hat er ja nicht einmal, er lässt es drucken. Und während Obama von Truppenabzug im Irak spricht, stockt er die Truppen in Afghanistan um 17.000 Mann auf. Obama ist ein falscher Fuffziger. Und wenn es den Menschen in den USA dämmert, wen sie sich da aufgehalst haben, wird es längst zu spät sein.
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18.03.2009 | 20:02 ebsw
Das Bemerkenswerte an der jetzigen Killerspieldiskussion ist nicht, dass sie auftritt, sondern dass sie seit Erfurt unverändert auftritt. Das lässt mich vermuten, dass in unserer gesteuerten Demokrati...
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21.03.2009 | 00:46 Andererseits
Zu dem Thema gibt es übrigens gerade eine neue Studie (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29958/1.html), die den landläufigen und von Politikern gern zitierten Studien Opportunismus und Ideologie attestiert. Die allermeisten Studien zum Thema Gewalt und deren Ursachen verwenden nämlich gern politische Definitionen von Gewalt und Agression und keine wissenschaftlichen. Diese eigenartige Denkweise ist ausserdem recht weit verbreitet. Zum Beispiel assoziiert man heutzutage gerne den Islam mit Terrorismus. Gerade so, als ob es keine nicht-muslimischen Terroristen gäbe bzw. die über eine Milliarden Muslime auf diesem Planeten alle Bombenleger wären. Im Deutschen Reich wurde die erfolgreiche Geschäftstüchtigkeit eines kleinen Teils der jüdischen Bevölkerung als Ursache für die Wirtschaftskrise verwendet - mit den bekannten Folgen. Eine wissenschaftliche Herangehensweise, die Ursache und Wirkung unterscheidet und sich insbesondere Mühe gibt, Kausalität auch als solche zu beweisen, trifft man in dieser Diskussion selten. Insofern ist auch die Argumentation, dass Massenmorde ohne die Verfügbarkeit von Waffen nicht passieren hätten können, - vorsichtig ausgedrückt - blauäugig. Ein schönes Beispiel dafür liefert die Schweiz. Ein beschauliches Ländchen mit gutmütigen Bürgern und einer zu vernachlässigenden Kriminalitätsrate. Und das, obwohl die Schweizer bis an die Zähne bewaffnet sind. Pro Kopf gerechnet sogar mehr als die Amerikaner. Das liegt daran, dass die Schweizer Reservisten ihre Waffe daheim aufbewahren. Nur Amokläufe gab es da (sofern ich weiss) noch nicht. Woran das wohl liegen mag? Könnte es nicht vielleicht sein, dass Gewalt gesellschaftliche Ursachen hat? Ich denke, das muss ich nicht weiter ausführen. Wer Amokläufe oder Gewalt im Allgemeinen durch den Verbot von Waffen verhindern will, doktert nur an den Symptomen herum. Und drückt sich damit um eine Antwort nach den wirklichen Ursachen. Wozu auch? Man hat ja "etwas getan". Ja Ja. Nur den Jugendlichen geht es immer noch beschissen. Sie kriegen immer noch keine Ausbildung und/oder Job. Sie werden immer noch ausgegrenzt, wenn sie anders sind oder sich deren Eltern nur keine Nike-Turnschuhe leisten können. Ihnen hört immer noch keiner zu. Und wenn die Feuerwaffen erst einmal verbannt sind, was dann? Man fährt in den Baumarkt und kauft sich eine Axt. Oder schnappt sich Vaters Spitzhacke. Damit kann man ebenso drastische Schadenspunkte verteilen. Was kommt dann als nächstes? Beile, Spitzhacken und Messer verbieten? Warum verbietet man den Leuten dann nicht gleich am besten, zu leben? Sie scheinen es ja eh nicht wert zu sein, dass man sich um sie kümmert. Meiner Meinung nach ist eine solche Argumentation nicht einfach nur falsch, sie ist gefährlich.
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17.03.2009 | 22:12 Andererseits
@ChristianBerlin: in der Tat haben Sie da einige gute Argumente. Vor allem bei der friedlichen Revolution in der DDR (bei der ich auch noch dabei war) fällt mir kein Gegenargument mehr ein. Den amerikanischen Verfassungsvätern möchte ich aber zu Gute halten, dass andere Zeiten herrschten, als sie ihre Verfassung schufen. @Magda: ich fände es super, nochmal jung sein zu können, aber leider hab ich die Mitte meines Lebens schon erreicht :) Ach: und ich spiele übrigens Quake. So richtig mit allem Drum und Dran. Und hab noch nie jemandem etwas zu Leide getan... Zu "Americas Army": ein schöner Kommentar dazu findet sich bei meinem Lieblingsamerikaner: http://usaerklaert.wordpress.com/2009/03/15/americas-army-der-offizielle-shooter-des-us-heeres/
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15.03.2009 | 02:18 Andererseits
Da muss ich leider widersprechen. Dass die Opfer nicht namentlich bekannt werden, ist gut so. Denn würden deren Namen genannt werden, dann wären sie doppelt Opfer. Jeder kennt die "Reporter", der "BILD" Zeitung, die deren Eltern dann wochenlang belagern würden. Als Mutter oder Vater hat man genug zu leiden, wenn man sein eigenes Kind begraben muss, aber es ist mehr als nur eine Zumutung, dann auch noch ständig von sensationslüsternen Reportern verfolgt zu werden. Darüberhinaus gebietet es der Datenschutz, dass die Namen nicht genannt werden. Und so wenig Interesse es heutzutage noch am Thema Datenschutz zu geben scheint, zumindest in Fällen wie diesem scheint sich die Mehrheit wohl daran zu halten. Gott sei Dank. Und dass sich die Medien selbst zensieren sollten, ist insofern nicht ganz korrekt, da sie es längst tun. Allerdings nur bei bestimmten Themen (also nicht bei solchen wie diesem hier). Und dass Amokläufer "ausgestossene Teenager" seien, die vom Counterstrikespielen zum Killer werden, ist ein Märchen. Ja, es wird oft so dargestellt. Aber eine Sache wird nicht zur Wahrheit, nur weil man sie immer wieder wiederholt. Und ich glaube auch nicht, dass die Aussicht, nach dem eigenen Tode in die Annalen der Geschichte einzugehen, das Motiv eines Jugendlichen unseres Zeitalters und unseres Kulturkreises sein soll. Vielleicht mag das auf durchgeknallte Islamisten in Pakistan zutreffen - aber auf Kinder gebildeter Eltern in Deutschland? Nicht wirklich.
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14.03.2009 | 16:33 Andererseits
Ich denke, ein Waffenverbot ist doppelt falsch. Erstens deswegen, weil Waffen längst verboten sind. Wir HABEN strenge Waffengesetze. Ein Sportschütze muss allerlei Hürden nehmen, um Waffen besitzen zu dürfen. Jedenfalls kann man sich in Deutschland nicht so einfach eine Knarre besorgen. Zweitens wird bei dieser Forderung gerne übersehen, dass nicht Waffen Menschen töten, sondern Menschen. Und man nehme dem Mörder alle Waffen und er wird trotzdem einen Weg zum Morden finden. Anstatt einfach blindlings die Innenpolitiker nachzuahmen und strengere Gesetze zu fordern, wäre es wesentlich hilfreicher, wenn man sich Gedanken über Hintergründe und Motive von allen Beteiligten machen würde. Zum Beispiel auch über die Motive von Politikern. Man könnte sich zum Beispiel die Frage stellen, warum ein Verbrechen ein mediales Ereignis werden kann. Oder welchen Beitrag eigentlich ein Politiker zur Aufklärung eines Verbrechens leisten kann. Oder warum ein Innenminister eine Pressekonferenz gibt und nicht ein Polizeikomissar. Oder warum kaum Details über den Vorgang bekannt werden, während er in den Medien breit getreten wird. Man vergleiche einmal mit dem Fall Tauss, da sind Ermittlungsdetails erster Güte bekannt geworden. Bei Amokläufen ist das selten so. Hat man im Fernsehen mal einen Schüler interviewt, der GESEHEN hat, wie der Täter schoss? Gibt es irgendwo ein Foto oder Video von dem Vorgang? Und warum gibt es das nicht, wo doch praktisch jeder Schüler heutzutage mit der entsprechenden Aufnahmetechnik ausgerüstet ist?
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Hier schreibt Mr. President

Alltag | 20.02.2009 | 17:55 Oliver Burkeman, The Guardian
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21.02.2009 | 15:05 Andererseits
Flach und nicht wirklich lustig. Das Format bietet eigentlich eine grandiose Gelegenheit, mit beissender Satire auf einige Merkwürdigkeiten aufmerksam zu machen. Verschenkt. Nehmt Euch ein Beispiel an http://twitter.com/schaeuble wenn auch schon eine Weile her (aber noch immer online) - DAS ist lustig.
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goedzak hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Kunibert Hurtig hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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antares56 hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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